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Wochenend−Ausgabe 9.Jan./10.Jan. 2010

Multikulturelle Perle am Bosporus, Industrieregion im Wandel und ein wieder erwecktes barockes Schmuckstßck: Das sind die Kulturhauptstädte Istanbul, Essen - stellvertretend fßr das Ruhrgebiet - und PÊcs. Fotos: dpa/ Montage: Trolp

Drei Städte setzen sich in Szene

Ruhrgebiet/Essen, Istanbul und PÊcs: Die Kulturhauptstädte 2010 wollen zeigen, wie sich Metropolen durch Kultur verwandeln VON BETTINA FRASCHKE UND MARK-CHRISTIAN VON BUSSE

T

ouristen anlocken wollen sie natßrlich auch. Und haben sich dafßr attraktive Programme ausgedacht. Doch die drei Orte, die 2010 Europas Kulturhauptstädte sind, kÜnnen mehr: nämlich Beispiele sein fßr den konstruktiven Umgang mit Veränderungen der Gesellschaft. Dafßr stehen die drei KulturLeuchttßrme dieses Jahres ganz besonders. Die Staffel ßbernehmen Essen fßr die Ruhrregion, Istanbul und PÊcs.

Ruhrgebiet/Essen „Wandel durch Kultur – Kultur durch Wandel“ lautet das Motto der Kulturhauptstadt Ruhr 2010. Mit Essen hat sich

die grĂśĂ&#x;te Stadt stellvertretend fĂźrs „Revier“ beworben. Erstmals präsentiert sich nun eine Region als Kulturhauptstadt: 53 Kommunen zwischen Sonsbeck am Niederrhein und Hamm in Westfalen wollen zeigen, wie sich der von Kohle und Stahl geprägte „Pott“ zu einer dichten Kulturlandschaften entwickelt hat. Von einst 141 Zechen arbeiten nur noch fĂźnf, die riesigen Brachflächen und Industriedenkmäler werden fĂźr Einkaufs- und Freizeitzentren, Technologieparks, aber auch TheaterauffĂźhrungen, Konzerte und Ausstellungen genutzt. Paradebeispiele sind die einst grĂśĂ&#x;te Schachtanlage der Welt, die Zeche Zollverein in Essen, seit 2001 Unesco-Welterbe, und der Gasometer in

HINTERGRUND

Die Kulturhauptstädte Europas Seit 1985 erhält jährlich mindestens eine europäische Stadt den Titel Kulturhauptstadt Europas. Der Europäische Rat verleiht ihn auf Empfehlung der Europäischen Kommission. Ziel ist es, den „Reichtum, die Vielfalt und die Gemeinsamkeiten des kulturellen Erbes in Europa herauszustellen“. Jedes Jahr dĂźrfen andere Länder Städte vorschlagen. Um

die zehn neuen EU-Mitglieder einzubinden, sollen bis 2019 in der Regel jährlich zwei Titelträger, jeweils aus einem alten und einem neuen EU-Staat, ernannt werden. Inzwischen kÜnnen auch Nicht-EU-Mitglieder teilnehmen. Erste Kulturhauptstadt war 1985 Athen. Berlin fßhrte 1988 als erste deutsche Stadt den Titel, 1999 folgte Weimar. (dpa)

Oberhausen: Europas hĂśchste Ausstellungshalle. Das 62,5 Mio. Euro teure Programm will die BrĂźcke zwischen Vergangenheit und Zukunft schlagen - etwa mit leuchtenden Ballons Ăźber alten Bergwerksschächten. Es will den „Mythos Ruhr“ suchen, aber auch das Zusammenleben der 5,3 Millionen Bewohner aus 140 Nationen vorstellen inklusive Massenpicknick auf dem gesperrten Ruhrschnellweg - und reicht vom Konzert mit 65 000 Sängern in der Arena Auf Schalke bis zur neuen Oper von Hans Werner Henze.

Istanbul Die Metropole auf zwei Kontinenten war in Jahrtausenden als politisches und religiÜses Zentrum mächtiger Reiche bedeutsam. Heute ist es Istanbul vor allem durch seine Kunstschätze und sein Kulturen-, Religions- und VÜlkergemisch: ein lebendiger Schmelztiegel. Istanbul ist der Üstliche Punkt des Westens und der westlichste Punkt des Ostens: Symbolkräftig ßberspannt die Bosporusbrßcke mitten in der Stadt die Kluft zwischen den Kontinenten und Kulturen. Istanbul präsentiert sich im Kulturhauptstadtjahr als Modellstadt. Sie ist „vielleicht die einzige Stadt, die zeigen kann, welcher Reichtum entsteht, wenn Men-

schen verschiedener Glaubensrichtungen und Kulturen zusammenleben“, heiĂ&#x;t es in der Programmatik zum Kulturhauptstadtjahr. Touristen-Magnet ist die Mega-Stadt ohnehin, 2010 sollen zehn Millionen kommen. Zahlreiche Festivals bringen die Europäer zusammen, hochkarätige Ausstellungen zum Beispiel im Topkapi-Palast zeigen Kunstschätze, Gebäude wurden saniert. Die vier Elemente sind Leitmotive: Erde steht fĂźr historische Ausstellungen, Luft soll den spirituellen Reichtum der Stadt zeigen, Wasser bringt Kunst direkt an den Bosporus und Feuer ist das Symbol fĂźr Veränderung - die TĂźrkei will ihren Modernisierungsprozess präsentieren.

      

     

        

 

PÊcs Auf dem alten Industriegelände der Porzellanmanufaktur Zsolnay soll in der sßdungarischen Stadt ein neues Quartier entstehen: Wohnen, Arbeiten, Kunst anschauen: PÊcs will wieder lebenswert werden. Auch die Barock-Innenstadt wurde saniert. Das Programm soll vor allem auf die Region ausstrahlen, auf Kroatien, Bosnien, Serbien und Rumänien. Auf den nächsten beiden Seiten stellen wir das Trio der Kulturhauptstädte mit den Programm-HÜhepunkten vor.

Da ist Bewegung drin: Tänzer Justo Moret probt in der Kokerei Zollverein in Essen zum Auftakt des Kulturhauptstadtjahrs. Foto: dpa

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ZEITGESCHEHEN

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Partnersuche im Netz

Zwei Vertriebene

HNA auf Facebook

Millionen Menschen sind auf Partnersuche im Internet. Die Anbandel-Portale sind gesellschaftsfähig geworden. Doch bei der Auswahl der Seiten ist Vorsicht angebracht: SeriÜse Anbieter weisen klar auf die Kosten hin. Fßr alle Suchenden gilt: Bei der Preisgabe persÜnlicher Daten nicht zu offenherzig sein.

Vertriebene und deren Nachkommen gehen unterschiedlich mit ihrer Geschichte um. Dieses verdeutlicht auch der Vergleich zwischen Erika Steinbach, Vorsitzende des Bund des Vertriebenen und Christa Greuling, Vorstehende in der Bundesarbeitsgemeinschaft Landsberg an der Warthe.

Soziale Netzwerke wie Facebook verändern die Art des Medienkonsums im Internet. Surften frßher Leser direkt die Inhalte an, kommen nun ßber diese Portale Artikel und Beiträge zum Nutzer. Nicht zuletzt deshalb ist die HNA seit Kurzem auf Facebook aktiv. Und Sie, liebe Leser, kÜnnen Fans unseres Auftritts werden.

FTI - IQ German Press  

Istanbul presentation in German Press

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