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Timezone Musikmagazin UNABHÄNGIGE MUSIK IN WORT UND BILD AUSGABE 01

„Herzlich Willkommen auf der Seite 404“ Karl Neukauf, Berlin

Kostenlos Zwanglos Independent


TIMEZONE-BÜHNE maiWoCHe osnaBRÜCk 2012 · HeRRenTeiCHssTRasse

11.–20. MAi 2012 · 10 TAGE LiVE-MUSiC

Freitag, 11.05. POP

19:00 LUCA | 21:00 JOGA CLUB Samstag, 12.05. INDIE

18:00 NEZZER | 19:00 WIRFÜRWEN | 21:00 LOIFIOR Sonntag, 13.05. LOCAL HEROES

NEZZER

17:30 ROCK-LIFE | 19:00 FRIESISCH HERB | 20:30 ECHTZEIT Montag, 14.05. HIP-HOP

17:30 PERSPEKTIVE MUSIC | 19:00 OTIS MAHO 20:30 MOINSEN MAFIA Dienstag, 15.05. SINGER/SONGWRITER

WIRFÜRWEN

17:00 AIN‘T NO BEFORE | 19:00 DIE GEWINNER DES HEUTIGEN ABENDS | 21:00 NORTHERN STAR Mittwoch, 16.05. CAMPUSTAG

17:00 LUCKY LUC | 18:00 MIND TRAP 19:00 MANÜLA | 20:00 MICHAEL WITTE & BAND 21:00 DENNIS HORMES BAND

OTIS MAHO

Donnerstag, 17.05. VATERTAG

16:00 SPRING | 17:30 LOWFIELD | 19:00 NORTH ALONE 21:00 SNAKE SHIT ON A PLANE Freitag, 18.05. ALTERNATIVE

MIAUW

17:00 CALLIN TOMMY | 18:00 MIAUW | 19:00 ATOMIC PEAT 21:00 GUNSLINGER Samstag 19.05. ROCK & APOCALYPTIC

14:00 SCHOOLS ON ROCK 8.0 – DAS FINALE 17:00 HEAD UNDER WATER | 18:30 DORIAN 19:30 SCHOENHOLZ | 21:00 LO PARKER

SCHOENHOLZ

Sonntag 20.05. ABSCHLUSSTAG

14:30 FAST‘N‘NOW | 16:30 JOSEPH MYERS 17:30 SUBWAY TUNES | 19:00 FRANK WESEMANN

Maiwoche

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FRANK WESEMANN


Timezone musikmagazin AUSGABE 01

inHaLT

Im Gespräch

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LOIFIOr

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ScHOENHOLZ

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_PAPPMAcHÉ

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KArL NEUKAUF

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rOBBy MArIA & THE SILENT rEVOLUTION

Auf den Spuren der britischen Post-PunkIndie-Kultur Soundästhetik mit warmem, altem Klang und der nicht immer einfachste weg Über das „Irgendwo-dazwischen“, der Ort zwischen King Grill und Porsche Zentrum der Berliner chansonnier über „Blaue Erbsen“ und deutschsprachige Musik

Joseph Myers | 28

der kosmopolitische Schwabe mit neuem Album: Apocalyptic Folk-Music

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JOGA cLUB

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BETTING ON THE MOUSE

Angemessene Mienen beim Auftritt und Fiktion oder realität in Songtexten

Ein Bandname, der aus einem falsch verstandenen Buchtitel resultiert

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LUcA

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KAI STrAUSS BANd

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POPSHOP

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rELIQUIAE

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H rEBELLIUS

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LOOPSTEr

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KArOLINE HAUSTEd

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BEN ScHAdOw

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PELE cASTEr

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JOSEPH MyErS

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POISON dwArFS

Von musikalischer Früherkennung, Multiinstrumentalismus und der Liebe zu Berlin Ein großer Schritt auf dem weg zur musikalischen Identität Kai Strauss Band | 16

Loopster | 22

die Existenz zwischen dJ-club-Kultur und Live-Band Außergewöhnliche Instrumente, remixe und aufgeschlossene Fans Briefe von deutschen Auswanderern als Basis für die EP „Signale“ Mit zweihundert Kilogramm Gepäck die welt auf dem Boot bereisen die Neu-Kalifornierin berichtet uns aus ihrem Alltag in den USA Ben Schadow über sein Album „Liebe zur Zeit der Automaten“ die Möglichkeiten nutzen, einen ganzen chor mit in die Tasche zu packen Über Slams, seine musikalischen Projekte und die Arbeit als Musiker Abschied von der Avantgarde als Speerspitze einer zukünftigen Bewegung

Luca | 14

Joga Club | 10

Impressum | Timezone Musikmagazin Ausgabe 01 Herausgeber: Timezone Gbr · Sedanstraße 61 · 49076 Osnabrück | Verantwortlich für den Inhalt: Gerald Oppermann Redaktionskontakt: Gerald Oppermann · Tel.: 0049 (0)5 41/76 07 98 2–3 · Fax.: 0049 (0)5 41/66 85 79–2 · E-Mail: buero@timezone-records.com Titelbild: Karl Neukauf, fotografiert von Theodoa Specht · Schlussredaktion: caro Tiemann Inserentenverzeichnis: Maiwoche Osnabrück/Timezone-Bühne … S. 2 | docMaKlang Studio … S. 8 | Big Buttinsky … S. 9 | Session Music … S. 13 | JPc … S. 26 Acoustic Music … S. 31 | Indiewerk … S. 32

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LOIFIOR „Wir lieben britischen Pop!“

Loifior

Farbe der Zeit Format: CD, DDL, Stream | Label: Timezone www.loifior.de

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Foto: firmakruse.com

R

Junge Leute, deren Musik ganz klar irgendwo Anfang der 80er Jahre ihre Vorbilder sucht. Woher kommt die Liebe zu der Zeit? Wir lieben britischen Pop! Wir sind nicht auf eine Epoche festgelegt, sondern lieben die jeweilige Band. Und zwar aus allen Dekaden. Angefangen bei den Small Faces und XTC bis zu den Stone Roses und Echo And The Bunnymen. Live habt Ihr eine unheimliche Energie, ihr seid geradezu ekstatisch. Welchen Stellenwert hat für Euch das Touren? Das Touren steht an allererster Stelle. Es ist für uns die Nahrung, die wir auf unserem Weg benötigen. Touren brauchen wir, um Ekstase zu erleben. Um uns selbst zu spüren! Und vor allen Dingen lernen wir beim Touren, ob Songs funktionieren. Loifior – althochdeutsch für vier Löwen – wie kommt man darauf, sich des Althochdeutschen für seinen Bandnamen zu bedienen? Wir wollten einen außergewöhnlichen Namen, keinen Althochdeutschen. Ein Name, den man nicht vergisst, der beim Googlen an erster Stelle steht, der Raum für eigene Interpretationen lässt. Es war eher der Klang, für den wir uns entschieden haben. Was können wir in naher Zukunft von Euch erwarten? Intensives Touren, neue Songs, Videos und eine eigene Modekollektion.

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Foto: Bálint Meggyesi

SCHOENHOLZ Daniela Schönwald und Oliver Seiffert von Schoenholz sprechen über den Entstehungsprozess und die Soundästhetik ihres neuen Albums „Ceylon“. Liebe Daniela, Eure Musik klingt sehr reif und individuell. Erzähl uns doch bitte etwas über die Geschichte von Schoenholz. Ich hab damals per Anzeige einen neuen Gitarristen für mein Singer/Songwriter-Projekt gesucht und irgend so ein Zeugs geschrieben, dass ich die Menschen zum Weinen bringen möchte usw. und da hat sich dann unter anderem der Oliver gemeldet. Er mochte meine Stimme und ich seine Songs, also haben wir was zusammen probiert. Die anderen kamen nach und nach dazu. Wir haben ja alle vorher schon viel Musik gemacht. Ich hab z. B. Jazz, Rock, Industrial und auch Electro und noch viel mehr gemacht. Ich wollte mich da nie auf ein Genre beschränken müssen und will das auch bei

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Schoenholz nicht. Ich denke, wenn man offen mit verschiedenen Musikgenres umgeht, nichts ausschließt und dabei genau weiß, welche Stimmung man gerne rüberbringen möchte, dann bekommt man vielleicht irgendwann zu hören, die Musik würde reif und individuell klingen (lächelt). Wenn wir ein neues Stück schreiben, nehmen wir häufig nicht die erste Idee, sondern überlegen ständig, wie es noch cooler und schöner sein könnte. Das ist nicht immer der einfachste Weg, aber am Ende hat man das Gefühl, man hätte alles für den Song getan und freut sich die Bohne, wenn der Song etwas in einem auslöst. Oliver, das Album „Ceylon“ hat einen sehr langen Weg von der Komposition bis zur letztendlichen Veröffentlichung hinter sich. Beschreib uns diesen Weg doch bitte. Da muss ich ziemlich weit vorne anfangen. Ich habe Gitarrespielen beim Komponieren gelernt. Als ich 14 Jahre alt war, haben mir meine Eltern eine E-Gitarre geschenkt und schon am ersten Tag habe ich mein erstes Lied geschrieben. Es war zwar kein Hit, aber auch nicht ganz schrecklich. Ich habe einfach immer neue Songs geschrieben und bis ich zwanzig war, konnte ich keinen einzigen Song spielen, den ich nicht selbst geschrieben hatte. Da bin ich weder stolz drauf, noch schäme ich mich. So war es einfach. Songwriting ging mir schon immer ziemlich leicht von der Hand. Für Virtuosität war ich nicht gemacht,

aber ich kann viele verschiedene Dinge. Bei den Aufnahmen zu dieser Platte musste ich mal Glockenspiel oder Tambourin einspielen, einen Chor einsingen oder komische Effekte auf einer alten Zitter erzeugen (wie bei „Vogelfrei“) oder einfach nur irgendwelche Soundflächen basteln. Und so ist die Platte auch entstanden: Die Rhythmusparts haben wir in vier Tagen im Studio eingespielt. Die ganzen zusätzlichen Aufnahmen haben mehrere Monate in Anspruch genommen. Ich dachte, es wird nie fertig. Irgendwann hat sich dann das Plattenlabel Timezone bei uns gemeldet. Irgendwann später wurde die Platte gemischt. Jetzt ist sie fertig. Na ja, leicht gemacht haben wir es uns nicht … Daniela, welche Themen und Soundästhetiken verwendet Ihr in Eurer Musik? Das sind die Themen, die in meinen Texten immer wieder vorkommen: Verluste, Einsamkeit und fehlende menschliche Wärme, Sehnsucht nach Liebe, Sinn etc., Angst und verschiedene Schreckensszenarien … verschiedene Traumata und auch der Tod kommt darin vor, ebenso aber auch Hoffnung. Mir fällt es schwer, über rein fröhliche Themen zu schreiben. Das klingt häufig einfach nur banal und berührt niemanden. Der Schmerz in all seinen Facetten hat für mich eine viel stärkere Kraft. Viele Menschen sind mit dem einen oder anderen Thema ja selbst schon in Berührung gekommen und

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_pappmaché

doch ist es in der Leistungsgesellschaft ein Tabu, Schwäche oder Angst zu zeigen. Dabei haben wir alle Angst vor irgendetwas. Beim Sound ist uns wichtig, dass es ein warmer – ein bisschen „älterer“ Klang ist. Die Texte sind schon böse genug, da soll der Sound nicht noch Angst machen.

SCHOENHOLZ Ceylon

Format: CD, DDL, Stream | Label: Timezone www.myspace.com/schoenholz

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Lieber Christoph, Dein Sound ist sehr minimalistisch, dennoch sehr spannend und fesselnd. Ist der Minimalismus bewusst gewählt oder Folge eines produktionstechnischen Prozesses? Ich mag den Raum in der Musik, der entsteht, wenn nichts gespielt wird. Für mich entsteht hierdurch erst die Spannung, die bestimmte Songs zusammenhält. Die Reduzierung ist daher bewusst gewählt. Es gibt keine Instrumente, die sich bei _pappmaché in den Vordergrund spielen. In meiner Musik geht es ja auch weniger um filigrane Spielkunst als vielmehr um den Ausdruck an sich. Das Thema vieler derzeitiger Singer/Songwriter ist das große Leid mit der Liebe. Hier wird dann mit großem Pathos textlich und musikalisch alles zugekleistert. Ich denke, _pappmaché setzt da einen gewollten Kontrapunkt. Dass auf „Zwischen King Grill und Porsche Zentrum“ keine Bläsersätze oder High-End-Frickeleien zu hören sind, hat aber natürlich auch mit der Tatsache zu tun, dass _pappmaché ein Ein-MannProjekt ist. Die Stücke wurden von mir in meinem Wohnzimmer eingespielt und aufgenommen, was aber, wie ich finde, einen sehr rauen und charmanten Effekt zur Folge hat. Auf dem Cover Deiner aktuellen CD „Zwischen King Grill und Porsche Zentrum“ sieht man Menschen mit Vogelköpfen, die einen fliegenden Fisch an der Leine führen. Erzähl uns doch bitte etwas über die Idee zu dieser Collage. Die Gestaltung des CD-Covers übernahm Tina Polster von der Agentur „Paulinenplatz“, die auch bereits unter anderem die Cover für Gisbert zu Knyphausen angefertigt hat. Die Idee des Covers stammt also letztlich auch von ihr. Es geht darum, den rohen Sound und die teilweise vielleicht etwas sperrige Musik bildlich festzuhalten. Zum einen ist die Collage als solche ein Hinweis auf den Bandnamen _pappmaché und die Handarbeit bzw. das Zusammenstückeln, das damit verbunden ist, zum

Foto: Ingo Polster

„Raum und Ausdruck.“ anderen beschreibt das Motiv das „Irgendwo-Dazwischen“, also den Ort zwischen King Grill und Porsche Zentrum. Das Motiv vereint Tristesse, Wünsche und die damit verbundene Selbstwahrnehmung. Es geht ein bisschen darum, irgendwann einmal den „dicken Fisch“ zu angeln. Was können wir dieses Jahr noch von _pappmaché erwarten? Neben vereinzelten Auftritten wie dem beim Warmenau Open Air und der Teilnahme an kleinen Internet-Sendungen wird _pappmaché im Mai auf Tour sein. Dabei geht es nach Dortmund, Stuttgart, Tübingen, Nürnberg, Dresden, Leipzig, Hannover, Hamburg und Münster. Im Herbst soll dann noch eine weitere Tour hinzukommen.

_PAPPMACHé

Zwischen King Grill und Porsche Zentrum Format: CD, DDL, Stream | Label: Timezone www.myspace.com/pappmaschee

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Digitale Audio-Produktion

DAS TONSTUDIO IN OSNABRÜCK

Foto: Theodoa Specht

Egal ob Demo- oder komplette CD-Produktion, im DocMaKlang-Studio gibt es guten Sound zum fairen Preis.

KARL NEUKAUF Karl plauscht mit uns über seinen Bezug zu Berlin und facettenreiche musikalische Reisen. Lieber Karl, was führt Dich nach Berlin? Eine große Mixtur. Mitte der 1990er wurde in der Schule Literatur von Judith Kerr, Tochter des Theaterkritikers Alfred Kerr, gelesen. Dies spielte in Berlin. War also ein erster Bezug zu dieser Stadt. Dann die erste Reise mit den Eltern nach Berlin, das erste Konzert der Rolling Stones im Olympiastadion bei strömendem Regen, die Abschlussfahrt der 10. Klasse Ende der 1990er – dieses waren alles erst mal positive Eindrücke, die Berlin auf mich machte. Noch bevor Berlin total angesagt und hip war. Zu Studienzeiten entwickelte sich der Geschmack für Verfallenes, Trödeliges und alternative Lebensformen. Während zu Schulzeiten die eleganten, bürgerlichen Lebensformen im Grunewald oder auf dem Kurfürstendamm am meisten zu beeindrucken wussten oder eben die Reiseführerinsidertipps wie das Kunsthaus Tacheles nebst Hackeschen Höfen, war es zu Studienzeiten dann Kreuzberg 36 und die Faszination für Hinterhöfe und „Abgefucktes“. Und nach dem Studium war es dann die Liebe, das Schreiben der Promotion (Berlin hat einfach mehr als eine Bibliothek) und der Reiz der Vielfältigkeit, die mich nach Berlin gezogen hat. Es ist nach wie vor eine Mischung aus Arbeit und Urlaub hier zu leben. Denn jeden Tag lassen sich neue spannende Dinge entdecken. Eine lange Antwort und trotzdem nur skizzenhaft, um Berlin gänzlich zu beschreiben. Es lohnt sich einfach. Auf was spielt der Titel Deines neuen Albums – „Blaue Erbsen“ – an? Dafür muss man das Album kaufen, hören und genau hinhören (lacht). Blaue Erbsen sind ja an sich schon ein bunter Titel. Zwei Farben. Und so ist auch das Album. Eine facettenreiche musikalische und textliche Reise. Ansichtskarten und Briefe in Tonfarben, Harmonien und Rhythmus gefasst.

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Es gibt eben nicht nur reine „Singer-Songwriter“ Musik, Liedermacher, Chanson - wie man es auch immer nennen mag. Blaue Erbsen wühlt auch in Polka, Walzer, Music Hall, Blues und Parodie. Und es gibt auch Instrumente zu hören, die leider viel zu selten im großen Bereich der Popularmusik genutzt werden – Harmonium, Theremin oder Küchenuhren als Schlagzeugersatz. Aber dazu sollten sich eigentlich die Kritiker des Feuilleton äußern … Wie siehst Du Deine Chancen als deutschsprachiger Chansonnier in der Berliner Musikszene, was Engagements bei Veranstaltungen und in Clubs betrifft? Deutschsprachige Musik ist zurzeit sehr en vogue. Man denke nur an Dota Kehr, Max Prosa, Danny Dziuk oder Enno Bunger. Das ist großartig, denn lange Zeit war es vornehmlich Schlager, dem die deutsche Sprache überlassen wurde. Natürlich gab es auch schon vor 30 oder 40 Jahren interessante deutschsprachige Musik (man denke an Hildegard Knef, Reinhard Mey oder Wolfgang Niedecken), jedoch wurde vielleicht erst durch Bands wie Blumfeld, Tocotronic oder Fink die deutsche Sprache wieder „cool“. Und aus den kleinen Underground Clubs hinaus auch bis in die Charts salonfähig. So gesehen sind die Chancen sicherlich gut. Als Liedermacher am Klavier ist es natürlich etwas schwieriger – an einem echten Klavier spielt und singt es sich anders, wirkt es auf das Publikum anders als an einer elektronischen Schatulle. Vielerorts stehen sicherlich noch Klaviere seit den 1920ern herum – aber sie sind meist auch das letzte Mal vor 1927 gestimmt worden (grins). Also Clubs mit einem echten gestimmten Klavier, einer Overheadprojektor-Lightshow á la Andy Warhol und danach einer Electro-Dance-Veranstaltung. Das wäre doch mal ein Konzept. Sozusagen das Beste zwischen 1920 und 2012 verschränkt, montiert und gemischt. Würdest Du Dich eigentlich eher als Chansonnier oder Singer/Songwriter betrachten? Puh, schwierig mit den Schubladen. Also SingerSongwriter stellt man sich eher an der Gitarre vor. Ich sitze meistens am Klavier oder Flügel. Chansonniers sitzen oft am Klavier, singen allerdings gerne in französischer Sprache. Ich singe in deutscher Sprache. Vielleicht trifft es der Begriff des Liedermachers am besten. Mit Chansonstimmung und Singer/Songwriter-Attributen. Einfach reinhören oder anschauen und selbst eine Schublade belegen.

- großes Studio mit Tageslicht - langjährige Erfahrung von Pop bis Metal - positive Atmosphäre und guter Service für Einsteiger und Profis

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KARL NEUKAUF Blaue Erbsen

Format: CD, DDL, Stream | Label: Timezone www.karlneukauf.de

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Foto: Judith Johns

Robby Maria & the silent revolution Schwäbischer Weltenbummler auf der Flucht vor den Majors. Robby, Du hast einige Zeit in Amerika gelebt. Erzähle uns doch bitte, wie es dazu kam. Ich bin in Süddeutschland aufgewachsen und hatte dort mit achtzehn oder neunzehn meine erste Band, in der ich gesungen habe. Es war eine fantastische Zeit, die erste Band und so und natürlich haben wir uns für die Größten gehalten damals, besonders ich (lacht). Das hat sich dann sehr schnell geändert, als sich die Band aufzulösen begann und ich zusehen musste, was ich jetzt mache. Singen, Songs schreiben, live spielen – das war absolut alles, was ich wollte. Alles andere war keine ernsthafte Option für mich. Also wandte ich mich an einen Bekannten, der in Los Angeles das „Musicians Institute“ besucht hatte und danach noch dort wohnte. Ich kratzte alles Geld zusammen und zog knapp ein Jahr später nach Hollywood. Zwei Jahre lang schlief ich auf der Couch, während ich versuchte, in der Musikszene Fuß zu fassen. Ich bin dann nach New Orleans umgezogen und habe einen ziemlich lukrativen Plattendeal von Columbia Records ausgeschlagen, weil ich nicht als singende und tanzende Marionette

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vorgeführt werden wollte. Als solche, hatte ich das Gefühl, wollten sie mich nämlich produzieren. Stattdessen schrieb ich Songs, die keiner verlegen wollte, und hatte irgendwann so die Schnauze voll, dass ich mir sagte: „Robby, Du musst weg hier!“ So bin ich schließlich nach Südamerika gegangen und über einige andere Stationen in Berlin gelandet, wo ich seit 2008 meine Band The Silent Revolution habe. Dein neues Album ist eine Art Compilation Deines musikalischen Schaffens der letzten Jahre. Wie begann die Arbeit mit der Band The Silent Revolution? Angefangen hat es mit Anni, der Schlagzeugerin der Silent Revolution. Ich habe sie 2006 in einer Berliner WG kennengelernt. Anni hatte ihr Schlagzeug mitten im Zimmer stehen und ich habe sie auf den Kopf zu gefragt, ob sie nicht Lust hätte, mit mir eine Band zu gründen. Zu der Zeit hatte ich bereits an die einhundertfünfzig Songs und habe ihr einige vorgespielt. Zunächst spielten wir knapp zwei Jahre unter dem Namen Killmotorhill, ehe wir im Sommer 2008 die Silent Revolution gründeten. Dass wir eine Rockband ohne Leadgitarrist sind, verdanken wir dem Umstand, dass Simon, der heutige Bassist der Silent Revolution, der Einzige war, der uns beim Vorspielen wirklich vollständig überzeugt hat. Seitdem spielen wir in der Besetzung Gesang, akustische Gitarre, Drums und Bass, für Studioproduktionen auch Orgel. Siehst Du Dich eher als Solokünstler oder als Teil einer Band? Hm, schwere Frage. Gute Frage. Ich glaube, weder noch. Oder beides. Wenn ich mit anderen Musik mache, bin ich Teil einer Band. Wenn ich mich selbst auf einem Instrument begleite, bin ich Solokünstler. Möchtest Du anderen Musikern einen Tipp mit auf den Weg geben? Kommt darauf an, ob Du Musiker meinst oder Künstler. Ein Musiker sollte sein Handwerk beherrschen, ein Künstler sollte von seiner Kunst beherrscht werden.

ROBBY MARIA & THE SILENT REVOLUTION

s/t Format: CD, DDL, Stream | Label: Timezone www.robbymaria.com

Der Musikclub in Osnabrück

www.bigbuttinsky.de In der Johannisstr. 112 | 49074 Osnabrück

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Joga Club

Foto: Mehmet Akdag

„ … wenigstens bei den traurigen Liedern eine etwas angemessenere Miene aufsetzen.“

Lieber Daniel, live strahlt Ihr eine unheimliche Spielfreude aus und man nimmt Euch jedes Wort und jeden Ton Eurer Musik ab. Musik als Berufung? Oha. Berufung klingt natürlich etwas hoch. Aber wir sind schon mit großer Leidenschaft dabei und wenn wir authentisch rüberkommen, ist das schön. Man hat mir schon öfter gesagt, ich würde auf der Bühne dauernd grinsen und mich freuen wie ein kleiner Junge. Das tue ich auch! Wenn man sieht, dass im Publikum die Texte mitgesungen werden, hüpft das Herz natürlich. Andererseits habe ich mir schon öfter mal vorgenommen, wenigstens bei den traurigen Liedern in unserem Set mal eine etwas angemessenere Miene aufzusetzen. Aber da fehlt vielleicht noch das Schauspieltalent. Wir werden insgesamt auf der Bühne alberner, habe ich das Gefühl. Neuerdings wird beunruhigend oft das Ostdeutschverbot aufgehoben, das wir vor fast jedem Konzert aussprechen. Ich bin mal gespannt,

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wie viel Quatsch in nächster Zeit noch den Weg aus unserem Probenkeller auf die Bühnen findet. Zum Beispiel verfügt Henning am Bass noch über ein unglaubliches Repertoire an Dance-Moves, mit denen er Philipp aus dem Konzept bringt. Und Markus hat es perfektioniert, eine Klavierballade nur mit einer Fahrradhupe zu begleiten. Also bislang herrscht allerdings neben Ostdeutschverbot auch Hupenverbot. Was musikalisch Spaß macht, ist die Offenheit, mit der alle bei der Sache sind. Im letzten Album hatten wir zwei Songs, in die einfach Reggae-Elemente rein mussten, und andere, die einfach als Klischeeballade aufgezogen werden mussten. Ich glaube, wenn demnächst in einem Song unbedingt gerappt werden muss, werden wir auch das tun. Darüber hinaus stehen wir alle etwas auf Kitsch. Ich glaube, am liebsten würden wir immer mit einem Orchester auftreten. Vielleicht war unser erster Gig mit der bezaubernden Geige-

rin Johanna im Januar nur der Anfang. Eure Texte, exemplarisch nehmen wir den Song „Zur Hälfte“, scheinen auf eigenen Erfahrungen zu basieren. Alles authentisch oder habt Ihr eine blühende Phantasie? Die Texte sind auf jeden Fall authentisch, da sie meist auf irgendetwas Realem aus dem eigenen Leben aufbauen. Manchmal wirkt das fast biographisch, manchmal ist es nur ein Gefühl, nur eine kleine Situation oder ein Gedanke, um den dann der Text aufgebaut wird. „Zur Hälfte“ ist ein gutes Beispiel. Es gibt so Momente, manche haben das nach der Tagesschau, ich habe das nach übertriebenen Kinofilmen, da scheinen die eigenen Probleme unglaublich klein und lächerlich zu sein. In allen anderen Momenten sind nun mal die eigenen Katastrophen die größten – zum Beispiel die Tatsache, dass die Freundin für ein halbes Jahr ins

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Ausland fährt. „Natur“ hat z.B. auch eine reale Trennungsgeschichte als Hintergrund. Die textliche Ausgestaltung der Grundidee ist dann aber rein fiktiv. Wieder andere Songs haben rein gar nichts Biographisches. „Festivalbaronesse“ soll zum Beispiel einfach nur Spaß machen. Euer erstes Album „Lass es regnen!“ ist im Januar 2011 erschienen. Wann können wir etwas Neues von Euch erwarten, wie sind da die Planungen? Wir basteln zurzeit mit viel Liebe am zweiten Album. Wenn alles glatt läuft, erscheint es Ende August. Einige Songs sind schon fertig und wurden auch schon live gespielt, andere Ideen müssen noch ausgefeilt werden. Unser Lieblingsproduzent Matze Lohmöller ist jedenfalls schon einmal vorgewarnt und ein erster Videodreh ist auch in Planung. Wir sind sehr gespannt, wie das wird. Musikalisch bleibt es auf jeden Fall in der Popecke. Die

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ersten Sachen zum Reinhören werden aber wohl erst im Sommer mal im Netz auftauchen. Daniel, magst Du uns Dein Lieblingsalbum des Jahres 2011 nennen und begründen, warum das so ist? Also außer „Lass es regnen!“ von Joga Club? Das ist schwierig … Wenn man die Frage in der Band stellt, bekommt man wahrscheinlich fünf extrem unterschiedliche Antworten. Die bisherigen Banderfahrungen der fünf Jogas gehen ja von Top-40Band bis Hardcore oder Punk. Philipp und Markus sind mit ihrer Zweitband Inkasso Moskau ja weiterhin musikalisch gespaltene Menschen. Also „Menschen“. Für mich persönlich war das Soloalbum von Thees Uhlmann 2011 eins der am meisten gehörten. Gutes Ding. Das passt auch ganz gut zu der deutschsprachigen Popecke, aus der Joga Club so seine Lieder in die Welt posaunt.

JOGA CLUB

NATUR (EP) Format: CD, DDL, Stream | Label: Timezone www.jogaclub.de

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Foto: Morten Bonde

Betting on the mouse Die dänische Indie-PopBand „Betting On The Mouse“ veröffentlicht 2012 ihr erstes Album in Deutschland. Sängerin Martha Skou beantwortet unsere Fragen.

haben unser Album in Berlin aufgenommen und produziert und wir lieben die Stadt. Beschreibe uns doch bitte Euer Video zum Song „Desert Of Wasted Plans“ – ein großer, dunkler Song. Das Video zu „Desert Of Wasted Plans“ haben wir in der kältesten Nacht seit dreißig Jahren gedreht. Die Idee haben wir in Kooperation mit Jasper Spanning and Sara Laub entwickelt – beide sind unheimlich gut darin, düstere Atmosphären umzusetzen. Wir haben hart daran gearbeitet, ein Universum zu schaffen, das nur auf der Musik basiert. Was sind Eure Pläne für die Zukunft? Wir haben gehört, dass ein komplettes Album in der Mache ist. Erzähle uns etwas darüber. Bei den Aufnahmen in der Fremde konnten wir

uns total auf die Arbeit fokussieren und konzentrieren. Es war eine intensive Erfahrung und unser Debutalbum ist jetzt fast fertig. Im Moment wird es gemischt von ein paar wirklich tollen Leuten, Niels Kristian Eriksen und Nis Bysted von der Band „Thulebasen“. Wir sind voller Erwartungen und freuen uns auf die Veröffentlichung. Wir haben natürlich den Plan, unsere Musik weiterzuentwickeln und hoffen, überall spielen zu können, um so weitere – auch musikalische – Erfahrungen zu sammeln. Das wäre großartig. Was war das aufregendste Erlebnis, das sich bisher in Eurer Bandkarriere ereignet hat? Die Zeit im Studio in Deutschland, die wir mit der Produktion unseres Debutalbums verbracht haben, und unsere komplette Bandentwicklung.

Martha, wie kommt Euer Bandname zu Stande? Vor ungefähr drei Jahren bin ich durch Texas gereist. Dort habe ich mir einige Bücher gekauft, unter anderem eins von Charles Bukowski. Ich habe viel über den Buchtitel nachgedacht, den ich mir selber gerne ausgedacht hätte (lächelt). Man verbindet so viele Bilder und Geschichten mit dem Titel „Betting On The Mouse“- als ich aber den tollen Buchtitel mit einem Freund diskutieren wollte, sagte der: „Alles schön und gut, Martha, das Buch heißt aber ‚Betting On The Muse‘“. Wie betrachtest Du Eure Möglichkeiten auf dem deutschen Musikmarkt als dänische AlternativBand? Habt Ihr in der Vergangenheit schon einmal in Deutschland gespielt? Bisher hatten wir noch keinen Gig in Deutschland, aber einige Konzerte sind bereits in Planung. Wir

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BETTING ON THE MOUSE [BOTM] (EP)

Format: 12“ Vinyl, CD, DDL, Stream | Label: Yellow www.myspace.com/bettingonthemouse

NIELS CREMER · OF DOGS AND BONES Album · CD, DDL, STREAM

„Eine melancholische Traumreise.“ (wasser-prawda.de)

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Luca

„ … ich fühle mich frei wie noch nie.“

LUCA

I Don‘t Think So Format: CD, DDL, Stream | Label: Timezone www.luca2music.com

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Foto: Tom Richter

Liebe Luca, Deine Musik klingt erstaunlich reif und durchdacht für einen Menschen um die Zwanzig. Wie sieht Dein musikalischer Background aus? Soweit ich mich erinnern kann, hatte ich schon immer Musikunterricht. Das fing an mit musikalischer Früherziehung und dem Kinderlieder Singen mit Mama. Mit fünf habe ich angefangen, Geige zu spielen, und bald darauf begeisterte ich mich auch für andere Instrumente. Ich habe viel ausprobiert und hatte zum Beispiel auch Saxophon-, Klavier-, Gitarren- und Gesangsunterricht. Dazu habe ich lange im Orchester gespielt, wodurch ich ein Gespür dafür bekommen habe, wie sich verschiedene Instrumente und Melodien zusammenfügen und ergänzen. Das alles hat sich sicherlich auf meine eigene Musik ausgewirkt, aber eine Multiinstrumentalistin bin ich nicht. Ich verlasse mich einfach auf mein Gefühl und weiß dadurch intuitiv, was einem Song noch fehlt. Ich habe auf meiner CD zwar die meisten Instrumente selber gespielt, musste jedoch oft lange üben, bis ich die Lieder so spielen konnte, wie ich sie mir ausgedacht hatte. Dazu muss ich sagen, dass ich an alles, was ich tue, hohe Ansprüche habe und manchmal sehr streng mit mir bin. Als ich mit vierzehn anfing, Lieder zu schreiben, hätte ich nie gedacht, damit einmal an die Öffentlichkeit zu gehen. Es hat mir damals einfach geholfen, die Welt um mich herum zu verstehen. Ich hatte zum Glück einige gute Freunde und Bekannte, die mich ein bisschen geschubst haben. Du studierst Kunst. Inwiefern bist Du im Bereich der bildenden Kunst aktiv und in welcher Art und Weise fließt das kreativ in Deine Musik ein? Kunst ist ein großer Teil meines Lebens. Ich bin ein sehr visueller Mensch und es macht mir Spaß, Dinge zu erschaffen. Mit der Musik ist das ganz ähnlich, für mich gibt es da keinen großen Unterschied. Es sind einfach Wege, um meine Gefühle und meine Sicht auf die Welt zu beschreiben. Meine Kunst und meine Musik zeigen mich auf einer sehr intimen Ebene. Ich verstecke mich nicht gerne hinter irgendwelchen lyrischen Texten und auch meine Zeichnungen sind sehr direkt. Alles hat einen persönlichen Bezug und ist absolut autobiographisch. Ich bin ein extrem ehrlicher Mensch und mir liegt das Herz auf der Zunge. Manchmal ist das sehr anstrengend, aber ich finde es wichtig, mich ein bisschen bloßzustellen und die Mauer zwischen mir und dem Publikum ganz klein zu halten. Ich bin kein Typ für die große Show, ich will, dass sich die Leute in mir wiedererkennen und Mut haben, Gefühle zuzulassen. Es gibt ein aktuelles Video zu dem Stück „Widow“ – für welches Ereignis oder Erlebnis steht die Witwe? Oft im Leben verliert man etwas, was man nie mehr zurückholen kann. Manchmal ist der Verlust so groß, dass man wirklich das Gefühl hat, etwas ist gestorben. In diesem Fall geht es um Liebe, die einfach aufhört. Das ist zwar nur ein Gefühl, aber für mich war es, als wenn ein großer Teil von mir ganz plötzlich fehlt. Ich finde das Bild von einer Witwe in diesem Zusammenhang sehr passend. Du lebst in Berlin. Kannst Du bestätigen, dass Berlin als Kreativort Künstlern bessere Chancen gibt? Hm, das ist schwer zu sagen. Es gibt auf jeden Fall mehr Möglichkeiten, weil es hier von kreativen Leuten wimmelt, mit denen man zusammenarbeiten kann. Andererseits ist es aber auch schwer aufzufallen und man geht schnell ein bisschen unter. Deswegen sollte man sich ein paar gute Mitstreiter suchen und nicht den Mut verlieren. Hier muss man sich selbst organisieren, aber das macht mir unheimlich viel Spaß. Ich habe gerade eine kleine Galerie eröffnet und fühle mich so frei wie noch nie. In dieser Stadt macht jeder, was er will, man kann sich nicht falsch verhalten oder „anders“ sein. Manche Leute sind total verrückt und andere eben nicht.

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TIMEZONE MUSIKMAGAZIN AUSGABE 01 | 15


kai strauss BAND Modernes mit Traditionellem verbinden.

Ali Neander – bekannt von den „Rodgau Monotones“ oder durch seine Gitarrenarbeit für Glashaus, Sabrina Setlur und Xavier Naidoo – hat Dein neues Album „This Time“ produziert. Wie ist Ali auf Dich aufmerksam geworden? Ali und ich haben uns auf einem Benefizkonzert kennengelernt, zu dem wir beide als Gitarristen eingeladen waren. Ich hatte schnell festgestellt, dass hinter dem hervorragenden Musiker ebenfalls ein sehr netter Mensch steckt, und wir kamen schnell ins Gespräch. Fast ein Jahr später,

Foto: Jan Karow

Kai, wie kommt ein Mann aus Lengerich zum Blues? Mit zehn habe ich die Blockflötenkarriere an den Nagel gehängt und wollte unbedingt Gitarre spielen. Schuld daran war „Elvis Forever“, eine Doppel-LP in der Plattensammlung meiner Mutter, die den King auf vielen Abbildungen mit Gitarre zeigt. Ich bin ein Kind der 80er und während bei meinen Mitschülern eher The Cure oder die Simple Minds angesagt waren, habe ich mir vom Konfirmationsgeld eine E-Gitarre mit Verstärker gekauft und angefangen, Stevie Ray Vaughan, Albert King und Johnny Winter zu hören. Nach einer kurzen „Happy Metal“-Phase mit Kiss, Van Halen & Co. stieg ich mit siebzehn in meine erste Bluesband ein und spätestens seit meiner Entdeckung des Osnabrücker Pink Piano, mit seiner schon

Du hast Dein Repertoire auf dem neuen Album mächtig erweitert, man hört soulige, gar poppige Einflüsse. Möchtest Du Dich vom engen Korsett der Bluesszene befreien? Auf jeden Fall! Es ist wirklich eine Art Befreiungsschlag für mich, mich beim Songwriting nicht mehr durch bestimmte, festgelegte Grenzen eines Genres einzuschränken. Ich versuche einfach, die Antenne auf Empfang zu stellen, und spinne jede Idee weiter, die mir Spaß macht. Außerdem mag ich Melodien. Wenn das poppige Einflüsse sind – gerne! Mit einem Sänger wie Jeffrey hat die Band viele Möglichkeiten. Vergleicht man unsere erste EP mit dem aktuellen Album „This Time“, sind wir in einem Jahr schon einen großen Schritt auf der Suche nach unserer eigenen musikalischen Identität weiter gekommen. Der überwiegende Teil der heutigen Pop- und Rockmusik hat die gleichen Wurzeln. Wir gehen einfach dahin zurück und setzen aus Soul/Blues/Reggae die Musik zusammen, in der wir uns wiederfinden.

Anfang der Neunziger berühmten Montags BluesSession, war ich zu hundert Prozent mit dem blauen Virus infiziert. In den darauf folgenden Jahren von 1995 bis 2010 bin ich an der Seite des Texaners Memo Gonzalez relativ erfolgreich durch die Bluesclubs und Festivals Europas getourt, bis ich 2011 die Kai Strauss Band ins Leben gerufen habe. Ich habe nie verstanden, warum Blues für viele ein langweiliger Altherrensport ist. Hört Euch mal die Fabulous Thunderbirds 1980 im Rockpalast an oder stellt Euch vor, wie Guitar Slim in den fünfziger Jahren mit blauem Anzug und blaugefärbten Haaren auf die Bühne gegangen ist. Blueskonzerte in den USA, so wie ich sie erlebt habe, sind keine Kleinkunst- oder Theaterveranstaltungen. Es wird getanzt, getrunken, mitgefiebert – das Publikum klebt teilweise richtig an den Lippen des Sängers, um zu hören, wie die Story weitergeht. Diese textliche Qualität kleiner Alltagsgeschichten geht leider in Europa größtenteils verloren und die Songs werden oft nur noch Träger für endlose Soloausflüge oder es wird versucht, seine Heroen bis ins letzte Detail von Musik, Sound und Kleidung zu kopieren – langweilig! Blues kann große Energie und echte Leidenschaft transportieren, das ist es, was ich in Musik suche.

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nachdem wir „A Good Day“ in Eigenregie aufgenommen hatten, habe ich für das neue Album einen Produzenten gesucht und Ali für den Job gewinnen können. Ein Glücksfall, denn sein Verständnis für Roots-Musik, gute Sounds, Arrangements und zeitgemäße Studiotechniken hat uns zu dem Ergebnis geführt, das ich mir erhofft hatte. Zusammen mit Ali, dem Osnabrücker Filmemacher und Musiker Jan Karow und Tontechniker Marcus Praed, der u.a. auch für Tito & Tarantulas letztes Werk „Back Into Darkness“ verantwortlich ist, herrschte bei den Aufnahmen ein sehr kreatives und entspanntes Arbeitsklima. Im Making Of Video (als Bonus auf der CD enthalten) könnt Ihr Euch von unserer Spielfreude überzeugen und sehen, wie Wolfgang auf der Luftgitarre rockt oder Alex einen Mülleimer zum Schlagzeug umfunktioniert. Haben sich Ali Neander und Marcus Praed musikalisch in die Produktion mit eingebracht? Wie können wir uns den Prozess der Produktion vorstellen? Als wir ins Studio gingen, waren schon circa die Hälfte der Songs in unserem Live-Repertoire. Einen weiteren Teil gab es als einfache Demos von mir und zwei Titel („I Wish I’d Known“ und „Pro-

crastination Blues“) sind erst bei den Aufnahmen entstanden. Ali war maßgeblich dafür verantwortlich, dem Album – trotz seiner Vielseitigkeit – einen roten Faden zu geben. Es gibt zwar viel Gitarre in den Songs, aber keine langatmigen Solopassagen. Der Song steht im Vordergrund, das war mein Ziel. Ich wollte keine Musik für Musiker machen. Mit Marcus habe ich schon bei mehreren CD-Aufnahmen zusammengearbeitet. Wir haben sowohl menschlich als auch musikalisch einen guten Draht zueinander und ich schätze sein Gespür für handgemachte Musik sehr. Hört Euch mal Ezio‘s CD „This Is The Day“ an, die auch von ihm in der „Mühle der Freundschaft“ aufgenommen wurde. Dann wisst Ihr, was ich meine! Marcus hilft mir auch immer bei der Suche nach guten Sounds. Die Idee zu der George-Harrison-mäßigen Lesliegitarre in „No Easy Way“ ist ein gutes Beispiel für seine Kreativität. Auf der Single „This Time“ gibt es einen tollen Schlagzeugbeat, sehr modern und konsequent songdienlich. Wie entwickelst Du solche Ideen? Ha! Oft sind die Dinge einfacher, als viele denken. Mir gefiel die Vorstellung, meine Akustik(-Slide)Gitarre mit modernen Elementen und einer poppigen Melodie zu verbinden. Da ich nicht mit Drumcomputern oder Studiosoftware arbeite, habe ich einfach bei Youtube nach Schlagzeuggrooves gesucht, die zu meiner Songidee passen könnten. Als ich fündig geworden bin und den Song der Band vorgestellt habe, hat Alex auf der Grundlage etwas Eigenes daraus gemacht. Die Akkorde des Refrains hat übrigens Wolfgang mit in den Topf geworfen. Dieses gemeinsame Basteln an Songs schafft ein unheimlich gutes Bandgefühl. Ein Kompliment müssen wir Euch zu dem tollen Coverartwork machen. Ein „Baum voller Musik“, von Weitem könnte man aber auch an eine wuchtige Atombombenexplosion denken. Eine moderne Illustration, ebenfalls weit weg von den üblichen Gestaltungen, die man vom Blues kennt. Dass wir keine Blues- oder Soulband im herkömmlichen Sinne sind, sondern eher versuchen, in eigenen Songs unsere Identität zu finden, wollte ich auch mit dem Cover unterstreichen. Der Künstler meines Vertrauens, Jan Karow, ist schon seit Jahren ein Freund von mir und einer der kreativsten Menschen, die mir begegnet sind. Egal ob als Musiker – eine Songidee und alle Backgroundvocals stammen von ihm – oder als Fotograf, Filmemacher, Grafikdesigner. Die Idee zu dem Baum ist mir mal in der Badewanne gekommen und Jan hat wie immer meine kühnsten Vorstellungen übertroffen. Ich liebe dieses Explosionsartige und auch die Anspielung auf Gut und Böse. Ein Cover, das neugierig macht und Retroelemente mit einer modernen Umsetzung verbindet – genau wie unsere Musik.

THE KAI STRAUSS BAND FEAT. JEFFREY AMANKWA This Time Format: CD, DDL, Stream | Label: Timezone www.kaistrauss.com

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Foto: Bernhard Egger | mediagroove.de

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POPSHOP Der Schweizer Elektroniker Martin Akeret sagt uns, welche Musik ihn sein Leben lang bewegt und wie er die Stellung der elektronischen Musik in der Schweizer Szene beurteilt. Martin, welchen Stellenwert nimmt die Musik momentan in Deinem Leben ein? Die Musik hat bei mir immer schon einen sehr hohen Stellenwert eingenommen. Mal hatte ich mehr und dann auch weniger Zeit, meine doch sehr

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zahlreich vorhandenen Ideen in zählbare Kompositionen umzusetzen. Spätestens seit ich eine eigene Familie habe, nutze ich die mir zur Verfügung stehende Zeit wohl noch effektiver. Oder ich versuche es zumindest. Denn was bringen schon volle Schreibtischschubladen ohne wirklichen Output? Die persönliche Passion zu den Klängen ist stets ungebrochen, und das ist ja letztendlich auch der Antrieb, um auch nach fünfzehn Jahren regelmäßiger Veröffentlichungen weiterzumachen. Musik ist sowas wie meine emotionale Nahrung, wenn man das so ausdrücken kann. Wie wichtig ist die Elektro-Szene in der Schweiz für die alternative Musikkultur? Ist sie mittlerweile – ähnlich wie in Deutschland – fester Bestandteil des Mainstreams geworden? So wie ich das beobachte, ist Rock/Folk/SingerSongwriter-Musik immer noch viel stärker im Mainstream vertreten und die Elektro-Szene, wahrscheinlich weil sie in der Schweiz auch ziemlich überschaubar ist, eher immer noch ein Underground-Phänomen. Damit meine ich nicht unbedingt die DJ-Club-Kultur, die hierzulande sehr stark ausgeprägt ist, sondern Elektro im

Spagat zwischen Live-Instrument-Konzertbühne und Laptop-Frickelei, also in diesem Zwischending, wo ich mich letztendlich bewege. Wie bist Du zum Musikmachen gekommen? Erzähle uns etwas über Deine Vorbilder. Ich bin schlicht mit den 80igern aufgewachsen, und somit ist es keine Überraschung, dass die ersten musikalischen Helden New Order, Depeche Mode oder Pet Shop Boys hießen. Insbesondere Erstgenannte hatten es mir richtig angetan, Songs wie „Blue Monday“ oder „True Faith“ nisteten sich im Repeat-Modus in meinen Gehörgängen ein (lacht). Ende der 80er, mitten im Teenageralter, gab es in einem Skilager ein paar Jungs, ausgerüstet mit Tapes mit unglaublich faszinierender elektronischer Musik drauf: Acid House! Damals war ich wohl zu schüchtern, um meine Liebe für „Jack To The Sound Of The Underground“ zu zeigen, aber innerlich platzte ich fast vor Begeisterung! (lacht) Die 90er schließlich waren zu Beginn insofern spannend, als dass mich die verschiedenen neuen Strömungen, einerseits die Grunge-Bewegung, aber auch vor allem die Trip-Hop-Szene aus Bristol, richtig nachhaltig be-

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gleitete. Irgendwie hat mich spätestens dann die unterschiedlichste Musik interessiert, denn ich war (und bin es sicherlich auch heute noch) stets offen für Neues, vor allem außerhalb der gängigen Schubladen. Das hört sich jetzt etwas klischeehaft an, aber ich konnte ohne Probleme eine elegantzarte House-Platte vom Label Touché auflegen, um die eigene Befindlichkeit im nächsten Moment mit einem abgründigen Sonic-Youth- oder Nine-Inch-Nails-Klassiker herauszufordern. So was gefällt mir. 1994 hatte ich mit einem kleinen Equipment aus einer 808-Drummachine und einem tollen Oberheim-Synthesizer begonnen, die ersten Tracks auf Tape aufzunehmen. Durch den Bezug zum erlernten Klavierspielen war für mich der Weg zum synthetischen Klang nicht weit, denn ein Tastenmann war ich schon immer (lächelt). Was danach folgte, war eine logische Entwicklung mit der Zeit: erst mal ein Atari, dann der erste Mac und später immer weniger Hard- und immer mehr Software. Wie sieht die Zukunft aus: Wann können wir neuen musikalischen Output von Popshop erwarten? In diesen Wochen arbeite ich vor allem an audio-

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visuellen Projekten, also Musik-Videoclips. Insbesondere nach der Resonanz der letzten Videos, die aufgrund der TV-Ausstrahlungen ziemlich groß war, möchte ich da weiterarbeiten und so komponiere ich zurzeit Single-Tracks, die sich für eine visuelle Umsetzung eignen und gleichzeitig einen relativ ausgeprägten Popkulturbezug in sich tragen. So habe ich mit Filmemacher Jorge de la Fuente und einem kleinen, feinen Team im Februar 2012 einen neuen Clip gedreht und im März folgt dann der nächste, zu dem ich mir auch die komplette Story ausgedacht habe. Die beiden Singles „Stupid Things“ und „They Talk Too Much“ werden in diesem Frühling erscheinen. Als nächsten größeren Output plane ich Ende 2012 ein neues Popshop-Mini-Album mit den gesammelten neuen Singles, Videoclips, Remixen und Bonus-Material, das als DVD erscheinen soll, denn so was habe ich noch nie gemacht. Über die Details werde ich mir noch reichlich Gedanken machen. Einen Arbeitsitel dazu habe ich schon: „I see your music“. So betone ich an dieser Stelle nochmals die Verschmelzung von Bild und Ton.

POPSHOP

A WARM PLACE WITHOUT MEMORY Format: CD, DDL, Stream | Label: alpinechic www.popshop.cc

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PAT LAWSON · INSOMNIA Single · DDL, STREAM

Der neue, gemeinsame Club-Dance-Track von Pat Lawson und dem Produzententeam Goofiesmackerz (Sido, Jan Delay, Fler). Der Track flasht durch sein sehr individuelles Vocal- und Soundarrangement und frisst sich hymnenartig und unaufhaltsam ins Ohr des Dance-Musik-begeisterten Hörers – INSOMNIA!

MATO · RAINBOW UPON THE SEA Single · DDL, STREAM

RELIQUIAE Morti berichtet uns über seine Leidenschaft für außergewöhnliche Instrumente und über die neue Remix-EP.

Es ist sehr interessant zu sehen, was andere aus den eigenen Liedern machen und wie sie interpretiert werden. Ich glaube nicht, dass unsere Fans so ein Projekt verschreckt, sie sind alle sehr aufgeschlossen.

Das neue Projekt von Martin von Auen und Tommy Feiler. Nach dem Album „Afrika“ hat sich Martin von Auen wieder an ein Monumentalwerk gewagt, sphärische Klänge, gepaart mit Gitarre, gespielt von Tommy Feiler. Ein Werk, das zum Träumen und entspannen einlädt.

Was erwartet uns dieses Jahr noch von Reliquiae? Wir werden viele Konzerte und Festivals im Inund Ausland spielen. Nebenbei schreiben wir an unserem nächsten Album.

Lieber Morti, wie entstand Deine Leidenschaft für die – innerhalb der westlichen Rockwelt – exotischen Instrumente? Ich komme aus dem Metalbereich und bin irgendwann über Freunde in die Folkszene geraten. Wie das genau geschehen ist, weiß ich nicht mehr! Dann stand irgendwann mal einer mit einem Dudelsack vor mir und ich wusste sofort, so ein Ding muss ich haben! Und so entstand die Liebe zu dieser außergewöhnlichen Musik. War es schwierig, Gleichgesinnte zu finden, um eine fünfköpfige Band auf die Beine zu stellen? Da die Mittelaltermusik ja nicht so verbreitet ist, kennt sich die Szene sehr gut und wenn ein Musiker frei ist, findet er recht schnell Anschluss. Wie entstand die Idee, eine Remix-EP mit stilistisch unterschiedlichen Remixen zu machen? Habt Ihr keine Bedenken gehabt, die Leute aus Eurem Lager zu verschrecken?

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JOBO! · BELIEVE ME EP · CD, DDL, STREAM

RELIQUIAE

Am Teich (Remix-EP) Format: CD, DDL, Stream | Label: Timezone www.reliquiae-band.de

JoBo! ist ambitionierter und melodiöser Elektropop. Moderne Sounds, gepaart mit dem Flair der 90er und einer guten Portion Gitarren, getrieben von rasanten Beats.

t i m e z o n e NEWS

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H REBELLIUS Nominiert für den deutschen Fahrradpreis 2012. Lieber Heinz, erzähl uns bitte, wie die Idee zum Album „Signale“ entstanden ist. Die unmittelbare Idee zu der EP ist eigentlich dadurch gekommen, dass ein Bekannter eine Kunstausstellung mit Linoldrucken machte und gerne ein Konzert von mir damit verbinden wollte. Am besten auch mit Tonträger, dessen Cover einen Linoldruck als Basis haben sollte. Da ich mit der Produktion meiner kompletten CD „Weites Land“ aber noch nicht so weit war, habe ich eben diese EP veröffentlicht, die ich jetzt auch gut als Demo zum Beispiel für die Auftrittsakquise nutzen kann. Das eigentliche Material der Songs hat natürlich eine ganz andere Basis – Auslöser waren Briefe von Auswanderern in unserer Familie, die in einem Geheimfach eines alten Schrankes vor ca. fünf Jahren gefunden wurden. Diese Menschen waren

im 19. Jahrhundert nach Amerika ausgewandert, arbeiteten dann z. B. als Lehrling in St. Louis oder als Goldsucher in Colorado, und ihre Briefe erzählen sehr authentisch von ihrem Leben. Dies war eine große Inspiration, aus der dann ein komplettes Programm an Songs entstanden ist. Mittlerweile hat sich das Thema des Programms weiterentwickelt und beschränkt sich nicht nur auf diese Auswanderer, sondern erzählt generell von Menschen, die auf der Suche sind, die eingefahrene Wege verlassen, die etwas Neues, Größeres wollen.

organisiere die Grolsch Song Night in der Lagerhalle/Osnabrück.

Gibt es mehr Material zu dem Thema und können wir mit einer weiteren Veröffentlichung rechnen? Ja, es gibt mehr Material. Ich plane im Herbst das Album „Weites Land“ zu veröffentlichen. Welche anderen musikalischen Projekte verfolgst Du im Moment? Ich bin mit Mitglied des Artland Country Club (nominiert für den Deutschen Fahrradpreis 2012!), spiele gelegentlich in einem Psychedelic-Projekt, habe noch eine kleine Band für meine Instrumentalstücke (zwischen Surf und Jazz) geplant und

H Rebellius Signale

Format: CD, DDL, Stream | Label: Timezone www.rebellius.de

Foto: Manfred Pollert

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LOOPSTER Der Wahl-Brasilianer spricht über sein Leben in Brasilien. Lieber Sascha, Dein Album „Astrals“ ist in Deutschland und in Brasilien entstanden. Wie kamst Du nach Brasilien? Ich habe in Karlsruhe mein Studio „The Loungery“ betrieben, einige Jobs im Filmbereich und für Bands wie z. B. „Zill“ gemacht und arbeitete währenddessen fünf Jahre am Album „Astrals“ mit den verschiedensten Musikern, engen Freunden und anderen Produzenten. Die Drums wurden zum Beispiel bei Mac Barisch im Studio aufgenommen, die Ud in „Don’t Leave Me Waiting“ habe ich in Abu Dhabi mit Khalid aufgenommen, einem Kerl, den ich beim Bier trinken dort kennengelernt habe. Wir haben ein Video zu dem Song in der Wüste bei 50° Grad gedreht, abends hat er dann im Wohnzimmer meines Freundes Lucas zum Track gejammt und in Brasilien habe ich den Track dann im Studio zusammengebaut und gemischt. Man kann es vielleicht hören, dass einige Songs vollkommen unterschiedlich sind, das liegt mitunter an der Zeit, an der ich an dem Album gearbeitet

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habe. Immer wieder ein bisschen am Track arbeiten und rumfeilen, dann kommt ein neuer Job rein und ich muss pausieren. Aber um ehrlich zu sein, war ich einfach schweinelangsam. Normalerweise schreib ich einen guten Track in zwei bis drei Tagen, rein kompositorisch gesehen. Der Mix etc. bringen dann natürlich immer noch viel Arbeit mit sich. Gemastert wurde das Album übrigens von Michael Zimmerling, der damals in London lebte und jetzt in Berlin in den Hansa Studios arbeitet. Er hat so tolles altes Outboard-Gear und schafft es immer wieder, aus Scheiße Gold zu machen. Er hat meiner Platte eine Einheit gegeben und alles zusammengebracht. Nun zurück zu Deiner eigentlichen Frage! An einem gewissen Punkt in meinem Leben habe ich begriffen, dass ich Filmmusik und Kompositionen heutzutage mit den technischen Mitteln in jedem Land machen kann, am Strand in meiner Hütte steht mein MacBook, ein Kompressor, ein paar Preamps, Mikrofone und anderer Kram, der in die Koffer passt. Also kündigte ich meine Wohnung, mein Studio, verkaufte alles Mögliche, schmiss es weg oder gab es Freunden. Als ersten Standort entschied ich mit meinem Kumpel Senol, mit dem ich den Plan hatte, im Boot die Welt zu bereisen, für Brasilien, um dort ein paar Monate zu verbringen. Also flog ich mit ihm und zweihundert Kilogramm Gepäck, das aus Monitorboxen, Computermonitoren, Verstärkern, sämtlichem Gear und Kilos von Kabeln bestand, nach Brasilien – schleuste das ganze glücklicherweise am Zoll

vorbei und da war ich, in Brazil. Naja, und dann läufst du einer Frau über den Weg und es macht „Booom“! Sie knallt dich um! Du heiratest sie, hast auf einmal eine Familie mit zwei Kindern und lebst in Brasilien. Das Leben kann ganz schön irre sein, aber immer spannend und aufregend, wenn du es richtig gestaltest. Brasilien ist wundervoll, das Land, die Menschen, ich habe tiefsten Respekt. Welches Etikett würdest Du der Musik von „Loopster“ geben? Wo liegen deine musikalischen Wurzeln? Nun, da hast du wohl die schwierigste aller Fragen gestellt. Da ich viel Filmmusik schreibe, auch klassisch und oft mit Synths und anderen analogen Geräten arbeite, ergibt sich viel Verschiedenes. Doch Loopster ist Rockmusik, mit Pop-Einflüssen und elektronischen Elementen. Mein Ursprung liegt in der Rockmusik. Immerhin hatte ich bereits mit achtzehn meinen ersten Plattenvertrag als Sänger der Band Destiny Dreaming. Wir spielten Progressive Rock, waren für diese Zeiten recht erfolgreich und unsere Einflüsse waren verschiedenster Art. Ich liebe Frank Zappa, Beatles, Rolling Stones, Beck, U2, Björk, Blur, aber auch allerlei elektronischen Kram, der Style hat. Heutzutage höre ich nur noch wenig Musik, da ich zwölf Stunden am Tag im Studio sitze. Dann willst du nach Feierabend alles andere als Musik. Doch im Endeffekt lasse ich mich von allem inspirieren, was Seele und echtes Feeling hat. Ich produziere viele verschiedene Stile, auch mittlerweile brasilianische Musik, die sehr, sehr reich ist

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Foto: Senol Zorlu | Egofoto.net

und durch die ich viel lerne. Man lernt nie aus, das ist das Schönste. Man ist immer auf dem Weg und kommt nie an. Du machst, wie beschrieben, u.a. Filmmusik. An welchen Projekten arbeitest Du momentan? Ich habe gerade meinen ersten brasilianischen Kinofilm abgeschlossen. Ein echter Neunzig-Minüter. Er heißt „Billi Pig“ und lief am 02.03.2012 in sämtlichen Kinos in Brasilien an. Ich muss mir den auch mal anschauen. Der Film ist eine Komödie von José Eduardo Belmonte, einem recht bekannten Regisseur hier. Ich schrieb und produzierte die Tracks mit Zepedro Gollo in meinem Studio, das hat irre Spaß gemacht. Ich stehe auf die Klassiker der Filmmusik und komponiere daher sehr gern wirklich oldschool mit Streichern, Bläsern und vollem Orchester. Ich liebe es, Stimmungen zu erzeugen, Filmmusik muss passiv wahrgenommen werden und funktionieren, nur dann ist sie gut. Für dieses Jahr sind zwei weitere Kinofilme mit Soundtrack von mir in Planung, über die ich leider noch nicht sprechen darf. Ansonsten vertone ich viel Fernsehwerbung für Brasilien, was sehr abwechslungsreich ist. Für Deutschland mache ich nur noch wenig. Außerdem habe ich gerade den Bau meines neuen Studios beendet und stürze mich jetzt wieder fleißig in die Arbeit. Das ist Filmmusik, die mein Lebenseinkommen abdeckt und Spaß macht, und allerlei andere Projekte. Ich habe endlich meine Loopster-Band zusammen mit Pedro Morgado an den Drums und

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Pedro Clerot an den Gitarren und in ein bis zwei Monaten werden wir endlich mit Livegigs in Brasilien anfangen. In Planung ist auch eine Tour in Deutschland und UK. Des Weiteren werden wir bald ein paar neue Videos drehen zu „Spoke To A Sound“, „Jump In The Water“ und einer ExtendedVersion zum „Song For Love“. Leider mussten wir aufgrund des Studiobaus etwas pausieren, doch jetzt geht es wieder los. Ich habe auch schon ein paar Tracks fürs neue Album in der Pipeline, das wesentlich rockiger werden soll und aus einem Guss produziert wird. Daher war es mir sehr wichtig, die neuen Räumlichkeiten erst fertig zu bauen, um eine eigenständige Atmosphäre fürs Album zu bekommen. Dort kann ich in aller Ruhe an den Reglern schrauben. Ich habe mir jetzt zwei Monate ohne Arbeit gegönnt, um neue Inspiration und Input zu sammeln. Was demnächst kommt – darauf könnt ihr gefasst sein – wird fett. Dadurch, dass ich nicht davon abhängig bin und keinen Kommerzscheiß produzieren muss mit Vocodern und überlagerten Tracks etc., kann ich mich voll darauf konzentrieren zu produzieren, was ich mag. Wenn dann trotzdem ein Track einschlägt: umso besser! Aber die Musikindustrie kotzt mich an. Keines der großen Majors gibt auch nur einen Scheiß auf Musik, die wollen alle nur die schnelle Kohle machen und verdummen die Leute mit billiger, überkomprimierter „Trallala-Musik“, die keine Seele hat. Ich würde mir wünschen, dass die

Majors ein bisschen mehr Verantwortung für Kultur zeigen, doch das kannst du vergessen. Was die Welt braucht, ist Musik mit Leid, Freude, Schmerz und echten Texten. Etwas, in dem du dich wiederfinden kannst. Wo sind nur die Zeiten hin, in denen Musik die beste Droge war?

LOOPSTER Astrals

Format: CD, DDL, Stream | Label: Timezone www.loopster.de

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KAROLINE HAUSTED Nach dem großen Album „Double Silence“ veröffentlicht die in Kalifornien lebende Dänin Karoline Hausted nun die Single „Camilla“. Frisch in die USA ausgewandert, erzählt uns Karoline von ihrem musikalischen Schaffen. Liebe Karoline, wo hast Du Deinen letzten Song – die Single „Camilla“ – aufgenommen und wer hat das Stück produziert? Ich habe den Song zu Hause vorproduziert mit meinem Klavier und einer Drumbox – so wie ich das eigentlich häufig mache. Später habe ich mich dann mit dem Produzenten Kent Olsen in seinem Kopenhagener Studio getroffen, wo wir weitere Instrumente wie z.B. Schlagzeug, Bass und Violine hinzufügten. Kent ist ein brillanter Produzent. Ich arbeite mit ihm seit meinem Debut „Double Silence“ zusammen. Bei dem Album gab es eine verblüffende musikalische Verbindung zwischen uns. Auf dem Album haben wir etwas Magisches geschaffen.

Wie ist es in Kalifornien? Vermisst Du Dänemark? Ich vermisse meine Freunde und die Familie in Dänemark. Aber es ist natürlich hier sehr aufregend für mich. Ich komme von einer kleinen, ruhigen dänischen Insel, die Ruhe war immer mein bester Freund – und jetzt finde ich mich plötzlich im dröhnenden Los Angeles wieder. Was für ein Unterschied! Der Hauptgrund, warum ich hier bin, ist natürlich mein toller Mann! Außerdem ist das Leben als Einwanderer auch eine Herausforderung, eine Möglichkeit, neue Dinge im Leben zu beginnen. Und wie oft bekommt man diese Chance schon? Was machst Du neben Deiner Musik? Du meinst als Job? – Ich hatte schon viele verschiedene, manchmal auch zweifelhafte Jobs. Putzen, Hotel- und Fabrikarbeit, Kindergarten, Kellnern, Plattenladen und so weiter. Das kennen die meisten Musiker: Man muss für den Traum eines Anderen arbeiten, während man an seinem eigenen Traum arbeitet. Früher habe mich mich für diese Arbeiten oft geschämt, jetzt ist es okay. Ich habe schon so viele tolle musikalische Erfahrungen gemacht, das lässt alles vergessen. Ich wünschte, ich könnte nur von der Musik Leben, aber mir fehlt auch ein bisschen dieses Denken von Geschäftsleuten. Ich kann nicht

einfach da sitzen und den Musikmarkt beobachten. Das habe ich aber mittlerweile akzeptiert. Wenn ich das versuche, kommt meine Musik zu kurz. Möchtest Du bald ein neues Album machen? Im Moment sind wir in der Endphase meines neuen Albums, auf dem auch das Stück „Camilla“ enthalten ist. Danach werde ich ein weiteres Album aufnehmen. Es wird Lieder enthalten, die ich in meiner Zeit auf der dänischen Insel Møn komponiert habe. Ich hinke immer etwas hinterher, aber es ist auch nicht leicht, die richtigen Leute für die Produktion zu finden. Die Qualität des Klangs ist mir äußerst wichtig und ich möchte nur mit Leuten zusammenarbeiten, die diesen Punkt auch als unverzichtbar betrachten. Neben all dem wird von mir noch eine Zusammenstellung mit dänischen Songs veröffentlicht.

KAROLINE HAUSTED CAMILLA (Single)

Format: DDL, Stream | Label: Blush Music Records www.myspace.com/karolinehausted

Foto: Dan Taylor

Wer ist „Camilla“? Eine reale Person oder steht der

Name für irgendetwas? Ich bin aus einem Traum aufgewacht, der von einer Freundin handelte, die ich seit Jahren nicht mehr gesehen hatte. Als ich mich an dem Tag an mein Klavier setzte, war das Erste, was ich spielte, das Riff des Songs. Als ich dann anfing zu singen, waren die Bilder des Traumes wieder da. Der Song erzählt die Geschichte des Traumes. Ich finde es großartig, wenn Songs auf diese Weise entstehen. Ja, man kann sagen, „Camilla“ ist eine real existierende Person, aber eben auch das Gefühl des Überwindens von Beziehungen, Gewohnheiten und Ängsten, die wir häufig haben.

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Foto: Caroline Gebauer

BEN SCHADOW

Absoluter Verfechter der Antirealität. Lieber Ben, erzähl uns was über den Titel Deines neuen Albums „Liebe zur Zeit der Automaten“. Eigentlich war es gar nicht so schwer, einen Titel für mein Album zu finden. Ich wollte einen Titel, der wie eine Klammer um meine Texte steht. Ich musste mir also nur die Frage stellen: „Was hat mich in der Zeit, in der ich die Lieder schrieb – einem Zeitraum von ca. drei Jahren – am meisten beschäftigt?“ Über allem thront die Frage: „Wie hat meine Fantasie meine Umwelt geformt, was ist real und welchen Einfluss hat das auf mein Handeln und umgekehrt auf das Handeln meiner Umwelt mir gegenüber?“ Es geht also um den Clash von Projektion, Fantasie und Realität und wie man darin emotional umherstolpert. „Ich bin ein absoluter Verfechter der Antirealität“, sagt der Don Quijote in dem Theaterstück, für das ich gerade die Musik mache. Das ist – glaub ich – ein Jonathan-Meese-Zitat und passt sehr gut zu meiner Sicht der Dinge: Wenn ich die Welt sowieso nicht so sehen kann wie jemand anders, dann sehe ich sie doch einfach so, wie sie für mich am schönsten ist. Ich mag das Schwärmerische in den Texten der Romantik; den Konflikt zwischen einer geheimnisvollen, unkontrollierbaren Natur und der geordneten, kontrollsüchtigen Menschheit. In E.T.A. Hoffmanns Buch „Der Sandmann“ verliebt sich die Hauptfigur mit größter, hilfloser Leidenschaft in einen Automatenmenschen und endet im Wahnsinn, als er seinen Irrtum erkennt. Für mich ist das eine perfekte Metapher für alles, was ich gerade gesagt habe. Daher also der Titel: „Liebe zur Zeit der Automaten.“

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Du hast zahlreiche musikalische Projekte. Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Dirk Darmstaedter? Das war ein schleichender Prozess. Ich bin ja seit fast zehn Jahren mit Bernd Begemann und der Befreiung als Bassist – und seit zwei Alben auch als Produzent – unterwegs. Vor zwei Jahren haben Bernd und Dirk zusammen eine Platte mit alten, deutschen Rock‘n‘Roll-Titeln aufgenommen, auf der ich Bass spiele. Da sind Dirk und ich das erste Mal musikalisch in Kontakt gekommen, obwohl wir uns schon vorher kannten. Wir haben einen ähnlichen Musikgeschmack und es hat sofort funktioniert. Seitdem fragt er mich, wenn er einen Bassisten braucht. Es ist wirklich schön, dass die Musiker, mit denen ich spiele, alle leidenschaftlich in das Musikmachen verliebt sind und so wenig an das hässliche Drumherum denken. Ich hab großes Glück, dass ich mit wenigen Idioten zu tun habe. Von denen gibt es in der Musikwelt wirklich en masse. Ich könnte mich z. B. stundenlang über das langweilige Phrasengedresche, das zurzeit in deutschen Texten üblich ist, echauffieren. Oder darüber, dass es immer diese beknackte „four on the floor“ Bassdrum sein muss. Von nervigen, allgegenwärtigen Achtelschrammelgitarren ganz zu schweigen! Aber das will – glaub ich – keiner hören. Wie sehen Deine musikalischen Pläne für den Rest des Jahres aus? Erst mal bin ich ziemlich gespannt, wie die Reaktionen auf mein Album sind. Das ist für mich ja das erste Mal, dass ich mich nicht hinter einem Bandnamen verstecken kann. Zum Release gibt es eine Tour vom 21. Mai bis zum 8. Juni. Vorher erscheint eine digitale Single als Teaser fürs Album, auf der zwei Non-Album-Tracks drauf sind: Neuaufnahmen von Liedern meiner alten Band „les garcons“, die live manchmal noch gewünscht werden. Im Herbst will ich dann wieder mit meiner Platte unterwegs sein. Parallel sortiere ich bereits Material fürs nächste Album, bin im Mai mit Bernd unterwegs, spiele ein paar Termine mit Dirk und im besagten Theaterstück „Don Quijote – Trip zwischen den Welten“

am Thalia Theater in Hamburg. Außerdem toure ich ganz viel mit meiner Dresdner Band „pretty mery k“. Das sind alles so tolle Projekte! Manchmal kann ich gar nicht glauben, wie viel schöne Musik ich machen kann und darf. Trotzdem wird 2012 das Jahr mit einem klaren Fokus auf „Ben Schadow“ als Projekt. Es hat so lange gedauert, bis ich mich endlich wieder als Frontmann rausgetraut habe. Das will ich vollkommen auskosten und weiter ausbauen. Für Musik und das Musikmachen sind es schwierige Zeiten, was ja hinlänglich bekannt ist. Aber gerade das sehe ich als Herausforderung. Ich fühle mich in der Rolle des Wahnsinnigen, der, obwohl er nicht besonders gut singt, trotzdem singt, der, obwohl niemand mehr zu kleinen Konzerten geht, trotzdem leidenschaftlich gerne kleine Konzerte gibt, und der, obwohl zurzeit vor allen Dingen Parolen Gehör finden, gerne feinsinnig Texte poliert. Ich bin ein absoluter Verfechter der Antirealität.

BEN SHADOW

LIEBE ZUR ZEIT DER AUTOMATEN Format: CD, DDL, Stream | Label: Timezone www.myspace.com/benschadow

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jpc – das ist Jazz, Pop und Classic … in zahlreichen Unterkategorien in jedem Genre. In unserem Onlineshop findet Ihr Euch schnell zurecht, egal ob Ihr Liebhaber von Bebop, Krautrock oder Oper seid. Zusätzlich findet Ihr eine große Auswahl an Filmen und Büchern. Unsere Experten sorgen dafür, dass unser Sortiment auch ausgefallene Wünsche erfüllen kann. Und sie haben jederzeit den Überblick über neue Trends, Angebote und Specials.

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Pele Caster Das musikalische Netzwerk „Pele Caster“ – über Freizeit und gute Zeiteinteilung. Lieber Pele, Dein Album „Wasimmer“ ist ein Album, das mit einer kompletten Band eingespielt wurde. Erzähl uns doch bitte etwas über Deine Vorgehensweise bei der Aufnahme und Produktion des Albums. Das ist eine längere Geschichte … als ich anfing, für Pele Caster zu schreiben, hatte ich zunächst ein typisches Singer-Songwriter-Konzept im Kopf. Ich wollte einfach eine Gitarre, Gesang und ein minimalistisch instrumentiertes Beiwerk für das komplette Album benutzen. Während ich dann so ein bisschen im Proberaum rumwerkelte, kamen immer mal Freunde vorbei, um diesem autistisch wirkenden und sich in den Proberaum einschließenden Typen („Mir“) über die Schulter zu schauen.

Wieviel Zeit bleibt Dir für Dich als Solokünstler neben Deiner musikalischen Arbeit als Bassist der Band Klee? Ein Jahr hat 365 Tage. Ich denke, dass selbst in einem arbeitsaufwendigen Klee-Jahr noch mindestens 165 Tage für Pele Caster frei sind. Das bedeutet wenig Freizeit und gute Zeiteinteilung.Viele Dinge, vor allem administrativer Art, kann man in der heutigen Zeit auch unterwegs erledigen. Das funktioniert nicht immer – ist aber möglich. Wie kam die Arbeit mit der Musikerin Meike Büttner zu Stande? Meike habe ich in Dortmund über eine befreundete Künstlerin (Linda „Prinzessin“ Krause) bei uns im Garten kennengelernt. Man hat gefeiert, getrunken und rumgesponnen, ob man nicht mal zusammen etwas aufnehmen will. Nachdem ich ihre Stimme gehört hatte, wusste ich: Diese Stimme gehört zu „Wir haben uns“. Damit war es beschlossene Sache.

Pele Caster Wasimmer

Format: CD, DDL, Stream | Label: Timezone www.pele-caster.de

Da war zum Beispiel Sven Petters, ein guter Schlagzeuger aus meiner Heimatstadt, der zunächst ein bisschen Percussions einspielte, und man dachte sich: „Hier und da könnte auch noch ein richtiges Schlagzeug hin …“. Meine beiden Schwestern, Melanie und Nathalie, haben dann auf den Demos einige Chöre und Gesänge beigesteuert. Das lief darauf hinaus, dass Sven und ich gemeinsam neue, auch rockigere Songs erarbeiteten und mit Laptop (mit eingespielten Spuren und ein paar elektronischen Elementen), Gitarre und Schlagzeug einige Konzerte spielten. Ich hatte nun  durch den eingebundenen Computer die Möglichkeit, alle (zum Beispiel meine Schwestern) mit in die Tasche zu packen, auch wenn sie mal nicht konnten. Die Freude am Experimentieren wurde größer und größer - wie der Kreis der Mitwirkenden. Eigentlich hat fast jeder, der zur Zeit der Demoaufnahmen in meinem Proberaum war, etwas beigesteuert. Thomas Hannes, ein befreundeter Mischer, Produzent und Musiker, hatte mit einem weiteren Freund (Sebastian Dietrich) das leider nicht mehr existente „Stattwerk Studio“ in Düsseldorf gegründet und sie meinten, dass man dort doch mal professionell an die Sache gehen könne. Mittlerweile hatte Martin „Richie“ Richter („Tony Gorilla“) ans Pele-Caster-Schlagzeug gewechselt und war leider nicht dauerhaft für alle Aufnahmen verfügbar. Glücklicherweise benutzte Daniel Klingen (Freund, lange Zeit Live-Mischer bei Astra Kid und  Wegbegleiter bei Klee) das Studio als zweites Wohnzimmer und übernahm den Schlagzeugpart. Ben Schadow, damals noch ein Bekannter, mittlerweile sehr guter Freund und Bandkollege, nahm ebenfalls sein Album im gleichen Studio auf und übernahm zusätzlich den Bass für meine Aufnahmen. Thomas Hannes spielte dann noch Gitarre, während er die Aufnahmen tätigte.  Das Grundgerüst (Schlagzeug, Bass und Gitarren) wurde für „Wasimmer“ live eingespielt, danach ging es an die Feinarbeiten. Es wurden viele Leute aus dem gewachsenen Pele-Caster-Kader eingeladen und ausprobiert – neue kamen hinzu.

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Foto: Benedikt Rautenberg

Das Ergebnis ist nicht ganz so experimentell, wie es sich bei dieser Vorarbeit anhört, da wir uns auf einen sehr aufgeräumten Sound geeinigt haben, aber wann hört man schon mal eine Tuba in einer Ballade? Das entstandene musikalische Netzwerk Pele Caster hat für die Zukunft auf jeden Fall noch einige Überraschungen parat.

TIMEZONE MUSIKMAGAZIN AUSGABE 01 | 27


JOSEPH MYERS Er ist viel unterwegs und lebt für seine Musik. Joseph berichtet uns über die Szene. Joseph, wie beurteilst Du die wachsende Singer/ Songwriter-Szene in Deutschland – Fluch oder Segen für jeden Einzelnen?

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Die Singer/Songwriter-Szene ist in den letzten Jahren rapide gewachsen. Persönlich empfinde ich das eher als Segen. Dass es so viele kreative Köpfe gibt, ist eine tolle Entwicklung. Man tauscht Erfahrungen untereinander aus, bietet dem Anderen Konzertmöglichkeiten in der eigenen Umgebung an oder spielt gemeinsame Konzerte. In jeder Stadt, in jedem Dorf tummeln sich tolle Talente, die ihre eigenen Songs schreiben und jede Möglichkeit nutzen, in Cafés, Bistros etc. ihre Songs vor Publikum vorzutragen. Das macht es für das eigene Booking natürlich durchaus schwieriger. Portale wie BalconyTV, TVNoir, Amsterdam Acoustics, Hamburger Küchensessions etc. beweisen ja auch, dass die Leute diese Musik mögen und schätzen. Es gibt immer mehr Songwriter-Contests und Slams. Wie aktiv bist Du auf diesen Veranstaltungen?

In erster Linie sind Slams und Contests einfach toll, um einen netten Liedermacherabend zu verbringen, sich auszutauschen und voneinander zu lernen. Dass an diesen Abenden unter den Musikern häufig tatsächliches Konkurrenzverhalten aufkommt, ist für mich nicht nachvollziehbar. Selbst bin ich auch auf den Slams sehr aktiv, mache auch manche Slams mit. Ich genieße die Atmosphäre, die an diesen Abenden herrscht. Und wie meine Songwriterkollegin Hanna Meyerholz aus Münster mal treffend formulierte: „Auf Slams ist die Rollenverteilung eine ganz andere. Auf deinen Konzerten kommt das Publikum, um dich zu sehen. Auf Slams und Contests hat das Publikum die Aufgabe, dich zu bewerten und hat es in der Hand, dich aus dem Wettbewerb zu schmeißen.“ Und genau das trifft es. Dein Debut-Album „An Impulse From Within“ wirkt

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sehr warm und ausgereift. Du scheinst auf eine lange musikalische Erfahrung zurückzugreifen. Mit zwölf Jahren habe ich angefangen, meine eigenen Songs zu komponieren. Damals spielte ich bereits seit acht Jahren Gitarre und entdeckte so früh meine Leidenschaft für Eigenkompositionen. Vier Jahre später nahm mich die großartige Katrin Remmert unter ihre Fittiche und nahm mit mir insgesamt vier Soloalben auf, alle im Zeitraum zwischen 2003 und 2006. 2006 lernte ich meinen heute besten Freund Jonathan Scharrenberg kennen, der mich fortan musikalisch unterstützte. Wir gründeten die Akustikband Ain‘t No Before und sind seitdem mit unserem Album „Sparks“ regelmäßig unterwegs. Mit dem Klang meiner Soloplatte „An Impulse From Within“ bin ich sehr zufrieden. Lebst Du von Deiner Musik oder hälst Du Dich mit Jobs oder Unterricht über Wasser?

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Mein Traum war es schon immer, allein von der eigenen Musik leben zu können. Den Schritt zu wagen, war jedoch kein leichter. Ich habe viele Jahre Gitarrenunterricht gegeben, neben meiner eigentlichen Arbeit als Heilerziehungspflegehelfer. Meine Leidenschaft, nämlich eigene Konzerte zu geben, kam dadurch hier und da zu kurz. Nun ist es seit diesem Jahr Gott sei dank der Fall, dass ich davon leben kann. Es ist ein tolles Gefühl, seine Leidenschaft und sein Hobby zum Beruf zu machen. Das erfordert gerade in den Anfangsmonaten viel Zeit, Motivation und Disziplin. Ich knüpfe eine Menge tolle, hilfreiche Kontakte und jedes Konzert beweist mir immer wieder aufs Neue, dass es die richtige Entscheidung war, diesen Weg zu gehen. Nebenher habe ich eine kleine Bookingagentur für Singer/Songwriter, mit der ich anderen Künstlern Auftrittsmöglichkeiten besorge.

JOSEPH MYERS

An Impulse From Within Format: CD, DDL, Stream | Label: Timezone www.joseph-myers.net

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POISON DWARFS Unbeherrschbare Klänge und fühlbare Gegner auf Kassette.

Foto: Peter Trentmann

Hans, wie siehst Du Möglichkeiten von Bands aus dem Post-Rock/Avantgarde-Bereich in der Gegenwart im Vergleich zu den 80ern? In den 80ern fand ein relativ breiter Aufbruch in diese Richtung statt. Während vorher die elektronische Musik entweder in sehr überschaubaren Zirkeln am Rande des Rock-Geschehens oder in der E-Musik stattfand, jedoch vom Publikum wie auch von Musikern stets ein wenig skeptisch beäugt wurde, setzten sich elektronische Instrumente nun durch – die Preise für die Geräte sanken, was das Interesse an ihnen steigerte, und es kam – deutlich beeinflusst durch „tanzbare“ elektronische Produktionen aus anderen Ländern – rasch zu einer Akzeptanz solcher Klänge auf immer breiterer Ebene. Der Pop- wie auch der Avantgardesektor wurden immer elektronischer – eine gewisse Exotik blieb der elektronischen Musik jedoch noch für längere Zeit anhaften. Die 80er Jahre können als großen Erfolg die Erfindung einer atonalen und geräuschbasierten Musik, ausgehend vom Punk und jenseits der akademischen E-Musik und des Jazz, für sich verbuchen. Es fand ein paralleles Ausloten der Möglichkeiten in verschiedenste Richtungen statt – von heftigsten Lärmattacken (die waren am beliebtesten) bis zum schönen Ambientklang (der damals aber unter

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dem Stigma des Kitsches stand). Das Zauberwort der Zeit lautete „neu“ – nichts sollte und wollte gewohnt und bekannt klingen, darin waren sich Produzenten und Rezipienten einig. Die Musikpresse unterstützte das Ganze massiv, was der Verbreitung und Akzeptanz des Materials natürlich absolut förderlich war. Bei aller Begeisterung muss man hier natürlich bedenken, dass eben diese niemals ewig währen kann – man gewöhnt sich schnell an das Neue, welches dann das Gestrige und Unmoderne wird. Die vormalige Avantgarde kann nicht gleichzeitig Erfolg haben und ihre Nische verteidigen – sie wird also zum Einfluss- und Impulsgeber für ihre Nachfolger, die dann wieder Mengen von Nachwuchskünstlern beeinflussen … und: Ein Charakteristikum von Musik ist ihre Körperlosigkeit bei gleichzeitiger Allgegenwart im Raum. Auf PostRock/Avantgarde bezogen bedeutet das: Klänge, die durch ihre tonale oder atonale Beschaffenheit zum Beispiel eine Bedrohung assoziieren, werden vom Hörer als eine direkte Attacke ohne einen sicht- und fühlbaren Gegner wahrgenommen. Das macht sie für viele Menschen unbeherrschbar und somit unangenehm. Da nimmt man doch in den meisten Fällen als Konsument lieber etwas „Schönes“ zur Freizeitgestaltung, analog zu einem Bild, das man sich zur Zierde über das Sofa hängt. Seit einiger Zeit haben wir uns jedoch vom Begriff der Avantgarde zu verabschieden, da sie ihre Definition als die „Speerspitze einer zukünftigen Bewegung“ nicht mehr erfüllen kann. Durch eine deutliche Diversifikation in der Produktion und Mikro-Gruppenbildung beim Konsumenten wird es sicher in absehbarer Zeit keine Vermassung von neuen Trends im gewohnten Sinne mehr geben. Vielmehr entwickeln sich bei den kulturell Interessierten seit langem unzählige kleine, aber blühende Nischen, deren Bewohner dann hier und da Schnittstellen mit anderen teilen. Die 80er haben ihre aktuelle Bedeutung deutlich den 90er Jahren zu verdanken. Als Gegengewicht

POISON DWARFS Labil

Format: CD, TAPE, DDL, Stream | Label: Timezone poisondwarfs.wordpress.com zum angepunkten Hardrock des Grunge entwckelte sich der Techno blendend und förderte so eine weite Akzeptanz atonaler Geräuschmusik beim Publikum, die auch noch anhält. Da war es dann nur eine Frage der Zeit, bis auch hier, so wie es an vielen anderen Orten modern ist, nach den Wurzeln des Ganzen gefragt wurde und man die „alten Helden“ neu entdeckte. Euer neues Album Labil wird auf CD und Kassette (!) veröffentlicht. Wie kamt Ihr auf die Idee? Die Poison Dwarfs sind 1981 als Kassettenband gegründet worden. Die erste Kassette erschien, als wir die ersten zehn Minuten brauchbaren Materials beisammen hatten. Diesem Medium haben wir zehn Jahre lang recht eisern die Treue gehalten! Die Sounds schrieb 1982 über die zweite Poison-Dwarfs-Kassette: „ … macht Freude und Angst“, die Zeitschrift Scritti bezeichnete uns 1983 nach Veröffentlichung unseres dritten Werkes „Wechselbad“ – darauf die ersten Tracks mit Sänger und Instrumentalist Ralf-Dieter Dlubatz – als die wahrscheinlich beste Kassettenband Deutschlands – und Kassettenbands gab es einige Hundert! Der Kassettenmarkt ist heute wieder rege besucht. Auf der ganzen Welt gibt es kleine Labels und Vertriebe, die sich munter mit der Thematik beschäftigen – ein Grund hierfür ist sicher, der zunehmenden Digitalisierung und damit Entmaterialisierung des Tonträgers im Allgemeinen etwas entgegenzusetzen und sich gleichzeitig von den vorherrschenden Trägermedien CD und Vinyl abzugrenzen. Die Poison Dwarfs möchten ihrem klassischen Medium auf diese aktuelle Weise Reminiszenz erweisen. Und da wir auch die gute alte CD in ihrer kompakten Art und Aufmachung sehr schätzen – wir stammen ja noch aus einer Generation, die eine CD als kleines Wunderwerk der Forschung und Technik betrachten konnte (knistert nicht, rauscht nicht, ist dynamisch im Klang – was das bedeutete, wird heutzutage von den Kritikern der CD gern vergessen!) – freuen wir uns auch ganz besonders auf die CD-Auflage. Die Kassette kommt – logisch – als limitierte Edition heraus. In einer Auflage von 50 Exemplaren und mit einem längeren Bonustrack. Ich glaube sicher (geht man davon aus, dass das Medium noch immer die Botschaft ist …): Unsere Musik wird von der Kassette speziell … Außerordentlich erfreulich finden wir es, dass Timezone diese mediale Form der Veröffentlichung unterstützt! Zeitgleich mit Labil erscheint (ebenfalls in 50er Auflage!) eine von der Kölner Künstlerin Gabriele Seifert mit einzeln handgefertigten Cover-Originalen gestaltete Editions-CD. Titel „Vor der Vollendung“. Eine Sammlung von zehn Tracks, die parallel zu denen auf Labil entstanden sind, jedoch dort keinen Eingang fanden. Gabriele Seifert begleitet die Band bereits seit Mitte der 80er Jahre und wird einige Videos zu Labil-Tracks produzieren.

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The big Four PETER FINGER Flow

Best.-Nr. 319.1462.2 v 14,80 Ein berauschender, phantastischer Funkenflug zwischen Karibik, Barock, Jazz, Samba und Balladen, meisterlich in griffige Strukturen gegossen. Unfassbare Fingerfertigkeit, kombiniert mit grenzenloser kompositorischer Neugier sowie unendlicher Vielfalt in Stilistik und Ausdruck: Lyrisches, Parforce-Jagden und alle Nuancen dazwischen zaubert Peter Fingers hochmelodiöses orchestrales Spiel aus den Stahlsaiten hervor; Strawinsky, Satie und Bach schimmern durch, ohne dass der Geist des Fingerpicking je verraten wird. So bietet auch sein neuestes Werk „Flow“ einen berauschenden Funkenflug unbeschreiblicher Phantasie zwischen Karibik, Barock, Jazz, Samba und unsentimentalen Balladen, meisterlich in griffige Strukturen gegossen – und jederzeit beseelt vom unschuldigen Schwung des Folk und vom würzigen Groove und Vibrato des Blues. (Michael Lohr)

JACQUES STOTZEM Lonely Road

CD Best.-Nr. 319.1477.2 v 14,80 Fans, Kollegen, Kritiker warten gleichermaßen gespannt auf jede neue Albumproduktion des sympathischen Belgiers und staunen stets über die faszinierende Musikalität des Fingerstyle-Gitarristen. Ob im Duett mit dem Kontrabassisten André Klenes zu ‚Colours Of Turner’, ob er dem fernöstlichen Kulturkreis mit ‚Simple Pleasure’ Tribut zollte oder sich mit ‚Catch The Spirit‘ als meisterhafter Interpret von Rock- und Pop-Klassikern von Sting bis U2 zeigte - stets überzeugt Jacques Stotzem mit seiner Gitarren-Poetik. Auf ‚Lonely Road‘ intoniert der Saitenvirtuose farbenprächtige Instrumental-Songs über unvergessliche Erlebnisse und Erinnerungen seines bewegten Musikerlebens. „Für den Hörer ist es ein bisschen wie in meinem Reisetagebuch zu blättern,“ erklärt er die Intention des neuen Albums - wie immer eingespielt mit viel Fantasie und Leidenschaft, Gefühl und Hingabe.

Mit einer kleinen Sensation hat sich Michael Fix einen lang ersehnten Traum erfüllt, ein Album mit Duo-Einspielungen. Zu Gast ist die Crème de la Crème der AkustigitarrenSzene: Tommy Emmanuel, Adam Rafferty, Stephen Bennet und viele andere geben sich bei dieser Produktion die Klinke in die Hand, und das Resultat ist ein vielschichtiges und spannendes Album, das seinesgleichen sucht.

World Accordion meets Fingerstyle Guitar Ein Rausch der Klänge und Stimmungen, erzeugt von zwei Virtuosen, deren Zusammenspiel oft einer telepathischen Verbindung gleicht. Zwei starke Charaktere aus verschiedenen Genres, zwei meisterhafte Musiker auf Augenhöhe!

MICHAEL FIX Two Timing

feat. Tommy Emmanuel, Adam Rafferty, Stephen Bennet u.a. Best.-Nr. 319.1476.2 v 14,80

MANFRED LEUCHTER & IAN MELROSE Kein schöner Land Best.-Nr. 319.1469.2 v 14,80 Manfred Leuchter: Akkordeon · Ian Melrose: Gitarre

Acoustic Music GmbH & Co. KG Postfach 19 45 · 49009 Osnabrück Soundbeispiele unter

Tel.: 05 41 - 71 00 20 · Fax: - 70 86 67 Email: order@acoustic-music.de

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Timezone Musikmagazin, Ausgabe 01  

Das Musikmagazin des Labels Timezone, 1. Ausgabe

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