Issuu on Google+


Impressum: Personen und Handlungen sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Besuchen Sie uns im Internet: www.papierfresserchen.de

© 2015 – Papierfresserchens MTM-Verlag GbR Sonnenbichlstraße 39, D- 88149 Nonnenhorn Telefon: 08382/7159086 info@papierfresserchen.de Alle Rechte vorbehalten. Erstauflage 2015 Lektorat: Melanie Wittmann Herstellung: Redaktions- und Literaturbüro MTM www.literaturredaktion.de Cover + Illustrationen: Jane Gebert Druck: Booksfactory, Stettin Gedruckt in der EU ISBN: 978-3-86196-522-0 – Taschenbuch ISBN: 978-3-86196-523-7 – eBook


Winfried Rochner

Die Gurke Liesabetta und das Schaf Emil gehen auf eine Weltreise


Inhalt Vorbereitungen für eine Weltreise Allein in der Dunkelheit Eine neue Freundschaft Gemeinsam durch die große Stadt Über das bewegte Meer Fremdes Land und besondere Menschen Abenteuer in Afrika Landung auf einer unbekannten Insel Gefahrvolle Begegnungen Ein unterirdisches Reich

7 12 20 27 37 43 51 62 68 78

Die Gurke Liesabetta bereitet gewissenhaft ihre Weltreise vor und beginnt sie dann alleine. Bald merkt sie, dass so alleine eine Weltreise keinen Spaß macht. Sie geht zurück und überredet das Schaf Emil, mit ihr gemeinsam loszuziehen. Sie erkunden eine Stadt, finden später ein Ruderboot und kommen mit einem ungewöhnlichen Antrieb über das Meer.


Weitere Reisefahrzeuge, die sie zufällig entdecken, ermÜglichen ihnen dann schrankenlos zu reisen. Sie kommen nach Afrika und dank der Verwandlungskunst von Liesabetta bestehen sie die Reise auf diesem Kontinent. Weitere Abenteuer erleben sie in einem vÜllig anderem Land, wo Drachen und kleine intelligente Menschen leben.


Vorbereitungen für eine Weltreise Eines Tages beschloss die Gurke Liesabetta, sich auf eine Weltreise zu begeben. Sie betrachtete ihre schönen Beine und meinte, dass diese für eine solch große Reise sehr geeignet wären. Die Schuhe mit den glänzenden roten Sohlen gefielen ihr besonders gut und sie klapperten nicht immerzu, wenn sie mal fester auftrat oder schneller lief. Eine flotte Mütze borgte sie sich vom Rotkäppchen. Für den Proviant, bestehend aus dicken Stullen mit Butter, Käse und Wurst, schenkte ihr der Hans im Glück einen Rucksack, den er unbedingt loswerden wollte. Einen Schal und einen Pullover für kalte Tage während der Wanderung musste sie noch einpacken. Aber woher nehmen, wenn niemand ihr so etwas schenkte? Sie dachte lange nach, wen sie um die warmen Sachen bitten könnte. Liesabetta überlegte einen ganzen Tag ... ... und noch einen Tag ... ... und noch einen Tag. Der Kopf der Gurke tat vom vielen Denken schon richtig weh. Da flog eine kleine Blaumeise auf den Baum, unter welchem Liesabetta in tiefes Grübeln versunken saß. „He, Gurke, was ist mit dir los?“, flötete die Blaumeise. „Siehst du nicht, wie schön die Sonne scheint und alles munter durcheinanderschwirrt? Und du sitzt da und machst ein unglückliches Gesicht!“ „Ach“, seufzte Liesabetta, „wenn du wüsstest, wie es mir geht! Ich will eine Weltreise antreten und es fehlen mir für


die kalten Tage ein Schal und ein Pullover. Du weißt, es kann unterwegs ja mal kalt werden.“ „Wennʼs weiter nichts ist, da drüben auf der Wiese spielt ein Schaf. Das ist über und über mit Wolle bepackt, die es im Sommer nicht mehr benötigt. Von ihm kannst du bestimmt Wolle bekommen“, zwitscherte der Vogel und schwang sich in die Lüfte. Die Miene der Gurke hellte sich sofort auf. „Danke, danke“, rief sie der Blaumeise hinterher und ihre trübsinnigen Gedanken verschwanden im Handumdrehen. Sie sprang auf, schwang ihre Beine und rannte den Weg entlang zur Wiese, auf der das Schaf stand. „Guten Tag, Schaf! Wie heißt du denn eigentlich wirklich? Hast du auch einen richtigen Namen?“ Das Tier beachtete die Gurke nicht, schielte nur von der Seite auf deren schönes Grün und dachte bei sich: „Ob das wohl für mich ein guter Happen wäre?“ Liesabetta wiederholte ihren Gruß und nun wandte sich das Schaf ihr zu. „Mh“, dachte es wieder, „mit der Mütze und den Schuhen ist diese grüne Dicke wohl doch kein so schmackhafter Happen.“ Laut antwortete das Tier: „Guten Tag, ich heiße Schaf, nichts weiter. Vielleicht hat meine Mutter vergessen, mir einen Namen zu geben.“ Es wackelte mit den Ohren und schüttelte traurig seine dicke Wolle. Liesabetta hatte Mitleid mit dem namenlosen Schaf und meinte aufmunternd: „Wie wäre es, wenn wir einen schönen Namen für dich finden? Ich finde, Emilie würde sehr gut zu dir passen.“ Entrüstet blökte das Tier die Gurke an: „Aber ich bin doch ein Junge!“ „Na, dann eben Emil“, schlug Liesabetta vor. Das Schaf dachte nach und legte dabei seine Stirn in Falten, die man jedoch nicht sehen konnte, da die Wolle wild


darüberwuchs. „Einverstanden. Emil gefällt mir“, stimmte es schließlich freudig zu. „Wie heißt denn du, Gurke?“, erkundigte sich Emil neugierig. „Ich heiße Liesabetta.“ Sie stellte sich stramm vor das Schaf und lüpfte ihr Käppchen. „Ich wollte dich etwas fragen. Kannst du mir etwas von deiner Wolle abgeben? Ich benötige für meine Weltreise einen Pullover und einen Schal.“ „Ja, warum denn nicht? Ich habe ohnehin so viel davon. Nur nicht gleich jetzt, die Wolle sitzt zu fest. Aber der Schafscherer kommt etwas später, um sie abzuschneiden.“ „Oh, tut das nicht weh?“, stammelte Liesabetta besorgt. „Nein, gar nicht, die Haut bleibt ja dran und es wächst wieder neue Wolle nach.“ Die beiden neuen Freunde unterhielten sich noch eine ganze Weile und so verging die Zeit wie im Fluge, bis der Schafscherer kam, Emil zwischen seine Beine nahm und ritsch, ratsch im Nu die Wolle ab war. Liesabetta staunte: „Das ging aber schnell! Doch wie bekomme ich daraus einen Pullover und einen Schal? Vielleicht alles zusammenkleben?“ Die Gurke hob die Wolle hoch und diese fiel in Flocken zur Erde. „Du bist aber lustig, Liesabetta!“ Emil lachte und lachte. „Die Wolle wird von der Bäuerin auf einem Spinnrad zu einem langen Faden gesponnen. Dann werden daraus ein Pullover und ein Schal gestrickt.“ Und so wie es Emil erklärt hatte, geschah es. Die Bäuerin setzte sich ans Spinnrad, spann den Faden zu einem Wollknäuel und strickte daraus einen warmen Pullover und einen Schal für die Gurke. „Nun bin ich für meine Weltreise bestens ausgerüstet! Vielen Dank, liebes Schaf Emil, und vielen Dank, liebe Bäuerin“, jubelte Liesabetta, verabschiedete sich und ging nach Hause, um alles für ihre Weltreise zu packen.


Winfried Rochner - Die Gurke Liesabetta und das Schaf Emil gehen auf Weltreise