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Papierfresserchens MTM-Verlag 1


Besuche Bono und seinen Freund Ora, den immer hungrigen Wasserdrachen, auf www.BonoundOra.de

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar. 1. Auflage 2012 ISBN: 978-3-86196-110-9 Titelbild und Illustrationen: Zuk Satz: Alexandra Oswald Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Copyright (©) 2012 by Papierfresserchens MTM-Verlag Heimholzer Straße 2, D- 88138 Sigmarszell www.papierfresserchen.de info@papierfresserchen.de

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Bono und Ora Das Geheimnis des Kristallpuzzles Tanja Maria P端tz

und die Schreibwerkstatt der Grundschule Wolfskehlen

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„Vergiss es nie: Nur du, mein Freund, nur du allein, kannst Schöpfer deines Glückes sein.“

Für alle kleinen Heldinnen und Helden.

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Kapitel 1

Stürmischer Empfang Bono stand am Bug des kleinen Fischerbootes und schaute besorgt zum Himmel. Die Wolken, die auf sie zukamen, waren tiefschwarz, ein Gewitter braute sich zusammen. „Ora“, rief Bono und schaute sich suchend um. „Ora, wo bist du? Schau mal auf der Karte, ob wir auf einer Insel in der Nähe anlegen können. Es wird ziemlich ungemütlich!“ Ora war ein blauer Wasserdrache mit kugelrundem Bauch und Bonos bester Freund. Auf seiner Suche nach dem Schatz der Insel KaSaLu hatte Bono den immer hungrigen und lustigen kleinen Kerl kennengelernt. Seitdem waren sie gemeinsam unterwegs. Als Ora nicht antwortete, ging Bono zur Kajüte und schaute hinein. Dort saß sein kleiner Freund mit dem Kugelbauch und ließ schnell etwas hinter seinem Rücken verschwinden, als er Bono erblickte. Bono grinste: „Ich habe es gesehen, Ora! Wenn du ständig heimlich an unsere Vorräte gehst, dann haben wir bald nichts mehr zu essen. Hast du schon wieder genascht?“ Ora schüttelte stumm den Kopf und bekam große Augen, seine Backen waren verdächtig ausgebeult. Bono musste lachen. „Nun schluck schon runter, Ora!“, rief er. „Damit ich mit dir reden kann!“ Ora holte verschämt die Dose mit Krabben hinter seinem Rücken hervor und schluckte einige Male. Dann schüttelte er angewidert den Kopf. „Pfui! Bäh! Seit zwei Wochen muss ich ständig 5


diese Krabben essen! Ich werde schon selbst zu einer Krabbe!“ Er drehte sich vor Bono hin und her. „Und? Wie sehe ich aus? Werde ich nicht auch schon rosa wie eine Krabbe? Ich sehe schon aus wie so eine blöde, hässliche, stinkende, kleine Krabbe! Stimmt’s?“ Bono schüttelte lachend den Kopf. „Nein, Ora! Keine Sorge! Du siehst einer Krabbe nicht im Geringsten ähnlich!“ Er ging zur hölzernen Truhe, die neben dem Steuerrad stand, öffnete den Deckel und holte eine zusammengerollte Karte hervor. „Vielleicht hast du Glück“, sagte Bono, während er die Karte entrollte und stirnrunzelnd betrachtete, „und kannst bald wieder deine geliebten Waldbeeren essen. Wir sollten nämlich möglichst schnell eine Insel suchen, wo wir anlegen können. Es nähert sich ein Gewitter!“ Ora ließ erfreut die Dose mit Krabben fallen. Die wenigen Krabben, die noch darin waren, kullerten auf den hölzernen Boden. „Ha! Ihr doofen Krabben!“, rief Ora und kickte die rosafarbenen Meeresfrüchte durch die Kajüte. „Bald brauche ich euch nicht mehr. Bald gibt es wieder Waldbeeren!“ „Sammle die Krabben wieder ein, Ora!“, sagte Bono abwesend und fuhr dabei mit dem Finger über die Karte. Neugierig schaute ihm Ora über die Schulter. „Und? Wie heißt die Insel, an der wir anlegen?“, fragte er. Bono schüttelte den Kopf. „Ich verstehe es einfach nicht. Gib mir doch bitte noch einmal den Brief von Lerena!“ Die Fee Lerena hatte Bono und Ora in einem Brief um Hilfe gebeten. Sie war die Schwester der Fee Ariles, die Bono und Ora auf der Insel KaSaLu kennengelernt hatten. In ihrem Brief beschrieb Lerena den Weg zur Vulkaninsel Lavadonia, auf der sie die beiden erwarten würde. Ora holte den Brief aus der hölzernen Truhe und reichte ihn Bono. Stumm überflog Bono die Zeilen und betrachtete die Zeichnung von Lerena, auf der die Vulkaninsel Lavadonia ein6


deutig gekennzeichnet war. „Verstehst du das?“, fragte Bono und hielt Lerenas Zeichnung neben die alte Schiffskarte, die er gerade studiert hatte. Ora schaute nun ebenfalls stirnrunzelnd auf beide Karten und sagte dann: „Auf der alten Karte ist Lavadonia gar nicht verzeichnet!“ Bono nickte. „Ja, so sieht es aus. Der Karte nach befinden wir uns eigentlich ganz in der Nähe von Lavadonia. Aber auf der Schiffskarte ist die Insel nicht verzeichnet und sie ist auch nirgends zu erkennen. Weit und breit sehe ich kein Land!“ Er nahm das Fernrohr, das an einem Nagel neben dem Steuerrad hing, und ging zur Tür der kleinen Kajüte. „Lass uns noch einmal die Gegend absuchen!“, sagte er und trat nach draußen. Ora folgte ihm. „Ohje!“, rief er, als er die schwarzen Wolken sah. „Das sieht aber gar nicht gut aus!“ Bono stand bereits wieder am Bug und schaute durch das Fernrohr. Dabei drehte er sich in alle Richtungen. „Nichts!“, rief er. „Nichts! Keine Insel weit und breit! Lerenas Zeichnung kann nicht stimmen!“ Der Wind war schon sehr stark, das rote Segel blähte sich mächtig auf und zog das kleine Boot mit rasender Geschwindigkeit über das Wasser. Dabei schwankte es stark und neigte sich mal links, mal rechts zur Seite. Das Wasser platschte über die Reling und überspülte den Boden. Ora hielt sich an der Reling fest und sein blaues Gesicht bekam einen deutlichen grünen Schimmer. „Diese doofen Krabben! Hätte ich nur diese doofen Krabben nicht gegessen!“, jammerte er. „Jetzt machen sie Purzelbäume in meinem Magen!“ Bono umklammerte den Mast und rief: „Ora! Jetzt jammere nicht herum. Wir müssen das Segel einholen. Sonst zerreißt es!“ Der Sturm wütete nun immer stärker und dicke Tropfen fielen vom Himmel. Ora ließ die Reling los und schlitterte hinüber zu dem Mast, an den sich Bono noch immer hilflos klammerte. 7

Bono und Ora - Das Geheimnis des Kristallpuzzles - Tanja Maria Pütz  

Hardcover, farbig illustriert , 204 Seiten, 15,90 Euro, Klappentext: Bono und Ora werden von der Fee Lerena um Hilfe gebeten. Auf der Fahrt...

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