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Dezember 2020 + Januar 2021 gratis

# 130  


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Hallo Darmstadt.

Inhalt P STADTKULTURMAGAZIN | AUSGABE 130 | DEZEMBER 2020 + JANUAR 2021

Thema Seite

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Foto-Editorial, Inhalt

Sub- und Popkultur in Darmstadt: die 80er

Favoriten des Monats Suche und finde, Folge 15

03 04 – 14 18

66 – 69

Das gute Leben, Folge 16: „Nakt“-Abschminktuch 70 + 71 Verschenke Wertschätzung und Hilfspakete!

72 – 74

P-scherung auf Abstand

20 – 25

40 Jahre Frauenhaus Darmstadt

76 – 78

Darmstadts Kulturgesichter

26 + 27

Gemischte Gefühle, Folge 6

80 + 81

Stay The Love Home, Folge 2

28 – 31

Stilsicher, Folge 66: Nassrasierer „Pli“

82 + 83

Darmstadt, Deine Wälder: Zur Dianaburg

32

Kommen und Gehen

84 – 91 92 + 93

Blackbox mit Gwen Dolyn

34 – 38

Unter Pappeln, Folge 83

Aufgeschnappt: Stadtkultur-Neuigkeiten

40 – 43

Wrede und Antwort

Kunst-Highlights im Dezember + Januar

44 – 46

Darmstädter Typ: Ouisam Elkertoubi-Nötzold

96

Streaming-Tipps

48 + 49

Rischdisch (un)wischdisch

98

Veranstaltungskalender

51 – 63

94

Impressum 98

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Favoriten des Monats Vorweihnachtliche Materialpakete

UBUNTU

Abbildung: Ina Stoppels

Mit Materialfreude Corona trotzen! Bastelschätze, liebevoll in Wunder- oder Wunschtüten gepackt, können im „Haus der 1.000 Dinge“ von Ubuntu e. V. in der Mollerstraße 23 erworben werden. Die Materialpakete, die zufällig oder auch gezielt nach Kundenwünschen geschnürt werden, eignen sich ideal fürs vorweihnachtliche Basteln. Für alle diejenigen, die Lust haben, den schwierigen Zeiten kreativ zu begegnen und sich zu Hause gestalterisch auszutoben. (ct)

Haus der 1.000 Dinge | Di, 01.12. bis Fr, 18.12. | 09 bis 17 Uhr 15 € bis 56 € pro Materialpaket

„Tuesday Night Live“

#20QUESTIONSONARCHITECTURE

#darmstadt_bildetbanden

KULTUR-ADVENT

Allen Widrigkeiten zum Trotz bleibt die Darmstädter Kunst- und Kulturszene ideenreich. Im Kollektiv haben Initiativen und Institutionen diese adventskalenderähnliche digitale Bühne erschaffen. Die freie Theaterszene, Kunsthalle, Staatstheater, Kultur einer Digitalstadt, Centralstation und mehr zeigen täglich wechselnd Videobeiträge ihrer Projekte. 24 Tage – 24 Beiträge. Diese sollen dabei immer übergreifend auf den Webseiten aller Teilnehmenden zu sehen sein und werden vom Hashtag #wir-fuer-kultur gerahmt. (mn)

Im Netz | Di, 01.12. bis Do, 24.12. | 24/7 | kostenfrei

Alternative Weihnachtsbäume

#NACHHALTIGKEIT

Weil alle Welt von Nachhaltigkeit spricht, hier ein kritischer Blick auf das Thema „Weihnachtsbaumkauf“. Zu den Nordmanntannen im Supermarkt gibt's nämlich ressourcenschonende Alternativen: Bio-Bäume ohne Pestizide, bei deren Verkauf die Roßdörfer Gärtnerei Löwer jeweils einen Baumsetzling spendet, Miettannen im Topf, die von den Weihnachtsbaumfreunden aus Mainz im Paket versendet werden, oder Bäume aus FSC-zertifiziertem Holz, die bei Etsy bestellt oder nach DIY-Anleitung einfach selbst gezimmert werden können. In diesem Sinne: nachhaltige Weihnachten! (gartl) Roßdorf, Mainz, World Wide Web | bis Do, 24.12. Kosten: 19,99 € (Aktions-Bio-Baum), ab 33 € (Mietbaum), 160 € (Holztanne) P | 04

Abbildung: David Boozer on Unsplash

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#d Abbildung: Kultur einer Digitalstadt e. V.

Abbildung: TU Darmstadt/FB Architektur

Neben den etablierten Mittwochabend-Vorträgen feiert dieses Semester eine neue Veranstaltungsreihe des Fachbereichs Architektur der TU Darmstadt Premiere – und zwar online, via Instagram! Dienstagabends teilen und diskutieren internationale Wissenschaftler*innen und Architekt*innen ihre aktuellen Projekte mit Studierenden, Lehrenden und der interessierten Öffentlichkeit. Im Livestream beantworten sie 20 Fragen zur Architektur. Im Dezember zu Gast sind: Dubravka Sekulić, Megan Eardley, Charlotte Malterre-Barthes und Emily Shanahan. (lm) instagram.com/atw_architekturtheorie | ab Di, 01.12.: jeden Dienstag 19 Uhr | Eintritt frei


Favoriten des Monats „Seymour. Der Film“

THEATERFILMTHEATER

Abbildung: Weber & Moroff

Eine Horde Kinder hat sich in einem Heim in den Bergen eingefunden, um abzunehmen. Meister der Abspeck-Zeremonie ist Dr. Bärfuss, auf den sich alle Hoffnungen richten. Wie man das von Becketts „Godot“ kennt: Bärfuss kommt nicht. Geladen von einem Heilsversprechen, werden die Figuren alleine gelassen. Das Stück führt vor, wie Machtbeziehungen funktionieren: Beherrschte, auch ohne Herrscher. „Seymour“ ist dabei weder Theaterstück noch Film. Die Kostüme passen perfekt: Ihr Umfang misst zwei Meter. (tl)

staatstheater-darmstadt.de | Do, 03.12 + Sa, 12.12. (für 24 Stunden online abrufbar) | Eintritt: pay as you wish Digitaler „First Friday“

SOPHISTICATED ROCK

Abbildung: Kunsthalle Darmstadt

Vier Jahre schon bereichert der „First Friday“ der Kunsthalle Darmstadt den lokalen Kulturbetrieb. Trotz allem findet auch diese Dezember-Ausgabe statt. Dafür öffnet die Kunsthalle nicht ihre Tore, sondern ihre Bewegtbild- und Soundkanäle: Per Vimeo, Youtube und Soundcloud können Kulturfans und solche, die es noch werden wollen, die Performance „Traum Sequenz – Frequenz“ des Sophisticated-Rock-Ensembles AR Lonz mit Angela Fischer an der Violine und Rolf Lonz an der Gitarre live verfolgen. Inspiring! (lm)

Kunsthalle Darmstadt auf Vimeo, Youtube und Soundcloud Fr, 04.12. | 20 Uhr | Eintritt frei Barkeeper-Sprechstunde

CHARMANTE KRONE

Abbildung: Goldene Krone

Das Klackern des Tischkickers. Der röhrende Bluesrock aus den Boxen. Das Zischen des Zapfhahns. Sie werden durchs Telefon so fern klingen wie ein Spontan-Tripp nach New Orleans. Und dennoch ist die Barkeeper-Sprechstunde der „Krone“ ein charmantes Placebo für alle Kneipenkultursehnsüchtigen: Flasch' Bier öffnen, die (06151) 21352 wählen, mit dem „Krone“-Barkeeper über dies und jenes plaudern ... und für ein paar Minuten dem trostlosen Corona-­ Kosmos entfliehen. Ach, was tut des guuud! (ct)

Goldene Krone (Kneipe), Telefon (06151) 21352 | ab Fr, 04.12. (jeden Fr, solange Lockdown ist) | von 20 bis open end | nur Handy- oder Festnetz-Kosten LANDESMUSEUMSPODCAST

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Abbildung: Studio Krimm Berlin

„Das Grüne Sofa“

Das Landesmuseum erweitert seine Sammlungen und Sonderausstellungen um ein neues Podcastformat: „Das Grüne Sofa“ soll alle zwei Monate zum virtuellen Platznehmen einladen und Zuhörer in die Welt seiner Gäste aus Wissenschaft, Kunst und Kultur entführen. Erster Gesprächspartner von Museumsdirektor Dr. Martin Faass ist Tomás Saraceno – einer der wichtigsten Gegenwartskünstler. Saraceno macht im Landesmuseum aktuell mit seiner auditiven Installation „Songs for the Air“ auf die einzelnen Bestandteile von Luft aufmerksam. (gartl) hlmd.de/vermittlung/podcasts.html | Di, 01.12. bis So, 31.01. kostenfrei, in englischer und deutscher Sprache


Favoriten des Monats Kultur einer Digitalstadt: „Nah*einander“

PROJEKTIONEN

Abbildung: Angelina Dalinger

In den „Nah*einander_Interviews“ beziehen von der Krise betroffene Darmstädter Kulturschaffende Stellung. Bereits seit Juli. Diese sowie die neuen „Nah*einander_Statements“ werden an die Fensterfront des Atelierhauses „LEW1“ an der Rosenhöhe projiziert, Letztere auch live ins Internet gestreamt. Der öffentliche Raum und das Netz werden so zeitgleich zum Ausstellungsort. Der Auftakt, das Blended-Theater-Experiment „Fenster zur Freiheit“ von Nadja Soukup und Angelina Dalinger, ist bereits online nachzuerleben unter kultur-digitalstadt.de. (sms) Atelierhaus „LEW1“ (Ludwig-Engel-Weg 1, im Park Rosenhöhe) Interviews: Dezem­ber + Januar jeden Nachmittag/Abend, Statements: Dezember + Januar (genaue Termine: auf kultur-digitalstadt.de) | Eintritt frei Darmstadt-Abo

SUPPORT FÜR DARMSTÄDTER KÜNSTLER

Abbildung: darmstadt-abo.de

Lokale Künstler können sich über Unterstützung freuen: Der seit mehr als fünf Jahren existierende Kulturmagazine-Lieferdienst „Darmstadt-Abo“ (das P ist dabei!) gibt die Hälfte seiner Umsätze als Corona-Hilfe an Kulturschaffende weiter. Betroffene können sich über die Homepage oder per Mail an corona-aktion@darmstadt-abo.de bewerben. Initiator Carsten Buchholz hofft, „dass sich auch andere Darmstädter Unternehmen zu ähnlichen Aktionen und Kooperationen anregen lassen“. (gartl)

darmstadt-abo.de | bis (mindestens) Do, 31.12. 2 bis 6 € pro Monat, auch Spenden (ohne Abo) willkommen 5. Hessen Design Routes go digital

SHOWROOM

KREATIVE(S) DARMSTADT

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Abbildung: Kreative Darmstadt e. V.

#4wände1idee

Smarte Social-Media-Aktion der Kreative Darmstadt! Unter dem Hashtag #4wände1idee bekommen Projekte und Ideen mit Bezug auf Darmstadt und/ oder Hessen eine Bühne und sollen viral gehen: Videos, Visuals, Texte, Illus­ trationen, Fotos von Projekten, Ideen und Aktionen – anything goes. Auf Insta­gram @kreative_darmstadt werden möglichst vielfältige Ideen vorgestellt, fünf ausgewählte Projekte bekommen eine Aufwandsentschädigung von je 300 €. Also fleißig mit #4wände1idee posten, teilen, liken – und für die Darmstädter Kreativbranche trommeln! (ame) instagram.com/kreative_darmstadt (#4wände1idee) (mindestens) bis Do, 31.12. | Teilnahme kostenlos

#4wände1idee

Abbildung: Hessen Design Routes

Ein gutes Produkt, aber noch keine Idee für die Inszenierung? Hier kommen Werbeagenturen und Designbüros ins Spiel – von denen wir in Hessen eine ganze Menge haben. Bei den Hessen Design Routes stellen rund 60 innovative Teams – darunter zehn aus Darmstadt – ihre kreativen Dienstleistungen rund um Kommunikations-, Industrie-, Interior- und Webdesign, Film, Foto­ grafie und Marketing im digitalen Showroom vor. Neben dem Live-Streaming-­ Event direkt aus den Studios besteht die Möglichkeit von individuellen Online-Terminen. (rina) hessen-design-routes.de | Fr, 04.12.: Live-Streaming-Event (+ bis Fr, 18.12.: Online-Termine möglich) | Eintritt frei


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Favoriten des Monats @klar_augenoptik

Zeit fĂźr Neues


Favoriten des Monats „Living Piano Room“

KLANGPERFORMANCE

Abbildung: Nishikaze

Im inspirierenden Hauptquartier der Darmstädter Sezession rückt Nikolaus Heydruck ein Piano in den Mittelpunkt. Umrahmt von Lautsprechern erklingt eine um das Instrument herum arrangierte Sechs-Kanal-Klangkomposition. Zu hören sind Improvisationen der weltweit gefeierten Makiko Nishikaze aus Japan. Während Kameras das Geschehen multiperspektiv aufzeichnen. Mitten­ drin: Du als Gast. Besuch und Teilnahme sind über das Buchen von Zeitfenstern für einzelne Personen möglich. Plan B: Die experimentelle Performance findet online im Stream statt auf ateliersiegele.org. (mn) Atelier Siegele oder ateliersiegele.org | Fr, 04.12. bis Sa, 06.12. | 17 bis 19 Uhr Eintritt frei (Spenden erwünscht), Zeitfenster-Buchung: nikolaus-heyduck.de „Die besondere Platte“

RADIO-KULTUR

Abbildung: Die besondere Platte

Allmonatlich fläzten sich geneigte Musikfreundinnen und Musikfreunde dicht an dicht im Hoff-Art Theater gemütlich auf die Kissen. Dazu lauschten sie den exquisiten Stücken und Geschichten von Simon Dörken, Nicolas Schröter, Migu Frey und ihren Gästen. Nun, dicht an dicht funktioniert ja gerade nicht. Also wohin mit der guten Musik? Na, ins Radio natürlich! Der musikalische Jahresrückblick von Simon und Nicolas wird also über den Äther gehen. Analoger wird's nimmer. (mca)

Auf Radio Darmstadt (103,4 MHz + live.radiodarmstadt.de) Sa, 05.12. | 21 bis 23 Uhr | Eintritt frei MONDO BEAT

Livestream über stahljustiz.de | Sa, 12.12. | 20 Uhr | Eintritt frei, Spende erwünscht

„Darmstadt spielt daheim“

SPIELEVERLEIH

„Darmstadt spielt“, Hessens größtes Spielefest, muss in diesem Jahr wegen weiterhin zu hoher Infektionszahlen leider ausfallen. Für kleine und große Spielefans gibt es aber eine super Alternative: Die Aktion „Darmstadt spielt daheim“ verleiht im Luisencenter kostenlos aktuelle Spiele-Neuheiten, be­ liebte Spiele der letzten Jahre und moderne Klassiker. Um den Ablauf zu erleichtern, wird darum gebeten, sich online anzumelden. Also auf die Plätze, fertig, spielt! (ame)

Luisencenter (Erdgeschoss) | bis Sa, 09.01. Di + Fr: 15 bis 18 Uhr, Sa: 12 bis 16 Uhr | Teilnahme kostenlos P | 08

Abbildung: Darmstadt spielt e. V.

Abbildung: The Dass Sägebett

The Dass Sägebett (DA)

Seit 30 Jahren ein Pflichttermin im Dezember: das jährliche Konzert der Darm­ städter Dada-Avantgarde-Mondo-Beat-Heroen The Dass Sägebett. Erstmals in Form eines Livestreams – aus bekannten Gründen. Uns erwartet „ein mehrstündiges Spektakel“ live aus dem Proberaum, „eine Werkshow“, bestehend aus Livemusik, einem Quiz sowie diversen Videoeinspielungen relevanter Eigenproduktionen – ein einzigartiges Vergnügen für die Synapsen! Support (wie immer): Stahljustiz. (ct)


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Favoriten des Monats

t o ry !

e in e S d a s is t d e e Id 1 e wir # 4 Wä n d t wollen armstad d _ e v ti a re ren. gram @k een featu Auf Insta en und Id it e rb A eure en einen euch und zusamm ir w n e u kte e ba und Proje ä n d e 1 Id e ve Ideen ti Mit # 4 W a re k r e fü ein en Space uch für d neuen Op fenster a u a h c S s en. nnende eber*inn – ein spa Auftragg d n u r* e n rtn auswähle Projektpa ir 5 Posts w n e ll o hw n mit euc . Zusamme belohnen R U 300 E je it it m d un b je tz t m - Po s ts a ta s In e d e d e in <<< > > > Ve rb in e 1 Id e e ! d n ä W 4 # h ta g dem has f it ! :) Be part o

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Favoriten des Monats JAZZ-FESTIVAL

Badesalz: „Kaksi Dudes“

KOMISCH

Abbildung: Badesalz

Badesalz sind aus der deutschen Comedy-Szene nicht wegzudenken. Im Rah­men des „Witzewelle“-Festivals der Centralstation präsentieren Henni Nachtsheim und Gerd Knebel ihr aktuelles Liveprogramm „Kaksi Dudes“ (finnisch-englisch für „zwei Kumpels“): Zwei Typen, die sich seit Jahren aus dem Weg gehen, sind durch ein Vermächtnis gezwungen, wieder Kontakt aufzunehmen ... Gewohnt witzig, schräg und natürlich auf Schlappmaul-Hessisch wirkt diese kulturelle Anti-Corona-Blues-Arznei. (ame)

Staatstheater Darmstadt (Großes Haus) | So, 10.01. (hoffentlich) | 20 Uhr | 36,50 € Win! Win! 1 x 2 Tickets auf p-stadtkultur.de

Abbildung: Robert Stirner

Matchtape (Stuttgart)

DAZZ 2021

Das Zucker dreht auf! Die Kultur-Crew aus dem kleinen Mitmachraum im Martinsviertel nutzt das Gastspiel in der Centralstation, um ein beeindruck­end kraftvolles Instrument in Szene setzen zu lassen: die Hammondorgel. Das mit­ unter archaisch wirkende Tasteninstrument mit massiven Maßen beherrscht Matchtape-Gründer Martin Meixner meisterhaft und spielt in Verbindung mit klassischem Leslie-Lautsprechersystem. Authentischer geht's nicht! Flankiert von E-Gitarre und Schlagzeug entsteht so ein mächtig groovender Jazz-PopSound. (mn)

Centralstation (Saal) | Di, 12.01. | 20 Uhr | 17,50 € Charlotte Simon & Toben Piel (Frankfurt)

EXPERIMENTELL

Als Avantgarde-Elektro-Band Les Trucs haben Charlotte Simon und Toben Piel gerade ihre neue EP „Ich zieh das Geld an wie ein Magnet“ mit SynthKraut-Pop-Songs veröffentlicht. Auf Einladung des Kulturfonds Frankfurt Rhein-Main wird an diesem Abend jedoch gänzlich speziell Komponiertes aufgeführt. Als Teil der Reihe „Music for Hotel Bars“ hat sich das Duo vom Mobiliar der gediegenen Örtlichkeit inspirieren lassen und dieser einen raumgreifenden Sound gezimmert – eine „Musique d'ameublement“. (mn)

Maritim Hotel Darmstadt (Bar) | Fr, 15.01. | 20 Uhr | Eintritt frei P | 10

Abbildung: Nicola Malkmus

Abbildung: William Claxton

Dazz 2021

Mehrere Spielorte präsentieren stadtweit wieder mal ein diverses Programm. An die Genregrenzen ausreizende Breite der Vorjahre reicht das Format unter den gegebenen Umständen nicht ganz heran – ein starkes Zeichen der Szene sind die acht Tage dennoch! Highlights: Die Fotografie-Ausstellung „Clickin' with Clax“ im Jazzinstitut, der Film „Billie – Die Legende des Jazz“ im Programmkino Rex, Leo Betzl Trio in der Centralstation oder Jazztalk in der Knabenschule. Für viele Termine gibt's Back-up-Pläne, um online aufführen zu können. (mn) Verschiedene Orte | Fr, 08.01. bis Sa, 16.01. | Details: dazz-festival.de Win! Win! 1 x 2 Tickets für das Leo Betzl Trio am 15.01. in der Centralstation auf p-stadtkultur.de


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Favoriten des Monats VIDEO-INSTALLATION

Stadtkirche | Fr, 15.01. bis Mi 03.02. | Mi: 20 bis 22 Uhr + Fr: 17 bis 20 Uhr Eintritt frei, „es gelten natürlich die AHA-Regeln“ „Welcome To The Robots“

MULTI-MEDIA-VORTRAG

Abbildung: Centralstation Darmstadt

Raphael Krickow von den Disco Boys klärt zusammen mit Moderator Markus Philipp über die Geschichte der elektronischen Clubmusik auf: Ein interaktiver Multi-Media-Vortrag als Zeitreise zu den Wurzeln des Elektro Ende der 70er, Anfang der 80er und nach London in den legendären Blitz Club, ins Warehouse in Chicago, in die New Yorker Paradise Garage – und natürlich ins Dorian Gray. Es geht darum, wie aus dem Dienstleister hinter den Plattentellern der DJ als Künstler wurde – und darum, was Frankfurt damit zu tun hatte. (lm)

Centralstation (Saal) | Fr, 22.01. | 20 Uhr | 20,50 €

Abbildung: Gernot Hoersch und Joe Frohriep

Bodo Wartke & Melanie Haupt: „Antigone“

KLAVIERKABARETT

Nach „König Ödipus“ wagt sich Klavierkabarettist Bodo Wartke an den zweiten griechischen Klassiker der Weltliteratur: „Antigone“, ebenfalls von Sophokles. Alle 22 Rollen des Stücks spielen Wartke und seine langjährige Bühnenpartnerin Melanie Haupt in rasanten Rollenwechseln, mit wenigen Requisiten und minimalistischem Bühnenbild. Wie bereits „König Ödipus“ ist auch „Antigone“ komplett gereimt, die Sprache modern und mit zahlreichen popkulturellen Verweisen gespickt. Musikalisch, kurzweilig, frech, intelligent. (ct) Staatstheater Darmstadt (Großes Haus) | Mo, 25.01. (hoffentlich) | 20 Uhr 35,50 bis 41,50 € Win! Win! 1 x 2 Tickets auf p-stadtkultur.de Remembering John Lennon

MUSIKALISCHE LESUNG

Der Darmstädter Autor Andel Müller erzählt und berichtet von Lennons Leben und Werk und erläutert die Hintergründe der Lennon-Songs, die DJ Timo Soriano parallel zu den Lebensstationen des Beatles-Gründers beisteuert. Es wird also kein Abend des stillen Gedenkens, sondern die klangvolle Ehrung eines besonderen Menschen, über den man im Künstlerkeller das eine oder andere Unerwartete erfahren und hören wird. Und das ist sicher ganz im Sinne von John Lennon. (ct)

Künstlerkeller | Di, 26.01. | 20.30 Uhr | 5 € (maximal 20 Zuhörer, bitte vorab anmelden unter cj@keller-klub.de) P | 12

Abbildung: Andel Müller

Abbildung: Willi Bucher

Willi Buchers „Irrlichter“

Im Rahmen der „Offenen Kirche“ zeigt die Stadtkirche die Video-Installation „Irrlichter“ des Darmstädter Künstlers Willi Bucher. Während das Video „Stuhlperformance“ die Turbulenz und Unsicherheit der Corona-Zeit zu thematisieren scheint, spielt die Installation „Fließendes Weiß“ mit dem Gegensatz Materialität/Immaterialität. Wer also abends noch irrlichternd mit Maske durchs winterliche Darmstadt streift und einen ruhigen, inspirierenden Ort sucht, ist in der weltoffenen Kirche im Herzen der City herzlich willkommen. (ct)


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Favoriten des Monats


Favoriten des Monats ABSURDITÄTEN DES ALLTAGS

Centralstation (Saal) | Mi, 27.01. | 20 Uhr | 18 € Win! Win! 1 x 2 Tickets auf p-stadtkultur.de

KULT

Hoff-Art Theater | Fr, 29.01. | 20 Uhr | 20 €

Abbildung: Christian Zuckermann

Theater Curioso: „Chaim und Adolf“

Abbildung: Martin Fürbringer

Kai & Funky (Ton Steine Scherben) mit Gymmick

Mit welcher Wucht ihr Proto-Punk Popkultur und Öffentlichkeit sprengen würde, ahnen Kai Sichtermann und Rio Reiser wohl nicht, als sie 1970 Ton Steine Scherben aus der Taufe heben. Der Songtitel „Keine Macht für Niemand“ hallt als linker Slogan weiterhin nach, während das Werk der 1985 aufgelösten Band bis heute als Bezugspunkt für unzählige Musiker gilt. Zum 50-jährigen Jubiläum bringt Sichtermann zusammen mit Funky K. Götzer (Schlagzeuger der „Scherben“ seit 1974) und dem Liedermacher Gymmick die legendären Stücke akustisch und neu interpretiert auf die Bühne. (mn)

GEGEN DAS SCHWEIGEN

Chaim Eisenberg, Israeli mit deutschen Wurzeln, besucht Inning. Ein Alpenort, wie man ihn sich vorstellt: rustikal, ursprünglich und ein bisschen kitschig. Im Gasthof versorgt ihn der Wirt allerbestens – nur eines fehlt: ein würdiger Schachpartner. Nach vielen Nachfragen findet sich Adolf Oberhuber aus der Nachbarschaft. Zug um Zug wird klar, dass es hier um mehr geht als nur Schach, sondern um eine Spurensuche familiärer Vergangenheit der dritten Generation nach dem Holocaust. (tl)

Theater Moller Haus, Sandstraße 10 | Fr, 29.01. + Sa, 30.01. | 20 Uhr | 20 €

Tickets kaufen, zuversichtlich bleiben

CORONA-MANTRA

Wie Ihr seht, hofften wir Ende November 2020, kurz bevor diese P-Doppelausgabe in Druck ging, dass zumindest im Januar wieder einige (kleine) Kulturveranstaltungen mit etwas Publikum laufen dürften. Tickets dafür zu kaufen, empfehlen wir auf jeden Fall! So unterstützt Ihr Künstler wie Veranstalter – und wenn die Veranstaltung ausfällt, kann ein nicht zurückgegebenes, sondern „gespendetes“ Billet ein starkes Zeichen der Solidarität sein. Und ­ansonsten: Bitte zuversichtlich bleiben. Hilft ja alles nix. (ct)

Darmstadt und Umgebung | vor, während und „nach“ Corona im Januar: 5 bis 41,50 € P | 14

Abbildung: Tookapic on Pexels

Abbildung: Axel Martens

Max Goldt liest

Aller guten Dinge sind drei: Zweimal wurde die Max-Goldt-Lesung bereits verschoben, beim dritten Anlauf soll sie endlich laufen. Zusätzlich zur schon ausverkauften Veranstaltung am Vorabend liest der Schriftsteller, Musiker und langjährige Titanic-Redakteur an diesem letzten Januar-Mittwoch „neue und alte Texte“: ein zeitloses Best-of seiner wortspielgespickten Alltagsbetrachtungen und augenzwinkernden Kolumnen. (ct + sf)


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Foto: Maria Sturm

Favoriten des Monats

Der Kulturfonds Frankfurt RheinMain fรถrdert Music for Hotel Bars in Darmstadt, Wiesbaden und Frankfurt am Main.


UNSERE FILMTIPPS Contra Spielfilm, Deutschland 2020 | Regie: Sönke Wortmann | Darsteller: Nilam Farooq, Christoph Maria Herbst, Hassan Akkouch | Filmstart: 23. Dezember 2020 Das war eine fremdenfeindliche Bemerkung zu viel: Professor Richard Pohl droht von seiner Universität zu fliegen, nachdem er die Jura-Studentin Naima Hamid in einem vollbesetzten Hörsaal beleidigt hat. Als das Video viral geht, gibt Universitätspräsident Alexander Lambrecht seinem alten Weggefährten eine letzte Chance: Wenn es dem rhetorisch begnadeten Professor gelingt, die Erstsemestlerin Naima für einen bundesweiten Debattier-Wettbewerb fitzumachen, wären seine Chancen vor dem Disziplinarausschuss damit wesentlich besser. Pohl und Naima sind gleichermaßen entsetzt, doch mit der Zeit sammelt die ungleiche Zweckgemeinschaft erste Erfolge – bis Naima erkennt, dass das Multi-Kulti-Märchen offenbar nur einem Zweck dient: den Ruf der Universität zu retten. Diese intelligente Komödie macht sehr viel Spaß! Gekonnt und mit gutem Timing inszeniert von Sönke Wortmann, … wunderbar geschliffene Dialoge und eine Art Rhetorik-Grundkurs fürs Publikum. Programmkino.de

The Nest – Alles zu haben ist nie genug Spielfilm, Großbritannien, Kanada 2020 | Regie: Sean Durkin | Darsteller: Jude Law, Carrie Coon, Anne Reid | Filmstart: 23. Dezember 2020 England 1986: Rory ist ein ehrgeiziger Unternehmer, der seine amerikanische Frau Allison, eine Reitlehrerin, und seine Kinder in sein Heimatland England bringt, um neue Geschäftsmöglichkeiten zu erkunden. Er pachtet ein jahrhundertealtes Landgut mit Grundstücken für Allisons Pferde. Die Beiden alles zu haben, was sie immer wollten. Doch bald beginnt sich das Versprechen eines Neuanfangs im englischen Herrenhaus aufzulösen und das Paar muss sich den unangenehmen Wahrheiten stellen, die unter der Oberfläche ihrer Ehe liegen. Ein vielschichtiger Psychothriller, der anhand des Beispiels einer Ehe im Setting des brüchigen Wertesystems der 1980er Jahre zeigt, wie tief und zerstörerisch die Abgründe der Gier sein können.

Ostwind – Der große Orkan Spielfilm, Deutschland 2020 | Regie: Lea Schmidbauer | Darsteller: Hanna Binke, Luna Paiano, Amber Bongard | Filmstart: 17. Dezember 2020 Ein heftiger Sommersturm treibt eine reisende Pferde-Zirkus-Show nach Kaltenbach. Ari, die sich mittlerweile gut auf dem Gestüt eingelebt hat, wird von der faszinierenden Welt des Kunstreitens magisch angezogen und will mit dem Zirkusjungen Carlo und Ostwinds Hilfe einem alten Showpferd helfen. Doch als der fanatische Zirkusdirektor Yiri ihren waghalsigen Plan enttarnt, gerät Ostwind in Gefahr. Im letzten Moment kehrt Mika aus Kanada zurück, denn nur mit vereinten Kräften kann es Mika und Ari gelingen, ihren geliebten Ostwind zu retten … Der fünfte Teil wird als „perfekter Abschluss nicht nur Fans der bisherigen Reihe glücklich aus dem Kino entlassen…“ Filmbewertungsstelle: Besonders Wertvoll!

KINOPOLIS Darmstadt Goebelstraße 11 www.facebook.com/KinopolisDE/


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DEZEMBER/JANUAR Wunderschön Spielfilm, Deutschland 2020 | Regie: Karoline Herfurth | Darsteller: Nora Tschirner, Martina Gedeck, Emilia Schüle | Filmstart: 17. Dezember 2020 Da ist Frauke, die sich „kurz vor der 60“ nicht mehr begehrenswert findet, während ihr pensionierter Mann Wolfi ohne Arbeit nicht weiß, wohin mit sich. Ihre Tochter Julie will als Model endlich den Durchbruch schaffen und versucht verbissen, ihren Körper in das Schönheitsideal der Branche zu pressen. Das verfolgt Schülerin Leyla, die überzeugt ist, mit Julies Aussehen ein besseres Leben führen zu können. Auch Julies Schwägerin Sonja hat mit ihrem Körper zu kämpfen, der nach zwei Schwangerschaften zu einer Lebenskrise wird. Ihr Mann Milan weiß nicht, welchen Druck sie sich als junge Mutter auferlegt. Das ist wiederum für Sonjas beste Freundin Vicky keine große Überraschung, ist sie überzeugt, dass Frauen und Männer nicht und niemals gleichberechtigt auf Augenhöhe zusammenfinden werden.

Die Croods – Alles auf Anfang Spielfilm, USA 2020 | Regie: Joel Crawford | Filmstart: 17. Dezember 2020 Die chaotische Truppe um Familienoberhaupt Grug macht sich auf den Weg, ein neues und vor allem sicheres Zuhause zu finden. Als sie versteckt hinter hohen Mauern ein idyllisches Paradies entdecken, scheinen alle ihre Probleme gelöst. Es gibt nur ein klitzekleines Problem – Familie Bessermann (Betonung auf Besser) wohnt schon dort! Ein modernes Baumhaus, die neuesten Erfindungen und ein professionell angelegter Garten voller Obst und Gemüse – die Bessermanns sind anscheinend schon in der Zukunft angekommen, während die Croods noch einige Stufen auf der Evolutionsleiter vor sich haben. Es ist nur eine Frage der Zeit bis die urzeitlichen Fetzen fliegen, als die Bessermanns die Croods als Hausgäste aufnehmen. Aber die beiden Familien werden gezwungen, ihre Unterschiede zu akzeptieren, als eine neue Bedrohung auftaucht. Seite an Seite erleben sie ein episches Abenteuer.

Schachnovelle Spielfilm, Deutschland 2020 | Regie: Philipp Stölzl | Darsteller: Oliver Masucci, Albrecht Schuch, Birgit Minichmayr | Filmstart: 07. Januar 2021 Wien, 1938: Österreich wird vom Nazi-Regime besetzt. Kurz bevor der Anwalt Josef Bartok mit seiner Frau Anna in die USA fliehen kann, wird er verhaftet und in das Hotel Metropol, Hauptquartier der Gestapo, gebracht. Als Vermögensverwalter des Adels soll er dem dortigen Gestapo-Leiter Böhm Zugang zu Konten ermöglichen. Da Bartok sich weigert zu kooperieren, kommt er in Isolationshaft. Über Wochen und Monate bleibt Bartok standhaft, verzweifelt jedoch zusehends – bis er durch Zufall an ein Schachbuch gerät. Für SCHACHNOVELLE konnte Regisseur Philipp Stölzl (Ich war noch niemals in New York, Der Medicus, Nordwand) eine beeindruckende Besetzung gewinnen. Neben Hauptdarsteller Oliver Masucci (Als Hitler das rosa Kaninchen stahl, Werk ohne Autor, „Dark“, Er ist wieder da) sind Albrecht Schuch (Berlin Alexanderplatz, Systemsprenger, „Bad Banks“), Birgit Minichmayr (3 Tage in Quiberon, Die Goldfische, Alle Anderen) und Rolf Lassgård (Ein Mann namens Ove) Teil des herausragenden Ensembles.

Citydome Darmstadt Wilhelminenstraße 9 www.kinos-darmstadt.de


Suche und finde Kunst im öffentlichen Raum, Folge 15: Thomas Burhenne, Kopf des Verlierers, 1983 TEXT: THOMAS GEORG BLANK | FOTO: JAN EHLERS

Welchen Kampf oder welches Spiel dieser Mann aus Bronze verloren hat, weiß nur der Künstler selbst. Wir müssen allerdings davon ausgehen, dass der Dargestellte die Niederlage nicht gut weggesteckt hat.

gibt. Wem die negative Konnotation des Wortes „aufgeblasen“ bekannt ist, versteht das Problem.

Der verhärmte Gesichtsausdruck lässt eine gewisse Bitterkeit erahnen und so erkennt man in dem kör­ perlosen Haufen plötzlich eine Zeitbombe. Tatsächlich gibt es wenige Dinge, die so gefährlich sind wie ein gekränktes Ego. Ein Paradebeispiel dafür ist der schwerlich scheidende Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Auch auf dessen Schultern schwelt der Kopf eines Verlierers und seit Jahren hält die Welt nun schon den Atem an bei jedem Schritt, den er zielsicher in die falsche Richtung geht. Wenn derartige Persönlichkeiten eine Ausnahme darstellen würden, dann gäbe es keinen weiteren Grund zur Besorgnis. Es scheint allerdings ein globales Phänomen zu sein, dass die Köpfe schlechter Verlierer in Machtpositionen geraten. Vielleicht hängt das damit zusammen, dass die Persönlichkeitsstruktur eben jener Menschen ihnen einen sehr gefährlichen Satz ganz besonders laut in den eigenen Geist grölt: Das steht mir zu! Gefährlich ist der Satz aus verschiedenen Gründen. Einer davon ist, dass er dem eigenen Ego zu viel Raum P | 18

Ein weiterer Grund ist, dass wir ihn alle ständig denken. Ein Lösungsansatz könnte sein, eben jenen Satz mit einem anderen Satz zu kontern: Das steht auch allen anderen zu! Wenn wir das häufiger praktizieren würden, dann befänden sich derartige Köpfe vielleicht häufiger in abgelegenen Ecken und seltener im Oval Office. ❉

Kunst im öffentlichen Raum —­ Kunst findet man nicht nur in Museen und Galerien, sondern oft auch im Freien und für jeden sichtbar. Manche Werke sind schon seit Jahrhunderten ein Teil des Stadtbildes, andere zieren es nur kurz. In Darmstadt haben einige Fügungen des Schicksals dafür gesorgt, dass es besonders viele Kunstwerke im öffentlichen Raum gibt. Ohne die schützenden Laborbedingungen eines White Cube gehen sie allerdings schnell unter. Dabei können gerade diese stillen Zeitgenossen unsere Wahrnehmung des Stadtraumes verändern und unser Verständnis von Welt herausfordern. Eine Einladung zum Fantasieren.


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P-scherung auf Abstand Erst recht in diesem vermaledeiten Jahr 2020 ist P-scherungszeit in Darmstadts netten Läden! T E X T: L I SA M AT T I S + C E M T E V E TOǦLU | FOTO S: JA N E H L E RS

Vieles ist anders 2020, eines bleibt gleich: Unsere, nein, Eure P-scherung! Wir haben es uns auch dieses Jahr nicht nehmen lassen, zusammen mit 28 Weihnachtswichteln tolle Geschenke für Euch zu sammeln und schicken Euch wieder für ein kleines Rätsel quer durch die Stadt. Wie jedes Jahr findet Ihr bei einem Spaziergang durch Darmstadts winterliche Straßen in den Schaufenstern von 27 netten Läden ein SpezialCover unseres kleinen Magazins, versehen mit einem Lösungsbuchstaben und einer Zahl. Richtig kombiniert ergeben diese 28 Buchstaben einen Lösungssatz, den selbst Christian Drosten nicht erraten könnte. Und wenn Ihr diesen Satz fristgerecht auf die Postkarte auf Seite 25 schreibt und bei uns einwerft, könnt Ihr eines der 28 hochwertigen, mit Liebe von Euren Einzelhändlern ausgesuchten Präsente gewinnen. Entweder für Euch oder für Eure Lieben – das könnt Ihr selbst entscheiden. Zeitlich seid Ihr dabei wieder ziemlich flexibel, denn egal, an welchem Tag Ihr wo vorbeikommt: Ihr werdet an allen 22 Dezembertagen bis zur finalen Verlosung am Abend des 22. Dezembers fündig. Doch nicht nur die Gewinner sind Sieger – denn auf der P-scherungs-Schnitzeljagd entdeckt Ihr ganz gewiss das ein oder andere Geschenke-­ Shopping-Kleinod, das Ihr noch gar nicht auf dem Schirm hattet. So entzerrt sich der Geschenkekauf und wird zu einer ganz entspannten Sache beim Spaziergang quer durch die Stadt. Und, seien wir mal ehrlich: Wer freut sich zwischen pandemiebedingtem Homeoffice und generellem Weltschmerz nicht über einen Motiva­tor, vor die Tür zu gehen und frische Luft zu schnappen? Durch die Maske versteht sich, denn die P-scherung ist nur dann in unser aller Sinn, wenn wir dabei Hygiene- und Abstandsregeln beachten. Deshalb haben wir dieses Jahr auch alle Läden dazu eingeladen, das Lösungs-P im Schaufenster zu platzieren. So muss niemand in einen vollen Laden, sondern kann sich alles. in Ruhe von draußen anschauen.

Und so funktioniert das Ganze: 1. Wir suchen einen kompletten P-scherungs-Lösungssatz! Dieser Satz besteht aus 28 Buchstaben. In den Schaufenstern der 27 teilnehmenden Läden steht vom 01. bis 22. Dezember je ein mit einer Positionszahl versehener Buchstabe, wenn Ihr dort nach dem Dezember-P-Cover Ausschau haltet. Beispiel: „R 5“ auf dem Cover bedeutet, dass der fünfte Buchstabe des Lösungssatzes ein „R“ ist. Also besucht die 27 Läden, schaut in ihre Fenster und findet alle Buchstaben! Ausnahme 2020: Im Goldmarmor in der Wilhelminenstraße sind diesmal ausnahmsweise zwei Buchstaben versteckt, da es hier zwei edle, jeweils für sich stehende Gewinne gibt. Alljährliche Besonderheit: In beiden Unverpackt-Läden liegt derselbe Buchstabe aus, Gleiches gilt für die zwei Lejla’s-Vintage-Shops und alle drei P2-Filialen. 2. Tragt alle 28 Buchstaben des Lösungssatzes auf dem Vordruck auf Seite 25 ein, schneidet diese Karte aus und schickt sie an: P Stadtkulturmagazin, Schlossgartenplatz 13, 64289 Darmstadt. Oder werft sie hier direkt in den Briefkasten. Bis Dienstag, 22. Dezember, um 22 Uhr habt Ihr dazu Zeit. Das Los entscheidet, es gibt 28 Preise für 28 unterschiedliche Gewinner. Auf der Postkarte findet Ihr auch eine Zeile, in der Ihr Euren P-scherungs-Favoriten eintragen könnt – wir versuchen, diesen zu berücksichtigen, garantieren aber für nix! 3. Noch am 23. Dezember werden morgens die Gewinner gezogen und telefonisch benachrichtigt – Handynummer auf der Postkarte also unbedingt angeben! So können Geschenke direkt am Tag vor Heiligabend bei uns abgeholt werden. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Alle angegebenen persönlichen Daten werden natürlich vertraulich behandelt. Die Geschenke sind vom Umtausch ausgeschlossen. So schade es ist ... P’ler dürfen auch diesmal leider nicht teilnehmen. Wir wünschen viel Spaß beim Entdecken unserer netten Läden – haltet Abstand, seid lieb und rücksichtsvoll zueinander. /*Dann kann Weihnachten kommen!

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Die 27 P-scherungs-Läden von A bis W – und ihre 28 schönen Geschenke: 1 AGC Asphaltgold Club Ein rotes Asphaltgold-Beanie aus 100 Prozent Schurwolle made in Germany + ein 50-Euro-Gutschein. Ludwigsplatz 8 A, Innenstadt | asphaltgold.com 2 Atelier Aufschnitt Zeitreise-Modus: on! Restaurierter und gepimpter „Game-Boy“, kontrastreiches Farbdisplay, Retro-­ Pixelmodus (wie früher!), coronakompatibel mit „Doktor Mario bekämpft das Virus“-Spiel. Kaupstraße 42, Martinsviertel | atelier-aufschnitt.de

5 Büchergilde Buchhandlung am Markt Kaffeeliebe zum Lesen – und zum frisch Aufbrühen! Das gleichnamige Buch von Britta Heithoff verspricht Infos zu Espresso-, Brüh- und Filtertechniken. Passend dazu: eine hübsche Slow-­ Coffee-Maschine „Coffee for One“ von Könitz. Marktplatz 10, Innenstadt | buch-am-markt.com

3 Bernds Weinquelle Eine Kiste „Mathilde“-Secco. Cheerio, Miss Mathilde! Bleichstraße 10, Innenstadt | bernds-weinquelle.de

6 Chez Freunde Pop-up-Store Kultbar-Feeling nach Hause holen? Kein Problem: Eine Flasche „Chez Sommer“ mit zwei Flaschen Tonic – die Drinks serviert Ihr am besten in den formschönen Chez-Tumblern, von denen es zwei dazu gibt. Kirchstraße 8 (am Cityring), Innenstadt | chezfreunde.de

4 Buchhandlung Lesezeichen Ein Fotoband „Unverloren – Hommage an Weimar Porzellan Thüringen“ der Ex-Darmstädterin Susanne Katzenberg plus eine reproduzierte Vase „Tini“ aus türkisem Porzellan. Heinheimer Straße 82, Martinsviertel lesezeichen-darmstadt.de

7 DJ Chromo's Musik als Hilfe Fünfer-CD-Package des Declaration-of-Santo-Geheimtipps „Ferien vom Ich“. Album-Titel, die nachhallen: „Im Herzen da da“, „Sportmädel“, „Halbe zwei Jahre“, „Drakula Musik“ und „Alimente für den Planeten“. Pallaswiesenstraße 21, Johannesviertel | dj-chromo.de P | 21


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8 Comic Cosmos Wir sind Fans von „Bei mir zuhause“, der aktuellen Graphic Novel von Wahl-Darmstädterin Paulina Stulin. Noch mehr Heiner-Stoff für die Augen gibt es mit Warren Ellis' & Marek Oleksickis „Frankensteins Schoß“. Saalbaustraße 5, Innenstadt | naamanscomiccosmos.com

zwischen gleich gut und ist deshalb ein absoluter Verkaufsschlager im Hause Goldmarmor. Wilhelminenstraße 4, Innenstadt | goldmarmor-shop.de

9 Funktion Möbel Wir servieren, äh, präsentieren: Vitra's Classic Tray im ikonischen Punktemuster von Charles & Ray Eames und Alexander Girard. Ein echter Designklassiker aus laminiertem Schichtholz. Friedensplatz 8, Innenstadt | funktionmoebel.de

12 Grüner Salon Die „neue Einfachheit“: Große Milchkochkanne aus Emaille von Riess, handmade in Austria, dank des Eisenkerns auch für Induktionherde geeignet. Dazu ein Schöpfkelle aus Emaille und eine Spülbürste aus Naturfaser. Robert-Schneider-Straße 20, Martinsviertel www.gruenersalon.de

10 Friedrich! Ein Paar vergoldete Mini-Kreolen mit baumelnder Münze und eine golden-blaue Steinkette vom Haus- und Hoflabel Paniewa. Bessunger Straße 47, Bessungen instagram.com/friedrich_darmstadt

13 Hanna Marie Gropper (@Goldmarmor) Die „Branch Necklace Gold“-Kette der Darmstädter Goldschmiedin ist 45 Zentimeter lang, der organische Anhänger hat einen Durchmesser von 18 Millimetern. Das 935er Silber ist mit 18-karätigem Gold veredelt – ein echtes Schmuckstück! Im Goldmarmor, Wilhelminenstraße 4, Innenstadt de.hannamariegropper.com

11 Goldmarmor Das sinnliche „Molecule 1“ von Escentric Molecules duftet an Männlein wie Weiblein und allen da-

14 Heckmann Tee muss nicht immer heiß und aus der Kanne kommen! Concept-Store Heckmann verschenkt P | 22


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eine stylische Filter-in-Bottle für Cold Brewed Tea von Hario. Dazu gibt es die Premium-IngwerEssenz „Gimber“, die mit mehr als 40 Prozent Ingwer kaltes und warmes Wasser, Cocktails und Mocktails bereichert. Schulstraße 5, Innenstadt | heckmannstore.eu

leben entstand in Kooperation mit dem japanischen Brillenaccessoires-Label Diffuser Tokyo und schützt Lese- oder Sonnenbrille gleichermaßen vor Kratzern. Schulstraße 4, Innenstadt | klar-augenoptik.de

15 Heimat Store Besonders praktisch für die graue Jahreszeit, da wasserfest: Das „Hajo Backpack“ von Ucon Acrobatics in edlem Dunkelgrau. Der Rucksack fasst 16 Liter, wiegt 800 Gramm und ist damit der optimale Alltagsbegleiter. Marktplatz 9, Innenstadt | heimatstore.com 16 Hifi Profis Die hochwertigen „Hybrid Dual Driver Wireless“-­ Headphones von Bowers & Wilkins halten mit einer kurzen Ladung bis zu acht Stunden lang – und sehen noch dazu richtig gut aus. Grafenstraße 29, Innenstadt | hifi-profis-da.de 17 Klar Minimalistisch-hochwertig: Dieses exklusive Brillenetui aus schwarzem Leder mit rosa Innen­

18 Kleine Fluchten Lifesaver: Ein professioneller Klettergurt „Corax“ von Petzl in zeitlosem Hellgrau. Magdalenenstraße 3, Martinsviertel kleinefluchtenoutdoor.de 19 Lejla's 59 + 63 Eine Lounge-Lampe „Urban style“ von Noor Living, filigran dreibeinig, mattschwarz, mit goldener Glühbirnenfassung. Liebfrauenstraße 59 + 63, Martinsviertel vintage-darmstadt.de 20 Lilien-Fanshop City Allez, allez! Ein von der 1. Mannschaft signiertes Lilien-Trikot in Deiner Wunschgröße. Friedensplatz 4, Innenstadt facebook.com/LilienFanshop

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21 Ulli Lindemann Üppiges Geschmeide für die Feiertage: Ein festliches Klunkerarmband mit rauchquarzigen Glassteinen. Dazu die passende Aufbewahrung: eine Glasdose mit Prägezierblech. Müllerstraße 8, Martinsviertel | ulli-lindemann.de

24 Soulid Blau-schwarz geringelter Klassiker: Ein dünnes Baumwoll-Longsleeve vom Fair-Fashion-Label Armed Angels in Größe M. Basic style! Schulstraße 5, Innenstadt | soulid.de

22 P2 Ein kuschelweicher Schal aus Kaschmir und Micromodal von Re-branded, hellgrau, unisex. Hügelstraße 71 + Schulstraße 1 + Luisencenter (1. OG), Innenstadt | p2-darmstadt.de 23 Schmuckmanufaktur Kneist Heinerfest-Hommage für die Ohren! Kettenkarussell-Ohrschmuck aus Sterlingsilber mit Mini-Figuren (Kleinserie mit immer wechselnden Figuren, 10 Euro je Verkauf gehen als Spende an den Förderverein Darmstädter Heiner). Magdalenenstraße 29, Martinsviertel schmuckmanufaktur-kneist.de

25 Spielwaren Faix Winterzeit ist Spielezeit, während Corona noch viel mehr! Ein guter Anlass, es sich zu Hause gemütlich zu machen mit „Die Insel der Katzen“, einem Brettspiel für ein bis vier Spieler ab acht Jahren, mit fantasievollen Grafiken. Elisabethenstraße 1-3, Innenstadt | faix.de 26 Unverpackt Mit dem hübschen Schraubglas kann es gleich losgehen mit dem unverpackten Einkaufen: Den dazugehörigen 50-Euro-Gutschein könnt Ihr direkt einlösen – sowohl im Martinsviertel als auch im neuen Bessunger Laden. Gutenbergstraße 5 b, Martinsviertel + Karlstraße 98, Bessungen | unverpacktdarmstadt.com

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27 Wildes. Wild und weich: Ein rosa Dreieckstuch aus italienischer Mohair-Seide-Wolle der Darmstädter Designerin Eva Wilde umschmeichelt den Hals! Jahnstraße 70, Bessungen | wildes-darmstadt.com

28 Woodberg Der „Hydra-Gel Hand Sanitizer“ von Grown Alchemist desinfiziert die Hände, ohne sie auszutrocknen – dazu gibt's einen „Pink Clay Cleansing Bar“ von Herbivore Botanicals, eine sanfte Seife für Gesicht, Hände und Körper. Schulstraße 11, Innenstadt | woodberg.de

Einsendeschluss: Di, 22.12.2020, 22 Uhr

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Mein P-scherungs-Favorit: Bitte hier Deinen absoluten Wunschgewinn eintragen.

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Straße, Hausnummer PLZ

An: P Stadtkulturmagazin Schlossgartenplatz 13 64289 Darmstadt

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Telefonnummer (wichtig für die Gewinnbenachrichtigung) Eure Daten werden natürlich vertraulich behandelt!

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»OHNE UNS BLEIBT’S STILL!« Darmstadts Kulturgesichter T E X T: M AT I N NAWA B I | FOTO S: J O H E N KE R

130 Milliarden Euro erwirtschaftet die Kulturbranche hierzulande jährlich und ist damit der sechstgrößte Wirtschaftszweig Deutschlands. Ihre 1,5 Millionen Beschäftigten waren im Frühjahr die ersten, die ihre Arbeit wegen Corona niederlegen mussten und werden wohl die letzten sein, die ihren Beruf wieder uneingeschränkt ausüben dürfen. Irgendwann. Während auch in diesem Stadtkulturmagazin bereits mehrfach über die prekäre Situation Kulturschaffender berichtet wurde, scheint die Misere in der Politik jedoch weiterhin keine besonders hohe Priorität zu genießen – gerade im Vergleich zu den Mitteln und dem Echo für Tourismus, Einzelhandel und Industrie. Auf den Weg gebrachte Förder- und Rettungsmittel federten mitunter nur kurzfristige Nöte ab – statt zu versuchen, langfristig in der gesamten Breite der leidenden Branche zu wirken.

Dass die bundesweite Aktion visuell so mitunter an die Fotoserie „Long Time No See“ von P-Fotograf Jan „Nouki“ Ehlers (siehe P #127, September 2020) erinnert: reiner Zufall. Unter den Portraitierten sind viele, die sonst eher hinter den Kulissen dafür sorgen, dass Musikerinnen, Schauspieler und Artisten im Scheinwerferlicht stehen können. Sie alle verbindet eine höchst bedrohliche Perspektive: „Wir sind so viele Betroffene – und ein Ende dieser Situation ist nicht in Sicht. Doch bald haben unsere Existenzen ein Ende. Und ohne uns bleibt's still!“ ❉

instagram.com/kulturgesichter06151

Unterstützung für Kultur —­ Eine Übersicht zu Förder- und Hilfsprogrammen von Bund, Land, Kommune und privaten Stiftungen findet Ihr online unter: p-stadtkultur.de/neustart-kultur

Ein Versuch, das Ausmaß der kritischen Lage abzubilden, ist die Initiative „Kulturgesichter 06151“. Sie ist Teil der Kampagne „#ohneunsistesstill“. Nach Hannover, Bremen, Stuttgart und Osnabrück haben sich jetzt auch Kulturschaffende aus dem Raum Darmstadt an dieser beteiligt. Über 80 Personen ließen sich hierfür vom Darmstädter Fotograf Jo Henker ablichten.

Darüber hinaus empfiehlt sich, bei LieblingsClubs, -Bands, -Musikerinnen oder -Künstlern nach Soli-Aktionen oder Spendenkonten zu fragen und sich nach Möglichkeit Tickets für abgesagte und verschobene Veranstaltungen nicht erstatten zu lassen. Weststadtcafé, Chez, Uppercut Club und Bedouin könnt Ihr zudem auf dieser Gutschein-Plattform unterstützen: wowshare.de

In Schwarz-Weiß-Optik blicken einem unter anderem Lichttechnikerin, Booker, Caterer, Veranstaltungskauffrau und Tonmeister nüchtern entgegen. P | 27


STAY THE LOVE HOME! Darmstädter Wohnkultur, Folge 2: In der Waldspirale TEXT + FOTOS: CORA TRINKAUS | ILLUSTRATIONEN: LISA ZEISSLER

Zwischen all den geradlinigen Wohnblocks im Bürgerparkviertel sticht ein Haus besonders hervor. Es scheint nicht von dieser Welt, vielmehr scheint es einer kindlichen Fantasie entsprungen. Farbenfroh ragt der u-förmige Wohnkomplex, der 105 Wohnungen umfasst, mit seinen tanzenden Fenstern und goldenen Kuppeln zwischen den modernen Häuserblöcken hervor: die Waldspirale – entworfen vom Künstler Friedensreich Hundertwasser.

Gerade Linien waren dem Künstler ein Graus. Er verteufelte sie gar als „ungöttlich und unmoralisch“. „Die gerade Linie ist eine nicht existierende Linie, die sich der Mensch mit dem Lineal ausgedacht hat. Sie hat nichts Göttliches. Sie ist die einzige Linie, die nicht kreativ ist. Die einzige unschöpferische Linie“, so Hundertwasser. Die Waldspirale, die wie der Name schon sagt, einer Spirale nachempfunden ist, weist äußerlich nicht eine einzige gerade Linie auf. Das „Hundertwasserhaus“ steht für den Künstler für den endlos immer wiederkehrenden Kreislauf des Lebens und der Natur. Der bunte Anstrich der Außenfassade wurde den Sedimentschichten der Erde nachempfunden. „Ob es im Inneren der Waldspirale wohl genauso bunt und verspielt aussieht?", hat sich bestimmt schon so manch ein Betrachter gefragt. Doch wer das denkt, wird leider enttäuscht. Im Inneren von Birtes und Konrads Drei-Zimmer-Wohnung, die wir besuchen durften, sieht es überraschend gewöhnlich aus – von Hundertwasser kaum eine Spur. Lediglich das Badfenster, die beiden Glasbausteine P | 28


der Badezimmerwand und die rund gebogene Wand des Gäste-WCs fallen ins Auge. In anderen Wohnungen finden sich kleine Details wie bunte Fliesen oder eine der insgesamt 79 farbigen Keramiksäulen, die im Haus verbaut wurden, wieder.

Von Ostfriesland zurück nach Darmstadt Birte und Konrad wohnen seit zwei Jahren mit Hündin Wilma auf 72 Quadratmetern im Erdgeschoss der Waldspirale. Eher durch Zufall landete das junge Paar im Hundertwasserhaus. Beide studierten wenige Jahre zuvor in Darmstadt. Die Arbeit von Konrad verschlug die beiden kurzfristig nach Ostfriesland. In Aurich arbeitete er als Softwareentwickler im Bereich der erneuerbaren Energien für Windenergieanlagen. Gute zwei Jahre lebten die beiden dort gemeinsam in einem Einfamilienhaus mit Garage und Werkstatt. Dass es irgendwann wieder zurückgehen soll ins RheinMain-Gebiet, war von Anfang an klar. Dass es aber erneut Darmstadt wird, entschied schlussendlich ein Jobangebot für Konrad. Birte, die zu diesem Zeitpunkt in Wiesbaden ihr Referendariat machte, unterrichtet nun Deutsch und Biologie an der Justus-Liebig-Schule in Darmstadt.

Birte lachend. Dieses Jahr verbrachten die beiden coronabedingt vermehrt im Garten. Ein kleines Gemüsebeet wurde angelegt und ein Planschbecken zur Abkühlung aufgestellt. Der Garten „war schon unsere kleine Oase“, schwärmt Birte. Von den selbst gepflanzten Erdbeeren hätten Birte und Konrad allerdings nicht viel gehabt – und auch das Planschbecken durften sie sich zeitweise mit den Enten teilen.

Im Einklang mit der Natur „Der Mensch im Einklang mit der Natur“ – ganz nach Hundertwassers Idealen. Zeit seines Lebens setzte der Künstler sich für den Umweltschutz ein und propagierte eine natur- und menschen- >

Ein Kriterium bei der Wohnungssuche war für die beiden Hundeliebhaber eine ebenerdige Wohnung mit Garten. Da kam die Wohnungsanzeige aus der Waldspirale genau zum richtigen Zeitpunkt und überzeugte sofort gegenüber den anderen Angeboten. Von der Terrasse aus haben Birte und Konrad direkten Zugang zum Innenhof, der nur den Bewohnern vorbehalten ist. Hier erschließt sich eine kleine idyllische Welt voll bunter Wände, Säulen und ungewöhnlicher Fenster in allen erdenklichen Formen. Keines der insgesamt 1.048 Fenster gleicht dem anderen. Auch scheinen sie sich an keiner klaren Linie zu orientieren.

Leben in einem Kunstwerk Im Inneren des Hofs ist ein großflächiger Rasen angelegt mit einigen Büschen, Sträuchern und Bäumen. In der Mitte der Wiese: ein kleiner Pavillon – sowie ein Kinderspielplatz. Im zweiten deutlich kleineren Innenhof, der durch eine Brücke verbunden ist, befindet sich ein kleiner künstlich angelegter Teich inklusive Bachlauf. Dem Teich ist es wohl zu verdanken, dass sich seit einigen Jahren immer wieder Entenfamilien im Innenhof ansiedeln. Da kommt es auch schon einmal vor, dass einen eine Ente frech durchs Fenster anschaut, während sie mitten im Salatbeet steht, erzählt P | 29


gerechte Architektur. Die Natur sollte in die Architektur mit einbezogen werden – zum Beispiel mittels begrünter Dächer oder „Baummieter“, wie der Künstler Bäume bezeichnete, die aus den Fenstern wachsen. „Überall dort, wo im Winter der Schnee oder Regen hinfällt, soll es im Sommer grün sein. Alles, was waagrecht ist und in der freien Natur, sollte grün sein und muss für die Natur reserviert sein“, bekundete Hundertwasser bereits 1972 in der österreichischen Fernsehshow „Wünsch dir was“, wo er auch erstmals seine architektonischen Modelle mit Dachbegrünung vorstellte.

Auch das Dach der Waldspirale in Darmstadt ist komplett begrünt mit heimischen Gewächsen wie Linden, Buchen und Ahornbäumen. Der u-förmige Bau weist an seiner tiefsten Stelle zwei Stockwerke auf und hangelt sich von dort aus hoch auf ganze zwölf Etagen. Ein paar wenige Bewohner der obersten Etage dürfen sich an einer privaten Dachterrasse erfreuen. Das restliche Dach ist nicht zugänglich, hier kann sich die Natur frei entfalten. Wie Hundertwasser versuchen auch Birte und Konrad, ein möglichst umweltbewusstes Leben

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zu führen. Sie sind Mitglied bei der Solidarischen Landwirtschaft Darmstadt, versuchen weitestgehend auf Plastik zu verzichten und zur Arbeit geht es mit dem Fahrrad oder Bus statt mit dem Auto. „Nur fünf Minuten mit dem Fahrrad bis zur Arbeit“, freut sich Birte. Auch in ihrem Beruf als Lehrerin versucht sie umweltbewusstes Denken und Handeln an ihre Schüler weiterzuvermitteln und es so an die nächste Generation weiterzugeben. An Darmstadt schätzen sie, dass alles so kompakt und gut zu erreichen ist. „Es ist eine angenehme Stadt. Es gibt Stellen, die sind wunderschön – an anderen Stellen weiß man dann auch, warum Darmstadt als nicht so schöne Stadt bezeichnet wird. Aber das macht den Charme auch irgendwie aus. Man kommt schnell ins Grüne, in die Natur. Was auch super ist für unseren Hund.“ Die Fertigstellung der Waldspirale im Jahr 2000 erlebte der Künstler nicht mehr. Er starb nur wenige Monate zuvor. Doch seine Ideale einer natur- und menschengerechten Architektur, die die Schönheit und die Natur zurück in die Städte bringt, lebt im

Darmstädter Hundertwasserhaus weiter und wird auch künftig viele Besucher anlocken, faszinieren und verzaubern. ❉

Wie wohnt Darmstadt? Bitte melden! —­ Möchtest Du Dein besonders schönes, gemütliches oder extravagantes Zuhause mit den Lesern des P-Magazins teilen (nur optisch, versteht sich)? Oder kennst Du jemanden, der außergewöhnlich wohnt (was die Einrichtung, den Ort oder die Wohnform betrifft)? Dann schreib uns eine Mail an redaktion@p-verlag.de!

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Besinnlichkeit im Winterwald Darmstadt, Deine Wälder – Spaziergang 4: Mit Glühwein zur Dianaburg T E X T + FOTO: C H R I ST I N E FAGE T

Glühweintrinken ein. Aus der Ferne klopft ein Specht und übers Gras tänzeln die Sonnenstrahlen. Wer es lieber wissenschaftlich als besinnlich mag, läuft ein paar Hundert Meter weiter – dort ragen die Kräne der „FAIR“-Baustelle ihre Köpfe in den Himmel. Sonst zweigt der zweite Teil des Weges ab zum „Alten Forsthaus Kalkofen“ mit seinen Damhirsch-Gehegen und Pfauen und belohnt ab hier mit schöner Aussicht. Über Raps- und Spargelfelder blickt man bis nach Arheilgen. Vorbei an grasenden Pferden und dem Eisenbahnmuseum geht es über einen Feldweg zurück zum Bahnhof.

Spazieren gehen ist das neue Chillen. Du bleibst in Bewegung, solo oder gemeinsam. Kommst zur Ruhe – und gleichzeitig mal raus aus der Bude. Bist der Natur ganz nah. Und entdeckst Darm­stadts überraschend grüne Ecken. Besonderheit: Vor dem Jahreswechsel durchschnaufen und neue Kraft tanken? Unser Tipp fürs weihnachtliche Besinnen führt zur Dianaburg bei Arheilgen (und Kranichstein). Glühwein, Tee und Lebkuchen eingepackt – und los geht's durch winterliche Buchenwälder und Spargelfelder. Entlang eines Rundwegs gibt es viel zu entdecken – aber eben auch idyllische Bänkchen für intime Momente. Also: Notizbuch beziehungsweise den/die beste:n Freund:in nicht vergessen! Strecke: Der erste Teil der 6,5 Kilometer langen Strecke (rund 75 Minuten Fußweg) führt vom Kranichsteiner Bahnhof aus entlang der Ab­stellgleise direkt hinein in einen schönen Buchenwald. Die kleine Dianaburg blitzt schon von Weitem verheißungsvoll durchs Geäst. Und hält, was sie verspricht: Eine lauschige Lichtung lädt zum Verweilen und

Anreise: Der Bahnhof Kranichstein ist mit dem Fahrrad, dem Zug sowie Tram 4 und Tram 5 angenehm zu erreichen. Der Weg ist großteils geteert und recht flach, dementsprechend sollte er auch mit Kinderwagen und Rollstuhl gut befahrbar sein. Für Skateboards und Inliner liegen jedoch zu viele kleine Kiesel auf der Strecke – besonders im Wald. Lieblingshügel: Der zur Bank mutierte Baumstamm an der Waldlichtung neben der Diana­burg. Hier lässt sich schön die Sonne ins Gesicht scheinen und direkt daneben zeigt eine kleine Ausstellung Käfer, die gerne im Totholz hausen. Zur Belohnung: Apfelsaft und Käse beim Bauernladen Benz mitnehmen – geht auch in Zeiten von Corona. Fun Fact: Was für ein Geburtstagsgeschenk! Die Dianaburg war ursprünglich ein Rokoko-­ Schlösschen, das Jagdlandgraf Ludwig VIII. von Hessen-Darmstadt im Jahr 1765 für seinen Sohn Ludwig IX. bauen ließ. Dieser hatte je­ doch kein Interesse an der Jagd und ließ es zerfallen. Später wurde an gleicher Stelle ein Pavillon gebaut, der 2007 in einer Rettungs­ aktion renoviert wurde.

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»Ich bin uncool!« Blackbox mit Gwen Dolyn I N T E RV I E W: F RE DE R I C K RÜ H L FOTO: JA N E H L E RS

Der Schauplatz des Interviews dieser „Blackbox“ ist Darm­ stadts Central Park, besser bekannt als Herrngarten. Am Südeingang, unserem designierten Treffpunkt, lässt sich Gwen Dolyn mit geschlossenen Augen die wohltuenden Sonnenstrahlen ins Gesicht scheinen, unbeeindruckt von dem gerade mehr als vibranten Treiben um sie herum. Gwen Dolyn ist eine nachdenkliche und überlegte Künstlerin, eine bedachte Songwriterin, deren scharf­sinnige Beobachtungen absolut authentisch und zeitgeistig die Gefühlswelt einer Mittzwanzigerin abbilden. Ge­paart mit ihrem grungy Soundspektrum konnte sie schon überregional Aufmerksamkeit generieren und lässt uns im folgenden Gespräch tief in ihre Erfahrungen ab­ tauchen – und ihren Weg zu einer der spannendsten Künst­­lerinnen der Darmstädter Musik­szene nacherleben. > P | 34 28 24


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Die Ostküste der USA, Berlin und schließlich Darmstadt – Du bist schon ordentlich rumgekommen. Wie kam es dazu und haben Dich die einzelnen Stationen auch als Künstlerin geprägt? Also man kann schon sagen, dass ich aus Darmstadt kom­ me. Ich bin zwar in Berlin ge­­boren, aber meine Eltern sind schon früh mit mir hierher ge­zogen. Puh, „als Künstlerin geprägt“ ... [denkt nach] ... Ich bin mit meinen künstlerischen Ideen und Wünschen vor vier oder fünf Jahren schwanger gegangen und habe erst mal gar nichts davon an die Öffentlichkeit getragen. Gerade hier in Darmstadt stand ich gefühlt immer ein bisschen im Schatten von meinem männlichen Freundeskreis. Ich hatte viel mit der jetzt unter dem Namen Okta Logue bekannten Band zu tun, war mit Benno [Herz, Bassist/Sänger] auf der Schule und Philip [Meloi, Gitarrist] ist ein guter Bekannter von mir. Ich habe damals jedoch nicht so viel Gehör gefunden und Darmstadt mit dem Gedanken „hier werd' ich nicht so ernst genommen“ verlassen. In Ber­ lin habe ich weiter Lieder im stillen Kämmerlein für mich aufgenommen, die im Nachhinein ziemlich peinlich waren. Mit 24 habe ich dann meinen damaligen Freund kennengelernt. Die Zeit mit ihm hat mich sehr geprägt, da ich schon im­mer eine Affinität zum eng­ lischen Sprechen hatte – er war Amerikaner und konnte nur Englisch. Außerdem war er ein guter Musiker und deutlich älter als ich, dadurch hatte er eine ganz andere Perspektive auf die Welt und damit auch auf mich. Eigentlich kann man echt sagen, dass diese Connection zu den USA eine Pforte in mir künstlerisch geöffnet hat,

weil ich mich plötzlich ernstgenommen gefühlt habe und mir jemand zugehört hat. Mit Nick [Hildebrandt], der damals noch bei Okta Logue [Keyboarder] war, haben wir mein Video zu „Well Educated“ aufgenommen. Das war total der Erfolg. Jemand hatte den Link nämlich auf Reddit [, einem riesigen Online-Forum,] gepostet, weil so viele Sextoys in dem Video zu sehen sind – und die meisten fanden dann auch die Musik gut. Insofern weiß ich nicht, ob verschiedene Orte mich künstlerisch geprägt haben, aber sie haben auf jeden Fall menschlich in mir etwas bewegt, was dann meinen künstlerischen Output beeinflusst hat.

Das hat es für mich schwer gemacht, mich zu entscheiden und im Endeffekt hab ich mich damals für die Beziehung und gegen den Deal entschieden. Das Label war natürlich ziemlich angepisst und ich hab meine Zeit erst mal lange damit verbracht, mich aus der Beziehung rauszuwickeln und doch nicht wie geplant in die USA zu ziehen.

Wie hat es Dich dann wieder nach Darmstadt verschlagen? Ich wollte eigentlich seit der zweiten Woche in Berlin da wieder weg – dann bin ich doch irgendwie acht Jahre geblieben. [lacht] Ich dachte immer, die USA wären mega

»Die Musik- und Kunst­ szene hier bietet viel mehr Support als die in Berlin!« Du hast eben Deine erste „Single Well Educated“ angesprochen. Nach dem Release hat es ganz schön lange gedauert, bis neue Musik nachkam, oder? Das war voll so. Ich hab das Video rausgebracht und hab dann von einem großen La­ bel in Berlin, bei dem unter anderem auch die Girlband Gurr ist, einen Deal angeboten bekommen. Zu dem Zeitpunkt war ich noch mit besagtem Ex-Freund zusammen, der mit dem Video und Song nichts zu tun hatte, aber ich hatte mit ihm zu der Zeit noch ein Bandprojekt und er war gerade in den USA. Er ist schwerer Alkoholiker und total im Eimer und hatte daher einen sehr peinlichen Anfall bekommen. P | 36

schön gewesen, einfach weil ich mich da sehr willkommen und mental gut gefühlt habe. Aber ohne Freunde und ohne Partner beziehungsweise mit einem Partner, der mich später gestalked hat, hatte ich dann irgendwie keinen Anhaltspunkt mehr. In Darmstadt hatte ich zwar nicht superviele, aber ei­nige echt gute Freunde – und die Natur ist hier einfach tau­sendmal schöner als in Berlin. Dann habe ich meinen jetzigen Freund kennengelernt und dachte mir „Okay, why not try?!“ und bin einfach zu ihm gezogen. Abgesehen davon, dass es nicht immer einfach ist, meiner Familie so nah zu sein, bin ich total froh, wieder hier zu sein. Auch weil


womöglich noch doller. Also darum geht's! Es geht um Druck und alles, was damit einhergeht: Essstörungen, Selbsthass, De­­pres­sionen, sich fühlen, als Was sind denn die Unterschiede würde man niemals weiterzwischen der Szene in Darmstadt kommen – was ich künst­le­ und Berlin? risch total empfinde. Es hat Ich hab' das Gefühl, die Leute mich ei­ne wahnsinnig lange hier profilieren sich nicht Zeit so unglaublich viel Energie so krass. Zum Beispiel Alex gekostet, überhaupt mal mit [Hoffmann, Schlagzeuger] von Triorität, der einfach ein entzü- dem, was ich mache, rauszu­ gehen. Während um mich he­r­­um ckender Mensch ist, aber auch musikalisch total was drauf hat. immer die ganzen Jungs mit 18 oder 19 auf Bühnen gestanden So ähnlich ist es auch mit Lolo und in Bands gespielt haben. [Blümler, Inhaber des Iron Bar Ich hab mich immer meilenStudios] oder [P-Fotograf, Muweit davon weg gefühlt – und ­siker und Künstler] Nouki, der um dieses Gefühl geht es in mich am Anfang fotogra­fisch dem Lied. Es geht ganz viel um sehr supportet hat. Nouki hat Boys, Boys, Boys, um unerfüllte von Anfang an die Kunstfigur, Liebe, die mich geprägt hat, die die ich da kreiere, sehr ernst Angst, verlassen zu werden, genommen – und das hab' ich in Berlin einfach so nicht erlebt. und im Endeffekt auch um die Sehnsucht nach Unterstützung, Zurück zur Musik. Anfang Oktober die man sich am Ende aber mit dem Eigendruck selbst geben erschien Deine Single „Uncool“ muss. samt Video. Worum geht's darin? Eigentlich um viele Sachen, die ich eben erwähnt habe. Die Ein- Du nimmst häufig Bezug auf Femisamkeit in der Großstadt, den nismus. Wie stehst Du zu Initiatiunglaublichen Druck, mit dem ven à la Keychange oder generell ich immer rumrenne. Ich bin da Quoten im Musikbusiness? sicher auch nicht die Einzige, Also an sich find' ich Support gerade in unserer Ge­­neration. für Frauen gut, nur muss man Vor uns kamen die Boomer, die auch genau schauen, was da­­­ sich noch was leisten konnten, hinter steckt. Ich kenne zwar dadurch dass sie arbeiten ge­ Keychange [von der EU finangangen sind. Die verstehen ziertes Programm zur För­de­heute nicht, wieso das bei uns rung von Gleichberechtigung nicht mehr so ist. Auf der ande- im Musikgeschäft], hab' mich ren Seite natürlich der kreative damit aber ehrlich gesagt noch Struggle, der, glaub' ich, in allen nicht wirklich auseinandergeGenerationen vorherrscht. setzt. Manch­­mal habe ich das Gefühl, dass solche Initiativen eher Symptombekämpfung Empfindest Du den Druck eher sind. Ich stehe dem Kapitalisgesellschaftlich oder persönlich? mus und der Verwurstung von Machst Du ihn Dir selbst? allem und besonders KultuMan überträgt diffuse Erwar­ rellem super kritisch gegentungsstrukturen, die es ge­ über. Ich denke, man muss für sellschaftlich gibt, auf seine Frauen viel früher anfangen, persönlichen Beziehungen; und nicht erst, wenn die Anund wenn die Familie das am Ende noch amplifiziert, wird es fang 20 ihren Song veröffentdie Musik- und Kunstszene hier viel mehr Support bietet als in Berlin!

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lichen wollen. Frauen sollten zuerst einmal in ihrer Person bestärkt werden, um dann überhaupt mit ihrer Kunst rausgehen zu können.

Welche Erfahrungen hast Du diesbezüglich in der Praxis gemacht? Mir hatte mal ein international erfolgreicher Musikproduzent geschrieben. Er erzählte mir von einem Songwriting-Contest für junge Frauen – leider ist ja dann doch vieles ein Wettbewerb. Seine fünfte Frage war: „Wie alt bist Du denn?“ Ich hab mich im Nachhinein tierisch darüber geärgert, weil das eben genau das fucking Problem ist, weswegen ich mir Druck mache und warum sich viele Künstlerinnen Druck machen. Weil es eben für Frauen diese Deadline gibt. Da geht es nicht nur ums Kinderkriegen, sondern die gibt es auch künstlerisch, weil es immer auch um dein Aussehen geht. Wenn du nicht mehr jung und knackig aussiehst, wollen dich direkt weniger Leute vermarkten. Theoretisch ist dieser Turning Point bei 30 gesetzt und wenn du 30 bist, solltest du lieber sagen, dass du 25 bist. Darum geht's auch in Deinem Song „We Are Female“, oder? Meinst Du die Zeilen „A girls career is not her choice it is a show of power / Until old age and children born will catch up to devour?“. Ja, wobei der Text nicht direkt auf die Musikbranche bezogen ist. Das ist wirklich schrecklich und ich kann gar nicht genug unterstreichen, was für einen Druck das macht und was für ein furchtbares Gefühl es ist, damit durch die Welt zu laufen. In allen Branchen triffst du ständig auf Männer, die älter sind als du, die dir was zu dei­ner Verwertbarkeit >


erzählen und das ist auf menschlicher Ebene einfach so unter aller Sau und scheiße. Das war dann auch einer der Gründe, weshalb ich damals den Plattendeal ausgeschlagen habe. Ich war auch schon bei Modelagenturen und mir wurde mit 21 ge­sagt: Du bist nicht gerade die Schlankste und Du bist viel zu alt. Es gibt Tausende von jungen Mädels, die das schon viel länger machen und viel dünner sind als du. Und das ist so der Habitus, mit dem einem als Frau begegnet wird. Der ist ganz oft subtil, es ist nicht so, als würde mir das jeden Tag so offen gesagt. Aber es gibt so Key-Momente und man nimmt das mit. Und das ist etwas, ge­gen das man angehen muss, das ist nämlich ein gesellschaft­liches und strukturelles Pro­blem und nicht nur ein Problem der Musikbranche.

Wie wichtig ist es denn Deiner Meinung nach, als Künstlerin Haltung zu zeigen und politisch zu agieren? Würde es die Künstlerin Gwen Dolyn auch ohne diesen Ansatz geben? Dazu bin ich in den letzten Jahren differenzierter geworden. Ich finde, man kann keine Aussage machen, die nicht politisch ist, schon gar nicht, wenn man damit in die Öffentlichkeit geht. Ich gehe tatsächlich nicht mit einer Agenda an meine Musik heran und ich habe auch nicht den Anspruch an andere Musik, dass da immer eine dezidierte politische Aussage dahinterstehen muss. Wenn sich irgendwas in einem Kontext einordnet, dann ist es politisch – ob man das möchte oder nicht. Ich höre aber super gerne Musik, in der es um Natur oder Tiere geht.

[Wir als große Tierfreunde:] Stark, was ist denn ein guter Tiersong? [Wie aus der Pistole geschos­ sen] „Pet Politics“ von Silver Jews. Na gut, da stecken Politics halt sogar im Namen [alle lachen] Ich würde mir auch wünschen, dass ich viel mehr so eine lustige Künstlerin wäre, die sich so bohemianmäßig in den Park setzt und sagt: „Man kann über alles einen Song schreiben und ich schreibe jetzt über meinen Milchshake und den Strohalm, der darin steckt!“ Es gibt ja diese Menschen, die über jeden Scheiß einen Song schreiben können, damit dann auch zufrieden sind und das ist auch absolut legitim. Ich bin halt bloß niemand von denen, ich bin nicht so mega locker. Ich bin uncool! Ich empfinde Deine Songtexte als ungemein authentisch. Du hast einen tollen Blick fürs Detail und schaffst es, profane Momente abzubilden. Sind Deine Texte immer autobiografisch? Momentan gehe ich einfach von Sachen aus, die mich be­rühren und die mit mir zu tun haben. Das würde wahrscheinlich jede Kreative von sich sagen. Ich übertrage das jedoch nicht in Geschichten über andere Men­ schen, weil ich immer denke, dass es mir dann an Authentizität fehlt. Ich find das aber superspannend und würde das gerne lernen. Wenn ich es mal schaffe, mich aus der Verstrickung mit meinen eigenen Issues künstlerisch zu lösen, werd' ich das vielleicht auch tun. Beim Malen bekomme ich das irgendwie besser hin: Ich liebe es, diverse Körper(-formen) oder Dinge, vor denen ich Angst habe, zu malen. Dinge, die ich an mir selbst kritisiere, auf dem Bild schön zu machen. Das wür­­­de ich gerne auch mehr P | 38

auf mei­ne Musik übertragen.

Was hast Du für die Zukunft denn noch in der Pipeline? Gib uns doch mal einen kleinen Ausblick. Ich bin mega happy, dass ich endlich eine Band gefunden habe, die mich live begleiten kann. Außerdem kommt jetzt eine nächste Single, die heißt „Oxy“. Der Titel ist total nett, weil man da so viel reininterpretieren kann. Handelt es sich um Oxy im Sinne von Sauerstoff, von Drogen oder um das Kuschelhormon? Ich denke, wenn man sich den Song an­hört, weiß man, worum es geht – also wahrscheinlich um alles und nichts. Ein Album ist auch in Planung, aber das dauert noch ein wenig. Und mehr Videos, ich liebe diesen Video­kram einfach und habe zu mei­ner Musik eigentlich immer Bilder im Kopf. Dafür habe jetzt auch jemand, der total Bock hat und ich freu mich total auf die Zusammenarbeit. Danke vielmals für das schöne Gespräch, Gwen. ❉

Gwen Dolyn auf Platte! — Die Debüt-EP „Things To Tell A Crying Girl“ (21 Minuten lang, 5 Tracks) könnt Ihr anhören und kaufen über: gwen-dolyn.com gwen-dolyn.bandcamp.com facebook.com/gwen.dolyn. sound instagram.com/gwen.fm


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ufgeschnappt! Aufgeschnappt! A Stadtkultur-Neuigkeiten REC H E RC H E + T E X T E: M AT I N NAWA B I | FOTO S: ROBE RT W I N T E R (D Ö L L) + T H E DA SS SÄGE BE T T + M A X H A RT M A N (A L L E W E RDE N FA L L E N) + DE D I CAT E + NOR A S C H M E LT E R (EC STAT I C S O L I T U DE)

Was kommt nach dem Meisterwerk? 2019 lieferte Döll in Augen vieler die beste deutsche Rap-Platte des Jahres ab. Auf „Nie Oder Jetzt.“ konfrontierte er seine Hörer mit drastischer Ehrlichkeit. Ein Album als Psychogram eines genialen Geschichtenerzählers voll ergreifender Dichtkunst. Doch womöglich irgendwann im Schatten des eigenen Opus zu stehen, lässt der „Junge aus ‘ner Arbeiterfamilie, der nur Rap kann“ nicht ansatzweise zu – und legt jetzt nach. Mit der neuen EP „Kultur“ geht's wieder dahin, wo es weh tut. Schonungsloser Seelenstriptease auf sechs Tracks. Sucht, Tragödien, Triumphe. Unterstützung hat Döll für die Un­ter­­malung der ungeschönten Einblicke in seine Bio­­grafie von alten Weggefährten bekommen: Gibmafuffi & Enaka, Dexter, Torky Tork haben produziert und Audio88 ist im Feature zu hören. Veröffentlicht wird „Kultur“ am 18. Dezember als Doppel-LP (De­ luxe-Version mit Instrumentals), LP, CD und digital auf Dölls eigenem Label (wie auch schon das Al­-

bum zuvor) – im super elegant-minimalistischen Artwork von Dominik Keller und Joel Carneiro. Ganz groß! doellkommerziell.com und instagram.com/doelloffiziell Abgefahrene Bilder zeigen Triorität in ihrem Video zum Song „Georgio“. Gedreht wurde in Kooperation mit dem Frankfurter Verein Jazz Montez und unter Regie von Bruno Papic auf dem Dach des Städel Museums am Mainufer. Unbedingt anschauen! Im November hatte die Band ihr Debüt-Album „ALG0“ veröffentlicht – ein moderner Jazzentwurf, den das Trio selbst als „Metal Fusion Dancefloor Jazz“ be­ schreibt. trioritaet.bandcamp.com und facebook.com/trioritaet Wir schummeln kurz und schielen nach Berlin: Nadia D'Alòs und Benedikt Frey vereinen auf ihrem neuen Album wieder mal höchst faszinierende Klänge. Das als Init auftretende Elektro-Duo erP | 40


hielt seinen Szene-Ritterschlag schon bereits kurz nach der Gründung. John Talabot holte die bei­den Musiker, die lange Zeit in Darmstadt gelebt und hier ihre ersten Stücke aufgenommen haben, 2015 auf sein Label Hivern Discs. Eben dort erscheint auch „Gravity“. Ihr stets organisch klingender Sound, der sich bisher irgendwo zwischen Acid, Techno und Kraut kartografieren ließ, wirkt ent­lang der elf neuen Stücke verspielter. Während analoge Synthesizer, Drum-Machines und Effekt­ geräte weiterhin das Fundament der pulsieren­den Klangräume bilden, lassen Melodien, PostPunk-Anleihen, Versatzstücke aus New Wave und der verstärkte Einsatz von Text und Gesang (teils verfremdet durch Vocoder) das Album noch atmosphärischer wirken. Erhältlich als Kassette sowie digital. hiverndiscs.com und facebook.com/initinitmusic Mit dem Song „Future Raiders“ wagte sich Meloi, die neue Band um Gitarrist Philip Meloi (Okta Logue), im Spätsommer mit granatenstarkem Sound aus der Deckung, jetzt gibt’s Nachschub. Titel von Single Nummer zwei: „Monaco“. Die vierminütige Hard-Rock-Nummer macht mit der super prägnanten Stimme von Samuel Zamorano (spielt auch bei der Jazz-Funk-Combo Vibe Versa) und aufheulenden Gitarren-Riffs mächtig Bock auf die angekündigte EP. An dieser wird weiterhin fleißig im Studio gearbeitet. Hört mal rein, gibt’s überall im Stream! facebook.com/meloiofficial und instagram.com/meloi_band Yeah, was ein Ohrwurm! Lui Hill stellt die Zeichen auf Funk. Der neue Song „Creatures“ rückt vom atmosphärischen Neo-Soul ab, um sich mit DiscoBeats in Euren Gehörgängen festzusetzen. Ge­ schrie­­ben wurde das Stück im Frühjahr, als Lui Hill alias Philipp Rittmannsperger aus dem Tournee­ trubel gerissen und mit ungewohnter Stille konfrontiert wurde. Einen hörbaren Eindruck haben dabei offenbar Daft Punk und Justice hinterlassen. Cool! Der Vorbote zur neuen EP, angekündigt für das Frühjahr 2021, kommt mit witzigem Videoclip, der ein kunterbuntes Charakter-Ensemble vereint – inklusive Auftritt von P-Fotograf Nouki und kleiner „Thriller“-Referenz zum Abschluss. facebook.com/luihillmusic Mehrfach-News von Gwen Dolyn. Auf die DebütEP „Things To Tell A Crying Girl“ aus dem Frühjahr folgte unlängst das Stück „Uncool“. Der Pop mit Grunge-Sound kommt jetzt noch 'ne Spur kantiger. Klingt richtig gut! Im dazugehörigen Video insze­ niert sich die Musikerin facettenreich in rauer

Optik. Gedreht wurde mit Jan Mangelsdorf und Samuel Maasho an der Kamera sowie Dorna O. von der „Theaterquarantäne“ als Make-up-Künstlerin. Für den Fall, dass irgendwann wieder Konzerte gespielt werden können, ist Gwen ab sofort auch bestens aufgestellt: mit der Backing-Band „The Toyboys“. Mehr erfahrt Ihr über Gwen Dolyn im erhellenden „Blackbox“-Interview ab Seite 34 dieser Ausgabe. gwen-dolyn.com

Seit 32 Jahren mäandern The Dass Sägebett sich durch avantgardistische Klang-Eskapaden aus NDW, Noise und Kraut. Ihr absolut eklektisches Œuvre stellen Hardy Zech, Gerald Wrede, Oliver Kischel und Daniel Albig für die aktuelle Veröffentlichung nun gänzlich neu gedacht vor: „The Dass Sägebett in Dub“. Zehn Titel, vom Frühwerk Ende der 80er bis zu aktuellen Nummern hat man hierfür Gregor von Sivers neu arrangieren lassen – als moderne Dub-Versionen. „Schön umgekrempelt, reduziert und freigeistig bearbeitet“ soll das Ergebnis klingen. Wahnsinn! Die kultige Dadaismus-Institution lässt auch im Jahr 2020 niemandem am Thron sägen. Erscheint am 10. Dezember beim hauseigenen Label Declaration of Santo als Vinyl-LP und wird im Plattenladen „Musik als Hilfe“ erhältlich sein. Mit personellen Überschneidungen zu den gerade Genannten und ebenfalls bei Declaration of Santo ist bereits zu Dezemberbeginn die neue CD von Stahljustiz veröffentlicht worden: „Vier Klassiker des Stummfilms hörbar gemacht“. Start für das Projekt mit selbsterklärendem Titel war im Sommer 2019, nachdem die Musikgruppe bereits Opern und Musicals über die RAF oder etwa eine Sahara-Reise inszeniert hatte. Auf der CD findet Ihr neu vertonte und interpretierte Hörspiel-Versionen expressionis­ tischer Stummfilme. Jeweils knapp 20 Minuten Spielzeit mit Musik, Text und gestraffter Handlung. Gibt’s auch bei „Musik als Hilfe“ zu kaufen. > P | 41


Ob die Mathildenhöhe Weltkulturerbe wird, entscheidet sich nicht mehr dieses Jahr. Eigentlich wollte das Welterbekomitee der UNESCO bereits im Sommer sein Urteil zur 2015 eingereichten Darmstädter Bewerbung abgeben. Das Verfahren verschiebt sich aufgrund der Pandemie um ein Jahr – mit deutlichen Folgen für alle, die auf einen Zuschlag für die historische Künstlerkolonie hoffen. Die Bewerbungen aus der diesjährigen, verschobenen Runde werden dann nämlich zusätzlich mit den Einreichungen aus 2021 in Konkurrenz stehen. Für die weiterhin laufenden Sanierungsarbeiten – deren Umfang durch die UNESCO-Kriterien erhöht ist – sind bisher Kosten von 44 Millionen Euro verplant, mehr als 34 Millionen kommen aus der Kasse der Stadt.

an hoch. Vor ziemlich genau einem Jahr brachten die beiden Label-Partner im kreativen Schulter­ schluss ihr neues Projekt an den Start. Die Prämisse: Dedicate führt Leidenschaft für Musik und urbane Ästhetik zusammen. Für Release Nummer drei wurde diese Idee nun absolut konsequent ge­dacht. Der Sampler „Nuthin' But A She Thang“ umspannt den Globus. 14 instrumentelle Beats von 14 internationalen Künstlerinnen aus acht verschiedenen Ländern wurden zusammengeführt. Darunter: Courtney Hawkins (USA), Sadiva (Australien), Sowall (Südkorea), Usagi (Japan), Ainie (Deutschland). Ein Querschnitt durch das Who's Who der internationalen Szene von BeatProduzen­tinnen. Der bewusste Fokus auf Frauen soll dazu beitragen, Strukturen, die Sichtbarkeit und Talent dieser oft marginalisieren, aufzubrechen, so die Macher. „Das ist kein rein musikalisches Projekt, es ist ein Statement, eine Attitüde.“ Veredelt wird das opulent aufgemachte Vinyl im großzügigen Gatefold durch ein Artwork von Hera. Die Urban-Art-Künstlerin konnte dank einer Kooperation mit dem Graffiti- und Streetwear-Shop Stylefile für die Zusammenarbeit gewonnen werden. Super schick und richtig stark! dedicate-label.com Jahrzehnte lang spielte Markus Arndt in Rockund Punkbands, tummelte sich mit Vorliebe auf Konzerten eben dieser Szene – teils gerne mit Kamera im Anschlag – und wagte sich plötzlich in musikalisch gänzlich neue Gefilde. Aus dem Antrieb, eine Platte im Alleingang zu schreiben und einzuspielen, schlüpfte der Schlagzeuger in seine neue Rolle als Hasenfuss und fuchste sich das Handwerk elektronischer Musik rein. Das Ergebnis des autodidaktischen Komponierens kann sich hören lassen. Tatsächlich musste sich Arndt nach Fertigstellung seiner digital erschaffenen Songs und produzierten Beats jedoch eingestehen, dass diesen etwas Lebendigkeit fehlt. So steuerte der Brite Patrick O. J. Moore – zusammen spielten die beiden Musiker vor Jahren in einer Psychedelic-Rock-Band – Text und warmen Gesang bei. Zusätzlich sind Backing-Vocals und Gitarren weiterer Musiker dezent zu hören. Die so nicht ganz geradlinige Entstehungsgeschichte spiegelt sich im Titel des Albums wider: „Not What I Had In Mind“. Zwölf Songs, stimmige Pop-Musik, die stellenweise an die jüngsten Werke von The Notwist erinnert. Gibt's als digitale Veröffentlichung. Schön! hasenfuss.rocks

Alle Werden Fallen, das Elektro-Duo aus Anabel Möbius (Schauspielerin am Staatstheater Darm­ stadt) und Nicolai Gonther, postulieren: „Komfort ist keine Freiheit“. Die digitale EP mit dem mahnend wirkenden Titel und fünf Tracks wurde di­gi­tal veröffentlicht und ist so ziemlich überall als Stream zu finden. Zu hören gibt‘s Musik, die „Poesie, Punk, Politik und Rave unauflöslich miteinander verbindet“, so die Eigenbeschreibung der Band mit technoidem Sound. Das Musikvideo zu „Ein Tag“ zeigt die zwei an einem unbeschwert sommerlichen Schwimmbadtag – jedoch in post-apokalyptisch wirkender Kulisse. instagram.com/alle.werden.fallen und facebook.com/alle.werden.fallen Der Anspruch, mit dem Phonk D und Grafiker Joel Carneiro (verantwortlich für Cover von Marteria, Mädness, Döll) ans Werk gingen, war von Beginn

Im Querformat wurde der Kalender „Darmstadt Ansichten“ für das kommende Jahr gestaltet. P | 42


Gewünscht ist, „sich künstlerisch mit der Region Frankfurt Rhein Main auseinanderzusetzen“. Bei der Wahl von Format, Medium und Ausgestaltungen werden keine Vorgaben gemacht, vielmehr soll die offene Ausschreibung „neue Zugänge, Deutungen und Darstellungen der Region hervorbringen“. Einsendeschluss für Euren Beitrag samt Konzept ist der 13. Dezember. Weitere Details findet Ihr online: wba-darmstadt.de

Geschmückt sind die Monatsblätter mit Motiven aus dem Dunstkreis der Darmstädter Illustratoren (Martina Hillemann, Hans-Jörg Brehm et al.) unter dem Titel „Nebensaison 2021“. Herausgeber ist der Darmstädter Kommunikationsdesigner Christoph Grundmann. Zu finden ist der Kalender im Darmstädter Buchhandel: Die Variante in DIN A3 kostet 30 Euro, DIN A4 20 Euro. studiocg.de Das Antidiskriminierungsnetzwerk Südhessen hat in Heppenheim ein neues, eigenes Büro be­ zo­­gen. Die Koordinierungsstelle kooperiert mit verschiedenen Partnern in der gesamten Region (Jugendring Darmstadt, Flüchtlingshilfe Heppenheim, Bildungsstätte Anne Frank ...) und vermittelt als übergreifende Anlaufstelle Beratungsangebote, um gesellschaftliche Vielfalt und Anti-Diskriminierungsarbeit zu stärken. adinet-suedhessen.de Die Aktion „Wir für Kultur“ des Vereins Heag Kulturfreunde greift Darmstädter Künstlern und Musikern gegenwärtig wieder unter die Arme. Initiiert wurde das Projekt von Iris Bachmann und Hildegard Förster-Heldmann (Abgeordnete im Hessischen Landtag für die Grünen), die fortwährend Spendenmittel einwerben. Diese werden in Abstimmung mit einer Jury portioniert an lokale Kulturschaffende verteilt. Ihr braucht für Euer künstlerisch-kreatives Projekt finanzielle Unterstützung? Stellt gerne einen Antrag! Das Ganze läuft recht unbürokratisch. wir-fuer-kultur.de

Spritzige, journalistische Online-Formate, die sich mit frischem Blick unkonventionellen oder komplex erscheinenden Themen widmen, sind en vogue. Dass explizit soziologische Fragestellungen dabei eine Leerstelle bilden, will das Projekt Sozioskop ändern. Mit kurzweiligen und dennoch tiefgründigen Reportagen, Dokumentationen und Erklär­ videos werden Zusammenhänge unseres gesellschaftlichen Lebens präzise und unterhaltsam präsentiert. Die erste Folge zum Thema „Minimalismus“ findet Ihr online. Wer Lust hat, im Team mit jungen Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftlern und Medien-Studierenden zu recherchieren, zu filmen und mitzumachen, ist eingeladen, sich zu melden. instagram.com/sozioskop_net Im Sommer 2020 entwickelte ein Kurs des Fachbereichs Gestaltung der Hochschule Darmstadt Arbeiten zu experimentellem Design und Fotografie unter Leitung des Fotografen Peter Oliver Wolff. Weil man sich zuerst über Wochen nur online treffen konnte, rückte das Private in den Fokus. Mit einfachen Mitteln gingen die Studierenden in die reflektierende Auseinandersetzung mit sich selbst. Die entstandenen Portraits, Stillleben und Performance-Werke wurden unter dem Titel „Ecstatic Solitude“ vereint und online publiziert. Eine Print-Veröffentlichung im Verlag Windpark Books folgt demnächst. Spannende, junge Darmstädter Kunst! ecstaticsolitude.com und instagram.com/ecstaticsolitude

20 Jahre Werkbundakademie Darmstadt! Im Jubiläumsjahr stiftet der Verband, der sich der Förderung von Kunst und Kultur verschrieben hat und mit Schwerpunkt Dialog und Diskurs zu Stadtentwicklung lanciert, einen neuen interdisziplinären Kunstpreis. „Regional Gestalt RheinMain“ ist mit 3.000 Euro dotiert. Zum Wettbewerb eingeladen sind Kreative (auch Studierende) jeder Disziplin. P | 43


Lindbergh, Lotz und Makishima Unsere Kunst-Highlights für Dezember 2020 + Januar 2021 AUSWAHL + TEXTE: JULIA HICHI | ABBILDUNGEN: PETER LINDBERGH (1) + HEINZ W. LOTZ (2) + TAKESHI MAKISHIMA (3) + NICOLE NICKEL (4) + JÜRGEN MAI, BAUVEREIN AG (5) + ANDRÉ HIRTZ (6)

Zeitlose Eleganz Peter Lindbergh gehört zu den einflussreichsten Modefotografen, der zahllose weltweit bekannte Supermodels abgelichtet hat. Inspiriert vom Realis­ mus des Fotojournalismus zeigen seine überwiegenden Schwarz-Weiß-Aufnahmen den Kontrast zu einer scheinbar perfekten, oberflächlichen Mode­ industrie, indem die Models in einem selbstbewussten, individuellen Habitus dargestellt werden. Die Besonderheit der Ausstellung ist, dass der Künstler noch zu Lebzeiten selbst als Kurator an der Verwirklichung seiner Werkschau mitarbeitete. —­ 04.12.2020 bis 07.03.2021 Hessisches Landesmuseum Darmstadt, Friedensplatz 1 hlmd.de

2 Farbige Experimentierfreude In der Regionalgalerie im Regierungspräsidium werden anlässlich des diesjährigen Kultursommers Südhessen (KUSS) die Arbeiten von Heinz W. Lotz ausgestellt, die sich direkt aus dem Atelier des Künstlers am zentralsten Punkt der Stadt unter einem Dach versammeln. Mit dem Titel „Alles im Eimer 3.0“ zeigt die Ausstellung Malereien, Zeich­ nungen, Skulpturen und Installationen des Künstlers, die aus einem überzeugenden Gestus heraus parallel, ja gleichzeitig entstehen, und aus denen sich groteske Bildmotive formen. —­ Läuft bis 26.02.2021 Regionalgalerie im Regierungspräsidium, Luisenplatz 2 kultursommer-suedhessen.de

Sehnsuchtsorte

Inspiriert vom Meer und der japanischen Millionen­ metropole Fukuoka vereint Takeshi Makishima Raum und Zeit diffus miteinander und lässt sur­ reale Traumwelten entstehen. In seiner Malerei findet er philosophische Formulierungen, die eine innerbildliche Metaebene erzeugen. Eigens für die Kunsthalle fertigte der Künstler einen Zyklus von sechs großformatigen Arbeiten an, die im Foyer ausgestellt werden. Somit kann die Ausstellung auch außerhalb der Öffnungszeiten besucht werden. —­ Läuft bis 04.04.2021 Kunsthalle Darmstadt, Steubenplatz 1 kunsthalle-darmstadt.de

Neue Perspektiven

Die Galerie Netuschil verlängert ihre Ausstellung mit Collagen, Siebdrucken, digitalen Zeichnungen und Reliefs von Nicole Nickel sowie Beton-Skulpturen von Friedemann Grieshaber bis Mitte Februar nächsten Jahres. Beide Künstler gehen mit ihren geometrischen Konstruktionen auf unterschiedliche Weise mit räumlichen Dimensionen um. Neben wöchentlichen Angeboten und vielen veröffentlichten Publikationen zu Ausstellungen und Künstlern bietet der galerieeigene Youtube-Kanal die Möglichkeit, sich bequem von zu Hause aus Videos zur Kunst anzusehen. —­ Verlängert bis 16.02.2021 (Winterpause: 20.12.2020 bis 06.01.2021) Galerie Netuschil, Schleiermacherstraße 8 galerie-netuschil.net P | 44


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5 Alles in Bewegung Unter dem Titel „Bewegte Form“ stellt die Bauverein AG die Werke zweier Künstler aus, die sich auf konträre Weise dem Thema nähern. Die Malerei von Çiğdem Aky stellt schemenhaft und gleichzeitig präzise die Spuren des Pinsels auf der Leinwand dar, schafft transzendente Ausblicke und lässt die Farbe selbst zum Motiv ihrer Bilder werden. Die Stahlskulpturen von Jürgen Heinz bewegen sich zwischen Schwere und Leichtigkeit, die das Gravi­ tationsgesetz für einen Moment scheinbar überlisten. Die Ausstellung findet analog und digital statt. —­ Läuft bis (mindestens) 30.12.2020 – nur nach Anmeldung: (06151) 2815584, uk@bauvereinag.de Foyer der Bauverein AG, Siemensstraße 20 Virtueller Rundgang und Künstlerinterviews online unter: treffpunktkunst.bauvereinag.de

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Kunstspaziergang durch die Stadt 6

Beim Winterspaziergang durch die Stadt kann die Ausstellung „Trautes Heim“ besichtigt werden: Riesige Bilder-Kuben stehen an prominenten Orten der Stadt im Freien, wodurch man regelrecht gezwungen wird, dem Trubel des Alltags zu entfliehen und sich den humorvollen Fotografien im öffentlichen Raum zu widmen. Neu auf dem Ausstellungsrundweg installiert wurden Bilder von Christian Retschlag aus der Serie „High Noon“ und Lars Tunbjörks Serie „Office“, die sich an einem Durchgangsweg im Herrngarten befinden. —­ Verlängert bis 20.12.2020 Öffentlicher Stadtraum: Friedensplatz, Schlossgraben, Karolinenplatz, am Herrngarten (Ausgangspunkt: Konsum Mathildenhöhe, Pützerstraße 6). tu-darmstadt.de/kunstforum

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B-Movies, Nischen-, Kinder- und Kurzfilme Unsere Streaming-Tipps im Dezember 2020 + Januar 2021 AUSWAHL + TEXTE: DIRK HENNINGER | FOTO: SHORT OF THE WEEK (FILM-STILL: „JE FINIRAI EN PRISON")

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1 Mehr Vielfalt durch Flatrate in der Flatrate ­

Amazon Prime Video ist neben Netflix der bekannteste Streaming-Dienst. Was viele nicht wissen: Für eine Extra-Monatsgebühr von 3 bis 8 Euro gibt es zusätzlich Zugriff auf mehr als 50 Channels von Fremdanbietern wie Mubi, Starzplay, Animax Plus, Home of Horror, Filmtastic und Arthouse CNMA, deren Filme, Serien, Dokus und mehr damit unbeschränkt verfügbar sind – und zwar innerhalb des übergeordneten Dienstes, also auch bequem über die Smart-TV-App. So entsteht durch Nischenprogramme und spezielle Genrefilme mehr Vielfalt. —­ Amazon Prime Video Channels amazon.de/primevideo

B-Movies und vereinzelte Filmperlen ­ 2

2.500 kostenlose Spielfilme bietet „Netzkino“ völlig legal ohne Registrierung oder Anmeldung. Zur Auswahl stehen die elf Genres Anime, Thriller, Arthouse, Horror, Action, Science-Fiction, Komödie, Drama, Asia, Liebes- und Kinderfilm plus „Kino ab 18“ sowie „Themenkino“: etwa Kriegs- oder Zombie­­filme und – besonders interessant für Trash-­Fans – „Mockbuster“, also billig produzierte Trittbrettfahrer-Filme von Blockbustern. Neben vor allem B-Movies gibt es auch echte Filmperlen und weniger bekannte Werke mit Hollywood-Stars. —­ Netzkino netzkino.de P | 48


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Interessantes für Kids bis elf Jahre ­ 3

Kostenlose Serien, Tier-, Zeichentrick- und „Lehrfilme“ für Kinder bis elf Jahre bietet „Kixi Free“. Das legale Angebot kann nach Altersfreigaben ausgewählt werden, weil es auch in „Filme mit FSK 0“ (für die ganz Kleinen) und „Filme mit FSK 6“ sortiert ist. Bei den Lehrfilmen dominieren Erklärbeiträge über Schulfächer, Polizei-, Feuerwehrund Bauernhof-Themen sowie Spezialfahrzeuge wie Schneefräsen oder Kehrmaschinen. „Musik für Kinder“ gibt es auch noch. Wer das Programm werbefrei will, muss nur den Adblocker aktivieren. —­ Kixi Free Kixi-free.de

Internationale Kurzfilme aller Genres ­ 4

Bei „Short of the Week“ dreht sich alles um Kurz­­­filme. Eine vierstellige Zahl aus megavielen Kategorien wie Dokus, Animation, Drama und Ko­mödie – um nur die beliebtesten zu nennen – wird dort kostenlos und legal angeboten. Auch aus Deutschland stammen knapp 50 Beiträge. Jeden Monat gibt es (immer nachträglich noch verfügbare) kuratierte Highlights sowie Ausblicke auf oder Best-ofs von Kurzfilm-Festivals. Außerdem kommen Filmemacher*innen in journalistischen Texten oder Interviews zu Wort, in denen Videos eingebettet sind. —­ Short of the Week shortoftheweek.com

Öffnen die Kinos? —­ Bei Redaktionsschluss dieser Doppelausgabe war leider unklar, ob die Darmstädter Kinos im Dezember und/oder Januar öffnen dürfen. Falls sie öffnen, findet Ihr unsere Kinofilm-Tipps online unter p-stadtkultur.de/filme. P | 49

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Die Jahresausstellung des Fachbereichs Architektur TU Darmstadt Ein Team engagierter Studierender verschiedener Semester organisiert die 24. Jahresausstellung des Fachbereichs, die seit 1997 herausragende Leistungen der Fakultät präsentiert.

Für die Ausstellung im Frühjahr 2021 sind wir auf der Suche nach Flächen, auf denen wir Plangrafiken, Architekturmodelle und Skulpturen präsentieren können.

Aufgrund der aktuellen Lage wird die Ausstellung in diesem Jahr virtuell und 2021 im Stadtraum Darmstadts stattfinden.

Sie haben eine Idee und möchten uns unterstützen? Dann melden Sie sich bei uns!

Online-Ausstellung ab 03. Dezember http://www.sichten24.de info@sichten.tu-darmstadt.de @sichten_darmstadt @Sichten


Kalender Dezember 2020 ACHTUNG!: Je nach gesetzlichen Vorgaben können Veranstaltungen auch kurzfristig untersagt werden. Alle Angaben ohne Gewähr. Updates: partyamt.de

DIENSTAG, 01.12.2020 Lesung: Volker Weidermann: Brennendes Licht - ... Konzert: Elias 'Fuzzy' Dahlhaus (Jazz Jam) Tuesday Night Live - 20 Questions on Architecture

19:30 h Centralstation (Saal) 21:00 h Goldene Krone (Kneipe) 19:00 h Online (WorldWideWeb)

> 04

MITTWOCH, 02.12.2020 Vortrag: Lothar Andrée - Queer im Alter Lesung: Banken, Bembel und Banditen - ... Kabbaratz: Ich find's so schön, wenn der Baum ... Å PÄVI Concept Store Eröffnung Konzert: Brew Berrymore (Indie-Rock) Vortrag: Positionen & Perspektiven

20:00 h 19:30 h 20:30 h 12:00 h 21:00 h

Online (WorldWideWeb) Centralstation (Saal) HalbNeun Theater Pallaswiesenstr.19 Goldene Krone (Kneipe) Online (WorldWideWeb)

> 84 01 > Volker Weidermann.

DONNERSTAG, 03.12.2020 Jam-A-Coustic mit Gorilla Radio (live) Eisprung - die coverfreie Akustikjamsession Mittelmeer-Monologe Lesung: Stefan Benz - Theaterherz III Mariannes Chansonabend Rockclub mit Peter e.S. Seymour - Der Film Freies Kickertraining

20:00 h 20:00 h 19:30 h 19:30 h 19:00 h 22:00 h

Roßdörfer Biergarten Sumpf Centralstation (Saal) Künstlerkeller im Schloss Jagdhofkeller Goldene Krone (Rockybar) Online (WorldWideWeb) > 05 20:15 h Goldene Krone (Kneipe)

FREITAG, 04.12.2020 Konzert: Schöne Mannheims - Entfaltung Theater: Der kleine Lord Ausstellung: Goldene Geburt Krönchen Pop up Cocktailbar Konzert: Rasselbande (Indie & Punk) Garage Sabotage mit The Jan

20:30 h 20:00 h 12:00 h 21:00 h 22:00 h 22:00 h

HalbNeun Theater Neue Bühne Atelierhaus Goldene Krone (Disco) Goldene Krone (Kneipe) Goldene Krone (Rockybar)

02 > Goldene Geburt. ANZEIGE


Konzert: Cherry Bomb - Tribute to Glam Metal First Friday mit AR Lonz PopUp_Zwischen_Shop Klanginstallation: Living Piano Room

22:00 h Goldene Krone (Saal) 20:00 h Online (WorldWideWeb) 16:00 h Atelier DADAzwischen Atelier Siegele

> 08

SAMSTAG, 05.12.2020

03 > Atelier Siegele.

Kabarett: Sia Korthaus - Oh Pannenbaum Theater: Bernd Lafrenz - Romeo & Julia 88. Mollerkoller Hallenbar mit DJ Team Red Needlewood Theater: Der kleine Lord PopUpStore DA - DeValdes + Zwiebelfische Konzert: Trio Dolce Konzert: GallerStolzPötsch Krönchen Pop up Cocktailbar Rock'n'Roll Rumble Krone-Slam Die Besondere Platte PopUp_Zwischen_Shop Klanginstallation: Living Piano Room

20:30 h 20:00 h 20:30 h 21:00 h 20:00 h 11:00 h 20:00 h 20:00 h 21:00 h 22:00 h 20:00 h 21:00 h 16:00 h

HalbNeun Theater Agora Theater Moller Haus Centralstation (Halle) Neue Bühne PopUpStore, Lauteschlägerstr. 7 Hoffart Theater Bess. Knabenschule (Halle) Goldene Krone (Disco) Goldene Krone (Rockybar) Goldene Krone (Saal) > 08 Radio Darmstadt Atelier DADAzwischen Atelier Siegele > 08

16:00 h 12:00 h 16:00 h 18:00 h 16:00 h

Jagdhofkeller Jugendhof Bessunger Forst Pauluskirche Pauluskirche Atelier DADAzwischen Atelier Siegele > 08

SONNTAG, 06.12.2020 Konzert: Cécile Corbel Forst-Love-Café Gang durch den Advent I Gang durch den Advent II PopUp_Zwischen_Shop Klanginstallation: Living Piano Room

MONTAG, 07.12.2020 Konzert: Baby Kreuzberg (Songwriter)

21:00 h Goldene Krone (Kneipe)

DIENSTAG, 08.12.2020 Lieblingsbücher vorgestellt Konzert: Krone Old Stars Orchestra (Jazz) Tuesday Night Live - 20 Questions on Architecture 04 > GallerStolzPötsch. ANZEIGE

19:00 h Literaturhaus 21:00 h Goldene Krone (Kneipe) 19:00 h Online (WorldWideWeb)


MITTWOCH, 09.12.2020 Konzert: Mainhätten Ramblers (Blues, Soul & Rock) Vortrag: Positionen & Perspektiven

21:00 h Goldene Krone (Kneipe) Online (WorldWideWeb)

DONNERSTAG, 10.12.2020 Comedy: Dave Davis - Ruhig, Brauner! 128qm Konzert: Children Eisprung - die coverfreie Akustikjamsession Soul, Funk & Rares mit The Groove Cookbook Freies Kickertraining

20:00 h 20:00 h 20:30 h 22:00 h 20:15 h

Centralstation (Saal) 806qm (128qm) Sumpf Goldene Krone (Rockybar) Goldene Krone (Kneipe)

20:00 h 20:30 h 20:30 h 20:00 h 21:00 h 22:00 h 22:00 h

Centralstation (Saal) HalbNeun Theater Bessunger Knabenschule (Halle) Hoffart Theater Goldene Krone (Disco) Goldene Krone (Kneipe) Goldene Krone (Rockybar)

20:00 h 19:00 h 20:30 h 21:00 h 20:00 h 20:00 h 20:00 h 00:10 h 21:00 h 22:00 h 22:00 h

Wagenhalle, Griesheim Innenstadtkirche St. Ludwig HalbNeun Theater Centralstation (Halle) Neue Bühne Vinosone Online (WorldWideWeb) > 08 Pop-up-Store, Lauteschlägerstr.7 Goldene Krone (Disco) Goldene Krone (Kneipe) Goldene Krone (Rockybar) Online (WorldWideWeb)

FREITAG, 11.12.2020 Dichterschlacht spezial: Eine*r gegen alle Kabarett: Die Buschtrommel Konzert: Manfred Bründl's Double Image Weihnachten mit Nid de Poule (live) Krönchen Pop up Cocktailbar Konzert: Riot In The Attic (Stoner & Grunge) Singleshingaling mit DJ Shock Travolta

05 > Dichterschlacht.

SAMSTAG, 12.12.2020 Kabarett: Ramon Chormann - Ferz mit Krigge Konzert: 25 Jahre Vocalensemble Konzert: Brandy Beatles Complete Band Hallenbar mit Charalampos Theater: Der kleine Lord Konzert: VIP Konzert: The Dass Sägebett Schöne illustrierte Dinge kaufen Krönchen Pop up Cocktailbar Konzert: Frankfurter Drehorgelmann Strictly British mit DJ Kai Seymour - Der Film

SONNTAG, 13.12.2020 Konzert: Brothers In Arms (Dire Straits Cover) Theater: Der kleine Lord

19:30 h HalbNeun Theater 18:00 h Neue Bühne

06 > Nid de Poule. ANZEIGE

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MONTAG, 14.12.2020 Konzert: B, E & CK (Songwriter)

21:00 h Goldene Krone (Kneipe)

DIENSTAG, 15.12.2020 Konzert: Elias 'Fuzzy' Dahlhaus (Jazz Jam) Tuesday Night Live - 20 Questions on Architecture

21:00 h Goldene Krone (Kneipe) 19:00 h Online (WorldWideWeb)

MITTWOCH, 16.12.2020 Konzert: Eamonn McCormack (Songwriter) Vortrag: Positionen & Perspektiven

21:00 h Goldene Krone (Kneipe) Online (WorldWideWeb)

DONNERSTAG, 17.12.2020 Eisprung - die coverfreie Akustikjamsession Musikalische Kabarett: Volkmar Staub & das ... Wiedersehensparty / Toiletteneinweihung Soul, Funk & Rares mit The Groove Cookbook Freies Kickertraining 07 > Carsten Höfer.

20:00 h 20:30 h 18:00 h 22:00 h 20:15 h

Sumpf HalbNeun Theater Hoffart Theater Goldene Krone (Rockybar) Goldene Krone (Kneipe)

20:30 h 22:30 h 20:00 h 20:00 h 21:00 h 22:00 h 22:00 h

HalbNeun Theater Centralstation (Saal) Theater Moller Haus Neue Bühne Goldene Krone (Disco) Goldene Krone (Kneipe) Goldene Krone (Rockybar)

20:30 h 20:00 h 18:00 h 20:00 h 21:00 h 20:00 h 20:00 h 20:00 h 21:00 h

HalbNeun Theater www.tobivorwerk.de Centralstation (Saal) Theater Moller Haus Centralstation (Halle) Neue Bühne Vinosone Agora Goldene Krone (Disco)

FREITAG, 18.12.2020 Kabbaratz: Ich würde alles für mich tun Konzert: Mädness und Döll - Aja, Weihnachten Die theater INC Weihnachtsshow Theater: Der kleine Lord Krönchen Pop up Cocktailbar Konzert: Urban Fox (Songwriter) Rockyremmidemmi mit Sir N

SAMSTAG, 19.12.2020 Kabarett: Carsten Höfer - Der Weihnachtsversteher Livestream: Tobi Vorwerk & Freunde Konzert: Mädness und Döll - Aja, Weihnachten Zaubersalon 2020 Hallenbar mit Kollege Schnürschuh Theater: Der kleine Lord Konzert: Duo Kham Konzert: Humberto Colacio & Darja Goldberg Krönchen Pop up Cocktailbar

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SONNTAG, 20.12.2020 Kabarett: Charly Landzettel - Jedzd hammer die ... Theater Lakritz - Bunte Mischung Film: Datterich-Festival - Die Doku Konzert: Duo Kham Konzert: Carmen Souza & Theo Pascal

11:00 h 20:00 h 18:00 h 17:00 h 20:00 h

HalbNeun Theater Theater Moller Haus Centralstation (Saal) Bessunger Knabenschule (Halle) Agora

MONTAG, 21.12.2020 Konzert: Bernd Rinser (Roots Rock)

21:00 h Goldene Krone (Kneipe)

DIENSTAG, 22.12.2020 Theater: Der kleine Lord Konzert: Krone Old Stars Orchestra (Jazz) Tuesday Night Live - 20 Questions on Architecture

20:00 h Neue Bühne 21:00 h Goldene Krone (Kneipe) 19:00 h Online (WorldWideWeb)

Kabbaratz: Ich find's so schön, wenn der Baum ... Konzert: René Moreno (Reggae & Latin)

09 > Carmen Souza.

MITTWOCH, 23.12.2020 20:30 h HalbNeun Theater 22:00 h Goldene Krone (Kneipe)

DONNERSTAG, 24.12.2020 Kabbaratz: Ich find's so schön, wenn der Baum ... Eisprung - die coverfreie Akustikjamsession Singleshingaling mit DJ Shock Travolta

20:30 h HalbNeun Theater 22:30 h Sumpf 22:00 h Goldene Krone (Rockybar)

FREITAG, 25.12.2020 Kabbaratz: Ich find's so schön, wenn der Baum ... Rockclub mit Peter e.S. Krönchen Pop up Cocktailbar Konzert: The Cox (Rock) Saal-Karaoke mit Stritti

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SAMSTAG, 26.12.2020 Krönchen Pop up Cocktailbar Konzert: Jost Alone (20s bis 50s)

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10 > Kabbaratz. ANZEIGE


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SONNTAG, 27.12.2020 Theater: Der kleine Lord

18:00 h Neue Bühne

MONTAG, 28.12.2020 Theater: Der kleine Lord

20:00 h Neue Bühne

DIENSTAG, 29.12.2020 Theater: Der kleine Lord Konzert: Elias 'Fuzzy' Dahlhaus (Jazz Jam)

20:00 h Neue Bühne 21:00 h Goldene Krone (Kneipe)

11 > Elias 'Fuzzy' Dahlhaus.

DAS JAHR 2020 GEHT STILL ZU ENDE - bei Redaktionsschluss war es keinem Veranstalter möglich, eine Silvesterparty zu planen. Für kurzfristige Updates klickt bitte www.partyamt.de. Wir wünschen Euch einen guten Start ins neue Jahr – 2021 geht’s bergauf! Bleibt gesund und munter! Euer Team vom P Stadtkulturmagazin + Partyamt Darmstadt ANZEIGE

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Es gibt mehrere Wege die Centralstation zu unterstützen. Wir bitten alle Ticketkäufer*innen, ihre Eintrittskarten zu behalten und einen Ersatztermin abzuwarten. Außerdem kann der zurückerstattete Betrag einer abgesagten Veranstaltung über den Verein Kulturfreunde Centralstation e.V. gespendet werden – ab 50 € wird dafür auch eine Spendenquittung ausgestellt. Infos: www.kulturfreunde–centralstation.de

Updates: www.centralstation–darmstadt.de


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Kalender Januar 2021 ACHTUNG!: Je nach gesetzlichen Vorgaben können Veranstaltungen auch kurzfristig untersagt werden. Alle Angaben ohne Gewähr. Updates: partyamt.de

SONNTAG, 03.01.2021 Zaubershow: Die Magier 3.0

18:00 h Centralstation (Saal)

DONNERSTAG, 07.01.2021 Eisprung - die coverfreie Akustikjamsession Freies Kickertraining

20:30 h Sumpf 20:15 h Goldene Krone (Kneipe)

12 > Die Magier 3.0.

FREITAG, 08.01.2021 Dinnershow: Geisterjäger John Sinclair Theater: Der kleine Lord Kabarett: Peter Vollmer Digitale Vernissage: Clickin‘ with Clax Live: Ronny Graupe - Spoom

19:00 h 20:00 h 20:30 h 18:00 h 20:30 h

Burg Frankenstein (Restaurant) Neue Bühne HalbNeun Theater Online (WorldWideWeb) > 10 Bess. Knabenschule (Halle) > 10

SAMSTAG, 09.01.2021 Theater: Der kleine Lord Konzert: Martial Frenzels Big Bubu (Akustik-Jazz) Kabarett: HG Butzko - Aber witzig

20:00 h Neue Bühne 20:00 h Hoffart Theater 20:30 h HalbNeun Theater

> 10 13 > HG Butzko.

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SONNTAG, 10.01.2021 Kabarett: Stephan Bauer - Vor der Ehe wollt´ich... Konzert: Apropos Jazz

20:30 h HalbNeun Theater 19:00 h Bess. Knabenschule (Halle) > 10

DIENSTAG, 12.01.2021 Tuesday Night Live - 20 Questions on Architecture Konzert: Matchtape Chansonabend mit Tobias Rank

19:00 h Online (WorldWideWeb) 20:00 h Centralstation (Saal) 19:00 h Literaturhaus

> 10 > 10

DONNERSTAG, 14.01.2021 Konzert: Johanna Summer Freies Kickertraining

20:00 h Centralstation (Saal) 20:15 h Goldene Krone (Kneipe)

> 10

20:00 h 20:00 h 19:00 h 20:30 h 20:00 h 20:00 h

Centralstation (Saal) Neue Bühne Galerie Netuschil HalbNeun Theater Maritim Hotel Theater im Pädagog

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FREITAG, 15.01.2021

14 > Walk-a-Tones.

Konzert: Leo Betzl Trio (Minimal Techno Jazz) Theater: Der kleine Lord Finissage: Nicole Nickel & Friedemann Grieshaber Kabarett: Reiner Kröhnert - geTwitterCloud Interiour Sound Design Live: Junodori meets Thea Florea

> 10 > 10

SAMSTAG, 16.01.2021 Comedy: Kunz & Brosius Theater: Der kleine Lord Konzert: Walk-a-Tones Konzert: An Cat Dubh JazzTalk: ToneGallery

SONNTAG, 17.01.2021 Kabarett: Leipziger Pfeffermühle

20:30 h HalbNeun Theater

MITTWOCH, 20.01.2021 Vortrag: Positionen & Perspektiven

Online (WorldWideWeb)

DONNERSTAG, 21.01.2021 15

Comedy: Nektarios Vlachopoulos - Ein ganz ...

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Eisprung - die coverfreie Akustikjamsession Freies Kickertraining

20:30 h Sumpf 20:15 h Goldene Krone (Kneipe)

FREITAG, 22.01.2021 Hallenbar mit Welcome To The Robots Kabarett: Hans Gerzlich - Das bisschen Haushalt Welcome To The Robots (Multi-Media-Vortrag)

22:00 h Centralstation (Halle) 20:30 h HalbNeun Theater 20:00 h Centralstation (Saal)

> 12

SAMSTAG, 23.01.2021 Theater: Der kleine Lord Kabbaratz: Ich würde alles für mich tun

20:00 h Neue Bühne 20:30 h HalbNeun Theater

SONNTAG, 24.01.2021 Theater: Der kleine Lord Comedy: Martin Sierp - Mein bestes Stück Rundgang in der Liberale Synagoge-Gedenkstätte

18:00 h Neue Bühne 20:30 h HalbNeun Theater 14:30 h Online (WorldWideWeb)

MONTAG, 25.01.2021 16

Vortrag: Vergessene Darmstädter Jüdinnen und Juden 20:00 h Online (WorldWideWeb)

> Vortrag.

DIENSTAG, 26.01.2021 Lesung: Max Goldt Musikalische Lesung zu John Lennons Todestag

20:00 h Centralstation (Saal) > 14 20:30 h Künstlerkeller im Schloss > 12

MITTWOCH, 27.01.2021 Lesung: Max Goldt Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus Vortrag: Positionen & Perspektiven

20:00 h Centralstation (Saal) 11:00 h Centralstation (Saal) Online (WorldWideWeb)

> 14

DONNERSTAG, 28.01.2021 Konzert: Onair - Identity - The Playlist of Life Freies Kickertraining

20:00 h Centralstation (Saal) 20:15 h Goldene Krone (Kneipe)

FREITAG, 29.01.2021 Konzert: Kai & Funky (Ton Steine Scherben) mit Gym Theater: Chaim & Adolf Theater: Der kleine Lord Konzert: Mallet - Man On Fire

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SAMSTAG, 30.01.2021 Theater: Chaim & Adolf Konzert: Boppin B - We Don´t Care Tour Theater: Der kleine Lord Konzert: Kleine Reise Whiskytasting mit Le Cairde (live) Kabarett: Thomas Schreckenberger - Hirn für alle

20:00 h 20:00 h 20:00 h 20:00 h 19:30 h 20:30 h

Theater Moller Haus Centralstation (Saal) Neue Bühne Hoffart Theater Jagdhofkeller HalbNeun Theater

SONNTAG, 31.01.2021 Vernissage: Neue Bilder von Gerd Winter

11:00 h Galerie Netuschil

18 > Boppin B.

KALENDER UPDATES TÄGLICH

Dieser Kalender entsteht in enger Zusammenarbeit mit

| FeierAbendKultur in Darmstadt.

Alle Events, die bis zum 15. des Vormonats auf www.partyamt.de eingetragen werden, erscheinen automatisch und kostenfrei hier im Stadtkulturmagazin P.

Bildnachweise Veranstaltungskalender: 01: Reto Klar | 02: Bernhard & Meyer | 03: Jan Ehlers | 04: Zürich | 05: Christoph Worsch | 06: Nid de Poule | 07: Carsten Höfer 08: Tobi Vorwerk | 09: Carmen Souza | 10: Kabbaratz | 11: Jan Ehlers | 12: Christopher Huppertz | 13: HG Butzko | 14: Walk-a-Tones | 15: An Cat Dubh | 16: Förderverein Liberale Synagoge e. V. | 17: Axel Martens | 18: Dirk Behlau ANZEIGE

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El mundo es pequeño Die Welt ist klein

உலகம் சிறியது

Ο κόσμος είναι μικρός

Dünya küçüktür Adunyada way yartahay 世界很小

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Il mondo è piccolo Verden er liten

მსოფლიო პატარაა

A világ kicsi Bota është e vogël

Thế giới nhỏ bé The world is small

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So 19.12. | 19.00 Uhr | Italienisches Duo Duo Kham Marta/Piano & Flavia/Violine

Sa 19.12. // 17:00 Rhein-Main-Magic Zaubersalon 2020 6+ Fr18.12. // 20:00 theater INC.Darmstadt Die theater INC. Weihnachtsshow 14+ Das vollständige Programm finden Sie auf unserer Webseite. Sandstraße 10 | 64283 Darmstadt | Telefon 06151-26540

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FRIEDE, FREUDE – NO FUTURE Sub- und Popkultur in Darmstadt – eine Retrospektive. Folge 3: die 80er-Jahre TEXT: GÖSTA GANTNER | ABBILDUNGEN: STADTARCHIV DARMSTADT („KÜNSTLER FÜR DEN FRIEDEN" + EHEMALIGE BESSUNGER KNABENSCHULE) + KARL REISS (SUMMERNIGHT OPEN AIR) + JÜRGEN „JOJO" RELLIG (LOPO'S WERKSTATT) + GERALD WREDE (THE DASS SÄGEBETT) + DIE ARSCHGEBUIDEN & FREUNDE (FLYER „METZGERS DARMSTADT“)

Es wird kälter, und das kulturelle Leben friert ein. In Zeiten der Pandemie richten wir unseren Blick zurück auf musikalische Entwicklungen der letzten 70 Jahre in Darmstadt, die ähnlich viral gingen wie Covid-19. Gösta Gantner lässt einige Sternstunden der Darmstädter Sub- und Popkulturszene aufleben.

Folge 3: Die 80er-Jahre in Darmstadts Rock- und Popszene Die Welt rüstete auf, der Kalte Krieg tobte. Leicht lassen sich Parallelen zu heute finden und doch könnten die Unterschiede kaum größer sein: In den 80er-Jahren setzten sich Darmstädter Kulturakteure, politische Initiativen und die StudieP | 66


rendenvertretungen der hiesigen Hochschulen nachdrücklich für friedenspolitische Belange ein. Höhepunkte dieser Aktivitäten war sicherlich das Großereignis „Künstler für den Frieden“ 1983. Auf diesem Kongress und Festival spielten auf neun Bühnen über 40 Musikgruppen (siehe abgebildeter Flyer links). Die Deutsche Bundesbahn organisierte sieben Sonderzüge aus dem süddeutschen Raum. Die Politisierung des kulturellen Lebens schlug sich auch in der Gründung des soziokulturellen Zen­trums Bessunger Knabenschule im Jahr 1983 nieder. Hier stehen Räumlichkeiten für eine Kinderwerkstatt, für Jugendarbeit und interkulturellen Austausch zur Verfügung. Im Keller wurden acht Bandprobe­ räume geschaffen – ein Mangelgut in Darmstadt; andere Kellerräume werden für private Partys und kleine Konzerte genutzt. Größere Musikkonzerte, Theater- und Kleinkunstveranstaltungen finden in der ehemaligen Turnhalle statt. Die Knabenschule versteht sich als Gegenpol zu kommerziellen Ein­ richtungen und ist im linksalternativen Milieu zu verorten. Daran dürfte der rastlose Jürgen Barth nicht ganz unschuldig sein, der nach stürmischen Jahren in der Studentenbewegung für die „Grünen“ (zwischenzeitlich für „Uffbasse“) auf kommunalpolitischer Ebene aktiv war und ist. Gemeinsam mit Bernd Breitwieser prägte er das bis heute florierende Kulturzentrum nachhaltig.

Golden Summernights und Darmstädter Rockwettbewerbe Trotz und wegen dieser milieuspezifischen Entwicklungen kommt Rock- und Popmusik in den Mittelschichten an, sie wird in den 80ern zu Mainstream. Was lange Zeit als abtrünnige Jugendsubkultur galt und von den gesellschaftlichen Eliten hierzulande verachtet, belächelt oder ignoriert wurde, erobert fortan die bürgerlichen Schichten. Großveranstaltungen wie die Golden Summernight Concerts unter freiem Himmel im Böllenfalltorstadion – 1981 mit Foreigner, Kansas, Blue Öyster Cult, Motörhead sowie

1983 mit The Police, UB 40, Kajagoogoo, Joan Jett und Gianna Nannini – zeugen davon. Auch die Kulturförderung durch die Stadt Darmstadt setzte Anfang der 80er-Jahre in diesem musikalischen Segment ein. Neben von der Stadt organisierten Konzerten wurden Startchancen für die freie Musikszene eröffnet. Dazu zählte die Finanzierung von Equipment, Licht- und Tontechnik etwa in der Bessunger Knabenschule und die Beratung von Künstler*innen. Außerdem wurden Übungsräume und Sampler mit Songs verschiedener Musikgruppen aus der Region gefördert. Der erste Darmstädter Rockwettbewerb namens „Rock-Szene Darmstadt '86“ mit Preisgeldern in Höhe von insgesamt 24.000 D-Mark wurde großteils von der Sparkasse Darmstadt finanziert. Beworben hatten sich 87 Gruppen aus Darmstadt und Umgebung, das Finale mit zehn Bands wurde am 30. Januar 1987 in der Bessunger Turnhalle ausgerichtet. Gewinner war Clitch. Insgesamt wurde dieser Preis fünfmal vergeben. 1988 gewann One Word Up, 1990 Crazy 'bout Kinski, 1993 Waste the Taste und 1996 Phunk M.O.B. >

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Lopo‘s Werkstatt: Eingang zwischen den Straßenbahnen

The Dass Sägebett in der Oetinger Villa, 1984

Lopo’s, Eledil und Smuggler's Inn Die 80er waren das Jahrzehnt von Lopo's Werkstatt (1979 – 1993). Neben Diskoabenden gab es feinste Livemusik, hier traten namhafte Künstler*innen wie Hot Chocolate, Joe Cocker, Uriah Heep, BAP, Fehlfarben – und fast auch Depeche Mode (siehe „Rischdisch (un)wischdisch“ auf Seite 98 dieser Ausgabe) – auf. Vor den Toren Darmstadts wurde 1980 das Steinbruch-Theater in Mühltal eröffnet. Ab 1988 bekamen im Eledil in der Innenstadt eher abseitige und gelegentlich auch innovative Rockgruppen eine Wirkungsstätte. In diesem ehemaligen Sauna-Club wurde die Bühne zumeist im Schwimmbad-Rund installiert. Auch das Smuggler's Inn gehörte zu den beliebten Clubs, wo US-amerikanische GIs und die Darmstädter*innen gemeinsam feuchtfröhliche Abende bei „Rummel“-Bier, so der ehemalige Name der Darmstädter Brauerei, verbrachten.

noch kurzfristig von der feierlichen Zeugnisübergabe seines Jahrgangs ausgeschlossen wurde. Den P-Leser*innen dürfte der Schlagzeuger dieser dadaistischen Combo weitaus vertrauter sein: Gerald Wrede wirkt außerdem als P-Kolumnist (siehe Seite 96 in dieser Ausgabe), Komponist und Produzent bis heute auf furiose Weise in Darmstadt. Seit 2013 betreibt er den unbedingt empfehlenswerten Plattenladen „Musik als Hilfe“ in der Pallaswiesenstraße.

Auch im Blätterwald rauschte ein neuer Wind: Im April 1983 erschien erstmals das Darmstädter Kulturmagazin „Die Klappe“. Zwar lag der Schwerpunkt – nomen est omen – anfangs auf Filmkritiken und dem Kinoprogramm, aber Musikveranstaltungen und Bands wurden ebenso in dem Monatsmagazin vorgestellt, das musikalische Inhalte stetig ausweitete, nach zehn Jahren aber dennoch eingestellt wurde.

Punk provoziert und bereichert Darmstadt Während die Friedensbewegung insbesondere mit Folk-Musik und Liedermacher*innen in Verbindung stand, tauchte Ende der 1970er eine neue Strömung, der Punk, auch in Darmstadt auf. Zu Zeiten der Kommerzialisierung und Egalisierung ehemals subkultureller Nischenmusik bot Punk neue Ausdrucksweisen, sich vom Mainstream abzugrenzen. Er wurde zum Inbegriff einer antibürgerlichen und fundamentalkritischen Einstellung gegen Fremdbestimmung – sei sie politisch, ökonomisch oder kulturell konnotiert. Mitte der 80er-Jahre ließen sich schätzungsweise zehn Darmstädter Bands diesem Genre zuordnen. Sicherlich waren die in ganz Südhessen zu einem Politisierungsschub führenden Proteste um die Startbahn West auch für die Darmstädter Punkszene von Bedeutung. Zumindest genauso wichtig war der Kampf gegen neonazistische Gruppierungen und Umtriebe, der nicht nur musikalisch, sondern durchaus auch mit der Faust bei Konzerten und im öffentlichen Raum ausgetragen wurde. Die Szene hat damit keinen geringen Beitrag zu einem weltoffenen, antirassistischen Darmstadt geleistet.

Seit 1988 wagen The Dass Sägebett gerne auch ins Absurde abdriftende Eigenkreationen und Auftritte. Eines ihrer ersten Konzerte absolvierten sie auf einem Schulfest am Gymnasium und Kolleg Marienhöhe – einen Tag vor der Verleihung der Abiturzeugnisse. The Dass Sägebett hatte wohl viele Anwesende so verschreckt, dass Sänger Hardy Zech P | 68


Wahnsinn, The Police am Bölle!

Die Darmstädter Kultpunkband Arschgebuiden (1982–1996) belegte beim stadtweiten Rock-Wettbewerb 1988 sogar den 3. Platz. Eine ihrer öffentlichkeitswirksamsten Provokationen bestand darin, eine Podiumsdiskussion im Rahmen der Ausstellung „Entartete Kunst“ (1990) im Foyer des Staatstheaters zu sprengen: Die Band baute bei laufender Veranstaltung im Auditorium ihre Instrumente und Verstärker auf, griff in die Saiten, löste allgemeines Entsetzen aus und verschwand, bevor die Poli­zei eintraf. Wie das Flugblatt zu dieser Aktion verdeutlicht, verbanden die Arschgebuiden ihr Auftreten mit entschiedener Kritik an der städtischen Kulturund Sozialpolitik. Getreu dem Motto „Alles muss man selber machen“ wagten sich einige aus dem Punkmilieu in kommunalpolitische Gefilde vor. Aus dieser Szene sollten einer der legendärsten und großherzigsten Oberbürgermeisterkandidaten in Darmstadt hervorgehen und sich die bis heute im Stadtparlament vertretene Wählervereinigung „Uffbasse“ herausschälen – aber das ist eine Geschichte für die kommenden Jahrzehnte. ❉

Gut recherchierte Darmstädter Kulturgeschichte —­ „Von Beat bis Eurodance – Die Rock- und Popszene am Woog“: So ist das Kapitel überschrieben, das Gösta Gantner, der Autor dieser retrospektiven Artikelserie im P Magazin, zum Buch „Von der Residenzstadt zur Wissenschaftsstadt 1914–2019: Ein Jahrhundert Darmstadt – Band 1: Kunst, Kultur und Kirche“ beigesteuert hat. Der 504 Seiten starke Sammelband ist im Januar 2020 im Justus von Liebig Verlag erschienen, herausgegeben im Auftrag der Wissenschaftsstadt Darmstadt von Peter Engels, Klaus-Dieter Grunwald und Peter Benz. Für 39,80 Euro im Buchhandel erhältlich (ISBN: 978-3-87390-432-3).

Her mit Euren Erinnerungen! —­ Weil viele P-Leser*innen an der hiesigen Musikszene Anteil nehmen und nahmen, interessieren uns Eure Bilder von Live-Konzerten, Festivals oder sonstigen Happenings in Darmstadt (von 1950 bis heute): Schickt uns Euer Lieblingsbild mit kurzer Beschreibung an redaktion@p-verlag.de. Wir sind gespannt! P | 69


Folge 16: Nachhaltig abschminken mit dem „Nakt“-Kosmetiktuch TEXT: LISA MATTIS | FOTO: JAN EHLERS

Prototypen genäht, am perfekten Material getüftelt und ein Marketing- und Crowdfunding-Konzept entwickelt. Zum vierköpfigen Team, welches das Produkt nun tatsächlich auf den Markt bringt, gehören mittlerweile auch Anna Rosar, die sich um die Öffentlichkeitsarbeit kümmert, und Noah Baader, der Finanzkopf hinter Nakt.

Naturkosmetik hat in den vergangenen Jahren einen ganz neuen Aufschwung bekommen. In Darmstädter Läden wie Hautsache oder Woodberg werden alle fündig, die nicht nur tierversuchsfreie und pflanzlich basierte Pflege mögen, sondern sich auch Gedanken darüber machen, welche Inhaltsstoffe sie da auf ihre Haut – bekanntermaßen das größte Organ des Menschen – schmieren. Noch nicht gelöst ist damit aber das Problem des Verpackungsabfalls, der in Form von Tiegeln und Tuben bei Naturkosmetik genauso anfällt wie bei Drogerieprodukten, und kaum zu vermeiden ist. An einer Stelle kann man jedoch gut ansetzen, und das ist die Gesichtsreinigung – dachten sich auch vier junge Darmstädter*innen und entwickelten deshalb ein nachhaltiges Abschminktuch, das ganz ohne Lotionen, Waschgels oder Öle auskommt. ­ ie Idee zu „Nakt“ kam Louisa Zoé Wenkemann D und Sebastian Seibert gemeinsam in einem Seminar zur Firmengründung an der TU Darmstadt – und schnell zeigte sich ihr Potenzial zur Marktreife. Bald schon wurden im Gründerzentrum Hub31

Wenn man das Nakt-Abschminktuch das erste Mal sieht, liegt der Vergleich zum stinknormalen Waschlappen nahe. „Der Unterschied liegt im Material“, erklärt Gründerin Louisa: „Herkömmliche Waschlappen sind aus Baumwolle, die naturgemäß Wasser aufsaugt, quillt und damit nur langsam trocknet. Das bietet verschiedenen Bakterien die perfekte Wachstumsgrundlage.“ Ihr Tuch hingegen bestehe aus einem speziell entwickelten Stoff, der auf natürlich vorkommender Stärke aus Grünabfall und stärkehaltigen Pflanzen basiert – und besonders schnell trocknet. Das mache es wesentlich hygienischer als herkömmliche Baumwolltücher und sorge dafür, dass es mehrmals verwendet werden kann. Danach kommt es ganz einfach bei bis zu 60 Grad in die Waschmaschine. 100 Waschgänge soll das Tuch aus Pflanzenfasern problemlos überstehen.

Natürlich, hygienisch, ohne Plastik und ohne Schadstoffe Obwohl das „nachhaltige Kosmetiktuch“ (daher übrigens auch der Name!) völlig unbehandelt ist und ohne Plastikmikrofasern, Chemikalien und Beschichtungen auskommt, reinigt es die Haut wesentlich gründlicher als ein Waschlappen – ob Make-up, Wimperntusche oder einfach nur alltäglichen Dreck, der sich auf der Haut absetzt. Dabei kommt auch empfindliche Haut gut mit dem weichen Tuch klar, bestätigen die Usability-Tests mit diversen Tester*innen. Kein Wunder, dass das Material längst patentiert und Oeko-Tex-zertifiziert ist. Produziert wird übrigens ausschließlich in Deutschland und Österreich unter fairen Bedingungen – und dank Zero-Waste-Schnittmuster fallen bei der Produktion auch keine Stoffreste an. P | 70


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„Wichtig ist uns auch, dass unser Produkt einen steigenden Anteil an Abfallrohstoffen beinhaltet. Je mehr man von Vorhandenem nutzt, desto besser“, findet Mitgründer Sebastian. Aber mit dem Tuch an sich ist es nicht getan. Nakt setzt auf eine ganzheitliche Kreislaufwirtschaft von der Produktion über die Verpackung bis hin zur Entsorgung. Die Verpackung gleicht einem Briefumschlag aus haltbarem, wasserfestem Waschpapier, welches aus Cellulose und Naturlatex besteht. So muss das Tuch zum Versand nicht noch einmal extra verpackt werden. In eben jenem Kuvert kann es auch auf Reisen transportiert werden – und, wenn es seinen Dienst getan hat, zum Recycling an Nakt zurückgesendet werden. Denn auch, wenn sie theoretisch kompostierbar sind: Das Unternehmen hat es sich zum Ziel gesetzt, alle zurückgesendeten Tücher wieder aufzubereiten.

Nakt überzeugt Gründungsexpert*innen und Verbraucher*innen Die ganzheitliche Herangehensweise und das durchdachte Produkt überzeugte auch die Jury des „Hessen Ideen“-Stipendiums, durch welches Nakt zu Beginn unterstützt wurde. Beim dazugehörigen Wettbewerb für Hochschulgründer*innen 2019 konnte das Team zusätzlich den Publikumspreis gewinnen. Derzeit und noch bis Anfang 2021 läuft außerdem das „Exist“-Gründerstipendium des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Ab nächstem Jahr soll sich das Projekt dann selbst tragen – und ist auf dem besten Weg dorthin: An­ fang November 2020 wurde mit einer Crowdfunding-Kampagne schon nach wenigen Tagen das erste Funding-Ziel von 10.000 Euro erreicht, womit die Tücher final in Produktion gehen konnten, um pünktlich vor Weihnachten verschickt zu werden. Die nächsten Meilensteine sind die aufwendige und kostenintensive Ökozertifizierung des gesamten Produkts sowie die Optimierung der Kreislaufwirtschaft und die Entwicklung neuer Materialien. Auch über weitere Produkte wird nachgedacht. Aber jetzt geht es erst mal los mit dem Abschminken. ❉

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Abschminken nur mit Wasser —­ Das „Nakt“-Abschminktuch kostet 18,95 € (als Dreier-Set: für 49,95 €). Mehr erfahren und das Tuch bestellen könnt Ihr online auf: nakt.eu P | 71

Rheinstraße 34 | 64367 Mühltal Mo bis Fr 9:00 - 19:00 (Jan/Feb bis 18:00) Samstag 9:00 - 16:00 www.muehltaler-gartenmarkt.de Ein Inklusionsbetrieb der Stiftung Nieder-Ramstädter Diakonie


VERSCHENKE WERTSCHÄTZUNG UND HILFSPAKETE! Obdachlos in Darmstadt – wie Du während Corona Wohnungslose unterstützen kannst. TEXT: AMELIE FALKENHAIN + SOPHIE MARLEN SCHOTT | FOTOS: JAN EHLERS

Viele Menschen werden aktuell von Existenz­ ängsten geplagt, sorgen sich um ihre Zukunft, ihren Job und ihre Familie. In Zeiten wie diesen ist es nachvollziehbar, dass man sich in einen kleineren Kreis zurückzieht – die eigene Wohnung wird zum Ort des alltäglichen Geschehens. Wer aber keine Wohnung hat, lebt im öffentlichen Raum, pflegt Freundschaften, Kommunikation und Austausch in eben diesem und verfügt über keinen privaten Rückzugsort. Durch die aktuellen Corona-Regelungen fallen die sozialen Kontakte von Wohnungslosen zunehmend weg, wodurch sich ihre Isolation von der Gesellschaft

weiter verstärkt. Was können wir dagegen tun? Wie können wir helfen? Seit Anfang November dürfen sich in der Öffentlichkeit nur noch zwei Haushalte und aus diesen maximal zehn Personen treffen. Für Menschen ohne Wohnsitz bedeutet das, dass sie lediglich eine weitere Person auf der Straße treffen dürfen – Sonderregelungen gibt es hier für Obdachlose keine und auch Bußgelder werden gleichermaßen verhängt. Trotz eigener Sorgen sehen viele Ehrenamtliche und soziale Organisationen die Notwendigkeit, P | 72


Im ersten Lockdown wurden an die 700 Care-Pakete von Sabrina und ihrem kleinen Team gepackt, darunter auch von Jasmin Plechatsch, die den So­ zialen Zaun von Anfang an begleitet. Im Sommer gab es eine Pause, doch seit November geht es wie­der richtig los, gemeinsam mit der Tafel und der „Liebe-Wünsche-Aktion“.

denen zu helfen, die auf das öffentliche Leben angewiesen sind. „Die Hilfsbereitschaft der Darmstädter ist in diesem Bereich schon immer hoch gewesen und nun sogar noch weiter gestiegen“, freut sich Nicole Frölich, Bereichsleiterin der Wohnungsnotfallhilfe in der Diakonie. Das Engagement der Mitarbeiter kommt von Herzen, bringt diese durch ihre Empathie und das Verantwortungsgefühl für die Menschen auf der Straße aber auch immer wieder an persönliche Grenzen.

„Die ursprüngliche Kooperation mit Yorma's [Sandwiches, Brezeln, Snacks im Hauptbahnhof] ist aktuell leider nicht mehr möglich – hier konnten wir sonntags oft Reste vom Vortag abholen“, erzählt Sabrina. Und auch die Essensausgabe der Obdachlosenhilfe auf dem Europaplatz hält den Hygieneauflagen aktuell nicht stand.

Darmstadts Hilfsorganisationen und Ehrenamt Von 2015 bis 2017 hatten Hilfsbedürftige vor dem Justus-Liebig-Haus die Möglichkeit, sich bedürfnisorientiert am Sozialen Zaun selbst an gespendeten Dingen wie Kleidung oder Schlafsäcken zu bedienen. Dieses anonyme und barrierefreie Angebot konnte leider nicht aufrechterhalten werden. Allerdings ist das ehrenamtliche Team rund um Sabrina Anna Hänsel alles andere als untätig: Helfer verteilen regelmäßig Sachspenden per Bollerwagen an Wohnungslose. Die Freiwilligen sind nicht entsprechend ausgebildet und arbeiten deshalb eng mit Behörden und professionellen Organisationen zusammen. Viele Spenden werden nicht selbst verteilt, sondern zum Beispiel an die Wohnungsnotfallhilfe der Diakonie abgegeben. Diese umfasst sowohl drei stationäre Wohnheime für Männer, Frauen und Mütter mit kleinen Kindern als auch betreutes Wohnen, die Bahnhofsmission und die Teestube „Konkret“ – eine ambulante Beratungsstelle mit Tagesaufenthaltsbereich. So werden die Grundbedürfnisse vieler Menschen gesichert, die auf der Straße leben und auf Hilfe dieser Art angewiesen sind.

Die Teestube der Diakonie nutzt seit den Lockerungen nach dem ersten Lockdown den Hof für Beratungen. So waren zunächst auch Gruppenaktivitäten wieder möglich, doch fielen diese im aktuellen Lockdown light erneut weg. Die Beratung findet in der kalten Jahreszeit in extra dafür aufgestellten Zelten statt. Existenzsichernde Hilfen wie auch die Übernachtungsmöglichkeiten müssen dringend weiterhin gewährleistet werden.

„Außerdem kooperiert der Soziale Zaun ab diesem Jahr dauerhaft mit der zuvor lange unerreichbar scheinenden Tafel”, berichtet Sabrina. Auch wenn die Einrichtung sich größtenteils an sozial Schwache richtet – man eine Anmeldung braucht, um dort einkaufen zu dürfen –, steht das Essensangebot mit Gutscheinen jedem zur Verfügung. Diese werden ebenfalls vom Sozialen Zaun auf der Straße verteilt.

Corona schränkt bestehende Hilfen ein Durch Corona erfolgt die Abgabe von Spenden für den Sozialen Zaun nun kontaktlos. Auch eine Abholung ist möglich, wenn zuvor per Facebook oder E-Mail Kontakt aufgenommen wird. Die Spenden werden nach wie vor selbst verteilt, allerdings aufgrund von Selbstschutz und zum Schutz der Obdachlosen eher im äußeren Bereich der Innenstadt, um große Ansammlungen zu vermeiden.

Wie genau kann ich helfen? In der aktuellen Situation ist es wichtiger denn je, dass wir unsere Mitmenschen unterstützen. Die Organisationen rund um Sabrina und Nicole arbeiten hart, um jedem ein würdevolles Leben in dieser schwierigen Zeit zu ermöglichen. Da ist auch unsere Unterstützung gefragt: Beim Sozialen Zaun wird grundsätzlich jede helfende Hand gerne genommen. Als fester Teil des Teams kann man zum Beispiel ehrenamtlich Spenden und Pakete sortieren, packen und verteilen. Mindestens genauso dringend benötigt Sabrina aber Unterstützung in der Organisation. Für die Zukunft hat sie weitere Projekte geplant, die tatkräftiges Engagement in Entwicklung und Umsetzung brauchen. Auch wenn man keine Zeit und Kraft hat, sich langfristig zu engagieren, kann man helfen. Immer wichtig sind Sachspenden (Thermokleidung und Regenjacken, Schlafsäcke und Isomatten, haltbare Lebensmittel und Hygieneprodukte) – eine ausführliche Liste an geeigneten Produkten ist auf der Website des Sozialen Zauns zu finden. Bei den Care-Paketen wird versucht, auf verschiedene Kulturen, Religionen, Geschlechter und Geschmäcker Rücksicht zu nehmen. Wer möchte, kann seine Spenden also personalisieren und bewusst adressieren. Gern gesehen sind auch vegetarische Lebensmittel ohne Gelatine oder Tiernahrung. „So wird >

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den Menschen ein gewisses Maß an Selbstbestimmung gewährt. Lediglich Alkohol(-haltiges) sollte auf keinen Fall verschenkt werden“, erklärt Sabrina. Besonders jetzt in der Vorweihnachtszeit sind es kleine Gesten, die den Unterschied machen. Im Rahmen der Liebe-Wünsche-Aktion packt das Team vom Sozialen Zaun in Kooperation mit der Tafel, dem Diakonischen Werk und Horizont e. V. fleißig Spendenpakete. Neben alltäglichen Dingen und Essensgutscheinen von der Tafel machen vor allem die lieben Worte diese Hilfspakete aus. Wer will, kann gerne selbst ein Paket packen und ein paar aufmunternde Zeilen auf eine Karte schreiben. Auch die Einrichtungen der Diakonie freuen sich über Sachspenden, wegen Corona kann momentan aber keine ehrenamtliche Mitarbeit stattfinden.

Wer jetzt Lust bekommen hat, sich zu engagieren, sollte allerdings nicht auf eigene Faust losziehen: „Selbst zu kochen und Essen auszugeben, wird nicht empfohlen, da sich dadurch zu viele Leute versammeln und gegebenenfalls keine Abstände eingehalten werden”, so Sabrina. Es spreche aber nichts dagegen, jemanden auf der Straße mit Sicherheitsabstand anzusprechen, der einsam oder traurig wirkt. Vor allem in dieser Zeit der sozialen Isolation bedeutet eine kleine Geste der Aufmerksamkeit oder ein liebes Gespräch unglaublich viel. „Das Leben ist so wunderbar und diese Lebensfreude muss man anderen vermitteln, die diese womöglich verloren haben. Man muss die Leute bestärken, an sich zu glauben und nicht aufzugeben“, sagt Nicole, die immer optimistisch bleibt. ❉

Wann und wo kann ich Sachspenden abgeben? —­

Weitere Anlaufstellen in Darmstadt —­ Büro für Sozial- und Wohnberatung am Steubenplatz 2, (06151) 9067702, info@bfsw-darmstadt.de

Fachberatungsstelle Teestube „Konkret“ in der Alicenstraße 29: Vereinbare im Voraus bitte einen Übergabetermin. Telefon (06151) 780520, teestubekonkret@diakonie-darmstadt.de Öffnungszeiten: Mo + Di + Do: 08.30 bis 16 Uhr, Mi + Fr: 08.30 bis 12.30 Uhr.

Darmstädter Tafel in der Bismarckstraße 100, (06151) 898289, tafel-da@gmx.de Frauen-Übergangswohnheim im Benzweg 6, täglich von 07.30 bis 22 Uhr geöffnet, (06151) 897313

Bahnhofsmission in der Poststraße 14 (Gleis 1): Kläre im Voraus bitte den Bedarf ab und vereinbare einen Übergabetermin. (06151) 896125, bahnhofsmission@diakonie-darmstadt.de Öffnungszeiten: nur werktags von 10 bis 17 Uhr.

Horizont e. V. Unterbringungsmöglichkeiten in der Rheinstraße 312, in der Bismarckstraße 100 und für obdachlose Familien in der Nieder-Ramstädter Straße 61, (06151) 87290

Wohn- und Übernachtungsheim Z14 im Zweifalltorweg 14: Die Abgabe von Spenden ist jederzeit möglich, das Z14 ist rund um die Uhr geöffnet. Gerne kannst Du Deine Spende vorher telefonisch ankündigen: (06151) 926250.

Mutter-Kind-Haus (Muki) – Betreuung und Unterkunft für Schwangere und Mütter mit Kindern bis 12 Jahre, in der Otto-Röhm-Straße 26, (06151) 3972773

Sozialer Zaun: Über die Facebook-Seite „Sozialer Zaun Darmstadt“ oder per E-Mail an sabrina.anna.haensel@gmail.com Kontakt aufnehmen, die Sachspenden werden nach Absprache beim Spender abgeholt.

Obdachlosenstelle beim Amt für Soziales und Prävention in der Frankfurter Straße 71, (06151) 133277, amt-fuer-soziales-und-praevention@darmstadt.de

Liebe-Wünsche-Aktion des Sozialen Zauns: Die Care-Pakete mit Grußkarte werden bis zum 16. Dezember ebenfalls nach Absprache abgeholt (zusätzlich werden Abgabestellen über Facebook und die Webseite bekanntgegeben).

Obdachlosen helfen Darmstadt: Initiative von Privatpersonen, die sonntags am Europaplatz Mahlzeiten, Lebensmittel und weitere Bedarfsgüter ausgibt – das ist aktuell nicht möglich, Spenden werden aber weiterhin via FacebookGruppe angenommen und verteilt. P | 74


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ETWA JEDE VIERTE FRAU ...

… wird Opfer häuslicher Gewalt. Seit 40 Jahren bietet der Frauenhaus Darmstadt e. V. Betroffenen Zuflucht und Rat. T E X T: C H R I ST I N E FAGE T | FOTO S: F R AU E N H AUS DA RM STA DT E. V.

Schraube der Gewalt, immer fester gezogen „Häusliche Gewalt sind nicht nur Schläge, sondern ein komplexes Kontrollsystem“, sagt Degel. Über Jahre werde die Schraube in solchen Fällen immer fester gezogen. Ein erstes Symptom: Schuldzuweisungen. „Betroffene suchen die Schuld oft ganz schnell bei sich. Etwa, wenn die Kinder zu laut sind oder die Wohnung nicht sauber“, erzählt Degel. Das Gefühl für die eigenen Grenzen beginnt zu verschwimmen.

Kontrolle, Demütigung, Stalking: Häusliche Ge­ walt beginnt lange vor den Schlägen. Wer sich in den eigenen vier Wänden bedroht fühlt, findet seit 40 Jahren Beratung und Schutz beim Frauenhaus Darmstadt e. V. Im Jubiläumsjahr stellen Wohnungsmangel und Coronakrise die wichtige Institution vor besondere Herausforderungen. Eines ist klar: „Wir sind parteiisch für die Frauen“, sagt Christine Degel, die den Verein Frauenhaus Darmstadt e. V. seit vergangenem Jahr leitet. 2019 suchten 250 Menschen Hilfe und Rat bei der In­ stitution, deren selbstverständlicher Platz in der Stadt vor 40 Jahren erst erkämpft werden musste. Durchschnittlich einmal in der Woche steht die Polizei vor der Tür. Dann hat sie, meist in einer Nachtund Nebelaktion, wieder eine Frau vor einem gewalttätig gewordenen Partner retten müssen. Hinter dem gut abgesicherten Tor des Hauses mit der geheimen Adresse finden Betroffene ein Notfallbett, warmen Tee, vor allem aber Schutz und Verständnis. Vieles von dem, was die zehn Bewohnerinnen der Frauenhaus-WG erlebt haben, ähnelt sich. P | 76

Unterstützung bietet in solchen Fällen das Frauen­ haus in einer kleinen Fachberatungsstelle nahe des Hundertwasserhauses. Meist sind die Frauen verunsichert und wollen einfach mal mit jemandem über ihre Situation reden, erzählt Sozialarbeiterin Z., die lieber anonym bleibt und seit 28 Jahren im Frauenhaus arbeitet. Ist es noch in Ordnung, wie der Partner mich behandelt? Aus dem Umfeld der Frauen kämen auf solche Zweifel häufig Reaktionen im Stile von „Stell' Dich doch nicht so an.“. Die Gesellschaft sei sehr geprägt vom gut funktionierenden Familienbild, begründet Z. Häusliche Gewalt sei noch immer tabubehaftet. Trotzdem ist


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sie tief verankert: Etwa jede vierte Frau wird dem Bundesfamilienministerium zufolge in Deutschland mindestens einmal Opfer körperlicher oder sexueller Gewalt durch den aktuellen oder früheren Partner. In der Beratungsstelle finden Betroffene ein offenes Ohr, auch bevor es so weit kommt. „Wir wollen Frauen unterstützen, weg von der Abhängigkeit hin zur Stärkung der eigenen Sichtweisen“, sagt Z. Es gehe darum, die eigene Wahrnehmung zu überprüfen. Dabei sind die Sozialarbeiterinnen keinesfalls unkritisch, vielmehr halten sie Rat suchenden Frauen einen Spiegel vor.

Ratsuchende aus der ganzen Welt Erschwert ist dies, wenn eine Dolmetscherin be­nötig wird. Aus 41 verschiedenen Herkunftsländern kamen die Ratsuchenden im vergangenen Jahr, darunter Afghanistan, China, Eritrea, Frankreich, Kolumbien, Russland, Syrien. Z. erklärt: Es gebe einen großen Anteil an Migrantinnen, die durch den Partner noch einmal auf andere Weise bedroht werden. Neben sprachlichen Barrieren frisst in diesen Fällen die Angst, wieder nach Hause geschickt zu werden, die Seele auf. Außerdem fehlt in Deutschland das soziale Netz. Oft seien es Migrantinnen aus der zweiten oder dritten Generation, die Rat suchten: „Frauen, die hierher gekommen sind, merken langsam, dass sie Chancen haben.“ Wenn Frauen aus patriarchalen Strukturen ausbrächen, brauche es überdurchschnittlichen Schutz. Bedrohung gebe es manchmal auch von weiteren Familienangehörigen. „Häusliche Gewalt gibt es unabhängig vom Bil­ dungsstand in allen Schichten“, sagt Z. Oft entstehe sie nach dem ersten Kind. Was als Grenzüberschreitung empfunden wird, sei dabei individuell. „Es gibt Frauen, die haben so viel Selbstbewusstsein, dass sie den Partner konfrontieren und Be­dingungen an die Partnerschaft setzen“, so die Sozialarbeiterin. Zu diesem Zeitpunkt hätten die Frauen noch Ressourcen, Lösungen zu forcieren – sei es eine Trennung oder eine Paartherapie. Manchmal gibt es jedoch keinen Ausweg mehr. Denn einfach zu gehen, ist meist nicht so leicht, wie oft behauptet. Dann finden Betroffene mit ihren Kindern Zuflucht in der Frauenhaus-WG. Zehn Zimmer hat das Haus mit dem großen Innen­hof. Zu wenige. „Wir mussten in den letzten Jahren doppelt so viele Frauen weitervermitteln, wie wir aufnehmen konnten“, erklärt Degel. Der angespannte Wohnungsmarkt tut sein Übriges: > P | 77


Nach drei bis sechs Monaten sind die Frauen in der Regel so stabil, dass sie ausziehen könnten – würden sie denn eine Wohnung finden.

können. Damit die Zimmer im neuen Haus jedoch nicht auch wieder schnell knapp werden, muss sich in unserer Gesellschaft noch einiges ändern. ❉

Die Coronakrise hat die Situation zusätzlich verschärft. Um das Virus draußen zu halten, konnte das Notbett im Wohnzimmer der WG nicht belegt werden. Frauen in Notlagen werden nun extern untergebracht. Seit Mitte September gibt es vermehrt Anfragen, erzählt Degel. „In der Zeit der maximalen Verunsicherung haben alle stillgehalten“, ist ihre Erklärung, dass die Zahlen nicht direkt mit dem ersten Lockdown gestiegen sind. Degel glaubt, mit der Krise könnte eine Entwicklung angestoßen werden, in der sich viele Menschen aus gewalttätigen Beziehungen lösen. Momentan baut das Frauenhaus Personal auf. Das Hilfesystem muss im Fall einer solchen Entwicklung vorbereitet sein und dürfe nicht nur reagieren, wünscht sich die Frauenhaus-Leiterin.

frauenhaus-darmstadt.de

Beratung bei Partnerschaftsgewalt —­ „Jede Frau hat das Recht auf ein gewaltfreies und selbstbestimmtes Leben! Jedes Kind hat das Recht auf gewaltfreie Erziehung und För­derung!“, ist die Fachberatungsstelle des Frauenhaus Darmstadt e. V. überzeugt. Sie sitzt in der Bad Nauheimer Straße 9 und ist telefonisch erreichbar unter (06151) 375080 oder per E-Mail an: info@frauenberatung-darmstadt.de. Offene Sprechzeiten sind Dienstag und Mittwoch von 09 bis 11 Uhr sowie Donnerstag von 17 bis 18.30 Uhr. Auch Menschen, die sich einfach nur informieren möchten, sind willkommen.

Probleme in der „ruhigen Beamtenstadt“ In den 70er-Jahren musste hart erkämpft werden, dass mit den Frauenhäusern ein Schutzsystem überhaupt erst entstehen konnte – auch in Darm­ stadt. Niemand wollte damals zugeben, dass es ein Problem mit häuslicher Gewalt in der „ruhigen Beamtenstadt“ gibt, erinnert sich Z. Zwar kämpfen die Frauenhaus-Mitarbeiterinnen auch heute noch gegen die Ursachen struktureller Gewalt. Mittlerweile gehört die Institution Frauenhaus jedoch fest zur Stadt dazu. Diese lasse sogar ein größeres Haus mit 16 Zimmern bauen, erzählt Degel sichtlich froh über den Rückhalt im Magistrat und die Möglichkeit, künftig mehr Frauen ein gewaltfreies und selbstbestimmtes Leben ermöglichen zu

Rund um die Uhr gibt es telefonische Beratung beim Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ unter der Nummer (08000) 116 016 – auch in anderen Sprachen. Männer, die unter Gewalt leiden, bekommen in Darmstadt Unterstützung bei Pro Familia, Telefon: (06151) 429420. Im Notfall unbedingt die 110 wählen! Seit 2002 können Täter:innen partnerschaftlicher Gewalt dank des Gewaltschutzgesetzes für 14 Tage der Wohnung verwiesen werden.

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Gemischte Gefühle Folge 6: Ein offenes Wort T E X T: L E A SA H M | I L LUST R AT I ON: A N NA-L E NA C YC H Y | P ORT R ÄT-I L LU: L I SA Z E I SS L E R

In den letzten Wochen habe ich viel mit Freun­ den über die jetzige Corona-Situation und die­sen langen Winter gesprochen. Regelmäßige soziale Kontakte und ein wenig Frischluft sei wohl gut für uns, da sind wir uns einig. Schwieriger ist es aber, offen zu sagen: „Ich fühle mich allein“ oder „mir geht es nicht gut“. So kann die momentane Zeit für Menschen mit einer bereits bestehenden psychischen Erkrankung (wie auch bei bisher gesunden Menschen) in besonderem Maße Stress und Unsicherheit verursachen. Ebenso können sich Betroffene schämen, die aktuelle Zeit nicht gut bewältigen zu können. Ein kurzes Statement dazu, weshalb es schwierig ist und wie jede*r vielleicht helfen kann. Menschen mit einer psychischen Erkrankung leiden meist unter einer „zweiten Erkrankung“: der Stigmatisierung. Die Ausgrenzung und Diskriminierung psychisch Kranker erfolgt auf unterschiedlichen Ebenen: im Rahmen zwischenmenschlicher Beziehungen, am Arbeitsplatz, in der Nachbarschaft, durch die Politik, private Versicherungsanbieter oder allein durch eine diskriminierende Darstellung seelisch Kranker in den Medien. Die Ausgrenzung findet dabei nicht immer in offener Ablehnung und Benachteiligung statt, sondern auch verdeckt und schleichend. Betroffen davon sind nicht nur die Kranken selbst, sondern häufig auch ihre Angehörigen. Sie erfahren ebenfalls Ablehnung oder müssen die Ausgrenzung der ihnen nahestehenden Menschen miterleben.

Aus Ausgrenzung folgt Selbststigmatisierung Hinzu kommt, dass betroffene Menschen teilweise als weniger kompetent angesehen und behandelt werden. All diese Komponenten können dazu führen, dass Betroffene Stigmatisierung gegen sich selbst richten, hierbei spricht man von einer Selbststigmatisierung. Dieses Konstrukt beschreibt, dass betroffene Menschen Vorurteile gegenüber der eigenen psychischen Erkrankung teilen. Selbststigmatisierung ist für Betroffene oft eine weitere große Belastung und kann ein verringertes Selbstwertgefühl nach sich ziehen. Das kann jede*r Einzelne tun, um Stigmatisierung zu verringern (Empfehlungen des Aktionsbündnisses für Seelische Gesundheit): • Politiker*innen können mit ihrem Handeln nicht nur gesetzliche Verbesserungen auf den Weg bringen, sie können darüber hinaus Vorbildcharakter haben. • Journalist*innen sind in der Lage, durch eine differenzierte und ausgewogene Berichterstattung zu mehr Verständnis, Offenheit und vor allem Sachlichkeit gegenüber Betroffenen beizutragen. • Arbeitskolleg*innen verbringen viel Zeit miteinander; sie erkennen frühzeitig, wenn sich der andere schwer tut oder verändert. Sie können darauf eingehen und Hilfe anbieten. • Arbeitgeber*innen können eine Arbeitsatmosphäre fördern, die zu weniger seelischen Belastungen und Stress für die Mitarbeiter*innen führt. • Lehrer*innen unterrichten Jugendliche nicht nur in Mathematik und Englisch, sie haben auch

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großen Einfluss darauf, wie Schüler mit vermeintlich „Schwachen“ umgehen. Sie sehen Veränderungen bei den Jugendlichen und können Hilfe anbieten. • Allgemeinmediziner*innen können in ihren Praxen Informationsmaterial auslegen und ihre Patient*innen im Verdachtsfall auf die Möglichkeit einer psychischen Erkrankung ansprechen. • Schüler*innen, Studierende und Auszubildende können im Umgang miteinander vorsichtig sein und eine Person, die an einer psychischen Störung erkrankt ist, unterstützen. • Eltern können Sorge dafür tragen, dass ihre Kinder, sollten sie an einer psychischen Störung leiden, ärztlich oder psychologisch betreut werden und sich gut über die Krankheit des Kindes informieren. • Kinder psychisch erkrankter Eltern können sich gut über die Situation ihrer Eltern informieren und versuchen, einen gesunden Abstand dazu zu gewinnen, aus dem heraus sie die Eltern unterstützen können. • Alle Menschen können darauf achten, welche Medien sie konsumieren und welches Bild von

psychisch Erkrankten dort gezeichnet wird. Im Falle von stigmatisierender Berichterstattung kann man den entsprechenden Sender oder die entsprechende Zeitung meiden. Außerdem ist generell ein respektvoller und aufmerksamer Umgang mit psychisch erkrankten Menschen wünschenswert, wozu auch gehört, selbst eine Beratungsstelle aufzusuchen oder einer nahestehenden Person zu helfen, psychiatrische oder psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen. ❉

Psychologie-Kolumne im P —­ Unsere Autorin Lea Sahm studiert Psychologie in Darmstadt, war als Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin tätig und hat dabei unter anderem in der Kinder- und Jugendpsychiatrie gearbeitet. Im P schreibt sie über Gefühle, men­ tale Gesundheit sowie den Zusammenhang von Leib und Seele.

Unterstützung finden —­ Telefonische Krisenhilfe Telefon-Seelsorge Darmstadt (0800) 111 0 111 und (0800) 111 0 222 Erreichbarkeit: 24 Stunden täglich, auch an Sonn- und Feiertagen

Sozialpsychiatrischer Dienst des Gesundheitsamtes Niersteiner Straße 3 | (06151) 330929 gesundheitsamt-dadi.de/psyche/sozialpsychiatrischer-dienst

Psychiatrischer Notdienst Darmstadt (06151) 1594900 Erreichbarkeit: Fr bis So und an Feiertagen von 18 bis 23 Uhr

Psychotherapeutische Beratungsstelle für Studierende der TU und der Hochschule Darmstadt Steubenplatz 12 (1. OG) | (06151) 1629862 studentenwerkdarmstadt.de/index.php/de/beratung/psychotherapeutische-beratungsstelle

Krisentelefon Projekt „Anna“ (0800) 6688100 Erreichbarkeit: Mo bis Fr von 13 bis 15 Uhr, außerhalb dieser Zeiten: Weiterleitung an die Telefonseelsorge Darmstadt (siehe oben) Beratende (Erst-)Anlaufstellen Sozialpsychiatrischer Verein Darmstadt Dreibrunnenstraße 11 (06151) 2794100 sozialpsychiatrischer-verein.de Gemeindepsychiatrisches Zentrum der Caritas Wilhelminenplatz 7 | (06151) 60960 caritas-darmstadt.de/darmstadt/gemeindepsychiatrisches-zentrum

Im Notfall Notfallamublanz des evangelischen Kranken­ hauses Agaplesion Elisabethenstift Landgraf-Georg-Straße 100 (in der zentralen Notaufnahme) (06151) 4030 | rund um die Uhr besetzt Alle Adressen und Institutionen in der Stadt Darmstadt oder dem Landkreis Darmstadt-Dieburg, die Hilfsangebote für seelisch Erkrankte anbieten, findet Ihr (ebenfalls als PDF) in dem vom Gesundheitsamt Darmstadt herausgegebenen Sozialpsychiatrischen Wegweiser – online unter gesundheitsamt-dadi.de.

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Stilsicher P | 82


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Made in Darmstadt, Folge 66: Nassrasierer „Pli“ von Teresa Novotny TEXT: FRANZISKA NEUNER | FOTO: TERESA NOVOTNY

Rosa ist typisch Mädchen und Jungs tragen Blau? Denkste. Die heute gängige Farbzuordnung war vor knapp Hundert Jahren genau andersherum. Doch selbst bei modernen Nass­ rasierern sticht direkt ins Auge: Varianten in ­Silber-Blau versprechen Jungs glatte Haut, Mädchen haben die Wahl zwischen Rosa und Türkis. Dabei könnten doch eigentlich alle dasselbe, baugleiche Produkt benutzen. Gendersensibles – also „kritisch abwägendes“ – Design bei Alltagsprodukten umzusetzen, lautete die Aufgabe der Entwurfs- und Forschungsarbeit von Teresa Novotny. Das Ergebnis: der atemberaubend reduziert, nachhaltig und „geschlechtslos“ gestaltete Rasierer „Pli“. „Pli“ bedeutet so viel wie Schliff, Weltgewandtheit. „Ich wollte Konsument:innen eine Alternative zu einer stereotypen, rosa-blauen Produktwelt bieten. Nassrasierer sind neben Kleidung und Kinderspielzeug diejenigen Produkte, bei denen diese Stereo­ typen am offensichtlichsten auftreten“, erklärt die 26-jährige Industriedesignerin, die auf der Mathildenhöhe in Darmstadt studiert hat. Ihre Kritik: Stereotype Gestaltung habe nachteilige Effekte auf soziokulturelle Dynamiken, werde aber weiterhin praktiziert. Für „Pli“ wird der Griff aus einem Stück Edelstahlblech in die richtige Form gebogen. „Die Klinge und der Steg, der sie befestigt, werden von Nutzer:innen beim Erstgebrauch oder Klingenwechsel aufgesetzt“, erklärt Teresa die Fertigung des elegant geschwungenen Einfachklingenrasierers. Beim Entwurf war der Designerin wichtig, den gesamten Prozess der Rasur auf lange Sicht zu optimieren. Dazu gehört eine reizarme Rasur sowie die Vor- und Nachbereitung der Haut. Es braucht mit „Pli“ zwar ein wenig Übung für die richtige Technik, aber dann läuft alles glatt. „Pli“ gibt es bislang noch nicht zu kaufen. Den Hen­riette-FürthPreis 2020 des Gender- und Frauenforschungszentrums der Hessischen Hochschulen (gFFZ) hat Teresa aber schon gewonnen. „Ich kann mir gut vorstellen, in Produktion zu gehen und eine nachhaltige und genderneutrale Rasurpflege-Serie daraus zu machen“, fasst die junge Designerin und Wissenschaftlerin ihre Pläne für die Zukunft zusammen. ❉

instagram.com/teresalauranovotny P | 83

Café Bistro Liebe Freunde und Gäste des Schuknecht, danke, dass Ihr uns in diesen grenzwertigen Zeiten die Treue haltet. Auf vielfachen Wunsch haben wir seit November mit einem kleinen „take-away“ Angebot gestartet. Wir versorgen Euch gerne mit Frühstück, wechselndem Mittagstisch und natürlich mit Lizas leckeren hausgemachten Kuchen. Ab sofort gibt es auch wieder unsere Weihnachts-Geschenkgutscheine. Wir freuen uns auf Euch! Euer Schuknecht-Team www.schuknecht1.de Tel. 49 20 255


und

Kommen Gehen Neuigkeiten aus Darmstadts Einzelhandel und Gastronomie TEXTE: KATJA BOROWSKI (KGB) + AMELIE FALKENHAIN (AME) + LISA MATTIS (LM) + CEM TEVETOǦLU (CT) | FOTOS: JAN EHLERS

Å Pävi Concept Store Liebhaber des „Markts der schönen Dinge“ auf dem Riegerplatz können sich freuen: Antje Pihan eröffnet Anfang Dezember ihren kleinen Å Pävi Concept Store in der Pallaswiesenstraße. Wohnaccessoires, Betonschmuck und Bilder von Å Pävi strahlen in ihrer Schlichtheit, den klaren Formen, hellen Farben und natürlichen Materialien skandinavisches Lebensgefühl aus und machen sich bestimmt auch super in Euren Wohnzimmern. Antjes eigene Produkte sowie die wechselnder kleiner Labels von Künstlern

aus der Umgebung werden nun nicht mehr nur auf dem „Markt der schönen Dinge“ präsentiert: Jetzt laden kleine, aber feine 20 Quadratmeter Verkaufsfläche dauerhaft zum Stöbern, Bewundern und Kaufen ein. Durch ein saisonal wechselndes Sortiment gibt es immer wieder Neues zu entdecken. Die Öffnungszeiten orientieren sich an den Darmstädter Wochenmärkten: Zunächst erst einmal variierend geöffnet, sollen sich (voraussichtlich) Mittwoch, Donnerstag und Freitag als regulär ge­ öff­nete Tage einspielen. Also P | 84

mittwochs oder donnerstags nach einem Marktbesuch auf dem Riegerplatz oder im Johannesviertel einfach mal bei Å Pävi vorbei schauen! Weil der „Markt der schönen Dinge“ im Dezember aufgrund der aktuellen Situation nicht stattfinden kann, lohnt es sich umso mehr, im Laden reinzuschneien, um hier vielleicht das ein oder andere Weihnachtsgeschenk zu ergattern! (ame) —­ Pallaswiesenstraße 19, Johannesviertel apavi.de


Chezfreunde Pop-up-Store Innovatives Denken hat schon immer zur Kernkompetenz des Chez-Teams gehört, und so ist es auch nun wieder: Wenn Gastro nicht geht, wird eben in eine andere Richtung gedacht! Schon während des ersten Lockdowns hat Inhaber Sven Grolik die Chez­­freunde-Seite ins Leben gerufen, um neben Livestreams auch Produkte aus dem Chez-Freundeskreis anzubieten. Jetzt geht es weiter: Das Chez wird am vierten Adventswochenende (19.+20.12.) und noch mal am 23.12. zum „Chezfreunde Pop-up-Store“. „Natürlich mit Maske und allen Vorsichtsmaßnahmen bieten wir kleine schöne Güter von lokalen Designern und Produzenten an“, erklärt Sven. Zum Sortiment

gehören unter anderem hauseigene Drinks wie „Faraday“ und „Chez Sommer“ sowie limitierte Produkte vom Chez-Team, aber auch der beliebte „Chez Honig“ von Robert Herz, Keramik von Tami Hasselbring, Kaffee vom Bedouin oder Kimchi von Com­plete Organics. Auch ein biss-

chen Vinyl wird dabei sein. Perfekte (Last-Minute-)Weihnachtsgeschenke also für alle, die mehr denn je die lokale Szene unterstützen wollen. Details folgen online! (lm) —­ Kirchstraße 8, Innenstadt chezfreunde.de

bestellt werden. Zur Mittagszeit wird ausgeliefert. Im Homeoffice freuen sich die Darmstädter über nahöstliche Gerichte mit viel Gemüse und überraschenden Kombinationen wie: gegrilltes Hähnchen mit Avocadosoße, gefüllte Auberginen „Munazzalet Aswad“, Reis mit Blütenwasser oder „Sha-

kriyah“ nach syrischer Art mit Lammfleisch in Joghurtsoße. Das erfrischend kräutrige Tabbouleh ist besonders gut. (ct) —­ Pädagogstraße 5, Innenstadt facebook.com/damas.rose.9081, Menü per Whatsapp: (0160) 1835720

Damasrose Täglich zwei Gerichte – eins mit, eins ohne Fleisch – mit Einflüssen von syrischer Backkunst bis zu ägyptischen Nationalgerichten: Authentisch-orientalisch kocht Alaa Nam von Montag bis Donnerstag sowie samstags in der Küche des Pädagogkellers und liefert das Essen in Corona-­ Zeiten um die Mittagszeit aus. Als ehemaliger Bäcker aus Syrien hatte Alaa auf seinem Weg nach Darmstadt in Ägypten in einem Restaurant als Koch gearbeitet. In Darmstadt hat er bereits im „Radieschen“ seine Kochkünste und im Café des Hofguts Oberfeld seine Back-Skills unter Beweis gestellt. Jetzt gründete er mit Damasrose sein eigenes Catering. Und so funktioniert's: Das Wochenmenü wird sonntags verschickt, per Whatsapp an (0160) 1835720 kann dann bis am Liefertag um 10 Uhr das Essen

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Lilien Fanshop City Begegnungsstätte, MeetingPoint, Ticketshop: Der neue Lilien Fanshop City ist weit mehr als ein reiner Laden für Fan­ artikel. Anfang November wurde die ehemalige Asphaltgold-­ Filiale am Friedensplatz ganz im Zeichen der Lilie neu eröffnet – und wird von Fußballbegeisterten gut angenommen. Vom Schlüssel­anhänger über den Christbaumschmuck bis zum Trikot hat der innen von Why The Friday minimalistisch und übersichtlich gestaltete Shop alles zu bieten, was das Lilienherz begehrt. Auf der begrenzten Ladenfläche von 76 Quadratmetern ist das Konzept des Vorgängers übernommen worden: An den Wänden wird der Kunde über das ganze Lilien-­Sortiment informiert, die jeweils passende Größe wird dann von Mitarbei-

tern aus dem Lager geholt. Und wenn die Corona-Fallzahlen es zulassen, werden bald auch Autogrammstunden und Lesun­ gen veranstaltet, bei denen even­tuell auch die großzügige Fläche des Friedensplatzes mit einbezogen wird. Die Fanshops im „Loop 5“ und am Bölle beste­ hen weiterhin. Allerdings hat der

Bölle-Shop pandemiebedingt erst einmal geschlossen, er soll freitags und samstags zum Spieltags-Shop werden, sobald man (endlich!) wieder Lilien-­ Kicks live im Stadion erleben kann. (ame) —­ Friedensplatz 4, Innenstadt shop.sv98.de

haben längst Verstärkung aus anderen Teilen Italiens erhalten (aktuell ist das Vinoso montags bis freitags von 16 bis 19 Uhr geöffnet); der Onlineshop wird gerade auf Vordermann gebracht und Claudio liefert seine Weine jetzt auch im Umkreis von 30 Ki-

lometern frei Haus aus (Mindestbestellwert: 100 Euro). Künftig sind außerdem wieder Konzerte geplant, teilweise sogar in der Knabenschule. Bravissimo! (kgb) —­ Moosbergstraße 49, Bessungen vinoso24.de

Vinoso „Weinig“ geht es zu bei Claudio Pezzatini – und „jazzig“. Deshalb trifft es sich gut, dass der Weinladen des sympathischen Italo-Tedesco, in dem vor Corona an den Wochenenden ab und zu kleine Live-(Jazz)-Konzerte in intimer Wohnzimmeratmosphäre stattfanden, passender Weise auch „Vinoso – vino é musica“ heißt. Wobei Hobbymusikus Claudio betont, dass das eben nicht „Wein und Musik“, sondern „Wein ist Musik“ heißt. Das künstlerisch angehauchte Refugium an der Moosbergstraße/ Ecke Ludwigshöhstraße, in dem sogar ein hauseigenes Piano steht, existiert schon seit 2015. Aber irgendwie war nie der richtige Zeitpunkt, es mal im P vorzustellen. Aktuell jedoch tut sich einiges: die „guten Alltagsweine“ von kleinen, traditionsreichen Weingütern aus dem Piemont

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Weitere Neuigkeiten aus Darmstadts Einzel­handel und Gastronomie: ❉ Mit

geschlossenem (Online-)Shop und dem Benefiz-Shirt „We all walk the same earth” setzte Asphaltgold am Black Friday Ende November ein starkes Anti-Rassismus-Statement. Die Erlöse aus dem Shirt-Verkauf gingen an die Stiftung für die Internationalen Wochen gegen Rassismus. Diese wird auch im kommenden Jahr von den Sneaker-Profis weiter unterstützt – mit Spenden aus dem dauerhaften Projekt „Heat For Need“. (mn) ❉ Bernds Weinquelle ändert seinen Namen in Wein Bernd ... „sonst ändert sich nix“. Der etwas versteckt, aber innenstadtnah an der Bleichstraße 12a gelegene Fachhandel steht seit 1982 für Weinliebe, unkomplizierten Weingenuss und gute Beratung. Und: Wein regional online shoppen geht jetzt auch unter wein-bernd.de. (ct) ❉ Blumen statt Tickets: Kazim Kral und seine Schwester Selin haben im ehemaligen Frizz ­Ticketshop in der Grafenstraße 31 ihr Blumen­ paradies Kral 2 eröffnet. (ct) ❉ Die Buchhandlung am Markt ist seit Mitte November zusätzlich „Schaufenster-Kaufhaus“.

Bedeutet: Auch nach Ladenschluss kann über drei Schaufenster eingekauft werden. Dort werden 150 ausgewählte (Hör-)Bücher, Kalender und Spiele präsentiert. Aussuchen, Bestellschein ausfüllen – und am nächsten Tag abholen oder bequem per Lieferrad liefern lassen. Ganz ohne Internet und Stress. Schöne Idee! (ct) ❉ In der Karlstraße 21 (unweit des Restaurants „Sitte“) hat das Canaan Restaurant mit ostafrikanischer Küche eröffnet. Es gibt äthiopische, somalische und eriträische Gerichte – aktuell nur zum Mitnehmen oder Liefernlassen. (ct) ❉ Besser spät als nie: Das Carree Darmstadt goes Social Media und ist jetzt auch auf Facebook und Instagram zu finden. (ct) ❉ Der von Darmstadt Citymarketing herausgegebene Darmstadt Gutschein ist ab 10. Dezember online und im Darmstadt Shop am Luisenplatz (Vordereck Luisencenter) erhältlich. Beim Kauf bekommt man 20 Prozent auf den Gutscheinwert geschenkt. Einlösbar ist er in allen teilnehmenden Geschäften, aber „nur solange der Vorrat reicht.“

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Support your „nette Innenstadt-Läden“! (ct) ❉ Ein Dutzend Darmstädter Illustratoren möchte am Samstag, 12. Dezember, von 10 bis 18 Uhr den Pop-up-Store Darmstadt in der Lauteschlägerstraße 7 für einen Tag zum Verkaufen von schönen Dingen öffnen. Es wird Postkarten, Kalender, Bücher, Drucke und Bilder (Originale) geben. (ct) ❉ Wenn es neue Corona-Beschränkungen nicht verhindert haben, hat der Sportdiscounter Decathlon seine neue Filiale in Weiterstadt-Riedbahn (im ehemaligen Möbelmarkt „Sconto“, neben dem „Loop 5“) Ende November eröffnet: Mit 8.000 Quadratmetern Verkaufsfläche ist sie eine der größten deutschen Decathlon-Filialen. (ct) ❉ Tipp für den nächsten Odenwald-Ausflug: Mit Emmas Erben ist nun auch im Hofgut Habitzheim ein Unverpackt-Laden eingezogen. Nur temporär (bis 22. Dezember, montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr) öffnet – ebenfalls im Hofgut Habitzheim – ein Pop-up-Kunsthandwerker-Laden seine Pforten. (ct) ❉ Aus der im Spätsommer eröffneten Werkstattund Bürogemeinschaft Pani Ewa in Bessungen ist mittlerweile das Friedrich! erwachsen – ein hübscher Concept-Store, in dem weiterhin der Schmuck der Innenarchitektin und Schmuckde­ signerin Eva Sarnowski verkauft wird. Nun stehen

aber auch Illustrationen, Kleinmöbel, Keramik und Accessoires vorrangig lokaler Kreativer in Schaufenstern und Regalen. Viele der Produkte werden vor Ort gefertigt: Die angrenzenden Räumlichkeiten der ehemaligen Druckerei Bender – nach dessen Gründer Karl Friedrich Bender ist der Store übrigens benannt – teilen sich als Werkstattgemeinschaft neben Eva Sarnowski auch Illustratorin Manja Adamson, Videokünstlerin Angelina Dalinger, Taschendesignerin Lana Gerheim und Möbeldesigner Jonas Nitsch. (lm) ❉ Im ehemaligen Johannesmarkt an der Frankfurter Straße 68 eröffnet Anfang Dezember der Griechische Top Markt. Von diesem aufs Mediterrane spezialisierten „Food Market“ gibt es bereits eine Filiale in Mainz-Kastel. (ct) ❉ Auf dem Hofgut Oberfeld wird kräftig investiert – und Ihr könnt sogar mitmachen, wenn Ihr bis Mitte Dezember Aktien der Hofgut Landwirtschaft AG zeichnet. Was bisher geschah: Die denkmalgeschützte alte Schmiede wurde frisch renoviert (sie soll künftig das Hofcafé beherbergen). Eine neue Steinmühle und ein Mehlsichter wurden angeschafft, um das hofeigene Getreide gleich vor Ort in der Scheuer mahlen zu können. Demnächst soll außerdem noch der Hofladen erweitert werden und ANZEIGE


einen einsehbaren „Käse-Reife-Raum“ erhalten. Und 2021 soll es 120 zusätzliche (!) Saisongärten geben. Am besten jetzt schon reservieren! (kgb) ❉ Das Ibis Hotel in der Kasinostraße 6 hat die coronesken Monate genutzt und 19 Wochen lang renoviert. „Darmstadt und seine Wahrzeichen“ sind die bestimmenden und wiederkehrenden Gestaltungselemente in den 84 Zimmern und auf den Fluren. Eine Mischung aus Industriedesign und Retroschick findet sich in der neuen Hotelbar wieder, die gleichzeitig als Rezeption dient und – wenn Corona es wieder zulässt – auch „eine Lieblingsbar für die Darmstädter“ werden soll. (ct) ❉ Das traditionsreiche Vier-Sterne-Hotel im wunderschönen Jagdschloss Kranichstein schließt zum Jahresende – inklusive seiner Gastronomie. 30 Mitarbeiter*innen verlieren ihren Job. Die Stiftung Hessischer Jägerhof sucht „so schnell wie möglich“ einen Nachfolger, „um das Jagdschloss mit ähnlichem Profil weiter zu betreiben“. Wir ­drücken die Daumen! (ct) ❉ P2 Mode & Accessoires ist Anfang November in seine neue Filiale in der Schulstraße 1 eingezogen (ins ehemalige „Volls“, das sich auf den Onlinehandel konzentriert). Die zwei P2-Läden in der Hügelstraße bleiben dauerhaft, die Filiale im Luisencenter ANZEIGE

ist bis voraussichtlich Ende Januar 2021 geöffnet, dort läuft ab 05. Dezember ein Räumungsverkauf (mit bis zu 60 Prozent reduzierter Ware). (ct) ❉ Die Pfungstädter Brauerei fängt neu an. Gläubiger und Amtsgericht haben den Insolvenzplan gebilligt. Damit ist das Schutzschirmverfahren beendet und Anlagenbauer Uwe Lauer (aus Ober-Beerbach) übernimmt den nun schuldenfreien Traditionsbetrieb ab Anfang Dezember. Der Übernahme fallen nach aktuellem Stand rund 20 von 78 Vollzeitarbeitsstellen zum Opfer. Aus der Pfungstädter Brauerei Hildebrand GmbH & Co. KG wird die Pfungstädter Brauerei GmbH. (ct) ❉ Das Ristorante San Remo in der Grafenstraße 22 hat seit Oktober einen weiteren Innenraum: Die benachbarte, ehemalige Shishabar wurde komplett renoviert, der Darmstädter Graffiti-Künstler Julian „Deafman“ Bock hat eine gesamte Wand mit italienischen und Darmstädter Jugendstil-­ Motiven freskoartig gestaltet. Wegen der aktuellen Corona-Beschränkungen können der neue Raum wie auch der großzügige „San Remo Garten“ im Außenbereich aktuell nicht genutzt werden. (ct) ❉ Ab 01. Januar 2021 gehen das Schuhhaus Dielmann in der Schulstraße und das Sporthaus Hübner am Ludwigsplatz sowie bundesweit sieben


weitere Ladengeschäfte der Dielmann-Gruppe in die Hände der Fritz Frank Schuhe + Sport KG (aus Bretzenheim an der Nahe) über. Bundesweit verkauft die insolvente Dielmann-Gruppe neun Schuh- und sieben Sporthäuser, alle 269 Mitarbeiter sollen übernommen werden. Im Zuge des Insolvenzverfahrens hatte sich die Familie Dielmann aus der Geschäftsführung zurückgezogen – der Verkauf besiegelt nun das Ende eines Darmstädter Traditionsunternehmens. Schnüff! (ct) ❉ Das Schuknecht hat einen Neuzugang als Teilhaberin: die Darmstädterin Liza Wiltberger. Die Konditormeisterin backt jetzt auch die leckeren hausgemachten Kuchen der Café-Bar am Schlossgartenplatz. Seit Mitte November gibt's Take-away: Frühstück (Müsli, Porridge), Kaffee und Tee-Spezialitäten, Lizas Kuchen (auch glutenfrei und vegan) – und von Nelly Tevetoğlu frisch gekochte Mittagstisch-Gerichte. (ct) ❉ Das persische Restaurant Shiraz an der Die­ burger Straße verfügt jetzt auch über ein Shiraz-­ Mobil. Das mobile Restaurant wird für Caterings zum Einsatz kommen und kann – samt individuellem Speisenangebot und Crew – auch von Firmen und Privatpersonen gemietet werden. Aktuell wird außerdem eine möglichst dauerhafte Stellfläche

für den Wagen gesucht. Kontakt: Nima Ghamari (0178) 4688177. (ct) ❉ Die schon im November-P angekündigte Eröffnung der Räumlichkeiten der Stilbruch – Werkstatt für nachhaltiges Coaching und Training in Arheilgen verschiebt sich wegen Corona weiterhin. Im Januar beginnt trotzdem ein neuer (Re­ mote-)Ausbildungskurs für Systemisches Coaching – und es sind noch Plätze frei. (lm) ❉ Thildas Eis an der Alexanderstraße 27 hat (bis vorerst Ende Januar) auch den Winter über geöffnet: Jeden Sonntag von 13 bis 17 Uhr werden Kuchen von Fräulein Zuckertopf und von Billas Catering & Kuchen sowie Kaffee und Thildas Eiskreationen zum Mitnehmen angeboten. (ct) ❉ „Zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie und zum Schutz der Bevölkerung“ hat die Stadt Darmstadt nun auch die modifizierte Variante des Darmstädter Weihnachtsmarkts abgesagt. Darmstadt Citymarketing möchte mit Weihnachtsbeleuchtung in den Einkaufsstraßen, der Illumination des Langen Luis und großen Tannenbäumen auf dem Markt-, Ludwigs- und dem Luisenplatz dafür sorgen, „dass in der Innenstadt die Adventsund Weihnachtsstimmung nicht vollständig verloren geht“. (ct) ANZEIGE

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Unter Pappeln   -Kolumne, Folge 83: Stresstest T E X T: M AT T H I A S KN E I F L | FOTO: JA N E H L E RS | PORTRÄT-ILLU: LISA ZEISSLER

Sieben Ligaspiele hatte der SV Darmstadt 98 bis zur Länderspielpause im November absolviert. Nach einem Saisonfünftel darf man somit schon mal ein erstes zartes Zwischenfazit wagen. Ein Blick auf das Torverhältnis von 12:15 zeigt, dass noch lange nicht alles rundläuft. Dabei lohnt sich ein genauerer Blick auf das Aufbauspiel der Lilien. Bei oft aggressiv anlaufenden Gegnern gleicht es einem Stresstest. Auch für die Fans vor der Glotze.

leidlich funktioniert. Angesichts der Qualität ihrer Torchancen hätten die Lilien jedes Spiel gewinnen können, wenn nicht gar müssen. Einzig das desas­ tröse 0:4 gegen Paderborn glich einem Systemabsturz, doch dazu später mehr. In der Mehrzahl der Partien hatten es die Lilien jedenfalls verpasst, sich für ihren Aufwand zu belohnen. Auch gab es immer wieder verschlafene Halbzeiten, sodass sich die 98er mit drei Remis sowie je zwei Siegen und Niederlagen zufriedengeben mussten.

So völlig überraschen durften die torreichen Par­ tien der Lilien niemanden. Vier Tore fielen im Schnitt, wenn der SVD beteiligt war. In Kiel und Köln ließ Coach Markus Anfang ebenfalls schon tororientiert spielen. Das kann dann eben auch mal nach hinten losgehen. Bei seiner Antritts-PK am Böllenfalltor reflektierte Anfang im Juli deshalb, er habe in Köln teilweise „zu viel riskiert und gnadenlos auf Sieg gespielt, in Kiel dagegen häufig zu wenig.“ In Darmstadt werde er versuchen, einen vernünftigen Mittelweg hinzubekommen. Dabei sei er in erster Linie bestrebt, seine Spieler weiterzuentwickeln und schönen Fußball zu spie­ len. Dann werde sich das Team am Ende selbst belohnen und gute Ergebnisse einfahren.

Das Bällchen läuft Unter dem neuen Coach hat die Mannschaft ihr Spiel weiterentwickelt. Sie geht immer mit dem Anspruch in eine Begegnung, diese aktiv zu bestreiten. Das schlägt sich auch in Zahlen nieder. Bis zum Crash gegen Paderborn war der SVD in puncto Ballbesitz Ligakrösus. Bei der Passquote ist er unter den Topteams der Liga zu finden, bei der Anzahl der Torschüsse war er lange Zeit ebenfalls ganz vorne dabei. Das Flanken haben die Lilien dahingegen deutlich heruntergefahren. Ein Paradigmenwechsel zum Underdog-Fußball unter Dirk Schuster. Markus Anfang führt somit den unter Dimitrios Grammozis begonnenen Transformationsprozess fort.

Immer wieder am Drücker Nun, das mit dem Belohnen und den guten Ergebnissen hat in den ersten sieben Saisonspielen

Aber, aber, aber Die Frage, ob der Prozess von Erfolg gekrönt sein wird, steht und fällt allerdings mit den ErgebnisP | 92


sen. Zwölf erzielte Tore nach sieben Spielen lesen sich ermutigend. 15 Gegentore sind dahingegen überaus bedenklich. Gerade über die Flügel sind die Lilien anfällig. In Kombination mit einer am Boden wie in der Luft immer wieder wackeligen Innenverteidigung erzeugt dies Gefahrenmomente. Zudem versteht es das Team nicht konsequent, Umschaltsituationen der Kontrahenten zu entschärfen. Hinter der hochstehenden Viererkette befindet sich eine ganze Menge Rasen, den die Kontrahenten leicht mit langen Bällen für sich nutzen können. Und gegen Paderborn? Tja, da kam die Verteidigung gar nicht erst dazu, hoch zu stehen. Die 98er wurden von aggressiv anlaufenden Gästen förmlich überrollt und präsentierten sich im Gesamtpaket völlig überfordert und ohne den geringsten Lösungsansatz. Der Mittelweg aus Risiko und Sicherheit, den Anfang als Ziel ausgab, er ist noch nicht gefunden.

man wird total überfahren (wie von Paderborn). So gleicht das System in einer noch nicht gefestigten Mannschaft wie ein Vabanquespiel. Es bleibt spannend ... und stressig. ❉

Spiele-Parade! —­ Fr, 04.12., 18.30 Uhr: Fortuna Düsseldorf – SVD Sa, 12.12., 13 Uhr: SVD – Hamburger SV Di, 15.12., 18.30 Uhr: Greuther Fürth – SVD Sa, 19.12., 13 Uhr: SVD – Würzburger Kickers Di, 22.12., 20.45 Uhr (DFB-Pokal, 2. Runde): Dynamo Dresden – SVD Sa, 02.01., 13 Uhr: VfL Bochum – SVD So, 10.01., 13.30 Uhr: SVD – Hannover 96 So, 17.01. (tbc): 1. FC Heidenheim – SVD So, 24.01. (tbc): SVD – Holstein Kiel Mi, 27.01. (tbc): SVD – SV Sandhausen So, 31.01. (tbc): Jahn Regensburg – SVD

Das Aufbauspiel beginnt im Strafraum Was regelmäßig Stresssituationen hervorruft, ist das Aufbauspiel der Lilien. Wurde früher gerne der Ball so schnell wie möglich über die Mittellinie gedroschen, so passen sich Torwart Marcel Schuhen und die Innenverteidiger nun in aller Ruhe den Ball im eigenen Strafraum zu – während sie die Gegner dort konsequent anlaufen. Klaro, Immanuel Höhn, Lars Lukas Mai und auch Nicolai Rapp verstehen es, den Ball besser zu verarbeiten als die meisten ihrer Vorvorgänger. Aber auch sie sind nicht frei von Fehlern. Das setzt sie im Verbund mit ihrem Keeper einem permanenten Stresstest aus. Und auch die Fans der Lilien müssen vor dem TV häufiger angespannt die Luft anhalten.

sv98.de

Fußballfibel, Band 37: SV Darmstadt 98

Riskant ... und Chancen eröffnend Dabei ist der Ansatz des SVD im Prinzip gar nicht schlecht. Wenn er denn aufgeht. Inzwischen läuft fast jeder Gegner die Lilien hoch an. Kein Wunder: Ein schneller Ballgewinn bedeutet für sie den kürzesten Weg zum Tor, eine unsortierte 98er-Defensive inklusive. Versteht es das Team von Markus Anfang jedoch, dieses Pressing zu überspielen, dann eröffnen sich Chancen. Entweder, indem die Lilien einen Raum zwischen den auseinandergezogenen Linien der Kontrahenten finden, wo Marvin Mehlem und Tobi Kempe warten, um von dort aufzudrehen und Angriffe zu initiieren. Oder die Innenverteidiger packen bei einem kom­pakter nach vorne schiebenden Gegner den langen Pass aus, der die flinken Außenstürmer findet. Wenn dies also gelingt, dann lohnt es sich, die Stressmomente auszuhalten. Wenn es nicht gelingt, guckt man schnell in die Röhre (wie in Sandhausen) oder P | 93

—­ Absolut lilienkompatibler Zuwachs in der „Bi­bli­o­­­­thek des Deutschen Fußballs“: Band 37 der „Fußballfibel“-Reihe des Verlags Culturcon Medien beschäftigt sich ausschließlich mit unserem geliebten ESS-VAU-DE! Autor der 156 Seiten starken Publikation ist Tim Strack, ein hundertprozentiger 98er-Experte: Ex-LilienUl­tra-Capo, heute Büroleiter der Fan- und Förderabteilung des SV Darmstadt und nach eigenen Worten „ein Zugezogener, der durch die Lilien zum Heiner wurde“. Erhältlich unter anderem im Lilien Fanshop City am Friedensplatz – für 12,99 € (davon gehen 1 € an den Autor, der sein Honorar je zur Hälfte an die Lilien-Fanhilfe und den See­brücke Darmstadt e. V. spendet).


Wrede und Antwort Die kommen, die Bücher: TEXT: GERALD WREDE | FOTO: JAN EHLERS | PORTRÄT-ILLU: LISA ZEISSLER

Es gab mal (oder gibt noch) in einer Musikzeitschrift die Rubrik „Die kommen, die Platten“. Fand ich immer einen guten Titel – und meinen finde ich gar noch besser. Da es müßig ist, sich über die US-Wahl auszulassen (Ein Hoch auf Old Biden!) – weil sich sämtliche hirnlose Aktionen dieses Verbrechers von Ex-Präsident, dagegen irgendwas zu unternehmen, unseres Redaktionsschlusses entziehen werden –, gibt es hier nix weiter darüber zu lesen. Dafür aber den Vorschlag, bei den lokalen Buchhändlern Eures Vertrauens doch mal nach folgenden Werken zu fragen: „Brille, Nille und Kairo – Geheimnis um die Pilstubb Baltes“ sowie „Brille, Nille und Kairo – Geheimsache Knusperhäuschen“. Zwei

Freunde und ihr Hund (der belesene Bernd sowie Nils und seine einäugige Schäferhund-Rüdin) erleben so manch spannende, alkoholgeschwängerte Stunde – und am Ende wird alles gut. Fast. Aber lesen Sie selbst. Erhältlich auch in einfacher Sprache. In eigener Sprache kam eben mei­ ne Gender-Hündin in den Text ge­hechelt, und klar meldet sich die Rechtschreibprüfung bei mir. Aber ich lass mich weder zu dem Klick auf „Schäferhund-Rüde“, noch zu der tatsächlich auch vorgeschlagenen Variante „Schäferhund-Jüdin“ verleiten. Lachen muss ich aber doch. „Blinky und die Linksabbieger“ als auch der Folge-Roman „Blin­ ky und die Rechtsabbieger“ sind zwei aufklärerische Werke, welche man gut zur Weihnachtszeit so manchem Autofahrer unters P | 94

Kopfkissen stecken könnte. Für nächstes Jahr bereits angekündigt ist allerdings der letzte Teil der Serie namens „Blinky gibt auf“. Was da wohl auf uns – respektive Blinky – zukommt? Bei „Lymphi im Drainagenland“, mit tollen Zeichnungen von Oli Osteopathy, wird der Leser durch ein Labyrinth der Entspannung geleitet. Der Clou an dem Buch: Durch die eingearbeitete Wasser­­ waage lässt sich das Buch nur in der Horizontalen lesen. Für die Krimifreunde unter uns sicherlich ein Feiertag: Der Tag, an dem „Kommissar Haflinger – Aufs falsche Pferd gesetzt“ erscheint. Da kann man sich ja schon mal einen Klafter Stroh ins Wohnzimmer schütten und sich eine Kuhle Probe liegen. Der Winter kann also kommen. ❉


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Ouisam Elkertoubi-Nötzold Darmstädter Typ T E X T: M I R I A M GA RT LGRU BE R | FOTO: JA N E H L E RS

„Ich bin in zwei Welten groß geworden und habe immer versucht, sie zu verbinden“, sagt Ouisam Elkertoubi-Nötzold. Die Eltern der 45-Jährigen stammen aus Marokko, sie selbst wurde in Darm­ stadt geboren. „Als Heranwachsende war es schwierig, in einer deutschen Welt zu leben und gleichzeitig die Kultur meiner Heimat nicht auf­ zugeben.“ Heute hat sie es geschafft, die zwei Seiten in sich zu vereinen: „Ich habe mir einfach von beiden das Schönste herausgesucht.“ Mit ihrer Tochter lebt Ouisam im Watzeviertel, sie malt, singt und kocht, liebt die Natur und bezeichnet sich selbst als Lebenskünstlerin mit „wildem Lebenslauf“. Ihr sei schnell klar gewesen, dass sie nicht immer in der Tajinerie ihrer Eltern aushelfen wolle, also absolvierte sie ein Soziologiestudium – mit dem Ziel, die Welt zu ändern. „Als das nicht klappte“, studierte sie humanistische Kunsttherapie und arbeitete mit Kindern und Jugendlichen. Sie gab Bewerbungs- und Lebenshilfeworkshops, richtete Musik- und Theaterprojekte aus und machte eine Ausbildung zur Heilpraktikerin. Nach einer Zeit der Umorientierung, in der sie oft in Marokko war, wurde Ouisam klar, dass sie ihre „zwei

Welten“ auch beruflich zusammenbringen muss, um sich vollständig zu fühlen: Sie gründete „Ouisams Cusina“ und begann, traditionelle marokkanische Kochkurse im Hoff-Art Theater zu geben und Veranstaltungen zu organisieren. „Aktuell liegt das Projekt auf Eis, denn beim Kochen am Lagerfeuer rückt man automatisch näher zusammen. Ich verkaufe Atmosphäre und das geht nicht mit Sicherheitsabstand.“ Auf Ouisams Engagement, ihre Kultur lebendig zu halten, wurde vor zwei Jahren ein marokkanischer Fernsehsender aufmerksam. „Einer meiner Kochkurse wurde dort ausgestrahlt und für meine Arbeit habe ich sogar einen Orden bekommen.“ Das Ge­neralkonsulat stellte ihre Bilder aus und eine unabhängige Partei lud sie zu einer Conven­tion prägender marokkanischer Frauen nach Ca­­sablanca ein. „Seitdem bin ich politisch aktiv und helfe, Konzepte auszuarbeiten, die die Unabhängigkeit von Frauen in Marokko fördern, ohne, dass sie ihre kulturelle Identität aufgeben müssen.“ Die Frage, ob sie Christin oder Muslimin ist, findet Ouisam schwierig zu beantworten. „Ich bin beides, außerdem Jüdin und Buddhistin, weil ich mir von allem nehme, was für mich passt – wie von einer Malpalette.“ ❉ P | 96


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EINE GEMEINSAME INITIATIVE VON

Gemeinsame Wissenschaftskonferenz GWK


Darmstädter Fakten REC H E RC H E + T E X T: CEM TEVETOǦLU

> Vor 38 Jahren – am Mittwoch, 08.12.1982, um 21 Uhr – sollten Depeche Mode in „Lopo's Werkstatt“ in Darmstadt auftreten. Nächtigen wollten Dave Gahan, Martin L. Gore & Co. anschließend im (heute nicht mehr existierenden) Hotel Weinmichel in der Schleiermacherstraße. Weil die Bühne des „Lopo“ zu klein war, wurde das Konzert – angeblich nach stundenlanger Diskussion zwischen Tourmanager und Veranstalter – dann aber doch noch kurzfristig abgesagt. > Um den Schadstoffausstoß und die Lärmemissionen zu verringern, setzt die Straßenreinigung des EAD für die Entleerung der öffentlichen Papierkörbe in der Darmstädter Innenstadt bereits seit 2007 Elektro-Kleinfahrzeuge ein.

P Stadtkulturmagazin 13. Jahrgang Ausgabe 130 – Dezember 2020 + Januar 2021

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Postadresse: P Stadtkulturmagazin, Schlossgartenplatz 13, 64289 Darmstadt Redaktion: Cem Tevetoğlu (ct), redaktion @p-verlag.de, Telefon: +49 (6151) 387 2586 + Matin Nawabi (mn), matin.nawabi@p-verlag.de. Grafik: André Liegl + Lisa Zeißler, grafik@p-verlag.de + Jennifer Pahls, jennifer.pahls @p-verlag.de, rockybeachstudio.de Wuffel- & Schnuffeldirektion: Lola, Bolle + Tonton Fotos: Jan Ehlers, fotos@p-verlag. de, janehlers.net Cover dieser Ausgabe: Johanna Schulte, instagram.com/josicomesaround Freie Mitarbeit Grafik: Anna-Lena Cychy Redaktion: Allegra Baumann, Katja Borowski (kgb), Thomas Georg Blank, Michael Caspar (mca), Christine Faget (cif), Steffen Falk (sf), Amelie Falkenhain (ame), Gösta Gantner (gg), Miriam Gartlgruber (gartl), Dirk Henninger, Karina Hentges (rina), Julia Hichi (jhi), Matthias Kneifl, Korrifee, Thomas Lenz (tl), Lisa Mattis (lm), Franziska Neuner (fn), Frederick Rühl (fr), Lea Sahm, Sophie Marlen Schott (sms), Cora Trinkaus, Gerald Wrede, Kevin Zdiara (kzd) Beilagenhinweis: Dieser Ausgabe des P Stadtkulturmagazins liegt Werbung von Whiskykoch bei. P-Facebook + P-Instagram: Matin Nawabi „Parole P“-Podcast: Samba Gueye Nächste Ausgabe: Februar 2021 Redak­tions­schluss (redaktion@p-verlag.de): 10.01. Veranstal­­­­tungskalender (mail@ partyamt.de): 15.01. Anzeigen­schluss (anzeigen@­p-verlag.de): 17.11. Erschei­­nu­­ngs­datum: 29.01.2021 p-stadtkultur.de | facebook.com/pmagazin instagram.com/pmagazin_da

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M VERLÄNG E R T B IS ZUM 20. 1 2. 2020 TRAUTES

11. Darmstädter Tage der Fotografie Skurrile Fluchten — Humor in der Fotografie

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4.12.2020 — 7.3.2021

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Eine Ausstellung des Kunstpalasts, Düsseldorf, in Kooperation mit dem Hessischen Landesmuseum Darmstadt

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Ausgabe 130 (Dezember 2020 + Januar 2021)