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Fenster zur Forschung 2015

Moderne Diagnostik für Entwicklungsländer

Robustes Röntgengerät Zwei Drittel der Weltbevölkerung haben keinen Zugang zu Röntgengeräten. Dabei gehören Röntgenbilder in der modernen Medizin zu den grundlegenden Diagnosewerkzeugen. Entwicklungsländer erhalten zwar immer wieder ausgemusterte Röntgengeräte aus Industrieländern. Diese lindern den Mangel jedoch nur kurzfristig, da sie nicht an die tropischen Bedingungen vor Ort angepasst sind. Sie vertragen keine Hitze, keine Luftfeuchtigkeit, keinen Staub, keine unregelmässige Stromversorgung. Die WHO schätzt, dass 70% aller gespendeten medizinischen Geräte im Empfängerland nie verwendet werden. Harten Anforderungen gewachsen Ein Konsortium unter der Federführung der ETH Lausanne EPFL1 hat nun mit GlobalDiagnostiX das erste digitale Röntgengerät speziell für Entwicklungsländer entwickelt. Auch das PSI hat seinen Beitrag geleistet. PSI-Postdoktorand David Haberthür erläu-

1 Die Koordination lag beim EssentialTech Team des Cooperation & Development Center der EPFL. Eine vollständige Liste der beteiligten Institutionen finden Sie auf der Webseite http://www.globaldiagnostix.org/.

tert: «Moderne Film-Röntgengeräte kosten über zehn Jahre gerechnet inklusive Anschaffung, Betrieb und Verbrauchsmaterial an die 500‘000 Franken. Das Ziel des Projekts ist, diese Gesamtkosten auf ein Zehn-

tel zu senken. Gleichzeitig soll das Gerät Temperaturen bis 40 Grad Celsius standhalten und Luftfeuchte bis 95% ebenso tolerieren wie die hohe Staubbelastung, die häufig ein Problem darstellt.»

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Das robuste, aber kostengünstige Röntgengerät GlobalDiagnostiX wurde in enger wissenschaftlicher Zusammenarbeit mehrerer Institute entwickelt und soll Entwicklungsländern Zugang zu modernen Diagnosemethoden ermöglichen.

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Fenster zur Forschung (03/2015)  

Das Wissenschaftsmagazin des Paul Scherrer Instituts.

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