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Felix B端rkle || Pipo Tafel

Autoresponder


AUTORESPONDER 27-09-2010


AUTORESPONDER entsprang unserem langjährigen Wunsch, gemeinsam ein künstlerisches Projekt zu realisieren. Wir nahmen die Ausschreibung zur Tanzrecherche NRW #6 durch das NRW KULTURsekretariat zum Anlaß, uns folgende Fragen zu stellen: Wie läßt sich der Wunsch, bei diesem Projekt etwas mit dem Publikum zu teilen, mit der Idee einer intensiven künstlerischen Recherche verbinden? Welche Möglichkeit haben wir, um eine inhaltliche Auseinandersetzung bis hin zu einer inhaltlichen Partizipation mit dem Publikum zu testen? Gelingt es uns, ein Fachpublikum, das gezielt Tanz schaut und ein Publikum, das nicht unbedingt ins Theater geht, zusammenzubringen? Läßt sich die Inszenierung des Privaten bei Facebook auf eine theatrale Inszenierung bei unserer Recherche übertragen und inhaltlich sinnvoll nutzen? Können wir das erreichen, indem wir Facebook integrieren? Diesen Fragestellungen begegneten wir mittels der Sichtbarmachung unseres Arbeitsprozesses. Wir probten in einem Ladengeschäft in der Hohe Strasse 75 in Dortmund, dessen komplett verglaste Schaufensterfront freien Blick auf den Innenraum gab. Unsere öffentlichen Proben stellten wir täglich im Internet zur Diskussion, indem wir diese filmten und auf Facebook unter AUTORESPONDER DORTMUND veröffentlichten.


In wochenlanger abendlicher Schaufenster-Performance und auch in theoretischer Reflektion - gegen Ende des Prozesses insbesondere im Gespräch mit Beat Wyss - stellten wir fest: Es funktionierte, Tanz über das Internet zu zeigen. Facebook erweiterte den Wirkungskreis des Projekts. Aber das gemeinsame tägliche Tanzen an einem Ort war die Essenz unserer Zusammenarbeit. Die Präsenz eines realen Zuschauers vor der Schaufensterscheibe wirkt anders als ein Feedback im Internet. Die ständige Möglichkeit, beim Proben plötzlich Publikum vor sich zu haben, war allerdings auch sehr konfrontativ. Unser „digitales Schaufenster“ bei Facebook war dabei eine zweite, eine Art virtuelle vierte Wand und half uns, den Arbeitsprozess zu reflektieren. Zugleich war es unser digitales Projektarchiv. Wir konnten uns im laufenden Prozess mit den Standpunkten der Zuschauer auseinandersetzen und später auch darauf zurückgreifen. Teilen, Zeigen, Fragen: Es kam zu einem Austausch zwischen uns beiden, mit virtuellem und realem Publikum, mit eingeladenen Gästen. Die technischen Gegebenheiten, die heutige Vernetzung, haben uns dabei erlaubt, in den Wohn-, Arbeits- und Schlafzimmern derer präsent zu sein, die uns auf Facebook gefolgt sind auf unsere Schaufensterbühne. Dass wir dabei auf Interesse und Neugierde an dem, was wir taten, stießen, war für uns wichtig zu wissen und hat uns gezeigt, dass es auch außerhalb des Theaters Interesse an zeitgenössischem Tanz gibt.


Unser Dank gilt dem NRW KULTURsekretariat und dem Favoriten 2010 Theaterfestival, beiden mit ihren großartigen Teams. Außerdem danken wir denen, die uns auf Facebook und im Laden begleitet und unterstützt haben. Und damals wie heute gilt: Wir sind neugierig auf Feedback! Felix Bürkle / Mumbai Juni 2011

Pipo Tafel / Köln


„ Tanz ist wie Kommunikation ein flexibles System. “ AUTORESPONDER 5-10-2010


„ Wenn die virtuelle Realität bedeutender als die physische Realität wird, dann bleibt uns als letztes Refugium nur noch unser eigener Körper. “ AUTORESPONDER 6-10-2010


„ Ich merkte es, als ich neulich nach langer Zeit mal wieder Fußball spielte. Körperlichkeit. “ AUTORESPONDER 8-10-2010


„ kamera verbindet scheibe mit hand. “ AUTORESPONDER 12-10-2010


„ wir müssen kommunizieren, um zu überleben “ AUTORESPONDER 13-10-2010


„ the silence of unspoken words is our body language “ AUTORESPONDER 23-10-2010


„ work-in-progress “ AUTORESPONDER 24-10-2010


AUTORESPONDER 31-10-2010

„ re-defining “


„ Musik im Kopf “ AUTORESPONDER 2-11-2010


AUTORESPONDER 4-11-2010 „ if ever you are afraid, the only thing for you to do is to tell yourself you’re not afraid ” (Moondog)


facebook: Autoresponder Dortmund „Wenn alles am Arsch ist,
wenn die Welt untergeht im Datenrausch, wenn die digitalen Tentakeln in alle
Bereiche hineinreichen, wenn die virtuelle Realität bedeutender als die
physische Realität wird, dann bleibt uns als letztes Refugium nur noch unser
eigener Körper.“ 26. Juli 2010 um 01:33 Autoresponder Dortmund hat Derzeitiger Wohnort zu Dortmund, Germany geändert. 30. September 2010 um 15:35 „Warum macht es Sinn, Html - Seiten zwar einen
Kopf, einen Körper, und eine Erscheinung aber keine Beine zu geben? 
Und finden diese digitalen Beine ihre Übersetzung
in applets, die eine Kommunikation zum User (oder war‘s anders herum?) ermöglichen?“1. Oktober 2010 um 16:49 · Gefällt mir Nachricht am 30. September um 20:55 an Autoresponder DortmundWelcoming the soccer fans on their way back after the game, 
today open run at 19_30.
Borussia Dortmund spielt gegen Bayern München - Hauptgehroute liegt am AUTORESPONDER Laden. 
Fußball Bundesliga Live Ticker Borussia Dortmund Bayern München: Ganz Fußballdeutschland blickt am Sonntag (17.30Uhr/live auf sky) nach Dortmund. Im Signal 3. Oktober 2010 um 18:16 · Gefällt mir · Teilen felix solo dortmund AR 3-10-2010 rehearsal Dauer: ‎5:14 3. Oktober 2010 um 21:38 · Gefällt mir · · Teilen Dieses Objekt gefällt mir Norbert Pape und Johanna Wildhagen gefällt das. AR wieder ONLINE dank der großartigen nachbarschafthilfe (und wir meinen nicht die telekom gegenüber!) - merci! 3. Oktober 2010 um 21:58 · Gefällt mir Jan Ciupa und Micaela Kühn Jara gefällt das. AR 5-10-2010_through_window
Lidy Mouw visiting us 5. Oktober 2010 um 20:00 finding ourselves----and making it public immediately---quite a struggle for us---discussing, the exchange is SO IMPORTANT!!! as much as doing things and knowing why we do them----but can we know what we are doing, if it is movement and encounter and street publicity, isn‘t that ALREADY the statement---communication through movement----
 6. Oktober 2010 um 20:18 · Gefällt mir Autoresponder Dortmund how to deal with different autoresponders from different mail accounts that are looping each other! 6. Oktober 2010 um 16:01 · Gefällt mir Dieses Objekt gefällt mir Ana Lucia Felippe gefällt das. Ben Tafel SPAM! SPAM! SPAM! SPAM! SPAM! SPAM! SPAM! SPAM! SPAM! SPAM! SPAM! SPAM! SPAM! SPAM! SPAM! SPAM! SPAM! SPAM! SPAM! SPAM! SPAM! SPAM! SPAM! SPAM! SPAM! SPAM! SPAM! SPAM! SPAM! SPAM! SPAM! SPAM! SPAM! SPAM! SPAM! SPAM! SPAM! SPAM! SPAM! SPAM! SPAM! SPAM! SPAM! SPAM! SPAM! SPAM! SPAM! SPAM! SPAM! SPAM! SPAM! SPAM! SPAM! SPAM! 6. Oktober 2010 um 19:49 · Gefällt mir Autoresponder Dortmund yes, yes, i know sorry to all who got spammed! der kampf mit der technik ist auch nach der ersten woche nicht gewonnen - nach dem ersten schaltversuch, hat webmail alle leute mit autoresponder mails vollgespamt. AR 5-10 work in progress 6. Oktober 2010 um 20:48 · Gefällt mir · · Teilen Autoresponder Dortmund http://www. youtube.com/watch?v=Fvu83633qxg 6. Oktober 2010 um 20:57 · Gefällt mirRegine Tafel Wie ist die Resonanz auf euer Projekt? Regine10. Oktober 2010 um 10:52 · Gefällt mir · 1 Person Autoresponder Dortmund still no communication on this profile_ _what‘s wrong? 8. Oktober 2010


um 17:13 ___AR = klassische pressearbeit? 8. Oktober 2010 um 18:30 6-10 work-in-progress excerpts on AUTORESPONDER youtube channel was - working together at that moment - a good improv for us, what do you think? i know it‘s very raw material, the intention is not yet to create „pleasing material“ yet to experience the space and the physical encounter and see what the response is for us and the public, realy and virtual http://www.youtube.com/user/AutoresponderDO YouTube - AutoresponderDO‘s Channel 8. Oktober 2010 um 18:39 warmup p alone today_mc fx is sick 8. Oktober 2010 um 19:05 · NEUESTE AKTIVITÄT Autoresponder ist jetzt mit Elisa Mar und 10 weiteren Personen befreundet.
Hat an Felix Bürkles Pinnwand geschrieben: „hey kranker mc, hoffe dir gehts...“ „i realized it recently having played footbal again after a long time. physicality“ post by j „Ich merkte es, als ich neulich nach langer Zeit mal wieder Fußball spielte. Körperlichkeit.“ post von j 8. Oktober 2010 um 19:08 Felix Bürkle cam geladen und aufnahmebereit....?
was machst du in dem run?
freie impro oder mit selbst-gestellter aufgabe? 8. Oktober 2010 um 19:41 Autoresponder Dortmund run cancelled. 60 min warm up in window was still possible. i could focus. rehearsal - NO WAY. it was never my aim in AR to exhibit myself. without you the exchange in public makes no sense.
8. Oktober 2010 um 20:00 · Autoresponder Dortmund (posted by pipo in the AR shop)8. Oktober 2010 um 20:01 Felix Bürkle that means public rehearsal just together?
 Autoresponder Dortmund bodies in space, movement in time, bodies in time, movement in space, space in time, time in space, time in time and bodies and bodies and space of movement and time_____i think the movement at the moment is rather sculpture because time is in the decision of the one who watches and context becomes important and the question WHAT are we doing THERE___how do we relate to this (open) space context___so content through the regard and not through movement in time___AR hand on the street_dortmund 9-10-2010 Dauer: 1:34 9. Oktober 2010 um 15:57 · Gefällt mir · · Teilen Autoresponder Dortmund being 5 days a week in the shop, performing at night. continuity through presence creates some kind of narration, narration in the everyday timeline of the street, in the history of the streetlife. Oktober 2010 um 16:15 · Gefällt mir Norbert Pape performing „I am Yours“ in a gallery space, clearly the movement becomes an object (you call it a sculpture). yet what precisely is the object? the activity of the performers bodies in space or the dynamic relationship between all the bodies (audience and performers). it became evident that the „material“ (movement, costume, set) we had prepared served no other purpose but to trigger questions, responses, reactions in the moment of the encounter, a sort of ritual. curious how it will be be to perform the same thing in berlin after having shown it in frankfurt. Autoresponder Dortmund we put a paper outside: „open rehearsal - come in when you want, put your shoes out, sit down, and we can talk afterwards“. obviously he can read but did not understand everything or maybe just another hyperactive kid who needed to move his ass a bit in public....


FELIX BÜRKLE wurde 1975 in Freiburg geboren. Er kam durch Jonglieren und Objektmanipulation zum Tanz. Nach einer Ausbildung am Lido, Ecole de Cirque, in Toulouse studierte er von 1996 bis 2001 Tanz an der Folkwang Hochschule in Essen. Er arbeitete mit Philippe Blanchard/ADEKWHAT in Stockholm, Carlos Orta/Coreoarte New York sowie Roberto Olivan/ENCLAVE Dance Company in Brüssel. Im Dezember 2007 hatte die erste abendfüllende Produktion von Felix Bürkle / starting point ´beckett, beer and cigarettes´ im kc nOna in Mechelen/Belgien Premiere. Mit ´beckett, beer and cigarettes´ wurde er von Pina Bausch zum Internationalen Tanzfestivals NRW 2008 eingeladen und gastierte u.a. im Künstlerhaus Mousonturm, Frankfurt/Main, bei der Tanzwerkstatt Europa, München, sowie auf Einladung des Goethe-Instituts Nigeria beim Festival Dance meets Danse in Lagos. Felix Bürkle war Stipendiat des danceWEB, des DAAD, der Tanzfabrik Berlin und des Dance Omi International Dance Collective in New York. 2010 schuf er im Rahmen eines Lehrauftrags eine Choreographie für 25 Tänzer der Tanzabteilung der Folkwang Universität der Künste und ist zur Zeit artist-in-residence der Kunststiftung NRW und des Goethe-Instituts in Mumbai, Indien. mehr Informationen unter: www.felixbuerkle.net


Pipo Tafel wurde 1979 in Stuttgart geboren. Er studierte Medienkunst an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe und Tanz an der Folkwang Hochschule in Essen, beim D.A.N.C.E. Programm in Brüssel und Marseille und abschließend an der Palucca Hochschule für Tanz in Dresden. Sein künstlerisches Schaffen bewegt sich zwischen Film, Videokunst, Installation und Tanzperformance. Er arbeitete unter anderem mit William Forsythe, Thierry De Mey und Wayne McGregor zusammen. Er war Stipendiat des Leonardo Da Vinci / EU Culture 2000 Förderprogramms, des DAAD, der Kunststiftung NRW, der Kunststiftung BadenWürttemberg, des Deutsch-Französischen Kulturrats, der Staatskanzlei NRW, von Tanzplan Dresden und ist seit 2008 Atelierstipendiat des Kölnischen Kunstvereins und der Imhoff Stiftung. Für seine interaktive Installation SHADOWING erhielt er 2010 zusammen mit Daniel Berwanger den ‘Walter-Fink-Preis für Tanz, elektroakustische Musik und Medien des ZKM’ und ist 2011 Förderpreisträger des BadenWürttembergischen Kulturpreises. Seit 2010 unterrichtet er regelmässig an der Palucca Hochschule für Tanz in Dresden Tanz und Film. Pipo Tafel lebt in Köln. mehr Informationen unter: www.vimeo.com/pipotafel


„ dance-in-progress “ AUTORESPONDER 5-11-2010

1 19 2,5,6,8,9,22,23 alle anderen

Fotos: © Lidy Mouw © Manuel Hoppermann © Felix Bürkle || Pipo Tafel © www.oliverlook.de


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息 2011 Felix B端rkle || Pipo Tafel


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