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Papierfresserchens MTM-Verlag 1


Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Cover: Gerd Altmann/Shape:photoshopgraphics.com, Pixelio.de Illustrationen: © oooRENAooo - Fotolia.com © Anja Ciomer - Fotolia.com Lektorat: Hedda Esselborn

1. Auflage 2012 ISBN: 978-3-86196-119-2 Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Copyright (©) 2012 by Papierfresserchens MTM-Verlag GbR Heimholzerstraße 2, 88138 Sigmarszell, Deutschland www.papierfresserchen.de info@papierfresserchen.de

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Das kleine, schlaue Weihnachtsbuch von

Hannah Salzberger

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Dieses Buch gehรถrt: Geschenkt hat es mir:

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Schneeflockentraum Der Schnee lag schon seit Tagen da und bedeckte den Boden, während immer mehr Flocken vom Himmel fielen und in der Luft umher wirbelten, bevor sie sanft landeten. Ich stand mitten im Park und blickte nach oben. Der Winter war einfach so schĂśn. Eine kleine weiĂ&#x;e Flocke landete auf meiner Hand. Ich konnte sie noch einmal kurz genauer betrachten, bevor sie schmolz und als durchsichtiger Tropfen von meinen Fingern fiel. Es waren lauter kleine Eiskristalle, die sich verbunden hatten. Wenn ich genauer hinschaute, konnte ich erkennen, dass sie wirklich eine Sternenform hatten, so wie Kinder es oft malten. Ich versank in Gedanken an meine Kindheit. Ich male einen Kopf, der eher wie eine Melone aussieht. Dann kommen noch ein Paar Knopfaugen und eine Schniefnase hinzu. Darunter male ich einen roten, krummen Strich, der den Mund meiner Figur darstellen soll. Drei Haare noch auf den Kopf und fertig ist die Person. Aber die Umgebung fehlt noch. Wie bei fast allen meinen Bildern male ich Schneeflocken, vier Striche, die einen Stern bilden. Ich liebe den Winter. 5


Damals hatte ich noch Eltern und somit ein Dach über dem Kopf. Heute war das anders. Aber die Tatsache, dass der Winter meine liebste Jahreszeit ist, blieb. Für immer. Ich war einfach ein Wintermensch, deshalb fror ich auch nicht im kalten Schnee. Dies konnte aber auch daran liegen, dass ich rund um die Uhr draußen war, da ich ja keine Wohnung oder gar ein Haus hatte. Dafür vertrieb ich mir die Zeit auch nicht mit Fernsehen, Gameboy spielen oder am Laptop sitzen. Nein, ich beschäftigte mich mit der Natur. Schneeflocken waren für mich das Größte, und so genoss ich jeden Moment, in dem es schneite. Mir kam es so vor, als könnten die Flöckchen reden, als erzählten sie mir Geschichten oder gaben mir Anweisungen. Wieder landete eine Schneeflocke auf meiner Hand. „Mami, schau mal, ein Bild! Winter, Winter! Wann kommt endlich wieder Winter?“ „Das ist aber ein schönes Bild, das du da gemalt hast. Sollen wir es zu deinen anderen Bildern vom Winter hängen? Jetzt ist erst mal Sommer. Mal doch ein Bild mit der Sonne drauf!“, schlägt Mutter vor. Ich schüttele den Kopf. Der Winter ist doch viel schöner. Die Schneeflocke flüsterte mir zu, dass ich bald großes Glück haben würde und mir dann einen Job suchen sollte. Verwundert sah ich sie an, da wechselte sie von weiß zu durchsichtig und löste sich langsam auf. Dann hatte 6


Das kleine, schlaue Weihnachtsbuch - Hanna Salzberger