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37 PasseirerBlatt-NR.

69, DEZEMBER 2004

G RAT U LA TI 0 N E N ST. LEONHARD

Jahrgang 1944 feiert Ende Oktober hots geben in Pseier, fa ins 6o-jahrigen a zinftige Feier. In dor Frie wor holt a bisl a Regn, ober letz au war mor nie lei sellewegn. Hauptsoche noch dor schien Messe fan Pater Christian, hot die Sunne gschienen wie noch Plan. Dornoch seimer gongen af guetes Gelingen, an Wein und a por guete Breatler verschlingen. S'Fotim mit dor Kutsche wor schien afjedn FolI, und, man mechts kam glabm, fa viele 's earte Mol. Firseil nou an groasn Vergelt's Gott in Stroubl, denn s'Fahrtl in dor Kutsche wor wollte noubl. Afoure ban Buecher hobmer ins gstärkt mit ar gueten Suppe. Unterholten hot ins die Inge mit dor Gitarre, de schneidige Puppe. In dor olten Stube ban Sond hobmer gessn an gueten Schmaus,

befour die gonze Feier gewesen isch aus. Zi ar gueten Musig hobmer getonzt bis in dor Frie, ober zem hoben ins nor wea geton die Knie. In Erinnerung an den schönen, ereignisreichen Tag, freuen sich die Teilnehmer schon auf eine Wiederholung in fünf jahren!

Die Organisatoren

WIR

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"U nte rsti cklmuate r"

90 Jahre vollendet

Am 16. Oktober 2004 wurde meine liebe Oma, Frau Maria Spörr geb. Haller aus St. Leonhard in Passeier, genannt "Unterstickl-Moidl", 90 [ahre alt. Sie hat einen langen und sehr interessanten Lebenslauf. Wollte man 90 jahre niederschreiben, so würden wohl einige "Pseirer Blattler" dazu nicht ausreichen. Am 16. Oktober 1914 erblickte Maria

die "Untersticklmuater" in Innsbruck als Tochter der is-jährigen Mitzi Spörr das Licht der Welt. Ihr .Nene" (Großvater) Georg hat kurz darauf in St. Martin in Passeier Arbeit als "Rädermacher" gefunden und ist mit seiner Tochter Mitzi und der kleinen Maria ins Passeiertal gezogen. Auch ihre beiden Tanten Rosa und Antonia sind mit ins Passeiertal gekommen. Die Mutter von Maria hat als Kellnerin im Gastgewerbe gearbeitet, beim Gasthof Frick und danach in Meran im "Cafe Zentral". Dort hat sie josef Platter kennen gelernt, welcher Marias Stiefvater wurde. Maria hatte eine harte Kindheit und musste schon sehr früh arbeiten. Bereits im Alter von elf jahren hat Maria ihre geliebte Mutter verloren. Die damals erst 29-jährige Mitzi ist an einer heimtückischen Lungenkrankheit gestorben. Maria war mit ihrem .Nene" alleine und musste nach dem Tod ihrer Mutter ins Heim nach Meran und besuchte dort die Schule bei den "Englischen Fräulein", welches zur damaligen Zeit ein sehr strenges und teures Heim war. Der Großvater versuchte deshalb einen anderen Platz für das kleine Mädchen zu finden. In Meran lernte Georg einen Bauer aus Walten kennen und fragte diesen um einen Platz für sein Kind. Paul Haller, der in Walten in St. Leonhard in Passeier auf dem "Oberegghof" mit seiner Mutter und seinen Geschwistern wohnte, sagte sofort, dass sie einen Platz für die kleine Maria hätten und sie zur Arbeit am Hof gebrauchen könnten. Damals war sie elf [ahre alt und musste immer zu Fuß zur Schule nach Walten. Der Weg vom "Oberegghof" bis zur Schule in Walten war im Winter oft sehr lawinengefährlich und auch sehr weit. Maria

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Passeirer Blatt  

Ausgabe 04/2004

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