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Schweizer Magazin für Ergonomie am Arbeitsplatz und zu Hause

r a l p m e x E Mitn e h m e n

Ausgabe 2009/2010

zum

...wenn sie lacht, lacht die Welt Promitalk mit dem Schweizer «Exportschlager» Francine Jordi Report Im Sitzen zum (weltweiten) Erfolg

Medizin & Rücken

Trends & Wissen

Gesund durch Bewegung

Der perfekte Autositz


06/2009/2010 · gesundsitzen

Inhaltsverzeichnis

5 Editorial 6 Lifestyle Richtige Beleuchtung im Wohnraum

9 Promitalk Francine Jordi

13 Satire Was Sie über Stühle wissen müssen

6 Lifestyle: Richtige Beleuchtung.

14 Trends & Wissen Ergonomie ins Auge gefasst

16 Report Im Sitzen zum (weltweiten) Erfolg

20 Ernährung Fürs Leben gern das Richtige

22 Medizin & Rücken Ist Sport Selbstmord?

25 Richtig sitzen Ratgeber für richtiges Sitzen

Design & Werkstoffe: Leidenschaft für Perfektion.

57 Interview Viel Freude mit «Elektro Werner»

60 Trends & Wissen Der perfekte Autositz

64 Medizin & Rücken Gesund durch Bewegung

66 Medizin & Rücken Test – Auf dem Rücken der Kinder

68 Trends & Wissen Wellness – Richtig wohltuend

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69 Wettbewerb Attraktive Preise gewinnen!

Medizin & Rücken: Ist Sport Selbstmord?

IMPRESSUM gesundsitzen • CH-Magazin für Ergonomie am Arbeitsplatz und zu Hause • Erscheint 1x jährlich • Ausgabe 6 • Auflage 150 000 Exemplare • Erscheinung: Sommer 2009 • Herausgeber/Anzeigenverkauf: Arbeitsgemeinschaft Gesundes Sitzen (AGeS), Kurt Schneider (Ergonomische Beratungen), Postfach 252, CH-3612 Steffisburg, Mobile 079 651 67 61 • kurt.schneider@anatom.ch • Redaktion: WÖRTERBUCHER, Kommunikation Konzeption Text, Dany Bucher • Grafische Gestaltung: Schnittstelle PrePress Service AG, René Buri, • Druck: Weber Benteli AG, Industrie Bernstrasse Nord, Bernstrasse 10, CH-2555 Brügg (Biel), Telefon 032 374 36 36, www.weberbenteli.ch • Nachdruck nur mit schriftlicher Genehmigung

Gewinner des Leserwettbewerbs (08/09) 1 Peel Club 1 Capisco 1 Paar MBT-Schuh 1 Silya Standard 1 Swopper 1 RH Support

Dominik Kaspar, Oberkulm Annelies Steiner, Magglingen Elita Amato, Gümligen Katia Loepfe, Thun Violetta Meili, Zürich Andreas Zimmermann, Langenthal

Inhalt

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Liebe Leserinnen, liebe Leser

Kurt Schneider

Mit der Industrialisierung und der Schaffung von sitzenden Tätigkeiten von über acht bis zwölf Stunden am Tag, gepaart mit den anfänglich eher uniformierten, unbequemen Stühlen, begannen sich die eigentlich zu entlastenden Körperteile sukzessive zu versteifen, was zu extrem vielen Arbeitsausfällen und Arztbesuchen infolge Rückenschäden geführt hat. Das Resultat: Man ist wieder am Anfang; weniger Sitzen, viel Stehen und noch mehr Bewegung sind angesagt.

Wir offerieren Ihnen in dieser neuen Ausgabe von «gesundsitzen» einmal mehr eine reichhaltige Palette interessanter Beiträge. Dass sich Francine Jordi spontan für ein Interview zur Verfügung gestellt hat, freut uns natürlich ganz enorm. Obwohl weit entfernt von einem steifen Rücken, zeigte Francine im Promitalk, dass sie unser Bestreben unterstützt und zu schätzen weiss. In der letzten Ausgabe ging es um die Beleuchtung im Betrieb, diesmal beleuchten wir Ihr Zuhause. Aber auch die Beiträge über das gute Sehen, gesund durch Bewegung, den perfekten Autositz und die Tipps für gute Ernährung, Wellness oder den massierten Sitzgenuss dürften Sie interessieren.

Mit dem Report über die Firma Dauphin stellen wir Ihnen einen der grössten Hersteller ergonomischer Stühle in Europa vor, der in Sachen Ergonomie mit Recht zu den Vorbildern für gesundes Sitzen gehört. Natürlich darf ein Schuss Satire nicht fehlen, dafür bedanken wir uns herzlich beim Verfasser der bekannten Schnappschüsse auf Radio DRS, Heinz Däpp. Und auch in dieser Ausgabe von «gesundsitzen» möchten wir Sie im Mittelteil in das Geheimnis der guten Wahl eines ergonomischen Sitzmöbels einführen, denn das vielfältige Angebot macht es heute nicht immer ganz einfach. Wir wünschen Ihnen allen gute Gesundheit, Erfolg und viel Spass beim Lesen. Arbeitsgemeinschaft Gesundes Sitzen (AGeS)

Editorial

Am Anfang war die Bewegung. Dann kam das Sitzen. Je nach Zivilisation sitzen die Menschen zu einem grossen Teil heute noch auf den Fusssohlen, den Fersen oder ganz allgemein in der Hocke. Unsere westliche Zivilisation bedient sich dazu einer Einrichtung, Stuhl oder Sessel genannt, und setzt sich nur noch vereinzelt beim Waldspaziergang auf einen Baumstrunk oder bei einer Bergwanderung auf einen Felsvorsprung zwecks Entlastung der ermüdeten Gelenke.

Dies wiederum beflügelte nun findige Leute, sich vertieft Gedanken zu machen und ergonomische Stühle zu entwickeln. Und wir sehen es als unsere Aufgabe, Ihnen die Erkenntnisse dieser Entwicklung näherzubringen, denn Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit sind ein unschätzbares Gut sowohl in der Gesellschaft wie in den Betrieben.

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Richtige Beleuchtung im Wohnraum, oder...

...der Spagat zwischen Emotion und Energiesparen Text: Thomas Laubi, BELUX; Fotos: zvg

Lifestyle

Den ineffizienten Lampen geht es an den Kragen: Seit 1. Januar 2009 verbietet die Schweiz den Verkauf von Leuchtmittel der zwei tiefsten Energieklassen. 2012 folgt die Klasse E, womit keine Glühlampen mehr auf dem Markt erhältlich sein werden. Ist dies das Ende vom gemütlichen Wohnraumlicht?

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Seit 1950 hat sich der Energieverbrauch in der Schweiz fast verfünffacht. Höchste Zeit, alle möglichen Massnahmen für einen schonenden Umgang mit den Ressourcen zu nutzen. Obwohl im Haushalt nur 3 Prozent der Energie auf das Licht entfällt, steht die Glühlampe im Kreuzfeuer: zwar spendet sie warmes Licht, unterstützt alle Farben im Spektrum und ist einfach schalt- und dimmbar, doch kommt sie ihrem eigentlichen Zweck nur zu 5 Prozent nahe – der Rest bleibt Wärme. Aus diesem Grund ist diese Lichtquelle ab 2012 in der Schweiz nicht mehr zugelassen. Als Alternative werden in ähnlicher Bauweise bereits heute Halogenlampen angeboten, welche die Vorteile der Glühlampe bieten und immerhin ein Drittel weniger Energie benötigen. Da aber auch Halogenlampen durch Wärme zum Leuchten gebracht werden, sind diese Lösungen lediglich in der Energieeffizienz D zu finden. Zudem sollen Halogenlampen mit Schraubsockel nach Plan der EU spätestens 2016 ebenfalls verbannt werden – die Schweiz wird da wohl oder übel mitziehen.

Ein Lichtband setzt Akzente und vergrössert den Raum. «Meter by meter« wird von Belux auf die gewünschte Länge zugeschnitten.

Als erste Alternative bietet sich für bestehende – vor allem grossvolumige – Leuchten der Einsatz von Energiesparlampen mit Schraubfassung an, welche im Vergleich zu Halogenlampen etwa vier Mal weniger Energie benötigen. Die notwendige Elektronik ist im Sockel untergebracht, was allerdings bei der Herstellung zusätzliche Energie erfordert und am Ende der Lampenlebensdauer unnötige Entsorgung verursacht. Auch auf-

grund der elektromagnetischen Felder ist die Energiesparlampe nicht über alle Zweifel erhaben. Riesige Fortschritte erzielt inzwischen LED, allerdings werden auch hier noch nicht alle Farben im Spektrum unterstützt, und zur Produktion grösserer Lichtmengen für die Allgemeinbeleuchtung ist diese Technik vorerst nicht optimal. Die Lichtstärke der noch eher teu-


Flexibilität durch indirektes und direktes Licht, welches unabhängig gedimmt werden kann (Leia/Belux).

ren LED lässt leider mit der Lebensdauer nach, und das oft rapide. Trotz der raschen Fortschritte wird die Entwicklung noch einige Jahre benötigen, um diese Nachteile zu lösen. Wirtschaftlich und qualitativ gute Alternativen bieten Fluoreszenzlampen, welche durch hochwertige, in die Leuchte integrierte elektronische Vorschaltgeräte flackerfrei und dimmbar betrieben werden. Für den Wohnbereich eignen sich Fluoreszenzlampen mit hoher Farbtreue (Farbwiedergabe) und warmer Lichtfarbe. Um sich für die richtige Leuchte zu entscheiden, muss man sich vor dem Kauf über die Tätigkeit im Wohnraum bewusst sein. Suche ich punktuelles Licht zum Lesen, kraftvolles Allgemeinlicht, warmes Licht für stimmungsvolle Zeiten oder ausgewogenes Licht für TV? Wünsche ich am Esszimmertisch ein feierli-

Flexibilität dank verstellbaren Reflektoren (Updown/Belux).

ches Dinner oder wird der Ort auch fürs Zeitungslesen oder für Hausaufgaben der Kinder benutzt? Oder etwa alles zusammen? Die Antworten dazu helfen wesentlich bei der Wahl des Leuchtmittels und der Leuchte. Dass der Einsatz von Leuchtmittel der höchsten Energieklasse A nicht im Kontrast zu gutem Leuchtendesign stehen muss, beweisen einige Leuchten von Belux. So lässt sich das Licht von «Updown» durch clever verstellbare Flügel stufenlos von der Tischfläche bis zur Decke lenken, und «One by one» zeigt einen ungewohnt emotionalen Umgang mit dem sonst eher kühlen Fluoreszenzlicht. Mit der dreh- und dimmbaren «Ypsilon» erscheint der Raum grösser und verleiht ihm eine angenehme plastische Dreidimensionalität. «Leia» entpuppt sich als Alleskönner: das indirekte Licht und das Licht im Leuchtenkörper sind unabhängig

voneinander dimmbar und lassen den Raum äusserst flexibel beleuchten. Sensitiver Umgang mit Licht lässt also einen Raum stimmungsvoll inszenieren und das Wohlfühlen erheblich steigern – auch energiesparend!

Durch die Aufhellung der Wand werden Räume optisch grösser (Ypsilon/Belux).

Lifestyle

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Mehr Freiraum für Ihre Inspiration mit Stehpult drive

Lifestyle

• Entspannteres Arbeiten im Stehen • Bewegungsfreiheit & Mobilität • Rückenschonend und schmerzlindernd durch die aufrechte Haltung

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Stimmungsvoll inszenieren mit energiesparendem Licht (One by one/Belux). Formschön und energiesparend: Gelenkleuchte Scope.

4 Punkte zu gutem Licht im Wohnbereich Flexibel beleuchten: Individuelle Aufgaben (Essen, Lesen, TV, Diskutieren) erfordern verschiedene Leuchten und Lichtquellen, welche mit Vorteil einzeln geschaltet und gedimmt werden können. Akzente setzen: Akzente schaffen eine plastische Dreidimensionalität. Erzielt wird dies mit der Platzierung der Leuchten an unterschiedlichen Orten oder mit gerichtetem Licht. Auch unterschiedliche Lichtmengen und Farbtemperaturen eignen sich für spannende Beleuchtung.

Wände und Decken aufhellen: Werden Decke und Wände erhellt, erscheint der Raum grösser. Blendfreies Licht: Vor allem im Arbeitsbereich (Küche, Arbeitstisch) sorgt gut entblendetes und schattenfreies Licht – zum Beispiel mit Fluoreszenzlampen – für Arbeiten ohne Ermüdung.

-Generalvertretung für die Schweiz: Business Cube · Birkenstrasse 47 CH-6343 Rotkreuz Tel. +41 41 250 83 83 info@glm-novitas.ch www.glm-novitas.ch


Promitalk

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Alle reissen sich um das «Meitschi» aus dem Bernbiet. Wenn sie singt, schlagen die Herzen höher, und wenn sie lacht, lacht die Welt. Und trotz ihres grossen Erfolges ist sie die Natürlichkeit in Person. Wahrscheinlich darum ist sie der bezauberndste Exportschlager, den die Schweiz derzeit zu bieten hat. «gesundsitzen» war in ihrem Elternhaus in Richigen BE zu Besuch bei

Francine Jordi


Kamera fällt ihr leicht. Und wir wissen jetzt auch, warum: Ganz einfach, weil sie sich nicht zu verstellen braucht. Die Schlagersängerin ist genau so, wie man sie vom Fernsehen her kennt – ganz sich selbst.

Wenn sie singt, brennt das Feuer der Sehnsucht lichterloh

Promitalk

Gemeinsam mit dem Jodlerklub Wiesenberg stiess Francine Jordi mit «Das Feyr vo dr Sehnsucht» in neue Hit-Sphären vor – im Frühling 2009 gab’s für den Titel Platin. Ein Erfolg, den die sympathische Bernerin vorab den Jodlern aus Nidwalden zuspricht. «Die Mannen singen sich wirklich in die Herzen der Menschen. Es hat mir grosse Freude bereitet, die Platte mit ihnen aufzunehmen. Und der Erfolg freut mich natürlich riesig.» Doch ihr Feuer brennt nicht nur für diesen Hit, sondern für die Musik im Allgemeinen. «Musik ist nicht nur schön, sie kann sogar eine konkrete Hilfe sein. Das sage ich nicht einfach so, ich weiss das aus eigener Erfahrung. Und genau das macht es für mich so schön, singen zu dürfen. Wenn ich weiss, dass ich mit meinen Liedern manchen Menschen über schwierige Situationen hinweghelfen kann, gibt mir Kraft und es macht mich stolz.»

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Wo sie auftaucht, lacht die Sonne! Unser Foto- und Interviewtermin mit Francine Jordi war lange Zeit im Voraus abgemacht. An ein Verschieben war nicht zu denken, denn die Zeit der vielbegehrten und vielreisenden Francine Jordi ist knapp bemessen. Der Wetterbericht steht auf Sturm, und als wir vor dem Elternhaus der Schlagersängerin im bernischen Richigen vorfahren, türmen sich am Himmel schwarze Wolken und erste Tropfen lassen Schlimmes ahnen. Dabei wollten wir Francine doch unbedingt im Garten auf ihrem Lieblingsbänkli fotografieren! Auf unser Klingeln hin öffnet sich die Tür, und Francines Mutter empfängt uns herzlich, bittet uns herein, und schon sitzen wir bei Kaffee und

feinstem Apfelkuchen. Francine habe ein wenig Verspätung, wird uns erklärt, und wir nutzen die Zeit, um ein anderes Fotosujet zu besprechen. Zehn Minuten später geht die Tür auf, herein kommt Pego, der schwarze Labrador und treue Begleiter Francines. Als sie dann in der Tür steht und sich mit herzhaftem Lachen für ihre Verspätung entschuldigt, freuen wir uns gleich doppelt. Denn gleichsam mit Francine schenkte uns auch die Sonne wieder ihr Lachen. Die Sonne lacht, die Wolken sind vom Winde verweht – also nichts wie raus in den Garten und rein ins Vergnügen – Francine Jordi zeigt sich fröhlich, glücklich, aufgestellt – und von ihrer professionellsten Seite. Ja, der Umgang mit der

Das Spiel mit dem Stil Man kennt Francine Jordi nicht nur als Sängerin. Gemeinsam mit Sven Epiney, Beni Thurnheer und Roman Kilchsperger hat sie den Schweizer Hits auf SF DRS viel Humor eingehaucht. Als Moderatorin von «Gut Aiderbichl» oder «Stars in der Manege» machte sie ebenfalls gute Figur, und ihr Abstecher in die Schauspielerei bei der Schlagerette «Willkommen im Musikhotel» (sie spielte ein Zimmermädchen) hat gezeigt, dass Francine viele Facetten des Showbusiness beherrscht. Für eine Trailerserie von SF DRS hat sie sich so extrem stylen und schminken lassen, dass man zweimal hinschauen muss, um die 31-Jährige zu erkennen. «Natürlich mache ich gerne


Goldkehlchen Mittlerweile hat Francine Jordi ihr Gesangsstudium am Konservatorium in Neuenburg erfolgreich abgeschlossen und ist nun Diplomierte Gesangslehrerin mit Konzertdiplom! Erfolgreich war sie allerdings schon vorher. Der Durchbruch gelang ihr 1998, als sie den Grand Prix der Volksmusik gewann und den begehr-

ten Bergkristall in die Schweiz holte. Danach ging’s Schlag auf Schlager. Top-Hitparadenplätze, Goldene Schallplatten, Prix Walo (zwischenzeitlich 6 Mal!) und, und, und...

Privatsachen Francine Jordi ist seit sechs Jahren mit dem ehemaligen Schweizer Radsportprofi Tony Rominger liiert. Mit ihm – und mit ihrem Hund Pego – versucht sie, ihr Leben so normal wie möglich zu gestalten. In der Öffentlichkeit sieht man die beiden selten zusammen. Viel lieber sind sie an den wenigen Abenden, die sie gemeinsam verbringen können, zu Hause, denn Francine kocht leidenschaftlich gerne. Ein Abend mit einem feinen Essen und einem schönen Wein in trauter Zweisam-

keit – das schätzen beide. Die Frage nach Heiratsabsichten oder Kindern beantwortet Francine mit einem Lächeln und sagt nur: «So, wie unser Leben zurzeit ist, ist es gut.» Die Familie spielt aber bei Francine Jordi eine grosse Rolle. «Meine Eltern und meine Geschwister sind mir extrem wichtig. Ohne sie könnte ich das alles gar nicht bewältigen, denn sie helfen mir sehr.»

Und wie steht’s mit dem Sitzen? Nun, lange ruhig sitzen kann sie nicht. Und zum Singen steht man ohnehin besser. «Ums Sitzen habe ich mir bis anhin eigentlich keine grossen Gedanken gemacht», schmunzelt sie. «Ich bin eher eine unruhige Sitzerin! Bewusst sitzen tue ich eigentlich nur auf meinem Lieblingsbänkli im Garten. Dort atme ich durch, schaue in die grünen Felder hinaus und hoffe, dass ich weiterhin ein gesundes und glückliches Leben führen darf.» Interview/Text: Dany Bucher Fotos: Lea Moser

www.francinejordi.ch

Inzwischen hat Francine Jordi geheiratet. Für die Zukunft wünschen wir ihr und ihrem Mann Tony Rominger alles Gute. Während des Interviews hat uns Francine Jordi mit professioneller Diskretion beeindruckt und vermittelt, wie ernst es ihr mit der Privatsphäre ist. Das respektieren wir sehr gerne. Daher hat auch ihre Antwort auf die Frage nach dem Privatleben «so, wie es ist, ist es gut» nach wie vor Gültigkeit.

Promitalk

verschiedene Sachen. Es macht mir Spass, mich von verschiedenen Seiten zu zeigen und in unterschiedliche Rollen zu schlüpfen. Allerdings gibt’s da auch Grenzen. Ich selbst sehe mich am liebsten ganz normal als das, was ich bin: eine Sängerin. Gesang ist mein Beruf und meine grösste Freude. Daher liegt der Fokus auch beim Singen.»

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Satire

Was Sie über Stühle wissen müssen Text: Heinz Däpp

auch mit einem Stuhlbein die verdiente Strafe applizieren. Doch das sind fragwürdige Stuhleinsätze. Besser, Sie gehen auf Nummer sicher und benützen Stühle nur zum Sitzen. Wenn Sie nicht sitzen, wenn Sie sich also im Sitzstreik befinden und den Stuhl oder auch nur das Stuhlbein zweckentfremdet einsetzen, dann könnte dies, wie obiges Beispiel zeigt, dazu führen, dass Sie unter misslichen Umständen lebenslänglich sitzen müssen.

Sind Sie Hausmann? Das Taburettli im Haus erspart die Putzfrau. Wenn Sie König sind, sollten Sie sich einen Thron zimmern lassen, und wenn Sie auch noch Papst werden wollen, müssen Sie sich rechtzeitig einen Heiligen Stuhl besorgen. Im Theater empfehlen wir Ihnen einen Sperrsitz. Der ist bequemer als ein Klappstuhl. Wenn Sie mal einen sitzen haben und nicht mehr gerade stehen können, wäre ein Liegestuhl von Vorteil. Falls Sie ins höhere Kader der UBS einzutreten gedenken, beschaffen Sie sich einen Schleudersitz. Was Sie nie vergessen dürfen: Die besten Stühle nützen Ihnen nichts, wenn Sie sich dazwischen setzen. Als Politiker nehmen Sie vorzugsweise auf einer hintersten Bank Platz. Hinterbänklern kann nichts passieren. Das zeigt sich schon daran, dass sie in der Regel viel Sitzleder entwickeln. Wenn Sie allerdings bei der grössten Volkspartei sind, dann können Sie nicht auf der hintersten Bank sitzen, dann hocken Sie nämlich auf dem hohen Ross, in der rechten Hand die Hellebarde, in der linken den Morgenstern, und Ihre Pupillen haben sich in Schwyzerchrüzli verformt. Das Beispiel SVP lehrt uns: Setzen Sie sich wenn immer möglich auf Stühle, Bänke oder dergleichen, nicht auf andere Dinge. Sitzen Sie keinesfalls auf dem falschen Dampfer und schon gar nicht auf einem Pulverfass. Sitzen Sie auch nicht an den Schalthebeln der Macht,

Mit dem richtigen Stuhl und der richtigen Einstellung dazu sitzen Sie gesund, was sich positiv auch auf Ihren Stuhlgang auswirkt. damit Sie nicht plötzlich auf glühenden Kohlen sitzen. Glauben Sie übrigens immer noch, dass wir alle im gleichen Boot sitzen? Sie und ich im gleichen Boot wie Ospel, Vasella und Konsorten? Unmöglich. Stühle sind zum Sitzen da, werden gelegentlich aber auch anderweitig verwendet. Wenn die Wut auf Ihren Finanzberater so gross ist, dass Sie ihm ein Leid antun möchten, dann greifen Sie zu einem Stuhl und schlagen ihn – den Stuhl, nicht den Finanzberater – zu Kleinholz. Das dämpft die Aggression. Wenn der Drang nach dem Tötungsdelikt hingegen unausweichlich wird, Sie aber keinen Vorschlaghammer zur Hand haben, dann können Sie dem Finanzberater

Der Journalist Heinz Däpp hat während Jahrzehnten in verschiedenen Zeitungen, im Radio und in Büchern über den Ernst der Lage im Kanton Bern und in der Schweiz berichtet. Jetzt kann er nicht einmal mehr sich selber ernst nehmen. Es bleibt ihm nur noch die Satire. Seit 1995 ist jeden Freitag um fünf vor sechs im Berner Regionaljournal von Schweizer Radio DRS sein Schnappschuss zu hören: Respektlos, aber nicht lieblos persifliert er, was ihm in Politik, Wirtschaft und Medien und auch im banalen Alltag als ungereimt erscheint.

Satire

Um gesund zu sitzen, sollten Sie immer den richtigen Stuhl wählen. Als Bürolist brauchen Sie einen Bürostuhl, als Philosoph einen Schaukelstuhl, als Landwirt ein Melkerstühli, als Senior einen Lehnstuhl, als Pascha einen Polsterstuhl.

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Wissen

Ergonomie ins Auge gefasst Dr. med. Dietmar W. Thumm, Augenchirurgie FMH, Luzern In Zusammenarbeit mit Fritz Buser, Low Vision Buser, Dipl. Augenoptiker SBAO, Lichtdesigner SLG

Trends & Wissen

Kann angestrengtes Sehen zu bleibenden Sehschäden führen? Um diese Frage gleich richtig zu beantworten: Nein. Dennoch sprechen viele Gründe dafür, den richtigen Umgang mit dem Auge und damit entspannteres Sehen einmal von Nahem zu betrachten.

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Am Arbeitsplatz

Und in der Freizeit?

Der Bildschirm-Arbeitsplatz hat viel Wirbel entfacht und eine unglaubliche Flut an Fragen ausgelöst, welche sich in mehr als 3,2 Mio. Publikationen niedergeschlagen haben. Aber auch zu Fragen der Beleuchtung gibt es genaue Untersuchungen. Zumindest für Arbeitsplätze existiert ein umfangreiches Regelwerk, welches verhindert, dass wir während der Arbeit die Augen überlasten. Nachgewiesen ist, dass die Arbeit am Computer primär nicht schädlich ist. Probleme, die dort entstehen, haben viel mit uns selbst und unserer Haltung zu tun (verspannte Schultern, zu wenig Blinzeln, zu wenig Trinken, schlecht eingestellter Stuhl, selbst erzeugter Stress statt genügend Pausen und Bewegung etc.). Das gilt übrigens auch fürs Fernsehen.

Anders sieht es im Freizeitbereich aus. Für Beleuchtungskörper im Privatbereich gibt es lediglich Vorschriften betr. elektrische Sicherheit. Ansonsten kann ein Lampenhersteller machen, was er will: Falsche Farben verwenden, Lampen konstruieren, die blenden, schlecht ausleuchten, eine ungünstige oder gar sehr schlechte Lichtverteilung aufweisen usw. Bleibt die Frage: Kann man sich durch direkten Blick in eine Lichtquelle einen Augenschaden holen? – Ja, kann man. Deshalb wurde die Energieabgabe entsprechend definiert. Das heisst, bei den üblicherweise im Haushalt, Büro usw. verwendeten Lampen können Sie keinen Netzhautschaden bekommen, auch

wenn Sie stundenlang ins Licht schauen. (Nach einer solchen «Dummheit» sehen Sie eine Zeit lang schlechter, weil das Auge seinen gesamten Sehpurpur verbraucht hat, es erholt sich aber wieder.) Ähnliches gilt für die in Discos, Konzerten und Veranstaltungen verwendeten Laser: Sie sind so bemessen, dass in der Regel kein bleibender Netzhautschaden entsteht (gilt auch für Radarkästen und vieles andere mehr).

Beim Autofahren Im Verkehr spielt die Ergonomie des Auges eine grosse Rolle. Zwar muss der normale Autofahrer keine besonderen Vorschriften wie z. B. Piloten oder Schiffskapitäne beachten, dennoch müssen wir bestimmte Bedingungen erfüllen, um ein Auto lenken zu dürfen. Interessanter-


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weise gilt dies nicht für Fussgänger oder Velofahrer. Für die Automobile hat man sich bei der Gestaltung von Fahrlicht, Beleuchtung und Ausgestaltung des Armaturenbrettes sehr viele Gedanken gemacht. Gewisse Ideen, wie z.B. die Projektion wichtiger Messwerte auf die Windschutzscheibe, konnten sich aber noch nicht durchsetzen. Auch das Problem der Blendung des Gegenverkehrs bei Nacht ist noch nicht befriedigend gelöst.

Welche Farbe ist ideal? Die Meinungen dazu gehen auseinander. Das «Low level white» und die Rot-Orange-Töne gehen alle auf denselben Grundgedanken zurück: Die Dunkeladaptation geht schneller. Dies ist auch der Grund, weshalb diese Beleuchtungsart in Flugzeug-Cockpits eingebaut wurde. Es gibt allerdings Leute, die DunkelAdaptations- oder bestimmte FarbsinnStörungen haben und mit dieser Beleuchtungsart aufgrund des schlechten Kontrastes Mühe bekunden. • In den 60er-Jahren wurde das Grün zur Beleuchtung eingeführt. Grün wirkt sehr entspannend, was besonders nachts als angenehm empfunden wird, wenn der «Autofocus» Mühe hat mit den Einstellungsbewegungen. Ausserdem geht man davon aus, dass die Umstellung Grün/ Gegenlicht leichter vonstattengeht. • Im Blaubereich geht der Kontrast wieder zurück, sodass es sich mit der Erkenntlichkeit wieder etwas mehr in Grenzen hält, wenn auch Blau (wie Rot) als blendfreier empfunden wird als Grün. So gesehen sind «Disko-Armaturen» nicht optimal, auch wenn sie als schön empfunden werden. Grundsätzlich gilt, dass – unabhängig von der Farbe – durch Regelung der Helligkeit eine für jeden optimale Einstellung gefunden werden kann.

• Es gibt noch eine Überlegung zur Armaturengestaltung: In den vielen Jahren des Automobilbaus haben sich Umweltund Fahrbedingungen gewandelt: Fuhr man früher meist allein in dunkler Umgebung herum, ist heute die Mehrheit der Strassen beleuchtet, man muss sich mit Leuchtreklamen, mehr Gegenlicht, viel mehr Lichteinstrahlung von hinten und viel helleren Bremslichtern als früher herumschlagen. Diesbezüglich müsste eigentlich die Helligkeit der Armaturenbeleuchtung den Umgebungsbedingungen (z.B. andere Beleuchtung auf der Autobahn als in der Stadt) angepasst werden, aber wer schraubt schon dauernd an seiner Armaturenbeleuchtung herum? Sind digitale Anzeigen besser fürs Auge? Welches System sinnvoll ist, bleibt am Schluss Interpretationsfrage. Es hat sich allerdings gezeigt, dass unser Sehsystem Einzelwerte schlechter interpretieren kann als Werte auf einer Skala. Balken bzw. Zeiger für Geschwindigkeit, Tankfüllung, Ölstand, Drehzahlmesser etc. sind vermutlich besser als reine Digitalanzeigen, da schneller im Zusammenhang erfassbar. Zudem besteht ein entscheidender Zusammenhang zwischen Grösse und Übersichtlichkeit. Zu gross nützt also nichts, weil dann die Sucherei der einzelnen Anzeigen auf

dem Armaturenbrett losgeht. Wichtige Anzeigen müssen nah beisammen sein. Dementsprechend hat sich eine sehr durchschnittliche Gestaltung des Armaturenbretts durchgesetzt. Wie die Zukunft des Armaturenbretts aussieht, wissen wir nicht genau. Dennoch existieren Ideen und Features, die teilweise schon erhältlich sind. So ist neben einer optischen auch eine akustische Anzeige denkbar, von Glockenklängen bis zu direkter Sprachsteuerung ist alles möglich (also z.B. eine Computerstimme, die Ihnen verkündet, dass Sie jetzt 130 fahren und zu schnell sind); umgekehrt ging’s übrigens auch: Sprachgesteuert starten, Geschwindigkeitsvorgabe akustisch (also SIE sagen dem Auto: «Jetzt 60 km/h», und es beschleunigt) und so fort. Und: Ein Autodiebstahl wird unmöglich, wenn der Computer die Stimme nicht erkennt. Zum Schluss möchten wir noch eine letzte Frage beantworten: Kann man die Augen schädigen, wenn man unter der Bettdecke liest? Nein. Die Augen nutzen die Informationen, die sie bekommen, d.h., eigentlich nutzt das Gehirn die Informationen. Wenn das Auge schlechte Bilder liefert, dann schimpft das liebe Gehirn in unserem Hinterkopf, worauf die Augen zu brennen und zu tränen beginnen. Das ist alles. Und das ist gut so!

Trends & Wissen

Fragen zur Armaturenbeleuchtung und -gestaltung

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Report: Dauphin HumanDesign®Group

Im Sitzen zum (weltweiten) Erfolg

Report

Im oberfränkischen Offenhausen (D) sagen sich Fuchs und Hase gute Nacht. Und die Menschen, die hier arbeiten, sind (vielleicht auch darum) ganz schön ausgeschlafen. Mit ihren Interpretationen des ergonomischen Bürostuhles Text: Dany Bucher; setzen sie Trends. Und erobern so die Welt sozusagen im Sitzen. Bilder: zvg, Dauphin HumanDesign® Group

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Der Mensch! Oder genauer gesagt: Der sitzende Mensch steht im Zentrum der Dauphin-Unternehmensphilosophie. Ganz gleich, ob Gross oder Klein, ob am beruflichen oder heimischen Arbeitsplatz, in Konferenzräumen oder Empfangshallen – dem Menschen optimale Sitzlösungen zu bieten, ist die oberste Prämisse der Dauphin-Philosophie. Bequemlichkeit, für körperliches und mentales Wohlbefinden nicht nur am Arbeitsplatz. Hinter diesem Gedanken steht ein ganzheitliches Konzept, das Medizin, Ergonomie, Ökologie ebenso wie Technologie und Design zu einer einzigartigen Sitzphilosophie verbindet. Eine Philosophie, die auch in der modernen Dauphin-Sitz- und Grundlagenforschung täglich gelebt und weiterentwickelt wird.

Wenn hier etwas Tradition hat, dann die Innovationskraft! Dieses HumanDesign® – eben das Design für den Menschen – hat bei Dauphin Tradition. Die Bürositzmöbelfabrik Friedrich-W. Dauphin, mit Hauptsitz im mittelfränkischen Offenhausen bei Nürnberg,

wurde 1969 gegründet. Seit 1992 ist das Unternehmen als hundertprozentige Tochter unter dem Dach der international agierenden Holding Dauphin Office Interiors GmbH & Co. KG angesiedelt. In den firmeneigenen Produktionsstätten werden weltweit ca. 2500 Stühle pro Tag gefertigt. Hinzu kommt die tägliche Produktion für internationale Lizenznehmer. Im Jahr 2008 erwirtschaftete die Dauphin-Gruppe mit 823 Mitarbeitern einen Umsatz in Höhe von ungefähr 153 Millionen Euro. Das Unternehmen ist auf allen Kontinenten präsent und erfolgreich.

Ernsthafte Ergonomie – die Kernkompetenz von Dauphin Bereits 1983 hat Dauphin eine ergonomische Technik entwickelt und patentieren lassen, die die gesamte Branche beeinflussen sollte. Mit der so genannten Rückenlehnenverstellung mittels Gasfeder – die Vorstufe der heutigen Synchronmechanik – konnten Benutzer erstmals das ideale Verhältnis zwischen Rückenbewegung und Sitzlehne bei einem Bürostuhl einstellen. Im Laufe der Jahre folgte eine

Reihe von Patentanmeldungen, mit denen dieser Ansatz konsequent weiterentwickelt wurde und die für die Dauphin-System-Ergonomie stehen. Diese berücksichtigt stets die aktuellen Erkenntnisse der Neuen Ergonomie. Dank Know-how aus Wissenschaft und praxisnaher Forschung geniesst das Unternehmen bei Ergonomie-Experten, Arbeitsmedizinern, aber auch wissenschaftlichen Institutionen einen hervorragenden Ruf.

Ergonomie wird erlebbar Dass sich Dauphin stets am Menschen orientiert, beweist auch die 1999 eingeführte Ergo-Mouse zur Visualisierung von Haltungsprofilen im Büro. Gemeinsam mit dem Hersteller Idiag AG, Fehraltorf in der Schweiz, entwickelte Dauphin das ursprünglich in der Medizintechnik erfolgreich eingesetzte Gerät zur Ausmessung von Haltung und Beweglichkeit der Wirbelsäule weiter. Die Ergo-Mouse zeichnet computergestützt Wirbelsäulenkurven der jeweiligen Sitzprofile auf und dokumentiert verständ-


Bereits 1983 hat Dauphin die so genannte Rückenlehnenverstellung mittels Gasfeder – die Vorstufe der heutigen Synchronmechanik – entwickelt.

lich die Vorteile von Positionsänderungen. So lässt sich schnell und objektiv ermitteln, dass die Tätigkeit die Sitzposition beeinflusst und dass Impulse durch den Stuhl zu deutlichen Haltungskorrekturen führen.

Dieser Stuhl ist intelligent Automatischer Gewichtsausgleich, innovative Lordosenstütze, selbsttätige Sitztiefenregulierung, der neue Bürodrehstuhl «Lordo» von Dauphin beugt falscher Körperhaltung beim Sitzen vor. Und zwar ganz automatisch. Moderne Bürostühle tragen viel zum gesunden, ergonomischen Sitzen bei. Wenn sie richtig und

vor allem individuell eingestellt sind. Ein Faktor, der insbesondere beim Thema «Desk Sharing» stark ins Gewicht fällt, denn nichts ist falscher als ein verkehrt eingestellter, an sich «gesunder» Bürostuhl. Die patentierte Dauphin-Ergonomietechnik «Syncro-Dynamic» mit automatischem Gewichtsausgleich und serienmässiger Sitzneigeverstellung sorgt bei dem von Martin Ballendat gestalteten Bürodrehstuhl für richtiges, dynamisches Sitzen im Körperlot. Sitz und Rückenlehne folgen den Bewegungen des Sitzenden synchron im stets richtigen Winkelverhältnis. Ist der Stuhl einmal auf das individuelle Körpergewicht eingestellt, wird durch den gleichbleibenden Druck der Rückenlehne eine ausgewogene Sitzhaltung im gesamten Bewegungsablauf erreicht, sodass krankmachende Sitzmonotonie gar nicht erst aufkommen kann. Neue Massstäbe setzt «Lordo» auch durch die intelligente Anordnung von Rücken und Sitzfläche: So kann sich der Sitz unterhalb der Rückenlehne nach hinten verschieben und ermöglicht damit die enorme Sitztiefenverstellung von 10 cm. Eigenständig und markant zeigt dieser Drehstuhl die gleichsam filigran und funktional gestaltete Rücken- und Sitzlehnentechnik ganz offen und bringt dadurch optische Leichtigkeit ins Büro. Ein Novum: Die flächenelastische, quer gestreifte Rückenbespannung aus transparentem Gewebe ist druckreguliert und anders als üblich nicht zweilagig von oben nach unten über den Rahmen gezogen, sondern in nur einer Lage fixiert. Dadurch entsteht eine sehr angenehme Federung, die den «gesunden» Sitzkomfort noch verstärkt.

«Lordo» von Dauphin setzt neue Massstäbe und ist eine auffallend anders gestaltete Lösung zum automatisch richtigen Sitzen am Arbeitsplatz. Design: Martin Ballendat

Peter H. Geissler, General Manager, demonstriert, wie mit Hilfe der Ergo-Mouse die Wirbelsäulenkurven der jeweiligen Sitzprofile aufgezeichnet werden können – so lässt sich schnell und objektiv ermitteln, dass die Tätigkeit die Sitzposition beeinflusst und dass Impulse durch den Stuhl zu deutlichen Haltungskorrekturen führen.

Report

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Übers Rad, bzw. über den Stuhl hinausgedacht! Motivation und Leistungsfreude der Mitarbeitenden sind massgebliche Faktoren für den Unternehmenserfolg. Ist der Mensch gesund, kann er sein volles Potenzial entfalten. Doch jährlich gehen viele Ausfallzeiten insbesondere auf das Konto von Rückenbeschwerden, aber auch auf psychosoziale Aspekte wie Stress, Zeitdruck und Mobbing zurück. Nicht umsonst beschreibt die Weltgesundheitsorganisation Gesundheit als Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage: Wie gesunderhaltend und gesundheitsfördernd sind eigentlich die Verhältnisse im Büro? Bei der Umsetzung eines präventiven Gesundheitsmanagements gilt es vor-


Report: Dauphin HumanDesign®Group

Die Leidenschaft fürs Schöne ebenso dazu wie eine Eventhalle und eine einzigartige Motorradgalerie. Und das Pünktchen auf dem i: Mit Allée bleue ist ein südafrikanisches Weingut in den Händen Dauphins, das wunderschöne Weine, Olivenöle und feinste Schokolade produziert. So vielfältig kann Genuss sein!

Report

Dauphin Speed Event beherbergt eine hochkarätige Privatsammlung von Oldtimern der Extraklasse mit über 100 historischen Renn- und Sportwagen sowie über 150 Motorrädern – einsatzbereit und exzellent restauriert. Die stilvolle Location bietet hervorragende Voraussetzungen für In- und Outdoor-Events jeglicher Art: Ein Park mit Gartenanlage gehört

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Dolphin – ein neuer Stehsitz für gesundes Sitzen im Stehen. Die Erfüllung moderner Ansprüche an Ergonomie, Zweckmässigkeit und Optik dank einer automatischen Anpassung der Sitzfläche an die nötige Beckenneigung, einer wirbelsäulenschonenden, optionalen Seitendrehung um 45 Grad wie auch einer «sterilen» Sitzhöhenverstellung mittels Fussauslösung. Gleichermassen einsetzbar für den Büroarbeitsplatz, Laboratorien, In Kombination mit dem passenden Stehpult wird sogar ein Arbeitsplatz daraus.

Design: busse design, Dauphin Design-Team

Spitäler, Praxen oder im Werkstattbereich.


06/2009/2010 · gesundsitzen

Neue Ergonomie für Ganzheitlichkeit Der Bürostuhl ist und bleibt eine feste Grösse im Büroalltag. Einige Arbeiten sind halt sitzend am einfachsten zu erledigen. Vermeiden lassen sich die negativen Folgen des täglichen Sitzmarathons wie Verspannungen, Rückenbeschwerden oder Kopfschmerzen durch den gezielten Wechsel zwischen An- und Entspannung beim Sitzen. Dies zu unterstützen, ist ein wesentliches Ziel der Neuen Ergonomie, zu deren Vertretern die Dauphin HumanDesign Group zählt. In diesem Sinn bilden der Mensch, seine Aufgaben im Arbeitsprozess und der Arbeitsplatz ein zusammenhängendes System, das sich wechselseitig beeinflusst. Aus diesem Denkansatz heraus betrachten die Vertreter der Neuen Ergonomie auch den Körper ganzheitlich und definieren zum Beispiel die menschliche Haltung als Zusammenspiel der passiven (Bandscheiben, Wirbelgelenke, Bänder, Wirbelkörper), aktiven (Muskulatur) und formenden (Gehirn, Nerven, Rückenmark) Komponenten.

Friedrich-Wilhelm Dauphin, der Gründer der Dauphine Group.

Die Bürositzmöbelfabrik Friedrich-W. Dauphin wurde 1969 gegründet. Das Familienunternehmen ist seit 1992 als Stammhaus unter dem Dach der Holding «Dauphin Office Interiors GmbH & Co. KG» angesiedelt. Neben der Marke Dauphin wurden der Holding in den 90er-Jahren zwei weitere Stuhlfirmen zugeführt: Das Unternehmen Trendoffice (ehemals in Günzburg) und die Züco Bürositzmöbel AG in Rebstein/Schweiz. www.dauphin-group.com

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Anatom Leseständer So komfortabel kann Lesen sein! Beim Lesen – bei der Körperpflege – beim Entspannen – als Notenständer usw. Dieser allseitig-vielseitig verwendbare Allzweckständer ist für alle Leute, die ihren Rücken, ihre Arm- und Handgelenke schonen müssen (z.B. Lesen von schweren Büchern), eine echte Hilfe und bringt entscheidende Erleichterung. Der neue Anatom Leseständer – eine robuste und belastbare Konstruktion in echter Schweizerqualität – ermöglicht vollkommen «freies» Lesen in verschiedenen Haltungen. Ob stehend, sitzend oder auf dem Rücken und der Seite liegend... Die leichtgängigen Bodenrollen ermöglichen das mühelose Verschieben des Anatom Leseständers und garantieren erst noch ein kippsicheres Handling in jeder Position. Dieser Leseständer ist auch gut für Menschen geeignet, die temporär oder permanent in ihrer körperlichen Bewegungsfreiheit eingeschränkt sind. www.anatom.ch

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rangig, die leistungsmindernden Aspekte sowie die individuellen Bedürfnisse der Mitarbeitenden im Arbeitsprozess zu identifizieren und entsprechende Präventiv-Massnahmen einzuleiten. Dabei kann der ganzheitliche Ansatz der Neuen Ergonomie helfen. Deren Vertreter tragen den veränderten Rahmenbedingungen Rechnung, indem sie sich am Menschen orientieren und die Arbeitswelt im Büro ganzheitlich betrachten. Vor diesem Hintergrund wird Ganzheitlichkeit nicht mit der Vollständigkeit eines Möbelsortiments oder einer Produktfamilie gleichgesetzt. Das würde schliesslich nur einen Teilaspekt der Arbeitswelt Büro berücksichtigen. Aus der ganzheitlichen Perspektive heraus bezieht die Neue Ergonomie auch stets das psychomentale Leistungsvermögen mit ein. Die angestrebte Fitness erfordert eine gelungene Kombination zwischen der körperlichen und der geistigen Verfassung. Leistungs-, Ermüdungs- und Erholungsphasen sind dabei gleichwertig zu berücksichtigende Faktoren.

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Ernährung

Fürs Leben gern das Richtige Text: Ferdinand Thoma; Bild: zvg

Ernährung

Nahrung soll Leben erhalten und Leben vermitteln. Deshalb sollten wir unserem Körper nur hochwertige Lebensmittel zuführen. Biologisch angebaute, frische und saisongerechte Lebensmittel sind dafür die beste Voraussetzung.

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Hochwertige organische Lebensmittel erhalten uns gesund. Viele Krankheiten sind eine Folge falscher Ernährung und von zu wenig Bewegung. Gemessen an der heutigen Bewegungsbereitschaft, weisen raffinierte Nahrungsmittel eine viel zu hohe Energiedichte auf. Es fehlen die notwendigen Ballaststoffe für eine gesunde Darmtätigkeit und die wertvollen Vitamine und Mineralstoffe zur gesunden Verstoffwechslung unter Berücksichtigung des Säure-Basen-Haushalts. Gesunde und abwechslungsreiche Ernährung sollte über saisongerechte und möglichst biologisch angebaute Produk-

te gewährleistet sein. Fleisch, Fisch und Milchprodukte sind Genussmittel und gehören nicht auf den täglichen Speiseplan. Die vermeintliche Verfeinerung aller Speisen mit Milchprodukten lässt unseren Säure-Basen-Haushalt aus dem Gleichgewicht geraten. Dazu gehören auch Fisch und Fleisch als tierisches Eiweiss, das in viel zu grossen Mengen konsumiert wird. Rohkost über den Tag genossen sichert die Versorgung mit lebenswichtigen Enzymen und vielen sekundären Pflanzenstoffen. Abends sind gedünstete Früchte und gekochtes Gemüse leichter verdaulich als Rohkost.

Bei der täglichen Flüssigkeitsversorgung ist unser Körper auf Wasser angewiesen. Alle anderen Getränke sind Genussmittel und nicht für die Flüssigkeitsversorgung geeignet. Als Transport- und Lösungsmittel erfüllt Leitungswasser (in unseren Breitengraden) am besten die wichtige Aufgabe in unserem Körper.

Grundzubereitungsarten, Saisonkalender, Rezepte In einer gesunden Vitalküche werden nicht alle Grundzubereitungsarten für Lebensmittel angewendet. Frittieren ist als Genussmittel ab und zu erlaubt, ist

Der Bürostuhl, der maximalen Sitzkomfort bei einer gesunden Körperhaltung garantiert Sitzkomfort – ganz automatisch. Lassen Sie sich einfach in den neuen SITAGWAVE sinken, er übernimmt den Rest!

Keyton Dynamic ist ein Massagesessel mit reinen und klaren Linien, die ihn zum idealen Einrichtungsstück für die elegantesten Wohnungen und Büros werden lassen. Geniessen Sie jederzeit auf Knopfdruck eine wohltuende Massage. Ein wundervolles Gefühl für Körper und Seele – belebt Geist und Körper... das ganze Jahr hindurch.

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06/2009/2010 · gesundsitzen

aber keine gesunde Zubereitung, weil viel zu viel gehärtetes oder gesättigtes Fett mit im Spiel ist. • Empfehlenswerte Zubereitungsarten sind: Dünsten, Pochieren, Braten mit Pflanzenöl, Grillieren bedingt, Dämpfen, Backen im Ofen, Garen im Römertopf. • Nicht empfehlenswert: Frittieren, Grillieren von Gepökeltem, Kochen in viel Wasser, Gratinieren, Braten in tierischem Fett, Garen in der Mikrowelle.

In heutigen Nahrungsmitteln sind oftmals nicht mehr die Nährstoffe enthalten, die früher als Inhaltsstoffe ausgewiesen wurden. Das liegt nicht nur an ausgelaugten Böden, sondern auch an der Art der Produktion. Wenn z.B. eine Karotte mit ihrem eigenen Stoffwechsel langsam und natürlich wächst, hat sie die Zeit, die notwendigen Stoffe im Boden zu lösen, diese aufzunehmen und sie fotosynthetisch verstoffwechselt als

vollwertiges Lebensmittel zur Verfügung zu stellen. Schnell zum Wachsen gezüchtete Pflanzen haben diese Möglichkeit nicht und sind darum nicht so gehaltvoll. Dafür sollten wir natürlich auch nur Lebensmittel mit der jeweiligen Saisonzeit berücksichtigen. Beispiel Kopfsalat: Jeden Winter lesen wir Meldungen, dass der Kopfsalat mit zu viel Nitrat belastet sei. Sonnenklar: Die Sonne fehlt und damit funktioniert der Stoffwechsel im Kopfsalat nicht. Wie soll

das mitten im Winter im Treibhaus auch funktionieren? Können wir da nicht auf Endiviensalat oder Feldsalat ausweichen, denen die winterlichen Temperaturen nichts ausmachen und die unter freiem Himmel natürlich wachsen können? Wissen Sie übrigens, was «Hors-sol-Anbau» bedeutet? Ganz einfach, dieses Gemüse wächst in einer unnatürlichen, von Menschenhand zusammengestellten Nährlösung, ohne jemals einen Krümel Erde zu sehen.

Ernährung

Warum ist Bio besser als konventionelle Produktion?

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Therapie

Ist Sport Mord? Selbstmord? Von Dr. Gian Jörger, Chiropraktor, Chur

Medizin & Rücken

Wie ein Schlachtruf tönt bisweilen der von Churchill geprägte Spruch «Sport ist Mord» aus Richtung Sofa, wenn der erschöpfte Sportler nach Hause kommt. Seltsamerweise schleppen sich jedoch viel öfter Sofahocker als Sportler in meine Praxis. Ist der Spruch nur zu einer bequemen Ausrede geworden?

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Wenn wir Churchills Gesundheit betrachten, so geben uns die Memoiren seines Leibarztes ein klares Bild: Nicht erst im Alter litt Churchill an diversen Zivilisationskrankheiten, und etwas mehr Bewegung hätte diesem grossartigen Geist alles andere als geschadet. Bekanntermassen ist ein Mangel an Bewegung eine der wichtigsten Ursachen für Zivilisationsleiden. Andererseits können wir seinen Spruch «Sport ist Mord» nicht kategorisch als falsch bezeichnen. Denn gerade im Sport – wie auch in vielen anderen Bereichen des Lebens – gilt die Regel: Zu viel des Guten kommt nicht gut raus. Unsere heutige Gesellschaft ist von solch einem Leistungsdenken und Konkurrenzkampf beherrscht, dass nicht nur die Spitzenoder Spritzensportler schon in jungen Jahren ihren Körper ruinieren. Auch im Freizeitsport punktet nur der Beste.

Der Mann – das typische Sportopfer Der Mann mittleren Alters fällt dem Sport am häufigsten zum Opfer, da er sich die Ziele zu hoch steckt. Er ist eben nicht mehr der Jüngste, will es aber mit den Jungen aufnehmen. Doch seine körperliche Verfassung ist den Anforderungen nicht gewachsen. Nur zwei Beispiele: Um

einen Herzinfarkt zu verhindern und weil Joggen als gute Vorbeugung gegen Herzinfarkt gilt, joggt Mann täglich bis zum Abwinken. Allerdings bedenkt Mann dabei nicht, dass die Knie bei Übergewicht Schaden nehmen. Hinkend muss später der Arzt oder Chiropraktor aufgesucht werden. Beim Golf dagegen gilt es, das Handicap zu verbessern. Also schwingt Mann den Schläger so verbissen, bis er nur noch in gekrümmter Haltung im Caddy zum Arzt fahren kann, der einen Hexenschuss diagnostiziert.

Sportopfer im Teufelskreis Ob Radfahrer, Golfer, Jogger – alle wollen sie auf Teufel komm raus Leistungen erzwingen. Die Warnsignale des Körpers werden ignoriert, denn ein Indianer kennt schliesslich keinen Schmerz. Überbeanspruchte Gelenke, Sehnen und Muskeln lassen den Körper eine Schonhaltung einnehmen, die zu weiteren Verkrampfungen und Verhärtungen der Muskeln führt. Und das wiederum führt zu Entzündungen, bei denen selbst die Gelenke Schaden nehmen – diesem Teufelskreis ist nur schwer zu entkommen. Die immer wiederkehrenden Schmerzen zwingen das frustrierte Sportopfer zur einstweiligen Aufgabe. In der darauf folgenden Trainingspause fällt der Körper in den untrainierten Zustand zurück. Doch wird

der «Sportler» dann vom Hafer gestochen, nimmt er ehrgeizig den Kampf wieder auf. Diesen Jojo-Effekt, den man von vielen übergewichtigen Diätopfern kennt, beobachte ich nur zu häufig bei meinen Sportpatienten.

Gewusst wie – von Beginn an Es ist gar nicht so schwierig, Sportleiden zu vermeiden: Es reicht, langsam, aber stetig seine Kondition aufzubauen, auf die Körpersignale zu hören und seine Leistungsgrenze zu erkennen und anzuerkennen. Schmerzen und Sportleiden werden verhindert, die Freude und der Spass am Sport steigen ständig. Wer zu Beginn einen Trainer, erfahrene Sportkollegen oder einen sportlich orientierten Chiropraktor konsultiert, schlägt auf jeden Fall den richtigen Weg ein, denn jeder Sport will gelernt sein, sogar das Joggen.


Es muss ja nicht gleich Spitzensport oder Klippenspringen sein! Aber ein harmonisches und ausgeglichenes Nebeneinander von Bewegung, Arbeit und Ruhe trägt enorm viel zu einer ganzheitlichen Gesundheit und Zufriedenheit bei.

Medizin & Rücken

06/2009/2010 · gesundsitzen

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Sofaopfer unter der Lupe Neben den Sportopfern gibt es die Sofaopfer. Das sind all die, die nach einem strengen Bürotag ins Sofa versinken und meinen, die Entspannung vor dem Fernseher redlich verdient zu haben. Das Wetter finden sie für sportliche Betätigung im Freien sowieso viel zu nass, und abgesehen davon kennen sie immer jemanden, der wegen einer Sportverletzung zum Chiropraktor musste. Also ziehen sie das Sofa dem Sport vor.

Die Folgen der Trägheit Der ganze Körper jedoch leidet unter der Trägheit: Herz und Lungen verlieren durch Unterforderung ihre Leistungsfähigkeit, und dadurch, dass der Blutkreislauf nicht angekurbelt wird, lagern sich Verkalkungen ab. Herzinfarkt und Hirnschlag sind mögliche Folgen. Wenn die zugeführte Energie nicht mehr ver-

brennt wird, nimmt die Fettmasse zu. Der Stoffwechsel wird nicht in Schwung gehalten, der Zucker nicht mehr gut verarbeitet und Diabetes hervorgerufen. Die Muskeln des Rumpfes erschlaffen und können die Wirbelsäule nicht mehr genügend stützen, was Haltungsschäden und Rückenschmerzen zur Folge hat. Oft sind auch die Bandscheiben betroffen, weil ihnen durch die fehlende Bewegung nicht mehr genügend Nährstoffe zugeführt werden. Und last, not least versteifen sich die Gelenke, weil sie nicht mehr genügend Schmiermittel zugeführt bekommen.

Was hat Zähneputzen mit Sport zu tun? Wenn «Sofaopfer» in meine Praxis kommen, stelle ich regelmässig die Gretchenfrage: «Wie oft am Tag putzen Sie eigentlich Ihre Zähne?» So gut wie

alle antworten, dass sie «selbstverständlich» jeden Tag mehr als einmal die Zähne putzen würden. Ich nicke dann und entgegne, dass gesunde Zähne aber nicht wirklich lebensnotwendig seien. In diesem Moment beginnen die Patienten meist zu verstehen, worauf ich hinaus will: Schlecht gepflegte Zähne kann man ersetzen – in bestimmten Fällen koste das zwar sehr viel Geld, aber machbar sei es. Die Gesundheit von Zuckerstoffwechsel, von Herz und Kreislauf, von Bandscheiben und des übrigen Bewegungsapparats sind nicht käuflich, für kein Geld der Welt. Und so rate ich allen Sofaopfern eindringlich: «Beugen Sie dort vor, wo es wirklich notwendig ist, schmeissen Sie alle Ausreden über Bord und beginnen Sie mit gesundem und persönlich angepasstem Sport, der Ihnen Freude macht.»

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