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12 24 . berlin street paper

KINDER No 1

2010 Berlin

erscheint 14-tägig Straßenpreis 2 Euro (1 Euro für den Verkäufer)


EDIToRIal 12 24 Ist EIn nEuEs strAssEnfotomAgAzIn mIt sozIAlEn, kulturEllEn unD gEsEllschAftsPolItIschEn thEmEn. Es nImmt wohnungslosE unD sozIAl schwAchE Ernst. DIE vErkäufEr sInD AktIv An DEr EntstEhung BEtEIlIgt unD lIEfErn zu DEn thEmEn IhrEn fotogrAfIschEn BEItrAg. so wIrD DAs PrEkärE unD rAuE lEBEn Auf DEr strAssE fotogrAfIsch fEstgEhAltEn. Die erste Ausgabe ist dem thema kinder gewidmet. Auf seite 4 findet sich ein gastbeitrag zu staatlichen sozialperspektiven im Jahr 2010 von Julian Bierwirth, der sonst für die wochenzeitung jungle world schreibt und dieses magazin mit redaktioneller hilfe unterstützt. Die kinder vom kinderladen olle Burg in moabit zeigen uns ihre winterkollektion und silvio, der seit 15 Jahren in der selben obdachlosenunterkunft schläft, hat einen tag in seinem leben auf der straße mit unserer kamera dokumentiert. Die Blogger von riesenmaschine. de lassen uns ihre highlights des Alltags der letzten zwei wochen teilen. zu finden ist der Print-Blog auf seite 30.

InhAlt thEmA moDE IntErvIEw Blog sAvE thE DAtE ImPrEssum

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Arm, aber mutig

Das Jahr 2010 wurde zum Europäischen Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung erklärt. Dafür wirbt bezeichnenderweise ein Bettelmönch. Ein Beitrag von Julian Bierwirth.

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Thema 4

er Kapuzinermönch richtet seinen besorgten Blick in die Kamera: Viel zu viele Jugendliche in Deutschland lebten in zu großer Not, hätten keine Arbeit und kein Zuhause. Deshalb, so Bruder Paulus, unterstütze er das Europäische Jahr 2010, weil es die Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben fordere. Die Kamera zoomt dichter an den Geistlichen heran. Alles im Auftreten des Bettelmönchs ist effektheischend: Der sorgsam einstudierte Text, der mitfühlende Blick, das aufmunternde Nicken beim Sprechen, die sorgsam eingestreuten Vokabeln aus einer vermeintlichen Alltagssprache von Jugendlichen – das soll Lebensnähe und Fürsorglichkeit, Kompetenz in der Sache und Ernsthaftigkeit im Anliegen gleichermaßen zum Ausdruck bringen.

Zu finden ist dieses Video auf der Homepage zum Europäischen Jahr 2010 zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung mit dem passenden Titel »Mit neuem Mut« (mit-neuem-mut.de). Unter diesem Motto nämlich möchten EU und Bundesregierung gemeinsam mobil machen. Nicht geradezu gegen Armut und Ausgrenzung, aber zumindest doch dafür, dass Armut und Ausgrenzung den Menschen nicht egal sein sollten. In ihrem Grußwort zählt Arbeitsministerin Ursula von der Leyen einige der vielen Probleme auf, die mit Armut einhergehen. Und verkündet auch gleich, wie sie die Probleme anzugehen gedenkt: »Überall in Deutschland gibt es eine Vielzahl von Initiativen, die gezielte Unterstützung anbieten und den Betroffenen neuen Mut machen.« Soziale Initiativen konnten sich bewerben, um von der EU ein wenig finanzielle Unterstützung zu bekommen. Über 800 Projektanträge sind eingereicht worden. Es habe »sehr gute, sehr mutige Ideen« gegeben, so von der Leyen. Und ganze 40 von ihnen sollen nun als »Leuchttürme« im Kampf gegen Armut und Ausgrenzung die deutsche Sozialpolitik hell erstrahlen lassen. So gibt es beispielsweise ein Projekt, das vom Landkreis Göttingen in Koopera-

tion mit der Kreisvolkshochschule angeboten wird und dem einzigen Zweck dient, Langzeitarbeitslose in Ein-EuroJobs zu vermitteln. In einem Projekt in Sassnitz sollen Jugendliche dazu animiert werden, sich weiterzuqualifizieren und »erforderliche Schulabschlüsse« nachzuholen, um »mittelfristig am Erwerbsleben teilnehmen können«. In einer mecklenburgischen Kleinstadt sollen Jugendliche durch L ehmbau Selbstbewusstsein aufbauen und Gemeinschaftsgefühl erleben, in Bremen erhofft man sich ähnliches von der Teilnahme an einem Zirkusprojekt. Was diese so unglaublich mutigen Projekte eint, ist der grundsätzliche Blick auf Armut und Ausgrenzung: Sie gelten nicht als gesellschaftlich hervorgebrachte und entsprechend auch nur gesellschaftlich lösbare Phänomene, sondern als hauptsächlich selbstverantwortet und durch in dividuelle Hilfestellungen aus der Welt zu schaffen. Darum liegt das Problem gemäß dieser Sichtweise auch weniger in fehlenden finanziellen Ressourcen als vielmehr im Ausschluss der Betroffenen aus einem als wesentlich erachteten gesellschaftlichen Bereich: dem der Arbeit.

nach Vorne Handeln So entspricht das Europäische Jahr gegen Armut und Ausgrenzung einem Zeitgeist, der gerne von individuellem Fehlverhalten spricht, von der Krise der Arbeitsgesellschaft aber umso vehementer schweigt. Da die besagte Krise nicht zuletzt auch in einer Krise des Leistungsprinzips besteht, soll dieses reanimiert werden. Dabei wird die gängige Doktrin, dass nur essen soll, wer auch arbeitet, ergänzt um die umgekehrte Annahme, dass, wer nicht isst, anscheinend vor allem der Arbeit bedarf. Vor dem Hintergrund von sinkenden Staatseinnahmen und steigenden Staatsausgaben sollen die staatlichen Sozialleistungen durch Eigenengagement und nichtstaatliche Projekte abgelöst werden. In diesem Sinne ist das Europäische Jahr 2010


kein bloßes Lippenbekenntnis, das gute Absichten formuliert, jedoch keine realen Auswirkungen hat. Vielmehr fügt es sich elegant in die sozialpolitischen Reformbestrebungen im krisenhaften Kapitalismus ein. Auch nach dem HartzIV-Urteil des Bundesverfassungsgerichtes ist – entgegen der Hoffnungen nicht zuletzt vieler Linker – bei weitem noch nicht klar, wohin die Reise geht: Das Gericht hat ausdrücklich angemerkt, dass es nicht die Höhe der Leistungen kritisiere, sondern lediglich ein Abweichen von einer grundsätzlich nicht in Frage gestellten Berechnungsmethode an einigen wenigen Stellen. Ob das jedoch höhere oder niedrigere Leistungen bedeutet, ist bislang noch nicht absehbar.

SPaRKuRS aBgESagT Die Auseinandersetzung um die Höhe der Sozialleistungen ist jedenfalls in vollem Gange. Die Vorstöße des FDPVorsitzenden Guido Westerwelle dienen wohl vor allem dazu, gesellschaftliche Ressentiments zu wecken und eine Erhöhung als Ungerechtigkeit gegenüber den Menschen mit niedrigen Einkommen erscheinen zu lassen. Tatsächlich hat sich seit der Einführung des Arbeitslosengelds II ein großer Niedriglohnsektor gebildet, in dem die Menschen oftmals nicht viel mehr verdienen, als ihnen an Arbeitslosengeld zusteht. Da die Sozialleistungen für ein anständiges Leben vorne und hinten nicht reichen und insbesondere die Zuverdienstmöglichkeiten für sogenannte Mini- und Midi-Jobs verbessert wurden, gehen viele nebenbei jobben – auch wenn da nicht viel Geld zusätzlich im Portemonnaie ankommt. Diese Erkenntnis ist nicht zuletzt das Ergebnis der kürzlich vorgestellten Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). In der Studie wurde die finanzielle Absicherung von Arbeitslosen in Relation zu ihrem letzten Verdienst im internationalen Vergleich dargestellt. Die in Deutschland ausgezahlten Sozialbezüge liegen zwar oberhalb des

Durchschnitts aller untersuchten Länder, innerhalb der EU allerdings in der unteren Hälfte. Das Ergebnis ist ein ziemlich genauer Spiegel der Sozialpolitik in den vergangenen Jahren – und auch der davon nicht zu trennenden Familienpolitik. So ist es beispielsweise auffällig, dass in Deutschland sowohl bei Normalals auch bei Geringverdienern Haushalte mit Kindern besser abschneiden als Familien ohne Kinder. Während alleinstehende Langzeitarbeitslose im Durchschnitt nur 36 Prozent ihres letzten Nettoverdienstes ausgezahlt bekommen, erhalten sie 61 Prozent, wenn im Haushalt zwei Kinder leben. In Familien mit

„auch Nach DEm haRTZ-IV-uRTEIl DES BuNDESVERFaSSuNgSgERIchTES IST [...] BEI WEITEm Noch NIchT KlaR, WohIN DIE REISE gEhT.” bislang einem Erwerbstätigen steigen die durchschnittlichen Sozialleistungen von 46 Prozent auf 63 Prozent, sobald zwei Kinder dem Haushalt angehören. Auch wenn es viele Unterschiede zwischen einzelnen europäischen Staaten gibt, vom Grundsatz her trifft ein Befund auf sie alle zu: In Zeiten knapper Kassen und kriselnder Ökonomien soll das Bedürfnis der Menschen nach einem guten Leben in noch stärkerem Maße ignoriert werden, als das bislang der Fall war. Über diese Entwicklungen wird dann auch im März beim 6. Europäischen Sozialforum in Istanbul gestritten werden. Es wird sich zeigen, ob die Aktivistinnen und Aktivisten der sozialen Bewegungen bereit sind, sich offensiv sowohl gegen die staatliche Verarmungspolitik als auch gegen die endlosen Versuche zur Stärkung des Leistungsprinzips zu stellen. Von Bruder Paulus, dem Kapuzinermönch, ist in dieser Hinsicht wohl eher wenig zu erwarten.

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„KINDER ERlEBEN NIchTS So SchaRF uND BITTER WIE DIE uNgEREchTIgKEIT.”

chaRlES DIcKENS


moDE 8

Das man gutes aussehen nicht nur durch teure Klamotten erreichen kann, zeigen uns die Kids vom Kinderladen olleburg. Sie haben einen Nachmittag SpaĂ&#x; mit unseren Kameras gehabt und wild sich und alles andere fotografiert. Die besten Bilder mit den schĂśnsten Klamotten.

DER KINDER NEuE KlEIDER


Jacke: KIK, Hose: C&A, Zahnl端cke: kostenlos

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M端tze: Kinderland Moabit


Jacke: H&M Kids

Schal: Bummelladen Mitte


Spielplatz: Bezirksamt Tiergarten


Handschuhe: H&M Kids, M端tze: selbstgestickt von Oma


KoNSum Im ZENTRum Ein Verkäufer hat einen Tag in seinem leben fotografisch dokumentiert. um mehr über ihn und sein Schicksal zu erfahren, haben wir ihn gleich mal zu den umständen seines lebens befragt und überraschende antworten bekommen. Erfahrt mehr über Silvio...

„ SAGT, ER MUSS AUF DER „WER STRASSE SCHLAFEN ODER HAT NICHTS ZU ESSEN, DEM MUSS ICH EINFACH SAGEN: DER SPINNT! ES GIBT GENUG EINRICHTUNGEN. DA GIBTS ÜBERHAUPT KEINE PROBLEME. PROBLEME.”

16 INTERVIEW


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„hAllo, wIllst Du wAs EssEn oDEr suchst Du EInEn schlAfPlAtz?” wArm unD frEunDlIch klIngt DIE stImmE DEs EhrEnAmtlIchEn hElfErs DEr wärmstuBE fÜr wohnungslosE In DEr PlEssErstrAssE In trEPtow. hIEr trEffE Ich sIlvIo. Er lEBt sEIt 15 JAhrEn Auf DEr strAssE. 15 JAhrE In DIEsEr oBDAchlosEnuntErkuft DEr kIrchE Im kArlkungEr-kIEz. hEutE hAt Er EInE frEunDIn unD wIll BAlD stuDIErEn. wEg von DEr strAssE, wIEDEr EIn „normAlEs” lEBEn fÜhrEn. sIlvIo hAt EInEn tAg In sEInEm lEBEn mIt DEr kAmErA fEstgEhAltEn. Wie ist das Leben auf der Straße? Also ich hab mich dran gewöhnt. Mir macht das nichts aus. Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert. (lacht) Ich sitze da und weil ich das ja schon jahrelang mach, kennen mich auch sehr viele Leute. Die geben mir auch schon mal was zu essen und so. Das ist schon ganz okay. Also ich mein: eh ich den ganzen Tag in der Bude hocke und blöde in die Glotze gucke, da setz ich mich doch lieber hier hin und hab noch ein paar Euro nebenbei. Hast du mal irgendwas gearbeitet? Ich bin Malermeister von Beruf. Gibt eine Chance in diesen Beruf zurückzukehren? Keine Chance mehr. Über 50? Feierabend! Auf‘m Arbeitsamt bin ich ausgesteuert und nicht mehr vermittelbar. Das ist das ganze Schicksal. Das ist ziemlich hart. Man lernt etwas und kann es dann nicht mehr benutzen. Ja, erst bezahlt das Arbeitsamt die ganze Meisterschule und jetzt sagen sie „Nö, is nich mehr“. Naja, sag ich, is jut, dann mach ich halt nicht mehr. Woher kommst du? Bist du Altberliner? Nee, ich komm aus Rheinland Pfalz, aus Kirn an der Nahe. Hast du Familie oder Kinder? Ein Glück nicht! (Kinder, Anm. d. Red.) Ich war zweimal verheiratet, das reicht jetzt! Hast du den Kontakt zu deinen Verwandten verloren? Nee, mit meinem Vater hab ich noch Kontakt, der wohnt auch hier in Berlin. Meine Mutter wohnt in Westdeutschland, da hab ich natürlich weniger Kontakt. Wie kann man als Obdachloser über die Runden kommen? Wie findet man nachts einen Schlafplatz oder eine warme Mahlzeit? Also wer sagt, er muss auf der Straße schlafen oder hat nichts zu essen, dem muss ich einfach sagen: der spinnt! Es gibt genug Einrichtungen in Berlin. Da gibts überhaupt keine Probleme. Es gibt in der Wrangelstraße die Suppenküche, die hat jeden Tag offen. Und in den Wintermonaten haben verschiedene Kirchen auf. Einen Schlafplatz gibt?s immer. Da braucht er nur zum Amt gehen, muss sagen, „Ich bin obdachlos, ich möcht n Schlafplatz haben” Also meinst du, dass die Leute eher zu stolz sind irgendwo hinzugehen? Ja, es gibt auch eine Notübernachtung für ganz dringende Fälle. Die sind in der Fränklinstraße. Da kann man nur drei Tage bleiben, aber für n Anfang. Und die helfen dann auch weiter, wo man sich hinwenden soll. Da gibt‘s überhaupt keine Probleme meiner Ansicht nach. Man muss die Sache nur selbst in die Hand nehmen. Das macht keiner für einen. Haben sich die Verhältnisse für Obdachlose geändert? Spenden die Menschen weniger seit „Euro und Hartz IV“? Reichlich weniger! Das merkt man ganz gewaltig. Der Euro hat alles kaputt gemacht! Und Hartz IV? Ich kann mir vorstellen, dass selbst nicht viel zu haben, die Spendelaune nicht gerade fördert. Das würd ich nicht mal annehmen. Es geben sowieso meistens die Leute was, die selbst wenig haben und die viel haben, die laufen einfach weiter. Es kommt auch schon mal vor, dass mir einer mal einen Schein in die Hand drückt, aber das sind die Ausnahmen. Gibt es in der Obdachlosen-Szene viel Gewalt oder Vergewaltigungen? Das ist Spinnerei. Davon wüsste ich überhaupt nichts. Obdachlose sind eigentlich harmlose Menschen. Im Prinzip hat jeder seinen festen Platz und da geht auch kein anderer hin. Also ich würde mich auch nicht auf‘n anderen Platz hinsetzen und ich möchte auch nicht, dass sich einer bei mir hinsetzt. Wie ist das mit Sex und Beziehung? Lernt man noch Frauen kennen? Ja ja, das geht schon noch. Schon alleine am Halleschen Tor hab ich schon einige kennengelernt. Das haut schon alles hin. Hast du einen Lieblingsplatz in Berlin? Hallesches Tor, da bin ich fast täglich. Einfach wegen den

„Ich haB mIch mIT DEm lEBEN auF DER STRaSSE aRRaNgIERT. ES machT mIR NIchTS auS.”

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Menschen. Ich guck gerne Menschen und was so alles in Berlin rumläuft. Also das ist schon manchmal zum Schmunzeln. Das macht manchmal richtig Spaß, nur da zu sitzen und zu gucken. Da kriegt man bestimmt eine große Menschenkenntnis mit der Zeit? Ja, ja, ich seh schon auf 5 Meter ob mir einer was gibt oder nicht. Hast du schon in anderen Städten oder Ländern gelebt? Ja, ich war schon in der Türkei, ich war schon in Ghana. In Paris war ich auch schon. In Ghana? Ja, in Accra, in der Hauptstadt. Naja, da hab ich einem Kumpel einen Gefallen getan. Da hab ich drüben eine Frau geheiratet für ihn. Der hat mir Unterkunft, Verpflegung, Taschengeld und alles bezahlt. Ich wollte gar kein Geld haben von dem. Aber ich kam mal raus. Du hast eine Frau für einen Freund geheiratet? Weil er sie in Deutschland haben wollte, dass sie Aufenthaltsrecht bekommt. Aber die haben wir nie mehr wieder gesehen. Und wie läuft in Ghana so eine Hochzeit ab? Ach, normalerweise ist da Riesentamtam, aber das war ganz normal nur im Familienkreis. Wir sind zum Standesamt, haben geheiratet, dann sind wir ins Lokal gefahren, haben gut gegessen, getrunken und dann sind wir nach Hause. Das ist ja eine aufregende Geschichte. Schöne Flugzeit. Erstmal von hier nach Amsterdam und von Amsterdam aus zehn Stunden nonstop. Und bist du in Amsterdam auch schon öfter gewesen? Ja, da war ich früher öfter, wie ich noch gekifft hab. (lacht) Jetzt kiff ich ja nur noch gelegentlich, wenn mir jemand was anbietet. Aber kaufen oder so mach ich nicht mehr. Erstmal kann ich mir das gar nicht leisten und zwotens hab ich gar keinen Bock dafür Geld auszugeben. Wenn mir einer mal was anbietet, was auch öfter mal am Halleschen Tor passiert, sag ich ja okay, rauchen wir einen, und dann ist jut. Gibt es Obdachlosentreffen, vielleicht sogar überregional oder bleibt jeder für sich? Da bleibt jeder eher für sich. Es sei denn, da ist mal so ne Veranstaltung wie Frank Zander. Der macht ja jedes Jahr ein großes Essen für Obdachlose. Was sehr gut ist! Da geh ich immer hin. Das ist immer sehr lustig. Da gibt es auch Bier und Zigaretten und gutes Essen. Immer Gänsekeule. Aber ansonsten bist du eher ein Einzelgänger? Abends im Wohnheim schon. Wenn ich nachhause

komme, setzen wir uns mal zusammen. Oder wir haben da‘n schönen Garten mit ner Sitzecke, wo man auch grillen kann. Der Mehringplatz ist ein sozialer Brennpunkt. Ich habe von Vergewaltigungen, Drogenverkauf und Brutalität gehört. Was hast du hier schon so alles mitgekriegt? Nee, ich will damit gar nichts zu tun haben. Da schotte ich mich ab. Ich geh hier nur mal vorbei, wenn ich neue Klamotten brauch. Dann geh ich zur Motz, die hat hier unten den Laden. Die verkaufen die Klamotten eigentlich, aber weil ich da auch schon jahrelang bekannt bin, brauch ich nie was zu bezahlen. Da krieg ich alles was ich brauch, auch Kochtöpfe oder so was. Warum hast du diesen Weg gewählt? Gibt es für dich einen Weg zurück in die Gesellschaft? Nee, will ich gar nicht. Ich war mit meiner Frau noch zusammen, da hab ich schon die Motz verkauft. Ich glaub ich mach das schon 10 / 15 Jahre, weil einfach das Geld sowieso immer knapp war. Ich brauche jeden Tag meine 4 Euro Minimum, weil ich starker Alkoholiker bin. Aber ich bin ein komischer Alkoholiker, der tagsüber überhaupt nicht trinkt und sonntags schon gar nicht. Wenn ich dann abends nachhause komme, geh ich erstmal zu Lidl. Dann hol ich mir meine Pulle Schnaps. Und glaub nicht, dass ich die gleich trinke! Die kommt dann ins Kühlfach, die wird dann erstmal eisgekühlt. Also schon eine Art Ritual? Manchmal trink ich auch nur ne halbe, dann ist morgens noch ne halbe drinnen. Also, ist ganz unterschiedlich. Na gut, ich trink auch schon mal zwei wenn‘s sein muss. Hast du auch mal versucht, davon loszukommen? Hab ich früher mal. Ich war auch schon mal. Aber ich komm damit jetzt gut klar, seit ich tagsüber nicht mehr trinke. Ich trink nur noch zuhause. Das ist vor einiger Zeit noch anders gewesen. Das wollt ich eigentlich gar nicht mehr so. Das ist gar nicht so gut, wenn ich meine Zeitung verkaufe und dann noch trinke dabei. Und das hab ich dann abgestellt. Wie sieht es aus mit anderen Drogen? Nee, Alkohol. Naja, ich hab mich damit abgefunden, dass ich Alkoholiker bin. Ich hab auch gar kein Bock n Entzug zu machen. Ich weiß genau, ich brauch auch gar keinen Entzug. Wenn ich nicht trinken will, dann brauch ich nicht. Ich mein, ich sitz den ganzen Tag hier am Halleschen Tor und schnorr mir mein Geld

zusammen. Dann kann ich mir auch abends ne Pulle holen. Für was sitz ich da? Was soll ich sonst mit dem Geld machen? Soll ich sparen für meinen Sarg oder wat? Den können andere koofen. Sparst du auf etwas oder lebst du von der Hand in den Mund? Ja, von was soll ich n Euro zurücklegen, bitteschön!? Also, tja, ich würde gern mal in‘n Urlaub fahren. Hast du oder einer deiner Freunde schon mal überlegt sich das Leben zu nehmen? Um Gottes willen. Warum soll ich mir das bisschen Leben, was ich hab, noch nehmen?! Das nimmt mir jemand anders schon früh genug! [...] Vielen Dank für das Interview. Und ich hoffe, du bekommst deinen Urlaub!

„Ich WaR mIT mEINER FRau Noch ZuSammEN, Da haB Ich SchoN DIE moTZ VERKauFT. Ich glauB Ich mach DaS SchoN 10/15 JahRE, WEIl EINFach DaS gElD SoWIESo ImmER KNaPP WaR. Ich BRauchE JEDEN Tag mEINE 4 EuRo mINImum, WEIl Ich alKoholIKER BIN. ” 19


„EINE BRATWURST AM ALEX IST FÜR MICH PURER LUXUS. DA KANN ICH DAS GELD AUCH GLEICH VERBRENNEN”


DoN‘T mISS ThIS FucKINg PIgEoNS


„MIT FLASCHENSAMMELN UND ZEITUNGSVERKAUF KOMMEN WIR GANZ GUT ÜBER DIE RUNDEN!”


„ES GIBT VIELE WÄRMESTUBEN FÜR WOHNUNGSLOSE. WENN MENSCH KEIN PROBLEM DAMIT HAT AUF EINER ISOMATTE AUF DEM BODEN ZU SCHLAFEN, DANN WIRD EINEM IN KEINER KIRCHE EIN PLATZ VERWEHRT. ”


In Jeder Ausgabe veröffentlichen wir zwölf Bilder aus einem Tag im leben eines 12 24 Verkäufers. Wenn du eine interessante Persönlichkeit kennst, die hier unbedingt Fotos veröffentlichen muss, dann schreib uns an: bilderstrecke@12-24.org oder komm mit ihr dienstags zwischen 14 und 18 Uhr in der Redaktion vorbei: Markgrafendamm 24c, ostkreuz


32 Blog

Sozialpiktogramme sind eine diffizile Sache, oft gehen sie ins Auge, weil deren Gestalter vermutlich weltabgewandte, unsensible Stubenhocker sind. Man erinnert sich an das deutsche Fussgängerschild, ein weisser Mann mit Hut auf blauem Grund hält ein kleines weisses Mädchen mit Minirock an der Hand. Das ging nicht mehr, die Zeit der Aufklärung Anfang der achtziger Jahre letzten Jahrhunderts verbot es. Männer trugen einfach keine Hüte mehr. Erschütternd auch, wie perfid in England alte Menschen dargestellt bzw gedemütigt werden. Mit etwas anderem als gebeugtem Humpeln kann man dort Greise wohl nicht assoziieren. Aber das beste und gleichzeitig unheimlichste

tex rubinowitz Der hut

Es ist wahr, dass Grafiker einen schweren Job haben, weil sie das bunt machen müssen, was andere ihnen sagen, obwohl sie nichts mehr hassen, als bunt zu machen, was andere ihnen sagen. Es ist auch wahr, dass Piktogramme und Stilisierungen viel, viel schwerer zu designen sind, als man annimmt. Trotzdem hätte der entwickelnde Grafiker, aber auch der zuständige Projektmanager und schliesslich die anbringende Person selbst eine Spur mehr Feingefühl zeigen können. „Behinderte verboten“, dieses Schild auf dem Nürnberger Flughafen klebt ohne

sascha lobo Behinderte raus!

Die traditionell vorgesehenen zwei Geschlechter genügen den Anforderungen des Alltags schon länger nicht mehr. Die Lösungsvorschläge sind so vielfältig wie umstritten: Die Geschlechtslosigkeit der Algen, das mannweibliche „Mondgeschlecht” bei Aristophanes, das Dritte Geschlecht, die Hirschfeld'schen Zwischenstufen, die vier Geschlechter bei den nordamerikanischen Indianern, die vier bis fünf Geschlechter der Rigelianer, die fünf Geschlechter bei den indonesischen Bugi oder die 23.328 Geschlechter des Gemeinen Spaltblättlings sind sämtlich Nischenlösungen geblieben. Weil es – wie auch bei Netzteilen und Steckdosen – an einem gemeinsamen Standard fehlt, kann man der Pro-

kathrin Passig gendertrends 2010

Beispiel sozialer Interaktion ziert manche U-Bahnhöfe in Tokio. Märchenhaft, wie der traumatische Verlust des Hutes und die Bergung desselben durch eine lange Zange scherenschnittartig dargestellt werden. Leider sind die Tage des Schildes gezählt, man findet es kaum noch. In wieviel japanischen Alpträumen mag die grosse lange Zange eine Rolle gespielt haben?

ersichtlichen Grund an einer Säule mitten in der Abflughalle. Im ersten Moment denkt man so bei sich, klar, die Nürnberger Rassegesetze wirken hier im volkshygienischen Bereich noch nach. Erst einige Nachfragen später offenbart sich die Bedeutung des Schilds: „Ab hier keine Möglichkeit mehr für Rollstuhlfahrer, die Ebene zu wechseln, weil nur noch Treppen und keine Fahrstühle mehr vorhanden sind.“ Hätte man auch selbst drauf kommen können. So weit ist Nürnberg nun auch nicht hinterher.

duktentwicklungs- und Marketingwelt nicht verdenken, dass sie bisher etwas zögerlich in den Startlöchern verharrte. Am Ende braucht jedes Gastronomieunternehmen acht Klotüren, eine Kostenvervielfachung ohne klaren Nutzen. Die Zigarettenmarke Skavenbeck macht einen ersten Schritt mit der Unterteilung der Welt in vier praktikable Geschlechter: ein Teil des klassischen Frauensegments und der sehr schwule Mann (Pink/Fine Flavour), die davon nicht abgedeckten Frauen- und Schwulenbereiche sowie der metrosexuelle Mann (Grey/Fine Flavour) und der herkömmliche heterosexuelle Mann (Brown/Full Flavour). Das Segment Green/Menthol ist für künftige Erweiterungen reserviert.

Seit wann gibt es die Riesenmaschine? Schon sehr lange, wie die Illustration aus luke & Trooke 3/1995 belegt. luke & Trooke war ein Fanzine, das die verdienten Riesenmaschine- und ZIa-mitarbeiter Friebe und Baaske herstellten und vertrieben, kaum dass sie lesen und schreiben konnten.

WWW.RIESENmaSchINE.DE


„Authentische Funktionalitäten brauchen explizit ein gewisses Mass an Kohlehydraten für ihre jeweilige Wirkung.“ Immer noch klafft einen riesige, gigantische, megagrosse Lücke zwischen Softdrink und Wasser. Ein Grand Canyon der Versorgungsmittelindustrie, achwas, ein Grosser Roter Fleck der Schande, und gleichzeitig ein Grosser Attraktor für Werbephantasten. Eine wundervolle Hohlraumstrahlung, in irgendeiner gewissen Weise.* Und ausserdem irgendwie das Geschäftsmodell von Energy Brands, die seit 1996, 1998 und 2000 Smartwater, Fruitwater und Vitaminwater verkaufen. Komisch, kommt einem wie neulich erst vor. Das Geschäftsmodell von Venga – Functional Infusions lautet, alles wie Energy Brands zu machen, nur zehn Jahre später und weniger lustig. Darüber kann man jetzt gern lachen, aber erst mal was Besseres ausdenken. Nagut, oder halt erst mal darüber lachen.

Aleks scholz strom ohne Elektronen

Einer der unbestreitbar grössten Vorteile der Werbung ist, dass sie Menschen die Chance auf eine hochbezahlte Arbeitsstelle gibt, die früher wegen ihrer wirren Ideen auf dem Scheiterhaufen gescheitert wären. Der Alltag dieser Kreativen ist genau, wie man sich ihn vorstellt: Drogendurchsetzt, übersexualisiert, kalauerdurchwirkt, geprägt von Beschäftigungssurrogaten: Chat, eBay, Riesenmaschine. Ungekämmte, lebensuntüchtige Verpeiler tun im Schnitt 80 Stunden die Woche, als seien sie kurz vor dem Durchbruch zur endgültigen, absoluten, weltverändernden Über-Idee und versuchen dabei, neue Minesweeper-Rekorde aufzustellen, bevor sie ab 16.00 Uhr endlich offiziell im Büro Alkohol trinken dürfen („Bier ab vier“). Das grosse Geheimnis, weshalb diese Kreativen noch immer ihren hochbezahlten Jobs nachgehen dürfen, liegt in der Tatsache, dass ihnen ab und an eine wirklich sehr supere Idee gelingt. Warum weiss niemand, aber einen Gott scheint es nicht zu geben, denn welches denkende Wesen würde so was zulassen?

sascha lobo Blitzerhacking

mEhr PrInt-Blog gIBts In DEr nächstEn AusgABE!

* Wissenschaftsmetaphorik war früher besser. ** Aber welche Liga ist schon messbar? Fragt man sich. *** Eine Lektion, die man seltsamerweise aus der Vergangenheit lernt.

Oder wenn die Werbung für Venga behauptet, es gäbe ohne Strom kein Licht. Vielleicht gibt es in ein paar Jahren ohne Strom wirklich kein Licht mehr. Die Zukunft ist ein grosses Rätsel.***

Oder vielleicht verstehen wir das alles auch falsch. Vielleicht ist die Fastwasserbranche ein Ironielabor und immer schon einen Schritt weiter als unsere im Gehirn fest angeschraubten Ironiedetektoren. Während die Commercials für Vitaminwater mit holzhammer-, ach was, atombombenhaften Dosen an Ironie versetzt wurden, spielt man bei Venga eventuell schon in einer anderen, noch nicht messbaren Liga.** Schon in wenigen Jahrzehnten werden wir es für die Höhe an subtilem Humor halten, wenn schwindsüchtige Kinder als Beispiel für körperliche Stärke herhalten müssen, nur eine der enigmatischen Werbebotschaften des neuen Ironiemonopolisten.

Die nebenstehenden Fotos zeigen jedenfalls eine verhältnismässig geniale Werbeidee von der Sorte „warum ist mir das nicht eingefallen“, der höchsten Stufe direkt vor „ganz okay, kann man so machen“ (Kreative sind unfassbar neiderfüllt, was Ideen angeht). Sie entstand in der Agentur Scholz & Friends und ist ärgerlicherweise wirklich verdammt gut. Personen von herausgeforderter Verständnisdynamik sei noch einmal kurz erklärt, was hier vor sich geht. Ein mobiles Plakat der Firma Fixfoto wird so auf der Strasse aufgestellt, dass es auf dem Foto zu sehen ist, wenn Autofahrer geblitzt werden. Das Foto wird dem Verkehrssünder im Amtsbrief zugeschickt und dürfte so die einzige Werbesendung mit 100% Erreichungsquote sein. Natürlich wird niemals auch nur einer der stocksauren Brieföffnenden auch nur ein halbes Foto bei Fixfoto für 4,5 Cent erwerben. Aber die Idee, die ist verdammt gut. Fuck.


Kunst 28/03 13:00

Filmvorstellung 04/03 14:30

Eröffnung Buchstabenmuseum

Agit-Prop, Punks und Poeten

Buchstabenmuseum Leipziger Str 49

Haus der Kulturen der Welt

Das Buchstabenmuseum hat sich die Bewahrung und Dokumentation von Buchstaben zur Aufgabe gemacht. Momentan befindet sich das Buchstabenmuseum in der Aufbau- und Sammelphase und sucht nach sehenswerten typografischen Objekten und Buchstaben. Eine Übersicht der bereits übernommenen Exponate gibt es auf unserer Website unter > Sammlung.

Die demokratisierende Wirkung der digitalen Medien ist ein vieldiskutiertes Thema – womöglich jedoch nicht so sehr im Hinblick auf die Arabische Welt. Videos kommen hier aus einem Umfeld, das von fabrizierten Bildern gesättigt ist, und deren Produktions- und Distributionsmittel in den Händen derer liegen, die Öffentlichkeit und Markt kontrollieren. In dieser historischen und politischen Situation ist die Video- und Filmpraxis oft eine der schärfsten und wirkungsvollsten politischen Waffen.

Nächste Besichtigungstermine: Immer Donnerstags vom 28.01. bis 25.02. und Samstag den 13.02 jeweils zwischen 13 und 15 Uhr und nach Voranmeldung unter verein@buchstabenmuseum.de

Veranstaltungen die hier auftauschen sollten erstens nicht verpasst werden, weil sie der Bildung und Zerstörung dienlich sind. Nein, sie sollten auch besucht werden, weil sie uns oder unsere Verkäufer in irgendeiner Art unterstützen.

SaVE ThE DaTE

Eintritt frei, Spenden erbeten.

34 SaVE ThE DaTE

schAuDEPot Das Schaudepot befi ndet sich in der Leipziger Straße 49 10117 Berlin - Mitte U2 Spittelmarkt, BUS M48, 347

Diskussion 04/03 16:30

Art 2.0 Haus der Kulturen der Welt Soziale Netzwerke im sogenannten Web 2.0, herkömmliche Freundeskreise, kulturelle und ökonomische Referenzsysteme scheinen immer schon aus sich heraus ein ‚kreatives Material‘ zu generieren, das Künstler auf verschiedene Art und Weise für ihre Arbeiten verwenden. Die eingeladenen Künstler werden ausgewählte Arbeiten präsentieren, an denen sich ein neuer Umgang mit Autorenschaft, geistigem Eigentum und die Interaktion von Individuen mit Communities diskutieren lassen. Michelle Teran, Jens Wunderling, Jamie Wilkinson, Aaron Koblin & Daniel Massey

The Poster, Samer Barkawi, sy 2008, 4min; Red, Green and Black Indians, Sobhi al-Zobeidi, ps 2007, 5min; We Will Win, Mahmoud Hojeij, lb 2007, 8min; Faces Applauding Alone, Ahmad Ghossein, lb 2008, 7min; Straight Stories – Part 1, Bouchra Khalili, ma/fr/es, 2006, 10min; Transit, Taysir Batnji, ps/fr, 2004, 8min; Lebanon/War (Lebanon Slash War), Rania Stephan, lb 2006, 30min


Party 05–07/03 00:00

Kino 05/03 20:00

chAmPAgnErAmA

metropolis

Malzfabrik in Tempelhof

Kino Babylon

live: Mark Henning (freude am tanzen) Kadebostan (freude am tanzen,) Rundfunk 3000 (fortschritt3000) Pilocka Krach (bar25, eminor) Skinnerbox (doxa, bachstelzen) Turmspringer (tonkind, get physical) Lineas de Nazca & Kai Maan (eintakt) Abonné (opossum) Brian Cares (bar25) Napoleon Lastname (waterloo‘s finest) JT (ask yourself, menschheit) Budzillus (munka munka!) Django Lassi (Swing King Kong) Laura Weider (misu2020) [trap] (drop the weapon) Mr. Mostash (ouzo / oh yeah!) The Amazing Neckbreaka

Metropolis ist ein zum Deutschen Expressionismus zählender Stummfilm, den Fritz Lang in den Jahren 1925 bis 1926 drehte. Schauplatz ist eine futuristische Großstadt mit ausgeprägter Zweik lassengesellschaft. Dieser Science-Fiction-Film war einer der teuersten seiner Zeit, und ist bis heute einer der visuell einf lussreichsten und bekanntesten geblieben.

dj: Frivolous (scape, karloff) ND_Baumecker (ostgut ton) Axel Bartsch (sportclub, kompakt) Till von Sein (dirt crew , morris audio) B.L.O.T. (Basic Love of Things) Diamond Setter (the basement / beirut) Dave Ellesmere (intacto, 100Pure) Dirty Doering (bar25) Javier Logares (bar25) Hypnorex (sportbrigade sparwasser) David Dorad (bachstelzen) Sebo (bachstelzen) Herr Süss & Herr Sauer (süss & sauer) Madmotormiquel (bachstelzen) Peak & Swift (wilde renate) Janek a.k.a. T.I.N.S. (bachstelzen) Fresh Meat (berlin mitte institut) Dave Dinger (mikado stolper) Ultraviolett (rmntk) Anarki (barfuss) Erik Panzer (barfuss) Beaner (bar25) Tatiana Sanches (all over my body) Jean Ferre (barfuss) The Stevens a.k.a. 22rocktets Spule Bywerk (4augenvoegeln) Alle Farben (farbreiz) Jonas Olson (l32) Moscoman (tel aviv)

Arsenchig (yerevan) The Sorry Entertainers (immer anders) Sugar Rush Inc. (no sugar no fun) Juicemarket (freilauf) Sutsche (techno party zeit lupe) Jan Pyroman (mr. all in) Die schnelle Nummer (wilde renate) Wald & Wiese Spreedelay (mikado stolper) Bahama (l32) GrooveD (Sensatonics) Nunu (Bouzouki) Meloman & Elektremi (Emilom) Dario Radisic (Dabai) ... and whole lot more tomorrow again. and then again. plus: Kino von B-ware!s Schmalfilmganoven & Moviemiento, Performance, Sysiphos Sauna Floor, Theater, Acrobats and all the little Hoolabaloo. lights & der rest: Farbstelzen Bachwahn, Pentaklon, On/Off, Lichtpiraten, Berlin Beam Boys & Mobilee Deko Action

VVK: Filmkunst - Revaler Str. 8 Bourbon - Schlesische Str. 38b Passenger Espresso - Oppelner Str. 45 Fuchs und Elster - Weserstrasse 207 God bless you - Kastanienallee 31 Heimspiel - Niederbarnimstr. 18 Champagneria - Falkensteinstr. 16

Das am 10. Januar 1927 präsentierte, zweieinhalbstündige Original hatte bei Kritikern und Publikum keinen Erfolg, schon am 25. August 1927 lief deshalb eine auf knapp zwei Stunden verkürzte Fassung des Films in Deutschland neu an. Etwa ein Viertel des Originals wurde vernichtet. Seit 1961 wurden mehrfach Versuche unternommen, die Originalfassung wiederherzustellen. Die restaurierte Fassung des Stummfilms Metropolis von Fritz Lang wird nach der Berlinale regelmäßig aufgeführt.

Theater 07/03 20:30

Andorra Berliner Ensemble Die Einwohner Andorras fürchten den Angriff der „Schwarzen“, eines mächtigen Nachbarvolks, das Juden verfolgt und umbringt. Auch die patriotischen Andorraner haben eine Vielzahl antisemitischer Vorurteile, so die angebliche „Geschäftstüchtigkeit“, „Geilheit“, „Überempfindlichkeit“ oder „Gemütslosigkeit“ von Juden. Unter diesen Vorurteilen leidet Andri, die Hauptperson des Dramas, der seit seiner Kindheit vom Lehrer Can als jüdisches Pflegekind ausgegeben wurde.

www.misstipsy.net/champagnerama Malzfabrik in Tempelhof Bessemerstr. 2-14 (S-Südkreuz - von da Shuttlebus oder aber 10 Minuten Fussweg.)

Regie: Michelle Teran Es spielen: Jens Wunderling, Jamie Wilkinson, Aaron Koblin & Daniel Massey

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„ole� Pohle markgrafendamm 24c 10245 Berlin

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12 24 ist ein neues Straßenfotomagazin mit sozialen, kulturellen und gesellschaftspolitischen Themen. Es nimmt Wohnungslose und sozial Schwa...