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Projekte.  Kampagnen. 2011 www.oxfam.de


OXFAM DEUTSCHLAND Eine Welt ohne Hunger ist möglich! Bei allen, die diese Arbeit mit Spenden, als ehrenamtliche Mitarbeiter/innen oder Freiwillige, mit dem Unterschreiben unserer Online-Petitionen, auf Facebook und Twitter oder durch Einkauf in den Oxfam Shops unterstützt haben und weiter unterstützen, bedanken wir uns ganz herzlich.

Die Folgen des Klimawandels, die Spekulation mit Nahrungsmitteln an den Börsen, Landgrabbing in armen Ländern (auch „Landraub“ genannt): Das sind nur einige der Gründe, warum weltweit fast jeder siebte Mensch hungert. Gemeinsam können wir den Hunger besiegen! Im Juni 2011 startete Oxfam die internationale Kampagne „Mahlzeit!“ – für eine Welt, in der alle satt werden. Wir sind überzeugt, dass dies schon heute möglich wäre und setzen uns für eine Zukunft ohne Hunger ein. Genaueres erfahren Sie auf S. 8 und 9.

Nach 11 Jahren bei Oxfam Deutschland ist Paul Bendix nun im Ruhestand. Als Nachfolgerin hat Marion Lieser im Januar die Geschäftsführung des Oxfam Deutschland e.V. übernommen. Beide freuen wir uns, wenn Sie sich weiter mit Oxfam für eine gerechte Welt ohne Armut einsetzen.

Wie katastrophal die Folgen des derzeitigen Umgangs mit natürlichen Ressourcen sind, zeigte 2011 vor allem die Nahrungsmittelkrise in Ostafrika. Hier und bei anderen Krisen und Konflikten leisteten wir im vergangenen Jahr lebensrettende Nothilfe. Zugleich fördert Oxfam Deutschland Entwicklungsprojekte in Afrika und Süd-Asien, damit Familien sich dauerhaft aus der Armut befreien können. Mit entwicklungspolitischen Kampagnen machen wir Druck auf Politik und Wirtschaft, um die Rechte von Menschen in armen Ländern durchzusetzen.

Marion Lieser Geschäftsführerin ab 2012

Paul Bendix Geschäftsführer bis 2011

Projekte Mädchen setzen sich durch Begleitung und Unterstützung für Frauen in Gefahr Frauen schaffen sich neue Räume Schwerste Hungersnot seit Jahrzehnten Neue Perspektiven trotz andauernder Krise Überschwemmungen vernichten Lebensgrundlagen

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Ein Programm für Einkommen und Umweltschutz Die Ausbreitung der Steppe verhindern Sauberes Wasser und Schutz vor Seuchen Gesundheit stärken, Bildung verbessern Menschen sichern ihr Recht auf Bildung und Gesundheit

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Schlimme Aussichten für Menschen in armen Ländern 9 Jeder und jede kann etwas tun! 9 Hilfe muss unabhängig und wirksam sein 10 Frieden fördern, Hungerkrisen vorbeugen 10 Keine Abstriche bei Frauenrechten! 10

Kampagnen Robin Hood lässt nicht locker Riesige Löcher in der Entwicklungsfinanzierung Eine Welt ohne Hunger ist möglich Mit Essen spielt man nicht! Den Ausverkauf von Land stoppen!

Impressum Herausgeber: Oxfam Deutschland e. V. Greifswalder Str. 33 a, 10405 Berlin Tel: +49 (0) 30 . 42 85 06 21 Fax: +49 (0) 30 . 42 85 06 22 E-Mail: info@oxfam.de Verantwortlich: Marion Lieser Redaktion: Julia Jahnz, Corinna Ditscheid Gestaltung: Ole Kaleschke Gedruckt auf FSC-zertifiziertem PlanoPlus-Papier

Titelbild: 2011 hungerten im kenia­nischen Distrikt Turkana hundert­ tausende Menschen wegen der an­haltenden Dürre. Hier und in anderen betroffenen Regionen Ostafrikas leistet Oxfam Nothilfe. © Rankin/Oxfam


Projekte Benin

Mädchen setzen sich durch Schon im Alter von sechs Jahren müssen viele Mädchen in Benin den ganzen Tag als Verkäuferinnen auf den Märkten der größeren Städte arbeiten. Um ihre Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben zu verbessern, über­zeugt Oxfams lokale Partnerorganisation ASSOVIE die Marktfrauen, die Mädchen wenigstens zwei Stunden pro Woche Lesen, Schreiben und Rechnen lernen zu lassen. ASSOVIE bildet Lehrkräfte aus und errichtet Unterrichtsräume direkt auf den Märkten. Mehr als 650 Mädchen in vier Städten dürfen bereits dieses An­ge­b ot nutzen. Durch intensive Aufklärungsarbeit bei den Marktfrauen, den Eltern und lokalen Autoritäten soll ihre Zahl 2012 auf 750 steigen. Mit Theaterstücken und Tänzen machen die Mädchen selbst auf ihre Situation aufmerksam und informieren die Öffentlichkeit über Kinderrechte. Oxfam unterstützt das Projekt seit 2008. Inzwischen können immer mehr Mädchen vom Unterricht auf dem Markt in eine reguläre Schule wechseln.

Zielgruppe: rund 750 Mädchen auf 21 Märkten in vier Städten Benins (ca. 50% der minderjährigen Markthelferinnen) Partner: Association VINAVO et Environnement (ASSOVIE) Finanzierung: Oxfam Deutschland 42.000 Euro

Feier zum internationalen Frauentag im Distrikt Mansehra, Pakistan: Frauen nutzen rege die Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen. © SAIBAAN

Irak

Pakistan

Begleitung und Unterstützung für Frauen in Gefahr

Frauen schaffen sich neue Räume

Ein Verstoß gegen den traditionellen Ehrenkodex kann für Frauen im Irak zu sozialer Ächtung und sogar zur Ermordung führen. Das von unserer Partnerorga­nisation HAUKARI e.V. gegründete Frauenzentrum KHANZAD in Sulaimania, im kurdischen Teil des Iraks, bietet Frauen in Notlagen einen geschützten und gesellschaftlich akzeptierten Raum, um sich beraten zu lassen und weiterzubilden. Auch Frauen, die wegen Ehebruchs oder Prostitution im Gefängnis sind, erhalten Unterstützung. KHANZAD bemüht sich darum, dass sie in ihre Familien zurückkehren können. Ist keine einvernehmliche Lösung möglich, findet unser Partner für sie sichere Plätze in Frauenhäusern. Trainings vermitteln Polizisten und Gefängnisangestellten, wie sie Frauen in Not helfen können. Außerdem setzt sich KHANZAD für soziale und recht­ liche Reformen ein, um die Situation der Frauen im Irak dauerhaft zu verbessern.

Informationsveranstaltung auf dem Markt Koutongbe in Porto Novo, Benin: Öffentliche Auftritte wie dieser stärken das Selbstbewusstsein der Mädchen. © ASSOVIE

Zielgruppen: Inhaftierte und aus der Haft entlassene Frauen, die durch häusliche Gewalt und Ehrenmord bedroht sind, Polizisten und Gefängnisangestellte Partner: HAUKARI e.V. Finanzierung: Oxfam Deutschland 33.590 Euro, Oxfam Irland 2.760 Euro

Vor allem in ländlichen Regionen Pakistans haben Mädchen und Frauen kaum Bewegungsfreiheit. Mädchen dürfen die Schule nicht besuchen, wenn der Schulweg zu weit ist. Frauen können nicht ohne männliche Begleitung zum Arzt gehen und haben kaum Möglichkeiten, eigenes Geld zu ver­dienen oder sich am öffentlichen Leben zu beteiligen. Oxfams pakistanische Partnerorganisation Saibaan errichtet seit 2007 erfolgreich Gemeinschaftshäuser in abgelegenen Dörfern des Distrikts Mansehra. Die Räume gehören den Frauen. Hier können sie Versammlungen abhalten, an Alphabetisierungskursen und Gesundheits- oder Existenzgründungs-Fortbildungen teilnehmen, sich treffen und austauschen. 2011 unterstützte Oxfam die erste Bauphase für neue Gemeinschaftshäuser in drei Dörfern. Die Initiative ging jeweils von den Frauen aus und wurde auch von den Männern mitgetragen, die in Planung und Bau immer mit einbezogen sind. Auch sie haben die Möglichkeit, die Räume zu nutzen – mit Zustimmung der Frauen. 2012 unterstützen wir den Bau weiter.

Zielgruppe: insgesamt ca. 10.000 Frauen und Männer in drei Dörfern im Distrikt Mansehra Partner: Saibaan Development Organisation Finanzierung: BMZ 63.000 Euro, Oxfam Deutschland 13.000 Euro

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Projekte Somalia

Neue Perspektiven trotz andauernder Krise Anhaltende Kämpfe zwischen verschiedenen politischen Gruppierungen sowie wiederkehrende Dürren halten große Teile der Bevölkerung in Somalia bereits seit Jahrzehnten in Not und Armut gefangen. Mehr als 1,8 Millionen Kinder, Frauen und Männer sind auf der Flucht vor Hunger und Gewalt.

Im kenianischen Flüchtlingscamp Dadaab leisten sowohl Flüchtlinge als auch dort Ansässige Lohnarbeit beim Bau einer Wasserleitung. © Nicole Johnston/Oxfam

Ostafrika

Schwerste Hungersnot seit Jahrzehnten Die schwere Dürre in Ostafrika bedrohte 2011 mehr als 13 Millionen Kinder, Frauen und Männer. 2012 ist die Lage weiterhin kritisch. Oxfam unterstützte im vergangenen Jahr mehr als 2,8 Millionen Menschen in Kenia, Äthiopien und Somalia. Um die Trinkwasserversorgung zu sichern, errichteten unsere Teams neue Brunnen, setzten existierende Wasserstellen instand und lieferten Wasser in Tankwagen an. Bezahlte Arbeit wurde angeboten, so beim Bau von Latrinen und Waschplätzen oder Verlegen von Wasserleitungen im weltgrößten Flüchtlingscamp im nordkenianischen Dadaab. Auf diese Weise konnten sich Frauen und Männer Einkommen erwirtschaften. Menschen in Not erhielten darüber hinaus Bargeld, um Nahrungsmittel zu kaufen. Auch für das Überleben des durch die Dürre bedrohten Nutzviehs, das häufig die Lebensgrundlage der Familien darstellt, wurde gesorgt.

In den Regionen Hiran, Middle und Lower Shabelle im südlichen ZentralSomalia leben Hunderttausende Vertriebene unter katastrophalen Bedingungen in selbstgebauten Notunterkünften. Dort schon lange ansässige Familien leiden ebenfalls unter extremer Armut, mangelnder Hygiene und knappem Trinkwasser. Seit Jahren arbeitet Oxfam eng mit vertrauten somalischen Partnerorganisationen zusammen, um die Versorgung mit Wasser und Nahrungsmitteln zu sichern, die Landwirtschaft zu verbessern, neue Einkommensquellen zu schaffen und die Menschen so dauerhaft zu stärken. Angesichts der akuten Krise führten wir 2011 zusätz­ liche lebensrettende Nothilfe-Maßnahmen durch.

Zielgruppe: 180.000 Menschen in Hiran, Middle und Lower Shabelle Partner: Oxfam Novib und die lokalen Organisationen HARDO (Humanitarian Action for Relief and Development Organization) und CED (Centre for Education and Development) Finanzierung: Oxfam Deutschland 175.000 Euro

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Pakistan

Überschwemmungen vernichten Lebensgrundlagen Ein Jahr nach den schwersten Überschwemmungen in der Geschichte Pakistans richteten überdurchschnittlich starke Monsunregenfälle 2011 erneut großen Schaden an. Allein in der Provinz Sindh waren neun Millionen Menschen von den Fluten betroffen. Wieder wurden 1,5 Millionen Häuser beschädigt oder zerstört. Nach den großen Verwüstungen und Ernteeinbußen von 2010 steht die Bevölkerung abermals vor dem Nichts. In Zusammenarbeit mit lokalen Partnerorganisationen erreichte Oxfam 2011 knapp 1,4 Millionen Kinder, Frauen und Männer in Sindh. Die Menschen in den betroffenen Regionen erhielten sauberes Trinkwasser, Geld zum Kauf von Nahrungsmitteln und Sets mit wichtigen Haushaltsgegenständen wie Kochgeschirr. Um den Ausbruch von Seuchen zu verhindern, errichtete Oxfam Latrinen und führte wichtige Hygienemaßnahmen durch.

Zielgruppe: 1,4 Millionen von der Flut betroffene Menschen in Pakistan Partner: Oxfam Großbritannien Finanzierung: Anteil Oxfam Deutschland 217.000 Euro

2012 soll Oxfams Nothilfe auf bis zu 3,5 Millionen Menschen ausgeweitet werden. Zielgruppen: 2,8 Millionen von der Hungerkrise betroffene Menschen in Somalia, Äthiopien und Kenia Partner: Oxfam Großbritannien Finanzierung: Anteil Oxfam Deutschland 300.000 Euro

Ein Mann inmitten der Trümmer seines Hauses im Distrikt Mirpur Khas, Sindh. Ohne Unterstützung fehlt ihm Geld, um das Haus wieder aufzubauen. © Sam Phelps

Somalia: Oxfams Partner setzen gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung Bewässerungsgräben für die Felder wieder instand. © HARDO


Projekte Mali

Die Ausbreitung der Steppe verhindern

UGEAFI-Frauenbeauftragte Gudile Nasine und Kollegen besuchen Familien in Minembwe, um den Erfolg der Maßnahmen zu prüfen. © Reinhild Schumacher/Oxfam Deutschland

Demokratische Republik Kongo

Ein integriertes Programm für Einkommen und Umweltschutz Seit 2005 arbeitet Oxfam Deutschland mit der lokalen Organisation UGEAFI auf dem Minembwe-Hochplateau in der kongolesischen Provinz Süd-Kivu zusammen. Was mit einer kleinen Initiative im Bildungsbereich begann, ist zu einem umfassenden Programm für Bildung, Frauenförderung, Existenzsicherung und Umweltschutz geworden, das die Lebensbedingungen auf dem abgelegenen Plateau deutlich verbessert. An der von UGEAFI mit Unterstützung von Oxfam und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ( BMZ) errichteten Berufsfachschule machen immer mehr Mädchen Abitur und können in qualifizierten Berufen arbeiten. Davon pro­fitieren ihre Familien und die ganze Region. Auch Frauen, die nicht die Chance hatten, zur Schule zu gehen, wollen ihr Leben nun selbst in die Hand nehmen. Deshalb begann UGEAFI in 2011 mit Kursen zur Erwachsenen-

bildung und der Vergabe von Krediten, damit die Frauen eigene Geschäfts­ ideen umsetzen können. Auch der bereits seit 2007 laufende Bau von Energiespar-Herden, verbunden mit Baumpflanzungen rund um die Siedlungen, hat das Leben von Frauen und Mädchen deutlich erleichtert, die vorher viel Zeit mit der anstrengenden, zeitintensiven und gefährlichen Holzsuche verbringen mussten. Eine 2011 durchgeführte externe Evaluierung zeigt, dass die Herde den Feuerholzverbrauch stark reduzieren und die natürlichen Ressourcen schonen. 2011 startete darauf aufbauend ein vom BMZ gefördertes Programm zum nachhaltigen Schutz von Wasser, Boden und Wald, im Rahmen dessen in den nächsten drei Jahren einheimische Baumarten wieder aufgeforstet werden. Hinzu kommt die Einfassung von 250 Quellen zur besseren Wasserversorgung, da durch Abholzung und damit verbundene Erosion der Grundwasserspiegel bereits gesunken ist. Die Vorteile der Energiespar-Herde haben sich bis zu den Frauen in Bibokoboko auf dem Mittleren Plateau herumgesprochen, wo durch Abholzung kaum noch Feuerholz zu finden ist. Deshalb unterstützen Oxfam Deutschland und Oxfam Irland dort seit 2011 den Bau von 900 Herden, ver­ bunden mit Wiederaufforstung und HIV/Aids-Aufklärung.

Klimawandel und fortschreitende Versteppung durch Abholzung, Monokulturen und die Ausbeutung von Ressourcen bedrohen die Lebensgrundlagen der Bevölkerung in Mali. Seit 2010 unterstützt Oxfam Deutschland die lokale Organisation STOPSAHEL beim Erhalt der letzten Baumbestände – und damit auch von Wasser und Boden – im Landkreis Kita im Südwesten Malis. In der ersten Phase des Projekts wurden Klein-Staudämme und Gemeinschaftsgärten angelegt, um schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen zu bewirken und gleichzeitig die Ernährungslage zu verbessern. Seit Ende 2011 liegt der Schwerpunkt auf der Stärkung kommunaler Selbstverantwortung. So werden beispielsweise regionale Nutzungsabkommen erarbeitet und rund 2.500 Hektar Schutzgebiet ausgewiesen, mit aktiver Einbindung der Bevölkerung und öffentlicher Institutionen. Ziel des Projekts ist es, dass die Menschen aus zehn Gemeinden sich umfassendes Wissen zum Umwelt- und Ressourcenschutz aneignen und eigenverantwortlich für eine nachhaltige Bewirtschaftung sorgen können.

Zielgruppe: insgesamt ca. 70.000 Menschen aus 10 Kommunen im Landkreis Kita (ca. 60 % der Bevölkerung), direkt 28 – 36.000 Menschen Partner: STOP-SAHEL Finanzierung: BMZ 93.000 Euro, Oxfam Deutschland 31.000 Euro

Zielgruppen: rund 40.000 Menschen in Minembwe (Ressourcenschutz), 120 nicht alphabetisierte Frauen (Existenzgründung), rund 5.000 Menschen in Bibokoboko (Herde); 1.000 Schüler/innen und Dorfbewohner/innen (HIV/Aids-Aufklärungskampagne) Partner: UGEAFI (Union des Groupes d´Études et d´Actions pour le Développement de Fizi-Itombwe) Finanzierung: BMZ 61.000 Euro, Oxfam Deutschland 20.000 Euro (Ressourcenschutz); Oxfam Deutschland 59.000 Euro (Existenz­gründung für Frauen); Oxfam Irland 50.000 Euro, Oxfam Deutschland 25.360 Euro (Herde Bibokoboko) Der Gartenbau während der Trockenzeit bietet Frauen in Kita eine einträgliche Alternative zur umweltschädlichen Holzkohleproduktion. © Stefanie Beck/Oxfam Deutschland

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Projekte

Zusammenleben auf engstem Raum: Zehntausende Menschen haben in Duekoué im Westen der Elfenbeinküste Zuflucht gefunden. © Caroline Gluck/Oxfam

Elfenbeinküste

Sauberes Wasser und Schutz vor Seuchen Ende November 2010 brachen in der Côte d’Ivoire (Elfenbeinküste) im Zuge der Präsidentschaftswahlen gewaltsame Konflikte aus. Im Sommer 2011 waren immer noch 400.000 Menschen auf der Flucht. Viele von ihnen fanden im Westen des Landes bei Gastfamilien, in öffentlichen Gebäuden und in Flüchtlingscamps Schutz. Wo infolge der Flucht bereits geschwächte Menschen auf engstem Raum zusammenleben müssen, steigt die Gefahr lebensgefährlicher Seuchen. Zum Schutz vor Durchfall und anderen Infektionen sicherte Oxfam für Vertriebene in der Provinz Moyen Cavally die Trinkwasserversorgung, errichtete Latrinen und stellte wichtige Hygiene-Artikel bereit.

Simbabwe

Indien

Gesundheit stärken, Bildung verbessern

Menschen sichern ihr Recht auf Bildung und Gesundheit

Seit 2002 unterstützt und vernetzt das gemeinsame Oxfam-Programm COGENHA Organisationen in Simbabwe, die in der HIV-Prävention und für die Verbesserung der Lebensbedingungen von durch HIV/Aids betroffenen Familien arbeiten. Rund 14 Prozent der Bevölkerung zwischen 15 und 49 Jahren ist mit dem Virus infiziert. Bittere Armut verschlechtert ihre Lage zusätzlich. Damit die Menschen sich neue Lebensgrundlagen schaffen können, engagieren Oxfams Partner sich auch im Bereich Bildung und Ausbildung. Viele Kinder haben ihre Eltern infolge von Aids verloren und müssen selbst für sich sorgen. Um ihnen bessere Startbedingungen zu verschaffen, übernehmen unsere Partnerorganisationen unter anderem die Schulgebühren und beschaffen Lebensmittel. Auch Erwachsene profitieren von Bildungsangeboten unserer Partner. Dazu gehört das Erlernen von Fertigkeiten wie dem Flechten von Körben und deren Vermarktung. So können die Kursteilnehmer/innen sich neue Einkommensquellen erschließen. Zielgruppen: 12 lokale Partnerorganisationen und die durch sie erreichten Menschen in Mata­ beleland, Ost-Mashonaland und Midlands Partner: Oxfam Kanada Finanzierung: Anteil Oxfam Deutschland 40.000 Euro

Jedes Kind in Indien hat das gesetzlich verankerte Recht auf kostenfreie Grundschulbildung. Auch sollen alle Familien Zugang zu Gesundheitseinrichtungen haben. In der nordöstlich gelegenen Region Jharkand ist dies in der Praxis jedoch nicht der Fall. Um die Rechte der Bevölkerung zu sichern, haben sich in mehreren Dörfern Schul- und Gesundheitskomitees gegründet. Oxfams lokale Partnerorganisationen unterstützen deren Mitglieder dabei, sich gegenüber den Behörden durchzusetzen. Bei Fortbildungen lernen sie, wie sie ihre Funktionen wirksam wahrnehmen und die Umsetzung der Gesundheits- und Bildungspläne überwachen können. Vernetzung untereinander stärkt die Komitees aus verschiedenen Dörfern zusätzlich. Bei Treffen können sie sich austauschen und gegenseitig unterstützen. So erzeugen die Menschen in Jharkand den nötigen Druck auf die staatlichen Behörden, um ihre Situation dauerhaft zu verbessern.

Zielgruppe: insgesamt knapp 46.000 Menschen in den Distrikten West Singhbhum, Hazaribag und Gumla Partner: Oxfam Indien und lokale Partner­ organisationen Finanzierung: Oxfam Deutschland 62.000 Euro

Außerdem unterstützte Oxfam die Familien dabei, in ihre oft zerstörten Häuser zurückzukehren, um sich ein neues Leben aufzubauen. Die Wasserqualität von Brunnen und Wasserstellen in den Dörfern wurde überprüft und bei Bedarf verbessert. Zielgruppen: 77.000 Vertriebene und Gastfamilien in der Provinz Moyen Cavally Partner: Oxfam Großbritannien Finanzierung: Anteil Oxfam Deutschland 50.000 Euro

Korbflechterinnen in Simbabwe bei einer Feier: Mit dem Verkauf ihrer Produkte können sie ihre Familie ernähren und Schulgebühren für ihre Kinder bezahlen. © Gabriele Bärtels/ Oxfam Deutschland

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Kampagnen

Robin Hood fordert Bundeskanzlerin Merkel auf, beim EU-Ratstreffen in Brüssel ihren Worten Steuern folgen zu lassen. © Fiona Krakenbürger /Attac

Die Oxfam-Big Heads als Staats- und Regierungschefs am Poker-Tisch: Sind die G-8-Versprechen nur ein Bluff? Wer spielt wirklich fair und auf Nachhaltigkeit? © Delphine Bedel/Oxfam France

Steuer gegen Armut

Entwicklungszusammenarbeit

Robin Hood lässt nicht locker

Riesige Löcher in der Entwicklungsfinanzierung

Die armen Länder sollen nicht die Zeche für die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise zahlen! Deswegen ging Robin Hood 2011 wieder als Symbolfigur für die Einführung einer Finanztransaktionssteuer (FTS) auf die Straße.

vor dem Bundeskanzleramt – angeführt natürlich von Robin Hood. Auch auf Musik-Events waren wir präsent: Auf dem Highfield- und Hurricane-Festival verkleideten sich Besucher/innen als Robin Hood und setzten sich mit einer Foto-Aktion für die Steuer ein.

Im Juni kam es zur Trendwende auf europäischer Ebene: Erstmals sprach sich die EU-Kommission für eine Abgabe auf Finanztransaktionen aus. Für Kleinanleger/innen fällt die winzige Steuer (Steuersatz 0,01-0,1%) kaum ins Gewicht. Aber für alle, die im Nanound Millisekundentakt mit Millionenoder Milliardenbeträgen spekulieren, wird es teuer. So werden diejenigen zur Kasse gebeten, die die weltweite Finanzkrise maßgeblich mitverursacht haben.

Die Kampagne wurde von unzähligen engagierten Menschen unterstützt. Das Kampagnenbündnis „Steuer gegen Armut“ sammelte insgesamt 232.000 Unterschriften und überreichte sie vor dem G-20-Gipfel an Bundesfinanzminister Schäuble. Im Bündnis arbeitet Oxfam mit 87 Nichtregierungsorganisationen sowie kirchlichen Gruppen, gewerkschaftlichen Verbänden und sozial-ökologisch orientierten Banken und Parteien zusammen.

Auch global gab es 2011 positive Signale: Im Herbst sprachen sich mehr als 1.000 Ökonominnen und Ökonomen aus 53 Ländern in einem offenen Brief an die G-20 für die Steuer aus. Und beim G-20-Gipfel in Cannes im November befürworteten Schwellenländer wie Brasilien, Argentinien und Südafrika sowie die Afrikanische Union und die Vereinten Nationen eine FTS. Im Rahmen der Kampagnenarbeit unternahm Oxfam 2011 mehrere Aktionen mit kostümierten Aktivist/innen

Auch die ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen der Oxfam Shops nahmen 2011 zahlreich an der Kampagne teil – mit Plakaten, Unterschriftensammlungen und speziellen Aktionstagen. Wichtig ist, dass die Einnahmen der FTS – wenn sie eingeführt wird – dazu verwendet werden, den Klimaschutz voranzutreiben und die Armut zu bekämpfen, in Deutschland und weltweit. Insbesondere diesem Ziel gilt die Fortführung der Kampagne in 2012. Hintergrundinformationen zur Finanztransaktionssteuer und aktuelle Videos finden Sie unter www.oxfam.de/mitmachen/ steuer-gegen-armut .

Fehlende Gelder für Entwicklungszusammenarbeit haben für Menschen in armen Ländern oft fatale Folgen. Zum Beispiel, wenn sie deshalb keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser oder zu Medikamenten erhalten. 2005 hatten die G-8 zugesagt, dass die weltweiten jährlichen Entwicklungsgelder bis 2010 um 50 Milliarden Dollar steigen. Dazu fehlen jedoch gegenwärtig 18 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Auch die Bundesregierung hält sich nicht an ihre Versprechen: Für 2012 plant sie eine Erhöhung des Entwicklungsetats um lediglich 114 Millionen Euro. Um ihr Versprechen zu halten, bis 2015 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens für Entwicklungszusammenarbeit zur Verfügung zu stellen, müsste sie hingegen das Entwicklungsbudget bis dahin mehr als verdoppeln oder, anders ausgedrückt, jährlich um ca. 2,5 Mrd. Euro steigern! 2011 wies Oxfam immer wieder auf die mangelnde Entwicklungsfinanzierung hin und forderte von den Geberländern echtes Engagement gegen die weltweite Armut – ungeachtet der Finanzkrise. Auch die Bundesregierung muss ihre Versprechen einhalten und die Mittel für Entwicklungszusammenarbeit deutlich aufstocken – zum Beispiel durch die Einnahmen aus einer Finanztransaktionssteuer.

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Kampagnen

Kampagnenstart am 1. Juni 2011: Eine einseitig gedeckte Tafel veranschaulicht die weltweit ungerechte Verteilung von Nahrungsmitteln. © DIE.PROJEKTOREN – Jörg Farys / Oxfam Deutschland

Die „Mahlzeit!“-Kampagne

Nahrungsmittelspekulation

Eine Welt ohne Hunger ist möglich

Mit Essen spielt man nicht!

Voraussichtlich 9 Milliarden Menschen werden im Jahr 2050 unseren Planeten bevölkern, und sie alle können satt wer­den. Schon heute ist genug Nahrung für alle da. Dennoch hungern weltweit fast eine Milliarde Kinder, Frauen und Männer! Die ungerechte Verteilung von Ressourcen, Landkonflikte, Umweltzerstörung, der Klimawandel, Lebensmittelverschwendung und die Spekulation mit Nahrungsmitteln an der Börse sind einige der Gründe, warum auch im 21. Jahrhundert Menschen Hunger leiden müssen. Oxfams internationale Kampagne „Mahlzeit!“ fordert einen radikalen Wandel, hin zu einem bewussten, gerechten und ökologisch nachhaltigen Umgang mit Nahrungsmitteln. Dafür arbeiten wir gemeinsam mit Partnern, Initiativen und Netzwerken.

Am 18. Oktober 2011 übergab Oxfam gemeinsam mit anderen Hilfsorganisationen die bisher gesammelten 31.539 Unterschriften unserer Petition zum Stopp der globalen Nahrungsmittelkrise an den französischen Agrarminister Bruno LeMaire. Eine nächste, öffentliche Übergabe aller Stimmen ist für den G-20-Gipfel in Mexiko im Juni 2012 geplant. Angesichts zunehmender Hungerkrisen wird „Mahlzeit!“ in den nächsten Jahren den Schwerpunkt von Oxfams Kampagnenarbeit bilden. Die Ursachen und Folgen explodierender Nahrungsmittelpreise weltweit schildert Oxfams interaktive Weltkarte. Diese und weitere Informationen zur „Mahlzeit!“-Kampagne finden Sie unter www.oxfam.de/mahlzeit.

Wir fordern von Politik und Wirtschaft, verbindliche Regeln einzuführen, um Agrar- und Lebensmittelindustrie, Energiekonzerne und Spekulanten zu kontrollieren; Kleinbäuerinnen und -bauern zu stärken und eine ökologisch nachhaltige Landwirtschaft zu fördern; arme Länder bei der Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen; sich für eine gerechte Nutzung weltweiter Ressourcen wie Land und Wasser, für Transparenz und entwicklungsgerechtes Handeln einzusetzen. 8

Die Spekulation mit Agrarrohstoffen an den internationalen Börsen hat die Nahrungsmittelpreise auf den Weltmärkten innerhalb von drei Jahren zwei Mal explodieren lassen. Das trifft vor allem Familien in armen Ländern, die oft mehr als die Hälfte ihres Einkommens für Lebensmittel ausgeben müssen. Mit einer Protestaktion vor der Frankfurter Börse und weiteren Aktionen forderte Oxfam gemeinsam mit anderen Organisationen die Bundes­ regierung auf, ihre Blockadehaltung aufzugeben und das unverantwortliche Zocken mit Nahrungsmitteln zu verbieten. Leider gab es hierzu auf dem G-20Gipfel Anfang November 2011 in Cannes keine nennenswerten Fortschritte, obwohl Frankreich das Thema Nahrungsmittelpreise prominent auf die Tagesordnung gesetzt hatte. Oxfam Deutschland setzt sich 2012 mit noch mehr Nachdruck gegen die Spekulation mit Nahrungsmitteln ein, denn in Brüssel stehen wichtige Finanzmarktreformen an.

Wenn Wolfgang Schäuble die maßlose Spekulation mit Nahrungsmitteln nicht bremst, nimmt er den Hungertod von noch mehr Menschen in Kauf. © Kay Schulze


Kampagnen

Klimazeuginnen aus Papua-Neuguinea, Nigeria und Südafrika informieren sich über die Umweltzerstörung durch das Kohlekraftwerk Jänschwalde. © Gordon Welters / Oxfam

Auf zehn Tafeln präsentiert die „Mahlzeit“-Ausstellung zentrale Probleme der Nahrungs­mittelkrise und entsprechende Lösungsansätze. © Thi Thuy-Anh Pham / Oxfam Deutschland

Landgrabbing

Klimawandel und Klimapolitik

„Mahlzeit!“

Den Ausverkauf von Land stoppen!

Schlimme Aussichten für Menschen in armen Ländern

Jeder und jede kann etwas tun!

Zunehmend sichern sich Agrarkonzerne Landrechte in armen Ländern, z. B. um Rohstoffe für Biosprit oder Futtermittel für den Export anzubauen. Immer mehr Kleinbäuerinnen und -bauern oder Nomaden, die diese Felder oft seit Generationen nutzten, werden praktisch über Nacht vertrieben. Seit dem Jahr 2000 sind auf diese Weise bis zu 203 Millionen Hektar Land aufgekauft oder verpachtet worden; der Großteil in den letzten zwei Jahren. Mehr als die Hälfte dieser Flächen liegt in Afrika. Oxfam fordert verbindliche internationale Regeln zur Landnutzung, damit Menschenrechte geachtet, die Umwelt geschützt und negative Auswirkungen für Menschen in Armut, vor allem für Frauen, vermieden werden. Im Rahmen von „Mahlzeit!“ haben wir 2011 diverse Fälle von Landgrabbing öffentlich gemacht. Im Fokus des im September veröffentlichten OxfamBerichts „Land and Power“ stand ein Fallbeispiel aus Uganda, wo 22.500 Menschen für eine Plantage der britischen New Forest Company (NFC) vertrieben worden waren. Durch Oxfams Öffentlichkeitsarbeit entstand ein Austausch mit allen Beteiligten.

Die katastrophalen Folgen des Klimawandels in armen Ländern nehmen zu: Dürren verringern die Ernten, Stürme und Fluten zerstören Hab und Gut. Oxfam informiert über diese Folgen – 2011 mit Unterrichtsmaterialien für die Sekundarstufe, Vorträgen und einer Besuchsreise von „Klimazeuginnen“ aus betroffenen Regionen. Im Fokus unserer Arbeit standen 2011 die finanziellen Hilfen für arme Länder im Kampf gegen den Klimawandel. Kritisch beobachteten wir die Erfüllung diesbezüglicher Zusagen der Bundesregierung und die Ausgestaltung des Green Climate Fund sowie dessen langfristige finanzielle Ausstattung. Insbesondere letztere bleibt für 2012 ein wichtiges Thema, denn der UNKlimagipfel Ende 2011 brachte dazu keine Ergebnisse. Oxfam setzte sich 2011 dafür ein, dass bei der Energiewende nach „Fukushima“ der Klimaschutz nicht verdrängt wird, sondern z.B. die EU ihr Klimaziel endlich auf 30 Prozent Reduktionen bis 2020 anhebt. Wir engagierten uns weiterhin gegen den Neubau von Kohlekraftwerken, etwa bei der E.ONAktionärsversammlung. In KrefeldUerdingen konnte gemeinsam mit anderen Organisationen der Neubau eines Kohlekraftwerks verhindert werden; dort entsteht jetzt ein klima­ freundlicheres Gaskraftwerk.

Jedes Jahr werden in reichen Ländern 222 Millionen Tonnen Lebensmittel verschwendet – das entspricht fast der gesamten Nahrungsmittelproduktion in Afrika südlich der Sahara. Ein Umdenken im Umgang mit Essen ist von allen gefordert. Dazu gehören maßvolles Einkaufen, Vorrang für ökologische und fair gehandelte Produkte – möglichst aus der Region – und eine Verringerung des Fleischkonsums. 2011 machte Oxfam mit Aktionen und Veröffentlichungen auf diese Problematik aufmerksam. So unterstützten wir den Dokumentationsfilm „Taste the Waste“, der darüber informiert, wie Lebensmittel in Deutschland und anderen Industrienationen verschwendet werden. Oxfam erarbeitete zudem eine Ausstellung, um die Themen der „Mahlzeit!“Kampagne wirksam in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Sie wird in den nächsten Jahren deutschlandweit zu sehen sein.

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Kampagnen Humanitäre Krisen

Afghanistan

Hilfe muss unabhängig und wirksam sein

Keine Abstriche bei Frauenrechten!

Geberländer dürfen die Mittel für Nothilfe und Entwicklungszusammenarbeit nicht ihren politischen und militärischen Zielen unterordnen. Die Unterstützung muss un­abhängig und wirksam sein und sich am Bedarf der Menschen in armen Ländern und Krisenregionen orientieren. Das forderte Oxfam 2011 in der Studie „Whose Aid is it anyway“, in der die Verwendung der Entwicklungsgelder kritisch untersucht wurde.

Ende 2014 sollen die internationalen Truppen aus Afghanistan abgezogen werden. Bis dahin ist geplant, die Verantwortung für die Sicherheit im Land schrittweise auf die afghanische Armee und Polizei zu übertragen. Doch noch immer sind Menschenrechtsverletzungen an der Tagesordnung; die Sicherheitskräfte sind kaum in der Lage, die Bevölkerung zu schützen.

Die Studie zeigt, dass Geberstaaten sich zu sehr auf Länder konzentrieren, die für sie sicherheitspolitisch bedeutsam sind – wie zum Beispiel Irak, Afghanistan oder Pakistan. Dort werden dann oft sogenannte „Quick Impact“-Projekte durchgeführt, die schnelle Resultate liefern sollen und vor allem auf kurzfristigen militärischen Nutzen zielen, im Sinne von Sympathie der Bevölkerung für die ausländischen Truppen. Sie sind aber in der Regel ungeeignet, die Armut dauerhaft zu überwinden. Zugleich fließt nicht genug Geld in Länder, die wesentlich dringender Hilfe benötigen, aber strategisch weniger wichtig sind. Es gibt aber auch hoffnungsvolle Entwicklungen. So hat Großbritannien, unter anderem aufgrund der massiven Kritik internationaler Nichtregierungsorganisationen, den Umfang von „Quick Impact“-Projekten in Afghanistan deutlich reduziert. Die englischsprachige Studie „Whose Aid is it anyway“ können Sie unter www.oxfam.de/publikationen/whose-aid-is-it herunterladen.

Neu eingetroffene Familien aus Somalia warten darauf, im kenianischen Flüchtlingscamp Dadaab aufgenommen zu werden. © Andy Hall/ Oxfam

Ostafrika

Frieden fördern, Hungerkrisen vorbeugen In einigen Teilen Ostafrikas blieb die Regenzeit 2011 zum zweiten Mal in Folge aus: Es mangelte an Trinkwasser, das Vieh starb, Ernten fielen aus. Die Preise für Grundnahrungsmittel stiegen teilweise um das Doppelte bis Dreifache. Zentrum der anhaltenden Krise ist die Grenzregion zwischen Somalia, Äthiopien und Kenia. Die seit Jahrzenten andauernden kriegerischen Konflikte in Somalia verschärften dort die Lage zusätzlich. Immer mehr Menschen versuchten, in benachbarte Länder zu flüchten. Doch Kämpfe im Grenzgebiet versperrten oft den Weg in die Flüchtlingscamps.

Im Umfeld der Bonner Konferenz präsentierten wir die Aktion „Green Scarves“, bei der wir gemeinsam mit anderen internationalen Nichtregierungsorganisationen die Staatengemeinschaft dazu aufriefen, die Frauenrechte nicht einem politischen Ausgleich mit den Taliban und anderen aufständischen Gruppen zu opfern. Dabei kamen mehr als 20.000 Unterschriften und über 1.000 Fotos von Unterstützer/innen zusammen.

Oxfam forderte die Konfliktparteien in Somalia auf, sicherzustellen, dass die Nothilfe die Menschen erreicht. Die Geberländer müssen den Friedensprozess in Somalia fördern und die Lebensgrundlagen in der gesamten Region nachhaltig stärken, damit die Menschen sich vor den wiederkehrenden Dürren schützen können. Im Dezember 2011 verbreitete die von Oxfam unterstützte Initiative „Africans Act for Africa“ weltweit über Twitter den dringenden Appell an die Regierungen in Afrika, dass diese Hungerkrise die letzte sein muss.

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Auf der internationalen Bonner Afghanistan-Konferenz im Dezember 2011 sollten die Weichen für den Truppenrückzug und für das langfristige staat­liche Engagement zum zivilen Aufbau gestellt werden. Oxfam forderte in diesem Zusammenhang, die Armutsbekämpfung sowie den Schutz von Menschen- und insbesondere Frauenrechten in den Vordergrund zu stellen. Leider waren die Beschlüsse in dieser Hinsicht viel zu vage.

Mit dem Tragen grüner Tücher demonstrierten Menschen in aller Welt ihre Solidarität mit afghanischen Frauen: Hier die Popsängerin Hadiqa Kiani. © Abdullah Haris / Oxfam


Mai: Oxfam-Botschafterin Heike Makatsch (rechts) informiert sich auf einer Reise nach Simbabwe über die Arbeit von Oxfams Partnerorganisationen.

Juli: 13 Millionen Menschen in Ostafrika sind akut von Hunger bedroht. Oxfam leistet Not- und Nahrungsmittelhilfe.

Juni: Zum Start der Oxfam-Kampagne „Mahlzeit!“ („Grow!“) in über 45 Ländern finden weltweit Aktionen statt – hier im kanadischen Toronto.

September: 123 Teams gehen beim 2. Oxfam Deutschland Trailwalker an den Start. Insgesamt kommen über 330.000 Euro Spenden für Oxfams Projekte zusammen.

November: Oxfam Deutschland reist mit Journalist/innen nach Mali, um die Auswirkungen des Klimawandels auf die ländliche Bevölkerung zu dokumentieren.

Dezember: Bei einer großen Demonstration zum UN-Klimagipfel in Durban präsentiert Oxfam Botschaften von Menschen aus aller Welt. 11

1 © Kenny Rae/Oxfam America

Mai: Kabarettist Jürgen Becker und Schauspieler Moritz Zielke gratulieren dem Team des Oxfam Shops Köln-Südstadt zum zwanzigjährigen Jubiläum.

Januar: Ein Jahr nach dem Erdbeben in Haiti sind immer noch nahezu eine Million Menschen ohne feste Unterkunft. Oxfam unterstützt den Wiederaufbau.

2 © Günter G. Petzold / GGP Photo Design 3 © Gabriele Bärtels 4 © Allan Lissner/Oxfam 5 © Andy Hall 6 © Mike Auerbach / Oxfam Deutschland 7 © Svenja Koch / Oxfam Deutschland © Ainhoa Goma/Oxfam

OXFAM 2011 IN BILDERN


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Das Heft gibt eine Übersicht über Oxfams Projekte und Kampagnen 2010.

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