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¡Basta ya!

U

- Es

reicht!

nglücklicherweise sind die Fälle von Ge­ walt an Frauen in Cartagena sowie an­ deren Regionen Kolumbiens in letzter Zeit beträchtlich angestiegen. Allein in den ersten fünf Monaten wurden im Distrikt Cartagena de Indias fünf Frauen ermordet, ganz zu schweigen von den unzähligen Vorfällen häuslicher Gewalt gegen Frauen. Um dem entgegen ein Zeichen zu setzen en­ tschieden wir uns ein Event mit dem Namen „¡Basta ya!“ – ES REICHT! – zu organisieren. Alle Teilnehmenden versammelten sich am Abend des 27. August in der Kirche San Jerónimo in Pasacaballos zu einer Eucharistiefeier, in der für alle Frauen gebetet wurde und Fürbitten für das Ende jeglicher geschlechtermotivierte Gewalt in Kolumbien gesprochen wurden. Anschließend begaben wir uns gemeinsam in einem Schweige­ marsch auf den Hauptplatz von Pasacaballos. Alle Teilnehmenden hielten dabei eine Kerze in der Hand, als Symbol des Lichtes, das alle dunklen Momente unseres Lebens erleuchten soll. Am Platz angekommen erreichte der Abend seinen

El Balsero 13. Ausgabe, 2012

Höhepunkt mit einem Konzert mit Liedern zur Thematik, die dazu anregten zu reflektieren und sich über den Wert und die Position des weibli­ chen Geschlechtes in einer Gesellschaft, die im­ mer mehr zum Machismus neigt, bewusst zu werden. Im Laufe des Abends konnten alle Anwesenden auf einer Plakatwand Kommentare und Emp­ findungen und zum Thema Gewalt gegen Frauen niederschreiben. Wir möchten uns bei den Frauen der Iglesia Cuad­ rangular für ihre Anwesenheit, Hilfsbereitschaft und Teilnahme am Event bedanken. Außerdem wurden wir kräftig von den Jugendlichen der Pro­ jekte „Träume erbauen“, „Werte erbauen“, der Tanzgruppe Cayambé und der Jugendgruppe RE­ JUVESPA unterstützt – Danke! Vielen Dank auch an alle die teilgenommen und mit uns einen Moment der Reflexion und Solidar­ ität geteilt haben. Die Gewalt an Frauen hat bere­ its viele Leben gekostet und benötigt dringend eine Stimme des Protestes, die der Ungerechtig­ keit endgültig ein Ende setzt!


Projekt “Werte erbauen” Sportlicher Austausch

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n der zweiten Phase des Projektes „Werte er­ bauen“ hat es sich die Fundación Madre Her­ linda Moises zum Ziel gemacht, Austauschpro­ gramme und Ausflüge zu diversen sportlichen Aktivitäten für die Kinder und Jugendlichen zu organisieren. Im Zuge dessen kontaktierten wir die “Fundación Futbol con Corazón” (Stiftung Fußball mit Herz) aus Barranquilla und wurden von ihnen auf einen Besuch eingeladen. Im August hatten wir schließlich die Möglichkeit die verschiedenen Einflussgebiete dieser Fundación kennenzu­ lernen und auch gleich mehrere Fußballturniere zu spielen – natürlich mit der Methodik “Futbol por la paz” (Fußball für den Frieden), bei der die Kinder und Jugendlichen selbst Regeln für faires Spiel festlegen.

Dank der Unterstützung der Fundación Bavaria erlebten wir zwei Tage voller Spiel, Freude und vielen glücklichen Gesichtern. Nicht einmal die große Erschöpfung war ein Hindernis davor die Zeit zu genießen und mit klaren Regeln, fundi­ ert in pädagogischen Werten, zu spielen. In Bälde möchten wir nun auch die “Fundación Futbol con Corazón” zu uns nach Pasacaballos einladen. Außerdem wurden die Kinder von der Malteria Tropical eingeladen am 17. August an der Eröff­ nung deren internen Liga teilzunehmen und ein Freundschaftsspiel zu spielen, bei dem den An­ gestellten der Malteria das Projekt “Futbol por la paz” und dessen Methodik vorgestellt wurde. Die Einladung war sowohl für die Kinder als auch für die Fundación Madre Herlinda Moises sehr erfreulich und wir hoffen bald wieder auf dem tollen Fußballplatz der Firma Bavaria spielen zu dürfen!


Projekt “Träume erbauen” Ausflug mit den Jugendlichen

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m 9. und am 10. August begaben wir uns mit den Jugendlichen des Projektes „Träu­ me erbauen“ in ein Freizeitzentrum in Boca Canoas, ein wenig außerhalb Cartagenas. Insge­ samt nahmen 39 Personen an den zwei Tagen voller Aktivitäten teil, an denen die Jugendlichen reichlich Zeit hatten, um in Gruppen zu arbeiten, gemeinsames zu erleben und den Ausflug zu ge­ nießen. Wir begannen mit einem spirituellen Programm­ punkt bei dem die Jugendlichen mittels rhyth­ mischen Übungen und Musik zu reflektieren eingeladen wurden. Ziel der Übung war es Em­ pathie zu fördern, indem sich jeweils zwei Teil­ nehmer gegenseitig als Spiegel ansahen und sich in die Position des Gegenübers versetzten. Danach folgte eine Schatzsuche, bei der die Ju­ gendlichen ihre Teamfähigkeit unter Beweis stel­ len mussten, um ans Ziel zu kommen, wodurch eine bessere Gruppendynamik und mehr Ver­ trautheit untereinander entstand. Schließlich gab es ein wenig Freizeit am Nachmittag um das Meer und das Schwimmbad sowie das Fußballund Volleyballspielen zu genießen. Nach dem Abendessen wurde noch gemeinsam ein Film an­ geschaut.

Am nächsten Tag ging es weiter mit einem Sta­ tionenlauf, der beinahe den ganzen Vormit­ tag lang dauerte: die Aufgabe bestand aus verschiedenen Herausforderungen bei denen Qualitäten wie Ausdauer und das Zusammenar­ beiten in der Gruppe gefragt waren. Nachdem alle die Stationen erfolgreich gemeistert hatten, gab es nochmals Gelegenheit dazu, die tollen Freizeitmöglichkeiten zu genießen, bevor es am Nachmittag dann wieder zurück nach Pasacabal­ los ging. Alles in allem war der Ausflug ein voller Erfolg! Einerseits war für das Organisationsteam genug Zeit vorhanden, um spielerisch Lehrstoff zu ver­ mitteln, andererseits konnten die Jugendlichen zwei erlebnissreiche Tage in einer schönen Umge­ bung verbringen, weg von Alltag und Sorgen.


Fotoprojekt

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om 14. bis zum 18. August fand im Barrio Madre Herlinda Moises unter der Koordi­ nation und Begleitung unseres ehemali­ gen österreichischen Auslandsdieners Thomas Helmlinger ein Fotoprojekt für die Kinder des Barrios statt. Während die Teilnehmer über die Vor- und Nachteile von Plastik in unserem Alltag diskuti­ erten, wurden Fotos vom Barrio aufgenommen. Die Kinder bastelten dazu 15 Kameras aus Stre­ ichholzschachteln und erstellten so gemeinsam einen fotografischen Rundgang durch das Barrio.

Wir alle leben in einer Zeit, die sich durch Umwelt­ verschmutzung, Klimaerwärmung und Überfluss charakterisiert. Durch das Fotoprojekt wollten wir sowohl die teilnehmenden Kinder als auch die Besucher der Fotoausstellung dazu anregen, kritisch über unser eigenes Verhalten bezüglich dieser Problematik nachzudenken. Sowohl bei den Werken, die entstanden als auch bei den Kameras sticht die Schlichtheit dem Be­ trachter ins Auge. Dadurch, dass die Kameras selbst aus Recycling-Materialien gebaut wurden, verkörpern sie sehr schön den Gedanken eines adäquaten Umgangs mit unseren Ressourcen und unserer Umwelt. Wir laden alle recht herzlich dazu ein, die Werke der Kinder aus dem Barrio Madre Herlinda Mois­ es zu bestaunen, die mit großem Enthusiasmus entstanden sind! Die Fotografien sind in unser­ em Centro Cultural ausgestellt.


Treffen mit den Jugendlichen der

Salesianerschule - San Pedro Claver

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ergangenen Monat bot sich uns die Gele­ genheit einige SchülerInnen und LehrerIn­ nen der Salesianerschule San Pedro Claver in der Fundación Madre Herlinda Moises zu emp­ fangen. Seitens der Fundación nahmen bei dem Treffen die Kinder und Jugendlichen der Projekte „Cayambé“, „Träume erbauen“, „Werte erbauen“ und des Trommelkurses „Mamerto Ahumedo“ teil. Die Jugendlichen beider Institutionen hatten da­ bei die Möglichkeit Erfahrungen und Erlebnisse auszutauschen, als auch ein wenig das salesia­ nische Denken zu teilen. Es gab jeweils eine Präsentation der Jugendli­ chen der Salesianerschule und der Tanzgruppe Cayambé, was durch das Aufeinandertreffen von zwei komplett verschiedenen Welten eine sehr interessante Erfahrung war. Besonders erfreulich war, dass der Austausch mit viel Respekt, Empa­ thie und Feingefühl aller Beteiligten geschah. Gerne möchten wir diesen Kontakt aufrechter­ halten, weshalb wir auch demnächst einen Aus­ flug in das Colegio Salesiano in Cartagena organ­ isiseren möchten. Vielen Dank für den Besuch!


Barbora Koumarová

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eider mussten wir uns am 2. September von unserer geschätzten Kollegin und Freundin Barbora Koumarová trennen, die aufgrund einer persönlichen Entscheidung den weiten Weg nach Australien angetreten ist. Es war ihr Entdeckergeist, begierig danach in andere Kul­ turen und Bräuche einzutauchen, stets auf der suche nach neuen Denkweisen und Sinnstiften­ dendem, der sie zu dieser neuen Etappe führte. Für die Fundación Madre Herlinda Moises und deren ganzes Personal bedeutet dies einen großen Verlust, den wir jedoch annehmen müs­ sen und sie in ihrer Entscheidung unterstützen. Während den letzten dreieinhalb Jahren, in denen Barbora für die Fundación gearbeitet hat, zeichnete sie sich besonders durch ihr Verant­ wortungsbewusstsein, Engagement und ihre volle Hingabe aus, mit der sie sich sowohl ihren eigenen Aufgaben widmete, als auch allen an­ deren tagtäglichen Herausforderungen, die in unserer Institution anfallen. Besonders ihre Begeisterung dafür, die kulturelle Arbeit und den Status der Kunst in unserer Re­ gion zu stärken, sowie die Kreativität unter allen Altersgruppen, von den Kindern bis zu den Sen­ ioren von Pasacaballos, zu fördern, wird uns in guter Erinnerung bleiben. Stets kämpfte sie uner­ müdlich für den Aufbau von Partnerschaften mit öffentlichen und privaten Institutionen und war

mit großem Engagement beim Erarbeiten, Initi­ ieren und Betreuen von neuen Projekten dabei. Es war uns eine Freude die letzten Jahre auf Bar­ bora zählen zu können - ihre Arbeit in der Fun­ dación war sehr wertvoll! Für ihre neuen Pläne wünschen wir ihr nur das Beste und wir sind uns sicher, dass sie irgendwann nach Kolumbien zurückkehren wird. In ein Land, das auch ihr viel gelehrt hat, viele Freunde, glückliche Momente und unvergessliche Erinnerungen bereitet hat. Herzlichen Dank Bara für deine Zeit bei uns!


Besuch des Kindermissionswerks

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m 12. August durften wir Besuch des Kin­ dermissionswerks aus Deutschland emp­ fangen, die unsere Arbeit mit den Schülern der Escuela Madre Herlinda Moises unterstützen. Der Besuch bot die ihnen Möglichkeit unsere Fundación näher kennenzulernen und das Pro­ jekt, welches wir aufgrund ihrer Unterstützung durchführen können, zu begutachten.

Derzeit werden 37 Schülerinnen und Schüler im Alter von vier bis fünf Jahren in der Schule un­ terrichtet, die aus den problematischsten Gebi­ eten Pasacaballos stammen, wie etwa das Barrio Madre Herlinda Moises, der Sektor Nuevo Porve­ nir und das Barrio Jorge Eliecer Gaitán. Wir bedanken uns herzlich für Ihren Besuch und die große Unterstützung, die wir stets von Ihnen erfahren!


Helfen Sie uns zu helfen, mit Ihrer Spende! Jeder Euro hilft! Aus Europa: Missionshilfekonto Kolumbien - Ecuador IBAN: AT29 35026 000 000 15859 BIC: RVSAAT2S026 Aus Österreich: Missionshilfekonto Kolumbien - Ecuador Nr. 15859 Bankleitzahl: 35026 Raiffeisenbank Bad Hofgastein

Pasacaballos Clle. de las Flores No. 9-45 A.A. 16-05 Teléfonos: 0057 5 - 6685251 Cel.: 312 6230624 • Fax: 6685445 Colombia – Cartagena de Indias

El Balsero 13 Deutsch  

Liebe Freunde! Der neue Balsero mit allen Neuigkeiten aus Pasacaballos ist da. Es war wieder viel los bei uns! Vielen Dank an alle unsere Fr...

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