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T' T Ä H „ICH KIND KEIN N!“ MEIN ERGEBzE t H ilien wis m a F A , ln e DEKüber jüdische Wurz i Jazz Gitt Tochter-Liebe terund Mut

WIE GEHST DU DAMIT UM, WENN DEINE KINDER SCHWUL SIND? Der Leiter der Beratungsstelle Courage erzählt von seinem Alltag und dem eigenen Coming-out

FÜR IMMER UND EWIG

Der Sehnsucht nach der perfekten Beziehung

ES WAR EINMAL IN AFRIKA

Ein Familienleben zwischen zwei Kontinenten

WIENER SOMMER

oder Ein zweiter Frühling für einsame Häferl und Tassen 10  Juni/Juli 2014 5 3,50


! V T T ROCK

E ÜR I F L I W O M FA LTERN-TALKSHOLLENDE ELTERN! DR DIE E N U E ND ROCKE

„Die Presse am Sonntag” ist fünf. Geburtstags-Abo: 5 Euro/Monat DiePresse.com/sonntagsabo

OLE O C E I OW D H S K L A -T ELTERN 4  2 AUF W WEITEN Z JEDEN UM 21 UHR G FREITA BEI! R O V SCHAU Wir schreiben seit 1848


E I L I M A F E B E ! LI N E N N I R E K ROC

Mila, 17 Monate

Pia, 21 Monate

Habt einen vortrefflichen Sommer! Lasst die Seele baumeln, sammelt im Urlaub Inspiration für den Herbst und schaut, dass ihr zwischendurch mal einen kinderfreien Sommerabend genießen könnt! Gönnt euch eine Elternpause. Das Erziehungsmotto der heutigen Zeit darf nämlich lauten: Gebt den Kindern UND den Eltern mehr Autonomie. Symbiose war gestern. Wir werden diesen Sommer auch eine kleine Pause in Schweden machen, um dort eine der größten und kreativsten Web-Konferenzen zu besuchen und uns Medienprojekte für das nächste Jahr zu überlegen. Familie Rockt TV hat ein erstes halbes Jahr Fernsehgeschichte hinter sich – und das sehr erfolgreich! Unser Format ist herzlich, frech, unterhaltsam und sehr persönlich. Wir hoffen, du gehörst auch zu jenen, die es regelmäßig sehen! Euer Familie Rockt Team Hast du eine Sendung verpasst, klick auf: » familierockt.com/familie-rockt-tv

IMPRESSUM

Eva Kaiserseder freie Redakteurin 24. 12. Ein ziemlich formidables Datum, würd’ ich meinen, um Nummer zwei auf dieses Erdenrund zu schicken. So alles gut geht, sind wir ab Dezember zu viert und ich finde das total heiß. Viel lässiger als bei Pia, weil beim ersten hast du ja echt keine Ahnung, was dich erwartet und bist entsprechend angespannt. Überhaupt steht 2014 bisher ziemlich im Zeichen von Erweiterung und Veränderung, was ich gut finde. Der Freundeskreis hat sich erweitert, die Aktivitäten, auch – oha, Sentimentalalarm die Herzerl in den Augen sind mehr geworden, weil, wie verliebt kann man eigentlich sein in so ein Kind? Ja. Und nach wie vor fühlt sich alles gut und richtig an, kein Grund zu meckern. » familierockt.com/ponyhuetchen

Herausgeberin und Chefredakteurin: Patrice Fuchs | Redaktion: Christina Berger, Claas Röhl, Dr. Iris Floimayr-Dichtl, Lisa Fuchs, Patrice Fuchs, Eva Kaiserseder, Elsa Mährenbach, Andreas Moritz, Martina Rammer, Birgit Rampula, Pamela Russmann | Fotografie: Patrice Fuchs, Elsa Mährenbach, Christina Berger, Pamela Russmann | Art Direction: Elsa Mährenbach (Grafik und Illustration) | Lektorat: Angelika Friedl, Daniela Digruber | Anzeigen: Patrice Fuchs, Christian Dichtl | Produktion und Medieninhaberin: Familie Rockt Media OG | Druck: Prospektus Nyomda | Anschrift: Familie Rockt, Stollgasse 3/6, 1070 Wien | familierockt.com | Bankverbindung: Raiffeisen IBAN: AT06 3200 0000 1189 1496 BIC: RLNWATWW | Abonnement: abo@familierockt.com, 5 Ausgaben Inland € 18,– Rest der Welt € 23,– | Heftpreis: € 3,50 Erscheinungsart: 5 Ausgaben im Jahr Erscheinungsort: Wien, Verlagspostamt 1060 Wien | Familie Rockt freut sich über Anfragen von Sponsoren – mit Ausnahme von Novomatic. Spielautomaten zerstören Familien.

Partrice Fuchs Herausgeberin, Chefredakteurin Die nächsten Monate wird es Sommer sein! Wir sind zu fünft und haben über den Winter unser Sommerhaus ein wenig auf Zack gebracht. Alte schöne Fenster eingebaut und die Terrasse neu bepflastert. Wir werden dort im Sommer viel Zeit verbringen. Backen, kochen, lesen, schwimmen, fischen – aber auch am Computer Musik machen und Filme schneiden. Das sind natürlich herrliche Zukunftsaussichten! Es hat sich wirklich gelohnt, vor einigen Jahren diese heruntergekommene Bruchbude zu kaufen. Es gab damals kein Wasser, keinen Strom und nur ein Zimmer. Dafür drei Scheunenräume und ein kaputtes Dach. Heute ist es immer noch keine Luxus-Finca, aber benutzbar und lieb. Wir müssen oft noch was nachpinseln und schrauben, aber wenn ich in der Früh aufstehe, mich mit einem Kaffee auf das Sonnenplätzchen beim Flieder setze und auf den Sommertag freu’, der vor uns liegt, ist das Leben perfekt. Hier werde ich auch in der Pension sitzen. Oder in einem anderen lieben Häuschen, das wir hergerichtet haben :-) Das Leben ist voller Möglichkeiten. » familierockt.com/absolutpatrice

Birgit Rampula Modedesignerin, Label amateur Wir sind vor kurzem mit unserem Shop umgezogen und teilen uns das neue Geschäftslokal mit zwei befreundeten Labels – einem Fahrradladen und einem Cafè. Nach mehr als sechs Jahren Amateur la Boutique im 6. Bezirk sind wir jetzt Mitbegründer und Teil von Block44, einem Conceptstore in der Reindorfgasse im 15. Bezirk. Außerdem haben wir seit Anfang Mai unsere ehemalige Praktikantin Anja geringfügig angestellt. Das waren wichtige Schritte, da wir seit unsere Tochter Mila (17 Monate) bei uns ist, unsere Tages- und Arbeitsabläufe optimieren wollten, um mehr gemeinsame Freizeit zu gewinnen. Das ist uns soweit ganz gut gelungen und wir erfreuen uns an unserem neuen Projekt in Rudolfsheim Fünfhaus, einer echt netten Gegend die sich gerade verändert, noch netter wird, auch gentrifiziert, wie man sagt. Unsere neu gewonnene Freizeit verbringen wir neuerdings am liebsten zu dritt im alten Haus mit Garten der Oma meines Freundes. Die Mischung aus Stadtleben, netten Leuten und Kontakten in der City und andererseits die Idylle pur im Wienerwald ist wahrhaft ein Traum! Der alte Bauernhof bietet uns so viele Möglichkeiten, Platz und Abwechslung,

ist ein inspirierender Ort für mich und ein Abenteuerspielplatz für Mila. Wer meine Kolumne bei Familie Rockt verfolgt, weiß, dass es immer um junge heimische KünstlerInnen, Labels und Shops aus dem Wohnund Interieurbereich geht. Diesmal dreht sich alles um den Garten – was sonst! » amateur-fashion.at » block44.at


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T L A H IN

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PERSÖNLICHKEITEN 8 14 18 19

„Ich hätt' mein Kind kein Deka hergegeben!“ Jazz Gitti über jüdische Wurzeln, Familienzwist und Mutter-Tochter-Liebe Es war einmal in Afrika – Ein Familienleben zwischen zwei Kontinenten Sarah mag keine Kinder – Daheim bei Mother Mable Ich bin Mutter verdammt – Mamakolumne von Ponyhütchen

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REPORTAGEN 20 24 26 26 27

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Wie gehst du damit um, wenn deine Kinder schwul sind – Der Leiter der Beratungsstelle Courage erzählt von seinem Alltag und dem eigenen Coming-out Coming of Age – Zwei Brautkleider und ein Liebespaar! Die Globetrotter Kids erobern NY! – Kinder entdecken London, Paris, Wien, ...und jetzt auch noch New York! Party ohne Namen* – Disco für 11- bis 14-Jährige, die rockt! Frauenstreitschriften – Wie uns Frauenzeitschriften beim Kampf um Autonomie „Gute Unterhaltung“ wünschen

LIFESTYLE 28 Wiener Sommer – oder Ein zweiter Frühling für einsame Häferl und Tassen 32 Sadza ne Nyama ne – Nicoles Hühnereintopf mit Maismehlpapp und Blattgemüse 36 Sommereis 37 Mandelkeks 38 Rock den Sessel! – Smartness statt Folklore! 40 Was braucht’s zum schönen leben? Birgit Rampula von Amateur gibt Wohlfühltipps 42 My Favorite Part 2 – Familienportraits von Christina Berger 48 Raus mit dir! – Familie Rockt-Bloggerin Sportmama macht dich fit!

PSYCHOLOGIE 50 54

Für immer und ewig – Die Sehnsucht nach der perfekten Beziehung Hauptsache G'sund – Von kranken und gesunden Kindern

KUNST & KULTUR 55 56 58 60 61 62

Die Eule wird 10 Jahre alt! – Das feiern wir, weil wir unsere Umwelt lieben! Was geht ab in Wien? Tipps von Andreas und Mavie – damit dein Alltag rockt! Letztens im Netz – Ein Spaziergang durchs Netz mit @lisafuchs Junge Kritik – Rezensionen von Theater und Tanz für Kinder und Jugendliche! FilmTipps für Eltern Familie Liest! – und Morawa empfiehlt

LAST BUT NOT LEAST 64 Kurz davor – Gedanken vor dem ersten Kind 65 Mischmasch 66 Club der Schönen Eltern – Daniel und Emil und der Bart

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' T T Ä H H N I C I E „ K D N I K MEIN ERGEBEN!“ H A K E D n

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Tochter Shlomit ist mit ihren drei Kindern zuerst da. Dann kracht Jazz-Gitti in den Friseursalon von ReeMon in der oberen Wiedner Hauptstraße. ReeMon ist ein fescher Hansl und hat auch einen schrulligen Humor wie Shlomit und Mutter Gitti. Beide wollen sich die Haare schön machen. Familie Rockt: Warum immer eine Kurzhaarfrisur? Jazz-Gitti: Ich schwitz’ sehr am Kopf. Wenn ich mir eine tolle Frisur gemacht hab’ und dann auf der Bühne stand, hingen mir nach der zweiten Nummer die Zotten runter. Aber weil ich klein bin, passen mir kurze Haare auch besser. Jazz-Gitti alias Martha Butbul ist sehr direkt und ein wenig kratzbürstig. Ihrem herausfordernden Blick muss man standhalten können und g’schamige Antworten gibt es keine. Mit der Tochter wird gewitzelt, diskutiert und hie und da fällt auch ein harsches Wort. Gab es mal eine Phase, in der ihr länger böse wart aufeinander? Jazz-Gitti: Ja, einmal. Da hab‘ ich sie nicht anrufen dürfen, und wenn ich nicht angerufen hab‘, war's auch nicht ok. Die schönste Entschuldigung von ihr war aber, als sie dann gesagt hat: Jetzt verstehe ich dich. Erst jetzt, wo ich selber Mama bin, weiß ich, wie es für dich damals war. Auf den Moment warten alle Mamas, oder? Jazz-Gitti: Ja, und ich bin auch sehr dankbar, dass sie mich zur dreifachen Oma gemacht hat. Aber ich hätt’ ihr da nie einen Stress gemacht, weil jeder seine eigenen Entscheidungen treffen muss. Ich mag’s auch nicht, wenn mir wer sagt, was ich zu tun habe. Das glaubt man dir gern. Gehört das Streiten dazu in einer guten Familie? Jazz-Gitti: Ich weiß nicht. Wir tun’s halt. Und uns ist es wurscht, wo und wer uns dabei zuschaut. Und dann drehen wir uns um und sind wieder gut. Ihr seid übrigens die Familie Rockt-Sommerausgabe! Jazz-Gitti: Aha! Da hätt’ ich mich vielleicht nackert ausziehen sollen? So war sie immer. Eine gute Laune-Bärin und immer a bisserl frech. Dabei ist die Biografie ihrer Familie erschütternd, und auch ihr eigener Lebensweg erzählt sich nicht wie eine heitere Komödie.

IRCHEN H C S EINEN CH NICHT ‘I WOLLT Mit Klumpfüßen, ohne festes Einkommen und mit vier Kindern hauste Feige Gold in den 20 er Jahren in Wien. Eine sehr schöne Frau, mit ernstem Blick. Ihr ebenfalls orthodox jüdischer Mann hatte sie von einem Tag auf den anderen verlassen und sich nach Frankreich abgesetzt, wo er angeblich noch weitere 18 Kinder zeugte. Sie hörte nie wieder etwas von ihm. Eines ihrer vier Kinder war Frieda, Marthas Mutter. Wie bei vielen Wiener JüdInnen dieser Zeit prägten ärmste Verhältnisse und ein starker jüdischer Glauben ihre Kindheit. Mit 16 Jahren verliebte sie sich jedoch in den Freund ihres Bruders, den Goi Ferry. Für Mama Feige war das eine Katastrophe, und als Frieda tatsächlich ihren nichtjüdischen Ferry heiraten wollte, brach Feige jeden Kontakt zu ihrer Tochter ab. Frieda erklärte Gitti später, warum sie sich trotzdem für den Burschen entschieden hatte: „Schau, a junger fescher

Jid hätt’ mich nicht geheiratet, weil ich so arm war. Einen alten Schirchen wollte ich nicht. Ich hab’ mir einen Mann zum Gernhaben gewünscht und deswegen deinen Vater genommen.“ Sie bekommen eine Tochter, das Lieserl, und nach der Geburt besucht sie die Großmutter ein einziges Mal – um zu überprüfen, ob das Kind eh keine Klumpfüße hat. Hatte es nicht.

D EIT UN GE NONNEN Z I Z A N HERZI M R A B UN Dass Ferry die Frieda wirklich gern hat, beweist er in den nächsten Jahren. Er wird als Chauffeur zur Wehrmacht einberufen und in Deutschland stationiert. Heimlich nimmt er Frieda und Tochter Lieserl mit und versteckt sie in einem Kloster. Leider bricht gerade dort eine Scharlach- und Diphterie-Epidemie aus und das kleine Lieserl stirbt. Frieda bricht sich kurz darauf bei einem Sturz das Bein, und weil sie deswegen nicht mehr im Kloster arbeiten kann, setzen die Nonnen die jüdische Frau, die gerade ihr Kind verloren hat und selbst in Lebensgefahr schwebt, kurzerhand vor die Tür. So barmherzig sind die Klosterschwestern.

KRIEG ICH SIE! R E D WENN ERSCHIESS' T, AUS IS Weil Ferry zudem noch versetzt werden soll, beschließt er zu desertieren. Er flieht mit Frieda zurück nach Wien, wo er sich von seiner Familie Hilfe erhofft. Doch diese Hoffnung wird enttäuscht. Die Eltern haben in der Zwischenzeit seine ganzen Habseligkeiten versoffen. Aus Angst vor seiner Rache und um ihn sich vom Leib zu halten, nennen sie ihn öffentlich einen Juden und bringen so ihn und Frieda in Lebensgefahr. „Wenn der Krieg aus ist, erschieß’ ich sie“, sagt der Vater. Das tut er zwar nicht, aber er spricht nie wieder ein Wort mit ihnen und flieht zu den jugoslawischen Partisanen. Frieda versteckt er in der Zwischenzeit in einem Lehmkeller in Atzgersdorf. In der Nacht arbeitet sie an der Kassa eines Kinos und bringt sich so durch, bis die Russen Wien befreien. Ihre Mutter und ihr Onkel Mani haben nicht so viel Glück. Beide werden in Auschwitz vergast.

N E JA EI LEN... T L T O Ä S H N ES WERDE L Z N A FR Die ehemals gertenschlanke, hübsche Frieda erkrankt durch die vielen Jahre im Untergrund und durch die fürchterliche Angst körperlich und seelisch. Ungesundes Essen und das Trauma der Shoah machen sie fettleibig. Zeit ihres Lebens ist Essen für sie nicht nur Nahrung, sondern auch Balsam für die geschundene Seele. Den Kummer verdrängt sie aber und startet nach dem Krieg ein neues Geschäft. Und durch ihr Übergewicht fällt ihr gar nicht auf, dass sie wieder schwanger ist. Am genau gleichen Tag wie ihr erstes Kind Lieserl, nur neun Jahre später, kommt Martha zur Welt. Eigentlich hat sie mit einem „Franzl“ gerechnet. Wie viele JüdInnen läuft sie gleich nach der Geburt zum katholischen Pfarrer, um das Kind sofort taufen zu lassen. Als Schutz, sollte sich die Geschichte wiederholen. Der Pfarrer fragt natürlich nach


dem Namen, den er dem Kind geben soll, doch Frieda zuckte mit den Schultern: „Ich hab’ keine Ahnung. Es hätte ja ein Franzl werden sollen.“ Den Eltern geht es nach dem Krieg bald wirtschaftlich besser. Sie handeln mit Katzenfellen, Trödel und Valuten, und die Mutter schnitzt Malerwalzen. Gitti hat eine unbeschwerte lustige Kindheit als Gassenkind.

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Frieda, Marthas Mutter vor dem Krieg

Ferry und Frieda, Marthas Eltern

Familie Rockt: Wie war die kleine Gitti? Jazz-Gitti: A Krätz’n. Bockig und stur, frech. Der einzige Mensch, vor dem ich Spundus gehabt hab’, war mein Papa. Wenn meine Mutter gesagt hat „Ich sag’s dem Papa!“, dann hab’ ich mich eingebremst. Weil der hat mich gehaut. Ja, ich hab noch Watschen gekriegt. Meine Shlomit hat ein paar Mal eine Verkehrte kriegt, wenn sie mich total genervt hat, aber da sind wir meistens beide gesessen und haben g’rehrt. Aber die hat mich manchmal narrisch gemacht.

D A WIR I VERLIERT H T R A AUS M – UND GITT TI DIE GIT MA A IHRE M Als die Familie erfährt, dass die reiche Tante Gitti in Russland auch von den Nazis umgebracht worden ist, benennen sie Martha in Gitti um. Die Tante hatte ihnen immer wieder Esspakete geschickt und ihnen so das Überleben erleichtert. Gittis Mama Frieda stirbt, als sie 13 Jahre alt ist. Der Vater macht seine Geliebte zur offiziellen Frau, und damit ändert sich Gittis Leben schlagartig. Die kleine Jazz-Gitti, 1947

hab’ nie Angst gehabt, dass die Shlomit drogenabhängig wird. Weil ich ihr nie eine heile Welt vorgespielt habe, und sie ist immer mitten im Leben gestanden. Und wenn sie hin und wieder was getrunken hat, war ihr gleich so schlecht.

TI ER GIT -GITTI D S U A ZZ DIE JA D R I W Dass Jazz-Gittis Gastrokarriere schließlich im Konkurs endet, war Fluch und Segen zugleich. Denn erst zu diesem Zeitpunkt musste die Hobbysängerin mit dem Singen Geld verdienen, um ihre Schulden zu bezahlen.

ALLEIN D IN WIEN EN ERZIEH Ihr Vater hatte inzwischen ihr Kaffeehaus verloren und besetzte mit seiner Frau und einem kleinen Buben die Eigentumswohnung, die Gitti von der Mutter geerbt hatte. Eine mittlerweile sehr viel realistischere Gitti brachte Shlomit in einem Internat unter, heuerte beim Jazz Freddy als Kellnerin an und wies den Vater an, die Wohnung zu verlassen. In dieser Zeit erwachte auch die Liebe zum Jazz, endlich führte sie ein recht stabiles Leben und hatte gleichzeitig einen Job, der ihr wirklich Freude bereitete. Später machte sie ihr eigenes Lokal auf.

Im Faschingskostüm aus Crêpe-Papier

Familie Rockt: Was für ein Verhältnis hattest du zu deinem Vater? Jazz-Gitti: Mein Vater war der beste Vater auf der Welt, so lange meine Mutter gelebt hat. Als meine Mama gestorben ist, ist ein Teil von ihm mitgestorben. Eigentlich war ich ab meinen 13. Lebensjahr allein. So lange die Mama lebt, galt in der Familie das jüdische Motto: Das Kind zuerst. Gitti wird verhätschelt und verwöhnt und lernt darüber hinaus, wie man die Leute unterhält und den Kasperl macht, aber auch, wie man seinen Willen durchsetzt. Als die Mama stirbt und der Vater mit seiner neuen Frau zusammenzieht, ist damit Schluss. Gitti muss schon als Teenager acht Stunden am Tag im Kaffeehaus, das die Mama ihnen vererbt hat, arbeiten und putzen. Der Vater und die neue Frau machen den Nachtdienst. Im Sommer fährt er nicht, wie längst versprochen, mit ihr nach Spanien und Marokko sondern mit der neuen Frau Bianca. Gitti bleibt als 14-Jährige allein in Wien zurück und hütet die Wohnung. Verärgert und verletzt distanziert sie sich zusehends von ihrem Vater. Mit 17 Jahren erbettelt sie sich schließlich ein Ticket nach Israel von ihm und fliegt zu ihren Verwandten nach Haifa. Endlich weg!

HSEN AEL C A W R E R N IN IS E D R E W In Israel heißt es: Hebräisch lernen und einen Beruf finden! Schöne gemeinschaftliche Zeiten im Kibbuz werden abgelöst von schwierigen Zeiten als Köchin, in denen sie regelmäßig das Brot anbrennen lässt, und von einer nervigen Lehrzeit bei einem Friseur.

Martha als 13-Jährige – offizielles Passfoto

Sie will ein buntes, lustiges Leben führen, singt am Wochenende mit einer Band und ist auch tüchtig, aber es fällt ihr nicht so leicht, ihren Platz im Leben zu finden. Eines Tages trifft sie auf Chak, der Mann, mit dem sie viele Jahre verheiratet sein wird und der ihr außer einigen romantischen Momenten und einem wunderbaren Kind nicht viel Gutes tut. Viele Monate umgarnt er sie, verspricht ihr, sich einen Job zu suchen, er macht ihr Geschenke und schließlich erobert er ihr Herz. Doch schon zur Hochzeit schlägt er sie zum ersten Mal. Die gemeinsame Kellerwohnung verspielt er in nur einer Nacht, und untertags kifft und trinkt er lieber als einer Lohnarbeit nachzugehen. Gitti braucht einige Jahre, bis sie sich endlich von ihm lösen kann. Er hat mehr als genügend Chancen von ihr bekommen, bis sie mit Shlomit schließlich nach Wien zurückkehrt, um endlich die Scheidung einzureichen.

Jazz Gitti: Mir hat so gegraust vor den Haaren und dieses Weibergetratsche ist mir auch am Nerv’ gegangen. Das war nicht meine Welt.

Familie Rockt: Shlomit, wie erinnerst du dich an diese Zeit? Shlomit: In den 80 ern, als meine Mama das Jazzlokal in der Seilerstätte gehabt hat, haben wir um vier Uhr zugesperrt und geputzt. Die Stammgäste sind geblieben und haben gewartet, bis wir um fünf Uhr alles fertig hatten. Dann sind wir direkt in die Lobau gefahren, an die Dechantlacke, und haben gebadet. Einige Gäste haben Kuchen mitgehabt und haben den dort verkauft, andere haben bei uns im Lokal ein paar Stunden davor einen Anzug getragen und in der Lobau sind sie nackert gesessen und haben auf der Gitarre gespielt. Das war wirklich eine tolle Zeit. Das wäre ja heute undenkbar, dass die 15-jährige Tochter im Nachtcafe von der Mama arbeitet! Shlomit: Es gab damals keine andere Möglichkeit, als dass ich ihr geholfen hätte. Das war notwendig, und zu ihrer Verteidigung muss ich auch sagen, dass ich überall unbedingt dabei sein wollte und sie so lang angejammert hab’, bis sie nachgegeben hat. Ich würde das meinen Kindern nicht durchgehen lassen und würde sie auch nicht in der Nacht arbeiten lassen, weil heute auch eine andere Zeit ist. Wie unterscheidest du dich als Mutter von deiner Mutter? Shlomit: Was mir die Mama nie mitgegeben hat, sind Grenzen. Und das hab ich mir selber beibringen müssen. Deswegen bin ich im Gegensatz zur Gitti eine strenge Mutter. Ich erlaube meinen Kindern Dinge, die andere Eltern ihren Kindern nicht erlauben würden, aber gleichzeitig bin ich strenger als andere. Ich habe versucht, ihre Fehler nicht zu wiederholen. Aber dafür mache ich wahrscheinlich andere Fehler. Hat die Shlomit beim Arbeiten Alkohol trinken dürfen? Jazz-Gitti: Die Shlomit hat nie Alkohol getrunken. Ich kann mich erinnern, ich hab vom Hansi Lang mal ein Stück Shit gekriegt und das hab ich in der Lade gehabt. In der „Shitlade“? Jazz-Gitti (lacht): Nein, ich hab’ nie Shit geraucht. Shlomit wollte mal auf eine Party gehen und hat gefragt: „Du hast da was in der Lade. Darf ich das haben?“ „Ja, nimm es“, hab ich gesagt, weil ich

Martha alias Jazz-Gitti mit der kleinen Shlomit

Jazz-Gitti und die große Shlomit, 1998

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www.wgkk.at 12

Familie Rockt: Mit dem Kellnern wäre sich das nie ausgegangen? Jazz-Gitti: Nein! Und das Singen war der Notplan! Ich hätt’ ja nie gedacht, dass man davon leben kann. Ich hab’ immer gesagt: „Singen ist nicht mein Beruf. Das mach’ ich zum Spaß.“ Dabei hätte ich mit 16 schon anfangen können. Aber das hat mich damals nicht interessiert. Ich hab’ mir eine Hetz gemacht mit meinen Förderern. Die haben schon Fotos von mir gemacht und wollten mich zum Jungstar aufbauen.

Bei der Wiener Gebietskrankenkasse sind werdende Eltern in guten Händen!

Zu diesem Zeitpunkt ist Jazz-Gitti bereits 40 Jahre alt. Sie hat nie von einer Gesangskarriere geträumt, trotzdem macht sie eine Traumkarriere. Den Traum von der funktionierenden Familie hat statt ihr Shlomit einlösen dürfen. Mit ihrem Mann hat die Sängerin drei Kinder. Gemeinsam haben sie die letzten Jahrzehnte in Luxemburg gelebt und dort ein Kulturcafé betrieben. Im Moment übersiedeln sie wieder nach Österreich. Shlomit will wieder mehr singen und ihr Mann wird sie managen.

Auszugsweise finden Sie hier die Angebote der Gesundheitseinrichtungen der WGKK für junge Familien:

Familie Rockt: Gitti, wie findest du die heutige Jazzszene? Jazz-Gitti: Ich bin nicht mehr viel unterwegs, ich war mal im Porgy, aber da war’s eher auf konzertant. Bei mir im Jazzheurigen war immer Stimmung. Da war die Hölle los! Bei uns hat die ganze Hütt’n gegroovt. Die Shlomit hat auch immer mitgesungen und ein Gast hat dann mal gesagt, die soll auf’s Konservatorium gehen. Das hat sie gemacht und wurde prompt genommen. Da habe ich gesehen, was aus einer Stimme werden kann, wenn man eine Ausbildung bekommt! Shlomit, wolltest du schon immer drei Kinder haben? Shlomit: Mir haben sie gesagt, ich kann keine Kinder kriegen. Dann waren wir schwanger mit Zwillingen, die leider gestorben sind. Also hab’ ich mich anderen Dingen gewidmet und plötzlich war ich trotzdem schwanger. Ich hab’ also meine Kinder spät gekriegt und ich spür’ das körperlich total. Ich hab gleich zwei Monate nach dem Abstillen meine Menopause bekommen. Ich hab’ eigentlich viel Energie, aber trotzdem, das Hinterherlaufen ist schon anstrengend. Aber ich liebe sie auch so unglaublich stark! Gitti, du warst Alleinerzieherin. Wie wichtig ist ein Vater für ein Kind? Jazz-Gitti: Wenn er ein guter Vater ist, ist er dabei. Wenn er kein guter Vater ist, ist er nicht dabei. Das war mir klar. Ich hätt’ mein Kind kein Deka hergeben. Shlomit: Meine Mutter spricht immer über mich, als ob ich noch 15 Jahre alt wäre. Das wird wahrscheinlich immer so bleiben :-) Gitti, hättest du dir vorstellen können, ein zweites oder drittes Kind zu bekommen? Jazz-Gitti: Nein. Ich war damals sehr jung. Ich habe die Shlomit mit 19 Jahren bekommen, hatte keinen Beruf, war in einem fremden Land und ich habe gewusst: Ich will auch noch leben. Und ich hätte es nicht ausgehalten, wenn die Shlomit gesagt hätt’, sie will ein Eis, und ich hätte kein Geld dafür gehabt. Wir verbringen den Vormittag mit der Familie, befragen und fotografieren sie. Am Ende sitze ich Jazz-Gitti gegenüber und habe keine Fragen mehr. Ich stehe trotzdem nicht auf und ich denk’ mir auch keine weiteren Fragen aus, um sitzen bleiben zu können, sondern ich bleib’ einfach sitzen und wir ruhen unsere Seelen aus – wortlos heiter und ohne gegenseitige Erwartungen. Sonderbare schöne Stimmung. Sich anschauen und gleichzeitig in sich gehen und dabei lächeln. Ich glaub, so hab’ ich mich noch nie im Beisein eines anderen Menschen gefühlt. • Interview: Patrice Fuchs Fotos: Elsa Mährenbach

Hanusch-Krankenhaus der WGKK  Geburtsvorbereitungskurs für Paare und Singles  Schwangerengymnastik  Hebammen-Sprechstunden  ambulante Geburt  anonyme Geburt  Stillinformation vor der Geburt  Stillgruppe nach der Geburt  Beckenboden- und Rückbildungsgymnastik GT Palme? GEFRA bringt dich auf die Z R U K Was . d Lügen ie Rockt:

Famil iten un n? t! : Blödhe der lüge e Lüge is Jazz-Gitti man, wenn Kin ss es ein a d , iß t e ch nw Was ma dass ma t ihnen, g a s ? n F a R M rO rankt de Woran k nt! e m No com nicht. ? ein sein nicht ok t is s a k – gem W o t is n führe Schmäh r Wein? e d o Bier o. Prosecc roge? D te s e B ed. aturston Ich bin n eise? ssp Liebling , i. z it h gehört n h Sc ie es sic w ? o d tt n o u , m rt Lebens ich gehö wie es s Ich bin, e ich! bestimm

Wenn ihr noch tiefer in Jazz-Gittis Leben eintauchen wollt, können wir euch ihre Biographie sehr ans Wiener Herz legen!

Gynäkologische Ambulanzen der WGKK  Schwangerenbetreuung inkl. Ultraschalluntersuchungen  Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen  Aufklärung und Beratung bei Kinderwunsch Kinderambulanz im Gesundheitszentrum Wien-Nord  breite Basisversorgung  Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen  Impfberatung und Impfungen  ambulante Durchuntersuchung  Operationsfreigaben  Betreuung von übergewichtigen Kindern

Mehr Informationen über die Angebote der WGKK und die Öffnungszeiten der Ambulanzen finden Sie unter www.wgkk.at

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Geboren in Toronto und aufgewachsen in Kärnten. Jeden Sonntag in die Kirche gehen und ein rigider Blick aufs Leben bestimmten die Kindheit von Nicole Field. Mit 23 Jahren wohnte sie plötzlich in Simbabwe und hatte vier Kinder.

Was aufbauen im Leben

In Simbabwe lebten sie vor allem von seiner Kunst. Tapfuma Gutsa ist einer der berühmtesten Bildhauer seines Landes. Nicole fing auch an mit Hammer und Meißel zu arbeiten und sie macht das bis heute. Aber bald wollten sie sich ein weiteres Standbein schafSie wollte eigentlich nur Urlaub machen und sich Afrika ansehen. fen und gründeten ein paar Kilometer weiter in den Bergen ein Österreich ging ihr furchtbar am Nerv. Die Bürokratie und auch die Kulturzentrum. Sie nannten es Surprice Art Center. Es gab eine Stimmung. Sie war gleich „geflasht“, als sie ankam. Hier befassten Rieseneröffnung mit viel Öffentlichkeit und BesucherInnen und sich die Menschen nicht mit Statussymbolen. Das Leben war ein- das Center wurde bald zu einem Ort der Begegnung. Sie stellten facher und gleichzeitig herzlicher. Doch nach wenigen Wochen afrikanische KünstlerInnen aus und sowohl örtliche BewohnerInnen musste sie zurück nach Wien fliegen. Bei diesem Aufenthalt lernte als auch internationale Gäste kamen und gingen. sie bereits ihren späteren Mann, Tapfuma Gutsa, kennen. Einen Es musste bald ein neues und größeres Haus gebaut werden. der bekanntesten simbabwischen Bildhauer. Sie ließen am Staudamm hunderte Lehmziegel formen, die danach „Ich hab mich in das Land verliebt und ich hab mich auch in kreisförmig und mit viel Abstand in der Form einer Grotte gestapelt dem Land verliebt.“ wurden. In der Mitte wurde dann ein Feuer angezündet, das einige Das Licht, das Tempo, die Wärme und die Menschen hatten sie Tage vor sich hin brannte. Danach waren die Lehmziegel hart bereits infiltriert. Es war ihr unmöglich in Österreich weiterzuleben. genug, dass sie zum Hausbauen verwendet werden konnten. Auch Also packte sie ihre Sachen und kehrte zurück nach Simbabwe. ein Gästehaus kam bald dazu. Das Kulturzentrum hatte eine kleine Tapfuma und Nicole wurden ein Paar, heirateten sehr bald darauf Bar und ein Geschäft, in dem man Lebensmittel kaufen konnte. und kauften sich ein Steinhaus in den Bergen. 1800 Meter Höhe, Hinter dem Kulturzentrum lag ein Feld auf dem sie Gemüse an10 Minuten von einem kleinen Dorf entfernt, das entstanden ist, bauten, welches sie im Laden verkauften. weil es in der Nähe ein Bergwerk gegeben hat. Von ihrer Schwiegermutter wurde sie gleich eingeladen, das Nicole: Es war alles sehr provinziell. Wir wollten wirklich Kunst zu „Wasserritual“ durchzuführen. Dieses Ritual machen alle Schwieger- den Menschen bringen. Wir eröffneten einen Skulpturengarten mit töchter. Nicole musste früh aufstehen, den Hof kehren, Wasser lebensgroßen Drahtskulpturen, neben denen sich müde Reisende wärmen und den ganzen Tag Verwandten empfangen. Jedem Gast auf dem Rasen oft erholten. Wir haben für die DorfbewohnerInnen gab sie ein wenig Wasser zum symbolischen Reinigen und im Gegen- auch einen Brunnen gegraben. Wir haben ihnen also nicht nur zug bekam sie ein wenig Geld oder ein Geschenk. Es kamen alle Kunst sondern auch Wasser gebracht. Verwandten, die sie noch nicht kannten. Manche pflanzten sie ein wenig, wollten sie „begutachten“ und hatten einen rechten Spaß Familiengründung Teil 2 dabei. Wenn einer der Gäste später einmal verstirbt, darf die Schwieger- Mit 28 Jahren bekam sie ihr erstes eigenes Kind. Uma nannte sie tochter dessen Grab mit Wasser zuschütten, wodurch die Erde zu das Mädchen und zur Geburt flog sie heim nach Klagenfurt. Am Lehm wird und das Grab „verschließt“. Nach dem Wasserritual Standesamt wollte man den Namen Uma erst nicht anerkennen. wurde sie als Teil der Familie aufgenommen. Das sei ein türkischer Männername, hieß es. Sie musste erst eine Genehmigung der simbabwischen Botschaft vorlegen. Die hatten Von der Studentin zur Großfamilien-Mama aber um Weihnachten herum nicht offen. Am Ende klappte es schließlich. Kaum war sie in Österreich angekommen, hatte sie Kurze Zeit später kam Tendai, Tapfuma’s 4j-ähriger Neffe, zu ihnen. also wieder einmal Stress mit der Bürokratie. Tapfumas Schwägerin konnte nicht für ihn sorgen und es ist in Danach flog sie wieder zurück. Uma war mit Abstand das jüngste Simbabwe üblich, dass die Kinder in solchen Fällen eher bei der Kind im Haus und wurde von der ganzen Familie verwöhnt und wie Familie des Vaters aufwachsen bzw. bei jenem Familienmitglied, das eine Prinzessin behandelt. Dabei ist es in Zimbabwe nicht üblich die Schulausbildung bezahlen kann. Wenig später zogen auch Ari die Kinder zu verwöhnen. Der Erziehungsstil ist eher streng und und Farai, seine zwei leiblichen Kinder, zu ihnen in das Steinhaus alle Kinder müssen im Haushalt und am Feld mithelfen. Schon in Shurugwi. Sie waren damals 5 und 3 Jahre alt. Kurz darauf kam 4-Jährige sind am Mithelfen interessiert, waschen ab, räumen auf noch Samantha, Tapfuma’s Nichte, damals 6jährig, zu ihnen. Somit und 10-jährige passen auf die kleineren Kinder auf. lebten sie plötzlich in einem 6-Personen Haushalt. Nicole: Man fragt dort die Kinder nicht ständig, was sie zu essen Nicole: Ich habe überhaupt nicht gewusst, wie man ein Kind wünschen oder wohin sie gehen möchten, auch weil sie sich immer wäscht oder so. Auch das Haus haben wir ganz rasch für die Kinder frei bewegen können, SpielpartnerInnen haben und sich auch ausgestattet: Betten, Gewand, Schule, Kindergartenbedarf. Also, nicht so auf die Eltern fixieren. Mal passen die einen auf, mal die ich wusste nur aus meiner eigenen Kindheit, was man so tut. Aber NachbarnInnen, mal passen sie auf sich selbst auf. Die Mutter ist dazwischen habe ich nie babygesittet oder andere Erfahrungen mit nicht für alles alleine zuständig und ist auch nicht die einzige die Kindern gesammelt. Ich habe alles zuerst von Tapfuma, dann von die Kinder zum Beispiel niederlegen oder trösten kann. anderen Frauen und Müttern gelernt.

Zimbabwe leidet

Nicole ist heute 46 Jahre alt, und sogar Kate Moss würde grün vor Neid, wenn sie sehen würde, wie man schön altert. Ihr Gesicht strahlt Anfang 2000 sollte mit der Idylle Schluss sein. Die internationale eine Gelassenheit aus, eine Zufriedenheit. Sie wirkt ein wenig Gemeinschaft beschloss Sanktionen gegen den simbabwischen schwebend und gleichzeitig sehr realistisch. Präsidenten Mugabe. Der vormalige Vorzeige-Politiker enteignete


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Die Rezepte für die leckeren afrikanischen Speisen findest du ab Seite 32!

einen Neuanfang in Österreich einstellen. Mit frisch geborenem Kind im Tragetuch und einem Volksschulkind an der Hand machte sie sich auf Wohnungs- und Jobsuche. Tapfuma sollte nicht Teil ihres neuen Lebensabschnitts werden. Die Ehe lief nach vielen schönen Jahren nicht mehr gut. Die beiden trennten sich und Nicole belastete diese Situation insgesamt sehr. Aber die Rückkehr war nicht nur unangenehm. Sie bekamen bald eine kleine Gemeindewohnung und auch finanzielle Unterstützung vom Staat. Nicole und ihre Tochter Jua

die weißen Großgrundbesitzer, die 70 % der Landwirtschaftsflächen in Zimbabwe besaßen und sich bereits seit 20 Jahren weigerten, ihre Ländereien zurückzugeben, wie es nach Ende des Befreiungskrieges mit dem Commonwealth ausverhandelt worden war. Die vertriebenen Landlords zerstörten vor ihrer Flucht noch alle Bewässerungsanlagen und Traktoren. Leider übergab Mugabe die Ländereien danach nicht, wie versprochen, der armen Landbevölkerung sondern einflussreichen politischen Freunden. Das Embargo sollte die Lebensqualität der ZimbabwinesInnen bald schmerzvoll verschlechtern. Einen positiven Effekt auf Mugabes Politik hatten die Sanktionen aber trotzdem nicht. Er ging mit Waffen gegen seine politischen Gegner vor, ließ homosexuelle Männer einsperren und fälschte Wahlergebnisse. Die Bevölkerung stand und steht zu einem Großteil trotzdem hinter ihrem Präsidenten, der einst das Land von der Kolonialmacht befreit und wichtige bildungspolitische Maßnahmen gesetzt hatte. Bald wurden die Regale in den Supermärkten immer leerer und wer ein paar Liter Benzin ergattern konnte, musste von Glück reden. Nicole war mittlerweile wieder schwanger. Aber wie sollte sie ohne Benzin rechtzeitig ins Spital kommen? Für Nicole und Tapfuma wurde das praktische Leben in Zimbabwe fast unmöglich.

Ungeplante Rückkehr 2003 fuhr Nicole mit Uma nach Wien um ihre Schwester Jua auf die Welt zu bringen. Eigentlich war geplant, dass sie ein paar Monate später wieder zurückkehren sollten, aber einmal angekommen stellte sie sich der Realität. Wie sollten die Töchter in die Schule gehen können, wenn sie kaum Benzin genug hatten, um ins nächste Dorf zu kommen? Wie sollten sie das Zentrum erhalten, wenn keine internationalen Gäste mehr kommen wollten? Es wurde immer klarer, dass an eine Rückkehr eigentlich nicht zu denken war. Sie hatte alle ihre Sachen dort gelassen aber musste sich trotzdem auf

Nicole: Ich musste erst lange weg sein um das Leben hier wieder zu schätzen. Und wahrscheinlich musste ich auch erst drastisch von meiner Familie Abstand nehmen, um wieder mit ihr zusammenzufinden. Ihr Vater hatte wenig Verständnis für ihr Leben in Afrika gezeigt. Während die Mama sie in Simbabwe besuchte, hatte er große Schwierigkeiten zu akzeptieren, dass sie mit einem Schwarzen verheiratet war. Nicole: Aber als er das erste Mal seine Enkeltochter gesehen hat, hat er sofort mit ihr geplaudert. Ich hab ihn so dazu gebracht, sich mit anderen Kulturen auseinanderzusetzen. In Afrika wurde sie wegen ihrer Hautfarbe nie diskriminiert, obwohl die schwarze Bevölkerung von weißen Kolonialisten ausgebeutet worden war. Kleine Kinder kamen oft begeistert angelaufen, wenn sie in ein Dorf kam und wollten sie angreifen und bestaunen. Die Familie ihres Mannes hat sie warm empfangen – nur von wenigen Familienmitgliedern kamen vereinzelt skeptische Meldungen.

Glücklich im Gemeindebau Nicole lebt heute in einem sehr netten Gemeindebau – umgeben von Kunst und afrikanischen Nippes. Wenn es draußen warm ist, sitzen sie immer auf dem Balkon. Gekocht wird oft afrikanisches Sadza und es werden regelmäßig Freunde eingeladen. Aber es hat fast 10 Jahre gebraucht, bis sie sich richtig eingelebt hat. Mittlerweile geht es ihrer Mutter in Kärnten altersbedingt nicht so gut und sie ist in den letzten Monaten viel gependelt und hat dafür gesorgt, dass sie eine Heimhilfe bekommt. Die Mama ist ein wichtiger Mensch in ihrem Leben und auch ein wichtiger Grund dafür, hier zu bleiben. Ein anderer Grund ist die Schulbildung ihrer Tochter Jua. Uma ist heute 18 Jahre alt und ist bereits ausgezogen. Sie arbeitet als Kulturmanagerin.

Vor drei Jahren ist sie mit den Kindern wieder nach Simbabwe gereist. Das Kulturzentrum steht noch, aber es ist recht heruntergekommen. Ihre Familie versucht das Geschäft und die Bar notdürftig weiterzuführen. In der Gegend haben sich junge Goldgräber angesiedelt. Nicole: Das sind richtige Wild Cats. Die graben 4-5 Meter lange Tunnel in die Berge und suchen nach Gold. Manchmal stürzen die Tunnel ein und begraben die Männer. Manchmal finden sie Gold und haben plötzlich ganz viel Geld und geben das dann auch gerne für Alkohol in unserer Bar aus. Manche randalieren dann auch. Das kann unangenehm werden. Ich habe eigentlich immer gesagt, dass ich nichts mit Alkohol machen möchte. Als sie dort zu Besuch war, hat sie in ihrem alten Zuhause ihr Zimmer und ihr Haus ausgemistet. Sie hat alles rausgeworfen und ein großes Feuer gemacht und das meiste von ihr über die 13 Jahre Angesammelte verbrannt. Aber insgesamt bräuchte es einige tausende Dollar um das Haus wieder in Schuss zu bringen. Tapfuma ist nicht mehr dorthin zurückgekehrt. Im Moment wird ihr gemeinsames Steinhaus von der Familie vermietet. In ein paar Jahren wird sie vielleicht wieder zurückkehren. Zumindest zeitweise. Simbabwe ist heute wieder wirtschaftlich stabiler. Nicole würde sich wünschen wieder eine Brücke zwischen den Kulturen schlagen zu können. God bless Austria! •

Patrice Fuchs


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G A M H A R A S R E D N I K E N I KE Daheim

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Die deutsche J mag keinen Reggae und keinen Prosecco. M mag keine Indiskretionen. U mag kein fettes Fleisch mit Flachsen. Die Frau Lehra mag keine Trauben. L mag keine unehrlichen Menschen und M keinen Käse. Der böse Wolf Gerhard mag kein Schnitzel, die schöne A mag keinen stressigen Pop Punk und keinen Bärlauch. Ihre Kinder mögen keinen Jolly Roger und wenn ihnen wer weh tut. Flo mag nicht im Kindergarten Geburtstag feiern und Joe mag keinen kalten Kakao. T mag kein Bier, Baby B mag nicht ihr eigenes Bett. C mag keine Menschen die mit 35 km/h vor ihm auf der Straße dahinzuckeln. Ich mag keine Freitagtaschen und unaufgeräumte Wohnungen. D mag nicht wenn sich jemand nach dem Händewaschen die Hände nicht gescheit abtrocknet. Das große Kind mag hier nicht übermäßig vorkommen. L mag keine Hunde. Das mittlere Kind mag keine Polenta. P mag keine Theaterinszinierungen, die sich zu ernst nehmen. Die Wiener J mag keine vollen UBahnen und Sarah Kuttner mag keine Kinder. „Sarah wer?“, fragt die deutsche J. „Ist das nicht diese Köchin“? „J, du Herzerl, die Köchin ist die Wiener, die Kuttner ist eine…“ und dann erklär ich ein bissi und dann sagt die J: „Ah, so wie die Roche nur ohne Sex. Interessiert mich nicht so. Aber sag halt, was ist denn mit der?“ Sarah K. mag keine Kinder, sie hat das in einer ihrer Talkshows erzählt und bekommt darauf hin Ganzseiter in Magazinen und jede Menge Reaktion. „Was für ein Blödsinn“, sagt die deutsche J, „das ist ja so, als ob ich sagen würde, ich mag keine Haut, ich mag kein Wasser und Umwelt mag ich auch nicht“. Genau J, du hast es kapiert! Denn Kinder in der selben Kategorie zu denken wie eine Fernsehserie oder eine Popband ist zart daneben.

Kinder, und das hat nichts damit zu tun, ob ich selber Kinder habe oder nicht, gehören anders gedacht. Kinder sind! Und sie sind weil sie eben noch Kinder sind, auch noch mit besonderer Sorgfalt zu bedenken. Sie gehören beschützt und es gehört ihnen hier auf der Welt ein guter Ort zu Verfügung gestellt. Weil sie Kinder sind, weil sie das noch nicht selber können und wir für sie verantwortlich sind. Als Gesellschaft, als die Erwachsenen hier. Ganz bestimmt sind sie nicht dazu da, mit unseren persönlichen Befindlichkeiten über sie, für ein bisschen Quote und Haha schau was ich mich trau, zu sorgen – Jahö, aber manchmal nerven die doch, diese Gören oder nicht? Natürlich, eh, dürfen und sollen sie auch. Aber, ich glaub was dich nervt sind eher die Eltern, die gerade noch Augen für sich und dich hatten und auf einmal sind da diiiiesäää Kiindaaaa! Keine Bange, in zwei Jahren ist schon wieder alles ein bisschen anders. Und bis dahin, und auch damit dieser

Mother Mable ist 35, ihre Kinder 17, 6 und 5, ihre Beziehung 9. Sie hat 1 Lohnarbeit, 1 Haushalt, 1 Großfamilie, viele Freundinnen, viel Alltag, steht auf Feminismus und Champagner = 1 Blog:

Text hier fröhlich endet überlegen wir uns was wir richtig gut finden, und zwar von den Dingen, die dafür zur Debatte stehen. So wie: P mag schlanke Inszenierungen und 12-seitge Rickenbacker Gitarren, T mag gute Schokolade und Baby B mag Frösche. C mag Fußball, hohe Absätze und den Nordseestrand. Ich mag Bücher über das Fin de siecle und meine neue Bluse. Die Wiener J mag es ihre eigene Chefin zu sein und die F mag die kleine Hexe. D mag die Stille und Skifahren. U mag Shopping Queen und Prosecco. Die deutsche J mag sich nach dem Baden auf einem warmen Stein von der Sonne trocknen lassen und Champagner. M mag vorm Einschlafen den Bauch gestreichelt bekommen. Der bösen Wolf Gerhard mag Concita Wurst und A mag ihre neuen karamellfarbenen Ballerinas mit vorne schön Spitz. Joe mag seinen Spielzeuggriller und fast alle kleinen Mädchen mögen, ein bisschen zum Leidwesen ihrer eltern, Elsa die Eiskönigin (und auch so eine Frisur haben wie sie).

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nyhütche

von Po kolumne

Mama

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Allegra! Du Holde, Schönste, Beste! Steh ich nämlich in Berlin und schau mich ratlos in dem versifften Kiosk am Bahnhof um, um dort ausgerechnet SIE zu entdecken, das Printflaggschiff meiner Teenietage, das Magazin mit Wortwitz und Charme und überhaupt. Es war, als wär ich einer alten Freundin unverhofft wieder begegnet und die Berliner Kioskdame, der ich meine wiederauferstandene Kumpanin Allegra vorgestellt habe, meinte: „Wenn Sie sich freuen, freu ich mich auch.“ Genau. Jedenfalls ist sie auch erwachsen geworden, die A., weil gleich in der Premierenausgabe ein großes Dossier rund um die Kinderfrage kommt: Darf man Kinder nervig finden? Darf man keine haben wollen? Und: Eine Kolumne trifft mich so richtig an einem wunden Punkt: Alina Bronsky, Schriftstellerin, vier Kinder und eine meiner deutschen Lieblingsstimmen, sagt, das Angebot über Kinder zu schreiben hat sie richtig verschnupft reagieren lassen. Weil: Man stelle sich den Imageschaden vor! (Bitte, die Frau ist Chefsatirikerin, gell. Also die ist durchaus mit Augenzwinkern zu nehmen.)

Jedenfalls hält sie ihre Kinder penibel aus ihrem Schriftstellerinnenjobleben raus und der Tag, an dem eine Frau ins Berufsleben zurückkehrt, teile ihr Leben unwiderbringlich in zwei Teile. Weil frau im Büro niemals nicht über die Kinder spricht. Kurz musste ich überlegen, ob das stimmt. Nur kurz. Weil ja, sapperlot, es stimmt sogar auf verstörende Art und Weise! In einer Berufswelt, in der Erreichbarkeit zeitweise die alles ausschlaggebende Währung zu sein scheint, gilt es, nicht früher zu gehen, weil das Kind zum Arzt muss. Macht es keinen schlanken Fuß, nicht unbegrenzt Überstunden schieben zu können, weil Präsenz nach wie vor überbewertet wird. Undsoweiterundsofort, ich muss all die Seltsamkeiten, die die moderne Berufstätige im Soziotop Büro so erlebt, nicht umfassend schildern. Das beschäftigt mich jedenfalls, weil das mit der Erreichbarkeit so eine Sache ist. Mühsam habe ich mir abtrainiert, wie der Pawlow’sche Hund auf jedes Mail, jede SMS reflexhaft zurück zu schießen, weil ich gelernt hab’, alles gleichzeitig, Kind und

Beruf, macht null Sinn. Und jetzt holt mich eben diese mühsam antrainierte Fähigkeit wieder ein, auch mal lockerzulassen und mich weniger darüber zu definieren, ob ich auch um Mitternacht noch lässig bin und mich unverzichtbar fühle, wenn ich ein – selbstredend völlig unwichtiges – Jobmail verschicke. Der nächste Tag ist nämlich auch immer noch sehr ok. Und das bringt mich um den Schlaf, weil genau dieses Ding aktuell kritisiert wird von einer Kollegin und ich mit einigen unschönen Wahrheiten konfrontiert bin. Nein, ich kann mit Kind nicht weiterarbeiten wie bisher, unbegrenzt Energie in den Job stecken und das gut finden. Nein, ich muss nicht fast jederzeit erreichbar sein (Wer hat die blöde Prämisse eigentlich aufgestellt, dass das so sein muss im Medienbetrieb? Ich nicht und auch niemand Intelligenter, den ich kenne, verlangt das – reiner vorauseilender Gehorsam!) Und ja, verdammt, gebt mir noch ein bisschen Zeit, aber irgendwann kann ich dazu stehen, dass das eben (auch) daran liegt, dass ich Mutter bin! » familierockt.com/ponyhuetchen

Grünzeug von Sagaform Häferl € 15,90 Becher € 17,90 Schale € 15,90 Kerzenständer € 21,90


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Wir leben in einer sehr liberalen Gesellschaft – denken wir zumindest. Aber was ist, wenn unsere eigene Tochter auf Frauen steht oder unser Sohn eines Tages seinen neuen Freund vorstellt? Die meisten würden zumindest kurz einmal innehalten und darüber nachdenken, inwiefern sich unser Leben nun verändert. Manche von uns würden sicher auch Ängste entwickeln. Wird mein Kind diskriminiert werden? Werde ich diskriminiert werden? Was habe ich falsch gemacht? Johannes Wahala ist Sexualtherapeut und Leiter der Beratungsstelle Courage. Er berät nicht nur Menschen, die Probleme mit ihrem Coming Out haben, sondern bietet auch Gruppentherapien für Eltern an. Wenn sich die Kinder outen, empfinden viele Eltern Schuldgefühle und Enttäuschung. Was wird aus der kirchlichen Hochzeit? Wird mein Kind glücklich werden? Man sucht „Fehler“, die man in der Erziehung gemacht haben könnte. In den Gruppensitzungen sehen die Eltern, dass sie nicht allein sind und erfahren, dass alles halb so wild ist. Johannes Wahala: Wenn Eltern auf unsere Website gehen, sehen sie gleich einmal unsere UnterstützerInnen. Beispielsweise den Bundespräsidenten und viele andere prominente Personen. Das beruhigt sie gleich ein wenig.

Sodomie und Kerker Homosexualität war nicht immer so geächtet wie im vorigen Jahrhundert. Im Mittelalter war gleichgeschlechtliche Liebe zwar von der Kirche als Sünde eingestuft, aber gelebt wurde sie trotzdem. Mit der Neuzeit wurde sie dann pathologisiert, und dadurch auch kriminalisiert. Homosexualität lief damals unter dem Begriff „Sodomie“. Unter Maria Theresia stand darauf noch die Todesstrafe. Bis in die 1970 er hinein galt in Österreich das Totalverbot. Die sexuelle Beziehungen zwischen Frauen und zwischen Männern galt als „Unzucht wider die Natur mit Personen desselben Geschlechts“. Sie war verboten und wurde mit schwerem Kerker von einem bis zu fünf Jahren bestraft. Das Denunziantentum war nicht gering, vor allem nach dem Naziregime. Das heißt, es war nicht möglich, in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung zu leben.

und das musste für meine Mutter eine noch größere Enttäuschung sein, weil sie ja dann keine Enkelkinder bekommen würde. Wie ich mich dann endlich geoutet habe, hat sie gesagt: „Das habe ich mir schon gedacht. Und das ist auch völlig ok und ich steh zu dir. Und wenn irgendjemand in der Familie was dagegen sagt, dann kriegt er es mit mir zu tun.“ Da muss ja eine ungeheure Last von Ihnen gefallen sein. Johannes Wahala: Ja, da hab ich mich gefragt, warum ich das jahrelang mit mir herumgetragen habe.

„Ich schmeiß‘ mich auf die Gleise“ Unter Kreisky wurde das Totalverbot aufgehoben, aber er musste Zugeständnisse machen. Wie in Russland heute durfte nicht für Homosexualität geworben werden, und es durften keine Vereine gegründet werden. Die lesbische Sexualität wurde jedoch nicht wirklich beachtet, denn: Was können die schon machen? Sich ein wenig streicheln? Ihnen fehlt ja das wichtigste: Der Penis, mit dem man stoßen kann. So sah man das in der patriarchalen Welt von damals. Das ungleiche Schutzalter wurde erst 2002 abgeschafft. Vorher war es möglich, dass ein 16-jähriger sich in einen 17-Jährigen verliebte und sie eine legale Beziehung eingingen. Wenn der 17-Jährige aber 18 wurde, konnte er plötzlich im Gefängnis landen. Homosexualität war immer noch ein Tabuthema, und viele Menschen schlugen sich mit Selbstmordgedanken herum. Johannes Wahala: Ich kann mich noch erinnern, wie mich damals ein Kärntner Politiker angerufen hat und gesagt hat: „Ich steh da jetzt und die letzte Hoffnung sind Sie, weil eigentlich will ich mich vor die Gleise schmeißen.“ Und ich habe ihn gefragt: „Wann fährt der nächste Zug nach Wien? Steigen Sie ein. Ich warte auf Sie.“ Das war damals aber kein Extrembeispiel.

Homosexualität goes Mainstream

Menschen, die in einer Ausgrenzungssituation leben, werden kreativ. In Berlin der 1920 er Jahre gab es eine rege Subkultur, die natürlich eine große Faszination auf alle ausübte. Auch in der Nachkriegszeit musste man noch sehr erfinderisch sein. In New York blühte in den 1970 ern die Diskokultur wegen der Johannes Wahala: Ich bin bei den Schulbrüdern in die Schule getanzwütigen Schwulenszene erst so richtig auf. gangen. Damals wurde auch die Dreifaltigkeit auf die Tafel gemalt In Wien schafften es die Schwulen, den Rathauspark zu einer der und mitten drin: das Auge Gottes. Gott sieht alles. Also wenn ich größten Cruising-Areas (wo Männer andere Männer treffen um daheim im Bett gelegen bin und mich selbst befriedigt habe, habe anonymen, schnellen Sex haben können) umzuwandeln. Mit der ich gewusst: Es nutzt nichts. Ich kann es nicht verbergen. Gott sieht Zeit galt aber das Motto: Raus aus den Logen! Weg von den alles und ich hab mich schlecht gefühlt. Ich habe in den Zeitungen Cruising-Plätzen! Die hat es zwar weiterhin gegeben, aber es wurden Überschriften gelesen, wie: „Mord im Homosexuellenmilieu“. Aber immer mehr Lokale aufgesperrt, die keine Türklingel mehr hatten. nie hat man gelesen: „Mord im Heterosexuellenmilieu“ Überall ist Dann kam die Proud-Bewegung und der Berliner Bürgermeister einem die Ablehnung entgegen geschossen. Irgendwann hab ich sagte offen: „Ich bin schwul und das ist gut so.“ im Pfarrverein mitgehört, wie jemand gesagt hat: „Dort oben am Schweglermarkt, da treffen sich die Warmen.“ Dort bin ich dann Johannes Wahala: Und heute sage ich oft: Schwul sein ist nichts hingegangen und hab gemerkt: Die treffen sich auf der Loge – Besonderes mehr. Und das tut sicher auch ein bisschen weh. Man also am Häusl. Das war für mich nicht leicht zu nehmen. Es hat ist ja stolz auf seine Kultur. mich eine große Überwindung gekostet, dort hineinzugehen. Blut schwitzend und alle Tode sterbend. Das war einfach ekelig. Während die Lesbenbewegung durch die Queer-Bewegung in den Familie Rockt: Und wie schafften Sie schließlich das Coming Out? letzten Jahren endlich sichtbarer wurde, hat sich die SchwulenJohannes Wahala: Mein Vater ist sehr früh gestorben. Er war Mode- kultur ins Netz zurückgezogen. Die Queer-Theorie geht davon aus, schöpfer und hat viele schwule Freunde gehabt. Den Adlmüller dass unsere sexuellen Identitäten sehr unterschiedlich sein können zum Beispiel. Trotzdem habe ich es dann lange Zeit mit mir herum- und dürfen – schwul, lesbisch, trans, halbschwul, halbhetero usw. getragen, und es war unmöglich, mit jemanden darüber zu reden. Da die Queer-Theorie aber auch einen politischen und emanzipaFür mich war das eine große Bürde, weil ich das einzige Kind war, torischen Anspruch hat, spielten Lesben eine starke Rolle und


Transidente Kinder

gewannen damit an Selbstvertrauen. In Wien fanden die ersten regelmäßig stattfindenden großen Lesben-Clubbings statt, die bis heute zu den erfolgreichsten Veranstaltungen der Club-Branche gehören, obwohl so gut wie keine Medien über sie berichten.

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So verschieben sich die Diskussionsschwerpunkte. Heute kommen weit weniger verzweifelte Eltern zu Wahala, die nicht wissen, wie sie mit ihrer Enttäuschung über ihr geoutetes Kind umgehen sollen. Sie haben andere Fragen.

Sex im Netz

Johannes Wahala: Viele sagen: „Ich habe da eine Ahnung. Mein Sohn oder meine Tochter könnte vielleicht homosexuell sein. Mir geht es nicht darum, ob ich was falsch gemacht habe, sondern wie ich in der weiteren Entwicklung meines Kindes ein hilfreicher Elternteil sein kann und brauche daher mehr Information.“

Der Großteil der homosexuellen Männer geht heute nicht extra in Schwulenbars, um Dates zu haben. Schon gar nicht auf CruisingPlätze. Sie kommunizieren über’s Netz. Wer im Netz ein Date sucht, kann über GPS sehen, wo sich der nächste schwule und sexinteressierte Mann befindet. Die Chance, am selben Tag noch ein Sex-Date zu bekommen, ist eigentlich 100 %. Meistens gingen sich auch mehrere aus. Auch heterosexuelle Menschen finden im Netz eine ungeheure Fülle an sexuellen Möglichkeiten. Mehr als jemals im Schlafzimmer zweier Menschen Platz hätte. Johannes Wahala: Das Interessante ist für mich: Die Sexualität bei Heterosexuellen wird vor allem in der Beziehung ausgelebt. 95 % aller Menschen streben eine feste Zweierbeziehung an – auch die Homosexuellen. Bei Heterosexuellen wird aber auch in den Singlephasen relativ wenig Sex konsumiert. Die homosexuellen Männer leben ihre Sexualität in den Singlephasen weit mehr aus. Männern wird grundsätzlich mehr zugestanden, durch Sex Spannungen abzubauen etc. wenn sie Single sind. Dass homosexuelle Männer das deutlich mehr tun als Heterosexuelle, dies hat auch geschichtliche Gründe. Sie sind es immer gewohnt gewesen, flüchtig, schnell und anonym Sex zu haben. Aber vielleicht ändert sich das noch. Es gibt Männer, die sagen: „Wenn ich weiterhin so häufig anonymen Sex habe, verlerne ich es noch, eine tragende Zweierbeziehung zu führen und nach dem Sex breitet sich eine Leere aus, die wieder mit neuem Sex gefüllt werden muss.“

WARUM EMPFINDET JEMAND SICH ALS SEXUELL GLEICHGESCHLECHTLICH? Früher ging man davon aus, dass Homosexualität genetisch sei. Viele halten bis heute daran fest – nicht zuletzt, weil es jede „Schuld“ ausschließt. Das ist nachvollziehbar, aber die Gesellschaft muss in der Lage sein, einen grundsätzlich akzeptierenden Umgang mit Menschen unterschiedlichster sexueller Vorlieben zu finden – egal, warum sie diese Vorlieben haben. Man geht heute davon aus, dass es multifaktorielle Zusammenhänge gibt, die dazu führen, dass ein Mensch lesbisch, schwul, hetero, oder bi wird. Die Genetik spielt eine Rolle, wenn auch keine tragende – bei Männern jedoch scheinbar eine größere als bei Frauen. Aber auch die Genetik kann durch psychische Faktoren verändert werden. Jedenfalls es gibt mit Sicherheit kein „Schwulen-Gen“. Frauen werden manchmal erst zu einem späteren Zeitpunkt ihres Lebens lesbisch, während Männern meistens schon seit der Jugend wissen, dass sie auf Männer stehen. Neben der Genetik geht man davon aus, dass es neurologische und entwicklungspsychologische Faktoren gibt, die sexuelle Vorlieben steuern. Die psychologischen Schnittstellen finden sich in der frühen Kindheit und in der Pubertät. Viele Lesben und Schwule wollen verständlicherweise mit der „Ursprungssuche“ nichts zu tun haben. Sie fürchten, dass dann versucht werden würde, Homosexuelle zu „heilen“.

Dieses Phänomen betrifft Menschen jeder sexuellen Neigung. Sex wird zur Sucht und macht nicht mehr glücklich. Genau so wie ein Fetisch problematisch wird, wenn er die Person einengt und sie nur mehr über den Fetisch erregt werden kann. Johannes Wahala: Ich hatte einmal einen Mann bei mir in Therapie, er war sehr rigide katholisch aufgewachsen. Eines Tages erwischte ihn seine Oma, eine bigotte katholische Frau, wie er mit seinem besten Freund Doktorspiele machte. Sie warf den Freund aus der Wohnung und die beiden durften keinen Kontakt mehr haben. Das einzige, was ihm vom Freund blieb, war dessen liegengebliebene Weste. Diese Weste versteckte er, und wenn er als Kind erotische Gefühle hatte, nahm er die Weste, kuschelte sich hinein und dachte an seinen Freund. Gleichzeitig wusste er, dass er etwas „Schreckliches“ gemacht hatte, weswegen seine Oma den Freund für immer weggeschickt hatte. Das heißt, die Weste ist zu einer Plombe geworden. Er erlebte seine Phantasien damit, aber gleichzeitig hielt sie ihn davon ab, seine Sexualität mit anderen, realen Menschen zu erleben. Damit entwickelte sich so etwas wie ein Gewandfetisch. Solange er nicht wusste, wie er seine Homosexualität real gestalten könnte, hat er auf Partys heimlich anderen Männern Pullis und Westen weggenommen um zu Hause jene Phantasie damit anzufeuern, die er gerne in der Realität gelebt hätte, sich das aber nicht erlaubte.

Kinder statt Clubbings Heute schreiben wir das Jahr 2014. Statt auf Clubbings oder auf Dates zu gehen, gründen viele homosexuelle Menschen Familien. Das war noch vor wenigen Jahren undenkbar.

Die Gruppe, die nach den Schwulen und Lesben noch um Sichtbarkeit und gesellschaftliche Identität strebt, sind Menschen mit einer Transidentität. Ihnen hilft das Internet heute sehr.

Johannes Wahala ist Leiter Beratungsstelle Courage

Johannes Wahala: Die sind sehr gut vernetzt. Transidente Menschen hatten früher keine Möglichkeit, sich auszutauschen. Sie waren ganz allein. Heute braucht man nur „trans“ in Google einzugeben und schon bist du in den Coming-Out-Foren drinnen. Wie zufrieden sind Menschen im Allgemeinen nach einer Geschlechtsumwandlung? Johannes Wahala: Viele streben eine Hormontherapie an. Dadurch werden sie mehr weiblich oder mehr männlich, manche lassen sich auch operieren. Die meisten Transmänner sind mit ihrer BrustOP sehr zufrieden. Auch mit der Neovagina ist der Großteil sehr zufrieden. Doch manche Transfrauen sind mit ihrem Neopenis unglücklich, weil diese Operation sehr kompliziert und vielschichtig ist. Es kann zu Durchblutungsstörungen kommen. Manchmal wird der Penis vom Körper nicht angenommen. Da rate ich den jungen Menschen immer zu warten. Es ist einiges in Entwicklung, und in ein paar Jahren wird es viel bessere Möglichkeiten geben.

Johannes Wahala: Was mir damals viele Männer in der Beratung gesagt haben: „Wissen Sie, was mir bis in die Seele wehtut? Dass Wir bleiben gespannt. In ein paar Jahren werden wahrscheinlich ich nie Kinder haben werde.“ Und damals habe ich noch geantwor- auch transidente Familien nichts Ungewöhnliches mehr sein.• tet (und daran sieht man, dass die Zeiten sich auch für PsychoPatrice Fuchs therapeutInnen ändern): „Von diesem heterosexuellen Traum können Sie sich verabschieden.“ Damals gab es einfach keine Perspektiven. Für lesbische Paare letztlich auch nicht. Außer, wenn sie aus einer vorigen Partnerschaft Kinder hatten. Das war bei den Männern nicht so leicht. Wenn die sich in der Ehe geoutet haben, war nicht klar, ob sie nachher ihre Kinder wiedersehen würden. Nicht nur wegen der Ächtung. Damals galt auch die Scheidung als endgültige Trennung. Nach der Scheidung sah man sich nicht mehr wieder, außer es ließ sich nicht vermeiden. Die Kinder blieben in der Regel bei der Mutter. Heute bekommen schwule Männer (zumindest in Wien) Pflegekinder. Lesbische Frauen können ins Ausland fahren und sich befruchten lassen. In Österreich ist es derzeit noch verboten, sich künstlich befruchten zu lassen, wenn man nicht mit einem Mann verheiratet ist (!). Manche Regenbogenfamilien kommen zustande, weil eine Frau einem schwulen Paar ein Kind austrägt oder ein schwuler Mann einem lesbischen Paar seinen Samen spendet und dann auch Umgang mit seinem Kind hat. Dabei gibt es auch in der lesbischen Community unterschiedliche Auffassungen, wie es „richtig geht“. Während manche den biologischen Vater als wesentliche Person im Leben des Kindes sehen, wollen andere lesbische Paare durch die künstliche Befruchtung verhindern, dass eine dritte Person sich in ihre Elternschaft einmischt. Dafür empfangen sie nicht selten negative Reaktionen von anderen lesbischen Müttern. Sie argumentieren aber: Es muss nicht immer der biologische Vater die männliche Bezugsperson für das Kind sein. Dass der Vater eine so wichtige Rolle spielen muss, sei konservatives, patriarchal geprägtes Denken!

COURAGE - DIE BERATUNGSSTELLE Courage nennt sich die erste im Sinne des Familienberatungsförderungsgesetzes und der Stadt Wien anerkannte Beratungsstelle für gleichgeschlechtliche und transGender Lebensweisen. Hier wird kostenlos und anonym Beratung angeboten vor allem für Lesben, Schwule, Bisexuelle, TransGenderPersonen und ihre Angehörigen an. Courage versteht sich als PartnerInnen-, Familien- und Sexualberatungsstelle und steht in den Themenbereichen Beziehungen und Sexualität sowie Gewalt und sexuelle Übergriffe allen Rat- und Hilfesuchenden zur Verfügung. Courage PartnerInnen-, Familien- & Sexualberatungsstelle Windmühlgasse 15 1060 Wien Mo - Do von 9 Uhr bis 15 Uhr 01 585 69 66 » courage-beratung.at

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Holpriges erstes Date Simone und Lena trafen sich zum ersten Mal in der Lila Villa im sechsten Bezirk. Beide kommen aus Deutschland. Lena aus dem aufgeschlossenen Norden und Simone aus einem Dorf im Süden. Als Simone Lena sah, war sie sofort bis über beide Ohren verliebt. Dabei hatten sie noch kein Wort miteinander gewechselt. Lena war gerade am Gehen und bevor Simone ihren Mut zusammennehmen konnte, verschwand sie auch schon zur Tür hinaus. Ihr blieb nichts anderes übrig, als die Kellnerin zu bitten ihr einen Zettel mit ihrer Nummer zu geben, falls sie irgendwann wiederkommen sollte. Und das tat sie. Viele Monate später. Und sie rief tatsächlich an und traf sich auf ein Blind Date mit Simone. Nun hätte es sein können, dass Simones Schwärmerei beim ersten Treffen abgeklungen wäre. Schließlich hatte sie Lena damals nur kurz gesehen und seither war viel Zeit vergangen, aber wenige Wochen darauf zogen sie zusammen.

Lena und Simone werden von ihren stolzen Vätern zur Trauung geleitet.

Ängste und unerwartetes Verständnis Die Eltern von Lena und Simone nahmen das Outing ihrer Töchter unterschiedlich auf. Lena: Meine Mutter hatte Angst, dass ich Nachteile im Beruf erleben würde. Simones Mutter befürchtete, dass die Leute auf der Straße dumm reagieren, wenn wir beispielsweise Hand in Hand gehen. Simone ist in einem kleinen Dorf aufgewachsen und kannte keine lesbische Community. Sie dachte automatisch, dass auch sie auf Burschen stehen würde, doch Interesse an ihnen entwickelte sich auch in der Pubertät nie. Sie verstand nicht recht, warum. Eine Freundin fragte sie eines Abends beim Zusammensitzen, ob sie nie darüber nachgedacht hätte, dass sie lesbisch sein könnte. Ihr war sofort klar, dass sie recht hatte. Simone: Ich dachte, dass es für meinen Vater ein Problem sein würde. Er war am Anfang auch ein wenig zurückhaltend gegenüber Lena. Aber dann ist mir wieder bewusst geworden, dass er überhaupt ein zurückhaltender Mensch ist. Das hat nichts mit Lena zu tun. Meine Eltern haben uns dann auch Geld für die Hochzeit gegeben. Ich wollte es zuerst nicht annehmen, weil ich weiß, dass sie nicht so viel haben. Aber ich habe dann gesehen, wie viel es ihnen bedeutet, uns zu unterstützen und habe dann dankbar angenommen.

Mit Homosexualität kann man heute kaum mehr schockieren. In jeder Talkshow, jeder Regierung, ja sogar im Sport findet man Menschen, die sich geoutet haben. Aber so aufgeschlossen unsere Gesellschaft ist – zumindest im urbanen Raum – viele junge Menschen haben auch heute oft noch Skrupel, wenn sie sich vor ihren Eltern outen wollen. Die Reaktionen, die sie erwarten, sind oft weniger problematisch als sie fürchten – aber selten ganz locker.

wo es doch so offenbar gewesen sei? Dabei hatte es Lena doch ganz gut versteckt – dachte sie zumindest. Sie dachte auch, dass sie eigentlich nicht lesbisch sei, sondern nur diese eine Frau so toll fand. Es folgten auch Beziehungen und Liebschaften mit Männern. Sie ist der Meinung, dass man sich irgendwann im Leben unbewusst innerlich entscheidet, ob man Frauen oder Männer gut findet. Diese Entscheidung kann sich später im Leben auch wieder ändern.

Lena: Ich bin sehr feministisch erzogen. Und obwohl ich auch längere Beziehungen mit Männern hatte, habe ich mich entschieden, Holpriges Coming Out dass ich auf lange Sicht lieber mit einer Frau zusammen bin. Ich mag Grenzen nicht so gerne. Wenn du mit einem Mann zusamLenas Mama und Papa sind sehr aufgeschlossen. Vier Töchter und men bist, wirst du immer in die stereotype Frauenrolle gedrängt. zwei Pflegekinder wurden von den feministischen Eltern großgezogen. Das fällt weg, wenn du mit einer Frau zusammen bist. Dann bist du Trotzdem brauchte es ein Jahr, bis Lena ihrer Mutter erzählte, dass wirklich gleichberechtigt. Obwohl, manche Leute fragen sogar dann: sie sich in eine Frau verliebt hatte. Die Mutter reagierte locker. Nur Wer ist der männliche Part von euch beiden? Ich verstehe das nicht! eines irritierte sie: Warum hatte sie es nicht schon früher erzählt, Man kann auch einfach Mensch sein!

Die Traumhochzeit Das Geld konnten sie gut brauchen, denn sie planten keine bescheidene Trauung am Standesamt sondern eine fette kirchliche Feier mit zwei ordentlichen Brautkleidern und dem ganzen Pipapo. Vieles kauften sie gebraucht und verkauften es danach auch weiter, aber ein gutes Sümmchen kommt schon zusammen, wenn die Hochzeit alle Stückerln spielen soll. Sie planten monatelang und feierten dann die perfekte Liebeshochzeit.

Lena: Meine Mutter hat schon darüber nachgedacht, glaube ich. Ich habe sie gefragt, ob sie darüber nachgedacht hat, ob die Erziehung dazu geführt hat. Sie hat nein gesagt. Aber ich glaube schon, dass sie sich Gedanken gemacht hat. Denn bei unserer Schwester, die keinen Partner hat, hat sie auch darüber nachgedacht, warum das so ist, und ob es an der Erziehung liegen könnte.

Lena: Meine Mutter war nicht so begeistert, dass wir heiraten, weil sie grundsätzlich gegen Heiraten ist. Aber mein Vater ist mit einem Foto von uns herumgerannt und hat allen erzählt, dass seine Tochter heiratet und er jetzt daher eine Schwiegertochter dazu bekommt. Fast schon angegeben hat er mit uns!

Kinder wollen Lena und Simone auch bekommen. Dazu werden sie nach Dänemark fahren müssen. In Deutschland und Österreich ist es noch nicht erlaubt, sich befruchten zu lassen – außer man ist ein verheiratetes heterosexuelles Paar. Beide möchten die Erfahrung machen, ein Kind auszutragen – aber nicht gleichzeitig, sondern ganz traditionell, eines nach dem anderen. •

Wenn Eltern erfahren, dass ihr Kind homosexuell ist, fragen sich die meisten, ob ihre Erziehung daran „schuld“ sei.


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R E T T O R T E B O L ! Y G N E I D N R E B O R E S KID

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N E U A N E FR T F I R H C S T STREI

, Wien, s i r a P , n o ken Lond ew York! c e d t n e r N Kinde ch noch u a t z t je ...und

werden. Mit dem neuen Kinderreiseführer Globetrotter Kids wird es für beide Teile leichter. Denn die beiden Hauptfiguren des Reiseführers „Max und Lilly“ begleiten die Das Ergebnis eigener Reiseerfahrungen mit Kinder auf spannende Rätselralleys durch Kindern im Volksschul- und Teenageralter die wichtigsten Museen, verkürzen die haben Mag. Nicole Ehrlich-Adam und Mittagspause mit kniffeligen Rätseln und Caroline Salzer in den Globetrotter Kids phantasievollen Ausmalbildern und Reiseführern für Kinder von 6 – 12 Jahren informieren gleichzeitig kurz und bündig umgesetzt. Die Ausgaben führen nach über Wissenswertes in der neuen Stadt. London, Paris, Wien und Berlin. Und jetzt folgt auch der Reiseführer für New York. Der Globetrotter Kids Reiseführer kostet Wenn Eltern mit Kindern eine Städtereise € 9,90 und ist erhältlich im Buchhandel, bei machen, müssen die Interessen der Großen Morawa und online zum Bestellen auf: und Kleinen unter einem Hut gebracht » globetrotterkids.at

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Frauenz s n u e i W

Viel Spaß beim Reisen wünschen Max und Lilly mit dem Globetrotter Kids Team!

Disco für 11- bis 14-Jährige, die rockt!

Die Tanzschule von heute In der Kinderdisco lernen sie zwar nicht den Walzer, aber haben Spaß am gemeinsamen Grooven, Tratschen und Aus-sich-herausgehen. Es ist wichtig, dass Kindern die Möglichkeit gegeben wird, sich zu entfalten. Offenheit und Klarheit wird in erster Linie durch Stressabbau gefördert. Mit Freunden zu stimmungsvoller Musik ausgelassen zu tanzen bringt Freude und Ausgeglichenheit.

Gesund abtanzen Bei PARTY OHNE NAMEN* gibt es keine zuckerhältige Limonaden. Es werden ausschließlich Apfel- und Orangensaft, Mineralund Leitungswasser serviert. Die Musik-

...lasst uns alles können. Lasst uns endlich alles dürfen. Wir sind doch längst bereit, Ladies! Sagen wir es laut und deutlich. Heute. Hier. Und jetzt. Und morgen. Und für immer. Wir sind nicht besser als die Männer. Aber auch nicht schlechter. Uns gehört die halbe Welt. Euke Frank, Chefredakteurin „woman“ am 8. März 2014 (Weltfrauentag)

BLOW JOBS UND REZEPTETIPPS

PARTY OHNE NAMEN* Die optimalen Rahmenbedingungen für die PARTY OHNE NAMEN* haben Katharina und die Kulturmanagerin Olivia Urbanski im Club Palffy gefunden. Die Location ist edel und überschaubar. Die Kids können sowohl zusammensitzen und tratschen, als auch ungezügelt tanzen oder neue Moves ausprobieren. Je nach individueller Stimmung und Laune. Während die Kinder von 15 bis 18 Uhr ihre Partylaune unter pädagogischer Aufsicht ausleben, haben die Erwachsenen genügend Möglichkeiten, diese kinderfreie Zeit für sich zu nutzen.

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wünsche

EINES TAGES, LADIES...

Eine Stadt zu entdecken ist ein großes Abenteuer. Besonders, wenn du von Max und Lilly begleitet wirst.

Als Mutter von zwei schulpflichtigen Kindern beobachtet Katharina Engelmayer-Nejad täglich, wie Stress und Hektik im Alltag heutzutage auch vor den Jüngsten nicht Halt macht. Viele Kids stehen unter Druck, und es fällt ihnen mittlerweile schwer, abzuschalten. Man hetzt von Termin zu Termin – beruflich wie privat.

Kampf

nomie um Auto

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auswahl wird aus den Wünschen der Kids gemixt. Im Zuge der Voranmeldung (per Email: info@partyohnenamen.at) hat man bereits im Vorfeld die Möglichkeit, die drei Lieblingssongs bekanntzugeben. Die Voranmeldung für die Teilnahme des Kindes am jeweiligen Disco-Club-Event bis spätestens eine Woche vor der Veranstaltung ist unbedingt notwendig, damit immer genug Aufsichtspersonal parat steht. Wo? Club Palffy, Josefsplatz 6, 1010 Wien Wann? Jeden ersten Samstag im Monat Wieviel? € 10,– Eintritt, Getränke und Garderobe sind gratis! » partyohnenamen.at » info@partyohnenamen.at

Frauenzeitschriften wie „woman“, „Wienerin“ oder die „Cosmopolitan“ wollen nicht nur deine beste Freundin sein, sondern dir Mut machen, deine Ziele zu erreichen, dich zu verwirklichen. Die Welt steht dir scheinbar offen! Ob 10 kg Gewicht in drei Monaten verlieren, eine Karriere, die Sexflaute in der Ehe mit einem „Blow Job-Guide“ überwinden oder ein „Vorher-Nachher-Shooting“ – alles ist möglich. Die permanenten Tipps, Tricks und Ratschläge für ein besseres Leben suggerieren natürlich auch, dass Frauen Hilfe benötigen und somit im Grunde unmündig sind. Die Grenze zwischen Beratung und Bevormundung ist also fließend.

KINDER, KÜCHE, TOPFIGUR Die Autorin Jutta Röser beschrieb in den 1990 er-Jahren das in Frauenzeitschriften suggerierte weibliche Rollenbild treffend mit dem Titel „Kinder, Küche und Konsum“, was man heute noch um den Begriff „Schönheit“ ergänzen sollte. Und da trifft es sich gut, dass in diesen Zeitschriften redaktionelle Inhalte und Anzeigen für Kosmetikfirmen schon längst nicht mehr klar voneinander zu trennen sind. Das Frauenbild, das hier transportiert wird, ist ein scheinbar modernes, feministisches.

Jedoch ist die Leserin vor allem eines: eine potentielle Konsumentin. Das wird an Aktionen wie dem „woman's day“, einer Kooperation zwischen Parfümerien und Textilketten, deutlich. Frei nach dem Motto „Du bist, was du kaufst“ sollen Frauen nicht nur konsumieren, um eine richtige Frau zu sein, sondern auch alles können und verwirklichen. Ob nun Karriere (Wieviele sogenannte Karrierefrauen lesen eigentlich „woman“?), Mutterschaft, Haushalt, Kosmetik, Fitness, Idealgewicht. Multitasking ist angesagt – wir Frauen, so wird verschmitzt angemerkt, können das ja, es ist eingeschrieben in unserer DNA.

GANZ NORMALE PROBLEME Umfragen unter Leserinnen ergeben immer wieder, dass frau sich aber eben nicht die klassische Powerfrau abgebildet wünscht,

sondern vielmehr nach praktischen Ratschlägen für ihre alltäglichen großen und kleinen Probleme sucht. Gerade „woman“ setzt viel auf den angeblichen Realitätsbezug und veröffentlicht in jeder Ausgabe Berichte aus dem Leben der angeblich „normalen“ Frau von nebenan. Es tauchen (scheinbar) politische Artikel auf, Modetipps für das „kleinere Börserl“ und Berichte über Väter, die in Teilzeit arbeiten. Männer zum Träumen also. Das Hinterlistige ist, dass diese Magazine ihren Leserinnen ein erfolgreicheres und selbstbewussteres Leben versprechen und dabei im Grunde frauenverachtend sind. Und so wundert es mich ganz und gar nicht, dass „woman“ vor jeder Ausgabe von „Germany's next Topmodel“ „gute Unterhaltung“ wünscht“. • Constanze Griessler


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Wer ein nettes Service hat, muss nicht zum IKEA oder in ein anderes Einkaufszentrum. Es ist auch nicht notwendig, ein komplettes Vintage-Service zu finden. Überleg dir einfach, welche Art Tassen du nett findest und such dann Einzelstücke auf Flohmärkten, die dazupassen. Wir haben hier zwei Ensembles zusammengesucht: Emaillehäferln und geblümte Tassen. Sie gehören zwar nicht zusammen, aber sie passen gut zusammen! Alte Schüttgefäße schauen lieb aus, aber oft fehlt die Stellage dazu. Man kann sie trotzdem verwenden. Entweder man stellt sie einfach auf die Arbeitsfläche und legt zum Beispiel Zwiebeln oder anderes Kleingemüse rein, oder man verwendet sie als Übertöpfe!

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1 0 Jahre

bezahlte Anzeige // message.at

Erlebnis.Unterhaltung.Lernen.Erfahrung Woher kommt unser Trinkwasser? Warum ist Wien so sauber? Welche Tiere leben in unserer Stadt? Wer k端mmert sich um all die Felder und W辰lder? Antworten darauf, viele spannende Informationen, interessante Tipps und tolle Veranstaltungen gibt es in der EULE Brosch端re und auf www.eule-wien.at.

Seit 10 Jahren: EULE Das Wiener Umweltbildungsprogramm.

mweltprofi Werde auch du ein U n EULE und profitiere von de Klubvorteilen. LE Brosch端re Gratis Bestellung der EU weltprofi-Klub: und Anmeldung zum Um w.eule-wien.at Tel. 01/4000-81349, ww wien.at oder umweltprofi@eule-


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E N O A Z W I D R A U S M E N A M NYA tgemüse

at p und Bl p a p l h e sm mit Mai drei Teilen! f p o t n i e r ühne enü in Nicoles H r afrikanisches M ke – ein lec Du brauchst: für 4 Personen mit großem Hunger 600 g Hühnerhaxen 3-4 reife Tomaten 2 rote Zwiebel 3 Frühlingszwiebel 1 Stange Lauch 3 Knoblauchzehen Olivenöl 1 Schuss Kokosessig etwas Ingwer 1 Tl Peri-Peri-Mischung 1 Tl Garam-Masala 1 Tl Korianderpulver bissi mildes Curry

Du brauchst: für die Beilage: Wasser weißes Maismehl (gibt’s im Asiasupermarkt) 1 mittelgroßer Topf (mit dickem Boden und festem Griff ) 1 Holzlöffel

In Simbabwe wird sehr viel Fleisch gegessen. Dazu gibt es Sadza, ein aus Maismehl gekochter, dicker Brei, der als Hauptnahrung jedes Gericht begleitet – Gemüse, Rindoder Hühnerfleisch, manchmal wird auch Fisch dazu gekocht. Sadza wird aus weißem Maismehl gekocht, und darf in Simbabwe bei keiner Mahlzeit fehlen. Obwohl Mais eine importierte Getreideart ist (seit ca. 1890) ist er nach wie vor im südlichen Afrika am meisten verbreitet. Ursprünglich wurde für Sadza Hirse oder „finger-millet“ verwendet. Nicole verrät, wie du in ein paar Schritten ein köstliches afrikanisches Menü zubereitest!

1. DIE HAUPTSPEISE: NYAMA YE HOKU

2. DIE BEILAGE: SADZA

1.  Peri-Peri ist eine Chiligewürzmischung aus Simbabwe, bekommst du in Asiashops zB. im Prosi. Du kannst stattdessen auch scharfes Paprikapulver verwenden. Zuerst werden die Hühnerhxen ordentlich gesalzen und gepfeffert (schwarzer Pfeffer).

1.  In einem Topf auf kleiner Flamme eine halbe Tasse Maismehl und etwas kaltes Wasser zu einer feinen Paste verrühren, bis es keine Klumpen gibt.

Hühnereintopf mit Peri-Peri und Tomatensoße

Ein einfacher Maismehlpapp, der fast jede Speise begleitet

2.  Langsam ca. 500 ml kaltes Wasser dazugeben und weiter gut rühren.

2.  Zwiebel, Knoblauchzehen, Frühlingszwiebel, Lauch und Ingwer ganz fein hacken.

3.  Die Temperatur höher stellen und unter ständigem Rühren köcheln lassen. Noch 3.  Olivenöl in einer tiefen Pfanne erhitzen keinen Deckel draufgeben – der Maisbrei und die gewürzten Hühnerhaxen darin lang- kann schnell überquellen! sam anbraten, sodass das Hühnerfleisch 4.  Weiter kochen und ca. 1 ½ bis 2 Tassen von allen Seiten gut durch ist und die Haut rohes Maismehl mit einem flachen Holzschön knusprig wird. Am besten dabei löffel vorsichtig unterheben. immer wieder wenden! 4.  Nach ca. 10 bis 15 min die Hühnerhaxen aus der Pfanne nehmen. Gleich die klein gehackte Zwiebel-Knoblauch-LauchIngwer-Mischung hinein und gut anbraten.

5.  Den jetzt dick gewordenen Brei mit dem flachen Löffel gegen die Topfwand drücken, bis das zugefügte Maismehl mit dem restlichen Brei gut vermischt ist.

5.  Jetzt kommen die Gewürze dazu. Ordentlich umrühren, nochmal kurz anbraten lassen und dann gleich mit einem Schuss Kokosessig abkühlen.

6.  Mit passendem Deckel gut zudecken, Hitze auf ein Minimum reduzieren und weitere 5 min. garen lassen. Danach öffnen, einmal vor dem Servieren gut umrühren, als würde man Schnee unterziehen, nur fester.

6.  Die Tomaten zu der Gewürzmischung in die Pfanne geben und halb zugedeckt auf kleiner Flamme köcheln lassen. Dann kommen die Hühnerhaxen wieder in die Pfanne zurück, eventuell etwas Olivenöl dazu und das Ganze für ungefähr 30 min weiterköcheln lassen.

7.  Mit einem feuchten Holzlöffel portionsweise schön rund formen und auf den Teller geben. Mahlzeit!

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unter umständen

R E D S ! AU N E Z N A T E H I E R Du brauchst: 1 kg Blattspinat (frisch oder tiefgefroren) 1 Zwiebel 2 Knoblauchzehen 2 El getrocknete Tomaten 1 El Erdnussbutter Olivenöl

3. DAS GEMÜSE: MURIWO

Grüner Spinat mit getrockneten Tomaten und mit Erdnußbutter angerichtet

Muriwo ist der Shona-Begriff für grünes Gemüse das mit Sadza serviert wird. Hier haben wir Spinat gewählt. In Simbabwe wird Blattgemüse wie Kürbisblätter, wildes Gemüse und Wiesenkräuter getrocknet, um dann im Winter bzw. in der Trockenzeit wieder gekocht zu werden. Dazu wird das getrocknete Gemüse einfach in heißem Wasser eingeweicht, abgeseiht und wie frisches Gemüse eventuell mit frischen Tomaten zubereitet.

1.  Den Spinat in einen großen Topf mit wenig gesalzenem Wasser geben. Zudecken und ein paar Minuten aufkochen lassen, dann gleich abseihen.

Tipp   Traditionell wird alles gemeinsam von einem Teller gegessen. Jeder nimmt sich mit der rechten Hand eine Portion Sadza und formt einen kleinen Ball, macht eine Vertiefung hinein und schaufelt damit die leckeren Zutaten, das Fleisch mit der Soße und das Gemüse in den Mund! Hände waschen nicht vergessen!

2.  Olivenöl auf mittlerer Stufe erhitzen. Zwiebel, Knoblauch und getrocknete Tomaten ganz fein hacken und anbraten.

3.  Die Erdnussbutter mit etwas kochendem Wasser (ca. ½ Tasse ) abrühren, über die gebratenen Zutaten leeren und gut verrühren. 4.  Den abgetropften Spinat dazugeben, alles gut vermischen und auf kleiner Stufe am Herd ca. 10 bis 15 min langsam garen. Öfters umrühren, damit die Erdnussbutter nicht anbrennt.

Bei uns kannst du voll entspannt Umstandsmode kaufen. Von Retrochic bis Urban Basics — wir produzieren Fairtrade zu günstigen Preisen. Unter Umständen Windmühlgasse 15 1060 Wien Mo - Sa 11 bis 18 Uhr unterumständen.at Kleid von Mamalicious € 39,90


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Mandelkekse sind zart und zierlich, aber stark im Geschmack. Man kann sie zur Nachmittagsjause essen oder auch in eine Kugel Eis stecken und mit Schokosauce servieren. Schnell gemacht sind sie auch noch! 1.  Schalte den Herd auf 125 °C. Das Eiweiß muss in einem ganz sauberen Bottich mit einem Mixer aufgeschlagen werden. Wenn sich nur ein Tropfen Eigelb darin befindet, wird kein Schaum draus. 2.  Gib Zucker und Essig in ganz kleinen Dosen dazu und mixe weiter, bis du den Bottich auf den Kopf stellen kannst, ohne dass der Schaum rausrinnt. Zumindest einige Sekunden lang. 3.  Füll eine Spritztüte mit dem Schaum und spritz kirschgroße Bommerl auf ein Backpapier. Es sollte für ca. 50 Stück reichen. Schieb das Blech mit den BaiserBommerln in den Ofen und lass sie ungefähr eine Stunde drinnen.Dann sollten sie sich leicht vom Backpapier lösen und leicht und luftig sein.

In der Mitte können sie gerne noch ein wenig zäh sein. Aber wenn sie innen noch nass sind, müssen sie nochmal 15 min in den Ofen. 4.  Lass die Milchschokolade im Wasserbad schmelzen. Dazu einfach Wasser in einem Topf köcheln lassen und eine hitzebeständige Schale in den Topf stellen. In der Schale schmilzt die Schokolade schnell. Wenn du willst, kannst du noch einen Schuss Obers dazugeben. Dann wird die Schoko noch cremiger. 5.  Abwechselnd Eis, Baiser-Bommerl, Beeren und Schlagobers in die Schalen geben und die Schoko drüberrinnen lassen. Mjam!

Du brauchst: 3 Eiweiß 1 Spritzer Essig 2 dl Zucker 200 g Milchschokolade weißes Vanilleeis Schlagobers Beeren

1.  Alle Zutaten in einen Topf vermischen. Unter Rühren aufkochen – bis die Masse zäh wird.

3.  In der Mitte des Ofens bei 150 °C backen. Nach 8 min sollten sie goldbraun sein.

2.  Löffelweise die Masse auf ein Backpapier verteilen.

4.  Rausholen und abkühlen lassen, bis sie etwas fester in der Konsistenz sind. Mit einem scharfen Messer vom Backpapier ablösen.

Tipp   Bevor sie ganz fest sind, kann man sie auch einrollen – wenn man seine Mandelkekse mal auf diese Art essen mag.

Du brauchst: 50 g Mandeln fein gehackt 50 g Mandeln grob gehackt 1 dl Zucker 100 g Butter 2 El Mehl 2 El Milch 1 El Zuckerrübensirup


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K C O R ! L E S S E S N E D olklore ss statt F

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Solche Sessel kann man noch hin und wieder gebraucht und billig erstehen. Er macht, so wie er da steht, einen folkloristischen Eindruck. Die Sitzfläche und der helle Hochglanzlack erinnern an österreichische Gasthäuser in den 80 ern.

Du brauchst: 1 alter Stuhl Lack und Pinsel Schleifpapier Werkzeug festen Stoff

1

Dann müssen wir das Holz anschleifen. Feines Schleifpapier verwenden und schleifen, bis die Farbe den Hochglanzeffekt verliert und matt wird. Mit einem Wettex den Staub abwischen.

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Mit gleichmässigen Pinselstrichen anmalen und immer wieder kontrollieren, ob Tropfen runterrinnen. Die solltest du sofort verstreichen. Einige Stunden trocknen lassen und dann ein zweites Mal streichen.

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Als erstes schrauben wir die Sitzfläche ab. Meistens geht das ganz einfach. Sessel umdrehen und Schrauben lösen.

Die Sitzfläche auf ein neues Stück Stoff legen. Der Stoff sollte nicht zu fein gewebt sein. Eine Sitzfläche muss was aushalten. Mit einem Tacker den Stoff auf der Rückseite festklammern. Den Stoff dabei immer straffen und in den Kurven fächerförmig und in kurzen Abständen antackern.


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S ' T H C U ? A N R E B B E L N WAS E N Ö H C S M U Z

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Wohlfü teur gibt

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mpula v Birgit Ra

Gartenzeit – Oh Yeah! Zur Zeit verbringen wir jede freie Minute in Omas Garten und Haus im Wienerwald. Wir möchten das Haus gerne umbauen und haben uns dort erstmal ein bisschen eingenistet, um probezuwohnen und konkrete und weitere Pläne zu schmieden. Der Garten ist eher eine Alm und liegt extrem idyllisch auf einem Hügel mit Blick auf einen saftigen Buchenwald. Kurz, ein Traum, ein Paradies zum Erholen und Durchatmen. Da wir vor Ort noch eher sporadisch eingerichtet sind, gibt’s immer was zu tun, um uns die Aufenthalte am Land noch angenehmer zu gestalten. Mit einem Mix aus Omas alter Einrichtung und ein paar unserer Lieblingsdinge haben wir uns schon ein super gemütliches Wochenendnest geschaffen. Es braucht ja eigentlich nicht viel um sich in so einer herrlichen Umgebung wohl zu fühlen, und ich mag irgendwie den Fakt, dass man mit Vorhandenem arbeitet. Und momentan „arbeiten“ wir ganz viel im Garten. Ein altes Pflanzengitter umlackieren und montieren, die uralte Küchenbank zum Blumenkasten umbauen und bepflanzen, die Sandkiste, die Mila vom Osterhasen bekommen hat, im Vorgarten aufstellen und und und... immer was zu tun, aber trotzdem Erholung pur und ein herrlicher Ausgleich zum Shopalltag in Wien.

GARTENZEIT IST ARBEIT UND ERHOLUNG IN EINEM!

Birgit Rampula, Mutter einer 17-monatigen Tochter, Modemacherin und Shopinhaberin von amateur la Boutique. » amateur-fashion.at

DESIGN Sandra Haischberger: FEINEDINGE ist ein österreichisches Label, welches sich der Arbeit am Material Porzellan verschrieben hat. Die Kollektion umfasst Tableware, Wohnaccessoires und Leuchtobjekte. Die Produkte zeichnen sich durch fein strukturierte Oberflächen und zarte Strukturen aus.“ 100 % Handarbeit und viel Liebe zum Detail zeichnen den unverwechselbaren Charakter jedes Stücks aus. » feinedinge.at

KUNST Das Design Studio ZWUPP legt in ihren Arbeiten den Fokus auf ein klares Konzept einerseits und Detailverliebtheit andererseits. Durch das übergreifende Arbeiten in den Bereichen 3D, Film, Fotografie sowie Grafik und Illustration werden visuelle Produkte erschaffen, die nicht hineinpassen, aber herausragen. Die Eckfahnen dieses Studios sind Ehrlichkeit, Respekt und Authentizität. Die Leidenschaften sind Fußball, Wuzzln und Fußball. ZWUPP is an orchestra of visions. » zwupp.at » store.zwupp.at

DIY-TIPP

BLOG ATELIER RUE VERTE le Blog: Valerie aus Amiens in der Picardie bloggt über ihre Leidenschaften Dekoration, Fotografie, Flohmärkte und die Reisen nach China. Wunderschöne Bilder von Kinderzimmern, Interieur und Inspirationen für Wohnung, Haus und Garten. » atelierrueverte.blogspot.fr

Diesmal gibt’s gleich zwei Tipps zum Schnellmalselbermachen. Zum einen hab ich alte Sessel und eine alte Klappbank kurzerhand farbig lackiert – dafür habe ich Lackreste für den Außenbereich verarbeitet – und zum anderen habe ich Omis alte und nicht mehr zum Kochen geeignete Emailletöpfe zu kleinen hübschen Blumentöpfen umfunktioniert. Dabei immer einige Löcher in den Boden des Behälters bohren, damit die Pflanzen keine nassen Füsse bekommen!


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E T I R O V A F Y M 2   T R A P

CONAN Adlerwal

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Familie

HUGO Ahornkugelflamingo

BERNHARD FAISS & ANDREA KESSLER

FABELWESEN MADE IN LEOPOLDSTADT Karmelitermarkt oder Augarten? Kaffee oder Boccia? – Ich treffe Bernhard Faiss und Andrea Kessler in Begleitung ihrer beiden Kinder Fabian und Mira schlussendlich im sonnigen Augarten zu einer Boccia-Partie und einem Gespräch über die Kunst, die Kinder und die Erziehung oder die Kunst der Kindererziehung und was es mit den Fabelwesen aus dem 2. Bezirk auf sich hat.

Andrea, 36, Gestalterin, Architektin | Bernhard, 42, Gestalter, Künstler | Fabian, 10, Schüler, Radrennfahrer | Mira, 3, Kindergartenkind | Favorite: die Stencimals

der Steiermark auf Artist in Residence waren, entstand eine T-Shirt Serie mit Fabians Zeichnungen.

CB: Was inspiriert euch? Andrea: Ressourcenschonend zu leben ist eines unserer Hauptanliegen. Inspirierend sind oft Dinge und Gegenstände, die andere wegwerfen oder nicht mehr brauchen. Man hebt auf, sammelt und beobachtet. Ideen CB: Für welches „Favorite“ habt Ihr euch kommen dann aber auch meist erst zufällig entschieden? abends beim Einschlafen, am Lagerfeuer Andrea: Wir haben uns für unsere selbstge- oder durch Gesprächen mit Freunden. stalteten Stencimals entschieden. Es sind Bernhard: Mich inspiriert die Internet-RecherFiguren bzw. eine große Familie, bestehend che, die Lektüre diverser Zeitschriften oder aus fabelhaften Wesen mit Namen von A Bücher zum Beispiel aus dem Die Gestaltenbis Z. Sie alle können fliegen, schwimmen Verlag oder der Austausch mit befreundeten oder laufen und verschönern T-Shirts, Wände, Kreativen aus dem Umfeld unserer StudienTaschen und andere Objekte. zeit. Bernhard: Die Phantasietiere entstanden vor langer Zeit, als ich für eine Musikerin CB: Was gibt es sonst neues?? ein Plakat gestaltete. Als wir 2011 auf der Bernhard: Nachdem es mittlerweile etwas ArtDesign Feldkirch eingeladen waren, um eng in unserer Wohnung wird, obwohl wir einen Messestand zu bespielen, erweiterten das Atelier im Haus ausgelagert haben (und wir die Familie der Fabelwesen auf ein ganzes mit dem Lift in die Arbeit fahren), wäre es Alphabet. Mittlerweile gibt es 26 Tiere von fabelhaft eine alte Fabrikhalle in Wien, A-Z! bestenfalls in Leopoldstadt ausfindig zu machen um das Arbeiten und das Leben CB: Spielt Design, Kunst und Kreativität noch besser verweben zu können. eine Rolle im Familienleben bzw. bei der Ach ja und die „Umlautwesen“ unserer Erziehung? Legt ihr da Wert darauf? Stencimals sind ebenfalls in Arbeit! Andrea: Da wir beide selbständig und immer wieder auch mal gemeinsam im Bereich Bestellen kannst du die Stencimals hier: Design und Gestaltung tätig sind, über» ReQuest@isebuki.com schneidet sich Alltag, Familie und Beruf. Bernhard: Andrea hat Küche und Kinder» isebuki.com zimmer konzipiert, und alle Wände sind voll » stencimals.isebuki.com mit Bildern befreundeter Künstler und » NOVAgarten.isebuki.com unseren eigenen Werken. Als wir 2008 in

TINA Afroktopus

XABBA Rochengreifer

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"I MUSS WIEDER AMOL IN GRINZING SEIN"

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Heurigenstimmung: Steile Straßen, hübsche Villen und ein ländliches Flair machen sich breit, als ich den Bus in Grinzing verlasse und für einen kurzen Moment vergesse, dass ich eigentlich zum Arbeiten hier bin. Hier treffe ich die mittlerweile in London lebende und für das Label Alexander Mc Queen tätige Modedesignerin Malin Troll mit ihrer Tochter Lea zu Kaffee und schwedischen Krapfen.

Malin Troll, 36, Modedesignerin Lea, 2, Tochter Favorite: eine alte Nähmaschine

MALIN TROLL

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Seit 1921

Christina Berger: Was ist dein „Favorite“ und was hat es damit auf sich? Malin (lacht): Der Hund ist wohl hier im Haus begraben, und es handelt sich dabei nicht wirklich um einen Hund, sondern um eine robuste und sehr schöne Nähmaschine. Und von begraben kann man wohl nicht sprechen, vielmehr brachte mich diese Maschine wohl zur Mode. Wenngleich sie nur Zick-Zack und geradeaus nähen kann, war sie auch während meiner Ausbildung an der Angewandten ständig in Verwendung. Ich erinnere mich noch gut, dass meine Mutter mir als Kind darauf Kleider und Spielzeug nähte. Im Gegenzug dazu schenkte ich ihr, als ich ungefähr zehn Jahre alt war, eine etwas abstruse aber lebensgetreue Puppe nach ihrem Abbild. Aber auch meine Großmutter nähte bereits. Um die Kinder als Alleinerziehende durchzubringen, nähte sie Krawatten und Fetzenpuppen. CB: Spielt Mode eine Rolle in der Erziehung bzw. im Alltag? Malin: Ehrlich gesagt habe ich die Mode – zumindest was mich selbst betrifft – in den letzten zwei Jahren etwas vernachlässigt. Wie heißt es so schön: „Dem Schuster seine Kinder haben hinige Schuh!“ Für mich ist in erster Linie wichtig, dass Kleidung bequem und funktionell ist, daher trage ich am liebsten Turnschuhe bei der Arbeit. Dieser Grundsatz gilt auch für Leas Kleidung. Es soll lustig aussehen, aber gleichzeitig eben auch bequem sein. Ich nähe auch nicht selbst, weder für mich noch für Lea – weil sich der Aufwand einfach nicht lohnt. Nachdem ich aber beruflich ständig mit Mode zu tun habe, ob nun als Designerin für Alexander Mc Queen oder das Label, das ich mit meinem Mann gegründet habe, ist Lea mit der Mode im Alltag ganz stetig konfrontiert. Die letzten Monate verbrachte ich in Shanghai und dort war Lea eigentlich immer dabei, ob bei einem Casting, einer Show oder einem Fitting. CB: Was ist dir in der Erziehung deiner Tochter besonders wichtig? Malin: Für mich ist es wichtig, dass Lea vieles ausprobiert und dass wir ein Verhältnis auf Augenhöhe haben. CB: Was inspiriert dich? Malin: Gute Frage! Ich denke, dass ich von gesellschaftlichen Entwicklungen beeinflusst werde und daraus auch meine Inspiration schöpfe, und natürlich aus der Kunst. » lachambreminiature.com

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CAMILLE BOYER

47 Camille Boyer, 36, Designerin, Consultant, Stylist, Co-Founder der AFA Georg Grasser, 37, Architekt und Lehrbeauftragter an der Uni Innsbruck Joan, 5, Sohn Lou,10 Monate, Tochter Laura, Au Pair Favorite: eine Reklameschild mit der Aufschrift „Ich liebe Dich“ in Chinesisch, die Plüschhasen, Reisepässe, Laura, das Au Pair Mädchen

wichtig. Ja, und da wäre noch Laura. Sie ist zwar kein „Favorite Piece“ in dem Sinne, vielmehr ist sie unser Au-pair-Mädchen aus Deutschland, aber auch sie bedeutet uns sehr viel. Sie macht unser Leben mit den Kindern und die Verbindung mit unseren Jobs überhaupt erst möglich. CB: Spielt Kreativität, Mode, Kunst etc. eine Rolle im Familienleben, in der Erziehung? Camille: Nachdem wir beide in kreativen Berufen arbeiten, ist es selbstverständlich ein Teil unseres Lebens. Ich habe aber nicht den Eindruck, dass wir den Alltag „extra-kreativ“ gestalten. Wir gehen ins Museum, ins Theater oder zu Konzerten – aber es ist immer ein natürlicher Zugang und nicht ein gezwungenes Programm, um die Kinder damit zu konfrontieren. Mir ist es wichtig mit den Kindern ganz offen zu sprechen – über den Alltag, Projekte, Visionen. Mir ist es wichtig meine Kinder neugierig zu machen, Fremdes und Unbekanntes kennenlernen zu wollen – egal ob Plätze, Essen oder Menschen. CB: Was inspiriert dich? Camille: Ich werde von sehr vielen Dingen inspiriert. Von meinen Kindern, den Kleinigkeiten des Alltags, von Filmen bis hin zu Musik und Kunst. Darüber hinaus inspiriert mich natürlich auch meine Arbeit. Ich habe mit sehr vielen Talenten und jungen Desigern zu tun, die mich aufgrund ihrer Sensibilität, ihrer Kreativität, ihrer Stärke und ihrem Idealismus stark beeinflussen.

SUPER CUTE CAMILLE AND FAMILY Die „große und ehrwürdige“ Modewelt ist ja nun wirklich nicht bekannt für ihre Herzlichkeit und schon gar nicht für ihren Familiensinn. Es regiert vermeintlicher Glamour, getimte Fittings und launenhafte Designer oder Models – wahrscheinlich würde ein schreiendes Kind hier gar nicht auffallen! Umso schöner, immer wieder auf Frauen zu treffen, die dennoch beides unter einen Hut bringen. Ich traf Camille Boyer, in Wien lebende Franko-Argentinierin, zweifache Mutter, Designerin, Stylistin und Co-Founderin der kürzlich gegründeten AFA (Austrian Fashion Association).

Christina Berger: Was ist dein „Favorite“? Camille: Hm... Das ist eine schwierige Frage für mich, da ich eigentlich kein Materialist bin. Natürlich mag ich schöne Dinge – schöne Kleidung oder Kunst. Ich bringe von meinen Reisen immer wieder verrückte Dinge mit, und diese begleiten mich dann von Ort zu Ort, aber ehrlich gesagt haben sie keine große Bedeutung, außer einer Erinnerung. Als wir aus China zurückkamen, wo wir für zwei Jahre gelebt haben, ließen wir alles dort außer zwei großen Koffern. Ich weiß immer noch nicht, was ich nun als mein absolutes „Favorite“ bezeichnen würde. Naja, vielleicht noch das große Reklameschild, das ich für den Geburtstag

meines Freundes anfertigen ließ. Darauf stand: „Wo Ai Ni“, was auf chinesisch „Ich liebe dich“ bedeutet. Der Produzent musste wirklich lachen und meinte: „Ach, ihr Franzosen seid ja so romantisch!“ Diese Schild brachte ich mit nach Wien, es muss ausgesehen haben wie eine riesen Bombe! A love bomb, ah ahah... Ja, und die Plüschhasen, die wir aus Taiwan mitnahmen. Sie scheinen die Leute wirklich in gute Laune zu bringen. Hmmm... Ach ja, und unsere Reisepässe. Sie sind uns sehr wichtig und man kann sie eigentlich als „Favorite Piece“ bezeichnen, denn sie bedeuten Freiheit und die Möglichkeit zu reisen und das ist uns wirklich sehr

CB: Was gibt es sonst Neues? An welchen Projekten arbeitest du gerade? Camille: Ich bin Co-Founder der Austrian Fashion Association. Die AFA ist Informations-, Koordinations- und Servicestelle an der Schnittstelle von ModedesignerInnen, Wirtschaft und Kultur. Sie leistet Förderarbeit mit dem Ziel, die Professionalisierung und Internationalisierung der Modedesignszene Österreichs voranzutreiben, sie schafft den Nährboden zur Entfaltung der Kreativität und der wirtschaftlichen Ambitionen österreichischer ModedesignerInnen. Gemeinsam mit Marlene Agreiter betreuen wir die AFA und arbeiten gerade unter anderem an der Entwicklung eines AFA-Offspace. Dieser soll die Möglichkeit für Diskussionen, Ausstellungen, Präsentationen und als Verkaufsraum der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Der Raum befindet sich in einer sehr guten Lage im 7. Bezirk und hat das Ziel, zur Plattform junger Designer zu werden. » AFA.co.at » austrianfashionassociation.at/AFA-offspace.html


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-Blogge lie Rockt

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TIPPS BEI MUSKELKATER Zur Prävention von Muskelkater 1.  Vor dem Training immer gut aufwärmen 2.  Auf ausreichende Versorgung mit Kalium und Magnesium über die Nahrung achten

Wenn die Muskeln schnurren – Mythen und Fakten rund um den Muskelkater

3.  Dosierte Trainingsintensität wählen

Ein hartes Training ist vorbei. Man hat sich so richtig ausgepowert, die Muskeln schmerzen – oft tagelang. Gut so! Doch ist der Muskelkater nun etwas Gutes oder Schlechtes? Er schneidet in der öffentlichen Meinung viel zu schlecht ab. Wenn man Ursache und Wirkung des Muskelkaters versteht, dann weiß man, wie positiv er wirken kann. Er verursacht zwar Schmerzen, aber das Endresultat ist absolut wünschenswert und positiv für deinen Körper.

Während das Baby gemütlich geschaukelt wird, powert sich die Mama aus.

verletzungen sind möglich, weil die Muskulatur in der geschwächten Phase die Stabilisationsaufgabe nicht mehr zu 100 % erfüllen kann.

Was ist Muskelkater eigentlich? Unter Muskelkater versteht man Muskelschmerzen, die sich ca. 8-24h nach einem (nahezu) ausbelastenden Training und damit einer Überbeanspruchung einstellen. Die Muskeln werden druckempfindlich und schmerzen bei Bewegung. Manchmal neigen sie auch zu leichter Schwellung oder Verhärtung. Diese Phase kann bis zu fünf Tage andauern. Der Muskelkater heilt jedoch komplett aus. Nicht korrekt ist die veraltete Lehrmeinung, dass ein Milchsäureüberschuss in der belasteten Muskulatur für den Muskelkater verantwortlich sei. Recht häufig tritt Muskelkater bei abbremsender Muskelbeanspruchung oder ungewohnten Anstrengungen auf. Das Bergabgehen beim Wandern, lange Ausdauerbelastungen bei Langstreckendistanzen oder zB. auch anstrengende ungewohnte Gartenarbeit sind typisch dafür. Oft liegt es auch an neuen Übungen, Sportarten oder besonders hohen Belastungsspitzen.

Wenn der Muskelkater schon da ist

Dr. Iris Floimayr-Dichtl

Eine Bank im Augarten zum Ausruhen? Von wegen – hier werden Liegestütz gemacht!

des Wortes eine Zerreißprobe. Begleitend zu den Mikrorissen der Muskelfasern kommt es manchmal auch zu Entzündungsprozessen. Zusätzlich wandert Lymphflüssigkeit in das verletzte Gewebe ein, um den Heilungsprozess zu unterstützen. All das führt zu einem starken Umbau im Muskel. Der Regenerationsprozess dieser mikroskopisch kleinen Verletzungen dauert bei gut trainierten Sportlern weniger lang. Bei Untrainierten kann es bis zu einer Woche dauern, bis es zur vollständigen Abheilung kommt. Durchschnittlich ist aber nach zwei bis drei Tagen spätestens der Höhepunkt erreicht und nach fünf bis sechs Tagen ist alles wieder Die Entstehung vorbei. Je besser man trainiert ist, desto des Muskelkaters schneller kommt der Muskelkater, aber er vergeht auch rascher wieder. Bei den ReparaVerantwortlich für die mehr oder weniger turvorgängen passiert nun das, weshalb lang anhaltenden Schmerzen sind Mikrover- man sich beim Training gerne quält, nämlich letzungen in den kleinsten Strukturen der der heißersehnte Muskelaufbau. In der Muskelfasern, verursacht durch hohe Kraft- Muskulatur werden in der Ausheilungsphase belastung. Für den Körper sind diese über- neue Muskelfibrillen, also Muskelfasern, mäßigen Belastungen im wahrsten Sinne angelegt. Das bedeutet, dass der Körper

seine „verkaterten“ Muskeln so repariert, dass sie nachher ein höheres Leistungsniveau erreichen, und damit kräftiger sind als zuvor. Kräftigere Muskeln haben zudem den Vorteil, dass sie den Grundumsatz erhöhen und uns somit helfen, in Ruhe mehr Fett zu verbrennen. Menschen mit mehr Muskelmasse tun sich daher auch leichter „inaktive Körpermasse“ – sprich Fett – abzubauen.

Mythen und Fakten Ich bin jetzt kräftiger, na, dann trainiere ich gleich weiter, oder? Achtung, solange die Abheilung noch nicht komplett abgeschlossen ist, besteht in der „verkaterten“ Struktur noch erhöhte Verletzungsgefahr. Die Koordination in der Muskulatur funktioniert jetzt nicht optimal. Die Bewegungsabläufe sind noch gestört. Wenn nun die Region des Muskelkaters weiter stark belastet wird, besteht das Risiko, einen Muskelfaserriss zu erleiden. Auch Gelenks-

Wie unterscheide ich nun einen Muskelkater von einer Prellung oder einem Krampf? Der Krampf ist zwar ebenfalls schmerzhaft und heftig, aber dieser Schmerz tritt unmittelbar während der Überlastung auf. Er kann mit dehnenden Entlastungspositionen, Ausschütteln und dem Lösen der Anspannung bekämpft und beseitigt werden. Charakteristisch für eine Prellung ist jegliche Art von Bluterguss, der sich auch oberflächlich durch eine farbliche Veränderung der Haut an der Stelle zeigt. Grund dafür sind Verletzungen der Blutgefäße. Eine Muskelprellung schwillt an und ist schmerzhaft, zudem schränkt sie die Bewegung ein. Blutergüsse gibt es bei Muskelkater nie. Dehnen bei Muskelkater, ja oder nein? Die Fachwelt ist sich nicht einig. Es liegen viele Vor- und Nachteile auf dem Tisch. Unmittelbar nach dem anstrengenden Workout ist ein Stretching eigentlich aufgrund der Mikroverletzungen kontraproduktiv. Dient es nur zum regenerativen Abschluss eines Workouts und wird nicht mit zu viel Spannung durchgeführt, ist es vertretbar. Zwei bis drei Tage nach der Belastung ist ausgiebiges Dehnen auf jeden Fall förderlich, um die Beweglichkeit zu erhalten und die Muskelspannung zu reduzieren. Grundsätzlich sollte man beim Dehnen mit Muskelkater einfach gut in seinen Körper hineinhören und ausprobieren, ob es einem in der aktuellen Phase gut tut oder nicht. Alles, was das Wohlbefinden steigert und die Regenerationszeit verkürzt, ist zu befürworten.

Mit richtiger Ernährung den Muskelkater lindern Eine gute Möglichkeit, die Regenerationsphase zu beschleunigen, ist es, den Körper mit einer ausreichenden Menge an Nährstoffen (Kohlehydrate, Eiweiße, Fette) zu versorgen. Eiweiß spielt dabei eine ganz besondere Rolle. Die kleinsten Bausteine des Eiweiß – die Aminosäuren – sind hauptverantwortlich für den Heilungsprozess und Verstärkung des Muskels. Gute Fette wirken entzündungshemmend und liefern viele Vitamine. Sie unterstützen damit ebenso den rascheren Regenerationsprozess. Kohlehydrate sorgen für die Wiederauffüllung der Energiespeicher. Der Muskel wird somit rasch wieder leistungsfähig. Allgemein gilt, je gesünder und ausgewogener die Nahrung, desto moderater wird der Muskelkater ausfallen.

Muskelkater – ein immer wiederkehrendes Phänomen? Egal, wie gut trainiert man ist, ein Muskelkater kann immer wieder entstehen. Ausschlaggebend ist nur das Überschreiten einer gewissen Höhe der Muskelleistungsschwelle (ca. 85 % der maximalen Leistung des Muskels). Gut spürbar ist diese Schwelle auch subjektiv. Man fühlt bei der Übung zunächst ein intensives Wärmegefühl, gefolgt von intensivem Brennen der beanspruchten Muskulatur. Wenn man einen Muskelaufbau anstrebt, ist es notwendig, an der Leistungsgrenze zu trainieren. Der Körper dankt es einem immer wieder mit einem gut spürbaren Muskelkater! •

1.  Mit aktiver Regeneration den Heilungsprozess beschleunigen, locker laufen, schwimmen oder einen ausgedehnten Spaziergang machen 2.  Warme Vollbäder mit Kampfer, Lavendel und Rosmarin als Aromabadezusätze 3.  Entspannende Lockerungsmassage und Lymphdrainage 4.  Wellnessprogramm mit Sauna, Dampfbad und viel Schlaf, Wechselbäder (Kneippklassiker: 2 bis 3 min warm, dann 20 bis 30 sec kalt) 5.  Durchblutungsfördernde Salben und Einreibungen z. B. mit Arnika, Menthol oder Franzbranntwein 6.  Regenerative Ernährungsmaßnahmen mit hohem Eiweiß- und Kohlehydratanteil Wer keine Angst vor ein bisschen Muskelkater hat und Übungen für das Training während der Schwangerschaft und nach der Geburt kennenlernen möchte, kommt einfach zum mamaFIT Training in Wien vorbei. Trainiert wird jeweils um 10 Uhr dienstags am Donaukanal, donnerstags im Stadtpark und samstags im Augarten. Es ist ein offenes Kurssystem, bei dem der Einstieg jederzeit möglich ist. Du magst es lieber individuell? mamaFIT gibt’s auch als Personal Training. Dr. Iris Floimayr-Dichtl +43 650 53 29 863 » familierockt.com/mamafit » mamafit.at » diepersonaltrainer.at


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R E M M I R Ü F G I W E UND

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Sabine &

Roland

2014

Heiraten ist heute wieder in. Paare geben gut und gerne einige tausend Euros für ihre Eheschließung aus. Es werden Kleider gekauft als gebe es kein Morgen, Menüs zusammengestellt, Listen geschrieben, gestritten, Hochzeitsbands angeheuert die „Oh happy Day“ oder „One Moment in Time“ im Schlaf singen können, und opulente Austragungsorte gesucht. Wenige Jahre danach ist von Liebe nichts mehr zu bemerken. Gerade wenn man Kinder kriegt, fragt man sich, ob man als Paar funktionieren wird. Jede/r wünscht es sich und eine Trennung wäre auch eine Art Niederlage. Und wer um die 40 ist, hat meist eine Vorstellung davon, dass das Leben nicht ewig dauert. Vielleicht ist schon ein Elternteil gestorben, und meistens hat man schon gute Freunde verloren. Da entwickelt man schon mal Fantasien, nicht allein alt zu werden. Wer mit jemanden zusammen ist, wünscht sich, dass man sich bis zum Ende erhalten bleibt. Aber geht das überhaupt? Oder ist „für immer und ewig“ ein Relikt aus alten Tagen, in denen man sich einfach nicht scheiden ließ, egal wie sehr man sich hasste? Wir haben die Bösels gefragt. Sie sind seit 37 Jahren zusammen. Sie hatten ihre Krisen und helfen gemeinsam Paaren in deren Krisen. Wir treffen sie zum Fotoshoot. Herr Bösel ist ein offener Mensch. Als säße er auf einer großen Veranda, auf der man immer willkommen ist vorbeizuschauen. Frau Bösel ist eher zurückhaltend, aber man kann immer zu ihr in die Küche kommen und sich ihr anvertrauen. Sie laden uns auch gleich in eines ihrer Paarseminare ein und diesem Abenteuer werden wir uns gerne aussetzen. Aber zuerst unterhalten wir uns über Beziehungen, die lange halten und ob das immer erstrebenswert ist.

USST W E B G N CH EZIEHU EINE B ISST WIRKLI HE LEBEN HAUEN C S U Z HIN Familie Rockt: Der Kinder wegen beisammen bleiben – was spricht dafür und was dagegen? Sabine Bösel: Da sind wir eher vorsichtig. Nicht wegen der Kinder zusammenzubleiben, allerdings sich sehr wohl wegen der Kinder überlegen, wie eine Trennung stattfinden soll. Wir waren selbst einmal Kinder und haben die Irritationen und Machtkämpfe unserer Eltern live miterlebt. Wir wissen, was es bedeutet, wenn Eltern miteinander kein gutes Auskommen finden. Selbst wenn die Ehe bzw. Partnerschaft unserer Eltern perfekt war, spüren wir trotzdem die Spannungen, die es in jeder Paarbeziehung gibt. Umso mehr wünschen wir uns als Töchter und Söhne, dass unsere Eltern ihre Beziehung bewusst gestalten. Dazu gehört möglicherweise eine bewusste Trennung. Bewusst heißt allerdings nicht, sich schnell scheiden zu lassen, sondern wirklich hinzuschauen, was da passiert ist, jenseits von dem Gedanken zusammenzubleiben oder sich zu trennen.

Sabine und Roland Bösel sind verliebt! Seit 37 Jahren.

Wie kann man prüfen, ob man wirklich auseinandergehen soll? Roland Bösel: Vorher soll man sich wirklich nochmal nahe kommen und vielleicht mit professioneller Hilfe entscheiden, wie es weitergeht. Aus der Hirnforschung weiß man, dass unter Stress das Unwillkürliche viel schneller ist als das Willkürliche.

Ich kann es dann kaum mehr selbst beeinflussen, und womöglich steuert mich mein Unterbewusstsein dann in die Trennung oder ins zwanghafte Zusammenbleiben. Da macht es schon Sinn, Ruhe zu bewahren und gemeinsam zu entscheiden, sodass beide mit dem Ergebnis leben können. Das hilft den Kindern sehr. Sowohl beim Zusammenbleiben der Eltern als auch, wenn sie sich voneinander verabschieden.

T LIEBE IS IVITÄT! KT EINE A Viele Menschen bleiben gewohnheitsmäßig zusammen und merken nicht, wie unglücklich sie eigentlich sind. Wie merkt man, dass die Beziehung nicht mehr passt? Roland Bösel: Beziehung leben ist ein Abenteuer und wenn ich merke, wir werden wie ein altes Ehepaar oder wir haben uns eigentlich nichts mehr zu sagen, dann ist etwas zu tun! Es heißt ja auch so schön: „Liebe ist keine Beschreibung eines Zustands, sondern eine Form der Aktivität“. Neben der unbewussten Scheidung ist das Sich in der Beziehung mit der Situation Abfinden ein Alarmsignal. Zu uns ist einmal ein Paar gekommen, beide Mitte 40, und auf die Frage, ob sie noch Sexualität haben, meinten sie, dass sie schon seit fast sieben Jahre keine Sexualität mehr miteinander leben. Da hörten wir dann den Satz: „Es gibt Wichtigeres als Sex. Wir sind ein gutes Team und arbeiten gut zusammen.“

Sabine & Roland

1977


Unterschätzen viele langjährige Pärchen die Wichtigkeit von Sex? Sabine Bösel: Das hören wir oft, dass Kameradschaft und Teamgeist stimmt, aber die Leidenschaft, das Abenteuer fehlt. Da ist es gut, in der Beziehung zurückzugehen und zu schauen, wo es in der Beziehung Abenteuer und Leidenschaft gab, und sich dann miteinander auszutauschen, wie es passieren konnte, dass das verloren gegangen ist und noch viel mehr, wie es wieder in die Beziehung zu bringen ist.

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Wie lange muss man für eine Beziehung kämpfen? Roland Bösel: Es gibt diesen wunderbaren Satz von Ghandi: „Ich bin immer für den Kampf gewesen, dort wo Ungerechtigkeit herrscht. Die Frage ist nur, kämpfe ich, um jemand anderen zu bestrafen oder kämpfe ich, um etwas zu verändern?“ Deswegen ist es so wichtig, in Paarbeziehungen den Machtkampf so bald wie möglich zu beenden und gemeinsam auf die Beziehung zu schauen, was passiert ist. In dem Moment, in dem beide Partner die Krise realisieren, sprechen wir von einer Formel: sich pro Beziehungsjahr vier bis sechs Wochen Zeit zu geben, um die Beziehung wirklich gut zu analysieren und zu klären. Das bedeutet bei 10 Jahren 40 bis 60 Wochen. Das ist oft für die Paare ein sehr langer Zeitraum, insbesondere wenn ein Teil bereits eine neue Beziehung begonnen hat. Wichtig ist, die Spannung zu halten und nicht einfach alles hinzuschmeißen, weil ich sehr verletzt bin oder nicht mehr das bekomme, was ich mir in der Beziehung wünsche.

FAMILIE ROCKT EMPFIEHLT: WIE BLEIBEN WIR LANGE ZUSAMMEN? 1 2 3

Kriegt Kinder! Habt gemeinsame Freunde und trefft sie oft! Das stärkt denZusammenhalt. Wenn ihr eure Freunde nicht gegenseitig mögt, ist eure Beziehung in Gefahr! Verbringt nicht zu viel Zeit vor dem Computer und schlaft nicht mit dem Handy in der Hand ein!

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Seid großzügig zueinander!

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Geht nicht zu oft allein ins Beisl!

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Lieber ein Quickie als zu lange auf den „perfekten Moment warten! Sagt hin und wieder was Nettes zueinander – das ist Pflicht! Verbringt regelmäßig ein wenig Zeit allein – aber nicht unbedingt im Beisl! Teilt euch die Haushaltspflichten! Männer, die jeden Tag 30 Minuten Putzleistung erbringen, haben ein Vielfaches mehr an Sex (also nicht ein Vielfaches von 30 Minuten, sondern im Vergleich zu den Putzmuffelkollegen)!

10 Geht nicht immer emotional „all in“! Viele Probleme sind nicht so dramatisch wie wir im ersten Moment annehmen.

GLEICH S A W U T G IST E TERSCHIED Z N U H E I , N BEZ – IM U -BEZIEHUNG S E G I T D WER RTUNG -KIN O N R W E T T L N E EINER RN DIE VERA E T WO EL N. TRAGE In manchen Beziehungen scheint es, als würde ein Part immer schlecht behandelt werden und es trotzdem akzeptieren. Kann das gesund sein? Sabine Bösel: Wenn eine Frau oder ein Mann vom Partner immer wieder geschlagen wird, dann kann es nicht gut sein, das zu akzeptieren. Es ist sehr wichtig, eine Grenze zu setzen, damit diese Spirale ein Ende hat. Allerdings muss man auch vorsichtig sein, schnell einen Täter und ein Opfer zu finden. Eine Beziehung kann man nicht nur an einzelnen Situationen festmachen. Beziehung ist meist etwas Gleichwertiges, im Unterschied zu einer Eltern-KindBeziehung, wo Mutter und Vater einfach viel mehr Verantwortung tragen. Damit wir hier nicht missverstanden werden, ich kann niemandem das Argument durchgehen lassen: „Schau nur, wie mich diese Frau behandelt. Deswegen habe ich sie geschlagen!“ Es gibt keinen Grund, gegen den Partner Gewalt auszuüben. Es gilt allerdings, zu sehen, wie der Beziehungstanz dieses Paares ausschaut und was jede/r dazu beiträgt, dass es manchmal so schlecht läuft. Deswegen ist es gut, wenn ich das Gefühl habe, in der Beziehung schlecht behandelt zu werden, nein zu sagen. Denn dort, wo ich auspacke und meinen Partner mit meinen wirklichen Wahrheiten konfrontiere, ist meist nicht das Ende, sondern der Beginn einer neuen Auseinandersetzung. Welche Geschichten können ihr aus der Praxis erzählen? Gibt es Menschen, die am Ende ihrer Beziehung gestanden sind und dann doch noch die Liebe neu entdecken konnten? Sabine Bösel: Naja, zum einen ist es unsere Geschichte, weil wir zumindest zweimal wirklich vor der Situation gestanden sind, uns zu trennen. Wir beide haben zu unterschiedlichen Zeiten eine Affäre

begonnen, wir haben es wirklich erlebt und gespürt, was es heißt, der/die Betrogene zu sein. Das Herausforderndste war zu erkennen, dass man selbst auch etwas dazu beigetragen hat, dass sich der jeweils andere nach außen bewegt hat. Roland Bösel: Bei mir war es so, dass ich mich nur mehr auf mein Unternehmen konzentriert habe, das kurz vor dem Zusammenbruch stand, und da habe ich auf Sabine komplett vergessen. Eigentlich war es nur klar, dass sie irgendwann eine Affäre haben musste. Sabine Bösel: Für mich war es letztlich klar und schmerzlich zu erkennen, dass Roland ein Stück deswegen aus der Beziehung gegangen ist, weil ich mich als Frau mit meiner Leidenschaft nicht mehr auf die Beziehung eingelassen habe. Damit man mich nicht missversteht: Nicht, dass ich Roland gebeten habe, eine Affäre zu beginnen, doch ich kann auch irgendwie verstehen, dass er nach außen geschaut hat. Wie kann ein Paar eine Affäre überleben? Roland Bösel: Viele Paare kommen zu uns, weil einer von beiden eine Affäre hat, und das muss nicht das Ende einer Beziehung sein, sondern auch ein Anfang. Dass eine dritte Person Platz hat, hat sehr viel mit der Beziehung zu tun. Es kam einmal ein Paar zu uns: Die Frau hatte eine schwere Krankheit und auch ihre Mutter ist sehr früh gestorben, weil sie in der Beziehung mit ihrem Mann unglücklich war. Dann kam die Frau drauf, dass das auch schon bei ihrer Großmutter so war. Da beschloss sie, mit ihrem Mann eine Paartherapie zu machen, und sie hat sich gesagt: „Das muss aufhören! Das darf nicht so weitergehen, sonst geht es meiner Tochter auch einmal so.“ Auch wenn diese Frau damals sehr krank war und wir uns nicht wirklich getraut haben zu hoffen, dass sie die Krankheit überlebt, ist sie heute zehn Jahre später glücklich zum zweiten Mal verheiratet, wie sie sagt. Beim ersten Mal war sie an irgendeiner Stelle so unglücklich, dass sie eigentlich nicht mehr leben wollte, und in ihrer zweiten neuen Beziehung mit dem gleichen Mann hat sie begonnen, sich ihre Bedürfnisse einzugestehen. Das war dann auch die neue Familientradition, die sie begründet hat. Ist der Mensch darauf ausgelegt, mit einem Menschen lange zusammen zu sein? Sabine Bösel: Wir sind 37 Jahre zusammen, aber es kommt nicht auf die Jahre an. Wichtig ist, dass die Beziehung dynamisch bleibt. Wenn die Beziehung einschläft, wenn die emotionale Nähe verloren geht, können drei Jahre zu lang sein. Wir kennen Paare, die sind 50 Jahre zusammen und haben heute noch viel Spaß, Leidenschaft und Sexualität. Wichtiger als die Anzahl der Jahre ist es, Beziehung aktiv zu gestalten.

USWEG A S L A NEN FFÄRE EINE A NICHT TREN H UM SIC SSEN. Ü ZUM M Warum betrügen Menschen ihre PartnerInnen? Roland Bösel: Man könnte es auch so sagen, dass man sich eine Affäre sucht, um sich nicht trennen zu müssen. Wenn in der Beziehung etwas fehlt, wird das oft von der dritten Person aufgefüllt. Wir nennen das „Auswege“. Da nimmt einer von beiden einen Ausweg, und natürlich wäre es dann wichtig, diesen Prozess nicht fortzuführen, sondern den Partner zu konfrontieren und zu sagen: „Wir haben ein Problem. Lass uns darüber reden und vielleicht auch professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.“ Doch die Scham ist oft zu groß oder das neue gefundene Glück so besonders, dass wir uns scheuen, unseren Partner schmerzvoll zu konfrontieren. Doch ohne diese Konfrontation bleibt die Energie erst recht außer-

halb der Paarbeziehung und es kann in der aktuellen Beziehung nichts geklärt werden. Nicht nur Männer gehen fremd. Auch Frauen begehen Seitensprünge. Wer kann besser vergeben? Sabine Bösel: Wir stellen fest, dass sich Frauen genau wie Männer schwer tun, zu vergeben. Allerdings, wenn es den Paaren gelingt, sich wechselseitig zu vergeben und sich selbst zu vergeben, dann sind das meist ganz neue Beziehungen, die viel mehr an Intensität gewonnen haben. Gibt es Paare, bei denen ihr findet, dass es gut ist, wenn sie sich trennen? Sabine Bösel: Es ist Zynismus, wenn wir TherapeutInnen zu wissen glauben, wann es gut ist, sich zu trennen. Natürlich werden wir sagen, dass das so nicht gut weitergeht, doch bei der Vielzahl an Paaren, die zu uns kommt, sehen wir sehr wohl die Gleichwertigkeit. Wenn wir darüber entscheiden würden, ob ein Paar zusammenbleibt oder sich trennen soll, dann stimmt etwas nicht. Unsere Aufgabe ist es, Paare so zu begleiten, dass das Paar selbst eine Entscheidung findet, mit der beide ein gutes Gefühl haben, dass diese Entscheidung richtig ist, und wo niemand verliert und das Paar einen gemeinsam Ertrag findet. Wie kann man sich nach Jahren noch attraktiv finden? Roland Bösel: Die Attraktivität liegt im Auge des Betrachters. Wir animieren die Paare immer wieder, nicht irgendwie an sich herumzuschnipseln, sondern Attraktivität in sich als ganzen Menschen zu sehen. Ich liebe meine Frau heute mehr denn je und finde sie fescher, als ich sie kennengelernt habe. Das ist keine Schutzbehauptung, wie manche meinen könnten, sondern meine tiefste Überzeugung. Wir haben miteinander schon so viel entwickelt und geschaffen, und ich bin so dankbar, dass das schon den Großteil unserer gemeinsamen Attraktivität darstellt. Natürlich kommen dazu unsere drei Kinder, unser Beruf, etc. Wir haben ja auch das Glück, gemeinsam in unserem Beruf Paare begleiten zu dürfen. Das Wesentliche ist, dass wir viele Krisen überwunden haben und in Krisenzeiten des jeweils anderen zueinander gestanden sind. • Interview: Patrice Fuchs Fotos und Collage: Elsa Mährenbach

» boesels.at

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D R I W E L U E DIE ! T L A E R H A J 10

E H C A S T P U A H D N U G'S Diese Antwort hört man meistens, wenn man von werdenden Eltern wissen möchte, ob es ein Bub oder ein Mädchen wird. Es zeigt, wie wichtig das Thema Gesundheit in Bezug auf unsere Kinder ist. Selbst Menschen, die nie besonders auf ihre Gesundheit achteten, mutieren als Eltern manchmal zu regelrechten GesundheitsfanatikerInnen und gelegentlich zu Passiv-HypochonderInnen, die aus dem zweiten Husten des Jahres gleich eine chronische Bronchitis machen. Der angeborener Beschützerinstinkt kann uns manchmal über die Stränge schlagen lassen, aber er ist wahnsinnig wichtig. Durch ihn überstehen wir schlaflose Nächte am Bett des kranken Kindes.

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Durch ihn bohren wir solange beim Arztgespräch nach, bis wir eine befriedigende Antwort haben und wenn nicht, laufen wir zum nächsten Arzt. Doch was, wenn wir keine befriedigende Antwort bekommen? Was, wenn die Diagnose unsere schlimmsten Befürchtungen wahr werden lässt: chronisch krank, behindert oder sterbenskrank lautet? Der Wunsch, diesen kleinen Menschen zu beschützen, hilft uns auch durch die dunkelsten Momente. Er setzt Energien frei, die wir nicht mehr glaubten zu haben, und er lässt uns weiter funktionieren, um die Dinge zu tun, die notwendig sind. Und unsere Liebe lässt uns das tun, was über das Notwendige hinausgeht.

25.000 ÖsterreicherInnen (unter 20 Jahren) können aufgrund einer Behinderung oder einer chronischen Krankheit nicht alle Tätigkeiten des täglichen Lebens selbständig ausführen und brauchen die Liebe ihrer Eltern besonders. Pro Jahr sterben 620 Kinder und Jugendliche. Im Herzen ihrer Eltern werden sie immer bleiben. •

Claas Röhl

» nfkinder.at Claas Röhl ist der Vater von Rhea, die an Neurofibrose erkrankt ist. In unserer 3. Ausgabe haben wir die Familie vorgestellt. Hauptsache g’sund ist seine neue Kolumne für Familie Rockt!

Kennt ihr die EULE? Also, wir meinen jetzt nicht die Eule, die in Bäumen sitzt und „Uhu“ ruft, sondern die Wiener Umweltprogramm EULE. Nein? Dann stellen wir sie euch gerne vor, denn mit der EULE können Kinder so viel lernen und dabei Spaß haben!

Umweltbewußtsein Seit zehn Jahren stellt die Stadt Wien ein umfassendes Freizeitund Bildungsprogramm für Kinder zusammen. Der Schwerpunkt liegt bei Umwelt und Natur. Die EULE setzt sich aus Erleben, Unterhalten, Lernen und Erfahren zusammen und gibt der Umweltbildung in Wien eine eigene Plattform. Unser Ziel ist die Bewusstseinsbildung für einen verantwortungsvollen und nachhaltigen Umgang mit der Umwelt und den natürlichen Ressourcen. Je mehr Kinder und Jugendliche über ihren Lebensraum wissen, desto größer wird ihr Interesse und ihr Verständnis für Natur- und Umweltschutz. Um richtig mitmischen zu können, dürfen die Kinder auch Clubmitglied werden!

© 2014 The Coca-Cola Company. Coca-Cola, Coke und die Konturflasche sind eingetragene Schutzmarken der The Coca-Cola Company.

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Mavie –

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PROTESTWANDERWEG Seit wann dürfen Mädchen ein Gymnasium besuchen und studieren? Wer hat das Schwulen- und Lesbenhaus erkämpft? Demonstrationen, Hausbesetzungen, Menschenketten, Lichtermeer... Der Erste Wiener Protestwanderweg macht erfahrbar, wie Menschen sich ihre Rechte erstritten haben und wie diese Errungenschaften das Stadtbild bis heute prägen. Wann? jederzeit Wieviel? Eintritt frei » protestwanderweg.at

ag rockt!

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TIPPS FÜR JUNI FINALE! Mitten währender der WM gibt’s das Saisonfinale im LILARUM. Dreimal noch macht sich der Bär mit der komischen Nase in „Koko und der weiße Vogel“ auf die Suche nach einer Blume für seine Kiri. Danach halten die Puppen einen ausgiebigen Sommerschlaf im kühlen Keller und kommen erst Mitte September wieder. Letzter Auruf! Wann? 25. 6. jeweils um 9 Uhr, 10.30 und 15 Uhr (ab 3 Jahren) Wo? LILARUM, Göllnergasse 8, 1030 Wien Wieviel? vormittags € 3,– nachmittags € 8,– » lilarum.at

EXTRA TIPP FÜR COOLE ELTERN! THE PUPPINI SISTERS Wer auf Swing und Vintage steht, den Sound und den Look der 40 er und 50 er liebt, sollte sich diese Band unbedingt geben. Janie Bryant, als Stylistin von „Mad Man“ bekannt, ist hier für die Bühnenoutfits der Puppinis verantwortlich. Im Rahmen der Festwochen schamloser Kultur wurden die Sisters nun endlich nach Wien eingeflogen! Wann? 12. und 13. 6. um 20 Uhr, Wo? STADTSAAL Mariahilfer Straße 81, 1060 Wien » stadtsaal.com » kulturbanane.at

© Simon Brugner

JAZZ AUF DER STRUDLHOFSTIEGE Die JazzWerkstatt Wien bespielt am Pfingstmontag im Rahmen vom Wir sind Wien-Festival der Bezirke die legendären Stufen im Alsergrund mit zwölf Live-Acts. Bei Regen geht’s ins WUK! Wann? 9. 6. um 15 bis 21 Uhr Wo? Strudlhofstiege, 1090 Wien Wieviel? Eintritt frei! CHELSEA FRINGE Ein neues Festival für Projekte rund um Garten, Landschaft und öffentlichen Raum in London, Brighton und im WUK, gleich dazu findet das Hoffest statt: Picknick, Pflanzenmarkt, Live-Musik und mehr in einem der sowieso schönsten Innenhöfe der Stadt. Wann? 6. 6. ab 14 Uhr Wo? WUK, Währinger Straße 59, 1090 Wien Wieviel? Eintritt frei! » wuk.at

BILDERBUCHKINO Schweinischer Sonntag. Zwei Kinderbücher (ab 4 Jahren) werden vorgelesen, die Illus gibt’s im Großformat auf Leinwand projiziert: „Schmatz und Schmuh“ (Susanne Lütje) und „Ein Schwein im Kindergarten“ (Johanna Thydell). Wann? 15. 6. jeweils um 14.30, 15.30 und 16.30 Uhr Wo? Thalia Wien Mitte W3, Landstraßer Hauptstraße 2a/2b 1030 Wien Wieviel? Eintritt frei! thalia.at FESCH IN OTTAKRING Alle Frühsommer wieder ruft der fesch’markt die versammelte Earlyadopterschaft in die heiligen Hallen der Ottakringer Brauerei. Von Gemälden bis zum G’wand – auch für Babies und Kinder – ist für alle was dabei. Und vor allem: Hip, hip, hip!! (Schön anziehen, gell!) Wann? 13. bis 15. 6. ganztags Wo? Ottakringer Brauerei, Ottakringer Platz 1, 1160 Wien Wieviel? Erwachsene € 3,– Kinder gratis » feschmarkt.info

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FAMALLEYCAT Schon fast traditionell gibt’s kurz vor Saisonschluss im LILARUM eine Fahrrad-Schnitzeljagd für Familien. Diesmal starten die Kids und Erwachsenen direkt beim Theater im dritten Bezirk. Auf dem Weg zum Fahrrad-Picknick in der Freudenau müssen vier Checkpoints angefahren werden, die sind aber top secret! Wer wissen will, wohin die Reise geht, muss erst die Aufgaben lösen. Wann? 22. 6. von 10 bis 14 Uhr um 14.30 Uhr und 16.30 Uhr Wo? LILARUM, Göllnergasse 8, 1030 Wien Wieviel? Teilnahme kostenlos! » lilarum.at WIENER KINDERLESEFEST Findet heuer zum dritten Mal statt, wieder nach dem Motto: Kommen, schauen, mitnehmen! Es gibt nämlich zigtausend Gratis-Kinderbücher und nebenbei erzählen „Große Kinder“ (mehr oder wenige Prominente) von ihren Leseerlebnissen. Wann? 20. 6. von 10 bis 20 Uhr Wo? Rathaus Wieviel? Eintritt frei! » kinderlesefest.at

KARLSPOP Fünftes Jubiläum für das HERBERT & MIMI Popfest am Karlsplatz und SPIELEN ROTKÄPPCHEN Umgebung. Zur Eröffnung KINDERHÄNDE RADTOUR Die beiden sind sowas von Pflicht! gibt’s heuer ein Hip-HopWie wär’s mit einer Radltour von Wie ihre Rotkäppchen-Version Special im Big Band Format, Linz nach Wien?! Der Verein ausgeht, lässt sich unmöglich ansonsten mit dabei Effi, Manu kinderhände organisiert eine vorausahnen. Vielleicht frisst die Delago Handmade, Ernst mehrtägige Familien-Radtour Großmutti den Wolf oder der Molden & Willi Resetarits, We mit allem Drumherum: Spiel, Herbert die Mimi, keine Ahnung. Walk Walls und viele mehr. Sport und Camping-Abenteuer. Saukomisch wird’s jedenfalls sein! Wann? 25. bis 28. 7. Anmeldung bis 15. Juni! Wann? 6. 7. um 11 Uhr Wo? Karlsplatz und Umgebung Wann? 1. bis 6. 7. Wo? Theater am Spittelberg, Wieviel? Eintritt frei! Wo? Donauradweg zwischen Spittelberggasse 10, 1070 Wien » popfest.at Linz und Wien Wieviel? € 8,– Wieviel? € 5,– pro Person & Tag » theateramspittelberg.at ZEICHNEN MIT LICHT (exkl. Abendessen und Camping) Beim Fotografieren kann man » kinderhaende.at BEUTELJAHRE ohne Pinsel und Stift die Welt EINER KAISERIN abbilden. Wie das funktioniert, BRAUKULTURWOCHEN Die Geschichte der schönen zeigt dieser Workshop. Die Kids Neun Wochen Bierkultur am Kaiserin Sissi abgestaubt und (6 bis 12 Jahre) erstellen eigene Ottakringer Platz. Jede Woche schräg und schrill im TrashFotogramme, die Belichtung ist eine andere Kleinbrauerei zu Musical-Sonntagskleid neu erfolgt dabei - dem Sommer Gast, dazu gibt es ein umfang- präsentiert. Für allzu ernste sei Dank - im Freien! reiches Rahmenprogramm. Man Sissi-Fans wahrscheinlich mit Wann? 31. 7. um 15 Uhr kann von Ottakringer halten, was Vorsicht zu genießen! Wo? 21er Haus, man will, mein Herz schlägt bei Wann? 9. 7. um 19.30 Uhr Arsenalstraße 1, 1030 Wien dieser Veranstaltung höher! Wo? Tschauner Bühne, Wieviel? € 4,50 Wann? ab 3. 7. Maroltingergasse 43, 1160 Wien » 21erhaus.at Wo? Ottakringer Brauerei, Wieviel? ab € 12,– Ottakringer Platz 1, 1160 Wien » tschauner.at Wieviel? Eintritt frei! » ottakringerbrauerei.at CRITICAL MASS In mehr als 300 Städten weltweit FERIENSPIEL IM MUSA wird Critical Mass geradelt. FreiKinder von 6 bis 10 malen und lich auch in Wien, nämlich an gestalten wie KünstlerInnen der jedem dritten Freitag im Monat. 70 er Jahre und gehen raus damit! Vor allem in den SommerFiguren gehören in den Park monaten bietet es sich an, auch und Bilder auf den Gehsteig! mit Kindern mitzufahren! Wann? 2., 3. & 4. 7. ab 10 Uhr Wann? 18. 7. um 16.30 Uhr Wo? MUSA, Wo? Schwarzenbergplatz Felderstraße 6-8, 1010 Wien 1030 Wien Wie viel? Gratis! Wieviel? Teilnahme kostenlos! Anmeldung: 01/4000 84 754 » criticalmass.at » musa.at

Arena 1976 © Peter und Burgi Hirsch

Rosa Lila Villa © Martin Auer

WUK Kulturzentrum © Wikipedia


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DAS WORT AUS DEM WEB Diesmal: Was ist follow friday? Vielleicht habt ihr euch schon mal gefragt, was der Twitter-Hashtag #ff bedeutet, den die UserInnen immer wieder verwenden. Meist machen sie das freitags. Dieser Wochentag wurde von der Twitter Community nämlich zum Tag der Weiterempfehlung erklärt, zum follow friday. Wer also seinen LeserInnen eine andere Userin oder einen anderen User ans Herz legen möcht, verlinkt einfach auf die Person, führt vielleicht noch den Grund an, warum er oder sie folgenswert ist und ergänzt natürlich den Hashtag #ff. Wäre zum Beispiel heute Freitag und würde ich auf Twitter eine Empfehlung für Conchita Wurst abgeben wollen, dann würde ich schreiben: Folgt @ConchitaWurst, weil Sie einfach die Queen of Europe ist. #ff Weil wir uns hier aber auf Papier befinden und nicht im Netz, kann ich nur ein Print #ff vergeben, wie ihr auf der rechten Seite auch sehen könnt.

TU FOLGEN! TWITTER-TIPPS FÜR LATER ADOPTER

WHAT'S APP? APPS FÜR VERY EARLY ADOPTER! Kinder lieben Apps, und wir lieben sie auch. Die Apps. Deshalb haben wir diesmal nur eine Kinder-App und zwei Empfehlungen für Erwachsene!

Familie Rockt präsentiert witzige, hitzige oder spritzige TwitterUserInnen, denen man einfach folgen muss!

Geschlecht verkehrt Eigentlich wollte ich eine Jubel-Kolumne darüber schreiben, wie offen Österreich gegenüber Transgender ist. Dank Conchita und dem medialen Hype um sie schien es an der Oberfläche ja tatsächlich so, als wäre das ganze Land plötzlich von einem Tag auf den anderen tolerant geworden. Vor allem in den sozialen Medien nahm die Euphorie über den Sieg der bärtigen Diva kein Ende. Doch dann ereilte mich ein Schock-Posting auf Facebook, das mich aus meinem Freudentaumel riss. Just am Tag der Deadline für meine Familie RocktTexte schrieb eine rund 50-jährige Bekannte unter mein eigens kreiertes fotomontiertes Bart-Profilfoto, das ich aus Solidarität mit, und Anerkennung für Conchita veröffentlicht hatte: „Furchtbar! Wetten, ich bin cooler, auch ohne Bart? Lebenseinstellung muss man nicht gleich sehen!!!!!“ Na bumm, das hat mich kurz vom Hocker gerissen. Diese Bekannte, die eigentlich im linken Umfeld politisch aktiv ist, hat es geschafft, mit wenigen Worten die 95 Likes, die mein Profilbild erntete, in den Schatten zu stellen. Dabei hat sie mit jedem einzelnen Buchstaben ihres Postings sowas von

unrecht. Indem sie meinen Photoshop-Bart als „furchtbar“ bezeichnet, drückt sie aus, wie einbetoniert klassische Rollenbilder in ihrer Gedankenwelt sind. Ihre Annahme, ohne Bart cooler zu sein, ist obendrein unglaublich kindisch. Und nicht zuletzt empört mich ihre mit fünf Rufzeichen versehene Aussage, dass eine Lebenseinstellung nicht sichtbar sein solle. Falsch, falsch und nochmals falsch! Natürlich trage ich meine Denkweise nach außen, natürlich zeige ich mit meinem äußerlichen Auftreten, wofür ich stehe. Das ist eine uralte menschliche Tradition. Sie reicht vom Tragen religiöser Symbole über das Tragen regionaler Kleidung bis zum Tragen politischer Fahnen. Es ist ein Zeichen von Freiheit, die eigene Identität zum Ausdruck bringen zu dürfen, solange sie nicht die Freiheit anderer einschränkt. Die Bekannte stellt mit ihrer Kritik diese Freiheit in Frage. Das Schlimmste dabei: Mein Bart ist nur Fake. Wie reagiert sie wohl auf Menschen, die nicht ihrer Vorstellung von Geschlechteridentität entsprechen, wenn sie tatsächlich in Fleisch und Blut vor ihr stehen?•

Hollaback (Android, iPhone, iPad) Hollaback nennt man die Cheerleaderin, die die anderen Cheerleader in der Gruppe anfeuert. Diese App hat aber nichts mit Cheerleading zu tun sondern stammt von einer Non-ProfitBewegung, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, gegen sexuelle Übergriffe und Belästigung im öffentlichen Raum zu mobilisieren. Einmal installiert kannst du Erfahrungen in einer Map posten und dich mit anderen austauschen. Kostenlos

Power Sleep (Android, iPhone) Gutes tun, während du schläfst! Das klingt doch sehr verlockend! Dabei handelt es sich aber um eine wissenschaftliche App, der du die Rechenleistung deines Handys zur Verfügung stellen kannst, solange du schläfst und es nicht brauchst. Die App schickt Daten vom Server der Universität Wien an dein Handy, das dann fleißig rechnet, und wieder zurück. Konkret werden Proteinverbindungen berechnet, die der Forschung gegen Krebs und Alzheimer weiterhelfen sollen. Und einen Wecker gibt’s bei der App auch dazu! Kostenlos

Petites Choses (iPhone, iPad, Android) „Kleine Dinge“– eine Menge kleine Minispiele für kleine Kinder waretn darauf gelöst zu werden, um einen kleinen Vogel aus seinem Käfig zu befreien! Eine liebe App, die ohne Text auskommt, die Musik erinnnert an „Die wunderbare Welt der Amelie“, die Zeichnungen sind zart und zauberhaft. Eine App einfach zum Verlieben! € 1,79

Alle genannten Apps sind gratis oder kosten maximal zwei Euro!

@ConchitaWurst Die Grande Dame des Eurovision Song Contest darf nach ihrem Erfolg in Kopenhagen in unseren Empfehlungen natürlich nicht fehlen. Ihr Twitter-Auftritt bietet einen wunderbaren Mix aus Blicken hinter die Kulissen, Styling Pics und Liebesbotschaften aus aller Welt in alle Welt. Die positive Attitude, die Conchita bei ihren Auftritten ausstrahlt, findet sich auch in ihren Tweets wieder. @MartinThuer Einer, der heraussticht. Auch visuell. Denn wenn der ATV-Außendienstredakteur aus der Menge einer Demo berichtet, kann es schon vorkommen, dass er sich auf das Dach des ÜWagens schwingt, den Kameramann hinaufzerrt und loslegt. Bekannt wurde der einzige echte Aufdecker des heimischen Privatfernsehens, als er sich 2010 während einer Studienreise in den USA spontan zum Präsidentschaftswahlkorrespondenten machte. Typisch Thür. @lenadoppel Weil sie schon auf Twitter war, als ich noch in die Windeln gemacht habe, verdient das Urgestein der hiesigen Twitteria auch einmal ein herzliches Print-#ff. Lena ist super und super unangepasst. Und genau das braucht die männlich dominierte Twitter-Sphäre. Danke Lena, dass du die Online-Community jeden Tag ein bisschen würziger machst. Ohne dich wär´s definitiv viel fader im Netz.


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IK T I R K E G N U J

S P P I T FILM N R E T L FÜR E

endliche g u J d n u der er! z für Kin ahl findest du hi n a T d n u Theater Eine kleine Ausw n o v n e n Rezensio hen Junge Kritik. c – das ma

Sebastian Rieger

FROSCH & TIGERENTE – Grün stürzt sich auf Gestreift

Der Frosch (Nele van den Broeck) kommt eines Tages beim Spielen auf den Gedanken, seine hölzerne Tigerente zu küssen. Da sie sich nicht wehrt, geht er schnell zu einem Antrag über und schon befinden sich die beiden auf Hochzeitsreise. Janoschs Kinderbuch Frosch & Tigerente, umgesetzt von der flämisch-österreichischen Gruppe motschnik erzählt die einzigartigen Liebesgeschichte, die nicht sehr gleichberechtigt ist. Was unauffällig beginnt, wird bald zu einer irrwitzigen Tour um die ganze Welt. Requisiten knallen auf die Spielfläche oder werden zu genial ausgewählten MusikSamples eilig aus ihren Verstecken geholt. Bemerkenswert ist die Entscheidung von Regisseurin Melika Ramic, die Tigerente mit einer Schauspielerin zu besetzen. Marieke Breyne hockt fast bewegungslos auf dem Rollbrett festgeschnallt. Reduziert auf kleinste Ausdrucksmöglichkeiten bekommt jeder Augenaufschlag größere Bedeutung. In dieser Rolle einen Menschen vor sich zu haben, löst eine herausragende Empathie beim Publikum aus, denn wie jedes Spielzeug wird die Tigerente nicht gerade zimperlich hierhin und dorthin gerissen. Van den Broecks Frosch ist ein verspieltes Energiebündel mit Aufmerksamkeitsdefizit. Ein Großmaul, das es nicht böse meint. Wie in der Vorlage gibt es zwischen den Zeilen vieles zu finden, was an so manche menschliche Beziehung erinnert, bei der ungleiche Machtverhältnisse bestehen. Was? FROSCH & TIGERENTE (ab 5 Jahren) Wann? 3. bis 6. 6. 2014 jeweils um 10.30 Uhr, mittwochs um 14.30 Uhr, freitags um 16.30 Uhr Wo? Dschungel Wien, MQ, Museumsplatz 1, 1070 Wien Wieviel? Kinder, Jugendliche und Erwachsene € 8,50 » dschungelwien.at

© Ani Antonova

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Timon Mikocki

MEIN KLEINES MEER Plätscher, Plitscher, Feder, Wasser mag doch jeder... Wien liegt nicht am Meer – doch der Dschungel zaubert’s her. Mit der Produktion Mein kleines Meer zeigt das hauseigene Ensemble, wie leichtfüßig und einfach der Topos Wasser tänzerisch gestaltet werden kann. Ein sehr simpler Plot reicht aus, um in 45 Minuten eine breite Palette von Bewegungen durchzuspielen, die mit Wasser denkbar sind. Meist sind es alltägliche Dinge – Waschen, Planschen, Trinken, Schwimmen – die schon von Geburt an gelernt und daher auch von den Kleinsten erkannt und verstanden werden. Das Dreigespann der SchauspielerInnen tanzt über und unter Wasser, wirbelt herum, bildet schnell ein U-Boot, duckt sich unter Schirme im Prasselregen oder hüpft genüsslich ins imaginäre Nass. Oft ist man nicht sicher, ob jetzt Seepferdchen, Quastenflosser, Schwammköpfe oder Delphine verkörpert werden, jedenfalls wird die Fantasie angeregt. Beeindruckend ist vor allem, dass die TänzerInnen bis zur letzten Szene nicht einen Tropfen reales Wasser brauchen, die Illusion wird mittels Regenschirmen und Waschlappen, ein paar liebevollen Wandprojektionen, gezielten Lichteffekten und knackigen Musiksprengseln aufrechterhalten. Erst gegen Ende potenziert reales Wasser noch einmal den Spaß. Abschließend wird wortwörtlich aus dem Vollen geschöpft, und wenn am nassen Boden gerutscht, geschlittert, geschwommen und geprustet wird, möchte man am liebsten mitmachen. Was? MEIN KLEINES MEER (ab 2 Jahren) Wann? 21. 6. 2014 um 16 Uhr Wo? Dschungel Wien, MQ, Museumsplatz 1, 1070 Wien Wieviel? Kinder, Jugendliche und Erwachsene € 4,99 » dschungelwien.at

© Ani Antonova

» jungekritik.com

Disconnect: Ein hart arbeitender Anwalt, der mehr am Handy als an seiner Familie hängt. Ein Paar, dessen intime Geheimnisse plötzlich im Netz kursieren. Ein alleinerziehender Polizist, dessen Sohn im Netz seine MitschülerInnen mobbt. Eine Journalistin, die bei ihren Recherchen auf einer Sexseite auf einen minderjährigen Burschen stößt und mehr als journalistisches Interesse entwickelt. Ganz unterschiedliche Menschen, die über ein paar Ecken, Kabeln und WLan-Spots durch das Internet miteinander verbunden sind. Am Ende wird aus der Gesellschaftsstudie auch noch ein Thriller... Gespielt werden die Cybersüchtigen von einem starken Cast: Angefangen beim Schönling Alexander Skarsgård über Charakterdarsteller Michael Nyquist bis zu Jason Bateman. Er fing seine Karriere bei Kultserien wie „Unsere kleine Farm“ und „Knight Rider“ an. Mittlerweile kennt man ihn auch schon aus Erwachsenenfilmen wie „The Switch“ Thriller – Filmstart: 1. 5. 2014

Beziehungsweise New York: Xavier ist 40 Jahre alt, hat zwei Kinder und lebt in Paris. Mit der Mutter der beiden war er 10 Jahre zusammen, aber sie leben schon länger getrennt. Dann passiert, wovor sich die meisten getrennt lebenden Eltern fürchten: Die Mamsch will ins Ausland ziehen und natürlich die Kinder mitnehmen. Xavier macht das einzig Logische: Er zieht wie sie nach New York, heiratet eine Chinesin, spendet einem lesbischen Paar seinen Samen und läuft seiner großen Liebe über den Weg – zufälligerweise ist das die Frau aus „Die wunderbare Welt der Amelie“. Einen Franzosen nach New York zu schicken ist für die französische Filmindustrie schon knapp am Kulturbanausentum, und verlieben tut er sich dann bitteschön schon in eine Französin, gelt? Filmstart: 1. 5. 2014

KRITIK IN EINEM SATZ

KRITIK IN EINEM SATZ

Ein spannender, emotionalisierender Film – ganz besonders für Menschen die Angst vor dem Internet, dem NSF und vor der Vereinsamung durch soziale Medien haben.

Ein Film, der sich mit dem „wie geht’s jetzt weiter?“ nach einer Trennung auseinandersetzt, und zeigt, es muss kein Meldodram sein, sich trotz Kindern zu trennen!

30 Rock: Eine der ältesten Serien aus der Rubrik „Machtsüchtig“. Man merkt ihr das Alter auch an. Im Vergleich zu Mad Men oder Suits oder Boardwalk Empire etc. etc. etc. erinnert die Kulisse von 30 Rock eher an Am Dam Des. Auch tiefsinnig gezeichnete biographische Entwicklungen kann man sich von 30 Rock nicht erwarten. Warum soll man diesen alten Schinken also schauen? Weil es kaum eine Serie gibt, die so leichtfüßig, erheiternd und böse die Medienbranche persifliert. Weil die einzelnen Charaktere intensives Fremdschämen in einem auslösen und man sie gleichzeitig knuddeln will. Weil zwischendurch immer wieder und unerwartet so unglaublich gute Slapstick-Schmähs eingeflochten werden, dass einem der Mund offen stehen bleibt. Es geht in der Serie um Liz Lemon, Chefautorin einer täglichen Show und dem ganzen Showbiz drumherum. Dargestellt wird sie von der supersympathischen Tina Fey, die selber Chefautorin der Saturday Night Show war. Serie

KRITIK IN EINEM SATZ Allein der übermotivierte Hauspage Kenneth ist es wert, sich die ganzen 138 Folgen reinzuziehen.


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Tatjana Kruse. Grabt Opa aus! Haymon. € 9,95 Tollpatsch Alfie erbt eine Pension in Tirol – und wähnt sich in der schönen, aber verschlafenen Touristengegend im Glück. Schön? Ja. Verschlafen? Mitnichten! Schon bald überschlagen sich die Ereignisse im Grenzgebiet zwischen Seefeld und Mittenwald, wo sich Österreicher und Deutsche gute Nacht sagen, und Alfie muss feststellen, dass seine Hausgäste alles andere als harmlos sind …

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Antonia Rados. Die Bauchtänzerin und die Salafistin Amalthea. € 20,60 Seit dreißig Jahren berichtet Antonia Rados aus Krisengebieten in aller Welt. Viel beachtet waren ihre engagierten Reportagen über Frauen in der arabischen Welt: Über eine junge Iranerin, die sich aus Angst vor der Zwangsheirat selbst verbrennt; über die von Muammar al-Gaddafi geschändeten Frauen. In Kairo ist sie zwei Schwestern begegnet, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Die eine provoziert als Bauchtänzerin und Filmstar, die andere lebt als Salafistin nach ultrakonservativen Vorschriften. Sie sind keine Ausnahme, sondern zeigen die extremen Spannungsfelder, die heute in Ägypten herrschen.

Ingrid Pernkopf. Resteküche – Köstlich. Günstig. Nachhaltig Pichler. € 29,99 Bei ihren Kochkursen, so betont Ingrid Pernkopf, legt sie großen Wert darauf, dass alles verwertet wird bis hin zum Knödelkochwasser. Mit etwas Kreativität kann man auch aus Resten noch etwas Köstliches zubereiClaudia Böhm und Gabriele Hasmann. ten. Aufgewachsen bei ihrer Oma, die eine Warum Schokolade nicht glücklich macht einfache Bäuerin, aber sehr gute Köchin war, Schadenfreude aber schon lernte Ingrid Pernkopf schon früh den Wert Goldegg. € 19,95 eines Apfels oder einer Handvoll Kirschen, Was Sie glauben, aber nie hinterfragt haben: von einem Stück Bratenfleisch oder von Alltagsweisheiten auf dem Prüfstand. Haben Sauerkraut zu schätzen. Eine Erfahrung, die Frauen wirklich keinen Orientierungssinn sie bis heute prägt: Mit Liebe und großer und werden Blondinen immer bevorzugt? Kreativität widmet sie sich all jenen Resten Ist Gähnen tatsächlich ansteckend und und Überbleibseln, die wir nur allzu oft bringen Energy Drinks mehr Energie? Darf gedankenlos im Abfalleimer verschwinden man Lamas nicht ärgern und sind Elefanten lassen, und beweist, dass diese mit ein bissnachtragend? Halbwahrheiten, Klischees chen Fantasie zu hervorragend schmeckenund Pseudoweisheiten haben sich in unserer den Gerichten verkocht werden können. Welt einen festen Platz erobert. Und wenn Aus übrig gebliebenen Gemüse- und Obstsich ein Mythos erst einmal gebildet hat, resten zaubert sie Chutneys und Relishes, benötigt er keine Begründung mehr. Aber Fleisch-, Mais- und Reisreste werden zu was davon stimmt wirklich? Das Besondere köstlichen Ofengerichten oder Kroketten an diesem Buch: Die Autorinnen haben verarbeitet, gekochte oder gebratene Fleischkeinen Aufwand gescheut und jeden Mythos reste zu Knödel- und Strudelfülle, Altbrot selbst überprüft. Höchst vergnüglich und zu Brotschmarren und Brotsuppe. Ein Kochpointiert schildern sie ihre Suche nach den buch, das umfassend demonstriert, wie man Kernmerkmalen eingebürgerter AlltagsLebensmittel optimal nützt, unnötiges Wegweisheiten. Kein Test war ihnen zu heikel, werfen von Resten vermeidet und im Küchenkeine Enttarnung zu mühsam, kein Selbst- haushalt nachhaltig und kostengünstig wirtversuch zu gewagt, um zum Ziel zu kommen. schaftet.

Susanne Scholl. Emma schweigt Residenz. € 19,90 Die Begegnung von zwei Frauen, zwei Kulturen, zwei Schicksalen, wie sie unterschiedlicher nicht sein können: Emma, Rentnerin in Wien, macht sich so ihre Gedanken über eine Welt, die nicht mehr ist, was sie mal war: Die neue türkische Schwiegertochter ist schwanger, die Enkelin Luzie trägt zu enge Hosen und ihren Ex-Mann Georg hat ein gerechter Schlaganfall niedergestreckt. Sarema kommt aus Grosny nach Wien. Dass sie noch am Leben ist, hat sie ihrem verzweifelten Mut zu verdanken: Im Tschetschenien-Krieg hat sie alles verloren, Schlepper haben sie und ihren jüngsten Sohn Schamil nach Österreich gebracht. Sarema braucht Asyl, Emma nach einem Unfall Hilfe im Haushalt. Ihre Wege kreuzen sich, Ihre Schicksale verbinden sich.

Ulrich Ladurner Lampedusa Residenz. € 19,90 Zarin Katharina II. wollte die Insel für ihre Flotte erwerben. William Shakespeare siedelte auf ihr sein Drama „Der Sturm“ an. Ariosto ließ seinen Rasenden Roland an ihrem Strand kämpfen. Hunderte Soldaten Mussolinis ergaben sich 1943 widerstandslos einem englisch-jüdischen Piloten, der auf der Insel notgelandet war. Der italienische Romancier Tomasi di Lampedusa verspottete die Insel, deren Namen er trug. Und seit mehr als zwei Jahrzehnten ist Lampedusa für zehntausende Flüchtlinge zu einer Insel der Hoffnung geworden.

Daniela Horvath und Michael Martinek. Vintage Alpen – Die Bilder unserer Kindheit Metroverlag. € 19,90 „Vintage Alpen“ bietet atemberaubende Einblicke in die alpine Freizeit vergangener Tage: Die privaten Zeitdokumente von Hobby-Fotografen werden in dieser Form erstmals einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Nach dem großen Erfolg von „Vintage Vienna“ ist dies ein weiteres Projekt von Daniela Horvath und Michael Martinek, das aus einer ganz persönlichen Leidenschaft heraus entstanden ist: Auf der Suche nach den beeindruckendsten nostalgischen Alpen- und Naturaufnahmen sind sie erneut mithilfe sozialer Netzwerke auf wahre fotografische Schätze einer ganzen Generation gestoßen.

Lisa Pfleger. Vegan regional saisonal – Einfache Rezepte für jeden Tag Ulmer. € 20,50 Live vegan eat local. Von der Last-MinuteIdee bis zum Weihnachtsmenü – vegan schmeckt richtig gut! Immer mehr Menschen möchten klima- und tierfreundlich kochen und essen. Und das geht am besten vegan mit saisonalen und regionalen Zutaten. Lisa Pfleger stellt über 160 Rezepte vor, von einfach und schnell bis raffiniert und vielschichtig – aber immer super lecker. Für die alltagstauglichen Rezepte sind die meist saisonalen Zutaten einfach in der eigenen Region zu beschaffen. Immer wieder regen die Rezepte dazu an, Neues auszuprobieren: geh doch mal selbst auf Wildkräuterpirsch oder lass vitaminreiche Keimlinge auf der Fensterbank sprießen – so gibst du den Rezepten einen ganz eigenen Pfiff!

Monika Gruber. Man muss das Kind im Dorf lassen Piper. € 20,60 Was macht eine, die aus einem Ort namens Tittenkofen stammt, aber nicht so aussieht? Die auf dem Bauernhof aufwächst, aber eigentlich auf die Bühne will? Klar, sie nimmt’s mit Humor und wird Bayerns bekannteste Komikerin. Monika Gruber erinnert sich in ihrem Buch an ihre Kindheit und Jugend auf dem Land bei Erding. Sie erzählt Geschichten, in denen sie grantelt, witzelt, schwelgt und auch lästert, aber nie denunziert, denn dazu liebt sie Land und Leute zu sehr.

Morawa Wollzeile – Die größte Auswahl in Wien Wollzeile 11, 1010 Wien Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 9 bis 19 Uhr Samstag 9 bis 18 Uhr Morawa SCS Top 299, 2334 Vösendorf Öffnungszeiten: Montag bis Mittwoch und Freitag 9.30 bis 19 Uhr Donnerstag 9.30 bis 21 Uhr Samstag 9 bis 18 Uhr » morawa-buch.at


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Gabriela, 38 Es war die 37. Woche, zweites Kind, sie erzählt: „Die Fotos haben wir an meinem Geburtstag gemacht. Die zweite Schwangerschaft ist so anders als die erste... In der ersten fühlte sich alles so an, als wäre man etwas völlig Einzigartiges, als wäre noch nie eine Frau vorher schwanger gewesen und hat das Glück gehabt so etwas zu erleben. Bei der zweiten wird alles sehr schön selbstverständlich. Man freut sich ja auch zu dritt auf das neue Baby! Umso mehr trifft es einen dann, wenn der Bauchbewohner in die Welt purzelt, es einen völlig aushebelt und alles ist plötzlich wieder wie das größte Wunder dieser Erde.“

„BEIM ERSTEN MAL IST ALLES SO EINZIGARTIG, ALS WÄRE NOCH NIE EINE FRAU SCHWANGER GEWESEN!“

Fotografin Pamela Russmann, selber Mama, fotografiert Frauen kurz vor ihrem ersten Kind und hält in diesen besonderen Momenten auch ihre Gedanken fest, manchmal freudig, manchmal unsicher... » tellmewhatiwasthinking. tumblr.com

H C S A SCHM

17.000 Wörter So viele Worte hat ein Kind in seinem Sprachrepertoire, wenn es in die Schule kommt. Vorausgesetzt die Eltern haben von Anfang an Bücher vorgelesen. Kinder, denen nie vorgelesen wurde, kennen nur 6.000 Worte. Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen Sprachkompetenz der Kinder und dem Zugang zu Kinderbüchern im Elternhaus.

€ 10 bis € 20... Habt ihr euch schon öfter gefragt, wieviel 40 Stunden ihr euren Kindern Taschengeld geben Dass der Konsum von Alkohol und Nikotin solltet? Als Referenzgruppe solltet ihr euch die Wahrscheinlichkeit einer Risikoschwan- aber nicht die SchulkollegInnen der Kinder gerschaft steigert, weiß man schon lange. hernehmen. Zumindest skeptisch sein, Aber jetzt haben britische, australische und wenn sie euch erzählen, dass „alle in der neuseeländische Wissenschafter herausKlasse € 100 und mehr“ pro Monat bekomgefunden, dass auch ein 40-Stundenjob men. Hier findet ihr eine realistischere Auswirkungen auf die Schwangerschaft Aufstellung: So viel Taschengeld im Monat hat. Und zwar positive. Frauen mit einer bekommen Kinder durchschnittlich im Fixanstellung erleben signifikant öfter eine Alter von 7 bis 12 Jahren: unkomplizierte Schwangerschaft als 7 Jahre € 10 Frauen, die in prekären Verhältnisse oder 8 Jahre € 11 gar nicht arbeiten. 9 Jahre € 12 10 Jahre € 13 11 Jahre € 17 12 Jahre € 20

zieht zu Mama! Das coolste Wiener Label für Urban-Art-Kinder-Mode ist jetzt Untermieter im schönsten und best sortierten Umstandsmode-Laden Wiens, dem Unter Umständen! Windmühlgasse 15 1060 Wien Mo - Sa 11 Uhr bis 18 Uhr

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WIR LIEBEN EUCH ALLE.

Entgeltliche Einschaltung

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RN MASEKEIN SIND DERKIN L. SPIE n Schützeh ic s ie S e und Ihr ! r e d Kin Masern sind alles andere als eine harmlose Kinderkrankheit. Sie sind hochansteckend und können schwerwiegende Folgen haben – auch für Jugendliche und Erwachsene! Schützen Sie sich und Ihre Kinder rechtzeitig mit der gut verträglichen MMR-Gratis-Impfung. Informieren Sie sich bei Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, in Ihrer Apotheke oder im Web: www.keinemasern.at

M DER IT M GRA MRIMP TISFUN G

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Exklusiv im kabElnEtz dEr

und auf w24.at

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Das poppigste Familiemagazin im deutschprachigen Raum! Pointierte simple Sprache, lässiges Design, gut recherchierte Artikel und ein moderne...

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