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2015

Passauer land Das Magazin

für Urlaub in Niederbayern

Flüsse Wälder Thermen Natur ...

Touren entlang der Ilz – Deutschlands letztem ungezähmten Wildfluss

Kultur ...

Die großen Geheimnisse einer kleinen Perle – Geschichte(n) erleben im Passauer Land Jazz am Hof – wo sich Niederbayern von allen Seiten zeigt und die Welt zu Hause ist

Kulinarik ...

Zu Gast bei Denis Feix – einem der Top-Köche Deutschlands

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Inhalt

Tipp: Der besondere d Die PassauRegiConaunrd nutzen Sie freie die Entdecken Sie gen! ele Vergünstigun vi Eintritte und 9 und 9 08531 / 944 4 Servicetelefon

www.passauca

rd.de

„Griaß Di“ im Passauer Land ....................................................................Seite 4

Natur Auf den Spuren der Säumer und Panduren .........................................Seite 6

Kultur Jazz am Hof ............................................................................................... Seite 16 Die großen Geheimnisse einer kleinen Perle ..................................... Seite 20

Kulinarik Im Garten der feinen Genüsse ............................................................. Seite 34 Überaschend natürlich – auf ganzer Linie........................................... Seite 38

Aktiv Volle Entspannung in der bayerischen Toskana ............................... Seite 42 Zeit, die Pferde zu satteln........................................................................ Seite 48 Nur Elche wird man hier noch selten sehen........................................ Seite 50

Lieblingsplätze Rainer Kunze ............................................................................................. Seite 32 Bettina Mittendorfer .............................................................................. Seite 46

doch ganz schön was los! Veranstaltungen 2015 ............................................................................ Seite 54

Impressum Herausgeber: Tourist-Information Passauer Land Domplatz 11 . 94032 Passau Telefon: 0851/397-600 Fax: 0851/397-488 Mail: tourismus@landkreis-passau.de . Net: www.passauer-land.de Bilder: Robert Geisler, Tourist-Information Passauer Land, Gustav Bachmeyer, Gemeinde Aldersbach, Toni Scholz, Keramikmuseum Obernzell, fotolia.com Redaktion: Andreas Wenzel . Mail: redaktion@passauer-land.de Gestaltung + Druck: Donaudruck GmbH, Vilshofen . Net: www.donaudruck.de Auflage: 25.000, © Donaudruck, Vilshofen 2014

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Unsere Tipps:

n

Naturerlebnis

n

Wander-Tipp

n Radel-Tipp n Familien-Tipp n Golf-Tipp n Kulinarischer

Genuss

n Kulturerlebnis n Wintersport-Tipp


Herrlich r ä l u k a t k e p s ! r ä l u k a t k e p s un Liebe Leser, große Ereignisse wie die Landesausstellung zu einem der wichtigsten Stücke bayerischer Kultur, dem „Bier in Bayern“, lassen zwar noch etwas auf sich warten, dennoch wird auch 2015 mit Sicherheit ein besonderes Jahr im Passauer Land. Denn hier muss nicht viel passieren, damit man Unvergessliches mit nach Hause nimmt. Das hat sich auf unseren Streifzügen durch die große Region am südöstlichen Zipfel Bayerns immer wieder aufs Neue bestätigt. Dabei haben wir so manche Überraschung erlebt und sind vielen interessanten Menschen begegnet. Darunter auch bekannten Persönlichkeiten, die uns den ein oder anderen Tipp verraten haben. Exklusiv für Sie, liebe Leser. Gehen Sie mit uns auf die Reise und erleben Sie hier selbst, was so faszinierend und besonders ist am Passauer Land. Urlaub und Freizeit in einem ganz neuen Gesicht. Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen, Inspiration und interessante Anregungen für Ihren nächsten Urlaub.

I hr Redaktionsteam von „Passauer Land“

PS: Kennen Sie bereits unser Passauer Land? Was haben Sie hier selbst schon erlebt? Scheuen Sie sich nicht und schreiben Sie uns. Gerne auch mit Bild. Vielleicht ist Ihre Geschichte ja einen Beitrag wert, in „Passauer Land“. Mail: redaktion@passauer-land.de

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Passauer land

Flüsse, Wälder und Thermen Vielfalt, Offenheit und Herzlichkeit genießen im Passauer Land

"Griaß Di !“

Wer gleich so bei uns begrüßt wird, muss sich nicht wundern. Das kann einem überall passieren im Passauer Land. Völlig normal! Ebenso, dass nicht lange um den heißen Brei herum geredet wird. Nur wenige der liebenswerten Eigenheiten von Land und Leuten, denen man hier begegnen kann. Vielleicht liegt das ja auch daran, dass wir vielerorts lange Zeit eigenständig waren. Über Jahrhunderte hinweg, bis 1806. Denn erst zu Napoleons Zeiten kam das Passauer Land zu Bayern. So wie wir es heute kennen. Natürlich aber hat uns und unsere Kultur die Natur hier stark geprägt. Wald und Wasser – das war im Passauer Land schon immer wichtig. An den großen Lebensadern Donau und Inn. Mächtige Transportachsen für Salz, Holz und anderes wertvolles Handelsgut, das manchen Ort hier zum Blühen brachte. Inzwischen eine der beliebtesten Kreuzfahrt-Destinationen in Europa. Es gibt aber noch manches andere, was viele an unserer Region heute schätzen: Die „Weite und Tiefe“, so wird uns zum Beispiel häufig gesagt – unbeschreibliche Panoramen, egal an welchem Punkt. Eine einzigartige Naturidylle und prächtige Kulisse für eine Unzahl an Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten – in drei Urlaubsregionen und insgesamt acht Feriengebieten. Ein Paradies, mitten in Europa! So groß wie Gran Canaria. Nur eben vielfältiger. Und vor allem: Sehr viel näher! herrlich spektakulär unspektakulär. 4

Der Bayerische Wald "Griaß Di !“

Bei uns im Südlichen Bayerischen Wald! Mit seiner unnachahmlichen Weite und Tiefe, wie man sie nur hier so genießen kann. Seinen sanften Hügeln, urtümlichen Flusstälern und herrlichen Ausblicken. An den Ausläufern des mächtigsten Waldgebietes in Europa. Unendliche Freiheit, das ganze Jahr!

ß Di !“ Bei uns im ria

Wo das Land und die Leute „hart, aber herzlich“ sind. Der G ra nitl a nd Stein schon immer unser Leben bestimmt hat. Und der Granit einem in jeder Form begegnet. Ob als beeindruckender Fels in wilder Natur, an aufgelassenen Steinbrüchen oder malerischen Badeseen. Sprichwörtlich auf der Straße – unter den Füßen und an unseren Häusern. Hier kann man ihn in aller Vielfalt erleben. Immer wieder und vor allem jetzt in unserem Granitzentrum – ganz neu: auf dem „Weg im Fels“!

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Das Donautal Griaß Di !“ Bei uns im Bayerischen Donautal! "  An einer der mächtigsten Lebensadern Europas. Die so viele Grenzen überwindet wie kein Strom sonst auf der Welt. Einem der schönsten Abschnitte in einer der markantesten Flusslandschaften. Aktivurlaub, Natur- und Kulturerlebnis auf 55 Flusskilometern Länge. Mitten im Passauer Land!

Das Bayerische Golf- & Thermenland Griaß Di !“ Bei uns im Bayerischen Golf- und Thermenland! "  Herzlich willkommen in einem der beliebtesten Erholungs- und Gesundheitszentren Europas, im Paradies für Golfer, im Himmel kulinarischer Genüsse! In allem, was gut tut, für Körper, Geist und Seele. Im alten Bauernland. Willkommen in der Bayerischen Toskana!

iaß Di !“ Bei uns, "G r

Im einstigen Zentrum der Pferdezucht. Dem n alten Bauernland. Wo ischen Rott un d I n man noch altes Brauchw Z tum erleben, aber auch selbst die Pferde satteln kann. Für Entdeckungstouren durch unsere traditionsreiche Kulturlandschaft mit ihren vielen Schätzen. Um die Uhr noch einmal zurück zu drehen in längst vergangene Zeiten oder auch selten gewordene Tierarten zu treffen. Hoch zu Ross, auf dem Drahtesel oder einfach auch zu FuSS!


riaß Di !“ Bei uns im "G &

al Ilzt

Dreibu rg e

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Reportage auf Seite 6

Auf den Spuren der Säumer und Panduren. Wo alles noch ganz wild und ungezähmt ist. Und man noch Unerwartetes entdecken kann – in der urwüchsigen Flusslandschaft der Ilz, der „schwarzen Perle“, und ihrer wilden Kinder. Oder alte Kultur erleben, hautnah – im Land der drei Burgen mit seinen idyllischen Badeseen. Wo es nicht nur eines der größten Freilichtmuseen Europas gibt, sogar wilde Bisons und Indianer. Vogelwild!

& isch en Donautal ! Kl o ster wi n k e l

Da wo Niederbayern am ursprünglichsten und die Donau noch unverbaut ist, das Land fruchtbar und das Wasser noch reich an Fischen. Das Bier süffig ist und die Kirchen prächtig sind. Wo man sich schon immer aufs Bauen und Brauen verstanden hat und man auf so manchen bekannten Meister trifft. Der Fluss regelmäßig in Flammen aufgeht und es zwei interessante Inseln gibt. Sogar noch manches mehr. Ein Paradies zu Land und zu Wasser!

gscheider We Land !

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Interview auf Seite 50

„Griaß Di!“ Bei uns im Wegscheider Land! Wo alte Handwerkskunst noch einen Boden hat. Und man große Sprünge machen kann, ohne ihn unter den Füßen zu verlieren. Weltbekannt durch seine Skisprung-Schanzen und internationalen Wettbewerbe. Vor allem aber ein Natur- und Erholungsparadies, das sich immer zu entdecken lohnt – ob in Wanderstiefeln oder Schneeschuhen, auf dem Rad oder auch auf Ski. Zu jeder Jahreszeit!

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Griaß Di i uns im Baye"  !“ Be r

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Reportage auf Seite 20 Wo der Gulden einst in Strömen floss. Und das Wasser seine ganze Kraft zeigt. Wo man brandheiße Geschichte(n) und echte Manöver erleben kann, dunklen Geheimnissen auf die Spur kommt und sogar auf Fischen reiten kann. Die Tier- und Pflanzenwelt einmalig, die Aussicht majestätisch und der Spaß am Radeln und Wandern grenzenlos ist. Ob hoch über der Donau oder direkt am Fluss – ein überwältigender Natur- und Kulturgenuss!

Thema auf Seite 42

"Griaß Di !“ B ei uns in

Bad g Füssin

Dort, wo man einst nach Öl gebohrt hat, um noch Wertvolleres zu Tage zu fördern: schwefelhaltiges Heilwasser, das heute in drei modernen Thermen sprudelt. Auf einer Fläche so groß wie mehrere Fußballplätze. In Europas beliebtester Wellness-, Beauty- und Gesundheits-Oase. Wo man wieder Bewegung in die Sache bringt, in Knochen und Gelenke – in Deutschlands größtem Therapiezentrum. Gesundheitsurlaub der Extraklasse!

"Griaß Di !“ B ei uns in

Bad Griesbach

Wo man das einmalige „Quellness“ genießen kann: Kuren, Wellness und Golf in einem – um es sich rundum gut gehen zu lassen. Im Paradies für Golfer und Himmel kulinarischer Genüsse. Mit der höchsten Platzdichte und dem Golf-Resort Nummer Eins in Europa. Der besten Küche Niederbayerns. Maßgeschneiderten Wohlfühlund Übernachtungsangeboten. Wo sich auch die Prominenz zu Hause fühlt: „Alles vom Feinsten“. (W)hole in one! 5


Natur

Auf den Spuren der S채umer und Panduren ntlang der Ilz, Deutschland e n e ss s letzte r Tou m ungez채hmten Wildflu

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Die Natur hat Menschen und Kultur im Passauer Land stark geprägt. Noch sehr ursprünglich ist sie im Ilztal, im Osten des Bayerischen Waldes. Wild und ungezähmt bahnt sich hier die „Schwarze Perle“, wie die Ilz aufgrund ihres dunklen Wassers auch im Volksmund genannt wird, ihren Weg vom Ursprung an der bayerisch-böhmischen Grenze über 62 Kilometer durch urwüchsiges Mittelgebirge bis nach Passau, wo sie in die Donau mündet.

N

icht nur seiner Farbe wegen hebt sich dort der Wildfluss von den großen Geschwistern Donau und Inn deutlich ab. Er ist der letzte in Deutschland, der sich seine Wildheit bis heute bewahrt hat und von flussbaulichen Sünden weitgehend verschont geblieben ist. Ein Eldorado für Naturliebhaber, in dem noch über 20.000 Tierarten leben und echte Raritäten beheimatet sind, wie die Flussperlmuschel, der Huchen (Donaulachs) oder auch seltene Gefäßpflanzen – Wolfsmilch- und Enzianarten. Ebenso einzigartig ist die Kulturgeschichte, der man hier noch auf Schritt und Tritt begegnet: Mühlen und mächtige Triftanlagen, die von einer Zeit erzählen, als es noch laut zugegangen sein muss in dem Flusstal. Bis zu 100.000 Ster (m3) Holz im Jahr wurden bis 1945 auf der Ilz geflößt – Baumstämme über Baumstämme, so weit das Auge reicht. Früher und länger noch – über ein halbes Jahrtausend hinweg bis in die frühe Neuzeit – führten von hier aus wichtige Salzhandelsrouten bis nach Böhmen. Die ersten „Fernstraßen“ im Passauer Land. Wo einst schwer beladen die Säumerzüge mit ihren Rössern das „weiße Gold“ transportierten, genießen heute Wanderer und Radfahrer die Naturidylle. Auch ohne großes Gepäck. Viele davon lassen mittlerweile ihr Auto stehen und nutzen die Ilztalbahn, um zum Startpunkt ihrer Tour oder auch wieder zurück zu gelangen. Ein besonderes Erlebnis, wie sich seit Wiedereröffnung der Regionalbahnstrecke – im Juli 2011 – zunehmend herumgesprochen hat.

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Natur

n durch e k r tä s e d r e f P Mit 750 e s Ilz ta ls d k ti n a m o R d i e w i ld e r le bn i s - e i n e c ht e s E Es ist erst Viertel nach neun an diesem Sonntagmorgen, zwei Wochen vor Pfingsten. Dennoch herrscht am Bahnsteig 6 des Passauer Hauptbahnhofs schon reger Betrieb. Als wir ihn erreichen, treffen wir bereits auf eine größere Gruppe Mountainbiker in voller Montur. Nicht die einzigen, die das herrliche Ausflugswetter nutzen wollen. Knapp dreißig Minuten später, als die beiden modernen Desiro-Triebwagen der Ilztalbahn einfahren und der erste Zug an diesem Tag bereit gestellt wird, sind noch etliche Fahrgäste dazugekommen. Andreas und Gabriele K. sind mit ihren Freunden aus Untergriesbach hergekommen. Sie wollen mit der Ilztalbahn bis nach Freyung fahren, dann mit den Rädern über Perlesreut und an der Ilz entlang zurück. Wie auch für uns, ist es für sie eine neue Erfahrung: „Eigentlich wollten wir das schon länger einmal machen: Mit der Bahn reinfahren und das Ganze an einem Stück sehen, von Freyung bis runter. Mit dem Auto kennen wir die Strecke ja. Die reizvollen Stücke der Ilz bekommt man aber von da aus nicht mit.“ Auf die Idee ist das Paar beim Wandern gekommen. „Von Kalteneck herunter, da sieht man sie ja manchmal fahren.“

Einstieg in ein echtes Erlebnis

Abenteuer für Groß und Klein

Pure leidenschaft! Unsere Lokführer. Die Durchsage des Zugführers kündigt die Abfahrt an: „Wir begrüßen Sie in unserem Personenzug auf der Fahrt von Passau nach Freyung – über Tiefenbach, Fischhaus, Kalteneck, Fürsteneck, Röhrnbach und Waldkirchen – und wünschen Ihnen eine an-

Wo sich Naturgenuss und Aktivurlaub verbinden

Säumerzug

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netz einer nichtbundeseigenen Eisenbahn berechtigt“. Nicht ohne: Neun Monate Minimum müssen für die Ausbildung investiert werden, so erfahren wir. Robert G., neben dem wir stehen, macht ihn gerade. Und offenbar seine Sache sehr gut, denn sein begleitender Lokführer-Kollege hat bislang daran nichts auszusetzen.

Absolut abenteuerlich! Von Anfang an. Gerade haben wir den Güterbahnhof passiert und überqueren mit moderaten 50 Stundenkilometern (der Maximalgeschwindigkeit! ) beim Passauer Ortsteil Kachlet die Donau – die erste

T I P P genehme Fahrt“. Robert G. ist nicht nur der Zug-, sondern zugleich auch unser Lokführer. „Nicht unüblich im Regionalbahnverkehr wie bei uns, bei der Ilztalbahn“, erklärt uns der Student, der wochentags an der TU Dresden Verkehrsingenieurwesen büffelt. Denn wie sein Kollege Andreas G., der neben ihm im Führerstand steht, macht er das ehrenamtlich. Typisch für sämtliche der rund 130 Aktiven der privaten Regionalbahn, die im Juli 2011 den Betrieb auf der 2005 stillgelegten Strecke wieder aufgenommen hat und sich seither mit ihrem Förderverein für den Ausbau des Zugverkehrs auf der Strecke einsetzt. Denn trotz wachsender Nachfrage verkehrt die Ilztalbahn bislang regelmäßig nur an Wochenenden und Feiertagen, von Anfang Mai bis Ende Oktober. „Wir haben Ärzte, Lehrer, Handwerker, aber auch normale Berufseisenbahner – also alle Berufsgruppen querbeet, die das in ihrer Freizeit machen“, erklären uns die beiden Lokführer aus Leidenschaft. Wer sich allerdings seinen Kindheitstraum erfüllen und einen Zug wie bei der Ilztalbahn führen möchte, braucht dafür selbstverständlich einen Lokführerschein – mindestens der Klasse 2, der immerhin „zum Führen von Schienenfahrzeugen auf dem Strecken-

Wandern mit der Ilztalbahn

Z

u den schönsten Wanderund Rundtouren, die man von den Haltestellen der Ilztalbahn aus unternehmen kann, ist im Oktober 2014 ein reich bebilderter Wanderführer mit detaillierten Wegbeschreibungen und Wanderkarten erschienen. Der Freyunger Arzt und Wanderbuchautor Dr. Peter Dillinger beschreibt darin über 30 Routen mit unterschiedlichen Gehzeiten und Schwierigkeitsgraden, Rastplätzen und Einkehrmöglichkeiten. Der handliche Führer ist in den Zügen der Ilztalbahn und regionalen Gasthäusern sowie in allen Buchhandlungen erhältlich.

Ohetaler Verlag, ISBN: 978-3-95511-032-1 Preis: 12,90 €

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Natur

Brücke unserer Bahnfahrt. Die Haltestelle des Stelzlhofes – einst ein Gut der Diözese Passau, heute ein Ökozentrum und Gastronomiebetrieb – lassen wir links liegen. Sie ist noch immer stillgelegt, soll aber wiederbelebt werden. Schon wird es spannend: Robert, unser Lokführer, verlangsamt die Fahrt. Lautes Quietschen. Eine scharfe Biegung. Nicht die einzige Stelle, wo zusätzlich eine Leitschiene angebracht ist, um uns in der Spur zu halten. Dann, bei Kilometer 4,3, das nächste Brückenbauwerk. Eines, das sehr nostalgisch anmutet – mit rustikaler Holzbeplankung. Die Unterführung zum Stelzlhof, deren Konstruktion wohl aber schon ganz anderen Lasten standgehalten haben muss. Denn erbaut wurde die Strecke ursprünglich nicht nur, um Personen zu

befördern, sondern vor allem, um Holz und Granit zu transportieren. Über ein halbes Jahrhundert lang, bis zum Ende des zweiten Weltkrieges. Nicht der einzige Grund, der unser Vertrauen stärkt: Um den Bahnbetrieb nach der Stilllegung wiederaufnehmen

zu können, wurde die 49,8 Kilometer lange Bahnstrecke für rund 900.000 Euro komplett saniert. Netto, aus privaten Mitteln, wohlgemerkt! Und mit großem ehrenamtlichen Einsatz. Ein Musterbeispiel, das inzwischen Schule macht.

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Das grenzüberschreitende Freizeitverkehrsnetz

Mit der Ilztalbahn in den Nationalpark, nach Südbohmen und nach Passau. Attraktive Angebote für Gruppen.

Anschluss zum Nationalpark Bayerischer Wald

Freyung Anschluss nach Krumau/Budweis

Röhrnbach Fürsteneck Kalteneck Fischhaus Tiefenbach

Passau Hbf DB

www.facebook.com/Ilztalbahn

Waldkirchen

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Nun brauchen wir wieder volle Kraft. Nach der interessanten Brückenpassage geht es nämlich steil bergauf, heraus aus dem Donautal in Richtung Patriching, in den Bayerischen Wald. „Wo wir jetzt fahren, war damals der Damm abgerutscht – alles abgesackt, komplett mit den Bäumen – und auf der Straße gelegen, erklärt Andreas G., der 2. Lokführer links neben uns, und deutet auf einen steilen Abhang hin. Nach unten zur B85, die nach Norden, Richtung Regen führt. Massive Regenfälle hatten hier im Jahr 2002, nach der schweren Flutkatastrophe in Passau, die Bahnlinie unpassierbar gemacht. Für die Deutsche Bahn das Kriterium, um die Strecke einzustellen. Laut ertönt jetzt das Signalhorn. „Weg, weg! Kusch!“ Ein Hase hoppelt vor uns über die Gleise. Nichts Außergewöhnliches für Andreas G.: „Gestern hatten wir einen Radfahrer.“ Nur knapp drei Meter vor ihm sei sein Kollege zum Stehen gekommen. Die Lokführer bei der Ilztalbahn sind auf solche Vorkommnisse eingestellt. Rund hundert Meter Bremsweg müssen bei der Geschwindigkeit, mit der wir fahren, eingerechnet werden. Im normalen Streckenverkehr der Deutschen Bahn ungefähr das Sechsfache, so erfahren wir. „Bei durchschnittlich 120 Stundenkilometern!“ Andreas G. und sein Kollege Robert nehmen es gelassen: „Es war ja lange kein Verkehr mehr auf der Strecke“. Dass ein Zug kommen könnte, das wüssten inzwischen zwar die meisten. Dass dem wirklich so ist, damit rechneten aber viele nicht. Bei aller Achtsamkeit, die von ihnen gefordert wird, schätzen die beiden ehrenamtlichen Lokführer vor allem das Landschaftserlebnis, das sich ihnen hier auf der Nebenbahn bietet: „Einfach anders als wenn man mit 160 oder mehr durchs flache Land rauscht.“ Plötzlich wird es dunkel. Nur für einen Moment. Die erste Tunnelpassage auf unserer Strecke. Kaum 50 Meter, dann blitzt schon wieder die Sonne durch die Bäume. Nur wenig später gibt unser Lokführer erneut Signal – erst lang, dann noch einmal kurz. Robert G. 11


Natur

drosselt das Tempo und wir rollen mit 10 Stundenkilometern in den Bahnhof von Tiefenbach ein. Ein verwunschener Ort. Stünden da nicht bereits einige Wanderer am Bahnsteig. Es sind nicht die einzigen Fahrgäste, die hier schon auf uns warten. Manche davon sogar im Sonntagsstaat.

„Verwandtenbesuch!“, so erzählt man uns. Ein Beleg dafür, wie gut die Ilztalbahn mittlerweile auch als Verkehrsmittel angenommen wird. Die Zugbegleiterin Monika F., die kurz zu uns in den Führerstand schaut, freut sich natürlich darüber: „Einige unserer Fahrgäste fahren inzwischen regelmäßig mit uns, jeden Sonntag. Am Abend sogar der ein oder andere Pendler, der dann in Passau

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den Anschluss nach München nimmt oder auch noch weiter in den Norden fährt.“

Unglaublich! Die Natur zum Greifen nah. „Pass auf, gleich hängt Deine Kamera im Baum!“ Fast schon fahrlässig, wie Robert, mein Fotograf, seine Nikon aus dem Seitenfenster des Führerstands hält, um die unterschiedlichen Szenerien während unserer Fahrt einzufangen. So nah reichen die Zweige der Laubbäume an uns heran, als wir Tiefenbach verlassen haben und bald durch dichten Mischwald fahren. In großen Bögen nähern wir uns nun der Ilz. Als es richtig eng wird für uns. Nach Kilometerstein 12,8 türmen sich links und rechts von uns gewaltige Granitwände auf. „Das ist jetzt der Einschnitt“, klärt uns Lokführer Robert G. auf. Völlig unübersichtlich. Ein Teilstück, das ihm besondere Aufmerksamkeit abfordert. „Die Felsen kommen da schon sehr nah auf einen zu. Da kann es schon mal schnell passieren, dass etwas abbricht und vor einem auf den Schienen liegt.“ Auch für die Pflege der Strecke eine Herausforderung, die hier kontinuierlich von üppigem Bewuchs freigeschnitten werden muss.

Herrlich romantisch! Direkt am Wasser entlang. Immer wieder hören wir jetzt das Schleifen in den Leitschienen. Nur knapp 50 Meter liegen noch zwischen uns und dem Flussufer, dem wir uns immer stärker annähern. Kilometer 14,3 ist schon fast in Sichtweite, da macht völlig unerwartet der Wald auf und gibt endlich den Blick frei. Direkt aufs Wasser, das nun in weniger als zwanzig Metern Entfernung neben uns ruhig dahinströmt. Eine herrlich romantische Kulisse. Und ein Paradies für Fliegenfischer, die man hier an manchen Tagen vom Zug aus beobachten kann. Vielleicht einer der schönsten Abschnitte, den wir noch ganze zwei Kilometer bis Fischhaus genießen können. Dort treffen wir auf eines der Sägewerke an der Ilz, das hier noch über eine eigene Gleisanbindung verfügt. Vis-à-vis davon kommt das verträumte Bahnhofsgebäude von Fischhaus in Sicht. Einem kleinen Weiler mit nur rund 140 Seelen, der zur Gemeinde Ruderting gehört und direkt auf dem 70 Kilometer langen Ilztalwanderweg sowie der Südroute des beliebten Goldsteigs liegt. Ausgangspunkt für manche Fernwanderung, aber auch ein lohnenswertes Ausflugsziel für kürzere Rundtouren. Beiderseits der Ilz kann man von hier aus bis zur Mündung nach Passau marschieren oder auch flussaufwärts bis Ettlmühle in Ellersdorf. Dem Ursprung der Ilz, wo die große und die kleine Ohe zusammenfließen und sich noch eines der schönsten erhaltenen Mühlengebäude Bayerns befindet.

Kanadische Verhältnisse! Mitten im Bayerischen Wald. „Jetzt kommt die Ilzbrücke!“ Auf diesen Hinweis unseres Lokführers haben wir gewartet. Ein absoluter Höhepunkt auf der Bahnstrecke. Und ein belieb-


tes Bildmotiv. Kaum fünf Minuten, nachdem wir Fischhaus hinter uns gelassen haben, kreuzen wir erst den Ilztalwanderweg, dann – schon kurz danach – geht es 70 Meter quer über die Ilz. Schmal und nur mit Holzbohlen bewehrt. Wirklich abenteuerlich – so hoch, direkt über dem Wasser. Viel mehr aber noch sind wir einfach nur fasziniert, von welcher Seite sich der Wildfluss aus dieser Perspektive zeigt. Das Kanada Niederbayerns, so wird gerne über die Flusslandschaft des Ilztals gesagt. Wer diesen Ausblick schon einmal erlebt hat, versteht warum. Zwischenzeitlich haben wir Gesellschaft bekommen. Eine junge Mutter, die mit ihrem Kind im Arm hinter uns an der Schwelle zum Führerstand steht. Auch sie möchte sich dieses Erlebnis keinesfalls entgehen lassen und wagt – über unsere Schultern hinweg – einen Blick durch die Frontscheibe. Unser Lokführer-Duo hat dafür vollstes Verständnis. Berührungsängste kennen die beiden nicht. Die Straßkirchenerin jedenfalls ist absolut begeistert. Wie überhaupt von der Fahrt bisher. Denn auch für sie und ihren Anton ist es die

erste mit der Ilztalbahn. Ihr Mann bezeichnet sich dagegen schon als „Routinier“. Das letzte Mal sei er mit seinem Vater nach Passau gefahren. Heute soll es mit der Familie einmal in die andere Richtung gehen, nach Freyung. „Vielleicht in die Eisdiele“, so erzählt er uns.

Fliegender Wechsel! Die andere Seite der Ilz. Wir haben die Seiten gewechselt und fahren nun die nächsten drei Kilometer rechts der Ilz entlang weiter flussaufwärts. Knapp eine halbe Stunde sind wir seit unserer Abfahrt in Passau bereits unterwegs, da wird das Tal eng und wir erreichen Kalteneck, das noch zur Marktgemeinde Hutthurm gehört. Eine Ortschaft übrigens, die erst durch den Bau der Bahnlinie entstanden ist. Die Hauzenberger Marktverwaltung hatte sich im Interesse der heimischen Steinindustrie dafür stark gemacht, oberhalb Hutthurms an der Ilz eine Eisenbahnstation zu errichten. 1890 wurde diese mit Inbetriebnahme der Bahnstrecke nach Freyung offiziell eröffnet. 24 Jahre später

Zum Anbeißen: ein Paradies für Fliegenfischer

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unser wasser

macht‘s!

wurde Kalteneck dann sogar zu einem Knotenpunkt, mit Anbindung in Richtung Deggendorf. Die Blüte der Steinindustrie im Passauer Land. Auch das würde man angesichts der beschaulichen Kulisse nicht vermuten: Viel Holz und Wasser – für die Münchner Fabrikanten F. X. Spagl und H. Pernpointner einst der Grund, hier in Kalteneck im Jahr 1901 eine Leistenfabrik zu bauen: die Spagl & Co. OHG. Heute einer der führenden Hersteller in Europa für Bilderrahmen und Leisten. Aus Holz, versteht sich. Lokführer Robert hat jetzt alle Hände voll zu tun. Er muss unsere Ankunft am Bahnhof Kalteneck dem verantwortlichen Zugleiter mitteilen und sich von ihm die Genehmigung zur Weiterfahrt einholen. Nicht unwichtig! Denn dieser regelt den Streckenverkehr auf der Bahnstrecke der Ilztalbahn. Die eingleisig ist! Nicht auszudenken, wenn man sich hier mittendrin irgendwo begegnen würde, auf der kurvenreichen Strecke. Das ist uns schon klar, nach allem, was wir bereits erlebt haben. Mit Gegenverkehr muss man tatsächlich nur in Kalteneck und dann noch einmal, an der übernächsten Station, in Waldkirchen rechnen, wie uns Robert erklärt. Planmäßig natürlich. Die einzigen Möglichkeiten, wenn man eine Zugbegegnung der Ilztalbahn miterleben möchte.

Halbzeit! Für uns leider die Endstation. Wenige hundert Meter nach Kilometer 22,2, noch bevor die Wolfsteiner Ohe bei Fürsteneck in die Ilz mündet, verlassen wir das Ilztal und folgen weiter der Route, die vor langer Zeit auch die Säumer für ihre Salztransporte von Passau aus nahmen. Dem ältesten Reise- und Handelsweg, auch „Unterer Goldener Steig“ oder „Prachatitzer Weg“ genannt. Weiter in Richtung Röhrnbach und Waldkirchen – durch die romantischen Flusstäler der Wolfsteiner Ohe und des Osterbaches. Nur ein kleines Teilstück der drei historischen Routen, die man hier auch erwandern kann. Natürlich

Thermalbadstraße 4 · 94086 Bad Griesbach-Therme 14 Telefon 08532 9615-0 · www.wohlfuehltherme.de


Natur Flusslandschaft des Jahres und Erlebnis rund um die Uhr

D

ass es hier viel und immer wieder Neues zu entdecken gibt, ist gar keine Frage: Das Ilztal ist nicht nur bei den Einheimischen im Passauer Land ein beliebtes Ausflugsziel. Aufgrund seiner Einzigartigkeit wurde es bereits 2002/2003 zur Flusslandschaft des Jahres gekürt.

24 Stunden durch das Ilztal und Dreiburgenland

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bequemer als damals, über 145 km insgesamt. Neben der „Via Nova“ – dem Pilgerweg – und dem „Pandurensteig“, über den man von Fürsteneck nach Perlesreut oder auch nach Passau gelangt. Dann, ab Kilometer 23,2 die letzten Höhepunkte auf unserer Fahrt: Ein gemauertes Loch – ganz unvermittelt, inmitten grüner Natur. Und schon wird es abermals dunkel auf unserer Strecke, ganze 130 Meter lang – „Fürsteneck I“. Exakt einen Kilometer später dann noch einmal, für 94 Meter. Ein echtes Erlebnis, nicht nur für Eisenbahn-Nostalgiker. Als wir aus dem Nordportal des letzten Tunnels „Fürsteneck II“ ausfahren, haben wir allerdings auch schon die Landkreisgrenze zu Freyung-Grafenau erreicht und fahren in den Bahnhof von Fürsteneck ein. Halbzeit für viele unserer Mitreisenden. Für uns leider die Endstation.

rst im Sommer letzten Jahres war die Ferienregion außerdem als Austragungsstätte des begehrten Wander-Events „24h von Bayern“ auserwählt. 444 ausgeloste Teilnehmer aus ganz Deutschland und darüber hinaus nahmen die Gelegenheit wahr, den Geheimnissen dieser faszinierenden Landschaft auf die Spur zu kommen. „Entdecke das Unerwartete“, so das Motto der 24 Stunden-Wanderung, die rund 80 Kilometer quer durch das Ilztal und Dreiburgenland führte. Mit insgesamt 2.053 Höhenmetern, die dabei bewältigt wurden, nicht nur eine sportliche Leistung. Zugleich auch ein außergewöhnliches Natur- und Kulturerlebnis.

machen wir ja das gleich selbst noch. Und schauen uns Schloss Fürsteneck an – nur einen kurzen Sprung entfernt. Um noch einmal Abschied zu nehmen von der Ilz und den faszinierenden Blick auf ihren Zusammenfluss mit der Wolfsteiner Ohe zu genießen. Oder auch nur, um dort zünftig einzukehren. Bei einem kühlen Hellen, selbstverständlich. Und noch eine heiße Empfehlung für alle, die den Spuren unserer Säumer

weiter folgen möchten: das DonauMoldau-Ticket. Wer möchte, kann damit ab dem Bahnhof Waldkirchen weiter mit dem Bus über die tschechische Grenze fahren. Im Takt! Dann in Nove Udoli mit Zug der tschechischen Staatseisenbahn „CD“ weiter in Richtung Prachatice, Winterberg, Krumau oder Budweis. Grenzenloser Genuss also. Wo sonst hat man das alles schon einmal so nah beieinander? n

Einsteigen und Türen schlieSSen! Bevor wir aussteigen und unser Lokund Zugführer Robert das Signal zur Abfahrt gibt, hier zum Schluss ein paar letzte Tipps: Vielleicht

Schloss Fürsteneck

Mehr Informationen zur Ilztalbahn findet man im Internet auf www.ilztalbahn.eu

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Kultur

Jazz am Hof

Wo sich Niederbayern von allen Seiten zeigt und die Welt zu Hause ist

In Ausham, einem kleinen Weiler in der idyllischen Hügellandschaft des niederbayerischen Klosterwinkels unweit von Fürstenzell, wo es nur eine Handvoll Hausnummern gibt und wo man das wohl kaum vermuten würde, ist die ganze Welt zu Hause. Inmitten eines für die Region typischen traditionellen Dreiseithofes, Baujahr 1812, kann man hier einmal im Jahr auf internationale Größen der Musikwelt treffen. Und bei einem kühlen Hellen – beim Frühschoppen unter weiß-blauer Himmelsbeflaggung oder unterm Sternenhimmel in lauer Sommernacht – bequem in die Ferne schweifen. Nach Lateinamerika oder auch in andere musikalische Gefilde, wie erst jüngst wieder nach Osteuropa. Wenn es heißt: Jazz am Hof. Ein Open-Airund Festival-Erlebnis besonderer Art

A

n drei Tagen im Jahr, meist Mitte Juli, drehen sich in Ausham die Uhren anders. Wo sonst üb-

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licherweise nur Schreinerkunden anklopfen, ist die Hausnummer 7 dann nicht mehr zu übersehen. Wenn die Tore zum Hof weit offen stehen und Fred Mutzl in seinem urigen Anwesen Musikerkollegen und Gäste aus allen Himmelsrichtungen begrüßt. Seit 2007 stellt der Schreiner und Musiker aus Leidenschaft dort ein Festival besonde-

rer Art auf die Beine, das für viele der Besucher inzwischen schon zur Tradition geworden ist. Denn auch wer meint, mit Jazz im landläufigen Sinn nicht viel am Hut zu haben, kommt bei Jazz am Hof voll auf seine Kosten und nimmt etwas mit, was er so schnell nicht vergisst: Eine unbeschreibliche Atmosphäre,


wo der urtümliche Holzgeruch der umgebenden Schroats (niederbayerisch für Balkone) Geschichten erzählt und sich im Zusammenspiel mit Rhythmen und Klängen aus anderen Kulturen und Zeiten zu etwas Einzigartigem vermengt.

Ungewöhnlich mitreiSSend - Musikgenuss für jeden Geschmack Entsprechend vielfältig und außergewöhnlich ist das Programm, das Fred Mutzl jedes Jahr in aufwändiger Recherche und Organisationsarbeit zusammenstellt. Von Gipsy Swing und Latin Jazz bis hin zu klassischem Dixie sind darin sämtliche Stilrichtungen mit namhaften Interpreten aber auch Newcomern vertreten. Außerdem vieles, das nicht so leicht in ein bestimmtes Genre gepresst werden kann. Für das Publikum, das sich regelmäßig davon mitreißen lässt, spielt das keine Rolle. Eine Mischung also für jeden Geschmack, die nicht nur Kenner anspricht und neben bekannten Größen auch immer wieder Überraschendes und Neues auf die Bühne bringt.

Dass man sich bei Jazz am Hof weniger als Festivalbesucher fühlt, sondern hautnah den Spaß einer Session unter Musikern miterleben kann, ist kein Zufall. Denn hier greift der Organisator auch selbst zum Instrument und stellt sich zu seinen Musikerkollegen mit auf die Bühne. Zuletzt mit Eigenkompositionen für Marimba – einer Art Xylophon mit Ursprung in den Urwäl-

dern Afrikas, für das Fred Mutzl eine neue Leidenschaft entwickelt hat.

In neuer Formation mit dem polnischen Marimba-Virtuosen Dominik Roslon – und unterstützt von Radek Szarek (Percussion), einem bekannten Jazz-Schlagzeuger aus Polen, sowie von Gregor Berg von der Niederbayerischen Philharmonie (Saxophon) – ist es ihm dabei einmal mehr gelungen, die Zuhörer in seinen Bann zu ziehen. Da macht es auch nichts aus, wenn sich nach hochsommerlich tropischer Einstimmung einmal ein kurzer Gewitterschauer ankündigt. Bei Jazz am Hof ist man darauf eingerichtet, findet sich unter den umgebenden Balkonen und Vorsprüngen immer eine Möglichkeit zum Unterstellen und sind rasch viele Hände da, um Tische und Bänke wieder trocken zu wischen. Ganz unkompliziert. Der besondere Geist und Reiz von Jazz am Hof.

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Kultur

Auf alle Fälle nichts Alltägliches

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erade erst wieder ist ein Höhepunkt von Jazz am Hof zu Ende gegangen. Begeistert und berauscht von dem zweistündigen NonstopProgramm des Ausnahmekünstlers und Gipsy-Virtuosen Joscho Stephan und seinem Trio treten die Gäste zu später Stunde an diesem Samstag ihren Heimweg an. Von vielen verabschiedet sich Fred Mutzl noch einmal persönlich. Als es dann darum geht, den

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über 400 Kilo schweren Bösendorfer Flügel von der Bühne zu hieven, gehen ihm gleich spontan mehrere Helfer zur Hand. Am nächsten Morgen steht noch ein Jazz-Frühschoppen mit der Jeremias Flickschuster Jazzband auf dem Programm. Dann geht es für Fred Mutzl auch schon wieder in die nächste Runde. Was im kommenden Programm stehen wird, da-

rauf mag er sich allerdings jetzt noch nicht festlegen. „Hotel Bossa Nova“, „Sara Gazarek“ oder auch Akkordeon-Jazz aus Frankreich – Ideen dazu hat der 53-jährige schon im Kopf. Auf alle Fälle nichts Alltägliches, so viel steht für ihn fest. Wer Fred Mutzl kennt, weiß: Darauf ist Verlass. Man darf also gespannt sein. n Termine für 2015 unter www.jazzamhof.de

Panorama Golf Fürstenzell Mit Feng Shui zu neuen Horizonten

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Macher und Musiker aus ganzer Leidenschaft

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Alfred (alias Fred) Mutzl (53)

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lfred Mutzl oder einfach nur Fred, wie ihn seine Freunde und viele der Stammgäste von Jazz am Hof nennen, versteht sich als Handwerker – und das im zweifachen Sinn: an der Hobelbank wie auch auf der Bühne. Denn eigentlich verdient er seine Brötchen als Schreiner und ist als Holzdesigner bekannt. Wer ihn allerdings an der Gitarre oder auch an exotischeren Instrumenten wie der Marimba erlebt (einem Xylophon mit Holzklangstäben und Ursprung in den Urwäldern Afrikas), bekommt schnell

einen anderen Eindruck: Ein Künstler, der seine Träume lebt. Wenn er das auch nicht gerne hören mag, verkörpert Fred Mutzl das, was manchen hier im Passauer Land ausmacht: Ein Original und Macher mit Ecken und Kanten, der unumwunden sagt, was er denkt, über den Tellerrand schaut und keine Risiken scheut, um das umzusetzen, was ihm in den Sinn kommt. Vielleicht liegt darin auch das Geheimnis, warum Jazz am Hof einen so einzigartigen Charme verströmt.


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Kultur

Die groSSen Geheimnisse einer kleinen Perle Auf Zeitreise im „Bayerischen Donautal“ Eine erlebnisreiche Begegnung mit Schiffmeister Anton Lüftenegger alias Matthias Koopmann, „Stadtfuchs“ zu Passau

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iemlich am Ende des Bayerischen Donautals – noch vor dem Stauwerk Jochenstein – am linken Donauufer, wo sich in der Flussmitte Deutschland von Österreich teilt, liegt Obernzell. Ein malerischer Erholungsort mit etwas weniger als 3.800 Einwohnern, in dem das Kunsthandwerk auf eine lange Tradition zurückblickt und sich schon immer gerne Künstler niedergelassen haben – wie unter anderem vor mittlerweile mehr als siebenunddreißig Jahren der bekannte deutsche Schriftsteller und Lyriker Reiner Kunze. Viele Radler, die auf dem Donauradweg von Passau nach Wien unterwegs sind, machen hier Station.

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Ein Anziehungspunkt, auch für manchen Tagesausflügler, der per Schiff oder Auto hierher kommt. Schon von Weitem sichtbar, ragen stolz die Doppeltürme der Marktkirche hoch über die Dächer von Obernzell hinaus in den Himmel auf. Wie ein deutlicher Fingerzeig darauf, dass man sich bei aller Beschaulichkeit heute stets an die einstige Bedeutung und Stellung des Ortes in der Welt erinnern möge. Vorzeiten als Hafnerzell oder auch nur Zell in aller Munde bekannt, trifft man hier noch vielerorts auf stumme Zeugen aus glanzvollen Tagen und einer beeindruckenden Ortsgeschichte, deren Ursprünge bis in die Keltenzeit zurückreichen.

Wir wollen den Geheimissen des einstmals so mächtigen Marktes nachspüren und haben uns zu einer „Stadtfuchstour“ angemeldet. „Von Odel, Ton und Schiffmeistern“ lautet der Titel der Erlebnisführung, für die wir uns an diesem Samstagabend am Floriansbrunnen einfinden – mitten am Marktplatz, dem vereinbarten Treffpunkt, wo wir mit anderen Teilnehmern gebannt den Start der Tour erwarten.


Wenn die Kirchenglocken eine andere Zeit einläuten

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chlag sieben – kaum ist das Geläut von Mariä Himmelfahrt, der Rokoko-Marktkirche nebenan, verklungen – schreitet festen Schrittes ein stattlicher Herr auf unsere Gruppe zu. Eine imposante Erscheinung mit Zylinder und hohen Stiefeln. Auch sonst mag die Kleidung dieses groß gewachsenen Herrn nicht so recht ins heutige Bild passen: mit seinem weißen Rüschenhemd, der Weste und dem langen Mantel, einen Gehstock mit Silberknauf in der Hand. „Was macht das Volk zu so später Stund´ auf der Gass?“, fragt dieser uns unvermittelt und nimmt Robert, unseren Fotografen, fest ins Visier: „Da ist er schon wieder, dieser Lump! Wie oft habe ich ihm schon gesagt, dass er sich nicht herumtreiben solle, in der Nähe dieses Brunnens?“ Ob uns dieses Mannsbild nicht bekannt sei? Keine Verwechslung! Die Schelte gilt tatsächlich meinem Kollegen Robert. Wohl namentlich besser bekannt als Lehrer Voit, der berüchtigt dafür gewesen sein soll, „sich zu abendlicher oder nächtlich Stund‘ dort zum Brunnen zu schleichen, um seinen Leibstuhl zu entleeren“. „Eine Ungeheuerlichkeit!“, empört sich unser Gegenüber. War doch die Verunreinigung der

Brunnen im Ort – drei an der Zahl – 1820 vom Landgericht zu Wegscheid verboten worden. Zweimal im Jahr, so erfahren wir, wurde im Markte zu Obernzell das so genannte „Ehaft Täding“ abgehalten. Das Volk am Marktplatz zu einer öffentlichen Gemeindeund Rechtsversammlung zusammengerufen. Anlass für den Magistrat, also den Gemeinderat, dem der Marktrichter (zugleich auch Bürgermeister) und sechs Ratskollegen angehörten, Neuigkeiten zu Recht und Ordnung kundzutun, aber auch Klagen und Bittschriften entgegenzunehmen. Die Hygiene war dabei wohl immer wieder ein wichtiges Thema auf der Tagesordnung. „Weshalb der betagte und ortsbekannte Schulmeister auch aktenkundig geworden sei.“

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Kultur

Oh heiliger Sankt Florian!

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atürlich hat unsere seltsame Bekanntschaft den Treffpunkt am Floriansbrunnen nicht zufällig gewählt. Ein geeigneter Ort, um bereits so manchem Geheimnis des Marktes zu Obernzell auf den Grund zu gehen. Was zunächst für uns nur wie eine schmucke Gehhilfe aussah, entpuppt sich jetzt in der Hand dieses Herrn als magisches Werkzeug. Eines, das uns den richtigen Blick weist und damit lebendig werden lässt, was sich hier in dieser Kuliss e e i n mal alles abgespielt hat. Vielleicht hätten wir sonst

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auch ihm nicht gebührend Beachtung geschenkt, obwohl er doch die Spitze des prächtigen Brunnens krönt und namensgebend dafür war: Sankt Florian. Ob uns schon aufgefallen sei, „dass der Heilige oftermal im Ort zu finden ist“. „Dort und dort und immer löscht er fleißig, nicht?“, so der Hinweis unseres Begleiters, der darauf brennt von uns zu hören, welche Bewandtnis wir dahinter vermuten. Um auf die Lösung zu kommen, sollte man natürlich wissen, wo genau man sich befindet. Obernzell? „Wenn der Ort doch immer schon so g´heißen hätt.“ Hat er natürlich nicht. „Griesbach in der Zell“, so wird uns kundgetan, sei sein „ältest´ Name“, im Unterschied zu Griesbach am Hohen Markt („Untergriesbach in Euren heutigen Tagen“), wo die einstigen Herren, die Edlen von Griesbach, auf ihrer stolzen Burg gesessen hätten. Bis Anfang des 13. Jahrhunderts, der Zeit, als das Geschlecht schlicht ausgestorben sei und sich die zu Reichsfürsten aufgestiegenen Passauer Bischöf´ die Herrschaft einverleibt hätten. Dann habe man den Ort umbenannt. Und zwar in? „Hafnerzell!“ Der Name liefert uns auch den Hinweis darauf, wofür man hier einst in der Welt bekannt wurde und

warum in diesem Zusammenhang Sankt Florian eine so wichtige Rolle spielte: Hafnerware. Keramik also, nur keine gewöhnliche. Nein! Graphittonware, dichter und undurchlässiger als jedes übliche Tongeschirr, sehr beständig und vor allem reißfest. Nicht nur für Kochgeschirr „eine interessante Sach´“, so hören wir. Auch für Schmelztiegel oder genauer gesagt: Graphitschmelztiegel. „Dereinst hochbegehrt in der Welt – von Münz-, besonders aber von Geschützgießereien, den so genannten „Stückhäusern“. Das also war es, was so manchen reich gemacht hatte hier im Ort – wie den Stifter des Brunnens und großen Gönner des Marktes, den Fabrikanten Franz Paul Kaufmann, von dem noch des Öfteren die Rede sein wird. Schließlich können wir es schon förmlich riechen: Wo überall Töpfer mit ihren Brennöfen am Werke waren, war auch die Brandgefahr groß. Weshalb die Brunnen auch als Löschwasser-Reservoire benötigt wurden und es der starken Hilfe eines Schutzheiligen bedurfte. Allerdings hätten solcherlei Gefahren „auch manch´ Gutes in der Folg´ bewirkt“. Warum? Das lässt unser Begleiter noch offen.


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Auf dem Donausteig von Passau nach Obernzell

Herrliche Aussichten

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bernzell markiert das erste Etappenziel des Donausteigs, der in der Dreiflüssestadt Passau beginnt und über 23 Etappen ins österreichische Grein an der Donau führt. Zugleich ist es auch einer der interessantesten Abschnitte des 450 Kilometer langen Fernwanderweges, der erst 2010 eröffnet wurde. Ein Höhepunkt auf der 27 Kilometer langen Wanderroute ist im wahrsten Sinne des Wortes die König-Max-Höhe. Benannt nach König Maximilian II., der hier 1852 bei einem Besuch gesagt haben soll, dass er gar nicht gewusst habe, „dass sein Bayernland so schön ist“. Tatsächlich bietet der Rastplatz unweit des Luftkurorts Kellberg einen herrlichen Rundblick auf den Bayerischen Wald und den Böhmerwald, bei klarem Wetter sogar weit über

Aus der Donau ...

Oberösterreich hinaus auf den Dachstein und die Berchtesgadener Alpen. Mit 521 Metern über Null der höchste Punkt der Tour. Dies ist bei Weitem aber nicht das einzige Erlebnis auf der abwechslungsreichen Strecke, die sich quer durch ursprüngliche Natur- und stimmungsvolle Kulturlandschaften zieht – vom Wildfluss Ilz über die steilen Hänge der Donauleiten und das Plateau des Ilz-Erlau-Hochlandes wieder hinab zur Donau zum Markt Obernzell. Immer wieder mit Blick auf idyllische Bauernweiler und den mächtigen Strom. Ein Natur- und Kulturgenuss ganz besonderer Art.

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... fangfrisch auf den Tisch – zu Gast beim Kornexl

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ier fährt der Chef noch selbst regelmäßig morgens hinaus, um zu fangen, was nachher auf der Speisekarte steht: Zander, Barbe, Rapfen, Waller, Hecht und Aal und auch manche Spezialität, die nicht jeder kennt. Klaus Kornexl gehört zu den letzten Berufsfischern auf der Donau im Passauer Land. Gemeinsam mit seiner Frau Bettina führt er

seit 2006 den elterlichen Betrieb weiter: den Gasthof Kornexl in Jochenstein. Der Kornexl, wie ihn viele auch einfach nur nennen, ist weithin bekannt für seine ausgezeichneten Fischspezialitäten, die noch nach alten Hausrezepten zubereitet werden. Beliebt aber auch wegen seines idyllischen Biergartens, direkt am Donau-Ufer gelegen, nur knapp 9 Kilometer flussabwärts von Obernzell entfernt.

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skanisch vorkommen Kultur

Was einem wirklich toskanisch vorkommen kann

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un endlich erfahren wir auch, mit wem wir es zu tun haben: Anton Lüftenegger, seines Zeichens nicht nur Bürger allhier. Wenn er das in aller Bescheidenheit feststellen dürfe, „auch nicht ganz unvermögend“. Allerdings sei er nicht durch die Schmelztiegelfabrikation zu Wohlstand gelangt. Schließlich habe es hier noch anderes gegeben. Das soll uns erst einmal genügen. Wir folgen der Aufforderung des feinen Herrn und tauchen in den folgenden Etappen noch tiefer ein in die bewegte Vergangenheit des Ortes. Zurück in die Epoche, der Lüftenegger entsprungen ist. In die Zeit Napoleons, als die komplizierten Verhältnisse geistlicher und weltlicher Herrschaft ein Ende nahmen. „Die Fürstbischöf´“ ihren Fürstenrang verloren hatten und – wer von uns hätte das gedacht – Obernzell, das bis dahin rund sechshundert Jahre zum eigenständigen Hochstift Passau gehört hatte, sogar für kurze

Zeit toskanisch wurde. Ins Besitztum von Großherzog Ferdinand gelangte, einem Habsburger. Zu Bayern also – so hören wir mit Erstaunen – kam Obernzell ziemlich spät, nämlich erst im Jahre 1806. Wie aber ist der Ort zu seinem heutigen Namen gelangt? Dazu gehen wir auf unserer Zeitreise zunächst noch weiter zurück und machen am fürstbischöflichen Schloss zu Obernzell Station. Eigentlich nicht zu übersehen: Gehört der prächtige Bau – idyllisch am Donau-Ufer gelegen – doch zu den auffallendsten

Gebäuden des Marktes. Dort findet sich auf einer Inschrift ein möglicher Schlüssel, wonach im Jahre 1580 der Fürstbischof Urbach von Trenbach die Burg zu Obernzell habe von Grund auf renovieren lassen. Bezog sich also Obernzell ursprünglich gar nicht auf den Ort als Ganzes, sondern wurde erst später darauf übertragen? Nicht die einzige Erklärung, lässt uns Herr Lüftenegger wissen: Auch würde man mutmaßen, dass es im Gegensatz zum nahen Engelszell geschehen sei – eben das Zell oberhalb des Flusslaufs.

Keramikmuseum Obernzell T I P P

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Aus der spannenden Geschichte einer alten Handwerkskunst

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o einst lange Zeit überall rundum noch in den Brennöfen das Feuer loderte und sogar einmal eine Zweigstelle der berühmten Nymphenburger Porzellan-Manufaktur eingerichtet werden sollte, findet sich heute ein Museum besonderer Art: das Keramikmuseum im ehemals fürstbischöflichen Schloss zu Obernzell. Rund zwölfhundert Aus-

stellungsstücke erzählen hier von der faszinierenden Geschichte einer alten Handwerkskunst, für die der Ort vormals weltbekannt war. Und die über die Region hinaus in ganz Bayern auf eine lange Tradition zurückblickt. Eine Zeitreise von der Jungsteinzeit bis in die Gegenwart, bei der man verschiedene keramische Techniken und Herstellungsvorgänge kennenlernt, aber auch viel über die unterschiedlichen Verwendungen erfährt – bis hin zur Industrieproduktion und Keramik unserer Tage.

Der Eintritt in das Museum ist kostenfrei. Die Öffnungszeiten findet man unter www.obernzell.de 24


kann

Reich an Rohstoffen

Reich an

Das Umland von Obernzell war schon immer reich an seltenen Rohstoffen, die man nicht nur für die Herstellung von Schwarzhafnerware oder der einstmals so begehrten Graphitschmelztiegel benötigte, sondern auch für die Porzellan-Manufaktur. Der Kaolin-Vorkommen wegen hatte man Anfang des 19. Jahrhunderts sogar schon einmal ernsthaft erwogen, die angesehene Nymphenburger Porzellan-Manufaktur nach Passau zu verlegen. Diese Vorkommen allerdings waren dann irgendwann erschöpft. Und auch die Manufaktur Lenck, die in der Dreiflüssestadt entstanden war, musste alsbald darauf ihre Pforten schließen.

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Glück auf!

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Bergbau hautnah erleben – im Graphit-Besucherbergwerk Kropfmühl

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ohl jeder kennt ihn als Mine in seinem Bleistift. Dabei spielt Graphit in vielen modernen Anwendungen nach wie vor eine bedeutende Rolle: ob in der Kunststoff- und Autoindustrie, bei der Batterieherstellung, als Zusatz in Dämmstoffen und manchem mehr. Wer wissen möchte, wie der Rohstoff einst gewonnen wurde und vielerorts auf der Welt noch abgebaut wird, kann das hier hautnah erleben: im Besucherbergwerk Kropfmühl, nicht einmal zehn Kilometer von Obernzell entfernt. Mit Helm und Kittel geht es dort in Begleitung eines erfahrenen Bergmanns bis in 45 m Tiefe, auf die 4. „Sohle“, wo man nicht nur den harten Alltag der Kumpels und Knappen unter Tage kennenlernen kann, auch noch einiges mehr über Mineralien, die Rohstoffgewinnung und den Bergbau erfährt.

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Mehr Informationen dazu gibt es unter: www.graphit-bbw.de

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Übrigens:

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Vom Schlossgarten bis zum Sonnensystem Außer den Stadtfuchs-Touren gibt es natürlich noch viele andere Führungen im Passauer Land – von der HistorienFührung über die Gartentour bis zur astronomischen Führung auf dem Planetenweg. Mehr dazu auf www.passauer-land.de/fuehrungsangebote

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ch in Strömen floss Kultur

Als der Gulden noch in Strömen floss

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eute noch gut am Ortsbild zu sehen, waren die Machtverhältnisse einst klar verteilt im Markt zu Obernzell – nicht nur zeitlich, sondern auch räumlich. Lange Zeit hatte die Zunft unseres Herrn Lüftenegger das Sagen im Ort: Die Schiffsmeisterei, wie er nun nicht ohne Stolz zu erkennen gibt. Vom Glanz dieser vergangenen Tage

zeugen noch zwei große Lagerhäuser unten an der Donaulände. „Woran sich zeige, dass man hier dereinst zu Obernzell in großem Stil Waren umgeschlagen habe – in guten Jahren 1.600 Zentner an Schwarzhafnerware, aber noch zehn mal so viel an Schmelztiegeln.“ Ein wichtiger Schifffahrtsplatz also, nicht nur schon zu Zeiten der Edlen von Griesbach – wir erinnern uns – auch später dann, in fürstbischöflichen Tagen, der bedeutendste im Hochstift Passau nach Passau selbst. Besonders begehrt von den Stückhäusern, den Geschützgießereien, in München, Wien und Prag, seien Schmelztie-

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gel aus Obernzell denn auch in die ganze Welt verhandelt worden, bis nach China sogar. Noch in seinen Tagen, so erzählt uns Lüftenegger, habe man 1846 in einem Reisehandbuch dazu vermerkt: „Der kleine Markt zu Obernzell sei in der Welt doch weit bekannter als so manche deutsche Residenzstadt, was er allein den Schmelztiegeln zu verdanken hätte.“ Auf Graphitschmelztiegel habe man für eine Weile sogar das Weltmonopol gehabt, weiß der Schiffmeister zu berichten. Weshalb die Schmelztiegelfabrikanten dann auch zu den reichsten Bürgern im Ort aufgestiegen seien, namentlich die Familien Kaufmann und Saxinger. „Goldene Zeiten“, so erinnert sich unser Reiseführer, als – „in wundersamer Gewandung“ – sogar die Türken nach Obernzell gekommen seien, um sich von der Qualität der Produkte zu überzeugen. „Bis dummerweise die Geschäfte immer schlechter liefen.“ Die Engländer nämlich auf Ceylon (heute Sri Lanka) und Madagaskar ebenfalls größere Graphitvorkommen entdeckt hatten. „Und die Lumpen in der Lage waren, selber Schmelztiegel aus Graphitton herzustellen.“ Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges würde für die Fertigung von Geschützen die Auftragslag´ wieder in die Höhe schießen, habe man

gehofft. Vergeblich, denn da hatten schon Gusseisenformen die tönernen Schmelztiegel ersetzt. Früher noch war das Ende der traditionellen Schiffmeisterei besiegelt worden: 1837, als das erste Dampfschiff an Obernzell vorbeifuhr. „Eine Tragödie!“ So erinnert sich Anton Lüftenegger mit Entsetzen. Auch wenn es dann noch etwas gebraucht habe, bis sich die Dampfschifffahrt durchsetzte – mit der Treidelei sei damit Schluss gewesen. Womit eine Tradition endete, wie sie jahrhundertelang gang und gäbe war. Als ganze Schiffzüge die Donau ab- und wieder aufwärts fuhren. Noch einmal lässt sie der Schiffmeister für uns lebendig werden: Ein großes Fest dann, wenn ein Schiffzug wieder zurückgekehrt sei, den langen Weg flussaufwärts von Wien oder gar Budapest, im Schlepptau mächtiger Trosse an Pferden. Wenn die Pferdeknecht´ johlend ihre Rösser in der Marktgass´ aufgetrieben hätten und die Luft erfüllt gewesen sei vom lauten Knallen ihrer Peitschen. Von dem allerdings sei nicht jedermann erbaut gewesen. Insbesondere jener Pfarrer Liebl nicht, der sich bitterlich darüber beschwert habe, dass man sein eigenes Wort während der Mess´ nicht mehr verstehen könne und seine Schäflein stets nach draußen trachteten, um zu schauen, was da vor sich gehe. Nicht die einzige Klage des streitbaren Hochwürden, wie wir hören. Weshalb das Landgericht zu Wegscheid noch des Öfteren habe einschreiten und den Magistrat ermahnen müssen. Auch der Zechgelage wegen. Ein weiterer Zankapfel, an dem man sich hier wohl stetig rieb.


Die den Handel an der Donau in Fluss brachten Neben dem Umschlag von Schmelztiegeln, der Hafnerware oder auch von Rohstoffen wie Kaolin für die Porzellanmanufaktur, gehörte lange Zeit Holz zu den wichtigen Handelsgütern in Obernzell, wo man das Einschlagsrecht zwischen den Flüssen Ilz und Ranna besaß. Denn in den großen Städten zu Linz und Wien war nicht nur der Bedarf an Brennholz groß, auch der an Bauholz. Auf den Flößen, die man hierzu bündelte, wurden natürlich auch Waren transportiert und fanden mitunter Passagiere Platz. Richtig in Fluss kam der Handel allerdings erst mit den Schiffszügen. Mächtige Bootsverbände aus großen Zillen, so genannten Kelheimern, die am Zielort nicht mehr zerlegt, sondern wieder beladen und zurück getreidelt wurden. So konnten Wein, Gewürze und andere Frachtgüter, natürlich auch Passagiere, wieder aufgenommen und flussaufwärts transportiert werden – wenn auch beschwerlich. Im Schlepptau starker Pferdetrosse und mit einer großen Gefolgschaft an Schiff- und Pferdeknechten ging es oft nur wenige Kilometer am Tag voran. Bis zum Einsetzen der Dampfschifffahrt und dem Aufkommen der Eisenbahn ein einträgliches Geschäft für die Reeder – die Schiffmeisterzunft, die es zu ansehnlichem Wohlstand brachte. Immer noch stolz präsentieren sich die Schiffmeisteranwesen entlang des Marktplatzes – zum Donauufer hin gebaut, mit Stallungen für die Pferde und Unterkünften für die Knechtschaft. Besondere Beachtung verdient hierbei das stattliche Gebäude mit der Hausnummer 30 – das „Goldene Schiff“, einstmals Wirtshaus und das ehemalige Zunfthaus der Schiffmeister. Eines der ältesten Anwesen im Ort, dessen Portal aus dem Jahre 1579 stammt.

Was bei den Fabrikanten Mode war

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nders als einst die mächtigen Schiffmeister, zogen die Schmelztiegelfabrikanten, die im 19. Jahrhundert zu den wohlhabendsten Bürgern von Obernzell aufgestiegen waren, Ruhe und Idylle vor. Von den ehemals noblen Villenanwesen der bedeutenden Fabrikantenfamilien Saxinger und Kaufmann weiter oben am Donauhang finden sich heute allerdings nur noch Reste der prachtvollen Parkanlagen – durchaus sehenswert mit ihren schmucken Pavillons, ganz nach dem Vorbild barocker Schlossgärten. So ist hier noch etwas vom feudalen Lebensstil zu spüren, mit dem man seinerzeit versuchte, den alten Adel nachzuahmen. Denn trotz ihres Wohlstands und Einflusses blieb den Bürgern der Zugang zur blaublütigen Gesellschaft verwehrt, weshalb man sich seine eigene adlige Sphäre schuf. Um 1900, vierzehn Jahre nachdem beide Familien ihre Betriebe zusammengelegt hatten und das Weltmonopol für Graphitschmelztiegel längst gebrochen war, beschäftigten die „Vereinigten Schmelztiegelwerke“ noch rund 160 Mitarbeiter. Eine Größenordnung, womit sich die vormalige Bedeutung für den Markt Obernzell erahnen lässt.

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Kultur

So ein Stingl!

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om einstigen Stolz und Selbstbewusstsein der Marktbewohner ist heute in Obernzell noch viel zu spüren. Ebenso von ihrer Eigenwilligkeit. Besonders am Marktplatz. Gesäumt von den prächtigen Bürgerhäusern der einstigen Schiffmeister- und Handwerker-Anwesen, hat sich hier eine selten bunte Pracht an Fassaden und Giebelformen bewahrt. Ein einzigartiges Ensemble, in dem noch die rustikale ländliche Bauweise des Bayerischen Waldes überlebt hat und sich unter die städtischen Baustile mischt, wie sie später en vogue wurden – nach der Salzacher Tradition

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ist, hat natürlich einen guten Grund, wie uns Schiffmeister Lüftenegger erklärt. Schließlich habe es seinerzeit hier noch mehr Sturköpfe gegeben außer dem „verruchten Lehrer Voit“. So sei einstmals das Ortsbild nicht zu unterscheiden gewesen von jenen im Bayerischen Wald: das Obergeschoss der Häuser in Holzbohlenwerk, darüber Pfettendächer, die weit vorstanden und mit Legschindeln gedeckt waren, mit Legsteinen und Leghölzern bewehrt. Nur das Untergeschoss habe man ursprünglich in Mauerwerk errichtet. Bis 1839. „Ein Ortsbrand über alle

also für das Landgericht zu Wegscheid, andere Saiten aufzuziehen. Mit größtem Nachdruck habe es den Magistrat zu Obernzell aufgefordert, „seine Bürger aufs Schärfste zu ermahnen und zu zwingen, die Dachvorständ´ nun endlich abzusägen. Auf dass die Brandgefahr ein für alle Mal beseitigt würde.“ Neun Häuser solcher Bauart waren nach dem letzten Brand noch verblieben. „Sonders jenes dort!“ So stellt unser Schiffmeister fest und deutet mit seinem Gehstock auf die gegenüberliegende Häuserzeile, wo uns zwei Gebäude

oder auch dem Schärdinger Muster, mit geschwungener Giebelfront. Fast ein wenig frech, so möchte man meinen, wie da immer wieder vereinzelt mächtige Dachvorstände weit in die Straße kragen, während sich gleich daneben die Dächer hinter hoch nach oben gezogenen, stuckverzierten Fronten verstecken müssen. Was wohl in dieser Art sonst kaum mehr zu finden

Maß!“ So ereifert sich unser Zeitzeuge. „Stellt Euch vor, über dreißig Wohnhäuser des Orts verwüstet. Und eine noch viel größere Meng´ an Wirtschafts- und Nebengebäuden. Alles ein Raub der Flammen.“ Nicht der einzige verheerende Ortsbrand, wie uns Lüftenegger berichtet: „1862! Mein Gott und genau so arg wie beim ersten Feuer. Der Schaden gar noch viel größer.“ Höchste Zeit

mit weit vorstehenden Flachsatteldächern ins Auge stechen. Zwei Zunftgenossen unseres Herrn Lüftenegger hatten hier gewohnt. Im linken davon ein gewisser Schiffmeister Stingl, der sich beharrlich den Anordnungen widersetzt und gegenüber dem Magistrat und dem Landgericht lamentiert haben soll: Die Brandgefahr wegen der Dachvorständ´ sei gar nicht mehr gegeben, da diese oh-


nehin mittlerweile isoliert stünden und somit gar nichts mehr von einem zum nächsten überspringen könne. Wichtiger aber war dem widerspenstigen Schiffmeister wohl noch etwas anderes, das er gegen den Zwangsumbau seines Hauses ins Feld zu führen wusste: „ein kostbares Fresko wie am Hause des Nachbarn Kannermüller, von einem bedeutenden Künstler gemalt“. Dem Vernehmen nach von Joseph Bergler, Hofmaler zu Passau. Fünfhundert Gulden (rund 9.000 Euro nach heutiger Kaufkraft) hätte man schon für ein ähnliches Leinwandbild dieser Art geboten. Eine wertvolle Geldanlag´ also, die er da besitze. Und die der Schlagregen gänzlich ruinieren würde. Die Starrsinnigkeit jenes Schiffmeisters Stingl und einiger seiner Mitbürger hat sich jedenfalls ausgezahlt. Noch vielerorts sind in Obernzell die ursprünglichen Fassadenmalereien und Dachformen, die den Ort einst geprägt haben, erhalten geblieben. Womit sich hier eine architektonische Vielfalt entwickelt und zugleich bewahrt hat, wie sie heute kaum mehr zu finden ist. Ein denkmalgeschütztes WeltklasseEnsemble, das aufgrund seiner Einzigartigkeit in die Haager Liste aufgenommen wurde.

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Spannende Manöver ... ... und Stromgewinnung live erleben an Deutschlands gröSStem Flusskraftwerk in Jochenstein

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ort wo der zweitmächtigste Strom Europas auf seiner 2.857 Kilometer langen Reise die erste von zehn Grenzen passiert, befindet sich Deutschlands größtes Flusskraftwerk, das Donaukraftwerk Jochenstein. Eine architektonische Meisterleistung, die 1956 nach vier Jahren Bauzeit fertiggestellt wurde. Auf dem Fußgänger- und Radweg, der hier das bayerische mit dem österreichischen Ufer verbindet, kann man nicht nur bestaunen, welche gewaltigen Wassermassen die fünf großen Wehre durchströmen. Auch so manches interessante Manöver, wenn große Kreuzfahrtschiffe oder mächtige Schubverbände die nur 24 Meter breiten Schleusen passieren. Für Gruppen ab 20 Personen werden anderthalbstündige Kraftwerksführungen angeboten – ins Herz der Anlage mit ihren gigantischen Turbinen, wo Kraftwerksmitarbeiter die Technik der Stromerzeugung und Schleusen erklären.

Dunkle Dunkle Geheimnisse und letzte Abenteuer

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ls wir an der Alten Schiffspost ankommen, ist es schon finster. Dennoch kann man den stattlichen klassizistischen Bau nicht übersehen. Gekrönt von einer weithin sichtbaren Laterne als Turmaufsatz, scheint er in seiner Pracht dem benachbarten fürstbischöflichen Schloss Konkurrenz zu machen. Das Anwesen unseres Schiffmeisters Lüftenegger. Stolz bittet uns dieser um Aufmerksamkeit und weist auf das Hauszeichen hin. Einen Anker, Weinlaub und einen Adler können wir hier erkennen. Die Insignien, womit das Haus einst verbunden war. Also nicht

nur eine Schiffmeisterei, sondern zugleich Poststation und ein Weingastgeb, Gasthaus und Herberge für gehobene Kreise, wie man uns erklärt. Alles zusammen habe er mit dem Anwesen im Jahre 1800 übernommen – nach der Hochzeit mit Creszenz Stallmayr, der Erbin der Schiffspost. Und sogar noch den Fährbetrieb zu Obernzell – als Marktferg, wie man das seinerzeit genannt habe. Nicht die einzigen glücklichen Umstände für den Schiffmeister: 1803 hatte dieser die Gelegenheit und seine Beziehungen genutzt, um nach der Säkularisation etliche Gründe aus dem

alten bischöflichen Besitz zu ersteigern. Ob wir das seltsame Schachbrettmuster oben im Turm bemerkt hätten? Ein Fingerzeig für Eingeweihte, ein Symbol der Freimaurer, gibt Schiffmeister Lüftenegger zu erkennen, die in Passau zu fürstbischöflicher Zeit die Loge „Zu den vereinigten drei Wassern“ unterhalten hätten. Die Kontakte Lüfteneggers zum Hof und nach Passau waren offenbar so gut, dass er sogar den einstigen fürstbischöflichen Architekten des Schlosses Freudenhain, Johann Georg Hagenauer, gewinnen konnte, um die Schiffspost in ihrer heutigen noblen Gestalt umgestalten zu lassen, acht Jahre nachdem er sie übernommen hatte. Noch ein letztes dunkles Geheimnis gibt es für unseren Schiffmeister hier zu lüften. 29


Kultur

mündet war, habe er sich auf die Seite der ungarischen Freiheitskämpfer geschlagen, im Kampf gegen die Habsburger. Um die Dinge zum Besseren zu wenden, wie es seine Gesinnung als Freimaurer gewesen sei.

Das Haus am Strom ist die Umweltstation des Landkreises Passau. In der interaktiven Ausstellung dreht sich alles um das Passauer Donautal: Die Besucher sind eingeladen, einen Ritt auf dem Hausen zu wagen, dem mit 5 Metern größten Fisch der Donau, mit dem Tretboot durch Passau zu schippern und dabei Energie zu erzeugen oder Smaragdeidechsen aus der Nähe zu erleben. Zudem ist die Ausstellung barrierefrei.

Ein letztes Abenteuer, in das er sich gestürzt habe. Noch bevor es mit der Schiffmeisterei zu End´ gegangen sei und er das Geschäft an seinen Neffen übergeben habe, um sich nach Linz zurückzuziehen. 1848, als sich überall in Europa die bürgerlichen Revolutionen erhoben und in Ungarn das Ganze in einen Nationalaufstand ge-

Welche Rolle unser Schiffmeister dabei einnahm, das trat bei der Renovierung der Alten Schiffspost zutage. Nach dessen Aufzeichnungen wurden Hohlräume entdeckt: Ein ehemaliges Waffendepot, in dem der einstige Schiffspost-Besitzer Gewehre und Munition versteckt hatte, um sie nach Ungarn zu schmuggeln.

Wieder auf dem Bod Wieder auf dem Boden der Tatsachen zurück

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Wer auch die Anfahrt von Passau schon genießen will, dem sei das Schiff empfohlen. Außerdem bietet das Haus am Strom zahlreiche Veranstaltungen für Familien und Naturinteressierte. Gleich neben dem Haus am Strom liegt das größte Wasserkraftwerk. Im gemütlichen Biergarten mit Spielplatz findet der Besuch einen gelungenen Ausklang. Am Kraftwerk 4 · 94107 Jochenstein 30Tel. 00 49 (0) 85 91 / 91 28 90 www.hausamstrom.de

alb zehn haben die Kirchenglocken gerade geschlagen. Mit Blick auf die Turmuhr werden für einen Moment noch einmal Bilder wach. Und manche kuriose Geschichte, die sich damit verbindet. Kaum mehr vorzustellen, dass hier einmal nur eine kleine Kapelle gestanden hat. Dort, wo heute die Doppeltürme der Marktkirche stolz in den Himmel ragen. Ungewöhnlich für einen so kleinen Ort wie Obernzell, wie wir nun wissen. Und letztlich nur dem Hochmut der Marktbürger zu verdanken, die sich nicht mehr in eine Bank setzen wollten mit dem Landvolk in der

eigentlichen Pfarrkirche, hoch oben am Berg. Auch wird uns sicher in Erinnerung bleiben, wie sich hier schließlich das Sprichwort bewahrheitete. Die Bürgerschaft mit ihrem Kirchenbau zu hoch hinaus wollte und schon bald nach der Fertigstellung erst der Stuck zu Fall kam, später das gesamte Gewölbe einzustürzen drohte. Für unseren Schiffmeister wird es nun Zeit, sich zu verabschieden. Natürlich nicht, ohne uns noch einmal die Küche seiner Schiffspost wärmstens zu empfehlen. Die Suche nach dem Autoschlüssel holt uns schließlich wieder zurück in die Gegenwart. n


Stadtfuchs matthias Koopmann

t oder wie bring die man Leben in Geschichte

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hm sitzt der Schalk im Nacken: Matthias Koopmann hat diebischen Spaß daran, in die Rolle bekannter Persönlichkeiten zu schlüpfen – historische Gestalten aus Stadt und Land, die er in vielen Masken wieder zum Leben erweckt. Ob als Pestarzt, fürstbischöflicher Hofrat, Nachtwächter oder eben als Schiffmeister nimmt er sein Publikum mit auf Entdeckungstouren in längst vergangene Zeiten quer durch die Dreiflüssestadt und das Passauer Land. Zu interessanten Plätzen, wo so manches Geheimnis schlummert – ausgegraben aus alten Archiven, die dem Kulturhistoriker immer wieder Stoff für neue Themen und Touren liefern. Über 40 davon hat der „Stadtfuchs“ mittlerweile im Programm.

den der Informationen unter www.stadtfuchs-passau.de

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] Der Weg im Fels

m wahrsten Sinne des Wortes von Fels umgeben wird sich der neue Raum im Granitzentrum in Hauzenberg darstellen. Hier wird die Geologie des Bayerischen Waldes mit seiner jahrmillionen Jahre alten Geschichte präsentiert. Durch mit Bohrlöchern und Seilsägespuren gestaltete Wände des Raumes dringt ständig Wasser aus den Klüften und zeigt den Grundwasserhaushalt in unseren Böden. Der beeindruckende Entstehungsprozess des Granits in 10.000 Metern Tiefe aus glutheißem Magma wird darin anschaulich dargestellt. Zentrales Thema ist die Sammlung von Mineralien und Stei-

nen aus dem Bayerischen Wald, eine Leihgabe der Nationalparkverwaltung. In multimedialen Präsentationen sieht man den ständigen Kreislauf der Gesteine, den Fundort der Mineralien sowie die Flora und Fauna in den vergangenen Jahrmillionen. Es kann schon einmal ein Saurier um die Ecke schauen oder ein Schachtelhalmbaum umstürzen! Die zahlreichen Gesteine der Bayerwaldberge sind ebenso Thema wie der Donauabbruch und der parallel verlaufende Pfahl. Über Jahrmillionen entstanden Kohle, Erdöl und Erdgas - auch die Thermen im Bäderdreieck stehen in engem Zusammenhang mit dieser Thematik. Ein Besuch in den STEINWELTEN im Granitzentrum Bayerischer Wald in Hauzenberg sollte auf keinen Fall fehlen! Besuchen Sie auch www.stein-welten.de

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] Haus am Strom

Die Erlebniswelt für kleine und groSSe Entdecker

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ier, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Donaukraftwerk, verrät schon die eigenwillige Architektur, dass etwas Besonderes geboten sein muss. Tatsächlich kann man im Haus am Strom einiges erleben. Und spielerisch entdecken, was das Leben, die Natur und Technik am Strom (im Bayerischen Donautal) so spannend macht. Schon einmal auf einem zehn Meter langen Stör geritten? Oder Wasser durch Musik zum Tanzen gebracht? Nicht das Einzige, was man in der Erlebniswelt des Umweltzentrums unbedingt einmal ausprobieren sollte. Wer gerne einmal selbst das Ruder in die Hand nehmen möchte, darf hier die ganze Donau abschippern oder sich gar als Energiemanager versuchen. Interessant natürlich außerdem, wer neben dem mächtigen Stör sonst noch in den Tiefen des Flusses lebt oder hoch oben in den Wäldern. Das kann man hier nicht nur hinter Glas beobachten, sondern auch in freier Wildbahn. Dazu bietet das Zentrum ganzjährig fachkundige Führungen an. Ebenso wie Krimiwanderungen, GPS-Schatzsuchen und ähnliches mehr, die sich speziell für Kindergruppen buchen lassen. Mehr Informationen zum Angebot gibt es unter www.hausamstrom.de 31


Reiner Kunze

Reiner Kunze

Mein schönstes Erlebnis in unserer Region währt schon siebenunddreißig Jahre: Morgens in einem Arbeitszimmer hoch über der Donau zu erwachen, einen Blick über einen mehrere Kilometer langen Flußbogen zu haben und zu wissen, daß man noch zu zweit ist, noch im Frieden lebt und noch in einer Demokratie.

Es sind sehr persönliche Worte, die uns Reiner Kunze schreibt. Auch weil man sich ihnen verbunden fühlt. Spiegeln sich darin nicht die eigenen Hoffnungen und Sehnsüchte wider, aber auch die Dankbarkeit, die man an diesem Ort empfinden mag? Im Bayerischen Donautal, am Ufer einer der mächtigsten Lebensadern in Europa, die so viele Grenzen durchbricht und Kulturen verbindet wie kein Strom sonst auf dieser Welt. 1977 hat hier, in Erlau bei Obernzell, der bekannte deutsche Schriftsteller, Lyriker und vielfache Literaturpreisträger mit seiner Familie eine neue Heimat gefunden. Zu einer Zeit, als er um sein Leben fürchten musste. Es kurz davor gelungen war, sein Buch „Die wunderbaren Jahre“ aus der DDR zu schmuggeln und zu veröffentlichen – Prosa-Skizzen, in denen er die Situation und den Alltag von Jugendlichen unter dem SED-Regime genau beschreibt.

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Lieblingspl채tze

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Im garten der feinen genüsse

Zu Gast im Il Giardino, Bad Griesbach. In der „modernen Naturküche“ von Sternekoch Denis Feix – einem Shooting-Star unter Deutschlands GourmetKöchen Schweinsbraten mit Semmelknödel – das kommt den meisten Leuten spontan in den Sinn, wenn sie an etwas Typisches aus Niederbayern denken. Dabei gibt es hier noch ganz andere Spezialitäten, die man unbedingt einmal probieren sollte. Donaufisch oder auch Wild zum Beispiel. Was sich daraus zaubern lässt, demonstriert für uns Denis Feix – ein Shooting Star unter den Gourmet-Köchen in Deutschland, der in Bad Griesbach im Rottal mit seiner Frau Kathrin das Il Giardino betreibt. Wir begleiten den Zweisternekoch in seine Küche, wo wir ihm über die Schulter schauen und uns so manchen Tipp für die eigene Küche mit nach Hause nehmen dürfen.

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Kulinarik

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litzblank, wie erwartet. Und dennoch sehr persönlich, mit geschmackvoll eingerichtetem Restaurant, alles andere als steif – so der unmittelbare Eindruck, den man hier als Gast im Il Giardino gewinnt. Eine kleine Villa, die etwas versteckt im Innenhof des Columbia Hotels liegt, umgeben von liebevoll angelegten Gärten. Eine ungezwungene Atmosphäre, die auch die Prominenz sehr schätzt. Schauspieler Sascha Hehn zum Beispiel, der hier mindestens ein-, zweimal im Jahr zu Gast ist. Wer alles genau, dazu verweist Denis Feix lieber auf seine Frau Kathrin, die Regie im Gastraum und Weinkeller führt.

Überraschung perfekt Die Verblüffung ist perfekt, als wir zum ersten Mal unseren Fuß in das Allerheiligste setzen, in die Küche des Il Giardino. Eine strahlende Kulisse, in der bereits reges Treiben herrscht. Überall klappern Töpfe und Pfannen. Dennoch keine Spur von Hektik. Alles wirkt entspannt und unkompliziert, perfekt aufeinander eingespielt. Wie jeden Tag von Dienstag bis Samstag sind dort Denis Feix und seine vier Mitarbeiter seit 13 Uhr am Werk. „Mise en Place“ – die Vorbereitungen tagsüber – „da macht jeder so seine

Sachen“, klärt uns in aller Gelassenheit der Küchenchef auf. Am Abend könne man dann schon eher miterleben, wie alles zusammenspielen muss, um auf den Punkt fertig zu sein. Bis die ersten Gäste eintreffen, bleiben noch sechs Stunden Zeit. Das Il Giardino öffnet um 19 Uhr. In der Regel werden hier im À-la-carte-Service zwischen vierzehn und sechzehn Gäste erwartet. Meist gegen Vorbestellung, spontane Besuche sind eher die Ausnahme. „Wer hierher kommt, der macht das ja nicht jeden Tag. Der möchte etwas Besonderes erleben“, so hat uns Kathrin Feix schon zuvor erklärt. Sie kümmert sich darum, dass nicht nur perfekt ist, was serviert wird. Dass es auch sonst an absolut nichts fehlt. Noch genügend Zeit, so findet Denis Feix, um uns eine kleine Kostprobe zu geben. Kräutersalat und Reh schlägt er vor, „wie es vielleicht nicht jeder kennt oder man es so zu Hause nicht unbedingt machen würde.“ Dessen kann man sich sicher sein. Denn Überraschungen gehören zum Konzept der „modernen Naturküche“ im Il Giardino. So ist die Speisekarte hier auch sehr puristisch. Nur drei „Grundprodukte“ stehen darauf, für jeden Gang. Was man am Ende serviert bekommt, das also bleibt erst einmal der Phantasie überlassen.

Wie das Reh in Form bleibt Während der Küchenchef immer mal wieder zu den einzelnen Arbeitsplätzen schaut, probiert, und sich mit seinen Mitarbeitern abstimmt, trifft er die ersten Vorbereitungen. Zunächst wird das Reh portioniert: der Rücken und die Keule – die Oberschale, genauer gesagt. Dann gewürzt. Erst einmal ganz normal: mit Salz und Pfeffer. „Wie bei allen unseren Gerichten verwenden wir natürlich auch hier spezielle Gewürzmischungen. Die kommen aber eigentlich immer erst zum Schluss zum Einsatz“, erklärt uns Denis Feix. Was jetzt folgt, ist schon ungewöhnlich: Das appetitlich portionierte Wildfleisch wird in Aluminiumfolie gewickelt und damit zu „Bonbons“ geformt. Der schlichte Grund dafür: Das Reh soll schön in Form bleiben. Denn als Nächstes geht’s damit ins Wasserbad, um bei 63 Grad zu garen.

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ben ebenfalls dazu auf dem Teller anrichten. Eine zweite Zubereitungsvariante der Gemüseart – nicht nur für den Gaumen, auch fürs Auge ein absoluter Genuss.

Wenn die Gar- zur Gartenzeit wird Die Garzeit, die das Reh braucht, gibt uns Gelegenheit, alles zu sammeln, was wir für unseren Kräutersalat benötigen – direkt vor der Haustür, im Kräutergarten des Il Giardino: Fenchelblüten, Olivenkraut (schmeckt tatsächlich nach Oliven), Salbei, Bohnenkraut (und die Blüten davon), Koriander, Kerbel, Mizuna, Basilikumblüten, Minze, Thymian, Estragon, Meerkohl, Wilder Klee ... Über zwanzig Kräutersorten werden es am Ende sein. „Die je nach Saison natürlich immer ein bisschen variieren können“, so Denis Feix, als wir wieder in die Küche zurückkommen. Die abgezupften Kräuterblätter gibt er unter ein feuchtes Tuch und stellt sie in die Kühlung. Das Reh ist zwischenzeitlich fertig vorgegart und muss noch ein bisschen ruhen. Zwei gusseiserne Pfannen stehen mittlerweile schon auf dem Herd bereit. „Da in der Ruhezeit die Temperatur natürlich wieder etwas fällt, werden wir das Rehfleisch jetzt darin kurz nachbraten,“ so hören wir vom Küchenchef, der dazu Butter, Thymian und Knoblauch in die Bratpfannen hineingibt. „Damit bekommen wir auch das Grillmuster für den Rücken.“ Ein kurzer Blick in den Ofen. Hier schmoren bereits Auberginen bei 160 Grad. Ein weiteres wichtiges Grund-

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Falsche Oliven oder echte Perlen

produkt, das nachher als Püree auf den Teller kommen soll. Natürlich aber auch noch in einer anderen Form. „Das sind eingelegte Auberginen, die wir über Nacht mariniert haben. In einem Sud aus weißem Portwein, Pernot und vielen Gewürzen“, erklärt uns Denis Feix. Er wird sie später in hauchdünnen Schei-

Dem Rehrücken gibt Denis Feix noch ein wenig Zeit. Und hält für uns noch ein paar weitere Überraschungen parat. Oliven stehen als Nächstes auf dem Programm. Klar, dass diese hier nicht einfach nur so auf den Teller kommen. Man könnte sagen, Denis Feix klont seine Oliven und damit die Qualität – nach bestem Vorbild. Perfekt in Form, Konsistenz und Aroma – eine wie die andere. Und alles natürlich ohne Kern. In diesem Fall sind es griechische Oliven, die Modell gestanden haben – „mild und zugänglich im Geschmack“. „Daraus haben wir eine Olivenpaste gekocht, diese in eine Silikonform gefüllt und dann tiefgefroren, um sie besser verarbeiten zu können“, so erklärt er uns. In der selbstgemachten Form, die uns jetzt ein Mitarbeiter bringt, sind schon „Oliven-Rohlinge“ erkennbar. Nachdem er die Grate hiervon entfernt hat, zieht sie der Küchenchef durch


Kulinarik einen Sud, der mit vegetarischer Gelatine abgebunden wurde. Sofort erstarrt die Gelatine zu einer festen Hülle, die den „falschen Oliven“, wie sie Denis Feix nennt, ihre authentische Optik verleiht. Täuschend echt, aber unvergleichlich im Geschmack.

Zum Schluss noch einmal ein Schichtwechsel Nun kommen wir zu den letzten Vorbereitungen und damit noch einmal zum Entrée. Neben unserem Kräutersalat, der noch angerichtet werden muss, steht hier als weiterer Höhepunkt einfach nur „Schwamm“ auf der Karte. Ebenfalls eine Spezialität des Il Giardino, „die man am besten mit den Fingern genießt.“ Dafür spritzt Denis Feix eine vorbereitete grüne Masse aus getrockneten Erbsen, Kräutern und Eiweiß in einen Becher und gibt sie in die Mikrowelle. Nach etwa 40 Sekunden Garzeit – bei halber Kraft – sehen wir das verblüffende Ergebnis: ein traumhaft luftiger Biskuit.

Dieser braucht noch ein bisschen Luft – zum Auskühlen – bis es ans Ausschneiden und an die Belegung geht: aufgeschlagene Ziegensahne, eingelegte Gurke, Himbeeren, Thaispargel. Und nicht zu vergessen: die Kräuter – getrocknete Petersilie, Liebstöckel und Estragon als Krönung. Eine Gewürzmischung, die vor allem aus getrockneten Gurken besteht, rundet das Ganze ab. Neben einer Reihe weiterer Zutaten wird diese jetzt auch für den Kräutersalat benötigt. Zu den gezupften Kräutern gibt der Küchenchef hier und da noch kleine Gurkenwürfel und Radieschenscheiben oder auch einmal eine Himbeere und Reste des Biskuits in kleine Gläschen. Alles in richtiger „Schichtarbeit“. Dazu Champagner-Dressing (aus Champagner-Essig, Rapsöl, Salz, Pfeffer und Brühe) und ein Ziegensahne-Dressing. Nur tropfenweise, versteht sich. Schließlich sollen die Kräuter im Vordergrund stehen. Noch Blüten von Borretsch, Ringelblume, Fenchel, dem Bohnenkraut und dem Majoran darüber, ein wenig getrockneter Ziegenkäse. Fini!

Bon Appétit! Im Gastraum endet schließlich unsere kleine Naturerlebnisreise, die wir mit Denis Feix durch seine Sterneküche unternommen haben. Äußerst geschmackvoll! Il Giardino – Kräutersalat – Schwamm, Gurke – Würfel – eingelegt, Ziegensahne – Dressing – aufgeschlagen. So wird uns das Entrée angekündigt. Serviert mit einer Pinzette. Warum? Das sollte man besser selbst probieren. Unbeschreiblich! Mit Sicherheit die feinste und wirksamste Art, den Alltag hinter sich zu lassen. Wer das ausführlicher erleben und noch mehr Kniffe für die eigene Küche mitnehmen möchte, der hat dazu drei- bis viermal im Jahr Gelegenheit. Wenn Denis Feix im Frühjahr und Herbst nicht nur zum Essen, sondern auch zu seinen Kochkursen ins Il Giardino einlädt. In jeder Hinsicht eine ausgezeichnete Adresse. n

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Kulinarik

Überraschend natürlich – auf ganzer Linie Dass man nicht nur in den Metropolen Bayerns erstklassig speisen kann, dafür liefert er die besten Beweise: Denis Feix ist ein Shootingstar unter den deutschen Spitzenköchen. „Höchste Kreativität, Qualität und bestmögliche Zubereitung“, das hat ihm schon 2012 der Gault Millau bescheinigt und die „moderne Naturküche“ des Il Giardino mit 17 Punkten belohnt. Drei Hauben also. 2013 gab es dafür sogar erstmals 18 Punkte. Vor allem aber den zweiten Stern vom Michelin – nur knapp sechs Jahre nachdem man erstmals in den Himmel des Gourmetführers aufgestiegen war. Mittlerweile ist dem Il Giardino der Sprung unter die Top 20 der besten Restaurants in Deutschland gelungen, wie sich aus den durchweg ausgezeichneten Bewertungen der sieben wichtigsten Restaurantführer aktuell ergibt. Welche Geheimnisse hinter dieser beeindruckenden Erfolgsgeschichte stecken, das wollten wir von Denis Feix und seiner Frau Kathrin – Restaurantleiterin und Sommelière des Il Giardino – persönlich erfahren.

Passauer Land (PL): Herr Feix, was zeichnet einen Sternekoch heute aus? Was ist notwendig, um in solche Ranghöhen zu kommen? Denis Feix: So ganz lassen sich die Inspektoren da nicht in die Karten schauen. Zum einen ist es sicher das Grundprodukt, das man von entsprechend guter Qualität verarbeitet. Das handwerkliche Können und natürlich auch die Kreativität, wie man etwas auf den Teller bringt. Sicherlich auch, dass man die eigene Linie – einen Stil – bei den Köchen erkennt.

Denis und Kathrin Feix im Interview

Eine Zeit lang haben viele Köche relativ ähnlich gekocht. Momentan ist die nordische Küche sehr en vogue. Das machen wir hier beispielsweise nicht, sondern bleiben unserer Linie treu. PL: Ihre Linie bezeichnet sich als „moderne Naturküche“. Was genau ist darunter zu verstehen? Denis Feix: „Moderne Naturküche“ setzt sich daraus zusammen, dass wir das Naturprodukt wollen und möglichst modern und kreativ auf den Teller bringen. Aus Wildbeständen, wie unser Reh heute zum Bei© eliasbilly - fotolia.com © emmy - fotolia.com

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spiel. Oder auch Fische aus Wildfang. Unsere Kräuter, die wir aus den eigenen Gärten und den wilden Wiesen haben. Oder alte Gemüsesorten, die man wieder kultiviert – auf möglichst natürliche Art und Weise. Aus dem Produkt dann zwei Sachen herauszuholen und zu zeigen, wie unterschiedlich es verarbeitet sein kann, das macht uns einfach Spaß. PL: Beziehen Sie Ihre Produkte hier also aus der Region? Denis Feix: Natürlich nutzen wir die Produkte aus dem Umland, wenn sie zu uns passen und wir von der Qualität überzeugt sind. Das Wild zum Beispiel beziehen wir zu hundert Prozent hier aus Niederbayern. Weil es einfach optimal ist. Für das Gemüse haben wir im Sommer einen bestimmten Bauern vor Ort. Aber auch um München herum gibt es welche, von denen wir etwas beziehen. Klar, im Winter ist es etwas schwieriger. Da sind wir auf Gewächshäuser angewiesen. Auch bei Meeresfrüchten ist Niederbayern nicht so gut bestückt. (lacht) PL: Verwenden Sie auch Donaufische? Denis Feix: Aktuell zwar nicht auf der Karte. Aber auch dafür haben wir hier jemanden – in Vilshofen. Einen der letzten Donaufischer. Für Waller und Zander, immer mal wieder. PL: Sie kommen ja aus NordrheinWestfalen und haben dort ihre Karriere begonnen. Seit 2006 leben und arbeiten Sie in Bad Griesbach. Wie ist Ihr Entschluss zustande gekommen, hierher nach Niederbayern zu gehen? Denis Feix: Richtig. Aufgewachsen bin ich in Neuenrade, einem kleinem Städtchen im Sauerland. Geburtsort ist Werdohl, das Nachbarstädtchen. Die erste Küchenchefstelle aber war hier in Niederbayern. Natürlich gab es vorher verschiedene Stationen bei dem ein oder anderen bekannten Koch. PL: Im Schloss Lerbach zum Beispiel. Denis Feix: Genau. Schloss Lerbach, Schloss Berg oder auch bei Herrn Wissler (Schlosshotel Lerbach***,

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Kulinarik Küchenchef: Dieter Müller; Schloss Berg***, Victor´s Gourmet-Restaurant, Küchenchef Christian Bau; Joachim Wissler, Restaurant Marcobrunn** – Schloss Reinhartshausen in Eltville, Anm. der Red.). Das Columbia wollte in Bad Griesbach ein Gourmet-Restaurant etablieren und so wurden wir eben angesprochen. PL: Was schätzen Sie an unserer Region besonders? Denis Feix: Es gefällt mir sehr gut, dass man hier doch schon näher an den Produkten dran ist. Nicht wie in den Jahren davor, wo man an die großen Städte gebunden war, wo alles etwas anonymer abgelaufen ist. Ein paar Meter und man ist auf den Feldern. Relativ ländlich also, so wie ich im Grunde auch aufgewachsen bin. Kathrin Feix: Wir sind ja doch schon lange hier. Da gibt es einiges, was man schätzt. Zugegeben, die Sprache ist sehr schwer. Aber man lernt jeden Tag etwas Neues dazu. Die Abwechslung macht´s.

Dekantiert oder aufgebrüht – die perfekten Begleiter zu jedem Gericht Kathrin Feix, gebürtige Berlinerin, kümmert sich nicht nur um die Restaurantleitung des Il Giardino, auch um die Weinbegleitung – Getränkebegleitung, genauer gesagt. Denn auch hier kann man sich manch angenehmer Überraschung sicher sein. Naturprodukte selbstverständlich, sorgfältig ausgewählt und fein auf die Gerichte abgestimmt – das außergewöhnliche Gesamtkonzept der „modernen Naturküche“. Kathrin Feix: Neben der Weinbegleitung bieten wir auch Teebegleitung an. Für viele, die fahren müssen. Das ist doch noch einmal etwas ganz anderes. Aber ebenso spannend. Einfach, weil man – ähnlich wie beim Wein – hier je nach Herkunft aus verschiedenen Teebergen und verschiedenen Pflückungen den Tee immer 40

ganz unterschiedlich schmecken kann. Passend zu den Gerichten aufgegossen, je nach Garungsgrad und den Gewürzen, die verwendet werden, mit entsprechender Grammzahl und Ziehzeit. Während es beim Wein aufregend ist, wie sich die Jahrgänge ändern und was es Neues an Weinen gibt. PL: Worauf legen Sie bei Ihren Weinen besonderen Wert? Kathrin Feix: Wir haben ungefähr 580 Positionen, einen großen Schwerpunkt auf Deutschland und Österreich – generell Europa. Aber auch einige Südafrikaner, amerikanische Weine und viele andere Länder sind mit integriert. Großen Wert lege ich in der Weinkarte darauf, auch manchen kleineren Winzer zu präsentieren, den nicht jeder kennt. Was also kein Mainstream ist, trotzdem sehr gute Qualität. In Deutschland gibt es schon sehr, sehr gute Winzer, vor allem mit den neuen Generationen, die jetzt nachkommen. Unglaublich spannend, was die jetzt an Innovationen bei den Weinen hervorbringen. Da macht es dann schon Spaß, auch mal die deutschen Weine zu zeigen. Genauso wie das, was aus Italien, Spanien, Österreich oder Frankreich kommt. PL: Welche Innovationen sind derzeit im Weinbau für Überraschungen gut? Kathrin Feix: Ein sehr großes Thema ist momentan Orange-Wein (Weißwein, der wie ein Rotwein hergestellt wird, Anm. der Red.). Eine Erfahrungssache, die sicher noch ein bisschen wachsen muss, glaube ich. Ansonsten gehen sehr viele jüngere Winzer wieder auf Natürlichkeit zurück – lange auf Hefe gelegene Weine, weniger Holzeinsatz, weniger Schwefel. Vor allen Dingen auf biodynamischen Weinbau, mit Begrünung und allem, was dazugehört. Was dann einen richtigen Naturwein ergibt. Innovation ist auch, dass man einfach wieder die Traube schmeckt und mehr an alten Rebsorten kultiviert. Andere Länder zeigen uns das schon vor. PL: Wo zum Beispiel? Kathrin Feix: Italien hat viele autochthone Rebsorten, aber auch Spanien unglaublich viel. Selbst in


Kulinarik

Kräuter-Tipp

„Frische Kräuter kann man ganz schnell selber trocknen. Einfach auf einem Teller in die Mikrowelle geben und ein paar Sekunden trocknen. Dann ein bisschen durchwalken und wieder trocknen. Danach lassen sie sich problemlos mahlen.“

Saucen-Tipp

„Wir beginnen eigentlich immer mit einem ganz normalen Geflügelfond. Dann braten wir Kalbsknochen im Bräter und füllen diesen mit dem Geflügelfond auf. Am nächsten Tag wiederholen wir das Ganze. Nehmen wieder Kalbsknochen her und gießen mit dem Fond vom Vortag auf. So intensivieren wir das immer wieder, ohne großartig reduzieren zu müssen. Dann werden wir spezifisch. Beim Reh nehmen wir zum Beispiel auch nur Rehfleisch her, das wir wieder anrösten und mit unserem Kalbsfond auffüllen. Abschließend legen wir etwas frisches Fleisch mit auf, lassen es etwa 15 Minuten darin ziehen und würzen ein bisschen nach. Das bringt noch einmal richtig Kraft in die Sauce.“

Frankreich gibt´s viele kleinere Winzer, die biodynamischen Weinbau betreiben. Während andere das klassisch belassen. PL: Schauen Sie sich die Weingüter Ihrer Lieferanten auch vor Ort an? Kathrin Feix: Ja, sicher. Nicht nur weil es wichtig ist, dem Gast erklären zu können, wo der Wein genau herkommt und was dahinter steckt. Auch weil jeder Winzer seine eigene Philosophie hat, die zu uns passen muss. Wie macht der das wirklich? Wie läuft es im Keller ab? Ist alles sauber? Kann man ihm vertrauen? Das

merkt man auch, wenn man mit dem Winzer redet. Die Leidenschaft, die aus ihm spricht. Toll, dann auch im Weinberg zu sehen, wenn an ganz alten, verkrusteten Rebstöcken noch die Trauben hängen. Das Leben, das dann irgendwann einmal im Glas sein wird. Oder ganz junge Winzer zu finden, die total innovativ sind. Mit einem habe ich gerade Weinbeschreibungen gemacht, für seine Weine des letzten Jahres. Der ist schon richtig gut. Ihn so jung kennenzulernen, zu sehen wie gut

ganz aktuell

Auch 2014 wurde die moderne Naturküche von Denis Feix wieder mit zwei Sternen (Guide Michelin 2015) und 18 Punkten vom Gault Millau bedacht. 9 Pfannen gab es erneut vom Gusto und erstmals 4 F vom Feinschmecker. Zweifellos eine der besten Küchen Bayerns. „Eine hervorragende Küche, die einen Umweg verdient. Besonders angenehmes Restaurant, sehr komfortabel. Besonders attraktive Weinkarte. Freundlicher und versierter Service“, haben die Inspektoren des Michelin erst jüngst wieder festgestellt.

jetzt bereits seine Weine sind und ahnen zu können, was einmal Großes daraus werden wird – das macht wirklich Freude. PL: Vielen Dank! n 41


Aktiv

Volle Entspannung in der Bayerischen Toskana Der perfekte Ort, um Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen

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igentlich müsste man diese Urlaubsregion gar nicht mehr vorstellen. Bei so bekannten Namen wie „Bad Griesbach“ oder „Bad Füssing“. Und den vielen Superlativen, die das Beyerische Golf- und Thermenland alleine hier zu bieten hat: Nirgendwo in Deutschland ist die Golfplatzdichte so hoch. Gibt es eine solche Vielfalt an ausgezeichneten Trainingsmöglichkeiten für jeden Anspruch, bis hin zu den Kleinsten. Mit Europas Golfresort Nummer 1, bekannt auch als Austragungsort großer Turniere. Zugleich einer der beliebtesten WellnessOasen Europas. Mit einer Thermalwasserfläche, die in Summe etwa so groß ist wie vier Fußballplätze zusammen. Einer Vielzahl an unterschiedlichen und außergewöhnlichen Entspannungsangeboten. Renommiert zudem wegen der hervorragenden medizinischen Therapiemöglichkeiten – vor allem, was Erkrankungen des Bewegungsapparates betrifft. Und das alles eingebettet in eine traumhafte Kulisse: die Landschaft zwischen Rott und Inn – liebevoll auch oft die „Bayerische Toskana“ genannt. „Herrlich spektakulär unspektakulär“, so hat es Andy Borg, der bekannte Volksmusik-Moderator, uns gegenüber kürzlich ausgedrückt – über seine Eindrücke vom Passauer Land ganz generell. Das trifft hier in besonderer Weise zu. Der Grund vielleicht, warum so viele, die einmal zu Besuch waren, hier irgendwann ihre Zelte aufschlagen. Für einen Zweitwohnsitz oder sogar, um im Bayerischen Golf- und Thermenland ihren Ruhestand zu genießen. Ein Ort, an dem sich auch die Prominenz zu Hause fühlt. Warum? Dazu haben wir einige Stimmen und Tipps eingefangen.

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Mit Pros und Promis am Abschlag Nicht ungewöhnlich also, dass man hier so manchem bekannten Gesicht über den Weg laufen kann. Ganz zwanglos. Besonders hoch ist die Wahrscheinlichkeit bei solchen Events wie der Aegean Airlines Challenge Tour, dem zweitgrößten Profigolfturnier der Herren in Deutschland. Nicht nur eine gute Gelegenheit, um Weltklasse-Spieler zu erleben, auch um sich selbst ProfiTipps zu holen. Beim VIP ProAm zum Beispiel, im Flight und gemeinsam am Abschlag mit versierten Pros und vielen Prominenten. Dort treffen wir auch auf„Traumschiff“-Kapitän Sascha Hehn und Ex-Tennisprofi Carl-Uwe „Charly“ Steeb, die regelmäßig nach Bad Griesbach kommen. Warum, das haben Sie uns hier verraten. Carl-Uwe „Charly“ Steeb: „Ich bin sehr oft in Bad Griesbach, weil ich hier mit meiner Stiftung ein Turnier veranstalte. Ich schätze die Natur und die Landschaft. Das ist einfach sehr sehr schön. Zumal man hier in kurzer Distanz sechs Golfplätze hat. Das ist schon außergewöhnlich.“ Das findet auch Schauspieler Sascha Hehn, gebürtiger Münchener, der gerne in Uttlau und in Lederbach spielt: „Die Bergplätze. Weil die wie Zockerplätze sind. Wenn man manchmal die Fahne gar nicht sieht, sich dann nur so ungefähr die Richtung ausdenkt. Auf den Champions-Kursen, so wie hier, ist das natürlich wieder ein ganz anderes Spielen. Das ist dann doch die größere Herausforderung.“ Was der Schauspieler außerdem schätzt: „Nette Leute. Eine gute Hotellerie. Alles vom Feinsten hier. Ich bin öfters im Maximilian. Da kann man sehr gut essen. Aber ich gehe auch gerne – was wenige wissen – in unser

Fühlen sich in Bad Griesbach wie zu Hause: Ex-Tennisprofi Carl-Uwe „Charly“ Steeb (links): und „Taumschiff-Kapitän“ Sascha Hehn,(rechts)

Zweisterne-Restaurant, das Il Giardino. Ein- bis zweimal im Jahr genieße ich das. Nicht öfters, weil es dann etwas Besonderes bleibt. Ein Highlight, da mal hinzugehen.“

Wo sich sogar „unser Kaiser“ zu Hause fühlt Dass uns trotz seiner vielen Verpflichtungen sogar „der Kaiser“ auf unsere Anfrage persönlich geantwortet hat, hat uns natürlich besonders gefreut. Auch ihn hatten wir nach seinen Lieblingsplätzen im Passauer Land befragt. Wo Franz Beckenbauer nicht nur häufig zu Gast ist, sondern sich auch regelrecht zu Hause fühlt:

Nicht nur Namensvettern, auch dieselbe Leidenschaft: Franz Beckenbauer im Gespräch mit Franz Roth (links), Ex-Fußballspieler in der Nationalelf 43


Aktiv

„Kaiser Franz“ mit seinem Hofstaat beim Kaiser Cup 2014 (3. v. l.)

Zweigstelle des Bayerischen Nationalmuseums

Museum Kloster Asbach Der Landkreis Passau präsentiert hier Dauerausstellungen und wechselnde Sonderausstellungen Hauptstraße 52 94094 Rotthalmünster Tel./Fax 0 85 33 / 23 00 www.museum-asbach.eu Öffnungszeiten: März – November Dienstag – Sonntag 11 – 17 Uhr

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Info Kulturreferat des Landkreises Passau Tel. 0 8 51 / 9 49 60 - 15 Fax 0 8 51 / 4 10 43 kulturreferat@landkreis-passau.de

Ganz nah dran: Jörn Andresen, ExFußballer der norwegischen Nationalelf „Eine meiner liebsten Urlaubsdestinationen ist das Hartl Golfresort in Bad Griesbach. Zum einen bin ich zu einem Viertel Griesbacher, da meine Großmutter aus Ruhstorf stammt. Zum anderen verbindet mich eine langjährige Freundschaft mit Alois Hartl, dem Gründer, mit dem wir den alljährlichen Kaiser-Cup zugunsten der Franz Beckenbauer-Stiftung vor mehr als 25 Jahren aus der Taufe gehoben haben. Auch bin ich stolz darauf, dass ich vor einigen Jahren zum Ehrenbürger ernannt wurde.“ Was Franz Beckenbauer an unserem Golf- und Thermenland besonders liebt? „Persönlich schätze ich die große Anzahl der Golfplätze auf so kleinem Raum und die wunderschöne Landschaft. Ich komme, wenn es meine Zeit zulässt, mehrmals jährlich in das Golfresort. Am liebsten spiele ich natürlich auf dem Franz Beckenbauer-Golfplatz … “ Auf dem Beckenbauer-Course, der übrigens von Golf-Champion Bernhard Langer entworfen wurde (Anm. der Redaktion). n


DAS SOLLTEN SIE SICH GÖNNEN! Kommen Sie nach Bad Griesbach. Genießen Sie die Entspannung, nehmen Sie sich Zeit für Ihre Familie und sich selbst und freuen Sie sich auf die gemütliche bayerische Gastlichkeit. Unsere Gutshöfe verwöhnen Sie mit köstlichem Essen, feinen Weinen, und frisch gezapftem Bier in entspannter Atmosphäre. Hier schlagen nicht nur Golferherzen höher! Spielen Sie Golf nach Lust und Laune auf 129 Spielbahnen und verbessern Sie Ihren Schwung mit unseren abwechlsungsreichen Golfkursen für alle Altersklassen und Spielstärken. Bei unseren zahlreichen offenen Turnieren haben Sie die Möglichkeit Ihr Handicap zu verbessern und treffen dabei nicht selten auf prominente Mitspieler wie Franz Beckenbauer, Sascha Hehn, Dieter Thoma, Florian Silbereisen, uvm.

HIGHLIGHTS 2015: + 18. April: Golf Opening mit vielen Prominenten aus dem Eagles Charity Golf Club + 8. bis 9. Mai: Ryder Cup Deutschland – Österreich Teamcaptains Dieter Thoma und Armin Kogler + 1. bis 5. Juli: AEGEAN AIRLINES Challenge Tour zweitgößtes Profiturnier der Herren in Deutschland + 10. bis 12. Juli: 28. KaiserCup Charityturnier zugunsten der Franz Beckenbauer Stiftung + 29. August: Lederhosenturnier zum Karpfhamer Fest + 4. bis 5. September: Ryder Cup Deutschland – Schweiz Teamcaptains Sascha Hehn und Bernhard Russi Weitere Infos unter www.hartl.de Kostenlose Reservierungs-Hotline: 00800 1299 1299

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Lieblingsplätze

... der Waldlehrpfad und Sternsteinhof in Bad Griesbach

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heater- und Filmschauspielerin Bettina Mittendorfer, vielen bekannt aus erfolgreichen Filmkomödien wie „Eine ganz heiße Nummer“ oder „Sommer in Orange“ sowie zahlreichen Fernsehproduktionen, ist in Bad Griesbach ursprünglich zu Hause und aufgewachsen. Wenn die Darstellerin Zeit hat und wieder einmal hier ist, besucht sie gerne den Waldlehrpfad in Bad Griesbach. Ein idealer Ort für sie, um ihre Texte zu lernen. Oder einfach nur, um auszuspannen. Manchmal gehe sie ihn sogar zweimal hintereinander, wie uns Bettina Mittendorfer verrät: „Ein super Waldlehrpfad, von den Förstern schön gemacht. Man geht so etwa vierzig Minuten. Tolle Ausblicke, die sich einem hier bieten! Das glaubt man gar nicht. Mit richtigen Attraktionen – riesigen Bäumen und Felsen. Wo man meinen könnte, man sei irgendwo in Japan. Auch sehr lehrreich für Kinder. Auch ich habe da als Kind schon immer im Wald gespielt. Und schöne persönliche Erinnerungen daran.“ Und noch einen Tipp hat Bettina Mittendorfer hier für uns: „Der Sternsteinhof. 200 Meter Luftlinie von dem Bauernhof weg sind die Hütten, wo damals die Aufnahmen zum Film „Sternsteinhof“ gedreht worden sind (Drama von 1976 – Hans W. Geißendörfers Durchbruch als Kinoregisseur, Anm. der Red.). Dort gibt es ein kleines Café mit Biergarten. Wirklich schön zum Draußensitzen. Die Nudeln dort sind sehr gut. Es gibt aber auch Würstel und derlei andere Sachen. Der Weg dahin geht an einem kleinen Bach entlang. Die Leiten – ein kurzer Fußweg, den wir früher auch schon oft mit unseren Kindern gegangen sind. Erst im Frühjahr war ich wieder einmal da. Richtig schön.“ n

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Ganz heiSSe Nummern ...

a n i eB Mttittendorfer Bettina Mittendorfer, Schauspielerin


QUELLE DER KRAFT THERME 1 MIT SAUNAHOF IN BAD FÜSSING

Erleben Sie Urlaub vom Alltag in der facettenreichen Bade- und Saunalandschaft.

ÖFFNUNGSZEITEN Therme 1 So – Di 07.30 – 19.00 Uhr Mi – Sa 07.30 – 21.00 Uhr Saunahof täglich 10.00 – 22.00 Uhr

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Aktiv

Zeit, die Pferde zu satteln

Natur- und Kulturgenuss zwischen Rott und Inn

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• Sportschwimmbecken • Nichtschwimmerbecken • Kinderplanschbecken Indlinger Straße 14 a • 94060 Pocking Tel. 00 49 (0) 85 31 / 72 44 Öffnungszeiten: Dienstag – Freitag • 15 – 21 Uhr Samstag, Sonntag und Feiertage • 10 – 18 uhr 48

• Café & Bistro • Sauna • Dampfgrotte

ielleicht weniger bekannt als die weltberühmten Thermalquellen oder der Ruf als Golferparadies Deutschlands ist, dass man hier im Bayerischen Golfund Thermenland auch echte Naturund Kulturschätze entdecken kann. Zwischen Rott und Inn. Einem alten Bauernland, wo noch heute Pferdewallfahrten nach Aigen am Inn und Grongörgen an die einstige Bedeutung als Zentrum der Pferdezucht erinnern. Dass in diesem Landstrich zudem noch ganz andere Wallfahrtsgeschichte geschrieben wurde, ist im Kirchenmuseum in Kößlarn dokumentiert. Zugleich ein Wegweiser zu den besonderen Kunstschätzen in der Region. Und wenn man schon einmal da ist, sollte man sich auch gleich das Museum in der alten Mühle anschauen. Die „Tuttinger Mühle“, eine der zahlreichen Wassermühlen am Kößlarner Bach, mit ihrer über 700 Jahre alten Geschichte. Übrigens auch ein Ort zum Einkehren. Dafür muss man heute aber nicht unbedingt zu Pferd unterwegs sein. Eben-


so kann man auch seinen Drahtesel satteln oder sich gleich zu Fuß aufmachen. Ganze 400 Kilometer an Rad-und Wanderwegen gibt es hier zu erkunden. Alles bestens erschlossen. Und natürlich gibt es noch eine Menge mehr zu sehen: das „Europareservat Unterer Inn“ zum Beispiel – mit 140 zum Teil sehr seltenen Vogelarten, 800 verschiedenen Schmetterlingstypen und einer der größten freilebenden Biberpopulationen Mitteleuropas. Oder auch interessante Funde von Kelten, Römern und Bajuwaren. In Pocking, in der „Drehscheibe“. Und manches mehr.

© Rüdiger Jahnke - fotolia.com

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PromT I P P “  ! t r e b r Was noch mit  He unternehmen "Freunden seinen würde In Pocking ist übrigens auch Kabarettist Hanns M e i lh a m e r aufgewachsen. Der männliche Teil von „Herbert Kloster Mariahilf, Passau und Schnipsi“. Schloss Neuburg Der vor allem die Grenznähe und „das Hinübergleiten“ zu Österreich sehr liebt. Seine Tipps an uns: „Wer an der Geschichte Europas interessiert ist, kann im Passauer Land auf Spurensuche gehen. Hier führen die Wege in alle Richtungen.“ Und das würde er hier mit seinen Freunden unternehmen: „Von Schärding aus nach Neuburg wandern, über die Fußgängerbrücke nach Wernstein und dort weiter nach Passau. Und wer dann noch in der Lage ist, die alte Treppe zur Mariahilfkirche hinauf.“ Wahrlich ein starkes Stück grenzüberschreitender Kultur – mit Burgen, Schlössern und Klöstern.

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Aktiv

Elche

Nur wird man hier noch selten sehen

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Nordische Erlebnisse in Breitenberg, im Bayerischen Wald. Im Gespr채ch mit Olympiasieger Michael Uhrmann und seinem Vater Alois auf der Baptist-Kitzlinger-Schanze, Rastb체chl


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atsächlich hat man sie hier schon gesichtet: die Elche. Mitten im Bayerischen Wald. Allerdings nicht in Breitenberg, sondern bei Langdorf, im Landkreis Regen – keine 60 Kilometer Luftlinie entfernt. Dass dennoch nordische Gefühle aufkommen können, in der Region um die 2.000-Seelen-Gemeinde, davon weiß uns Michael Uhrmann zu berichten. Wir treffen den Olympiasieger und seinen Vater auf der Baptist-Kitzlinger-Schanze in Rastbüchl. Der Hausschanze von ihm und seinem ehemaligen Team-Kollegen, dem zweiten Skisprungstar und Olympiasieger aus der Region, Severin Freund. An einer bedeutenden Wirkungsstätte also, wo sich Papa Alois Uhrmann (67) von Anbeginn an bis heute engagiert. Für den Nordischen Wintersport ganz allgemein. Passauer Land (PL): Was macht Breitenberg und die Umgebung für Sie beide aus? Michael Uhrmann: Wenn man hier aufgewachsen ist und hier wohnt, gefällt´s einem natürlich. Wie schön es aber eigentlich ist, kann man gar nicht richtig einschätzen. Das Weitläufige einfach, die Ruhe und vielen Möglichkeiten zum Wandern. Die Hügellandschaft und das Farbenspiel, das Du im Frühjahr und im Herbst darin hast. Etwas Besonderes hat für mich auch der Menschenschlag. Nette Menschen. Ein bisschen entspannter als anderswo, finde ich. Auch wenn man sie manchmal vielleicht ein bisschen schwer versteht, wenn man fremd ist. Hier nimmt man die Dinge nicht so ernst. Genießt mehr das Leben, das Hier und Jetzt. Alois Uhrmann: Dem kann ich mich eigentlich nur anschließen. Michael hat es schön beschrieben. Der Menschenschlag hier ist vielleicht etwas zurückhaltend, taut nicht so schnell auf. Aber wenn die Leute einmal aufgetaut sind, dann glaube ich, weiß man, was man an ihnen hat. Die Landschaft sowieso. Das ganze Umfeld. Im Haus vom Michael haben wir ja eine Ferienwohnung. Ganz viele Urlauber höre ich da immer wieder wortwörtlich sagen „Ihr habt das Paradies hier“. Da ist schon ein bisschen was dran. PL: Haben Sie eine besondere Empfehlung für uns?

Alois Uhrmann: Um Breitenberg oder Hauzenberg herum gibt es sehr viele Aussichtspunkte und herrliche Möglichkeiten zum Wandern. Das kann man immer empfehlen. In den Oberen Bayerischen Wald komme ich zwar weniger, aber da ist es auch schön. Nur von der Aussicht her nicht so wie bei uns. Die haben viel mehr Wald als wir. Bei uns ist alles doch sehr viel freier. Für Wanderungen ist natürlich auch der Dreisessel immer eine Option (über 1.300 Meter hoher Berg an der tschechischen Grenze, kaum neun Kilometer von Breitenberg entfernt, Anm. der Red.).

„Bin ich jetzt im Bayerischen Wald … oder irgendwo in Norwegen?“ PL: Welche Tipps haben Sie für den Winterurlaub in Breitenberg? Michael Uhrmann: Wir haben ein wunderschönes Langlaufzentrum in Jägerbild, das zur Gemeinde Breitenberg gehört. Erst letztes Jahr, so um die Weihnachtszeit, als wir hier waren, bin ich da mal alleine gelaufen. Und habe irgendwann gedacht, bin ich jetzt im Bayerischen Wald oder stehe ich irgendwo in Norwegen. Auch vom Wetter her. Wirklich toll. Das kann man auch machen, wenn man nicht so fit auf den Skiern ist. Alois Uhrmann: Fürs Langlaufen gibt es für mich eigentlich nur (!) unser Langlaufzentrum, wo man sich verschiedene Schwierigkeitsgrade aussuchen kann. Gerade auch jetzt mit der neuen Führung von der Rollerbahn – unwahrscheinlich schön, selbst für Anfänger. Wo man sehr lange Strecken dabei hat, die sehr flach sind, so dass sie jeder laufen kann. Auch mit kleinen Kindern. Und es immer wieder die Möglichkeit gibt, abzukürzen. Man also mal drei, vier, sechs oder acht Kilometer läuft, ganz wie man will. Das ist schon einmalig, glaube ich. Und bei uns das Schöne. 51


Aktiv Michael Uhrmann: Man kann sich dort aber auch genauso gut Schneeschuhe leihen und damit wandern gehen. Oder ganz in der Nähe, drüben am Dreisessel. Im Winter super zum Schneeschuhwandern. Wenn man richtig schön Alpin-Skifahren machen möchte, aber es von den Kosten her nicht so sein soll wie in Tirol oder Flachau, dann gibt´s den Hochficht, gleich hinter der Grenze, in Österreich, mit wunderschönen Strecken. Und bei uns direkt um die Ecke, am Geiersberg (in Hauzenberg, Anm. der Redaktion), kann man auch mit Kindern wunderbar fahren. Der Arber ist noch da. Und auch für Ausflüge nach Tschechien ist es von uns nicht weit.

„ … einmal für einen Tag ein kleiner Skispringer sein.“ Oder auch Biathlet. PL: Kann man sich hier auch selbst einmal als Skispringer versuchen? Michael Uhrmann: Wenn man hier ist und das mal ausprobieren möchte, einfach vorbeikommen! Mein Vater und der Verein haben zwei kleine Schanzen gebaut, auf denen jedes kleine Kind drüber rutschen kann. Da passiert nichts. Es braucht keiner Angst davor zu haben. Und man kann einfach mal für einen Tag ein kleiner Skispringer sein. Wer Spaß daran hat, der bleibt sicher dabei. Alois Uhrmann: Wer ernsthaft Interesse hat, kann sich an unseren Verein wenden. Dann lässt sich das organisieren. Voraussetzung ist allerdings, dass man Skifahren kann. Auch wächst die Gefahr mit zunehmendem Alter. Mit 14 sollte keiner mehr anfangen, da ist es einfach zu spät. PL: Was muss man sonst dafür mitbringen? Michael Uhrmann: Man kann einfach mit Alpinski kommen. Auch im Sommer. Da sind dann Matten auf der Schanze. Das ist, wie wenn man auf einer Wasserrutsche herunter rutscht. Alois Uhrmann: Es entwickelt sich ja über das Alpinfahren – schön lang52

sam. Man beginnt mit Alpinski, dann wird die Technik trainiert. Und erst wenn man diese beherrscht, kann man auch auf größeren Schanzen springen. Auf der kleinsten Schanze können eben schon die ganz Kleinen runterfahren. Darauf sind Sprünge von einem bis zu fünf Meter möglich. Die anderen gehen im Sommer nicht mit Stahlkanten. Und mit Sprungski wird es dann schon etwas problematisch. Übrigens haben unsere Langläufer eine kleine Biathlon-Anlage gebaut. Auch wer sich dafür interessiert, hat hier die Möglichkeit das auszuprobieren. Dazu muss man sich nur mit den Langläufern in Verbindung setzen, zum Beispiel über www.wsv-djk-rastbuechl.de. PL: Sie beide haben eine enge Beziehung zu der Schanze hier. Wie sind Sie selbst zum Skispringen gekommen? Michael Uhrmann: Ich habe als kleiner Bub damit angefangen, mit zehn. Fürs Skispringen relativ spät. Aber da war die Schanze gerade erst gebaut worden. Mein Papa hatte mich irgendwo bei der Hälfte des Anlaufs hineingehoben und losgelassen. Und dann war ich Skispringer gewesen. Vorher schon Langläufer, der Papa damals Trainer für Langlauf und Skispringen. Das wollte ich dann auch selber machen. Gedrillt wurde ich dazu nie. Natürlich habe ich viel davon profitiert, dass er mir das ABC vom Skispringen einfach beigebracht hat. Wie man vom Kopf her an die ganze Sache herangeht. Weil es später schwierig wird, wenn Du das als Kind nicht lernst. Er war auch immer mit Rat und Tat dabei gewesen, als ich später meine Sache dann schon selber gemacht hatte, andere Mannschaften und Trainer hatte. Was Leistungssport heißt, dass man sich dafür auch anstrengen muss, das habe ich aber schon hier gelernt. Alois Uhrmann: Auch ich bin eigentlich erst sehr spät zum Skispringen gekommen. Ich glaube, da war ich schon 16. Über die Schule in Rastbüchl, wo jetzt das Wirtshaus ist. Da hatten wir noch über die Straße springen müssen, 25 Meter, sonst wären wir auf der Stra-

ße gelandet. Heute unvorstellbar, wegen der Verletzungsgefahr. Aber damals hatte sich niemand darum gekümmert. Der verstorbene Landrat Baptist Kitzlinger hatte uns dann irgendwann nach der Gebietsreform versprochen, eine Schanze zu bauen. Und auch gehalten. So war ´89 aus der Naturschanze eine Schanze entstanden, aus der man wirklich etwas machen konnte. PL: Was machen Sie heute noch selbst an Wintersport oder um sich fit zu halten? Michael Uhrmann: Ein bisschen Langlaufen, ein bisschen Skifahren – mit meiner Familie und den Kindern. Aber auch das macht mir sehr viel Spaß. Alois Uhrmann: Ich bin sehr viel beim Langlaufen und bringe dabei schon oft rund 1.000 Kilometer im Winter zusammen. Im Sommer fahre ich sehr viel Rad. Da sind es heuer sicherlich auch schon etwa 2.500 km gewesen. PL: Vielen Dank! n

Übrigens:

Die Elche sind im Vormarsch. Das zumindest hat vor nicht allzu langer Zeit die Presse berichtet. Vielleicht ist die Chance, einem davon hier zu begegnen, doch nicht so gering. In freier Wildbahn, auf Schneeschuhoder einer Langlauftour durch das Wegscheider Land. Wer sie auf alle Fälle sehen möchte, hat im Tier-Freigelände des Nationalparks in Neuschönau Gelegenheit. Von Breitenberg auch nur knapp 40 Kilometer entfernt.


Bodenständig trotz groSSer Sprünge

Breitenberg

Skispringer Michael Uhrmann (36) – Olympiasieger im Mannschaftsspringen, mehrfacher Weltcupsieger und Schanzenrekordhalter

Ein Erholungsort, der Sportgeschichte schreibt

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m Lauf seiner 23-jährigen Skispringerkarriere hat Michael Uhrmann enorme Sprünge gemacht, dennoch nie den Boden unter den Füßen verloren. Breitenberg ist für den Olympiasieger im Mannschaftsspringen (Salt Lake City, 2002), mehrfachen Weltcup-Sieger und Schanzenrekordhalter (mit 146,5 Metern Weite, am 2. Februar 2011 in Klingenthal) nicht nur die sportliche Heimat, bis heute auch sein Zuhause. Wo ein Großteil seiner Familie lebt und er noch immer einen Zweitwohnsitz hat. Hier, im Wegscheider Land, wurde Michael Uhrmann 1978 geboren, nur 14 Kilometer weiter hat er mit zehn bereits seine ersten Gehversuche auf der Schanze gemacht. In Rastbüchl, wo ihm sein Vater das Skispringen beigebracht hat und er auch noch später immer wieder an seiner Technik feilen konnte. Michael ist der jüngste und bislang erfolgreichste Spross der Familie Uhrmann. Sportlich sind hier aber alle, der Nachwuchs wächst schon heran. Eine Tochter (9) seiner drei älteren Schwestern ist begeisterte Langläuferin und springt ebenfalls, ein Neffe (19) bereits Trainer beim DJK in Rastbüchl. Auch nach Beendigung seiner eigenen sportlichen Karriere nach der Weltmeisterschaft 2011 hat Michael Uhrmann das Skispringen nie losgelassen. Heute bildet er den Sportlernachwuchs an der BundespolizeiSportschule in Bad Endorf aus. Mit Gattin Heidi und seinen drei Töchtern – zwei, fünf und acht Jahre alt – lebt der Polizeihauptmeister und ehemalige Skisprungstar mittlerweile in Ruhpolding, wo seine Frau auch herstammt. Dennoch packt er mit der Familie regelmäßig die Koffer, um „nach Hause“ zu fahren. Denn daheim fühlt er sich hier nach wie vor noch – in Breitenberg.

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rau Holle meint es noch immer gut mit dem Bayerischen Wald. Auch die Sonne lacht hier überdurchschnittlich häufig, ganz im Nordosten des Passauer Landes, in Breitenberg. Sicher nicht die einzigen Gründe, warum die östlichste Gemeinde Bayerns bei Urlaubern so beliebt ist. Sowohl im Sommer zum Wandern als auch für die Winterferien. Weltweit bekannt geworden ist der Erholungsort aber vor allem durch sein Skisprungzentrum und als Austragungsort internationaler Wettbewerbe. Zwei Olympiasieger sind bereits aus der kleinen Gemeinde im Bayerischen Wald hervorgegangen. Genauer gesagt, aus dem Wintersportverein WSV DJK Rastbüchl. Kein Verein, noch nicht einmal in Oberstdorf, war diesbezüglich bisher erfolgreicher im Skisprungsport. Das habe ihm der Deutsche Skiverband bestätigt, sagt uns Alois Uhrmann. Mit seinen 67 Jahren hier immer noch als Vorstand und Trainer aktiv. „Wir haben insgesamt über 30 Deutsche Meister und 65 Bayerische Meister. Das ist das, was so die letzten Jahre bei uns außerdem rausgegangen ist“, kann uns Alois Uhrmann berichten. Er selbst sei nie ein so guter Skispringer gewesen. „Weil wir die Möglichkeiten noch nicht hatten.“ Sei aber halt dabeigeblieben. Zuerst war man bei der Skizunft Breitenberg gewesen, dann habe sich hier ein Verein gefunden, in Rastbüchl. „Weil die Schule eben da war.“ Die ersten Schanzen hatten Alois Uhrmann und seine Mitstreiter, Eltern und Trainer, noch selbst gebaut – „mehr oder weniger per Hand“. Seitdem habe sich viel daraus entwickelt. Heute hat der WSV DJK Rastbüchl rund 350 Mitglieder, davon 80 Aktive: 50 Langläufer – zu 80 Prozent Langläuferinnen – und 30 Skispringer, darunter fünf Frauen.

Mehr Informationen zum Nordischen Zentrum Breitenberg gibt es unter www.nordisches-zentrum.de

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Ganz schön was los! Veranstaltungen 2015 Januar

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= überregionale Veranstaltung

So 12.4.2015

Mai 2015 Vollmondorgelnacht Vilshofen, Klosterkirche Schweiklberg

Neujahrsanblasen Hauzenberg

u Tag des Tourismus im ganzen Landkreis mit vielen vergünstigten Angeboten vieler Freizeiteinrichtungen / Museen etc.

Sa 31.1.2015

So 12.4. - Di 14.4.2015

Mi 13.5. - So 17.5.2015

Winterwanderung mit Landrat Franz Meyer Start kurzfristig im Internet einsehbar unter www.passauer-land.de

Messe „Ausblick15“ Ruhstorf

Dorffest Jägerwirth

So 19.4.2015

So 17.5.2015

u Rad total im Donautal mit Start in Löwmühle (Gemeinde Thyrnau)

u Internationaler Museumstag im Museumsdorf Bayerischer Wald in Tittling und im Museum Kloster Asbach

DO 1.1.2015 Neujahrskonzert in Vilshofen

Faschingsveranstaltungen unter www.passauer-land.de

Do 30.4.2015 Hilgartsberger Walpurgisnacht

Mi 13.5. - Fr 15.5.2015 Rudertinger Weinfest

Fr 22.5. - Mo 25.5.2015 Weinhügelfest Fürstenzell

Februar

Fr 22.5. - Di 26.5.2015

Sa 28.2. - So 1.3. 2015

Pfingstfest Pocking

Pockinger Ostereier- u. Kunsthandwerks-Verkaufsausstellung

Fr 22.5. - Di 26.5.2015 Büchlberger Volksfest

Sa 23.5. - Mo 25.5.2015

Mai Fr 1.5.2015

« Georgiritt Aidenbach Windorfer Frühling Blumen- und Gartenmarkt

Ap r i l Sa 25.4.2015 Frühlingswanderung mit Landrat Franz Meyer Start kurzfristig im Internet einsehbar unter www.passauer-land.de 54

So 3.5.2015 Schmankerlwanderung im Ilztal „Genuss am Fluss“ Start kurzfristig im Internet einsehbar unter www.passauer-land.de

SA 9.5 - So 10.5.2015 Hilgartsberger Gartenmarkt

Pfingstfest Haarbach

So 24.5.2015 Dorffest mit Volksradfahren Thyrnau

Mo 25.5.2015 u « Deutscher Mühlentag im Museumsdorf Tittling

« Mühlenfest Grafmühle « Kirchhamer Mühlenfest Fr 29.5. - So 31.5.2015 Aldersbacher Frühlingsfest mit Kunst- und Handwerkermarkt


« = historische Veranstaltung Juni

Fr 10.7. - Sa 11.7.2015

Mi 3.6. - So 7.6.2015

Promenadenfest / Donau in Flammen - Das Original Vilshofen a. d. Donau

Lindenfest Bad Höhenstadt

Do 4.6. - So 7.6.2015

Termine für Bayerwaldfest Neukirchen und Vof-tonight - Die Filmnächte in Vilshofen a. d. Donau sind kurzfristig im Internet einsehbar unter www.passauer-land.de

A u g u st

« Ortenburger Ritterspiele Garten-Markt-Tage Pocking

So 2.8.2015

Pranger-Fest Straßkirchen

Museumsfest im Webereimuseum Breitenberg

Sa 13.6. - So 14.6.2015

Do 13.8. - Mi 19.8.2015

3. Obernzeller Volksmusiktage und 3. Obernzeller Töpfer- und Kunsthandwerkermarkt

Fr 10.7. - So 12.7.2015

So 28.6.2015

« Historisches Marktfest

Tag der offenen Gartentür    Informationen unter www.passauer-land.de

Rotthalmünster

Volksfest Aidenbach

Fr 10.7. - Mo 13.7.2015

Mo 17.8. - Mi 19.8.2015

Volksfest Untergriesbach

Juli

Mi 15.7.2015

DIGA - Die Gartenmesse Aldersbach

Fr 3.7. - So 5.7.2015

Bad Füssinger Thermen Open Air

Blasmusikfest Bad Füssing

« Kirchhamer Heimatfest mit Goldhaubentreffen (am 4.7.)

Fr 17.7. - So 19.7.2015 Bürgerfest Pocking

Hauzenberger Dult

Do 14.8. - Di 18.8.2015

Do 20.8. - So 23.8.2015 Grenzlandfest an der Innlände Neuhaus a. Inn

Fr 21.8. - Mi 26.8.2015

SA 18.7.2015

Traditionelles Volksfest Vilshofen a. d. Donau

Klassik am Schloss in Ortenburg

Do 27.8. - Di 1.9.2015

SA 18.7. - So 19.7.2015

Karpfhamer Fest mit Rottalschau (28.8. - 1.9.2015)

Bürgerfest Tiefenbach

Fr 24.7. - Di 28.7.2015 Volksfest Eging a.See mit Festumzug am 26.7.

Sa 4.7.2015 Kirchhamer Radltag Wegscheider Markttag mit „Rock in Tracht“

Do 30.7. - So 2.8.2015 Lampionfest Bad Griesbach

Do 31.7. - Mi 5.8.2015

Fr 28.8. - Mo 31.8.2015

Volksfest Ortenburg

Volksfest Tittling 55


Ganz schön was los! Veranstaltungen 2015 S e pt e m b e r So 6.9.2015

« Drescherfest im Webereimuseum Breitenberg

u

= überregionale Veranstaltung

So 26.9.2015

So 25.10.2015

Pilgerwanderung mit Landrat Franz Meyer Start kurzfristig im Internet einsehbar unter www.passauer-land.de

« Leonhardi-Ritt Grongörgen

Ende September

« Leonhardi Umritt

Internationaler Volksmusiktag mit Musikgruppen aus aller Welt. Termin und Ort sind kurzfristig einsehbar unter www.passauer-land.de

Aigen a. Inn

Okt o b e r So 4.10.2015

November So 8.11.2015

So 29.11.2015 Nikolauseinzug Salzweg

Dezember Sa 5.12.2015

Brückenfest Neuburg a.Inn

Bauern- und Handwerksmarkt Pocking

Nikolauseinzug in Hauzenberg Untergriesbach, Neukirchen vorm Wald, Fürstenzell

Töpfermarkt Schloss Neuburg a. Inn

Mostkirta Fürstenzell

Mi 23.12.2015

S0 11.10.2015

Christkindlansingen Fürstenzell

« Leonhardi Umritt Kellberg

Sa 26.12.2015

Herbstkirta Fürstenstein

Perchtentreffen Pullman City Eging a. See

FR 11.9. - S0 13.9.2015

FR 11.9.2015 Kabarett am Steg Neuburg a.Inn

Sa 12.9.2015

Bad Füssinger Weihnachtsgala

Zweibrückenlauf am Mariensteg in Neuburg a.Inn

Mi 30.12.2015

« Ebersberger Turmweihnacht

So 13.9.2015

– altbayerische Weihnachtsveranstaltung

Erntedankfest Kösslarn u Tag des offenen Denkmals – nähere Informationen unter www.tag-des-offenen-denkmals.de

Do 31.12.2015

So 20.9.2015

S0 18.10.2015

Zwetschgenmarkt Ortenburg

« Leonhardi-Ritt Neukirchen v. W.

Silvesterbrückenparty am Mariensteg, Neuburg a. Inn Silvesterparty Pullman City, Eging a. See

Mehr Veranstaltungen aus Stadt und Landkreis Passau finden Sie unter www.passauer-land.de/veranstaltungen Verschiedene Führungsangebote finden Sie in unserem Sales Guide und unter www.passauer-land.de

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« = historische Veranstaltung

Advents- und Christkindlmärkte

Kirchhamer Adventsmarkt Sa 28.11. W Weihnachtsmarkt Grafenschlößl Tittling W Fr 27.11. - So 29.11. W Advenstmarkt Aicha v. Wald W So 29.11. W Tiefenbacher Adventsmarkt W So 29.11. W Weihnachtsmarkt Pullman City, Eging a. See Fr 27.11. - So 29.11. W Fr 4.12. - So 6.12. W Fr 11.12. - So 13.12. W Fr 18.12. - So 20.12. W Schwimmender Christkindlmarkt, Vilshofen a. d. Donau Fr 27.11. - So 29.11. W Fr 4.12. - So 6.12. W Fr 11.12. - So 13.12. W Granitweihnacht im Granitzentrum Hauzenberg

Veranstaltungsreihen Kulturwochen Salzweg Do 19.3. - So 10.5. Musik- und Kabarett-Tage, Museumsdorf Bayerischer Wald Tittling April - September Ortenburger Schlosskultur Mai - September Europäische Festspielwochen Passau Juni - Juli Hilgartsberger Burgfestspiele Juni - Juli Kulturwochen Hauzenberg Mitte Juni - Mitte Juli

Do 26.11. - So 29.11. W Do 3.12. - So 6.12. W

Kurkonzerte Hauzenberg immer Mittwoch / Juli - August

Do 10.12. - So 13.12. W Do 17.12. - So 20.12. W

Theaterstadl Rackling/Obernzell Juli

Adventsmarkt Pocking W Do 3.12. - So 6.12. W

Fürstensteiner Kultursommer Juli

Stoabruchweihnacht Büchlberg W Fr 4.12. - So 6.12. W

Historisches Freilichtspiel „Lieber bairisch sterben ... Aidenbach anno 1706“ Sa 11.7. / Fr 17.7. / Sa 18.7. / Fr 24.7. / Sa 25.7.

Christkindlmarkt in Schnellertsham W Sa 5.12. - So 6.12. W Adventsmarkt Kloster Aldersbach W So 6.12. W Fürstensteiner Schlossweihnacht W So 6.12. W Hilgartsberger Burgweihnacht W Fr 11.12. - So 13.12. W Hauzenberger Weihnacht W Sa 12.12. - So 13.12. W

Galerie a. d. Wolfach Gemäldeausstellung Juli - September Bad Füssinger Kulturfestival FR 18.9. - Sa 17.10. Tiefenbacher Herbststrauß Oktober Operette des Liederkranzes Dreiburgenland Dezember 2015 / Januar 2016

Granitweihnacht im Granitzentrum Hauzenberg

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Und was passiert nächstes Jahr ? 2016 wird das Passauer Land zum Mittelpunkt der Bayerischen Bierwelt: Denn dann veranstaltet das Haus der Bayerischen Geschichte zusammen mit seinen drei Kooperationspartnern Gemeinde Aldersbach, Landkreis Passau und Brauerei Aldersbach die Bayerische Landesausstellung „Bier in Bayern – 500 Jahre Reinheitsgebot“ im alten Klosterort Aldersbach. Gegen viele hochkarätige Mitbewerber konnte sich Aldersbach – in dem seit 1268 Bier gebraut wird – erfolgreich behaupten und überzeugte durch ein Gesamtkonzept, das die kunsthistorisch so bedeutende Klosteranlage, die Bier- und Kulturregion Niederbayern und viele qualitätsvolle Veranstaltungen in einem umfangreichen Rahmenprogramm vereint. Aber bereits jetzt können hier Führungen durch Kirche, Kloster und Brauerei gebucht werden. Reisen Sie in die Welt des Bieres und der Kultur, genießen Sie die bayerische Lebensfreude und entdecken Sie die kulturellen Besonderheiten des Passauer Landes!

Wir kümmern uns um einen schönen und entspannten Urlaub für Sie

r Die Touristike Land vom Passauer 58

große Sonnenterrasse

Kinderspielplatz

gut bürgerliche Küche und Forellen aus eigener Zucht

Golf- und Landhotel

94136 Thyrnau · Raßbach 8 · Tel. 0 85 01 / 9 13 13 www.hotel-anetseder.de


Das

Erlebnis der Gegensätze

Die PassauCard all-inclusive erschließt die schönsten Freizeitangebote und Sehenswürdigkeiten im Passauer Land, in Oberösterreich und Südböhmen. Eine Karte weist den Weg zum Gesamterlebnis. Alles zum all-inclusive-Preis!

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Entscheiden Sie zwischen den Kartenlaufzeiten 24 Stunden, 48 Stunden, 3 Tage, 5 Tage, 7 Tage und 14 Tage und Sie erhalten beispielsweise freien Eintritt in die Thermen in Bad Füssing, Bad Griesbach i. Rottal und Bad Birnbach, in Freizeitparks wie den Vogelpark Irgenöd oder den Wildpark Ortenburg. Außerdem benutzen Sie während der gesamten Kartenlaufzeit die öffentlichen Verkehrsmittel im Stadt- und Landgebiet Passau kostenlos!

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Unsere Kontaktuedr Land Das Passauer Land ist ein Erlebnis der Gegensätze. Mit Flüssen, Wäldern und Thermen, mit kontrastreichen Landschaften und sich abwechselnden Baustilen. Neues und Anderes ist oft eine Frage weniger Kilometer. Die Möglichkeiten, diese Vielfalt zu entdecken, sind so facettenreich wie die Eindrücke selbst. Eine Radtour auf dem Donau- oder Innradweg, eine Wanderung auf dem Donausteig, eine Ruderpartie auf der Ilz, ein Besuch der Thermen… Was es dabei noch alles zu entdecken gibt und welche weiteren Vorteile Sie mit der PassauCard all-inclusive genießen, darüber informiert der begleitende Erlebnisführer oder unsere Homepage www.passaucard.de. Telefonische Infos gibt es unter der Service-Hotline 08531 / 94 49 49.

ion Passa Tourist-Informat . 032 Passau Domplatz 11 94 00 Tel.: 0851/397-6 88 Fax: 0851/397-4 au.de landkreis-pass @ us m is ur to E-Mail:

Das Magazin ist kostenlos und bei der Zusendung fallen für Sie keine Portogebühren an. Sie können das Abo für das Magazin, sowie den Newsletter jederzeit schriftlich per Post, per Email, oder einfach per Telefon widerrufen.

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BAYERISCHE LANDESAUSSTELLUNG 2016

29. 04. – 30.10. 2016 Kloster Aldersbach im Passauer Land täglich 9 – 18 Uhr /// www.hdbg.de Veranstalter / Partner

Tourist-Information Passauer

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Domplatz 11 . 94032 Passau Tel.: 0851/397-600 Fax: 0851/397-488 E-Mail: tourismus@landkreis-passau.de Net: www.passauer-land.de oder besuchen Sie uns auf Facebook: www.facebook.com/daspassauerland

Informationen zu besonderen

Führungsangeboten:

www.passauer-land.de/fuehrungsangebote Informationen zu Veranstaltungen: www.passauer-land.de/veranstaltungen Informationen zu Gruppenreisen finden Sie in unserem Sales Guide

Unterkünfte im Passauer Land finden Sie in unserem Gastgeberverzeichnis Vorabinformationen zur Bayerischen Landesausstellung 2016 erhalten Sie unter www.landesausstellung-bier.de

Magazin 2015 web  
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