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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

1. Auflage 2012 ISBN: 978-3-86196-170-3 Titelbild und Bilder Innenteil: Dr. Monika Germ Filmstreifen Cover: © Flexmedia - Fotolia.com Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Copyright (©) 2012 by Papierfresserchens MTM-Verlag Heimholzer Straße 2, 88138 Sigmarszell, Deutschland www.papierfresserchen.de info@papierfresserchen.de 2


Dr. Monika Germ

Felicitas und Jeromi Einblicke in die Insektenwelt

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1. Felicitas und Jeromi Jeromi war ein 9-jähriger Junge mit ungewöhnlichen Vorlieben. Er liebte Insekten und war ganz fasziniert von der Vielfalt dieser wunderbaren Tiere. Seine Klassenkameraden hatten einen Hund, eine Katze oder ein Meerschweinchen, einige sogar einen Hamster, aber ein Insekt hatte keiner als Haustier. Jeromi wollte so gerne ein Insekt, am liebsten eine Gottesanbeterin als Haustier haben. Leider waren seine Eltern dagegen. Seine Mutter war ganz und gar nicht begeistert von Jeromis Idee. Sie hasste alle Tiere mit mehr als vier Beinen. Jeromi aber fand Insekten wunderschön. Sein Vater hatte ihm zu seinem letzten Geburtstag ein wunderbares Buch über Insekten geschenkt. Ach, wie gerne er in diesem Buch blätterte! Er sah sich immer wieder die Bilder an und war jedes Mal ganz begeistert. Eines Tages, als Jeromi wieder einmal ganz vertieft in seinem Insektenbuch las und sich gerade das Bild einer afrikanischen Gottesanbeterin anschaute, da kam es ihm plötzlich so vor, als ob die Gottesanbeterin ihm ganz tief in die Augen blickte. Er hatte das Gefühl, sie bewegte gerade ihren Kopf nach ihm. Ganz erschrocken klappte er schnell das Buch zu und lief hinaus in den Garten. Er musste immer wieder an diese Begebenheit denken. Am Abend, als er schlafen ging, traute er sich gar nicht das Buch aufzuschlagen. Erst am nächsten Tag, als er von der Schule nach Hause kam, ging er sofort in sein Zimmer, setzte sich an seinen Schreibtisch und öffnete das Buch. Er bekam weiche Knie, als er zum Bild der wunderschönen Gottesanbeterin kam und vor lauter Aufregung pochte sein Herz wie wild. Da war es wieder. Die Gottesanbeterin schaute ihn wirklich an und verfolgte seine Blicke mit ihren Augen. Da sah er nun ganz deutlich, wie sie ihren Kopf bewegte und plötzlich hörte er eine leise Stimme: „Jeromi, ich weiß, dass du Insekten liebst. Ich möchte dich auf eine ungewöhnliche Reise in die wunderbare Welt der Insekten mitnehmen. Hast du Lust, mit mir zu reisen?“ 5


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Die afrikanische Gottesanbeterin – Felicitas.


Jeromi verschlug es die Sprache und er stammelte nur ein leises: „A...a...aber ...“ „Mein Name ist Felicitas“, erklärte die Gottesanbeterin Jeromi. „Oh, welch wunderschöner Name für eine Gottesanbeterin! Ich habe gar nicht gewusst, dass ihr Insekten auch Namen und vor allem so menschliche Namen habt“, erwiderte Jeromi. Jeromi hatte sich schon etwas gefasst und war ganz gespannt, was als Nächstes passieren würde. Hatte Felicitas nicht von einer Reise erzählt? Felicitas reichte Jeromi einen ihrer Fangarme und Jeromi merkte, wie er sanft in das Buch gezogen wurde. Er fühlte sich plötzlich ganz anders und auch sehr klein, und ihm taten seine Knochen und Gelenke etwas weh. Erstaunt stellte er fest, dass Felicitas neben ihm auf einmal sehr groß war und er sogar auf ihr reiten konnte. Dann merkte er aber, dass er selbst geschrumpft war. Felicitas forderte Jeromi auf, auf ihrem Rücken Platz zu nehmen und sich gut festzuhalten. Aus ihrer fünfdimensionalen Hautfalte an ihrem rechten Flügelansatz zog sie einen magischen Spiegel. Dieser war halb blau und halb gold gefärbt und hatte die Form eines Löwenkopfes. Er war ganz klein, doch gerade so groß, dass beide durch den Spiegel hindurchschlüpfen konnten. Felicitas fragte noch: „Na, Jeromi, wohin soll unsere erste Reise gehen? Was meinst du?“ Jeromi erwiderte ganz verwundert: „Ich, ich weiß nicht ...“ „Okay, Jeromi, dann wollen wir uns heute nach Peru aufmachen, wo ich dir eine wunderschöne Samtschrecke zeigen möchte, einverstanden?“ Jeromi nickte. „Halt dich gut fest, es wird nun ein wenig wackeln“, erklärte Felicitas.

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2. Samtschrecke Sarita Gemeinsam sprangen sie durch den magischen Spiegel und waren in Nullkommanichts in Peru. Sie landeten auf einem Blatt eines peruanischen Pfefferbaumes und ganz dicht neben ihnen waren auch schon die ersten Samtschrecken zu sehen. Jeromi staunte über diese wunderschönen, samtig schwarzen Tiere mit den kleinen weiß-schwarzen Musterungen auf den winzigen Flügeldecken und den roten Flügelchen. Diese kamen nun hervor, da die Samtschrecke natürlich ihre Drohstellung zeigte. Wann sah sie schon mal eine Gottesanbeterin mit einem kleinen Jungen auf ihrem Rücken? Auch verbog sie ihren Hinterleib, sodass sie fast wie ein Skorpion aussah. Jeromi hatte noch nie eine solch wundersame Insektenkreatur gesehen. Die gelben Augen dieser Tiere leuchteten und bildeten einen wunderbaren Gegensatz zu den roten Mundwerkzeugen und dem samtig schwarzen Körper. Die langen Antennen mit ihren gelben Ringeln bewegten sich aufgeregt, um mehr über die ungewöhnlichen Ankömmlinge zu erfahren. Jeromi und Felicitas verhielten sich ganz ruhig, damit sie nicht von dem Wehrsekret getroffen wurden, welches die Samtschrecken bei Gefahr versprühen können. Als die Samtschrecke die Ankömmlinge geprüft hatte, beruhigte sie sich wieder und begrüßte Felicitas. Felicitas stellte Jeromi ihre Freundin Sarita, die peruanische Samtschrecke aus Cordillera del Condor, vor. Jeromi begrüßte Sarita ganz erfreut: „Hallo Sarita. Schön, dich kennenzulernen. Ich bin schon gespannt, was du mir alles über die peruanischen Samtschrecken erzählen kannst!“ Felicitas fragte Jeromi, ob er noch Fragen zu den Samtschrecken habe. Jeromi wollte wissen, wo die kleinen Samtschrecken seien. Sarita erklärte: „Wir Samtschrecken legen nach der Paarung viele winzige Eier, aus denen nach einigen Monaten die kleinen Samtschrecken schlüpfen. Diese häuten sich mehrmals und werden nach vier bis sechs Monaten groß. Ausgewachsene Samtschreckenweibchen können bis zu zwei Jahre und die Männchen etwa neun 8


Die peruanische Samtschrecke – Sarita.

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Monika Germ - Felicitas und Jeromi