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Papierfresserchens MTM-Verlag

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Fritz Schnitz und Potzblitz fahren nach Freiburg

Margarete Heinichen

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Eines Montagmorgens klopft es an die Tür des alten Schwarzwaldbauernhofes. Verschlafen schaut Fritz Schnitz nach, wer wohl da sein könnte. Auch sein treuer Hund Potzblitz schaut neugierig um die Ecke. Aber draußen ist niemand zu sehen. „Das war bestimmt wieder der Buntspecht, der uns einen Streich gespielt hat und an die Tür geklopft hat“, murmelt Fritz Schnitz. Na gut, wenn kein Besuch kommt, können die beiden sich wieder an die Arbeit machen. Um das Haus herum gibt es immer viel zu tun. Fritz Schnitz muss seine Wäsche zum Trocknen auf die Leine hängen, die Blumen im Garten versorgen und das Haus in Ordnung halten. Es gibt einen großen Blumengarten mit ganz vielen Schmetterlingen. Weil es bei Fritz Schnitz so schön ist, sind auch immer viele andere Tiere zu Besuch. Der Frosch setzt sich am liebsten in den Waschzuber, der Igel verkriecht sich unter dem Holzstapel für den Kachelofen und in der Luke unter dem Dach sitzt auch ein Tier. Was könnte das wohl sein?

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Nach dem Frühstück gehen Fritz Schnitz und Potzblitz in die kleine Werkstatt in der Scheune. Für Potzblitz ist es dort immer interessant. Er jagt die kleinen frechen Mäuse, die sich im ganzen Haus herumtreiben, und spielt mit der Holzwolle. Fritz Schnitz macht in der Zwischenzeit aus dem Holz, das er aus dem Wald hat, ganz viele Uhren, vor allem Kuckucksuhren. In jeder Kuckucksuhr wohnt ein Kuckuck, der zu jeder vollen Stunde aus der Uhr herausspringt und so laut „Kuckuck“ ruft, dass das Dach der Uhr in die Höhe fliegt und jeder im Haus weiß, dass es wieder eine Stunde später ist. Jede Uhr sieht ein bisschen anders aus. Fritz Schnitz schaut sich seine Uhren zufrieden an. Plötzlich muss Potzblitz niesen, denn er hat Holzwolle und Staub in die Nase bekommen. Das hat er nun davon, dass er die ganze Zeit in der Werkstatt herumtobt und Unordnung macht. Fritz Schnitz muss über Potzblitz lachen, weil der Hund so lustig aussieht. Sogar das Eichhörnchen schaut deshalb einmal zum Fenster herein. Aber was sitzt da auf dem Schrank? Das muss das Tier aus der Dachluke sein ...

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Um zwölf Uhr kommen alle Kuckucke aus den Uhren und erinnern Fritz Schnitz an sein Mittagessen. Potzblitz braucht überhaupt keine Uhr. Wenn sein Magen knurrt, weiß er, dass es wieder Zeit ist für das Mittagessen. Fritz Schnitz isst am liebsten Maultaschensuppe und strahlt glücklich, als er den ersten Löffel in den Mund schiebt. Potzblitz frisst lieber einen schönen Knochen, den er sofort gierig abnagt. Auch die Mäuse sind auf den Tisch geklettert und schauen nach, was es Gutes zu essen gibt. Aber die Mäuse schütteln ihre Köpfe. Ihnen sind die Körner aus der Ernte im Stall viel lieber.

Noch während die beide am Tisch sitzen, hat Fitz Schnitz eine Idee: „Hör mal zu, Potzblitz“, sagt er und Potzblitz spitzt die Ohren. „Wie wäre es, wenn wir zwei heute mit dem Zug nach Freiburg auf den Markt fahren würden? Die Kuckucksuhren nehmen wir mit und verkaufen ein paar. Dann haben wir wieder Geld, um das Dach zu reparieren.“ Potzblitz hat nicht alles verstanden, aber wenn es ums Reisen geht, ist er sofort dabei. Schnell bellt er einmal: „Wuff.“ Dann kann es ja losgehen. Und auch der Gast auf dem Kachelofen hat alles mit angehört. Habt ihr das Tier erkannt? 8


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Nach dem Essen räumt Fritz Schnitz die Küche auf und geht danach auf sein Zimmer, um seine Siebensachen zusammenzupacken. Er besitzt einen großen Lederrucksack. Da hinein packt er seine Hose, seinen Schlafanzug, die Zipfelmütze, seine Zahnbürste und die Hausschuhe und natürlich so viele Uhren wie möglich. Die will er ja verkaufen. Er zieht seine Wanderschuhe an und seinen Hut. Dann schaut er, ob alle Fenster geschlossen sind, und schließt sein Schwarzwaldhaus ab. Potzblitz ist schon ganz aufgeregt und kann es kaum erwarten, mit seinem Herrchen einen Ausflug zu machen. Während des Marschs zum nächsten Bahnhof schnüffelt er sich den ganzen Weg entlang. Sogar der Maulwurf schaut verwundert aus seinem Maulwurfshügel und wünscht den beiden eine gute Reise. Der Fußmarsch zum Bahnhof ist lang, aber Fritz Schnitz und sein Hund sind es gewohnt, viel an der frischen Luft zu laufen. Dabei gibt es ja auch so viel zu sehen: Täler, Bäume und Blumen, und wenn man leise ist, kann man auch die Tiere im Wald und auf dem Feld beobachten.

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Fritz Schnitz und Potzblitz - Margarete Heinichen