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MERVE OKUDUCU

Manfred und Louis

B U C H - P I LOT E N V E R L AG


MERVE OKUDUCU MANFRED UND LOUIS

BUCH-PILOTEN VERLAG


Merve Okuducu Manfred und Louis Titel-Illustration Merve Okuducu Erschienen im Buch-Piloten Verlag, Wien. Erste ungekürzte Auflage 2013. Herausgegeben von Monika Fürth-Birkmayer Celia Fürth Diese Geschichte soll in viele Sprachen übersetzt werden, die Illustrationen landauf landab bestaunt werden und Inspiration für neue Werke sein. Interpretation, Fehlinterpretation und schamlose Rezension ausdrücklich erwünscht.


MANFRED UND LOUIS


— Wer Worte hat, kann fliegen. —


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An einem schönen Sommertag, an dem die neuneinhalbeckige Sonne violett-blau gescheckt vom Himmel strahlte, ritt Manfred auf seiner Maus durch den Verkehrten Wald. Manfred war ein kleiner Zwerg, aber er war nur winzige zwei Millimeter kleiner als sein bester Freund Louis. Manfred und Louis kannten sich seit frühen Kindertagen, nämlich seit dem vierten. Sie wohnten mit ihren Eltern in den Wurzeln des selben Baumes, gleich unter den Wolken, in kleinen Minihäuschen, die innen riesig waren. An diesem vierten Tag in beider Leben, an dem sie beste Zwergenfreunde geworden sind, hatte Louis Manfred gerettet. Manfred hatte mit dem kleinen, geheimen Zwergenschiff auf dem Wasser vor den wasserscheuen Ratten, vor denen Manfred noch mehr Angst hatte als alle anderen Zwerge, fliehen wollen. Das geheime Zwergenrettungsboot hatte jedoch in einer Ecke ein Loch gehabt und Manfred war gesunken. Louis, der schon bei der Geburt ein großartiger Mäusereiter und Schwimmer war, hatte ihn aus dem Wasser gerettet.

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Manfred hatte aber viel Wasser geschluckt und wahrscheinlich von dem vielen verzauberten Wasser im Bauch hatte er im Schlaf eine Vision gehabt. Ein verzauberter Baum, der nicht wie normalerweise mit der Krone nach unten und den Wurzeln nach oben schaute, sondern dessen Stamm aus der Erde ragte, hatte seine Rinde geöffnet und eine Fee war aus dem Holz gekommen. Die Fee hatte gesagt: „Manfred, du großer kleiner Zwerg, du bist DER Zwerg, der, wenn die Zeit reif ist, das Zwergenvolk mit den bösen, fetten roten Ratten versöhnen wird. Und jetzt wach auf! Los!“ An all das musste Manfred denken, während er mit seiner widerspenstigen Lieblingsmaus durch den Wald ritt. Ausnahmsweise war er nicht in den Kinder-Zwergegarten unterwegs, wo Louis schon auf ihn wartete, sondern wollte zum Fundamt. In der Früh hatten seine Eltern ihn nämlich nicht aufgeweckt und auch kein Frühstück gemacht. Genau genommen waren sie gar nicht zuhause und das war doch sehr ungewöhnlich. So ungewöhnlich, dass Manfred sich ernste Sorgen machte, dass die roten Ratten etwas damit zu tun hatten.

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Manfred schaute zum Himmel. Die schöne violett-blau gescheckte Sonne hatte knallrote Flecken bekommen. Dem kleinen Zwerg, der immer so gut in Geografie und Sachkunde aufgepasst hatte und außerdem vor allem, was rot war, große Angst hatte, wusste: Rot = Gefahr!!! Auf dem Fundamt wurden Manfreds Befürchtungen bestätigt. Die Mäuse hatten bereits gemeldet, dass die roten fiesen Ratten die Eltern von Manfred gezwergnappt hatten. Sofort wusste Manfred, dass nur er seine Eltern aus den bösen Pfoten der fetten Ratten retten konnte.

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Vor Angst grün im Gesicht galloppierte Manfred auf seiner Maus zum Kinder-Zwergegarten und ließ Louis, bei dem die Mäuse immer schneller liefen, aufsteigen. Auf Louis Rücken klebte eine geheime Nachricht der Ratten an Manfred. Dort stand:

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Der Manfred und Louis ritten schnell auf den Mäusen zu den Ratten. Sie kamen dort an und sie fragten wieso sie die Hilfe von Manfred und Louis brauchten. Die Ratten antworteten: „Gestern Nacht war in unseres Königs Schlafzimmer ein starkes Licht und er war auf einmal anders. Er hat komisch gelacht und ist herum getaumelt. Wir haben deine Hilfe gebraucht, deshalb haben wir deine Eltern entführt.“ Manfred und Louis gingen zum König und sahen, dass die Kette leuchtete und um den Hals enger geworden war. Auf der einen Seite zog Manfred und auf der anderen Seite zog Louis und die Kette zerbrach und der König wurde wieder normal. Manfred bekam seine Eltern wieder und die Ratten freuten sich über die Rettung des Königs sehr gefreut und waren dankbar und versprachen in Zukunft nicht mehr so böse zu sein. Ende

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— Koniec, Kraj. Ende, Vége; Fund! Aakhir, Son; Fin! End, etc. —


ILLUSTRATIONEN

Severin Hagen Severin Hagen ist bildender Künstler, studierte 2003 bis 2010 an der Universität für angewandte Kunst Lehramt BE/WE und arbeitet als Jugendarbeiter. Skifahrer sowieso. Geboren 1982 in Dornbirn. Seit 2003 lebt er mit längeren Unterbrechungen in Wien und hin und wieder in Krakau. Ausstellungen unter anderem in Innsbruck, Schruns und Brooklyn. Meistens in Zusammenarbeit mit seinem Zwillingsbruder. SCHRIFTSTELLUNG

Irmi Fuchs Irmgard Fuchs, geboren 1984 in Salzburg. Studium der Theater-, Film- und Medienwissenschaft sowie Sprachkunst. Zuletzt Wiener Autorenstipendium 2013, Jahresstipendium für Literatur des Landes Salzburg 2012, START-Stipendium für Literatur 2011. Lebt in Wien und schreibt an Gedichten, Geschichten, Theatertexten und einem Drehbuch. PERFORMANCE

Amelie Loy Bildenden Künste und arbeitet seit 2011 als freie Illustratorin und Filmemacherin. Sie wird in diversen internationalen Medien publiziert und erhielt 2011 das Arbeitsstipendium des bmwf zur Realisierung des Filmes „Garten und Schnaps“ zugesprochen.

VS RÖTZERGASSE, 4A Direktion Gerlinde Holzinger Lehrerinnen Florence Jelinek, Claudia Solar KO-AUTORINNEN, KO-AUTOREN Miroslav Borisov, Casian Comis, Farhad Faqerzada, Levente Gresko, Sebastian Lehner, Aleksandar Nikolic, Danijel Pajkovic, Ilap Sidhu, Mathias Vojtek, Luka Vukojevic, Rim Ali, Selina Böhm, Sophia Böhm, Sanela Jovanovic, Aaliyah Luarez, Elizabeta Nikolova, Merve Okuducu, Clarissa Ramja, Juliane Schneidinger, Tala Shaan, Delsos Sulaiman Omar, Hatice Sütcü, Sara Trzepaczka LEKTORAT Buch-Piloten Verlag


BESONDERER DANK GILT

Gudrun Augusta, Eva Blimlinger, Gerlinde Holzinger, Ilse Pfeffer, Irene Varga, Franz Prokop, Heinrich Reimitz, Helmut Reimitz sen., Guido Reimitz, Bernhard Studlar, Karl Fichtinger, Toni Koschier, Daniel Richter, Bulbul Films und dem DuckDuck Projekt für die offenen Räume und die offenen Ohren, für die wichtigen Impulse und die vielfältige Unterstützung des Projekts.

WIR DANKEN

Mag. Marianne Zahel und den Studierenden der Akademie der bildenden Künste, Lena Baur, Elisabeth Klokar, Lydia Lechner, Martina Loretz, Manuela Maderthaner, Viktoria Mayer, Sinan Mollahasanov und Lisa Stuckey für die Gestaltung der Buch-Piloten Kostüme und des Schreib-Studios, sowie Jeremias Altmann für die Fassadengestaltung.


W E R F R E U N D I N N E N U N D F R E U N D E H AT, K A N N F L I E G E N

Christian Artner, Angela Bedekovic, Renate Br端ser, Jenny D端nser, Waltraud F端hrer, Ratchanee Gneisz, Hans Hauer, Ulrike Hauer, Rainer Holzinger, Timo Huber, Waltraud H端pfl, Peter Janecek, Oliver Jauk, Christine Jeremic, Hr. Kaliwoda, Gabriele Kallina, Konrad Kramar, Tobias Liebhart, Elisabeth Maul, Peter Maul, Isolde Mayer-Fally, Elena Messner, Maria Miksch, Otto Pachmann, Gabriele Parapatits, Regina Polak, Benjamin Reimitz, Brigitte Reimitz, Clara Reimitz, Daniela Reimitz, Florian Reimitz, Helena Reimitz, Judith Reimitz, Nikola Reimitz, Thomas Ritter, Attila Ruf, Ilse Samsegger, Christoph Scherer, Ulrike Scherer, Denise Schneider, Susanne Schwell, Heidi Strobl, Lutz van Winkel, Lisa Wachberger, Karin Winge, Traude Welzl, Thomas Woratschek, Gudrun Zillich


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Alle B端cher werden online publiziert und finden damit auch ohne Flugzeug den Weg in die Welt. Auf Wunsch kann jedes Buch, in gebundener Form, erworben werden. Bestellungen bitte an: info@buch-piloten.org Auch zuk端nftige Werke der Buch-Piloten brauchen HerausgeberInnen. Infos siehe Homepage.

KOOPERATIONSPARTNER

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ÜBER DAS PROJEKT

Buch-Piloten: Wer Worte hat, kann fliegen! bietet Volksschulkindern einen offenen, von Künstlern gestalteten, Raum („art-space“), um sie fürs Lesen, für Sprache und Worte zu begeistern. Mit der Unterstützung namhafter Autoren und Illustratoren, schreiben, gestalten und produzieren Kinder, an Workshop-Vormittagen, ihre eigenen Bücher. Die Stärkung des Selbstbewusstseins von Kindern, die Schaffung einer außerschulischen, phantasieanregenden Umgebung zur Sprachförderung und die freie, ungezwungene Begegnung, zwischen Kindern und KünstlerInnen, die als BegleiterInnen und „Stimmgabel“ vor Ort fungieren, das sind die Leitmotive von Buch-Piloten. Ab Herbst 2013 soll die Schreib-Werkstätte Kindern jeder Altersstufe offen stehen. Für 2014/15 ist die Ausweitung des „art-space“ zu einer ganztägig zugänglichen Inspirations- und Begegnungsstätte ebenso geplant, wie die Eröffnung zusätzlicher Schreib-Studios in ganz Wien. Die Vision: Jedem Kind die Möglichkeit zu geben, Buchautor zu werden!


IMPRESSUM Buch-Piloten ist ein Projekt von Verein mit gutem Grund – Für das Recht auf kulturelle Teilhabe. Umsetzung: Simone Reimitz, Constanze Reimitz, Camilla Reimitz Medienbetreuung: Robert Etlinger Künstlerische Beratung: Simon Vith Finanzen: Clemens Reimitz Technik: Wilfried Reinthaler Buchproduktion: Gerhard Jordan Konzept & Beratung: Frans Tormer Typografie und Grafik: Laurenz Feinig www.buch-piloten.org


«Auch beim Treppensteigen kann man nicht aufhören zu lesen.» Der Kritiker

«Die Geschichte überzeugt durch Inhalt und Stil.» In Futura

MERVE OKUDUCU

Die Karriere der Autorin begann schon sehr früh. Geboren 2002, verfasste sie noch vor dem 11. Lebensjahr einen Bestseller und wurde eine mutige Buch-Pilotin, die noch viele Geschichten zu erzählen wusste.


Merve OKUDUCU - Manfred und Louis  

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