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Magazin für Beschäftigte der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg | Wintersemester 2019/20

IM FOKUS: • • • • •

Ein Magdeburg ohne Uni ist möglich, aber sinnlos! Freundeskreis mit Wirkung „Folgen Sie dem Regenschirm!“ Wenn aus Noten Freundschaften werden Hier geht die Post ab!


Inhalt

08 Was wären wir ohne die Uni 10 So viel Uni steckt in Magdeburg 12 Studienziel: Die Stadt gestalten Cultural Engineering – ein Stu dium zwischen den Fächern 14 Headhunting an der OVGU Auf der Firmenkontaktmesse an der OVGU präsentieren sich potenzielle Arbeitgeber 16 myspot

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Freundeskreis mit Wirkung „Folgen Sie dem Regenschirm!“ Wie Gästeführer an der Uni fit gemacht werden, Besucher durch die Stadt zu führen Einfach machen! Juliana Luisa Gombe, Jana Görs und Madeline Linke Traumjob gefunden! Uni-Absolventin Marie Gottschalk über lachende Kinder und dankbare Menschen

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Einfach machen! Thomas Schallschmidt, Mathias Magdowski, Wolfram Knapp Mitten drin statt nur dabei „Studieren ab 50“ ist soziale Teilhabe Einfach machen! Sophie Hubbe, Anne-Kath rin Boldt, Gregor Buhse und Catherina-Pauline Kleinbauer

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Gelebte Gastfreundschaft Grit und Andreas Voigt betreuen Wissenschaftler aus aller Welt Zwischen Hightech und Handarbeit | Ein Rundgang über die Baustelle Gebäude 12 Visionärin der Informatik Ada Lovelace gab den Computern eine Sprache Die Uni in Zahlen, die nicht jeder weiß

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Hier geht die Post ab! Oder: Was macht das Surfbrett in der Poststelle? Höher, schneller, weiter Erste „Marianne-Schminder-Gastprofessur“ der Uni Magdeburg erforscht Zusammenhang von Technik und Geschlecht

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Mein Arbeitsplatz & ich | Christian Künzel, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Chemie und Stipendiat im Graduiertenkolleg MEMoRIAL

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04 Im Gespräch: Ein Magdeburg ohne Uni ist möglich, aber sinnlos! Frei nach Loriot

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Auf dem Campus entdeckt – Glaskunst von Reginald Richter am Gebäude 09 Wenn aus Noten Freundschaften werden | Unichor: Mitmachen kann jeder, der Freude am Musizieren hat

42 Neu an der Universität: David Bendig, Kristine Krug, Christian Apfelbacher, Julia C. Arlinghaus, Erol Sandalcioglu, Manja Krüger 44 Neue Drittmittelprojekte an der OVGU 46 OVGU-PODCAST „In die Uni reingehört!“ 47 Impressum

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Ein Magdeburg ohne Uni ist möglich, aber sinnlos! Frei nach Loriot

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uni:report Campus-Magazin der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg Wintersemester 2019/20

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Oberbürgermeister Dr. Lutz Tümper sprach mit der Pressesprecherin der Universität Katharina Vorwerk darüber, was die Universität für die Stadt und ihn persönlich bedeutet. Herr Dr. Trümper, wenn Sie heute noch einmal studieren würden, was wäre Ihr Studienfach? Ich würde auf jeden Fall die Richtung wählen, für die ich mich auch vor 40 Jahren schon entschieden habe; etwas Naturwissenschaftliches wie Physik, Biologie, Chemie so in diesem Bereich. Diese Grundneigung ist mir erhalten geblieben. Ich mache zwar jetzt etwas völlig anderes, aber Dinge, die ich damals gelernt habe wie Analyse, logisches Denken oder Entscheidungen vorbereiten, die nützen mir in vielen Situationen auch heute. Freuen Sie sich eigentlich uneingeschränkt, Oberbürgermeister einer Universitätsstadt zu sein? Aber natürlich! Es ist ja völlig klar, dass in einem Land mit nur zwei großen Städten und einer halbgroßen die Städte enorm von Studierenden und Forschenden profitieren. Das kann man vor allem Anfang Oktober beobachten, wenn das Semester startet. Insgesamt 20 000 Studierende verändern die Atmosphäre und das Bild der Landeshauptstadt. Auch Dienstleister, Restaurants oder der Einzelhandel leben vom Zuzug von Studies, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, jungen Doktoranden und allen anderen Universitätsmitarbeitern. Doch es sind darüber hinaus auch die guten Ideen und Impulse, die diese Menschen in die Stadt tragen und mit denen sie uns bereichern. Wenn jemand mit einem anderen Blick auf die Stadt trifft und sich einbringt, dann ist das für Magdeburg wertvoll. Die Uni ist zwar Landesbetrieb, aber ein wichtiger Teil der kommunalen Infrastruktur. Wie würden Sie das Verhältnis Magdeburg – Universität beschreiben? Ist der Campus im Herzen der Hauptstadt auch im Herzen der Magdeburger? Ich würde sagen, bei vielen ist das so. Obwohl die Bürgerinnen und Bürger

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bei der Uni wohl primär an die Studierenden denken oder auch die Vorgängereinrichtungen noch kennen. Und der Beitrag der Universität ist ja auch im Alltag nicht zwingend sichtbar: Die Start-ups, die sich vom Campus aus gründen, sind für die Entwicklung von kreativen und innovativen Wirtschaftszweigen eine wichtige Grundlage. Und wir sind nicht zuletzt wegen der Universität eine Schwarmstadt: Es ziehen also mehr Menschen hierher als weg. Da sind wir natürlich als Hochschulstandort gegenüber kleineren Orten im Vorteil, wir bieten die Infrastruktur – Schulen, Kitas, Kultur, Sportvereine – die junge Leute brauchen. Neben Forschung und Lehre übernehmen Universitäten und Hochschulen zunehmend Aufgaben im Rahmen der sogenannten Third Mission, der gesellschaftlichen Verpflichtung und Verantwortung gegenüber der Region. Sehen Sie diese Tendenz? Das glaube ich auf jeden Fall! Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiten in wichtigen Gremien mit, präsentieren auf der Langen Nacht der Wissenschaft oder bei der Reihe „Wissenschaft im Rathaus“ ihre Forschung, unterstützen mit Expertenwissen die Kulturhauptstadtbewerbung und so weiter. In unzähligen Vereinen im Kultur- und Sportbereich zum Beispiel engagiert sich die Universität, es gibt die Kinder-Uni, das Seniorenstudium oder studentische Initiativen, die die Stadt und das gesellschaftliche Leben beeinflussen. Was könnte neben studentischem Engagement, Kinder-Uni und Seniorenstudium die Uni noch für die Landeshauptstadt tun? Wo sehen Sie Reserven, quasi ungehobene Schätze? Na, wenn man sich als Oberbürgermeister etwas wünschen kann, ist das natürlich, dass wir in der wirtschaftlichen Entwicklung weiterkommen, wir müssen Einnahmen akquirieren, gutbezahlte Arbeitsplätze für hochqualifizierte Fachkräfte haben. Und dazu kann die Uni natürlich beitragen, indem sie sich mit ihren Ideen in die Unternehmen einbringt, sie mit Forschungstransfer unterstützt und Know-how weitergibt.

So können neue und innovative Produkte entwickelt werden. Das ist eine wichtige Sache, bei der die Universität einen riesigen Einfluss auf die Entwicklung der Landeshauptstadt hat. Und das ist das A und O, wenn wir da nicht vorankommen und mithalten können, eigene Einnahmen haben, sondern als Geldempfänger anderer Regionen wahrgenommen werden, dann hat man es schwer, junge Leute aus aller Herren Länder in die Stadt zu ziehen. Und da meine ich jetzt nicht nur die, die zum Studium aus Indien oder China herkommen, sondern auch die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Da müssen wir uns weiterbewegen und Angebote machen können, Kooperationen und Netzwerke zur Verfügung stellen. Ein gutes Beispiel ist in meinen Augen der Forschungscampus STIMULATE aus der Uni, wo mit großen Firmen zusammengearbeitet wird, von denen dann auch wieder kleinere regionale Unternehmen profitieren. Das ist schon eine Situation, die sehr wertvoll ist, wenn die Uni das weiterhin ausstrahlt. Magdeburg ist Mitglied im europäischen Netzwerk der Unistädte UNIVERSITIES. Welche neuen Möglichkeiten ergeben sich aus diesen Partnerschaften? Im Gegensatz zu dem Netzwerk zwischen Uni und Stadt Magdeburg ist das ein Zusammenschluss von Universitätsstädten, um sich abzustimmen und gemeinsam etwas zu überlegen: Nämlich, was ist es eigentlich, was die Universitäten konkret für die Städte leisten können? Welche Ideen haben andere Hochschulen in Europa? Da kann man viel voneinander lernen. Wie hole ich junge Leute in die Stadt, welche Angebote muss ich vorhalten, wie muss die Willkommenskultur aufgestellt werden, damit wir sichtbar sind? Jeder 4. Student der OVGU ist ein internationaler, wie verändern sie Magdeburg und was unternimmt die Stadt, sie zu integrieren? Klar, diese Bürgerinnen und Bürger sorgen für internationales Flair in der Stadt. Die Vielfalt ist – denke ich – für jeden wahrnehmbar. In den zurückliegenden 5 Jahren hat sich der Anteil der

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ausländischen Mitbürger von 3 auf 10 Prozent erhöht. Wir können natürlich nicht erwarten, dass – gerade von den Studierenden – alle hierbleiben. Aber ein Teil sollte gern hierbleiben und das hier erworbene Wissen einsetzen, um die Region voranzubringen. Nur ausbilden und dann gehen alle wieder weg, ist auf Dauer nicht der richtige Weg. Wir wollen das unterstützen, aber das stellt auch die Stadt vor Herausforderungen. Wir haben in den Behörden und Verwaltungen natürlich einen höheren Personalbedarf bei der Betreuung der ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürger. Auf der anderen Seite bereichern die Menschen aus aller Welt die Stadt, es ist also ein Geben und Nehmen und wir müssen sehen, dass wir bei allem das richtige Maß finden. Beim Kampf um die besten Köpfe stehen wir in einem großen Wettbewerb und dabei müssen wir auch klar unsere Ansprüche formulieren und ihnen auch gerecht werden. Würden Sie selber „Studieren ab 50“ nutzen und was würde Sie besonders interessieren? Bei meinem Job geht das ja eher nicht. Aber, wenn ich die Woche noch 2 bis 3 Stunden Zeit hätte, würde ich gern noch etwas dazulernen, neue Sprachen, Kulturen, im Moment kommt das leider für mich nicht in Frage. Wie sieht die Universitätsstadt Magdeburg 2030 aus? Ich bin davon überzeugt, dass wir uns insgesamt gut weiterentwickeln. Wir wollen eine Stadt sein, die viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler anzieht, die viele Studierende hat, weniger Arbeitslose, neue innovative Unternehmen, die auch gute Gehälter zahlen können und wir mit Städten wie Nürnberg oder Hannover, die auf unserer Ebene agieren, konkurrieren können. Wir müssen es hinbekommen, dass wir uns einen Namen verschaffen, ein Image entwickeln. Es wäre mein Wunsch, dass wir das hinbekämen, aber, um auf Ihre Frage zurückzukommen: Dazu haben wir ja noch 10 Jahre Zeit. Herr Dr. Trümper, vielen herzlichen Dank für das Gespräch!

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Was wären wir ohne die Uni Frank Skroblien, Schulleiter Werner-von-Siemens-Gymnasium Magdeburg „Magdeburg ohne unsere Otto-von-Guericke-Universität wäre wie Erdbeertorte ohne Schlagsahne. Die Siemensianer nutzen gern die vielfältigen wissenschaftlichen Angebote der Hochschule, Institutionen, Einrichtungen und Firmen unserer Landeshauptstadt. Die meisten Aktivitäten verbinden wir jedoch mit unserer Universität oder anders ausgedrückt: Erdbeertorte mit Schlagsahne schmeckt eben doch besser!“

Birgit Münster-Rendel, Geschäftsführerin der Magdeburger Verkehrsbetriebe „Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg ist Innovationstreiber in Magdeburg. Darüber hinaus sind die Studierenden aus aller Welt auch für unser Unternehmen wichtig, es sind schließlich die Fach- und Führungskräfte von morgen. Deshalb unterstützen wir auch gern Projekte und Ideen aus der Studierendenschaft. Nicht zuletzt gibt es noch eine ganz alltägliche Verbindung der MVB zur Uni: Mit dem Semesterticket fahren Studierende umweltbewusst mit Bus und Bahn der MVB zur Vorlesung!“

Marc-Henrik Schmedt, Geschäftsführer SC Magdeburg „Die Otto-von-Guericke-Universität ist für den SCM ein wichtiger Partner und Impulsgeber. Sie steht für Innovation und bildet junge Menschen in verschiedensten Bereichen aus. Dazu zählt beispielsweise auch unser Spieler Lukas Mertens. Die Universität ist international und über die Grenzen Sachsen-Anhalts Leuchtturm für unsere Region. Als solchen verstehen auch wir uns. Gemeinsam engagieren wir uns dafür, Sachsen-Anhalt und insbesondere Magdeburg als attraktiven Standort zu repräsentieren.“

Dr. Stefan Röll, Geschäftsführer Neoscan Solutions „Wir entwickeln MR-Geräte für die Diagnostik, gemeinsam mit Studenten, die sich dabei zu richtigen Cracks entwickeln. Wir haben hier nicht nur Glück; sondern haben uns den Standort Magdeburg mit seinem Forschungscampus STIMULATE bewusst ausgesucht. Als Nächstes müssen wir zeigen, dass unsere Geräte nicht nur hochgradig innovativ sind, sondern sich auch klinisch einsetzen lassen. Dafür wollen wir neue Brücken hin zum Klinik-Campus bauen.“

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Marilena Nalli, HR Coordinator AxeTrading „Über 60 Prozent unseres Magdeburger Teams hat an der OVGU studiert oder studiert immer noch. Selbst unsere Chefs, Ralf Henke (CEO) und Hannes Kurth (CTO), sind Alumni der Fakultät für Informatik. Seit unserer Gründung und durch das Sponsoring der letzten Jahre, haben wir viele junge Talente der OVGU kennengelernt, die Experten bei AxeTrading geworden sind. Ohne die OVGU wäre AxeTrading einfach nicht AxeTrading!“

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Tamás Szalay, Leiter des Bewerbungsbüros Magdeburg 2025 „Plovdiv in Bulgarien oder Rijeka in Kroatien – womöglich haben wir schon einige Kulturhauptstädte in Magdeburg um uns herum. Das liegt an den internationalen Forschenden und Studierenden. Die OVGU ermöglicht Weltoffenheit und Vielfalt, die für den Bewerbungsprozess sowie den Titel Kulturhauptstadt Europas 2025 notwendig sind. Forschung und Wissenschaft sind eine Kultur, die das Leben bereits attraktiv machen. Gemeinsam mit anderen Disziplinen wollen wir für Magdeburg in der Zukunft interdisziplinäre Projekte entwickeln, die Kunst und Kultur gemeinsam mit der Wissenschaft vereinen.“

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Kilenda/Relenda GmbH Halberstädter Straße 115a SUDENBURG 39112 Magdeburg

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Restaurant Hoflieferant Fürstenwall 3b A LT STA DT 39104 Magdeburg

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Beim Spaziergang entlang der Elbe sehen wir den Dom, in dem InforOlv matiker und Maschinenbauer der OVGU Wissenschaft anwenden, um ein g en ewe ste Epitaph aus dem 17. Jahrhundert zu rekonstruieren, das im II. Weltkrieg uet-Gras dte q Bo r C Landesfunkhaus des zerstört wurde. Der Blick über die Elbe fällt auf das ha us MDR, das Studierende für Praxisseminare besuchen. Richtung Norden sitse e zen gleich zwei Unternehmen in Elbnähe – In-line und Crowdsweeper –, deren Gründung an der OVGU vorbereitet wurde. Im Wissenschaftshafen kommen wir am Galileo-Testfeld vorbei, wo Wissenschaftler vernetzte Mobilität erforschen. Nur einen Katzensprung entfernt produziert Röstfein leckeren Kaffee mit dem an der OVGU entwickelten Wirbelschichtverfahren. So viel Uni steckt in Magdeburg. Und noch mehr. Entdecken Sie und ergänzen Sie die Karte.

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So viel Uni steckt in Magdeburg

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Studienziel: Die Stadt gestalten Aus dem Studiengang „Cultural Engineering“ gehen besonders viele Projekte hervor, die Stadt und Region prägen. Drei Beispiele zeigen, wie Studierende langlebige Angebote schaffen und ihre Kenntnisse aus dem interdisziplinären Studium anwenden.

Freiraum für alle – mitten in der Stadt

Bachelor of Engagement

MINT in ländlicher Region fördern

Seit Oktober 2018 ist der Breite Weg 28 Freiraum für Studierende. Das in:takt bietet im Erdgeschoss die Möglichkeit, Projekte der Studierenden umzusetzen, die eigene Ideen verwirklichen und sich keinem bestehenden Projekt anschließen wollen. Im auslaufenden Studiengang „Kulturwissenschaften, Wissensmenagement und Logistik“, kurz: KWL] [Cultural Engineering, wird derzeit noch ein begleitendes Seminar angeboten, das die Theorie dazu vermittelt. Hendrik Weiner, Dozent des Seminars und Architekt, beantragte bei der Stadt Magdeburg die Zwischennutzung des leerstehenden Ladens im Breiten Weg  28. Die Miete und die Betriebskosten werden für das studentische Projekt von der Stadt übernommen. „Es ist wichtig für die Studierenden, einen Raum zu haben, in dem sie sich frei entfalten können und wo auch mal was schiefgehen kann“, erzählt Hendrik Weiner. Aus Fehlern lernt man bekanntlich. Schließlich ist es nicht nur für die Studierenden von Vorteil, die dort praktische Erfahrungen sammeln können, sondern auch für jene, die die Veranstaltungen wahrnehmen. Ob Lesungen, Flohmärkte, kleine Konzerte oder Vorträge und Diskussionen zu aktuellen Themen – der Raum steht jedem offen und bietet eine Plattform, um sich auszutauschen und sich zu treffen, ohne viel Geld für Eintritt oder Getränke zahlen zu müssen.

Siska Müller studiert im fünften Semester Cultural Engineering. „Laut Studienregelplan müsste ich jetzt im Ausland sein, aber ich kann gerade noch nicht weg“, erzählt die Studentin, „ich fange nächste Woche an, als Werkstudentin beim Deutschen Zentrum Kulturgutverluste zu arbeiten.“ Dort habe sie für ein Projekt im Studium schon mal eine Konferenz mitorganisiert. Die Organisation will während der NS-Zeit unrechtmäßig entzogene Kunst an die Besitzer zurückführen. „Man lernt dort nicht nur, Veranstaltungen zu organisieren, sondern auch, mit Menschen, die schwere Schicksale durchlebten, sensibel umzugehen und sich gewählt auszudrücken.“ Solche Kompetenzen helfen ihr auch bei der Jugendarbeit in der „Villa Wertvoll“ weiter. Sie plant, dort für ihr nächstes Studienprojekt Musik- und Theaterworkshops mit Jugendlichen und Kindern mitzugestalten. Sie selbst spielt Querflöte im Akademischen Orchester der Uni und übernimmt dort organisatorische Aufgaben. Außerdem singt Siska Müller im Chor der Oper, daher kennt sie die Abläufe hinter der Bühne. „Ich möchte gern nach dem Studium Regieassistentin in der Oper werden. Dafür lerne ich gerade noch Italienisch.“ Auf die Frage, ob das Ganze nicht manchmal zu viel wird, schmunzelt die Studentin und erzählt: „Vor allem in der Zeit, in der ich nebenbei noch die Website für die Kustodie erstellt habe, hätte ich gern mal alles hingeschmissen. Das Ergebnis war dann aber jede Mühe wert.“

„Eines Tages kam Frau Krull von der FIN in unser Seminar und hat das Projekt Maker-Thek vorgestellt“, erinnert sich die Cultural-Engineering-Studentin Jessica Biethahn. „Emily König und ich waren begeistert, haben uns dem Projekt angeschlossen und Ideen eingebracht.“ Die Maker-Thek soll ein digitaler Freiraum in der Stadtbibliothek in Wanzleben werden. Die beiden Studentinnen entwickelten weitere Ideen für Ausstattung, Workshops und mögliche Veranstaltungen: Programmierkurse, kreatives Arbeiten mit Siebdruck und 3D-Drucker oder einen Zahnbürstenroboter bauen. Das Ziel ist klar: „Jeder sollte Zugang zu technischen Mitteln haben und erleben, was mit MINT, also mit Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, alles möglich ist“, sagt Jessica Biethahn. Die beiden Studentinnen erstellten auch den Kostenplan und haben den Einsatz von Personal geplant. Nun heißt es abwarten, ob die Vorschläge auch finanziell gefördert werden. „Das Projekt liegt mir sehr am Herzen, weil ich selbst aus der Gegend komme“, erzählt Jessica Biethahn, „ich finde, es ist eine einzigartige Möglichkeit, bei der Gestaltung meiner Heimat so involviert zu sein.“

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SASKIA FISCHER

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Headhunting an der OVGU Auf der Firmenkontaktmesse präsentierten sich 120 Unternehmen als potenzielle Arbeitgeber

Mit ein paar Stehtischen und Aufstellern nahm vor 17 Jahren alles seinen Anfang. Heute ist die Firmenkontaktmesse an der OVGU zu einer festen Institution für regionale Unternehmen ebenso wie für Globalplayer oder Start-ups geworden. Sie nutzen dieses Event, sich Absolventen und Studierenden als potenzielle Arbeitgeber vorzustellen. Die Anzahl der teilnehmenden Firmen ist inzwischen auf über 120 angewachsen und 2014 wurde die Messe wegen der starken Nachfrage auf 2 Tage ausgedehnt, begleitet u. a. von einem Stellenmarkt, der jedes Jahr zwischen 600 und 800 Jobangebote bereithält und einem umfangreichen Vortragsprogramm. Auf die Frage, wen denn die Unternehmen suchen, gab es immer wieder die

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Antwort: „Young professionals, die in unser Team passen“. So auch die Finanzberatung MLP. Sie ist breit aufgestellt bei ihrer Suche nach zukünftigen Fach- und Führungskräften: kreativ, engagiert, motiviert – so wünscht sich MLP die klugen Köpfe von morgen. Ob Finanz-, Sozial- oder Ingenieurwissenschaften, Mathematik oder Informatik: Die Studienrichtung ist nicht vordergründig entscheidend. Wichtig ist ein abgeschlossenes Hochschulstudium, in dem die Absolventen gelernt haben, sich zu organisieren, selbstständig und strukturiert zu arbeiten. Seit 2008 ist MLP bei der Kontaktmesse dabei. Neben Beratung zu Jobs bot der Finanzdienstleister kostenfrei Bewerbungsfotos und eine Persönlichkeitsanalyse Golden Profiler of Personality (G.P.O.P.) an, be-

richtete Curd-Georg von Nostitz-Wallwitz von MLP. Selbst Absolvent der OVGU informierte er auf dem Karriere-Event zudem in Vorträgen über Bewerbungsunterlagen, Gehaltsverhandlungen oder das von MLP neu aufgelegte Stipendienprogramm für Studierende. Lust und Motivation an „coolen Projekten“ zu arbeiten, ist bei der Rekrutierung von Nachwuchs für den Full-Service-Anbieter „regiocom“ ausschlaggebend. „Regiocom“ sei offen für Absolventinnen und Absolventen aller Studienrichtungen, unterstrich Anja Failla vom Recruting-Team. Seit vielen Jahren sei das Unternehmen mit Hauptsitz in Magdeburg schon auf der Jobmesse der OVGU dabei und habe immer gute Erfahrungen gemacht. Es biete

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Absolventen, die in Magdeburg bleiben möchten, spannende Arbeitsfelder. Neuling auf der Messe war in diesem Jahr TAGUERI. Als technischer Unternehmensberater in der Automobil- und Luftfahrtbranche hielt das Unternehmen vor allem nach gut ausgebildeten Maschinenbauern, Elektro- oder Wirtschaftsingenieuren Ausschau, die gut mit Kunden umgehen können. Für Festanstellungen, als Werkstudenten, für Praktika oder die Betreuung von Abschlussarbeiten suchte die Bertrandt AG E-Ingenieure, Mechatroniker, Informatiker, Wirtschaftsingenieure. Als Dienstleister u. a. für Volkswagen betreut das Unternehmen Projekte der Automobilbranche von der Konstrukti-

on und Entwicklung über Elektronik bis hin zum Aufbau eines Rollenprüfzentrums. „Wir haben auf der Firmenkontaktmesse viele interessante Gespräche geführt“, berichtete Lisa-Marie Jerchel vom Recruting. „Besonders nachgefragt waren Angebote für Praktika und die Betreuung von Abschlussarbeiten.“ Der Mehrwert für das Unternehmen auf der Messe vertreten zu sein, sei sehr groß. Nach der Unternehmenspräsentation waren an die 15 junge Leute mit sehr konkreten Vorstellungen und Fragen an den Stand im Foyer gekommen. Zwischen all den „alten Hasen“ und Globalplayern waren noch zwei Neulinge zu finden: die Start-ups „mycrocast“ und „3DQR“. Aus der Uni heraus mit Unterstützung des Technologie- und

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Gründerzentrums gegründet, entwirft „3DQR“ 3D-Objekte, die beispielsweise in Lehrbücher integriert das Lernen innovativer und anschaulicher gestalten. Vor allem war das junge Unternehmen auf der Suche nach Informatikern, Computervisualisten, die selbstständig, kreativ und interessiert arbeiten können, hatte aber auch Anfragen von internationalen Absolventen des Studiengangs „Data Engineering“. Magdeburg sei mit seinen „zwei Hochschulen und den richtigen Studiengängen der ideale Ort für Recruting“ unterstrich Sarah Engel von „3DQR“.

INES PERL

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Freundeskreis mit Wirkung

Die Gesellschaft der Freunde und Förderer unterstützt die Entwicklung der Alma Mater in Forschung, Lehre, Internationales sowie der Nachwuchsförderung, wie auf dem Akademischen Festakt u. a. durch die Würdigung der besten Promovendin der Fakultät für Humanwissenschaften Dr. phil. Aikokul Maksutova (2.v.li.). Es gratulieren Rektor Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan, Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper und Dekanin Prof. Dr. Susanne Peters (v. li. n. re.)

Sinja Lagotzki vom Uni-Start-up „In-Line“ Die Kaffeebar in der Fakultät für Informatik ist von meinem Team und mir der Lieblingsplatz auf dem Campus, da wir hier in angenehmer Atmosphäre Ideen diskutieren können. Außerdem kann ich hier verschiedene Leute abseits des Büros treffen. Aber auch um eine Pause zu machen und auf andere Gedanken zu kommen, ist es ein wunderbarer Ort. Ob draußen auf der Terrasse im Sonnenschein oder an einem regnerischen Tag drinnen. Der Kaffee ist sehr lecker und der Service wunderbar. Hier bekommt man ein Lächeln geschenkt und kann neue Energie für den Tag tanken.

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Eine alte Weisheit sagt, „Freunde kann man nie genug haben!“. Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg hat viele. In der „Gesellschaft der Freunde und Förderer“ engagieren sie sich seit 1992 für die Entwicklung der Universität. Sie unterstützen und fördern materiell und ideell Projekte, die in die Gesellschaft wirken, beispielsweise von studentischen Initiativen wie den Ingenieuren ohne Grenzen, die durch einen Hörsaal-Slam Geld für ihr Projekt in Afrika sammelten oder wie den Debattierclub, dem es gelang, dass die Nordostdeutsche Debattier-Meisterschaft in Magdeburg ausgetragen wurde. Auch den Verein Magdeburgs Studierende e. V. fördert die Gesellschaft. Seine Mitglieder engagieren sich dafür, mehr Raum für Kreativität und Verweilmöglichkeiten sowie mehr Lernräume für Studierende auf dem Campus der OVGU zu schaffen. Finanzielle Unterstützung gibt es zudem für die Uni-Big-Band und das Akademischen Orchester, die mit ihren Konzerten weit über die Stadtgrenzen hinaus wirken. Mit einem Deutschlandstipendium

unterstützen die Freunde und Förderer engagierte und talentierte Studierende finanziell. Das sichert den Studierenden wichtige Freiräume für ein Studium ohne finanzielle Sorgen. Ebenso ermöglicht die Gesellschaft der Universität durch finanzielle Zuwendungen exzellente Forschungsleistungen von Nachwuchswissenschaftlern und Absolventen auszuzeichnen und fördert wissenschaftliche Tagungen oder Publikationen. Im Fokus des Engagements stehen immer wieder auch die internationalen Anstrengungen und Initiativen der Universität, damit diese auch künftig ein attraktiver Anziehungspunkt für Studieninteressierte aus der ganzen Welt bleibt. „Es lohnt sich, Mitglied dieses Netzwerkes der Förderer der Universität zu werden, weil man damit einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung einer Institution leistet, die für die Zukunft von Stadt und Land ungemein wichtig ist“, sagt der Vorsitzende der Gesellschaft, Manfred Maas. „Mit einem Cappuccino, also weniger als 3 Euro Beitrag im Mo-

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nat, kann jeder ein tolles Bekenntnis zur Universität ablegen.“ In der Gesellschaft der Freunde und Förderer treffen sich viele wichtige Stakeholder aus Wirtschaft, Politik und Forschung gemeinsam an einem Tisch, die sich neben der Unterstützung von Forschung und Lehre an der OVGU zunehmend auch Aufgaben des Wirkens der Universität in die Gesellschaft hinein widmen und die Universität in der Übernahme von gesellschaftlicher Verantwortung und Verpflichtung stärken. Den Mitgliedern eröffnen sich Mitgestaltungsmöglichkeiten durch die Förderung gesellschaftsrelevanter Projekte, sie sind immer auf dem Laufenden über zukunftsweisende Entwicklungen sowie aktuelle Herausforderungen der Universität und der Stadt Magdeburg und können somit durch ihren Beitrag, monetär oder ideell, an der Umsetzung innovativer Projekte partizipieren. INES PERL

www.ovgu.de/Foerdergesellschaft

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„Folgen Sie dem Regenschirm!“ Ein Satz, den wir alle kennen und wir wissen: Dieser Person wird gleich ein ganzer Pulk wissbegieriger Touristen durch die Stadt hinterherlaufen. Sie werden an historisch wichtigen Orten anhalten, den Anekdoten lauschen, zahlreiche Fotos machen und – wenn die Stadtführung besonders gut war – werden sie Freunden und Bekannten ihr Erlebnis wärmstens weiterempfehlen. Und damit genau das viele Besucher machen, hat die Stadt Magdeburg nach der Wende die Universität angefragt, ob sie die Ausbildung von Stadtführern übernehmen kann. „Es sollten aber nicht nur die bisherigen Führungen qualitativ besser werden. Die Stadt wollte mehr junge Menschen mit Fremdsprachenkenntnissen als Stadtführer gewinnen, um die zunehmend ausländischen Touristen durch die Stadt führen zu können“, erinnert sich Olaf Freymark, der die wissenschaftliche Weiterbildung von Tag eins an mit auf die Beine gestellt hat. Angesichts der vielen bevorstehenden Großveranstaltungen, wie der Bundesgartenschau im Elbauenpark oder einer großen Ausstellung zum Mittelalter im Kulturhistorischen Museum, der richtige Schachzug. Unter Federführung des Instituts für Geschichte und des Instituts für Erziehungswissenschaft wurde in Kooperation mit den Instituten für Germanistik, Sportwissenschaft und Psychologie sowie Einrichtungen der Stadt Magdeburg

Heike Schröder und Olaf Freymark

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vor 24 Jahren der Zertifikatskurs zum Stadtführer entwickelt. „Bis heute ist die Zusammenarbeit mit allen Akteuren wirklich hervorragend“, schwärmt Olaf Freymark, der – obwohl bereits im Ruhestand – noch immer Lehraufträge an der Uni wahrnimmt. „Vom Oberbürgermeister, dem Stadtplanungsamt, der Magdeburg Marketing Kongress und Tourismus GmbH (MMKT) über alle Beteiligten an der Uni bis hin zu den Museen und Theatern ziehen alle an einem Strang.“ Und der Erfolg dieses Teamworks spricht für sich: 1996 wurden die ersten Stadtführer an der Uni Magdeburg ausgebildet, bis heute insgesamt um die 350, und das Interesse ist seither ungebrochen: „Wir bieten die Weiterbildung alle zwei Jahre an und der Kurs ist immer voll“, erklärt Heike Schröder vom Lehrstuhl für Medien-, Erwachsenen- und Weiterbildung. Zwei Semester lang lernen die angehenden Stadtführer alles über die 1 000-jährige Geschichte der Landeshauptstadt sowie touristische Grundlagen. Welche Hotels und Restaurants es gibt und für wie viele Personen diese geeignet sind. Welche Sitten und Bräuche gepflegt werden. Wie sich die regionale Sprache entwickelt hat. Welche Baustile und touristischen Highlights es zu entdecken gibt. Die Historie der Kirchen Magdeburgs sowie wichtige Akteure der Musikgeschichte. Aber auch rechtliche Grundlagen und Kommunikationstraining zu Körperhaltung, Rhetorik oder Sprache. „Nach drei Monaten wird es bereits praktisch“, erklärt die Kursverantwortliche Heike Schröder. „Den Teilnehmern werden die Inhalte bei Besichtigungen vermittelt, zum Beispiel lässt sich die

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Architektur des Magdeburger Doms direkt vor Ort viel besser erfahren und lernen.“ Sobald die Grundlagen sitzen, geben die angehenden Gästeführer vor ihren Kommilitonen, Dozenten, der MMKT sowie bereits ausgebildeten Stadtführern die ersten, nicht öffentlichen Touren durch Magdeburg – „learning by doing“ sozusagen. Am Ende der Weiterbildung warten dann drei große Herausforderungen: eine ausführliche Klausur, ein umfangreicher Fragentest sowie eine eigenständige Stadtführung vor einer achtköpfigen Prüfungskommission. Wer das geschafft hat, darf sich offiziell Stadtführer der Stadt Magdeburg nennen und die Besucher mit den schönsten sowie geschichtsträchtigsten Ecken der Landeshauptstadt begeistern. „Allein die Kirchengeschichte ist unheimlich vielseitig und birgt noch viele Geheimnisse. Aus jeder Epoche gibt es noch so viel zu entdecken und zu erforschen“, weiß Olaf Freymark. Auch die Entwicklung der Stadt von einem ehemaligen Handels- und Industriestandort bis zur heutigen Zeit sei einzigartig. Über die Jahre hat sich aber nicht nur das Stadtbild, sondern auch das Image deutlich verbessert, erinnert sich Heike Schröder. „Das Bild hat sich seitdem sehr stark zum Positiven verändert. Es kommen immer mehr in- und ausländische Gäste, die dann auch Stadtführungen buchen und im Anschluss positiv angetan sind. Es ist schön, dass wir mit unserem Fachwissen und der Weiterbildung einen Beitrag dazu leisten können.“

INA GÖTZE

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Einfach machen! Ich engagiere mich im Jugendmigrationsdienst des Internationalen Bundes: Dazu gehört Veranstaltungen für Geflüchtete, Migranten und einheimische Kinder, Jugendliche und deren Eltern zu organisieren und Ankommenden zu helfen, sich im neuen Land zurechtzufinden. Nebenbei gebe ich Deutsch­ unterricht. In meiner Heimat Angola arbeitete ich im Finanzministerium und veröffentlichte nebenbei gemeinsam mit Freunden Berichte über Korruption und Ungerechtigkeiten, weshalb ich 1997 nach Deutschland flüchten musste. Meine eigene Erfahrung ist einer der Gründe, warum ich mich engagiere. In diesem Jahr schloss ich meinen Master in Bildungswissenschaften mit Schwerpunkt internationale und interkulturelle Bildungsstudien an der OVGU ab und arbeite nun als Sozialarbeiterin. Seit Sommer lebt ein 5-jähriger Junge als Pflegekind bei mir zu Hause. Gutes zu tun hat mich schon immer glücklich gemacht und gehört zu meiner Ethnizität „Bantu“. Juliana Luisa Gombe

Für mich stellt das Programmieren eine Schlüsselfähigkeit dar, nicht nur weil ich selbst an der Fakultät für Informatik promoviere, sondern weil man schon heute in nahezu jedem Beruf mit Computern zu tun hat. Die wenigsten können ihn jedoch auch lenken und leiten. Ich glaube daran, dass sich das ändern wird. Von meiner sechsjährigen Tochter inspiriert, gebe ich Roboterkurse in Vor- und Grundschulen. Innerhalb von 20 Minuten können sie schon ihr erstes Computerprogramm für Roboter schreiben und nach kurzer Zeit eine Alarmanlage bauen. Um diese Idee auszubauen wäre es schön, wenn sich ein paar Kursleiter mehr finden, die Lust haben, Kindern solche Inhalte zu vermitteln.

Jana Görs

Seit ich 2013 der Grünen Hochschulgruppe beitrat, engagiere ich mich leidenschaftlich gern. Auf meinem Weg zur heutigen Stadträtin der „Bündnis90/Die Grünen/future! Magdeburg“ bekleidete ich viele Ämter, die man hochschulpolitisch in der verfassten Studierendenschaft durchlaufen kann. Dabei habe ich auch die „Ökosozialen Hochschultage“ und die „Progressiven Einführungswochen“ aktiv mitgestaltet. Darum geht es mir vor allem: Anstatt nur zu meckern, möchte ich selbst etwas ändern. Ich würde jedem nur ans Herz legen, sich zu engagieren, egal wo. Sachsen-Anhalt zu gestalten und bei der Entwicklung mitzuwirken war nie so wichtig wie jetzt.

Madeleine Linke

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Traumjob gefunden! Absolventin Marie Gottschalk über lachende Kinder und dankbare Menschen „Es ist unbeschreiblich schön, das Lachen der Kinder zu hören, wenn sie etwas ‚Unmögliches‘ geschafft haben“, erzählt Marie Gottschalk mit leuchtenden Augen von ihrem Job. Die Absolventin der Uni Magdeburg arbeitet als Übungsleiterin bei dem Verein für Sporttherapie und Behindertensport VSB 1980 Magdeburg e. V. Neben Sportkursen, die sie für Altersgruppen zwischen zwei und 87 Jahren gibt, entwickelt und betreut sie zudem Projekte, wie zum Beispiel Schwimmunterricht für Kinder mit einer Behinderung. „Ich kann mich noch gut an die Reaktionen anderer Gruppen und Kinder zu Beginn des Kurses erinnern. Viele haben wenig Rücksicht genommen“, berichtet Marie Gottschalk. Seitdem habe sich viel geändert. Alle achten im Becken aufeinander und haben keine Berührungsängste mehr. Dass sie in einem sozialen Bereich und am liebsten mit Kindern arbeiten möchte, stand für die 28-Jährige schon früh fest. Anderen zu helfen und sich für sie einzusetzen, war Marie Gottschalk schon immer wichtig: „Meine Mom hat mal gesagt, dass ich Ungerechtigkeit noch nie einfach hinnehmen konnte und mich immer für die Schwächeren eingesetzt

habe. Ich freue mich, wenn ich anderen eine Freude machen kann und sozusagen mit einem Lächeln belohnt werde.“ Das Ziel direkt vor Augen zu haben, war im Studium von Vorteil, da Marie Gottschalk ihre Studieninhalte passend zu ihrem Berufswunsch auswählen konnte, sodass ihr Bachelor- und Masterstudium im Bereich Sportwissenschaft sie gut auf ihre heutige Arbeit vorbereitet hat. Zukünftig möchte Marie Gottschalk ihr Wissen auch an andere weitergeben und ihr eigenes Projekt beim VSB „Bewegte Kinderherzen“ wissenschaftlich aufbereiten. „Ich möchte die erste Sportgruppe für Kinder mit Herzerkrankungen in Sachsen-Anhalt ins Leben rufen. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse, auf die sich meine Arbeit momentan stützt, sind allerdings bereits um die 20 Jahre alt. Das würde ich gerne ändern und andere an meinem Wissen teilhaben lassen.“ Einen besseren Job kann sich die gebürtige Rostockerin im Moment gar nicht vorstellen: „Ich mag den Mix aus Übungsleitertätigkeit und Projektarbeit sowie die unterschiedlichen Altersgruppen und Kurse. Die Menschen kommen alle freiwillig in unseren Verein und sind

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mehr als herzlich und dankbar. Man bekommt sofort ein Feedback durch lachende Gesichter oder auch mal Hinweise, was man anders machen könnte. Das spornt dann natürlich an, immer besser zu werden.“ Auf lange Sicht sei es vor allem schön zu sehen, dass die Beschwerden der Teilnehmer weniger werden und sie an Lebensqualität gewinnen. Da die Mitgliederzahlen steigen, wird Marie Gottschalk noch vielen Menschen etwas Gutes tun können. Durch Superfood und Fitness-Tracker sei das Gesundheitsbewusstsein der Menschen gestiegen. Genau die zu erreichen, die man erreichen will und auch muss, sei dennoch schwer. Eine große Herausforderung ist zudem auch, dass es mittlerweile zu wenig Übungsleiter gibt. Aus diesem Grund hat die Uni Magdeburg gemeinsam mit dem VSB eine Kampagne ins Leben gerufen, um mehr Menschen für die Arbeit zu begeistern. Vor dem Hintergrund einer immer älter werdenden Gesellschaft profitieren beide Seiten von dem gemeinsamen Engagement: Junge Fachkräfte werden im Land gehalten und der VSB kann die steigende Nachfrage mit hochqualifiziertem Personal bedienen.  INA GÖTZE

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Einfach machen! Wir organisieren gemeinsam mit einem Team die MINT-Mitmachaktionen und den „Tag der offenen Labortür“ an der Uni. Wir selbst sind wissenschaftliche Mitarbeiter, genauer PostDocs, an der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik und möchten sowohl die Arbeit von Ingenieurinnen und Ingenieuren transparenter machen als auch Begeisterung für technische Studiengänge fördern. Kinder sowie Schüler und Schülerinnen verschiedener Altersgruppen können bei unserem Angebot die Möglichkeiten der MINT-Fächer, also Mathematik, Naturwissenschaften, Informatik und Technik, spielerisch entdecken: So experimentieren sie in kleinen Gruppen unter studentischer Anleitung, programmieren kleine Roboter, die auf einer gemalten Linie entlangfahren oder bauen einfache Schaltkreise zusammen.

Mitten drin statt nur dabei

In 5 Jahren haben uns zirka 500 Kinder, Schülerinnen und Schüler in der Experimentellen Fabrik und am Forschungscampus STIMULATE besucht.

„Studieren ab 50“ ist soziale Teilhabe

Dr. Thomas Schallschmidt und Dr. Mathias Magdowski

Meine Faszination für die Wissenschaft vereine ich mit meinem Engagement. Während ich mich seit 1990 zunehmend mit Vakuumelektronik beschäftige, bin ich in drei Vereinen besonders aktiv: Im Verband deutscher Elektrotechnik e. V., kurz VDE, leite ich den Fachausschuss „Vakuumelektronik und Displays“. Gemeinsam organisieren wir jährlich ein internationales Physikzentrum in Bad Honnef. Weiterhin bin ich Gründungsmitglied der Guericke-Gesellschaft, die zur Aufgabe hat, das Leben und Werk Otto von Guerickes, beispielsweise durch Tagungen und Vorträge, in die Öffentlichkeit zu tragen, damit der Namenspatron der Uni im allgemeinen Gedächtnis bleibt. Bei der Deutschen Vakuum-Gesellschaft e. V. bin ich im Ausschuss Vakuumausbildung tätig. Ich freue mich, mein Fachwissen weitergeben zu können und mit Gleichgesinnten zu arbeiten – darum engagiere ich mich. Dr. Wolfram Knapp

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„Die Lernfähigkeit nimmt im Alter nicht ab“, steht für Dr. Antonio Roselli, Programmkoordinator des wissenschaftlichen Weiterbildungsangebots „Studieren ab 50“ an der OVGU fest. Über 300 Veranstaltungen, 700 Teilnehmende und 112 Referentinnen und Referenten im Programmbereich speziell für Seniorinnen und Senioren – diese Zahlen aus dem Wintersemester 2019/20 sprechen für sich. Was macht das Programm – eine Kooperation zwischen dem Zentrum für Wissenschaftliche Weiterbildung und dem Arbeitsbereich Wissenschaftliche Weiterbildung – so beliebt? Der Mix der Angebote, ist sich Dr. Roselli sicher. Die Vielfalt sowohl der Veranstaltungsformate als auch der Inhalte. Das reiche von Vorlesungen über kleine Vortragsreihen und Seminare bis hin zu Projektarbeit und Exkursionen; von Automobilbau über Datenanalyse und Psychologie bis hin zu Zahlenzauber in der Mathematik. Etwa 125 Veranstaltungen werden aus dem regulären Direktstudium angeboten, 184 wurden speziell für das Seniorenstudium konzipiert.

Und, es sei das gemeinsame Studieren von Jung und Alt. Zusammen besuchen sie die Veranstaltungen des Direktstudiums und nicht selten seien die Senioren Zeitzeugen in Seminaren oder Vorlesungen zur Zeitgeschichte. „Für viele Seniorenstudenten ist der Uni-Besuch zu einer festen Größe im Wochenplan geworden. ‚Studieren ab 50‘ hat also auch eine soziale Komponente“, bekräftigt Dr. Roselli, „ist Begegnungsraum, Möglichkeit zum Austausch, schafft Kontakt. So ist nicht nur wissenschaftliche Bildung das Programmziel, sondern eben auch soziale Teilhabe.“ Welche Inhalte sind besonders beliebt? Zu den Top 5 gehörten unter anderem ein kunstgeschichtlicher Rundgang durch Rom, die dreißigjährige Geschichte Sachsen-Anhalts oder Gesundheit, Glück und Wohlergehen in der zweiten Lebenshälfte. Zum einen gehe es darum, den gegenwärtigen wissenschaftlichen Diskurs zu vermitteln, aktuelle Forschungsergebnisse vorzustellen. Zum anderen auch um ganz lebensnahe Themen wie Patientenverfügung oder Energie im Haushalt. Die Teilnehmenden bringen selbst

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auch Themenvorschläge ein. So wollen sie mehr über das Funktionieren der Stadtverwaltung erfahren; eine entsprechende Veranstaltung wird derzeit für das kommende Sommersemester konzipiert. Und die Seniorenstudenten möchten sich einbringen: Sie haben Kontakt zum Kulturhauptstadt-Büro aufgenommen, möchten den Bewerbungsprozess unterstützen, etwa in Form einer Ausstellung als Ausdruck der Zusammenarbeit verschiedener Projektgruppen wie der Schreibwerkstatt, der Digitalen Fotopraxis und der Gräser-Gruppe. Wer sind die 112 Dozenten der speziellen Angebote für die Senioren? „Das sind Dozentinnen und Dozenten aus allen Fakultäten, die zusätzlich zu ihrem Lehrdeputat Vorträge anbieten“, zählt Dr. Roselli auf. „Aber auch Doktoranden stellen sich der Herausforderung, ihr Forschungsprojekt einem fachfremden Publikum vorzustellen. Und nicht zuletzt sind es Studierende, die beispielsweise den Umgang mit dem Smartphone vermitteln – oder Seniorinnen und Senioren, die selbst Veranstaltungen anbieten und sich so neuen Herausforderungen stellen.“ INES PERL

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Einfach machen! Nachdem ich Geschichte, Germanistik und Politikwissenschaften, erst an der FU Berlin und später an der OVGU studierte, blieb ich in Magdeburg. Ich engagiere mich als Vorstandsvorsitzende bei „KultiK e. V. – Verein für Kulturkommunikation“. Dort organisiert unser Team kulturelle Veranstaltungen: Lesungen, Konzerte, Ausstellungen oder Vereinstreffen. Auch Privatpersonen können die Kultur- und Begegnungstätte „Tonne27“ in der Maybachstraße 8 nutzen. Neben dem kulturellen Engagement bringe ich mich auch politisch ein: Ich wollte immer etwas verändern und mich selbst aktiv in politische Entwicklungen einbringen. Deshalb bin ich Mitglied bei den Jusos in Magdeburg und dem SPD-Ortsverein Reform und Südost. Außerdem bin ich Vorsitzende beim Förderverein der Kindertagespflege Magdeburg. Sophie Hubbe

Wir arbeiten nicht nur im Medienzentrum der Uni zusammen, sondern auch beim Musikkombinat. Magdeburg muss bunter werden: Deswegen organisieren wir Konzerte. Schon das Konzept ist besonders: Privatpersonen können ihre Wohnzimmer zur Verfügung stellen, um dort ein Konzert zu veranstalten. Finanziert wird das durch eine Hutkasse, die bei Veranstaltungen durch das Publikum gereicht wird. Der Endbetrag geht natürlich zu 100 Prozent an die Künstler. Es ist sehr spannend, gemeinsam mit anderen Kulturschaffenden und den Künstlern so etwas auf die Beine zu stellen. Einmal im Jahr, im Sommer, findet ein großes Open-Air-Konzert mit mehreren Bands in der Glacis statt. Es macht einfach Spaß, in einer so coolen Gruppe etwas zur Magdeburger Kulturlandschaft beizutragen.

Catherina-Pauline Kleinbauer, Gregor Buhse, Anne-Kathrin Boldt

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„[…] denn allseits gleichmäßig kehrt das Antlitz der Erde sich dem Himmel zu, und allseits gleichmäßig hält sie jeglich Ding und lässt nicht los.“ Dieser Gedanke Otto von Guerickes war für den Magdeburger Glaskünstler Reginald Richter Inspiration für das vier mal sechs Meter große Kunstwerk im „Tor zum Campus“ am Gebäude 09. Mit seiner Idee wollte Richter auf die Luft und den luftleeren Raum, mit dem sich der Namenspatron der Uni Zeit seines Lebens in seinen Forschungen beschäftigte, aufmerksam machen.

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Wenn aus Noten Freundschaften werden Unichor: Mitmachen kann jeder, der Freude am Musizieren hat

Kulturpreisträger des Landkreises Anhalt-Zerbst übernahm 2008 die Leitung des Chores. Zuvor führte Günther Hoff 15 Jahre lang den Taktstock. Namensgebend für den Chor ist der Entstehungsort: Im September 1993 rief Prof. Wolfram Neumann, der damalige Dekan der Medizinischen Fakultät, die Sängerschaft erstmals an der Uni zusammen. Das Ziel des Gesangskreises ist bis heute unverändert: Studierende, Mitarbeitende der Universität und musikinteressierte Magdeburger jeden Alters zusammenzubringen. Dabei zeichnet sich der Chor, nach Aussage der Mitglieder, durch eine Balance von Herzlichkeit und Anspruch aus. Denn für Neulinge ist das Repertoire mit Bach, Brahms, Haydn oder Mozart (und vielen mehr) durchaus ambitioniert. Aufführungen finden jährlich beim Adventskonzert in der St.-Petri-Kirche und beim Weihnachtsoratorium in der Johanniskirche statt. Dies ist Teil einer Abmachung mit dem in der St.-Petri-Kirche ortsansässigen Prämonstratenserorden, dem größten Zusammenschluss selbstständiger Klöster römisch-katholischen Glaubens.

Probenräume sind für gewöhnlich gut abgeschirmte Räume, um einen Ort zu schaffen, abseits vom alltäglichen Treiben, ein freies Entfalten zu ermöglichen. Das Gemeindehaus der St.-Petri-Kirche, in dem der Universitätschor jeden Mittwoch probt, ist jedoch alles andere als isoliert. Im Zentrum der Altstadt Magdeburgs auf Höhe des Petriförders symbolisiert die Architektur des Probenstandorts die Idee des Chores: Ein

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heller Raum mit großen Fenstern – vielmehr Fenster, die quasi den Raum bilden – zeigt an, hier kann jeder reinschauen. Und dies ist durchaus wörtlich zu nehmen. Denn mitmachen kann jeder, der Freude am Musizieren hat und abschalten, entspannen oder dem Alltag entfliehen möchte. Das geräumige „Wohnzimmer“ des Chores wird von vielen Lampen erhellt,

Dafür kann der Gesangskreis die Räumlichkeiten des Ordens in der St.-Petri-Kirche kostenlos als Probenraum nutzen. Doch auch darüber hinaus bieten sich dem Ensemble zahlreiche Gelegenheiten, Eingeübtes auch über die Landesgrenzen hinweg zu präsentieren. So trat der Chor in der Vergangenheit in Nazareth in der Salesianischen Kirche und in Jerusalem im Dormitio-Kloster auf. Doch auch nach Budapest, Rom, Assisi, Innsbruck, Paris oder Straßburg sind nur einige Statio-

Doch abgesehen von den öffentlichen Auftritten ist es für jeden stets möglich, den wöchentlichen Proben beizuwohnen, an ihnen teilzunehmen oder auch nur zu lauschen. Dafür gibt es nur eine Voraussetzung: die Liebe zur Musik. „Jeder fängt schließlich irgendwann bei null an, da braucht man keine Angst zu haben“, betont Uta Schetke, Pharmazie-Ingenieurin in Magdeburg und Sopran im Universitätschor, die sich seit 1998 einbringt. „Meine damals 16-jährige Tochter hat zu mir gesagt: Komm, wir gehen in den Chor“, schildert sie ihr langjähriges Engagement und fügt ergänzend hinzu: „Der Chor ist viel mehr als nur ein Hobby, hier habe ich viele Freundschaften geschlossen.“ Das betont auch Isabel Brandt, die vor dreieinhalb Jahren für ihren Job bei einem großen Versicherungsunternehmen nach Magdeburg gekommen ist und eine Möglichkeit gesucht hat, sich einzubringen und Bekanntschaften zu knüpfen: „Ich kannte niemanden hier, war nie in einem Chor und inzwischen kenne ich alle meine Freunde durch diesen.“ Dies sei es aber auch, was den Universitätschor der OVGU so besonders mache, ergänzt Uta Schetke, denn „hier kommt man nicht nur zum Musizieren zusammen.“ JONAS MATTHIES

von denen die meisten seitlich an einem großen ringförmigen Kronleuchter in der Mitte des Raumes befestigt sind. Unter diesem „Heiligenschein“ sitzen die Sängerinnen und Sänger, ihrer Stimmlage nach geordnet, um ein schwarzes Klavier. An diesem sitzt Chorleiter und Dirigent Tobias Eger. Der für sein Engagement für die Musik ausgezeichnete

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nen von Chorreisen, bei denen die Sängerinnen und Sänger ihr Können zeigten. Unterstützt wurden sie bei ihren Auftritten häufig von einem Orchester, mitunter auch von Balletttänzerinnen und -tänzern.

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Mein Arbeitsplatz & ich Christian Künzel Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Chemie, Stipendiat im Graduiertenkolleg MEMoRIAL

Meine Freundin ist der Meinung, dass ein selbstgemachter Smoothie als Unitagesverpflegung nicht ausreicht und hat mich dazu angehalten, mehr zu essen. Da ich keine eigene Brotdose habe, nehme ich immer die von meinem Sohn. Heute gibt es Buchweizen-Kürbiskernbrot mit Hummus und Pesto – alles selbstgemacht. Meinem kleinen Sohn habe ich natürlich eine neue Dose gekauft, und ich besteche ihn jeden Tag mit einer kleinen süßen Überraschung. Eine Win-WinSituation also. In meiner Forschung beschäftige ich mich grob gesagt damit, wie man starre Materialien verformen kann. Die Schicht in der Folie ist eigentlich nicht flexibel. Eigentlich. Wie ich sie dazu bringe, doch biegsam zu sein, wird bald verraten. Was ich schon verraten kann: Man kann mit ihr nachhaltig Strom erzeugen, ohne schädliches Kohlendioxid in die Atmosphäre zu emittieren. Beim letzten Science Slam hier an der OVGU habe ich diese Materialien vorgestellt und wie man sie für die Thermoelektrik nutzen kann. Indem man sie zum Beispiel in Kleidung einbaut, kann durch den Temperaturunterschied zwischen der Körperwärme und der Außentemperatur Strom erzeugt werden. So könnte man beispielsweise Vitalfunktionen von Patienten in Krankenhäusern ressourcenschonend auditieren.

Für die Betreuung von Seminar- und Abschlussarbeiten benutze ich Overleaf; das ist ein browser-basierter LaTeX-Editor. Das ist super praktisch, weil die Studierenden nicht extra in die Uni kommen müssen. Über die Software können wir gemeinsam an dem Dokument arbeiten und direkt in dem Programm chatten. Das System ist wirklich gut – es können beispielsweise Bilder oder Datenplots in rauen Mengen eingefügt werden, ohne, dass es abstürzt. Und das Beste: Es ist kostenfrei. Die Kopfhörer brauche ich einfach, um in Ruhe arbeiten zu können. Wenn in unserem Büro richtig viel gerechnet wird, dann sind die vielen Server ordentlich laut. Darum habe ich mir extra diese Superteile gegönnt – wenn man sie aufhat, hört man nur noch „Die 3 Fragezeichen“ oder gute Musik. So lässt es sich arbeiten.

Nachhaltigkeit ist ein sehr zentraler Begriff in meinem Unialltag. Wenn nicht wir etwas gegen den menschengemachten Klimawandel tun, wer denn dann?! Darum engagiere ich mich auch neben meinen Lehrveranstaltungen Thermoelektrik und dem Projektseminar Nachhaltigkeit sehr viel zu diesem Thema. Ich bin beispielsweise auch bei den Ökosozialen Hochschultagen. Dort gibt es neben Vorträgen, Lesungen und Diskussionen auch eine Schnippeldisko und ein Klamottenkarussell. Außerdem bin ich aktiv bei den Scientists for Future und im Nachhaltigkeitsforum der OVGU am Start. Ich möchte die Erde für nachfolgende Generationen zu einem besseren Ort machen – auch für meinen Sohn.

Abgesehen davon, dass Überraschungseier für viele lecker sind, nutzen wir sie gerne, um zum Beispiel in der Kinder-Uni zu zeigen, wie die Bildgebung per Computertomographie (CT) funktioniert. Die Kids dürfen sich ein Ü-Ei aussuchen, es in das CT legen und dann raten wir, was wohl drin sein könnte. Am Rechner rekonstruieren wir dann die Messung aus dem CT und können uns den Inhalt noch mal in 3D anschauen. Danach wird es zur Freude der Kids natürlich ausgepackt.

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Gelebte Gastfreundschaft Grit und Andreas Voigt betreuen Wissenschaftler aus aller Welt Grit und Andreas Voigt hatten sich bereit erklärt, für diese Ausgabe des Campus-Magazins darüber zu sprechen, wie sie sich für Mitarbeiter aus dem Ausland engagieren, sie unterstützen und ihnen dabei helfen, gut und problemlos in der Stadt und an der Uni anzukommen. Wie eine ehrenamtliche Aufgabe. Aber, was die beiden tatsächlich machen, ist kein Dienst oder eine Notwendigkeit. Sie schließen einfach Freundschaften. Zum Beispiel mit der Physikerin Dr. Prabha Sana, die aus Bhopal in Indien nach Deutschland kam und am Lehrstuhl für Halbleiterepitaxie bei Prof. Dr. André Strittmatter tätig ist. „Grit is my great friend in Germany“, sagt Prabha Sana. Kennengelernt hatten sich die beiden, als die Inderin für ihre kurzfristige Anreise in Magdeburg eine Wohnung im Internationalen Begegnungszentrum (IBZ) anfragte. Grit

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Voigt war für die Koordination der Wohnungen im Gästehaus der Uni zuständig als Prabha Sana für drei Monate dort wohnte. „Prabha ist mir direkt aufgefallen“, sagt die ehemalige Leiterin des IBZ, „sie weiß, was sie will, hat Deutsch gelernt und sich selbst eine Wohnung gesucht.“ „Grit hat mir geholfen!“, ergänzt die Gastwissenschaftlerin freudestrahlend. Auf das Kennenlernen folgten bald gegenseitige Einladungen nach Hause, gemeinsame Opernbesuche und Ausflüge. „Wir haben Prabha mit auf den Storchenhof genommen“, erzählt Andreas Voigt, der am Institut für Verfahrenstechnik arbeitet und mit Grit Voigt verheiratet ist. „Wir haben dort ein Kartoffelfeld, das unsere Familie ehrenamtlich pflegt. Das haben wir von unseren Kindern übernommen.“ Die internationale Mitarbeiterin hat bei der

Ernte geholfen und war begeistert: „Ich mag die deutsche Kultur. Deutsche haben ein anspruchsvolles Denken, aber gehen dann am Wochenende aufs Feld und ernten Kartoffeln. Egal, dass du Wissenschaftler bist.“ Als Koordinatorin der internationalen Studiengänge der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft gehört es für Grit Voigt zum Job, sich um internationale Studierende und Gäste zu kümmern. Einschreibungen, Visa, Mietverträge: Vor allem Dokumente und Prozeduren stellen für die internationalen Gäste aus dem Ausland immer wieder Herausforderungen dar. Und die Kultur. „Wir kennen das ja selbst“, erklärt sie. Auch sie war mit ihrem Mann zwei-

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mal für längere Zeit Gast in einem anderen Land, zuerst in St. Petersburg, Russland, später in den USA. „Es gibt täglich viel Neues, etliche Hürden und Fettnäpfchen und es hilft sehr, wenn da jemand ist, der sich im Land auskennt und sagt: Ach, das ist doch gar nicht so schlimm. Und der einem erklärt, wie man es vor Ort richtig macht.“ Diese Unterstützung hatten sie selbst erfahren und geben sie jetzt hier in Magdeburg weiter. Das Zusammenkommen von Menschen aus verschiedenen Ländern empfinden die Voigts als unglaubliche Bereicherung – Fremdsprachen anwenden, etwas über andere Kulturen erfahren und wunderbare Menschen kennenlernen. Prabha Sana und Andreas Voigt genießen ihre Freundschaft auch, weil die Physik sie verbindet. Oft hätten sie stundenlang über Halblei-

terphysik, Sanas Spezialisierung, gesprochen. „Ich würde mich freuen, wenn es Leute gibt an der Universität, die das auch machen wollen, internationale Gastwissenschaftler kennenlernen, Kontakte und Freundschaften knüpfen“, sagt Grit Voigt. „Leute, die sagen, okay wir tun uns zusammen – fünf, sechs – gemeinsam mit den internationalen Gästen Magdeburg erkunden, durch Sachsen-Anhalt wandern, gemeinsam Sport treiben oder Brauchtum und Kultur pflegen.“ Denn ein Buddy-Programm, wie für Studierende gibt es für Mitarbeitende und wissenschaftliche Gäste nicht – auch keinen Verein, wie IKUS, die Interkulturellen Studierenden. „Ein

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Verein muss es ja auch gar nicht gleich sein“, sagt Andreas Voigt. Sie seien auch schon in genug Vereinen, fügt er halb ernst hinzu. Aber ein Netzwerk. „Vielleicht melden sich auf den Artikel hin ein paar Leute, die Lust haben“, sagt Grit Voigt, „das wäre schön!“

JULIA HEUNDORF

Wer Lust hat, neue Kontakte zu knüpfen und in der Freizeit hin und wieder mit Kolleginnen und Kollegen aus Deutschland und der Welt die Stadt zu erkunden oder Ausflüge zu organisieren, kann sich bei Grit Voigt melden unter grit.voigt@ovgu.de.

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Zwischen Hightech und Handarbeit Ein Rundgang über die Baustelle Gebäude 12

Christian Paal betreut die Renovierung. Sonst wäre er am 1. Oktober 2019 in den Ruhestand gegangen. Seit dem 1. September 1978 arbeitet er als Laboringenieur an der Uni. Das Gebäude 12 steht seit dem Ende der 50er Jahre auf dem Campus. Vom Ergebnis der Renovierung wird Paal nicht mehr viel haben. Vor allem über neue Fenster könnten

sich die Kollegen dann freuen, denn es sei regelmäßig moniert worden, es würde ziehen. „Zu DDR-Zeiten wären die noch ‚hundert‘ Jahre drin geblieben“, lacht er. Drin bleiben dafür die Geländer im Treppenhaus – sie sind historisch. Weil sie aber zu niedrig sind, um den aktuellen

Sicherheitsvorschriften zu entsprechen, wurden im Westteil und werden im Ostteil eine Glasfront dahinter angebracht. Auch die Glasfront Richtung Norden bleibt – wird aber ein Stück nach hinten versetzt und neu verglast. „Im Prinzip bleibt die alte Hülle“, erklärt der Ingenieur, „aber die Elektrik wird neu, die Heizung, die Lüftung.“ Auch die

Wie durch ein Museum führt uns Dipl.-Ing. Christian Paal über das Versuchsfeld im Gebäude 12. „Alles wird besser als es vorher war!“, sagt er. „Wir haben viele Wünsche beim Architekturbüro äußern dürfen und das wurde auch größtenteils berücksichtigt. Das ist dann einfach alles schön.“ Auch jetzt schon – mitten in den laufenden Bauarbeiten – beeindruckt das Versuchsfeld vom Institut für Fertigungstechnik und Qualitätssicherung (IFQ): Die lichtdurchflutete Halle steht voll mit Maschinen. „Dieser Geruch hier“, sagt meine Kollegin, „wie im PA-Unterricht früher.“ Produktive Arbeit lernten die Schülerinnen und Schüler der DDR in der Schule. Einige Maschinen sehen tatsächlich aus, als stammten sie mindestens aus der DDR-Zeit. Andere sind so groß, dass man sie für kleine Campingwagen halten könnte. Sie sehen mit der hellen Verkleidung und den großen Scheiben ähnlich aus. Ein Symptom für die Arbeit in der Halle: „Studenten und Lehrlinge sollen mal diese modernen CNC-Maschinen bedienen“, Paal bleibt vor einer grünen Maschine stehen, „aber wer kann denn einer Maschine sagen, was sie tun soll, wenn er vorher im Kopf nicht weiß wie‘s geht.“ Deshalb müsse man das erstmal konventionell verstehen: fräsen, drehen, gießen. Und deshalb ist das Inventar eine gute Mischung aus Hightech und eigentlich museumsreifen Anlagen. Denn Hightech ist für die Forschung wichtig, Handarbeit für das Studium.

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Visionärin der Informatik Ada Lovelace gab den Computern eine Sprache Sicherheit wird erhöht, unter anderem durch feuerresistentes Glas.

Ada Lovelace schrieb das erste Computerprogramm – so heißt es. Es soll im Jahr 1842 gewesen sein. Als erster Computer gilt aber – die Geister streiten sich – der Z3, den Konrad Zuse 1941 in Berlin präsentierte. Hundert Jahre später. Aber tatsächlich: Ada Lovelace schrieb einen Algorithmus für eine Maschine, die daraufhin selbstständig Berechnungen durchführen sollte – ohne, dass diese Maschine ihr zur Verfügung stand. Denkleistung und Vorstellungskraft: Das berühmte lovelace’sche „Computerprogramm“ war eine ausgeklügelte Tabelle zur Berechnung der Bernoulli-Zahlen. Informatiker heute bestätigen, dass dieser Code funktioniert.

„Hin und wieder kommt der Rektor mit Besuch und dann sage ich: Herzlich willkommen in meinem Versuchsfeld“, witzelt Christian Paal. „Denn irgendwie ist es MEIN Versuchsfeld.“ Den höchsten Besuch bekam das IFQ im Jahr 1999. Da war der Bundespräsident Johannes Rau zu Besuch. Paal hatte damals mit den Personenschützern und Spürhunden das Gebäude gesichert und später die Gäste durchs Gebäude begleitet. Aber auch das Institut selbst erreichte zu DDR-Zeiten eine Art Prominenz: Es war Träger des Karl-Marx-Ordens. „An dem Orden hingen 15 000 DDR-Mark“, erzählt Christian Paal. „Die hat die Mannschaft damals einfach ‚verfressen‘.“ Mit dem Preisgeld hatte sich die Belegschaft einen Saal gemietet und ein Festessen bestellt.

Ada Lovelace erkannte das Potenzial von mathematischen Algorithmen in neuen Dimensionen. Anders als ihre Zeitgenossen und insbesondere ihr Mentor, der Mathematiker Charles Babbage, wollte sie nicht nur Zahlen mithilfe einer Rechenmaschine manipulieren, sondern auch Symbole oder Musik. Wenn man davon ausgehe, schrieb die Naturwissenschaftlerin damals sinngemäß auf, dass die grundlegenden Beziehungen von Tönen in der Harmonielehre und der Musikkomposition mathematisch darstellbar und anpassungsfähig seien, dann könne eine Maschine vielleicht aufwendige und wissenschaftliche Musikstücke kompo-

Christian Paal hat nun die Aufgabe, den Umzug der Maschinen zu organisieren. Ein Teil wird mit Kunststofffolie eingepackt und bekommt zusätzlich eine eigene Holzhütte zum Schutz. Diese bleiben in der Werkhalle. Alle anderen Maschinen, Geräte und Werkzeuge müssen zeitweise woanders betriebsbereit untergebracht werden. Noch hat sich kein Unterschlupf finden lassen. Bis Januar 2021 soll die Renovierung planmäßig abgeschlossen sein – dann schon mit Christian Paals Nachfolgerin oder Nachfolger. Einen Wunsch hat der bisherige Laboringenieur: „Ich hoffe doch, dass sie mich dann zur Eröffnung einladen werden.“

nieren – jeglicher Komplexität oder verschiedensten Ausmaßes. Mit Babbage arbeitete sie an dessen „Analytical Engine“, also einer analytischen Maschine, die mechanisch funktionieren sollte. Die Programme, die dafür geschrieben wurden, waren als Tabellen dargestellt. Babbage gilt für diese Erfindung als „Vater des Computers“. Die Analytical Engine wurde jedoch zu seinen Lebzeiten nie aufgebaut. Die Feinmechanik war noch nicht weit genug vorangeschritten. Lovelace selbst wurde erst in den 1950er Jahren wirklich bekannt. Der Autor B. V. Bowden hatte ihre gehaltvollen Notizen zu Babbages Maschine in einem Buch über digitale Rechenmaschinen beachtet. Der erste, der überhaupt öffentlich die Maschine beschrieben hatte, war der Italiener Luigi Menabrea, 1843. Auf Französisch. Lovelace hatte es dann ins Englische übersetzt – und ihre weiterführenden Notizen ergänzt. Ada Lovelace war von ihrer Mutter auch deshalb naturwissenschaftlich gefördert worden – so heißt es – weil sie nicht in die Fußstapfen ihres Vaters treten sollte. Der war Poet. Nämlich der berühmte Lord Byron, wichtiger Vertreter der Romantik. Kurz nach Adas Geburt hatte er Mutter und Kind verlassen. Doch auch die Mutter, gebürtige Anne Isabella Milbanke, war mathematisch begabt und aktiv gewesen. Sie trug den Spitznamen „Prinzessin der Parallelogramme“. Ada Lovelace lebte von 1815 bis 1852 in London. Im Alter von 17 Jahren arbeitete sie mit Babbage zusammen. Ihre Notizen zu Babbages Konzept, die die Beschreibung der Maschine im Umfang verdoppelten, verfasste sie 1843 im Alter von 28 Jahren. Seit 2002 trägt das Gebäude der Fakulät für Informatik ihren Namen.

JULIA HEUNDORF

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JULIA HEUNDORF

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332 Stufen hat das Treppenhaus im CampusTower.

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In der Bibliothek der Uni Magdeburg stehen

Ab

8:30 15:30

Uhr und

bis Uhr druckt die Stempeluhr rot. #kernarbeitszeit

Auf der Firmenkontaktmesse 2019 wurden ca.

556 363 135 1.015 1.828

Minuten fährt die Straßenbahnlinie 9 von der Haltestelle Universität bis zur Haltestelle Universitätsklinikum.

700

Arbeitsplätze zur Verfügung.

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Das TUGZ hat seit 2015 Ausgründungen begleitet.

7.000

Spenderinnen und Spender kommen jährlich in das Blutspendezentrum des Uniklinikums auf den Campus Leipziger Straße.

m² Teppich ausgelegt, www.ovgu.de/indieunireingehoert

Wände aufgestellt,

Lampen aufgehängt, m Kabel verlegt und

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Die erste Folge des Podcasts zur Arbeitswelt an der OVGU „In die Uni reingehört“ dauert

17

Minuten und

11

Sekunden.

Schrauben verschraubt.

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Hier geht die Post ab! Oder: Was macht das Surfbrett in der Poststelle? Ohne sie würde kein Brief und kein Paket die Universität verlassen und umgekehrt auch kein Institut, kein Sekretariat, keinen Mitarbeiter erreichen – die Poststelle. Pro Jahr gehen an die 170.800 Sendungen dort über den Tisch. Wie schwer und auch stressig dieser Job für Cornelia Ribbentrop, Doreen Küster und Marko Kralisch ist, hat uni:report-Redakteurin Ines Perl einen Tag lang miterlebt.

Cornelia Ribbentrop und Marko Kralisch

6:30 Uhr: Das Licht geht an in der Poststelle im Gebäude 01. Die Rollläden zu den Postfächern werden aufgeschoben. Fix werden die Briefe vom Nachtpostkasten und der Biberpost verteilt, die Taschen für die erste Runde über den Campus zu den Gebäuden 22, 18, zur Bibliothek und zum Krökentor gepackt. Dann sind die Sendungen für die Kurier- und Paketdienste für den Versand fertig zu machen. Das geht online. Für Sendungen ins Ausland müssen Zollformalitäten erledigt werden. 2.000 Einschreibesendungen sind für die nächste Woche angemeldet – die werden kuvertiert, beschriftet und frankiert. Um 8:00 Uhr geht die nächste Campusrunde zu den Gebäuden 24, 29 und 50. Inzwischen beginnt der Arbeitstag an der Uni, die Sekretärinnen holen Post

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und bringen welche. Eine Sendung kann nicht zugeordnet werden, zeitraubende Detektivarbeit beginnt, im LSF wird gesucht, in alten Telefonbüchern geblättert, manchmal auch beim Absender angefragt. Es sei wirklich wichtig, dass die Sendungen richtig adressiert sind und alle nötigen Unterlagen für den Versand vorliegen, betont die Leiterin der Poststelle, Cornelia Ribbentrop. „Wir beraten da gern vorher. Und auch das LSF sollte immer gut gepflegt sein. Schwierig sind für uns Namensänderungen beispielsweise durch Heirat. Aber auch, wenn Mitarbeiter auf mehreren Stellen arbeiten.“ 9:30 Uhr: Vor dem Fenster fahren zwei Lieferwagen vor. Plötzlich geht alles im Laufschritt. Paketboten bringen Berge von Paketen und laden ihre Karre gleich

Doreen Küster

wieder mit den Ausgangssendungen voll. Da heißt es aufpassen, dass sie nicht die falschen schnappen. Dazwischen noch die Studenten vom Fachschaftsrat Maschinenbau, die ihre Pakete vom Vortag abholen möchten. Nach wenigen Minuten ist alles vorbei. Bis der nächste Paket- oder Kurierdienst anrückt. Zurück bleiben die Drei von der Poststelle mit über 30 Sendungen, sie zählen, sortieren, schreiben Sendungsnummern, Absender und Empfänger auf.

Eine Ausnahme macht die Post dann doch: So war mal ein Student aus Indien, der noch keine Wohnung hatte und dem der Koffer auf dem Flug verloren ging. Er durfte die Poststelle der Uni als Adresse angeben. Kniffelig werde es mit Gefahrgut. Einmal kam eine Ladung Trockeneis. Am Freitag. Das konnte nicht über das Wochenende stehen bleiben. Da habe sie bei der Arbeitssicherheit angerufen. Es musste vom Institut abgeholt werden.

Die Paketpost habe in den vergangenen Jahren enorm zugenommen, während die Briefsendungen weniger wurden. Was war denn die ungewöhnlichste Sendung? „Da war mal ein Surfbrett“, erinnert sich Cornelia Ribbentrop. „Das darf aber nicht sein, keine privaten Sendungen an die Uni-Poststelle.“

12:00 Uhr: Mittagspause. Es klingelt. Viele Mitarbeitende wissen, dass die Poststelle der Zustelldienste wegen auch über Mittag besetzt sein muss. „Dennoch“, sagt Doreen Küster, „auch uns steht eine Pause zu.“ Ab 13:00 Uhr werden die schweren Pakete auf dem Campus ausgefahren. Und weiter geht es

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mit Kuvertieren, Frankieren, Ausdrucken maschinenlesbarer Etiketten für handschriftlich adressierte Briefumschläge. Dabei helfen seit kurzem Lehrlinge. Jeweils für vier Wochen hospitieren die Auszubildenden zum / zur Kaufmann/ Kauffrau für Büromanagement in der Poststelle, um zu lernen, wie die Sendungen, ob Brief oder Paket, korrekt für den Versand vorbereitet werden. Um dies auch den anderen Mitarbeitenden der OVGU zu vermitteln, planen die Postmitarbeiter, im kommenden Jahr eine Info-Veranstaltung anzubieten. Um 14:00 Uhr wird die Ausgangspost für die Biber-Post und um 14:40 Uhr für die Deutsche Post abgeholt. 15:00 Uhr: Feierabend. Cornelia Ribbentrop macht das Licht in der Poststelle aus, schließt die Tür für die Paketanlie-

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ferung ab, der Zugang zu den Postfächern bleibt noch bis 18:00 Uhr geöffnet. Und morgen geht dann alles wieder von vorn los. INES PERL

In unserem Podcast zur Arbeitswelt an der OVGU „In die Uni reingehört“ hat Cornelia Ribbentropt mit Moderator Dirk Alstein noch ein bisschen geplaudert, warum sie gern in der Poststelle arbeitet und was sie ärgert und auch ein paar Anekdoten zum Besten gegeben. Hören Sie unter www.ovgu.de/indieunireingehoert doch mal rein.

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Marianne Schminder Die 1923 im schlesischen Liegnitz geborene Marianne Schminder nahm nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges eine Tätigkeit als Neulehrerin in Sachsen auf. 1955 bewarb sie sich erfolgreich um eine Assistentenstelle an der neu gegründeten Hochschule für Schwermaschinenbau in Magdeburg, wo ihr ein rascher Aufstieg gelang. 1961 promovierte sie früher als ihre männlichen Kollegen als „erster Doktorand“ am Institut für Werkstoffkunde und -prüfung. 1967 legte sie ihre Habilitation vor, nachdem sie bereits mehrere Jahre eine Dozentur wahrgenommen hatte. Nur zwei Jahre später folgte die Berufung als Professorin für „Nichtmetallische Werkstoffe und deren Prüfung“. Als Seiteneinsteigerin in einem von Männern dominierten Fachgebiet erwarb sie mehrere Patente und erwarb sich Achtung durch ihre „pädagogische Hingabe“ in der Lehre sowie ihr außerordentliches Engagement im Frauenausschuss der Technischen Hochschule Magdeburg.

Höher, schneller, weiter Erste „Marianne-SchminderGastprofessur“ der Uni Magdeburg erforscht Zusammenhang von Technik und Geschlecht Eine Soziologin an der Fakultät für Maschinenbau – das ist ungewöhnlich. Aber Gastprofessorin Dr. Andrea Wolffram erforscht Technik aus einer soziologischen Perspektive und fühlt

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sich an der technischen Fakultät ebenso wohl wie sie es in der humanwissenschaftlichen könnte. Ihr zweiter Forschungsschwerpunkt neben der Technik ist die Geschlechterforschung. Das war

auch die Voraussetzung für ihre Stelle. Dr. Wolffram besetzt seit 2018 die Marianne-Schminder-Gastprofessur mit Teildenomination Geschlechterforschung. Die Idee für die Gastprofessur kam von

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der Gleichstellungsbeauftragten Dr. Sandra Tiefel, die sie dem Rektorat vorgeschlagen hatte. „Dem Vorschlag war sehr schnell zugestimmt worden“, erzählt Dr. Tiefel, „Geschlechterforschung ist ein Vorteil bei Drittmitteleinwerbungen und bei der Nachwuchsrekrutierung. Nicht zuletzt wollte sich die Uni wahrscheinlich in der gesellschaftlichen Diskussion rund um Gender positionieren.“ Dr. Wolffram bewarb sich auf die Stelle, die sie jetzt zu 75 Prozent ausfüllt. Statt der anberaumten zwei Jahre, bleibt sie dafür zweieinhalb. Die restlichen 25 Prozent leitet sie ein Forschungsprojekt an der RWTH Aachen, bei dem sie hochqualifizierte Karrieren in technischen Disziplinen erforscht. In ihrer Forschung an der Uni Magdeburg betrachtet sie die Technik selbst und welche Auswirkungen gesellschaftliche Vorstellungen über Geschlecht auf Technik haben können, zum Beispiel in der Herstellung, aber auch im Anwendungskontext. „Die Entwicklung und die Nutzung von Technologien wird von der Gesellschaft eher Männern zugeschrieben“, erklärt die Wissenschaftlerin, „und es gilt in der Gesellschaft eher das als ‚Technik‘,

was Männer benutzen.“ Das ziehe sich durch von der Neuentwicklung bis zur Durchsetzung. So wird zum Beispiel im Alltag eine Bohrmaschine eher als technisches Artefakt betrachtet als ein Bügeleisen, bei einem PS-starken Auto die technischen Leistungskomponenten in den Vordergrund gestellt im Gegensatz dazu die Alltagstauglichkeit eines Kleinwagens. Die Forschungsergebnisse bringen nicht nur Erkenntnisse über Geschlechter, sondern über Produktentwicklung und auch Marketing. „Porsche, Audi und Jeep bringen große E-Autos auf den Markt“, erzählt Andrea Wolffram, „mit Claims wie ‚höher, schneller, weiter‘ sprechen sie eine männliche Klientel an. Sie brechen mit dem Diskurs und dem derzeitigen gesellschaftlichen Handeln Richtung Nachhaltigkeit.“ Kommuniziert würden eher alternative Antriebe als die Sauberkeit – also der technologische, nicht der sozio-ökologische Aspekt. Gastprofessorin Dr. Andrea Wolffram hat Soziologie, Politikwissenschaft und Pädagogik in Regensburg und Hannover studiert und an der TU Braunschweig promoviert. Von 2003 bis

2008 war sie Postdoc an der TU Hamburg-Harburg. An der RWTH Aachen war sie von 2008 bis 2014 stellvertretende Leiterin der Rektoratsstabsstelle „Gender- und Diversitymanagement“ und war unter anderem zuständig für die Beratung der Universität auf unterschiedlichen organisationalen Ebenen – immer dahingehend, Chancengleichheit und Diversität in Studium und Forschung zu implementieren. Nach Ablauf der Gastprofessur wird die Wissenschaftlerin im Mai 2021 voraussichtlich nach Aachen zurückkehren. Schon jetzt blickt sie sehr positiv auf ihren Aufenthalt in Magdeburg und vor allem an der OVGU: „Ich erlebe die Hochschule als sehr dynamische, produktive und offene Universität.“ Es sei hier leichter, auch interdisziplinär ins Gespräch zu kommen und gemeinsame Projekte anzustoßen. So hat sie zusammen mit dem Gender Campus Magdeburg und der Gleichstellungsbeauftragten Dr. Sandra Tiefel die Ringveranstaltung „Perspektiven und Potenziale der Geschlechterforschung für die Technik-, Natur- und Nachhaltigkeitswissenschaften“ auf die Beine gestellt. JULIA HEUNDORF

link.ringvorlesung_geschlechterforschung

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Neu an der Universität Gründer und Manager verstehen

Neuroprothesen für die Hirnrinde

Soziale Einflüsse auf die Gesundheit

In doppelter Funktion

Neue Technologien in der Diagnostik

Metallische Hochtemperaturwerkstoffe

Foto: Jana Dünnhaupt

Foto: Jana Dünnhaupt

Foto: Jana Dünnhaupt

Foto: Jana Dünnhaupt

Foto: privat

Foto: Jana Dünnhaupt

David Bendig ist Professor für Behavioral International Management an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft. Nach dem Wirtschaftsstudium zog es ihn zur Boston Consulting Group, wo er in den Büros in Düsseldorf und Hong Kong Unternehmen zur Internationalisierung und Transformation beraten hat. Die weitere Reise führte ihn in die Innovation & Entrepreneurship Group der RWTH Aachen, wo er als Gründercoach und Akademischer Rat in der Lehre und Beratung von Start-ups tätig war. Prof. Dr. David Bendig widmet sich in seiner Forschung vor allem der globalen und verhaltenswissenschaftlichen Perspektive auf Ausgründungen, Innovationen und Digitalisierung. Er möchte nach seiner positiven Erfahrung aus dem DFG-Exzellenzcluster „Integrative Produktionstechnik für Hochlohnländer“ in Aachen die transdisziplinäre Arbeit mit den technischen Fakultäten und der Medizinischen Fakultät in Magdeburg fortsetzen. Darüber hinaus arbeitet er bereits mit dem Transfer- und Gründerzentrum der OVGU daran, die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft in Sachsen-Anhalt zu fördern. BD

Kristine Krug ist auf die Heisenberg-Professur für Sensorische Physiologie berufen worden. Die Neurowissenschaftlerin erforscht am Institut für Biologie und dem Leibniz-Institut für Neurobiologie Magdeburg Wahrnehmungs- und Entscheidungsprozesse im Gehirn von Primaten. Ihr geht es darum, zu entschlüsseln, wie das Gehirn fortlaufende visuelle Sinneseindrücke wahrnimmt und welche konkreten Eindrücke und Reize entscheidend für unser Handeln sind. Die Dynamik, die diesen neurobiologischen Prozessen zugrunde liegt, soll langfristig durch sogenannte Neuroprothesen für die Hirnrinde künstlich erzeugt werden. Ein Ziel ist es, Implantate an der Schnittstelle zwischen Gehirn und Computer zu entwickeln, die einen verlorengegangenen Sehsinn teilweise ersetzen können. Darüber hinaus erforscht Prof. Krug, welche Bedeutung äußere Einflüsse wie Belohnung oder das soziale Umfeld auf unsere alltäg­ liche Wahrnehmung und unser Entscheidungsverhalten haben. Kristine Krug schloss ein Physiologiestudium ab und promovierte an der britischen Universität Oxford. Anschließend arbeitete sie am Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik in Tübingen. Zurückgekehrt nach England, forschte sie als Dorothy Hodgkin Fellow und University Research Fellow der Royal Society bis zu ihrem Wechsel nach Magdeburg INES PERL an der Universität Oxford.

Christian Apfelbacher übernahm die Leitung des Instituts für Sozialmedizin und Gesundheitsökonomie an der Medizinischen Fakultät. Das Institut erforscht die Einflüsse von sozialen und gesellschaftlichen Aspekten auf die Gesundheit eines Menschen. Prof. Apfelbacher absolvierte ein Studium der Philosophie in München und eines der Public Health (öffentliche Gesundheit) in London. Es folgten zwei Promotionen: An der Universität Heidelberg wurde er 2008 zum Doktor der Humanwissenschaften promoviert, an der Brighton & Sussex Medical School zum Doktor der Philosophie. Noch im gleichen Jahr habilitierte er im Fachgebiet medizinische Soziologie an der Universität Regensburg. Einen Forschungsschwerpunkt des 41-Jährigen bilden die Verbesserung der Versorgung von Patienten mit chronischen Hauterkrankungen und die Prävention von Allergien. Ein weiterer Fokus seiner Arbeit liegt auf komplexen Versorgungsanforderungen, zum Beispiel bei Patienten, die nach einem Aufenthalt auf einer Intensivstation unter Muskelschwäche oder Depression leiden sowie auf Gesundheitsförderung. Hierbei werden künftig besonders ältere Menschen im Mittelpunkt stehen, denn Prof. Apfelbacher übernimmt die Koordination des landesweiten, fachübergreifenden Forschungsverbundes INES PERL „Autonomie im Alter“.

Julia C. Arlinghaus hat den Lehrstuhl für Produktionssysteme und -automatisierung übernommen, gleichzeitig wurde ihr die Leitung des Fraunhofer-Instituts für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF übertragen. Die neuberufene Professorin zeichnet sich durch eine langjährige Expertise im Bereich Digitalisierung, Logistik, Verfahrenstechnik und Automatisierung sowie eine aktive Zusammenarbeit mit zahlreichen Industrieunternehmen aus. Julia Arlinghaus studierte Wirtschaftsingenieurwesen mit den Schwerpunkten Produktionstechnologie und Verfahrenstechnik an der Universität Bremen und an der Tokyo University, Japan. Sie promovierte 2011 an der Universität St. Gallen in der Schweiz. Sie war als Beraterin für operative Exzellenz und Lean Management bei der Porsche Consulting tätig, bis sie 2013 dem Ruf als Professorin für die Optimierung von Produktions- und Logistiknetzwerken an die Jacobs University Bremen folgte. Vor ihrem Wechsel nach Magdeburg war sie Lehrstuhlinhaberin für das Management für Industrie 4.0 an der RWTH Aachen. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die Gestaltung und Implementierung von Produktionsplanungs- und -steuerungssystemen, Entwicklung von Methoden der Künstlichen Intelligenz, das Risikomanagement in globalen Produkionssystemen sowie die Gestaltung von Wertschöpfungsketten in und mit Akteuren in Entwicklungsländern. INES PERL

Erol Sandalcioglu übernahm die Professur für Neurochirurgie und die Leitung der Universitätsklinik für Neurochirurgie Magdeburg. In seinen Forschungen beschäftigt er sich mit neurochirurgischen Erkrankungen. Zu seinen Schwerpunkten gehören Erkrankungen der Blutgefäße des Gehirns (cerebrovaskuläre Erkrankungen) und auf neuro-onkologischem Gebiet sowie die Anwendung innovativer Technologien in der Diagnostik und Therapie. Neben dem Verständnis zugrundeliegender molekularbiologischer Prozesse ist die Entwicklung und Anwendung einer verbesserten Visualisierung vor und während operativer Eingriffe von wesentlicher Bedeutung. Der neuberufene Professor begann nach seinem Medizinstudium in Bochum und Essen seine berufliche Tätigkeit in der Neurochirurgie am Universitätsklinikum Essen. Dort absolvierte er auch seine Facharztausbildung. Die Habilitation und Venia Legendi für das Fach Neurochirurgie erlangte er an der Universität Duisburg-Essen. Vor seinem Wechsel nach Magdeburg leitete Prof. Sandalcioglu die Neurochirurgische Klinik am Klinikum Nordstadt Hannover. Der Facharzt für Neurochirurgie verfügt über die Zusatzbezeichnung Intensivmedizin sowie über das Zertifikat „Vaskuläre Neurochirurgie“. INES PERL

Manja Krüger ist die Inhaberin des Lehrstuhls Hochtemperaturwerkstoffe am Institut für Werkstoff- und Fügetechnik. Sie und ihr Team befassen sich mit grundlagenbasierter Forschung an neuartigen metallischen Hochtemperaturwerkstoffen, z. B. für die Luft- und Raumfahrtbranche und den energiebereitstellenden Sektor. Die Werkstoffentwicklung geschieht primär auf Basis von metallphysikalischen Grundlagen, thermodynamischen Berechnungen sowie Gefügesimulationen. Zudem stehen besonders die mechanischen Eigenschaften der Werkstoffe bei Anwendungstemperaturen jenseits von 1 000 °C im Fokus der Untersuchungen. Die Charakterisierung von Beschichtungssystemen oder Schädigungsphänomenen gehören genauso zum Arbeitsspektrum der Gruppe wie Lebensdauerabschätzungen und FE-Simulationen. Nach ihrem Studium des Maschinenbaus promovierte Manja Krüger über Gefüge-Eigenschaftsbeziehungen von kriechbeständigen Molybdänbasiswerkstoffen, die zukünftig als Strukturbauteile für Gas- oder Flugturbinen zum Einsatz kommen sollen. Anschließend beschäftigte sie sich als Juniorprofessorin vorwiegend mit metallischen und intermetallischen Werkstoffen für thermisch und mechanisch höchstbeanspruchte Bauteile. Vor dem Ruf an die OVGU leitete sie das Lehr- und Forschungsgebiet Werkstoffmechanik an der RWTH Aachen und war Abteilungsleiterin am ForschungsINES PERL zentrum Jülich.

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Neue

Drittmittelprojekte an der OVGU

Zeitraum 01.04. bis 30.09.2019 (ab einem Fördermittelvolumen von 100.000 Euro)

BUND Fakultät für Informatik Prof. Mesut Günes DORIOT – Dynamische Laufzeitumgebung für organisch (dis-)aggregierende IoT-Prozesse (Verbundprojekt) 633.833 € Prof. Sanaz Mostaghim MOSAIK – Methodik zur selbstorganisierten Aggregation interaktiver Komponenten (Verbundprojekt) 428.579 € Jun.-Prof. Sebastian Zug DORIOT – Dynamische Laufzeitumgebung für organisch (dis-)aggregierende IoT-Prozesse (Verbundprojekt) 311.524 € Prof. Sanaz Mostaghim DORIOT – Dynamische Laufzeitumgebung für organisch (dis-)aggregierende IoT-Prozesse (Verbundprojekt) 309.525 €

Konstitutionsschaubildes für hoch Mn-haltige Stähle in Mischschweißverbindung durch Gefährdungsbereiche 249.350 € Prof. Sven Jüttner Simulativ gestützte Charakterisierung eines momentenreduzierten Rotationsreibschweißprozesses 227.042 € Prof. Hermann Rottengruber Simulation des Kaltstartverhaltens von Abgasnachbehandlungssystemen für Erdgasmotoren 221.380 € Jun.-Prof. Elmar Woschke Transiente Simulation (1) der nicht­ linearen Dynamik von Abgasturbo­ lader-Rotoren unter Berücksichtigung der Wechselwirkungen von Radial- und Axialgleitlagern über das Ölversorgungssystem 218.180 €

Prof. Jana Dittmann Stealth-Szenarien: Innovative Sicherheitsleittechnik, Bewertung und Verbesserung der Sicherheit gegenüber Schadprogrammen mit verdeckten Funktionen und Wirkungsweisen (Verbundprojekt) 267.276 €

Jun.-Prof. Elmar Woschke Transiente Simulation (2) der nicht­ linearen Dynamik von Abgasturbo­ lader-Rotoren unter Berücksichtigung der Wechselwirkungen von Radial- und Axialgleitlagern über das Ölversorgungssystem 218.180 €

Fakultät für Mathematik Prof. Thomas Richter Fachbezogene Partnerschaften mit Hochschulen in Entwicklungsländern 177.070 €

Prof. Holm Altenbach INKUMRO – Drücktreiben rotationssymmetrischer Bauteile mit Flansch für Prototypen- und Kleinserienfertigung 190.000 €

Fakultät für Maschinnebau Dr. Sonja Schmicker VirtuelTexLearning – Zwanzig20-futureTEX – Abeitswissenschaftliche Analyse, Bedarfsermittlung und Implementierungsbegleitung technologiebasierter Lern- und Assistenzsysteme in der textilen Arbeitswelt (Teilvorhaben) 366.695 €

Dr. Florian Welzel KonRoll – Entwicklung eines Fertigungsverfahrens in der Medizintechnik 182.255 €

Prof. Sven Jüttner Mn-haltige Stäbe – Erweiterung des

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Fakultät für Verfahrensund Systemtechnik Prof. Evangelos Tsotsas COAGG – WIGRATEC: Kombinierte Agglomerationstechnologie für Lebensmittel – Teil A 607.808 €

Prof. Evangelos Tsotsas ADMIX – WIGRATEC: Neue Produktionsverfahren für Lebensmittelpartikel aus multiplen Ingredienzen – Teil A 558.619 € Prof. Dominique Thévenin Flüssig-Gasgemischförderung mit Kreiselpumpen 223.230 € Dr. Ronald Zinke Entwicklung einer leichten und brandschutzgerechten OP-Schiebetür 183.312 € Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik Prof. Christian Diedrich Verwaltungsschale (VWS) vernetzt – Inter­ operabilität zwischen I4.0 Komponenten 398.200 € apl. Prof. Ayoub Al-Hamadi Robo-Lab – Roboter Labor 249.713 € Prof. Rolf Findeisen MoDiPro – Intelligente, modell- und optimierungsbasierte Echtzeit-Prozessführung mit Hilfe selbsterlernender Systeme 175.534 € Prof. Rolf Findeisen In-Fly-Tec – Flugregelungs- und Flügel-Auslegung mittels MPC basierter Optimierung der Steuerflächen 172.800 € Prof. Roberto Leidhold Smela – EXIST Gründungsstipendium: Smart electric actuators 146.400 € Fakultät für Naturwissenschaften Prof. Oliver Stork GeNeRARe – German Network for RASopathy Research (Teilvorhaben) 220.467 € Fakultät für Humanwissenschaften Prof. Philipp Pohlenz WiMaKo – Wissenschaftsmanagement

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und Wissenskommunikation als Forschungsbasierte Praxen der Wissenssystementwicklung – Die Organisation akademischer Lehre als Wissenschaftskommunikation und digitalgetriebener Organisationswandel in der Wissenschaft (Verbundvorhaben) 1.545.536 €

der Randelementenmethode für die Analyse akustischer Metamaterialien 275.897 €

Prof. Michael Dick LeARn4Assembly – Didaktische und lernförderliche Gestaltung VR-/AR-basierter Lern- und Assistenzsysteme für komplexe (De-)Montagetätigkeiten in der Produktion (Verbundvorhaben) 318.522 €

Dr. Florian Welze Vollumfängliche Schnittkraftmessung zur Auslegung und Steuerung von Honprozessen mit einem sensorischen Werkzeug für die Bearbeitung von Zylinderlaufflächen zur Reibungs- und Verschleißreduktion im Motorbetrieb 191.220 €

Akademisches Auslandsamt Angela Wittkamp ERASMUS – Mobilität mit Programmländern 599.600 €

DEUTSCHE FORSCHUNGSGEMEINSCHAFT Fakultät für Informatik Prof. Gunter Saake EXPLANT 2.0 – Schrittweise Überführung geklonter Produktvarianten in eine kompositionale Software-Produktlinie 188.660 € Jun.-Prof. Christian Hansen Verbesserung der räumlichen Wahrnehmung für medizinische Augmented Reality mit interaktiven Tiefenschichten 144.211 € Fakultät für Maschinenbau Prof. Daniel Juhre Untersuchungen zur Phasenmorphologie und deren Einfluss auf das visko­ elastische Verhalten von Elastomerblends 281.200 € Dr. Fabian Duvigneau Kopplung fiktiver Gebietsmethoden mit

Dr. Andreas Heyn Gel-Elektrolyte auf Agrar-Basis für die Korrosionsdiagnostik 216.600 €

Fakultät für Verfahrensund Systemtechnik Dr. Edgar Haak Kaskaden-Transformationen ungesättigter Alkohole mit bifunktionellen Rutheniumkatalysatoren 372.100 € Dr. Katharina Zähringer Charakterisierung des Stoffübergangs von Sauerstoff in Blasensäulen: Entwicklung optisch-experimenteller und numerischer Euler-Euler-Methoden 323.650 € Prof. Evangelos Tsotsas Porennetzwerkmodellierung der Gefriertrocknung auf Basis lyomikroskopischer und tomographischer Messungen 279.022 € Prof. Frank Beyrau 3D-Thermographic PIV – Dreidimensionale Temperatur- und Geschwindigkeitsmessungen in Fluiden unter Verwendung Thermographischer Phosphore als Tracer-Partikel 223.900 € Prof. Dominique Thévenin DNS und visuelle Analyse von Superstrukturen in turbulenten Kanälen mit Mischung durch parallele Injektion 141.300 €

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Jun.-Prof. Fabian Denner Nichtlineare Kapillarsysteme mit tenside­beladenen Grenzflächen 141.000 € Prof. Berend van Wachem Nichtlineare Kapillarsysteme mit tenside­beladenen Grenzflächen 138.250 € Fakultät für Naturwissenschaften Prof. Kristine Krug Die Dynamik der Signalgebung in neuronalen Populationen im Zuge des Stroms von Wahrnehmungsereignissen 651.506 € Dr. Kirsten Harth Tropfenaufprall auf weiche (anpassungsfähige) Oberflächen 407.660 € Prof. Kristine Krug Heisenbergprofessur 384.200 € Prof. Claus-Dieter Ohl Nachweis und Eigenschaften von Nanoblasen in Wasser 228.958 € Fakultät für Humanwissenschaften Prof. Lutz Schega Gangkontrolle – visuo-motorische Interaktionen und Plastizität bei Glaukom 209.978 € Dr. Carlos Zednik Modellentwicklung in den Neurowissenschaften: über die Einfachheit und Generalisierbarkeit von Mechanistischen Erklärungen 180.225 €

INDUSTRIE Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik Prof. Martin Wolter Blindleistungskompensation 192.000 €

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Impressum (nach § 5 TMG) Herausgeber: Der Rektor der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg | Redaktionsteam: Ina Götze, Julia Heundorf, Ines Perl (verantwortlich), Katharina Vorwerk | Layout / Grafik: Astrid Sauer | Titelfoto und Fotos (soweit nicht extra aufgeführt): Jana Dünnhaupt | Fotos Seite 8-9: Frank Skroblien (privat), Birgit Münster-Rendel (MVB / Stefan Deutsch), Dr. Stefan Röll (privat), Marilena Nalli (AxeTrading), Marc-Henrik Schmedt (SCM), Tamás Szalay (Felix Paulin) | Hintergundfoto Seite 15: Archiv Medienzentrum der OVGU | Redaktion: Postfach 4120; 39016 Magdeburg; Tel: +49 (0) 391 67-52276; Fax: +49 (0) 391 67-48266; E-Mail: ines.perl@ovgu.de | Druck: WIRmachenDRUCK GmbH, Mühlbachstraße 7, 71522 Backnang | ISSN: 0944-8586 | UID-NR: DE 139238413 | Erscheinungsrhythmus: einmal im Semester | Auflage: 2.000 Stück Das Campus-Magazin uni:report wird als PDF-Datei online unter der Internetadresse: www.ovgu.de/unireport veröffentlicht. Dienstanbieter ist die Otto-vonGuericke-Universität Magdeburg vertreten durch den Rektor. Für den Inhalt der Beiträge sind die Unterzeichner voll verantwortlich. In den Veröffentlichungen vertretene Auffassungen müssen nicht mit denen des Herausgebers übereinstimmen. Nachdruck nur nach Rücksprache mit der Redaktion. Die Redaktion behält sich vor, Zusendungen aus redaktionellen Gründen zu bearbeiten. Die Redaktion dankt allen Autorinnen und Autoren für die Bereitstellung der veröffentlichten Texte und Fotos.

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