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Betonjuwelen

made in hasenbergl


Aribert von Ostrowski und Gunna Schmidt

Terrazzo-Arbeit „Import/Export“ im Foyer Junge Arbeit


Am Anfang der Initiative „made in hasenbergl“ standen zwei Grenzgänger. Der Architekt Peter Ottmann und der Sozialpädagoge Michael Sturm fanden in ihrer Vision zusammen, Stadtentwicklung als Kooperation von BürgerInnen und KünstlerInnen zu ermöglichen. Von Anfang an leitete sie der Gedanke, insbesondere Kinder und Jugendliche an der Entwicklung ihres Quartiers zu beteiligen. Dass ihre Partizipationsangebote nicht bei allen BürgerInnen auf Gegenliebe gestoßen sind, hat sie nicht davon abgehalten, kreative Wege zu gehen und immer wieder an den Bedürfnissen vor Ort anzuknüpfen. Die Produktion sogenannter Betonjuwelen zeigt, wie alltagsnah und gegenständlich Innovationen gelingen können. Die Schmucksteine wurden zum Symbol einer neuen Erschließung des Stadtteils. 15 Jahre „made in hasenbergl“ hat nicht nur im Münchner Stadtteil Hasenbergl Innovationen ausgelöst, sondern über München hinaus neue Anstöße für Stadtentwicklung gegeben. Dazu zählt die frühe Gründung der gemeinnützigen Genossenschaft „made in hasenbergl“ als eine der ersten Sozialgenossenschaften Deutschlands. Auch hierbei war es den Gründern nicht entscheidend, das Genossenschaftskonzept in den Vordergrund zu rücken, sondern es galt, eine geeignete Form für Beteiligung aller Anspruchsgruppen – von den BügerInnen über den Bezirksausschuss bis hin zu den Verantwortlichen der Landeshauptstadt – zu erproben. Die Genossenschaft war die ideale Verbindung von sozialem Lernen, wirtschaftlichem Engagement und politischer Partizipation. So dient „made in hasenbergl e.G.“ dem Expertenkreis Sozialgenossenschaften beim Bayerischen Sozialministerium als wichtiges Referenzprojekt bei der Initiierung von Sozialgenossenschaften in Bayern. Dass es „made in hasenbergl“ nicht gelungen ist, im ersten Arbeitsmarkt Stellen zu schaffen, zeigt die Grenzen und die besonderen Erfordernisse einer Sozialgenossenschaft auf.

Die „Lebensgeschichte“ von „made in hasenbergl“ dokumentiert in lebendiger Weise, was es bei der Entwicklung von Quartieren zu beachten gilt. Die Vision der Gründer, neue Wege der Stadtentwicklung zu gehen, war zwar wichtig. Ebenso wichtig war jedoch ihre Bereitschaft, mit den Bürgerinnen und Bürgern im Stadtteil immer wieder ins Gespräch zu treten und sie zu gewinnen. Das setzte voraus, stets aufs Neue die Perspektiven und Wahrnehmungen vor Ort zu berücksichtigen, wobei der Bezirksausschuss eine wichtige Rolle spielte. Und es ging darum, gemeinsam etwas zu gestalten und Freude zu haben, was für die Kinder und Jugendlichen die stärkste Überzeugungskraft hatte. „made in hasenbergl“ hat in der Öffentlichkeit Spuren hinterlassen. Sie haben die vielfältigen Aktivitäten von der Bauhütte bis zur Gestaltung eines interkulturellen TerrrazzoTeppichs in die Medien getragen. Die Vielzahl an Publikationen dürfte in hohem Maße darauf zurück zu führen sein, dass „made in hasenbergl“ authentisch war und Beteiligung stets ernst genommen hat. Weitere Akteure wie die Münchner Kammerspiele wurden gewonnen, dem Stadtteil Hasenbergl ein neues Image zu geben. Für die nächsten Jahre wünsche ich „made in hasenbergl“ einen guten Übergang ins Jugendalter, denn die Jahre zwischen 15 und 18 sind bekanntlich in der Identitätsbildung entscheidend. Ich bin jedoch sehr zuversichtlich, dass es den Beteiligten gelingt, die vielfach erprobte Robustheit und Krisenfestigkeit für erneute Innovationen wirksam werden zu lassen. Und vielleicht bieten sich Chancen, in der Kooperation mit der Landeshauptstadt eine Mentorenrolle bei der Entwicklung anderer Stadtteile bzw. Sanierungsgebiete zu leisten.

Prof. Dr. Egon Endres, Präsident der Kath. Stiftungsfachhochschule München

Grußwort

made in hasenbergl

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1997

Start am Hasenbergl Die Gründung von „made in hasenbergl“ geht zurück auf die Anfänge der Stadterneuerung der Wohnsiedlung Hasenbergl im Norden Münchens, die in den 60er Jahren zur Linderung der damaligen Wohnungsnot in München gebaut wurde. Die Pläne zur Erneuerung und Verdichtung der Wohnsiedlung in den 90er Jahren wurden von den Bewohnerinnen und Bewohnern zunächst sehr kritisch gesehen und es entstand deutlicher Widerstand gegen die geplanten Maßnahmen. Die „Bauhütte Hasenbergl“ wurde initiiert, um zusammen mit jugendlichen Bewohnern aus dem Hasenbergl die geplanten Projekte zu realisieren. Durch diese Form der Teilhabe an den Projekten, verbunden mit der Beteiligung der Bewohnerinnen und Bewohner an den Planungen konnten die Widerstände überwunden werden und ein hohes Maß an Integration und Identifikation für die neuen Projekte erreicht werden. 1998

Bauhütte Hasenbergl Die Bauhütte wurde als temporäre Konstruktion in Zusammenarbeit mit der Jungen Arbeit am Hasenbergl errichtet und diente als erlebbare Produktionsstätte für die ersten Projekte. Die Konstruktion wurde dann noch mehrfach umgesetzt und wurde seit 2002 verwendet für das Konzept des „Diner“ in der Parkstadt Schwabing und ab 2004 als Werkstatt in der Fortnerstraße.

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1998

Markthalle Aschenbrennerstraße An der Aschenbrennerstrasse wurde als erstes Projekt der Stadterneuerung Hasenbergl die Markthalle errichtet. Zur Integration von Bewohnern in dieses Projekt wurde die Bauhütte Hasenbergl gegründet, in der für die Neubauten am Hasenbergl Fassaden und Außenbeläge von jungen Bewohnern aus dem Quartier hergestellt wurden. Bei diesem ersten Projekt wurden die Schmucksteine durch eine einfache Prägung gestaltet – jeder einzelne Stein ist durch die Lage und die Eindrucktiefe der Prägung bestimmt. 2001

Pfarrer-Steiner-Platz Der Pfarrer-Steiner-Platz im nördlichen Teil des Hasenbergls wurde in Zusammenarbeit mit dem Künstler Albert Hien realisiert. Die hierzu eigens entwickelten Schmucksteine sind mit gebrannten Tonintarsien gestaltet. Auf dem Platz wird durch die Buchstabensteine eine Fabel erzählt. Die Schriftreihen wandern hierbei in den Wald hinein und auch heraus und kommunizieren mit einem korrespondierenden Schriftfeld. 2001

Markthalle Linkstraße

Historie

In Zusammenarbeit mit dem Künstler Nol Hennissen und den beteiligten Jugendlichen wurde das Ladenzentrum an der Linkstraße gestaltet. Linear geführte Schmucksteine werden über das Gebäude geführt und bilden eine abstrakte Verortung für das Gebäude in seinem Umfeld. Kurz vor der Eröffnung konnte das gesamte Ladenzentrum als „Kunsthalle Hasenbergl“ temporär von den Künstlern Scarlet Berner, Albert Hien, Nol Hennissen, Iris Häußler und Michael Schultze genutzt werden. Auf 1.500qm stellten die Künstler, mit denen am Hasenbergl zusammengearbeitet wurde, ihre Arbeiten vor.

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2002

Kindergarten „Brancablock“ Im Rahmen der Sanierung des von dem Architekten Freiherr von Branca gestalteten Scheibenhochhauses am Endpunkt der Wohnsiedlung wurde der bestehende Kindergarten eingefasst. Als Besonderheit wurden bei diesem Projekt die Betonsteine mit farbig glasierten Fliesen akzentuiert. 2002

Gründung der Genossenschaft „made in hasenbergl eG“ Der Erfolg mit den Beteiligungsprojekten am Hasenbergl zusammen mit Kindern, Jugendlichen und Künstlern führte zu der Idee, auch über das Hasenbergl hinaus Projekte zu realisieren und mithin auch ein unternehmerisches Projekt zu wagen zur Entwicklung von Arbeitsplätzen für Jugendliche am Hasenbergl. In Zusammenarbeit mit den städtischen Referaten für Planung und für Wirtschaft und mit der Unterstützung von Gründungsgenossen wurde die Genossenschaft dann im April 2002 ins Leben gerufen. Während der ersten drei Jahre erhielt „made in hasenbergl“ zunächst noch eine städtische Unterstützung und arbeitet seit 2005 ohne Förderung auf ehrenamtlicher Basis. 2003

Kindergarten an der Linkstraße Für den städtischen Kindergarten an der Linkstrasse wurden mit der Künstlerin Iris Häußler und Kindern aus dem Hasenbergl Reliefs mit Fundstücken aus dem Alltag der Kinder hergestellt. Diese Platten sind an verschiedenen Orten im Kindergarten eingebaut und bedeuten für die Kinder neben der räumlichen Orientierung auch eine begreifbare Ausschmückung ihres Kindergartens.

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2003

Junge Arbeit Für das Foyer des Neubaus Junge Arbeit wurde auf etwa 200m² Fläche eine Terrazzoarbeit gemeinsam mit den Künstlern Aribert von Ostrowski und Gunna Schmidt realisiert. Für die steinernen Teppiche wurden von den beteiligten Jugendlichen hunderte von Ornamenten gestaltet und in den Terrazzoboden eingebaut. Durch vielfältige Techniken wird in dieser Arbeit das ganze Spektrum möglicher Anwendungen mit Ortsterrazzo gezeigt. Für die Aussenfassaden wurden blau pigmentierte Betonjuwelen produziert. 2004

Diner Von der Genossenschaft made in hasenbergl eG wurde mit dem Aufstellen eines „Diner“ auf der Grossbaustelle Parkstadt Schwabing noch ein weiteres Betätigungsfeld entwickelt. Dieses gastronomische Projekt zur Versorgung von Arbeitern auf Baustellen wurde bereichert durch kulturelle Veranstaltungen mit den Künstlern Scarlet Berner und Martin Fengel.

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2004

Wohnhaus Horizont e.V. Das Foyer des Wohnhauses wurde in Terrazzotechnik ausgestaltet. Durch die in der Bodengestaltung verwendeten Ornamente werden die räumlichen Zusammenhänge strukturiert. 2004

Altar St. Benno Für den Künstler Kurt Sigrist wurde der Altar in der neuromanischen Kirche St. Benno im Stadtviertel Neuhausen ausgeführt. Zunächst wurden über 80 Betonmuster entwickelt, um die Farbigkeit des Betons für den Altar zu bestimmen - der Guss des Altars erfolgte dann mit einer eigens entwickelten Stahlschalung. Den Beton für den Guss des Altarsteins lieferte die Heidelberger Beton GmbH Gebiet München. Dieses Projekt war für made in hasenbergl essentiell, da aus dem ehemals stigmatisierten Stadtteil Hasenbergl der Altar für die Stadtkirche von München kam.

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2005

Bundesgartenschau München Im Ausstellungszelt der Bundesgartenschau in Riem präsentierte made in hasenbergl seine Ideen und Produkte. Für die Besucher der Messe wurden Workshops angeboten, um die diversen Techniken in der Herstellung von Schmucksteinen selbst zu erproben. 2006

Dülferstraße Platzgestaltung Bei der Platzgestaltung für die Dülferstraße wurde in Workshops zusammen mit Schülerinnen und Schülern der nahe gelegenen Grundschule die Steine für die Platzfläche entwickelt. Für die diversen Platzfelder wurde jeweils ein eigenes Blumenmotiv gestaltet. 2007

„Restauro“-Messe in Ferrara Auf der Messe für Materialanwendungen im Denkmalbereich in Ferrara präsentierte made in hasenbergl seine Produkte. Schwerpunkt der Gestaltung des Messestandes war der Altar für die historische Kirche St.Benno in MünchenNeuhausen.

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2007

Wohnpark in Peking Auf Grund einer Veröffentlichung über die Produkte von made in hasenbergl im internationalen Magazin „domus“ kam die Anfrage für eine Bemusterung mit Schmucksteinen für ein großes Wohnprojekt in Peking. Die Mustersteine mit einem Flachrelief in der Form von Lotusblüten wurden von made in hasenbergl zwar nach Peking geliefert, der erwartete Auftrag blieb dann leider aus. 2007

Betonjuwelen-Kollektion für „Material & Konzept“ In Zusammenarbeit mit Johannes Riedmann wurde für das Einrichtungsgeschäft „Material & Konzept“ eine Kollektion hochwertiger Betonsteine entwickelt, die für individuelle Einzelanfertigungen angeboten wurden. Als Besonderheit wurden Waschtischplatten für Küchen und Bäder gefertigt. 2008

Gehörlosenschule München-Neuhausen Zusammen mit über 400 Schülerinnen und Schülern wurde in mehreren Workshops zunächst der Entwurf zur Gestaltung des Schulhofes mit Betonjuwelen entwickelt. Für die Ausführung des Projektes selbst wurde auf dem Schulhof dann eine eigene Bauhütte eingerichtet.

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2009

Schriftsteine Synagoge Güstrow Am Ort der am 9. November 1938 zerstörten Synagoge wurden Texte mit Schriftsteinen von made in hasenbergl gestaltet. Diese Technik, die im Kontext der Gestaltung des Pfarrer-Steiner-Platzes am Hasenbergl entwickelt wurde, kam dann bei mehreren Projekten in ganz Deutschland zur Anwendung, insbesondere bei der Gestaltung von öffentlichen Räumen, Schulhöfen und Außenbereichen von Kindergärten. 2010

Kindergarten Schaffhauser Straße, München Für die Freiflächengestaltung des Kindergartens wurden Zahlensteine und Buchstabensteine gefertigt. Die Motive wurden als Intarsien in die Betonmasse eingearbeitet und nach der Trocknungsphase wurden die entstandenen Betonjuwelen jeweils noch sandgestrahlt.

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2011

Hofgestaltung Tumblingerstraße, München Für die Gestaltung eines Innenhofes in München wurdenpigmentierte Schmucksteine produziert. Ausgehend von diesem Projekt wurden in Zusammenarbeit mit Landschaftsarchitekten noch für weitere Wohnungsbauvorhaben Betonjuwelen entwickelt und produziert. 2012

Kindergarten Corneliusstraße, München Zusammen mit Kindern der Einrichtung wurden Schmucksteine für die Neugestaltung der Außenanlagen entwickelt. Diverse Schriftzeichen wurden in einer Freschotechnik in die Betonjuwelen eingearbeitet.

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2012

Kindergarten Adigrat, Äthiopien Zusammen mit Schülerinnen und Schülern der HelenKeller-Realschule in München-Oberföhring wurden in Workshops Schmucksteinmotive entwickelt und hergestellt, welche in die Fassade des Kindergartenprojektes in Äthiopien integriert wurden. Die bunten Steine setzen Akzente zwischen den naturhaften Baumaterialien und stehen symbolisch für die Spender, die den Bau des Kindergartens ermöglichten. Es ist angedacht, für einen geplanten weiteren Bauabschnitt zur Erweiterung des Kindergartenprojektes, die transkontinentale Kooperation mit Schülerinnen und Schülern vom Hasenbergl fortzusetzen. 2013

Workshops in der Volkshochschule München Im Rahmen der Ausstellung in den Räumen der Stadtteilkultur 2411 werden in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Workshops von made in hasenbergl durchgeführt. Im Rahmen eines konkreten Projektes für das Hasenbergl werden mit Bewohnerinnen und Bewohnern Gestaltungsansätze entwickelt.

Zukunft Durch die zunehmende Bedeutung von Beteiligungsprojekten bei der Gestaltung von öffentlichen Räumen und Umfeldern entstehen für made in hasenbergl zunehmende Möglichkeiten, den 15-jährigen Erfahrungsschatz in partizipatorischen Prozessen entsprechend einzubringen. Außerdem sollen nun nach den vielen Projekten außerhalb des Hasenbergls wieder mehr Projekte vor Ort realisiert werden.

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Gespräch made in hasenbergl

Von links nach rechts: Prof. Christiane Thalgott

Ehemalige Stadtbaurätin des Stadt München und Gründungsmitglied der made in hasenbergl eG

Peter Ottmann

Architekt und Gründungsvorstand der made in hasenbergl eG

Dr. Rainer Großmann

Stellvertretender Vorsitzender im Bezirksauschuss München-Feldmoching-Hasenbergl

Walter Buser

Hauptabteilungsleiter des Planungsreferats der Stadt München

Prof. Dr. Egon Endres

Präsident der Katholischen Stiftungsfachhochschule München (Moderation)

Thomas Erhardt

Malermeister und ehemaliger Mitarbeiter der jungen Arbeit

Günther Weingärtler

Referat für Arbeit und Wirtschaft

Michael Sturm

Bereichsleiter der Diakonie Hasenbergl e.V. und Gründungsvorstand der made in hasenbergl eG

Das Gespräch wurde am 7.5.2013 im Foyer der Jungen Arbeit im Hasenbergl aufgezeichnet.

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Prof. Dr. Egon Endres

Ich erinnere mich, dass ich einmal gehört hatte von der jungen Arbeit und dachte mir „ich frag’ einfach mal den Michael Sturm, ob man da nicht was zusammen machen könnte“, und das war dann eigentlich der Beginn einer Folge von Experimenten, die vieles bewirkt haben. Prof. Dr. Egon Endres Frau Professor Thalgott, können Sie sich an Ihre erste VorOrt-Begehung erinnern, in der Sie „made in hasenbergl“ hautnah erleben konnten? Prof. Christiane Thalgott Also diese Umgestaltung vom Hasenbergl ist ja ein 30 Jahre altes Thema. Ich war noch in Hamburg und habe Frauenprojekte begleitet zur Veränderung von Großsiedlungen und da war ich schon einmal hier im Hasenbergl. Prof. Dr. Egon Endres Von Hamburg aus? Prof. Christiane Thalgott Von Hamburg aus! Die besondere Herausforderung in diesem Projekt hier lag an der Tatsache, dass es so schwierig ist, wie Herr Ottmann sagte, den Menschen beizubringen, dass eine Veränderung positiv ist und ihnen nicht nur den Parkplatz nimmt oder auch sonst irgendwie negativ ist, sondern dass man damit viel eher neue Gemeinsamkeiten finden kann. Ich bin dann als Stadtbaurätin wieder hier gewesen, habe da sozusagen eine „Review“ gehabt und fand diese Idee überzeugend und denke es ist ja auch ein Erfolg gewesen, mit den Jugendlichen zu arbeiten. Auf dem Platz zum Beispiel die Geschichte vom Hasen und vom Igel auszulegen oder die Wand am Einkaufszentrum zu gestalten war etwas, was erstens alle nutzen, zweitens alle sehen und drittens wo man wirklich tun kann und nicht nur warten muss, dass andere etwas tun.

Gespräch

Prof. Dr. Egon Endres Liebe Frau Prof. Thalgott, liebe Herren, ich begrüße Sie herzlich zu diesem Werkstattgespräch, hier in der Jungen Arbeit am Hasenbergl. Es freut mich sehr, dass Sie die Einladung angenommen haben zu einem Gespräch, das den „Blick zurück nach vorne“ richtet auf 15 Jahre Initiative „made in hasenbergl“. Wir teilen unser Werkstattgespräch in drei Einheiten: zunächst richten wir den Blick zurück auf die Anfänge. Hier lade ich Sie ein, die Ereignisse in Bildern Revue passieren zu lassen, die für Sie die ersten Jahre ausgemacht haben – und dadurch auch Anekdoten und besondere Erinnerungen aufleben zu lassen. Im zweiten Teil wollen wir auf Erfolgsbausteine, aber auch Stolpersteine und Hindernisse, eingehen und wie Sie damit umgegangen sind. Schließlich ziehen wir im dritten Teil das Fazit, was bei der Gestaltung des öffentlichen Raumes, der Beteiligung von Bürgern in Stadtteilen und in Quartieren aus Ihren Erfahrungen gelernt und übertragen werden kann. Zunächst möchte ich Sie, Herr Sturm, als Mitbegründer, bitten, sich an eine der ersten Situationen zu erinnern, die Ihnen den Mut und Rückhalt gegeben haben, mit Ihrem Gründungskollegen Herrn Ottmann an diesem Projekt festzuhalten – erinnern Sie sich an die Anfänge? Michael Sturm Es war zuerst einmal erschreckend – zum Einen die Idee, Betonsteine mit unseren Jugendlichen in Werkstätten herzustellen, aber auch die Mengen, die im Raum standen. Als wir mit den Mitarbeitern dann aber anfingen, diese Steine zu produzieren und wir erlebten, dass die Jugendlichen das als ihre Aufgabe angenommen hatten, da waren wir und die Jugendlichen Feuer und Flamme, um an dieser Entwicklung mitzuarbeiten. Also das war für mich die Motivation und daraus entsprang auch später die Idee, dass wir weitere Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen können, indem wir an diesem Modell festhalten. Prof. Dr. Egon Endres Und wie haben Sie Herrn Ottmann gefunden? Michael Sturm Wie habe ich Herrn Ottmann gefunden, ich weiß nicht genau. Können Sie sich noch erinnern, Herr Ottmann? Peter Ottmann Ich glaube es war andersrum, dass ich Herrn Sturm gefunden habe. Prof. Dr. Egon Endres Also waren Sie der Mann der ersten Stunde und haben Herrn Sturm für Ihre Idee begeistert? Peter Ottmann Ja, es war so: im Rahmen für Planungen für das Hasenbergl gab es Ende der 90er Jahre Stadtratsbeschlüsse um das Quartier zu verdichten, Infrastruktur nachzurüsten und öffentliche Räume zu qualifizieren. Wir als Planer, aber auch die städtische Verwaltung und der Bezirksausschuss sind damit ganz schön auf Widerstand bei der Bevölkerung gestoßen. Da war extremer Widerstand gegen jede durch Planung begründete Änderung. So wurde deutlich, dass man sich etwas einfallen lassen muss, wenn man hier am Hasenbergl etwas machen will und das war im Grunde auch der Weg in die Bürgerbeteiligung. Ein sehr direkter Umstand, dass man wirklich Menschen aus dem Quartier an diesen Bauprojekten praktisch beteiligt.

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Prof. Dr. Egon Endres Vielen Dank, Frau Thalgott. Herr Großmann, Sie waren ja, wenn ich das richtig sehe, als Vorsitzender des Bezirksausschusses mitten im Geschehen und in die Moderation der verschiedenen Stimmungen der Bürger eingebunden. Können Sie sich noch erinnern, wie die Sitzungen des Bezirksausschusses zu diesem Thema abgelaufen sind? Dr. Rainer Großmann Es war weniger Thema im Bezirksausschuss, weil die ganze Nachverdichtung und Sanierung im Hasenbergl in einem Stadtteilarbeitskreis gemacht wurde, der für die Begleitung dieser Umgestaltung gegründet worden ist. Der Stadtteilarbeitskreis ist dann aufgegangen in die Koordinierungsgruppe des Programms „Soziale Stadt“ und da wurden die ganzen Weichen gestellt und ich habe die dann lediglich in den Bezirksausschuss eingeschleust. Wir in der Koordinierungsgruppe standen sehr hinter diesem Projekt, wobei wir natürlich auch, wie Herr Ottmann gesagt hat, den Widerstand in der Bevölkerung gespürt haben. Es wurden Haushaltsbefragungen durchgeführt, die nicht unbedingt sehr positiv gelaufen waren und wir wussten somit, dass uns da etwas entgegenschleift. So sagte man, wir binden die Jugendlichen ein, dann war das wirklich ein ganz tolles Projekt. Bei Grundsteinlegungen, gerade auch hier für die Junge Arbeit, ist dieses Projekt wunderbar zum Tragen gekommen und da haben wir dann Rückenwind bekommen. Prof. Dr. Egon Endres Wissen Sie noch, was für Sie besonders ermutigend war? Es gibt ja bei solchen Projekten, die oftmals mit vielen Widerständen verbunden sind, auch Momente, in denen Zweifel aufkommen und sich die Frage stellt, ob sich der zeitliche und ideelle Aufwand lohnt. Gab es bestimmte Augenblicke, bestimmte Begegnungen, die Sie bewegt haben, an der Projektidee festzuhalten? Dr. Rainer Großmann Ja, das sind ganz klar die Gespräche mit den Bürgern selber hier vom Hasenbergl. Am Anfang war der Widerstand doch sehr groß, aber wenn man dann auf die positiven Seiten hingewiesen hat, dann haben die gesagt „Ja, das ist schon ganz schön und das gefällt uns“. Also sagen wir das sind dann die positiven Aspekte, die einen dann auch beflügeln, weiterzumachen. Prof. Dr. Egon Endres Wie haben Sie diese Phase erlebt, Herr Buser? Sie sind von der Landeshauptstadt aus in der Verantwortung gewesen und hatten Brücken im Miteinander zu bauen. Walter Buser Also zunächst geht meine Erinnerung an das Hasenbergl auch mindestens 30 Jahre zurück, denn ich habe Ende der 70er Jahre 500 Meter südlich hier an der Ecke Schleißheimer Straße/Rathenaustraße fast vier Jahre gewohnt und bin fast jedes Wochenende hier durch das alte Hasenbergl gegangen, ich kenne also den Zustand der frühen 80er Jahre noch sehr gut. 1995 habe ich dann die berufliche Verantwortung für die Stadtsanierung gekriegt und war eigentlich ganz froh, dass wir sehr früh in ein Sanierungsprogramm hineinkommen konnten mit dem Hasenbergl, das ja auch notwendig war, um viele Dinge mit kleiner finanziellen Unterstützung mit in Gang zu setzen. Mein erstes Erlebnis war dann die Bauhütte, die vor dem damaligen Tengelmann aufgebaut war, die ich also unheimlich modern fand, vor allem die Form die da hineingegossen wurde – mich hat das dann so an Playboy-

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Häschen erinnert, aber es war sicher was anderes gemeint. Dann ist die Stadtsanierung etwas später auch über das rein bauliche hinaus in die Förderung von nicht-baulichen Maßnahmen gegangen und das war insofern auch ein Glücksfall, dass dann auch „made in hasenbergl“ von diesen Sanierungsgeldern profitieren konnten. Prof. Dr. Egon Endres Vielen Dank Herr Buser, Sie haben hier die Junge Arbeit genannt. Herr Erhardt, Sie waren als Handwerker bei der Jungen Arbeit tätig. Wie haben Sie dieses Projekt erlebt? Waren Sie sofort überzeugt davon oder hatten Sie zunächst Zweifel? Thomas Erhardt Auch Zweifel, weil ich habe damals die Malerei geleitet und dann hieß es plötzlich „Jetzt musst du ein bisschen umsatteln, es geht jetzt Richtung Betonbau!“ Da waren wir natürlich schon mit Unterstützung der Südhausbau mit Fachwerkern am Start und haben die ersten Steine gegossen, die dann aber natürlich richtig schwer waren. Ich erinnere mich dass da einige Rücken schon krumm waren, bis wir mal manche Steine wieder ausgeschalt, verwogen und umgeschwenkt hatten. Insgesamt muss ich sagen war es ein gutes Projekt, weil dann auch viele Jugendliche von uns eine Aufgabe gefunden haben, wo sie sich integrieren können und sich wohlfühlen. In der Malerei hatten wir doch ein paar eher schwierige Fälle, die da zuvor nicht so mitkamen. Prof. Dr. Egon Endres Was waren für Sie die Situationen, die Sie ermutigt haben und in denen Sie wussten, dass Sie an diesem Projekt festhalten wollen? Thomas Erhardt Als dann mit Pigmenten gespielt wurde: wir haben dann versucht diese Steine einzufärben, um ganz was neues zu schaffen. Schon bei der Fassade der Markthalle wurde versucht den Beton selber rot einzufärben, es ging dann aber nicht hundertprozentig hin und es musste noch einmal überstrichen werden. Später wurden dann auch noch Tonbuchstaben in die Steine eingelegt, um eben den Fabelpfad auf dem Pfarrer-SteinerPlatz zu produzieren. Jedes Projekt war eine neue Herausforderung. Prof. Dr. Egon Endres Herr Weingärtler, Sie waren Aufsichtsrat der Genossenschaft „made in hasenbergl“, wie lange reicht ihre erste Begegnung zurück, haben Sie auch eine Jahrzehnte lange Geschichte mit dem Hasenbergl? Günther Weingärtler Ich kenne das Viertel Hasenbergl seit Installation des Programms „Soziale Stadt“ – das war aus meiner Sicht eine Riesenchance für die Stadt München, die auch vom Planungsreferat ganz schnell genutzt worden ist. Das Programm hatte damals – heute ist es ja leider ganz anders – die Komponente der Förderung der nicht-investiven Maßnahmen. Das ist etwas ganz besonderes aus dem Städtebaubereich, da wird eigentlich „nur“ gebaut. Ich muss auch noch etwas korrigieren, meine Rechnung ist, dass wir im April 2002 die Genossenschaft gegründet haben, also 15 Jahre haben wir jetzt leider nicht, aber die kriegen wir sicher noch voll in einiger Zeit. Peter Ottmann Damit ist auch das gesamte Projekt gemeint, einschließlich des Vorläufers „Bauhütte Hasenbergl“.


„Für uns vom Referat für Arbeit und Wirtschaft war das spannendste, dass man die Idee der Genossenschaft hier in dieses Viertel transportieren konnte.“ Günther Weingärtler Für uns vom Referat für Arbeit und Wirtschaft war das spannendste, dass man die Idee der Genossenschaft hier in dieses Viertel transportieren konnte. Mit modellhaften Annahmen und zum Teil natürlich auch mit – wie es die Zeit ja zeigt – nicht ganz so realistischen Zielen, da kommen wir aber sicher noch darauf zu sprechen. Man konnte hier Städtebaufördermittel mit unseren Referatsmitteln kombinieren um gemeinsame Projekte über die Genossenschaft „made in hasenbergl“ zu finanzieren. Also ein ganz neues Programm, das sehr gut gelaufen ist und vor allem durch das Planungsreferat funktional genutzt worden ist. Allein dort, wo wir jetzt sitzen: die Junge Arbeit ist ja auch ein solches Objekt, das nichts mit der Genossenschaft zu tun hat. Es war eine Meisterleistung das planerisch so aufzubereiten, da nochmal im Nachhinein danke an das Planungsreferat. Prof. Dr. Egon Endres Das heißt, an der Idee für eine Genossenschaft hat Sie besonders fasziniert, auch andere Formen der Beteiligung einzuführen? Günther Weingärtler Ja, wir hatten zuvor schon eine Genossenschaft gegründet mit Unterstützung des Referats. „made in hasenbergl“ war dann die zweite, die wir mitbegleiten durften und mit teilweise anderen Ergebnissen, wie bei der anderen Genossenschaft. Prof. Dr. Egon Endres Frau Thalgott, Sie haben deutlich gemacht, dass Sie sogar von Hamburg aus die Entwicklung des Hasenbergl verfolgt und wahrgenommen haben. Ich habe vor 25 Jahren ebenfalls in Hamburg gelebt und mich weiterhin für den strukturellen Ausbau im Süden unseres Landes interessiert – was war denn aus Ihrer frühen Hamburg-Perspektive besonders spannend an den Entwicklungen im Hasenbergl? Prof. Christiane Thalgott Das Hasenbergl war ja damals Sanierungsgebiet und ist dann Gebiet der „Sozialen Stadt“ geworden, es ging also immer darum, wie man die Chancen dieser in die Jahre gekommenenGroßwohnanlagen nutzt – also die Qualität der Freiflächen oder auch der Wohnungen – und sie verbessert, durch Ergänzung von sozialen Einrichtungen und zusätzlichen Wohnungen anderer Typologie. Das Hasenbergl ist in München ja am Rand der Stadt, so wie Perlach im Süden. Wenn man das historisch sieht, hat es eine sehr hohe städtebauliche Qualität, es ist sehr einheitlich. Insofern war es ganz wichtig, sich klarzumachen, dass man sich bei den Siedlungen aus dieser Zeit, die von den Bewohnern ja sehr geschätzt werden, den Aufwand macht um sie gegebenen Bedürfnissen entsprechend anzupassen. Dass man das nur mit den Bewohnern kann und nicht gegen sie, sagte Herr Großmann ja bereits. Die Bewohner waren eben sehr auf Ablehnung und hatten mit dem schlechten Ruf zu kämpfen. Das ist übrigens auch bei einigen Großwohnanlagen so – da kommst du daher, dann bist du schon mal gleich schlecht dran – ich kann das nur von Ham-

Günther Weingärtler

burger Sicht aus sagen, dann wurde in so einen Neubauquartier immer gleich eine Sonderschule reingepackt und dann war sozusagen das Label dran. Dagegen etwas zu tun, dass die Menschen diese Außenwahrnehmung als Innenwahrnehmung verstehen und dass sie etwas gemeinsam machen, was über den Ort hinaus zeigt, das war für uns alle ganz wichtig, denn der Ort selber ist ja von sich aus gesehen sehr schön. Um damit jetzt nochmal auf den Teppich [Terrazzoarbeit der Künstler Gunna Schmidt und Aribert von Ostrowski im Foyer der Jungen Arbeit] zurückzukommen: der zeigt ja etwas ganz besonders schönes hier, was gemacht worden ist. Die Idee war, etwas besonderes zu machen, was dann auch exportiert werden kann in andere Gegenden, damit dieses Label, was man an diesen Menschen aus einem Stadtteil auf die Stirn klebt, sich ändern kann. Und man muss wissen, dass die Presse unheimlich schnell darin ist, ein Label zu kleben. Prof. Dr. Egon Endres Ja, auch auf die Presseberichterstattung werden wir noch eingehen, vielen Dank. Herr Ottmann, folgende Frage an Sie als Architekt und Mitbegründer von „made in hasenbergl“: War es für Sie genauso erfreulich, sich im Hasenbergl zu engagieren, wie Sie es gerade von Frau Thalgott – die ja gerade deutlich gemacht, wie positiv ihr Verhältnis zum Stadtteil ist und wie gut ihr das Quartier gefällt – gehört haben? Peter Ottmann Ich kann das nur bestätigen, dass es guter Städtebau ist, vor allem die schönen Freiflächen und das historische Kiefernwäldchen, welches in der Mitte platziert ist. Wir als Planer hofften, mit der Qualität des Bestandes mithalten zu können. Was auch interessant ist, wir haben hier ein Feld relativ homogener Architektur und sehr authentischer und starker städtebaulicher Zusammenhänge. Die Neubauten, die wir hier platziert haben, sind ein Feld von Akzenten, die kontra-

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punktisch in dieser sehr homogenen Gesamtstruktur wirken. Es war natürlich ein guter Ansatz mit diesen Experimenten, die wir hier zusammen mit den Jugendlichen aus dem Quartier und zum Teil auch mit Künstlern gemacht haben. Das war für uns Architekten ein spannendes Arbeitsfeld. Dass so etwas zustande kommt, zum Beispiel diese Terrazzo-Arbeit, die wir hier sehen, war für uns alle, ich glaube für die Handwerker wie für die Jugendlichen und Künstler, ein wunderbares Arbeiten. Ich weiß nicht, wo es eine so extrem aufwendige Technik, die historisch vielleicht vor 400 Jahren in Venedig letztmalig durchgeführt wurde, in der Qualität wie sie hier gemacht wurde, sonst noch einmal gibt. Prof. Dr. Egon Endres Wenn Sie zurückdenken an die ersten Monate vor 15 Jahren, als diese Initiative, nicht die Genossenschaft, durch Sie gegründet wurde – gibt es ein Ereignis, das für Sie nach wie vor in lebendiger Erinnerung ist? Peter Ottmann Ja, wir hatten ja für die Markthalle, wie Herr Buser erwähnte, unsere Bauhütte dort hingestellt und haben angefangen, unsere 50-Kilogramm-Steine zu produzieren und der Berg der Steine wuchs, aber wir hatten keine Firma, die bereit war die Fassadensteine zu versetzen. Es war also ein schwieriger Zwiespalt, diese 3000 Steine zu haben, aber noch keine Firma, die sie versetzen wollte. Da hat man irgendwie in der Verzweiflung eine Firma aus Norddeutschland gefunden als letzte Rettung und das Projekt ist dann doch geglückt. Es war eigentlich immer so, es gab immer einen Ausweg für diese zum Teil weit gehenden Experimente am Hasenbergl. Prof. Dr. Egon Endres Da kommt ja auch sehr viel Pioniergeist zum Ausdruck. Herr Buser, war dieser auch in Ihren Begegnungen mit Herrn Ottmann und Herrn Sturm zu spüren? Hatten sie den Ein-

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druck, dass es hier Verantwortliche gibt, die den Ärmel hochkrempeln und etwas Neues aufbauen wollen?

„Vor allem ist das erste Mal dieses Element ‚Kunst‘ auch ins Hasenbergl gekommen“ Walter Buser  Ja durchaus, also vor allem ist aus meiner Sicht das erste mal dieses Element „Kunst“ auch ins Hasenbergl gekommen und daran fehlte es ja auch neben der Gestaltung der öffentlichen Räume. Das war so ein bisschen der Mangel dieser Entwicklung aus den 60er Jahren. Dass auch noch Menschen aus dem Hasenbergl für das Hasenbergl das machen, hat für mich auch was mit Aneignung zu tun. Es ist glaube ich auch anders. Diese Menschen schützen dann die Produkte ihrer Arbeit, wenn die mal eine Fassade sehen anders, als wenn eine Firma die baut – da ist dann mal schnell irgendjemand vielleicht mit der Spraydose dran. Peter Ottmann Es gab hier ja nie Vandalismus. Walter Buser Also das ist eigentlich eine großartige Initiative gewesen, die dann auch noch öfters Folgeprojekte hatte, in der Gestaltung des Pfarrer-Steiner-Platzes. Auch was beim Goldschmiedplatz passiert ist, der war zwar nicht mit „made in hasenbergl“ verbunden, aber dieses waren wichtige Elemente: Kunst und öffentlicher Raum. Prof. Dr. Egon Endres Herr Sturm, welche Altersgruppen waren an diesen Projekten beteiligt? Ich gehe davon aus, dass es nicht gelungen ist, das gesamte Altersspektrum einzubeziehen – oder täusche ich mich hier?


Walter Buser Michael Sturm Wenn ich jetzt zurückschaue, doch: wir hatten die Fachanleiter, wie Herrn Erhardt, aber auch andere Gesellinnen und Gesellen, die in dem Bereich mitwirkten: wir hatten die Jugendlichen mit 16–25 Jahren und im Rahmen mit der Zusammenarbeit mit Künstlern und Künstlerinnen ging es ja bis in den Kindergarten , wo Kinder ihre Legosteine und ihre Puppen in Steine eingearbeitet haben, die ja im Kindergarten Linkstraße verbaut wurden. Vom Altersspektrum haben wir alle erreicht und gesehen wurde es auch von allen, dadurch dass wir die Bauhütte bewusst an die Straße gestellt haben, so dass jeder sehen konnte, was da produziert wurde. Prof. Dr. Egon Endres Herr Erhardt, Sie waren einer der Vertreter der jüngeren Generation bei der Jungen Arbeit. Gab es Situationen oder Anfragen, wo sie aktiv werben mussten für diese doch teilweise sehr ungewöhnlichen, kunstorientierten Aktionen? Thomas Erhardt Anfragen jetzt weniger, aber wir mussten schon immer wieder schauen, dass wir auch – ich sag‘ jetzt mal – die Mannschaft bei Laune hielten. Es war wie gesagt doch eine schwere Arbeit, zwischendurch auch wegen des Gewichts der Steine und der täglichen Arbeit. Außerdem war ja dann doch auch ein Druck da, wir mussten ja plötzlich 3000 Steine produzieren und das war ja nicht mehr nur Spaß, aber es wurden immer wieder Leute gefunden, Mannschaftmitglieder wurden ausgewechselt, aus der Jungen Arbeit wurden wir auch durch die Schreinerei und andere unterstützt. Genauso konnten wir immer wieder neue Leute aus dem Viertel für die Mitarbeit gewinnen. Prof. Dr. Egon Endres Können Sie sagen, wie es Ihnen gelungen ist, hier Bürger und Bürgerinnen aus der Nachbarschaft zu gewinnen? Thomas Erhardt Dadurch, dass wir so präsent waren, direkt am Platz. Mich hat es auch gewundert, dass die Hütte die ja nur mit einer Plastikfolie außen geschützt war, nicht zerschnitten wurde. Wir hatten wenig Ausfälle oder Vandalismus, der Betonmischer

wurde auch nicht geklaut. Viele Leute liefen einfach vorbei, waren interessiert daran, was gemacht wird und was hier passiert. Dadurch kam es auch immer wieder zu Gesprächen mit Leuten hier vor Ort, die dann auch anpackten – es durfte ja jeder hinlangen, da die Bauhütte für jeden frei zugänglich war. Prof. Dr. Egon Endres Wie lange hat es gedauert, Herr Weingärtler, bis dieses neue und positive Bild in der Öffentlichkeit gezeichnet wurde? Günther Weingärtler Das will ich jetzt gar nicht so einfach beantworten können. Über die Koordinierungsgruppen, die dann vor Ort installiert worden sind, damals auch unter starker Federführung Herrn Dr. Großmann, ist es schon gelungen die Öffentlichkeit, die hier zum Teil dann auch gewohnt hat, für sich zu gewinnen. Zum Teil hat man ja auch versucht die Öffentlichkeit, die nicht hier gewohnt hat, zu erreichen. Ganz entscheidend war dann der Schritt der Gründung der Genossenschaft selbst, also die Gründungsveranstaltung, die im April 2002 war. Da gab es dann auch Berichte in der Presse, das ist alles gut dokumentiert und bekannt geworden, es gab auch Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern. Wir in der Stadt München haben dann auch über unsere Möglichkeiten, wie etwa die RathausUmschau, das ganze weitestgehend breit kommuniziert. Die Folge waren dann später weitere Presseanfragen, die zum Teil auch gemischte Artikel hervorbrachten. Die Projekte, die hier gelaufen sind, liefen aus unserer Sicht alle erfolgreich, vor allem, muss ich nochmal betonen, diese Einbindung von Zielgruppen. Wir nennen das auch Zielgruppen, das mag jetzt ein bisschen negativ klingen – das ist eben so eine Kurzformel, für Leute, denen man eine Beschäftigung, Ausbildung, Arbeit anbieten will. Das ist uns im Rahmen dieser Projekte wirklich vertretbar gut gelungen. Prof. Dr. Egon Endres

Vielen Dank. Herr Großmann, hat die Gründung der Genossenschaft in 2002 für Sie eine besondere Rolle gespielt oder ergab sich für Sie keine Veränderung verglichen zu dem, was vorher gelaufen ist? Dr. Rainer Großmann Also diese Genossenschaft war schon etwas besonderes, allerdings ist das natürlich in der Öffentlichkeit nicht so herausgekommen. Die Bauhütte ist ganz klar wahrgenommen worden, wie alle anderen jetzt auch schon berichtet haben, auch vor allem die sehr markante Fassade der Markthalle, die der erste Ansatz hier war. Das waren dann immer die Punkte, auf die wir hinweisen konnten und die in der Öffentlichkeit sehr deutlich wahrgenommen wurden. Und man konnte wie gesagt an der Bauhütte vorbeigehen – die meiste Reaktion war positiv, es gab natürlich schon auch negative Stimmen, die sagten „Ja was wollt’s denn mit dem?!“, das will ich nicht verschweigen. Aber grundsätzlich ist das ganze positiv aufgenommen worden. Prof. Dr. Egon Endres Frage an Sie, Herr Buser: Ist diese Idee der Genossenschaftsgründung für Sie damals nachvollziehbar gewesen oder mussten Sie sich erstmal damit anfreunden? Dass Herr Weingärtler aus seiner Perspektive mit Genossenschaften etwas anfangen kann ist mir plausibel – wie kam diese Idee bei Ihnen an? Walter Buser Also dass da was passieren musste, auch mit jungen Leuten und mit Menschen, die aus dem zweiten Arbeitsmarkt kamen oder da waren, das war mir klar, ob die Rechtsform jetzt ganz zwingend war, das kann ich im Nachhinein nicht beurteilen –

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„Dieser Versuch, einen nachhaltigen Beitrag zum ersten Arbeitsmarkt zu leisten, der ist glatt misslungen“

Peter Ottmann

sie war auf jeden Fall sehr günstig dann in der Fortfolge. Und die Existenz dieser Genossenschaft, die jetzt dann 11 Jahre alt wird, zeigt ja, dass auch mit der Form einer Genossenschaft eine nachhaltige Wirkung verbunden war. Prof. Dr. Egon Endres Sie waren mit dieser Idee der Zeit voraus, denn das Genossenschaftsrecht hat sich erst 2006 dahin weiterentwickelt, dass auch soziale Genossenschaften möglich sind. Somit haben Sie eine erste Form der Sozialgenossenschaft in 2002 initiiert, bevor die rechtskräftigen Wege dafür geebnet wurden. Herr Sturm, was waren denn, Ihre wichtigsten Absichten, die Sie mit dieser Genossenschaftsgründung verfolgt haben? Michael Sturm Das Stichwort „Nachhaltigkeit“ spielt eine große Rolle. Die jungen Menschen, die in den Werkstätten der jungen Arbeit angestellt, beschäftigt und ausgebildet werden, hatten in der damaligen Zeit Schwierigkeiten im Anschluss dann Arbeit zu finden. Die Frage von Herrn Ottmann und mir war: „Wie können wir im Stadtteil etwas entwickeln und aufbauen, das Arbeitsplätze für die Menschen hier aus dem Stadtteil schafft?“ Das war die Motivation für mich an diesem Modell mitzuarbeiten. Arbeitsplätze zu schaffen für Leute, von denen wir wissen: die können arbeiten und sie tun es auch. Gleichzeitig waren das aber Leute, die auf dem Markt erst einmal so nicht aufgenommen oder gebraucht wurden, obwohl sie für diesen Bereich ja schon vorqualifiziert waren. Prof. Dr. Egon Endres Das ist jetzt ein guter Punkt, um auf das zweite Thema einzugehen: die Bewertung dessen. Wo waren die Stolpersteine und Hindernisse – was waren die Hürden, die Sie zu meistern hatten? Inwiefern haben sich diese – auch von Herrn Sturm – sehr avancierten Ziele Ihrer Genossenschaft einlösen lassen, Herr Ottmann?

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Peter Ottmann Also dieser Versuch, einen nachhaltigen Beitrag zum ersten Arbeitsmarkt zu leisten, der ist glatt misslungen, wir haben das trotz ganz gutem Anlauf einfach nicht in die Nachhaltigkeit gebracht. Ich denke, das hängt damit zusammen, dass wir beide die Projekte mit made in hasenbergl ehrenamtlich machen, also ein Unternehmertum nebenbei zu betreiben ist halt in sich ein Widerspruch.Das andere ist, glaube ich, dass wir ja in der Genossenschaft nicht die Möglichkeit hatten, mit Sozialpädagogen und mit entsprechendem personellem Background die Projekte weiterzubringen und zu entwickeln. Ich denke also, trotz der guten Anfangserfolge, haben wir einfach nicht diese unternehmerische Dichte hereingebracht, weil wir beide selber in vollem Beschlag waren mit unserer eigenen Arbeit. Dennoch ist daran zu erinnern, dass wir als Genossenschaft dann den Altar für die Stadtkirche von München produziert haben, ein wunderbares Projekt und auch großer Erfolg. Wir haben viel anderes erreicht, worüber man auch reden sollte, zum Beispiel das Thema Stadtteilmarketing für das Hasenbergl oder auch unsere Beteiligungsprojekte mit Kindern und Jugendlichen, die jetzt den Schwerpunkt unserer Arbeit darstellen. Prof. Dr. Egon Endres Deshalb die Fragen, Herr Weingärtler, an welcher Stelle für Sie erkennbar war, dass sich Ihre formulierten Ziele im Hinblick auf den derzeitigen Arbeitsmarkt nicht einlösen lassen und wie Sie damit umgegangen sind? Haben Sie bewusst gegengesteuert oder gab es einen Zeitpunkt, an dem Sie sich eingestanden haben, dass es in diesem Rahmen, wie es Herr Ottmann gerade sagte, nicht zu machen ist? Günther Weingärtler Die Form der Genossenschaft hatten wir damals gewählt, um auch ein Partizipationsangebot machen zu können. Das war ja die Möglichkeit für Bürgerinnen und Bürger vor Ort hier Mitgenossin oder Mitgenosse zu werden. Der Unterschied zu allen anderen Rechtsformen, gegenüber einem Verein zum Beispiel, ist ja, dass die Genossen alle eine Stimme haben. Also das war so die Ausgangslage und Ausgangsdiskussion: Wir wollen das nicht in Form eines Vereins aus unserer Sicht, sondern wollten eine Genossenschaft. Dass diese Sachen jetzt gescheitert sind, würde ich so nicht sagen, denn es sind bestimmte Projekte durchgeführt worden. Es gab jeweils ein Konzept, eine Projektbeschreibung und es gab die Finanzierung. Alle diese Projekte wurden umgesetzt. Es waren temporäre Finanzierungen, zum Teil Projektförderungen. Die sind gelaufen, die waren erfolgreich. Was eben nicht funktioniert hat, war das zu kommunizieren. Aber vielleicht war auch die Annahme zu naiv, dass wir hier so eine Plattform bieten und dann strömen die Hasenbergler in die Genossenschaft um Mitglied zu werden. Das hat nicht funktioniert, aber ich würde das nicht scheitern nennen.


Es ist immer besser, wenn die Kritiker von außen kommen und einen vergleichenden Einblick in ähnliche Projekte – ob nun Genossenschaft oder Vereine – mitbringen. Herr Weingärtler bilanziert, dass hier sehr viel Beteiligung, Identifikation und eine Nachhaltigkeit gelungen ist, die bis heute anhält. Herr Erhardt, wie haben Sie denn in der Jungen Arbeit diese Genossenschaft aus der Binnenerfahrung heraus erlebt? Thomas Erhardt Ich war anfangs auch so fest eingebunden, dass ich selber Genosse wurde. Ich habe es nicht als Firmen- oder Gesellschaftsform erlebt, sondern einfach nur die Arbeit vor Ort und weniger die Hintergründe was da wirklich läuft oder wo die Reise hingehen soll. Prof. Dr. Egon Endres Und wie wurden Sie damals angeworben? Hat Herr Sturm Ihnen den Ausweis in die Hand gedrückt und gesagt „Jetzt unterschreiben sie mal“ oder... Michael Sturm ... sonst gäb’s genügend andere Mitarbeiter... Thomas Erhardt ... nein, wir waren schon in stetiger Kommunikation, aber ich fand es gut und wollte auch dabeibleiben, hätte ja sein können dass sich das Ganze viel weiter entwickelt und dass da auch einmal etwas rausspringt. Das ist bis jetzt noch nicht der Fall, aber vielleicht kommt das ja noch. Prof. Dr. Egon Endres Das heißt, Sie sind weiterhin Genosse, Herr Erhardt? Thomas Erhardt Ich bin weiterhin Genosse, ja.

seitentitel

Zum Stichwort Nachhaltigkeit muss ich noch sagen: wir sind im Bereich der nicht-investiven Maßnahmen, da ist es äußerst schwierig, Maßnahmen laufen zu lassen, ohne dass sie öffentliche Gelder brauchen. Also für mich ist die Nachhaltigkeit ersten Grades etwas, wenn etwas weiterexistiert, das anfinanziert worden ist mit öffentlichen Geldern und danach weiterexistieren kann ohne öffentlichen Zuschuss. Man muss feststellen: die Genossenschaft existiert. Kleinteilig, nicht mehr auf diesem großen finanziellen Berg, auf dem sie früher war, aber sie existiert. Und so gesehen ist diese Genossenschaft „made in hasenbergl“ eins von zwei nicht-investiven Projekten im Stadtviertel hier, die aus „Soziale Stadt“ kamen und heute noch existent sind. Soweit zur Konstruktion selbst. Und wir kommen noch dazu was Sie alles machen. Also die Genossenschaft selbst ist nicht gescheitert, wenn wir einen Verein hätten, dann wäre es das gleiche. Nur diese Idee war halt nicht so machbar, also dass die Leute kommen und freiwillig Mitglied werden. Aber gescheitert, das würde ich so nicht sagen. Peter Ottmann Ich meinte auch nicht im Gesamten gescheitert, nur dieses eine Teilziel, den ersten Arbeitsmarkt. Wir haben viele andere Ziele erreicht. Ich denke, wir florieren und kommen wieder zurück ans Hasenbergl, darüber werden wir auch noch sprechen, was da wir vorhaben. Prof. Dr. Egon Endres Sehr schön, wenn die Würdigung der Projekterfolge durch Sie, Herr Weingärtler, und somit aus der Außenperspektive erfolgt.

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sie auch bei der Bevölkerung dann nicht mehr so gut an. Da waren wir dann immer in Erklärungsnot den Leuten darzustellen, wie es eigentlich weitergehen soll. Selber haben wir ja auch nicht den Input gehabt wie die Genossenschaft funktioniert und wie es da läuft, also da haben wir ein bisschen Defizite in der Information gehabt. Prof. Dr. Egon Endres Wie war es für Sie, Frau Thalgott, welche Rolle hat die Genossenschaftsgründung für Ihre Sympathie und Begleitung des Projektes gespielt?

„Hier wurde zwar gemeinsam gehandelt aber immer in Projekten, die für andere waren.“

Prof. Christiane Thalgott

Prof. Dr. Egon Endres Wie viele Genossen haben Sie denn? Peter Ottmann Vierzig ungefähr. Prof. Dr. Egon Endres Und die Tendenz ist auf gleichem Niveau oder gab es Veränderungen in den letzten Jahren? Peter Ottmann Ich würde mal sagen, dass da eine gewisse Fluktuation ist: es scheiden ein paar Genossen aus Altersgründen aus und kommen ein paar dazu, es ist immer wieder einmal Interesse da. Es gibt immer wieder Leute, die einfach fasziniert sind von diesem genossenschaftlichem Thema und auch von der Arbeit die wir machen. Es gibt aber auch Leute, die über eine Projektbeteiligung mit reingehen. Prof. Dr. Egon Endres Herr Großmann, Sie sind nach wie vor im Bezirksausschuss verantwortlich, heute als Stellvertretender Vorsitzender, damals als Vorsitzender. Wie stark ist diese Genossenschaftsidee denn auch in ihrer Rechtsform bei der Bevölkerung angekommen? Oder war es nicht eher so, dass die Initiative – unabhängig von ihrer Form als Sozialgenossenschaft – immer mehr in das Blickfeld der Bürgerinnen und Bürgern rückte? Dr. Rainer Großmann Also die Genossenschaft selbst hat glaube ich in der Bevölkerung nie eine große Rolle gespielt. Auch bei uns im Bezirksausschuss nicht. Wir haben ja dann später, nachdem die Bauhütte an den anderen Platz umgezogen ist, öfters auch das Projekt im Bezirksausschuss diskutiert, es sollte ja dann auch noch ein fester Bau als Nachfolgeeinrichtung entstehen. Bei diesen ganzen Diskussionen hat die Genossenschaft selber als Form oder als Rechtsform nie eine Rolle gespielt. Bei uns war es dann schon eher so, dass man gesagt hat, an der anderen Stelle war die Bauhütte schön, aber da vorne an der Fortnerstraße – war es dann schon eher ich möchte nicht sagen ein „Schandfleck“ aber – nicht so gern gesehen. Dort kam

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Prof. Christiane Thalgott Also ich hab das Projekt begleitet und als ich dann Genossin werden sollte, bin ich Genossin geworden. Ganz einfach. Und ich meine es ist richtig, zu sagen, die Form der Organisation hätte eine Rolle gespielt, wenn man große Projekte wie die alten Genossenschaften umgesetzt hätte. Egal ob das jetzt eine Einzelhandelsgenossenschaft gewesen wäre oder eine Wohnungsgenossenschaft, also wenn da Kapital gewesen wäre, über das zu bestimmen gewesen wäre. Hier war aber über Arbeit zu bestimmen, die sollte jeder selber machen. In Wahrheit: es ging darum, Input zu geben und das in einem Stadtteil, wo viele Menschen leben, die schon ganz gut damit zu tun haben, ihren Alltag zu organisieren. Dass man da nicht so viele Gefolgsleute findet, ist glaube ich nachvollziehbar. Man muss sich ja mal klarmachen, die große Welle der Genossenschaftsgründungen ist die am Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts gewesen, wo die Menschen sozusagen gemeinsam für sich gehandelt haben. Diese Voraussetzung hatten wir hier nicht – hier wurde zwar gemeinsam gehandelt aber immer in Projekten, die für andere waren, also nicht für sich. Das ist ja das Interessante bei den klassischen Genossenschaften. Im Gegensatz dazu sind diese, welche für den Stadtteil gut waren, also sozusagen für die Allgemeinheit, nicht so attraktiv, wie wenn ich Genossin werde und mir mein eigenes kleines Haus bauen kann oder meinen Einzelhandel organisiere. Also insofern habe ich mich nicht gewundert, dass es keine reißende Jagd nach der Mitgliedschaft gab. Ich denke aber, dass es wichtig ist, eine Form zu finden, die ermöglicht, dass viele Personen Mitglied werden können und dass sie das auch mit einer gewissen Verantwortlichkeit tun. Was geschaffen worden ist, ist finde ich sehr eindrucksvoll und die Form der Organisation ist da eigentlich zweitrangig. Ich finde sie ist für junge Leute eigentlich interessant, als Aufforderung sozusagen, wenn du sowas organisieren willst, dann nimm auch eine Organisation wo eine Person auch eine Stimme hat und nicht einen Verein wo ganz andere Entscheidungsstrukturen bestehen. Dass das nicht einfach zu vermitteln ist, wenn es nichts zu verteilen gibt, ist auch klar. Prof. Dr. Egon Endres Vielen Dank für die Bilanz, die deutlich macht, wie viel bereits erreicht wurde – und dennoch nicht alle Zwecke einer Genossenschaft verfolgt und umgesetzt werden konnten. Das ist ein Resultat, das wir unbedingt festhalten sollten. Herr Ottmann, was haben Sie denn aus dieser Genossenschaftsgründung gelernt? Bei welchen Situationen würden Sie im


Nachhinein anders herangehen? Peter Ottmann Ich bin nach wie vor der Überzeugung, dass die unternehmerische Zielsetzung, verbunden mit den Produkten die wir entwickelt haben, eine fantastische Sache ist. Es kann auch sein, dass das dann noch einmal was wird. Ich kann mir vorstellen, dass wir vielleicht doch noch einmal, Herr Sturm und ich, angreifen und vielleicht dieses Projekt auch als Unternehmen voranbringen. Wir haben spannende Produkte entwickelt, die man eben immer nur einmal hat pro Bau. Aber ich denke, vielleicht ergibt sich da was in der Zukunft, wenn wir mal wieder mehr Zeit oder mehr Energie haben, vielleicht noch eine Konstellation zu finden, mit anderen Menschen zusammen, auch hier aus dem Quartier. Vielleicht ist auch unsere Öffentlichkeitsarbeit mit der Ausstellung unsere letzten 15 Jahre zu zeigen, ein Einstieg, wenn man an die Zukunft denkt, um vielleicht doch diese unternehmerische Seite voranzubringen! Ich glaube das Potential ist da, von der Produktidee her auf jeden Fall. Wir haben mittlerweile über 30 Experimente gemacht, mit 30 verschiedenen Anwendungen. Verschiedenste Techniken, zu diesen Betonjuwelen, wie wir sie nennen, entwickelt. Das ist im Grunde ein großes Kapital woraus wir, wenn wir uns entsprechend organisieren könnten, auch wieder weiterkommen könnten. Prof. Dr. Egon Endres Nach 15 Jahren ist Ihnen der Pioniergeist und der Aufbruchswille also nicht verlorengegangen, ganz im Gegenteil. Es gibt bei dem Bayerischen Sozialministerium einen von mir gelei-

teten Expertenrat, dessen Aufgabe darin besteht, den Aufbau und die Ausbreitung von Sozialgenossenschaften in Bayern zu begleiten. Aktuell sind wir dabei, an geeigneten Stellen in unterschiedlichen Räumen, Quartieren und Regionen Bayerns solche Projekte aufzuspüren, die Modellcharakter haben. Möglicherweise gibt es hierfür bereits Anknüpfungspunkte. Herr Sturm, wenn Sie jetzt einen kurzen Werbespot drehen würden, was wären Ihre Highlights und größten Erfolge in den 15 Jahren Hasenbergl, die Sie im Spot zeigen wollten? Michael Sturm Von den Highlights liegt eines hier, der vorhin schon genannte Bunnyhill-Hase, mit den Unterschriften vom damaligen Bauminister Bodewig und Christian Ude, die zu unserer Bauhütte rauskamen und sich das vor Ort angeschaut haben, was wir hier machen. Mit diesem Holzstempel haben sie Steine gestempelt. Diese Betonsteine mit Bunnyhill-Hase gibt es auch noch. Das ist für mich das deutlichste Symbol – man ist hier herausgefahren, hat sich das angeschaut, was wir hier machen, also das sind für mich schon die Highlights gewesen. Prof. Dr. Egon Endres Gab es Situationen oder Gespräche mit Bürgern, über die sich besonders gefreut haben? Das eine ist ja die große politische Ebene, bis hin zum Bundesminister, der neben dem Oberbürgermeister sehr große Sympathie zum Ausdruck gebracht hat, für das was Sie hier gemacht haben. Deswegen nun die daran anschließende Frage, welche Gespräche mit Bürgern Sie in besonders positiver Erinnerung

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behalten haben?

Michael Sturm

Also die sahen dann natürlich viel einfacher aus – ich erinnere mich an die Kinder aus dem Kindergarten, mit denen wir dieses eine Projekt gemacht haben mit den wunderbaren großen Steinen, in die die Sachen reingearbeitet haben, ... Prof. Christiane Thalgott ... ja, Spielzeug...

„Wir haben mit unserer Arbeit Menschen eine Beschäftigung ermöglicht, über eine kurze Phase oder auch auch einen längeren Zeitraum hinweg“ Michael Sturm

... Erinnerungen an die Leute, also auch an die Erwachsenen. Es gibt einen Mann den wir quasi von der Straße geholt haben, der plötzlich mitgearbeitet hat. Der ist jetzt immer noch auf der Straße, man trifft ihn an den U-Bahnhöfen an. Mit dem was wir praktisch arbeiteten, haben wir Menschen berührt und möglich gemacht, sie über eine kurze Projektphase oder auch einen längeren Zeitraum hinweg bei uns zu beschäftigen. Prof. Dr. Egon Endres Was sind denn in Ihren Augen, Herr Buser, die Erfolgsbausteine aus städtebaulicher Sicht? Walter Buser Zunächst einmal will ich eigentlich sagen: es war ja eines von vielen Projekten, die wir im Rahmen der Sanierung hier erlebt haben aber ein ganz bedeutendes insofern, als man es wirklich wahrnehmen konnte. Und die Bürgerinnen und Bürger, die lieben ja die Dinge am meisten, die man sieht und die man anfassen kann. Und weniger die Genossenschaft als viel mehr das, was die Genossenschaft tut. Und da würde ich mir einfach einmal wünschen, dass „made in hasenbergl“ nochmal 15 Jahre sichtbar wird und das nicht nur im Hasenbergl, sondern vielleicht auch in anderen Bereichen unserer Stadt. Mit dem Know-How und den Produkten, die im Angebot sind, stehen die Chancen eigentlich meiner Einschätzung nach sehr gut. Peter Ottmann Wenn ich das kurz sagen darf – die Baureferentin Rosemarie Hingerl will jetzt 5 Plätze mit Bürgern gestalten und ich denke da sollten wir uns bewerben um diese Aktion und Umsetzung zu begleiten. Also das ist auch etwas, das wir in Zukunft leisten können, die Gestaltung von Plätzen in der Stadt. Prof. Christiane Thalgott Ich finde ja auch diese Kindergartenprojekte ganz wunderbar – ich habe es bezaubernd gefunden, wie Kinder ihr Spielzeug in den Beton versenkt haben und alles andere was ihnen mehr oder weniger lieb ist – manches kann man ja auch versenken was man immer schon loswerden wollte. Ich finde das eine wunderbare Idee, eine Wand im Kindergarten mit solchen Steinen zu machen, wo die Kinder das was ihnen wichtig ist, dass Sie das sozusagen verewigen da drin. Das könnte man bei jedem Kindergarten machen, auch wenn das ein Holzbau ist, kann man den Zugang damit gestalten. Das wäre ein Weitertragen dieser Idee, das eben nicht nur mit Sponsorenmitteln, sondern mit ganz normalen Baumit-

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teln realisiert werden könnte. Nicht nur die Plätze, wie der Platz mit dem Spruch vom „Hasen und Igel“, den ich ja auch wunderbar finde, sondern eben auch, dass die Kinder ihre Zeichen setzen können in einem Neubau, denn ein Neubau ist immer Stress für Mütter und für Kinder, es müssen sich neue Gruppen zusammenfinden. Wenn man dann erst einmal darüber reden kann, was man denn nun da reinpackt in diesen Stein, dann ist so der erste Weg zueinander gemacht. Ich finde auch das würde bei vielen Projekten in der Stadt München einfach gut tun und dass es dann aus dem Hasenbergl kommt, das wäre dann noch der Schnaxler drauf. Prof. Dr. Egon Endres Vielen Dank, es gibt also einiges „Exportrelevantes“, bei dem es sich lohnen würde, auch anderswo in München und über die Stadtgrenzen hinaus eingesetzt zu werden. Herr Weingärtler, wenn Sie zurückblicken auf die öffentliche Wahrnehmung von „made in hasenbergl“, da gab es viel Pressearbeit, es gibt eine große Sammlung an Artikeln. Meine Frage zielt nicht auf die Inhalte, die von der Presse erfasst wurden, sondern auf die Aspekte innerhalb des Projektes, die eventuell zu wenig mediale Beachtung fanden? Günther Weingärtler Ja, ich denke der Auftritt der Genossenschaft bei der Bundesgartenschau. Sie war bei der Bundesgartenschau in einem schönen Haus, es waren Materialien aufbereitet, Farben aufbereitet, Kinder und Jugendliche konnten damit spielen, experimentieren, „reinlangen“ in die Materie. Ich denke das war ein sehr schöner Ansatz, es ist auch berichtet worden darüber, aber – ich will jetzt auch nicht sagen die Presse hat nicht aufgepasst. Die Presse interessiert sich eigentlich nur für Schlagzeilen, so ist halt der Mainstream und wenn es kein Skandal ist, dann schreiben wir lieber was positives, wenn es sein muss. Es war einmal ein sehr schlechter Artikel von einer renommierten Zeitung, der auch Sachen nicht ganz richtig dargestellt hat. Da kam dann natürlich auch intern in der Stadtverwaltung eine Diskussion dazu auf, weil es waren öffentliche Gelder, Städtebaufördermittel. Das muss dann begründet, richtiggestellt und gerechtfertig werden. Das ist so ein Grundsatzproblem, gerade auch im sozialen Bereich, dass man nur das sucht, was besonders auffällig ist, seien es bestimmte Jugendliche, dann ist das der Aufhänger. Wenn es weitergehen sollte mit so einem „zweiten Frühling“ – Herr Ottmann, ich habe ihr Angebot an den Herrn Sturm einmal so genannt – dann ist halt die Frage, ob man das auch pressetechnisch vorbereiten kann, in einer bestimmten Art und Weise kommunizieren kann... Peter Ottmann Unsere Ausstellung wäre so ein guter Einstieg... Günther Weingärtler ... ja, das ist der Anfang des zweiten Frühlings, das wäre zu beachten. Aber das ist eben wie auf hoher See, die Presse macht – kennen Sie ja vielleicht auch – ein Rieseninterview und dann kommen die drei Sätze, die Sie irgendwie eigentlich so nicht gesagt haben. Damit muss man leben. Prof. Dr. Egon Endres Die Frage möchte ich auch Ihnen stellen, Herr Ottmann, welche Überschriften hätten Sie in der Presse noch gewünscht? Peter Ottmann Wir hatten ja diese Phase, wo wir die Hauptprojekte am Hasenbergl gemacht haben, das war 1998–2002 und da war ja das Gute, dass wirklich die Jugendlichen mit ihren Projekten


laufend in der Presse waren, also das war vom Stadtteilmarketing her und auch für die Menschen, die hier mitgearbeitet haben, sehr wichtig. Wir haben wirklich den Spieß umgedreht - ein stigmatisierter Stadtteil war auf einmal mit seinen jüngsten und vielleicht auch schwächsten Mitgliedern in den Feuilletons und Kommunalseiten der Tageszeitungen, also von daher ein voller Erfolg. Das ist dann irgendwie leider nach dieser etwas negativen Presse schlagartig zurückgegangen. Ich kann mich erinnern, als wir den Altar für die Stadtkirche von München gebaut haben und mithin unser bedeutendstes Projekt produziert haben, da war dann in der Zeitung gerade nochmal ein Dreizeiler. Man muss sich das mal vorstellen, wir hatten lange Zeit seitenweise die Presse – ich hab damals den Fehler gemacht, dass ich mich beschwert habe über diesen negativen Artikel bezüglich der Entwicklung der Genossenschaft und seitdem ist die Berichterstattung über uns entsprechend eingedampft worden. Prof. Dr. Egon Endres Das heißt, Sie hätten sich presseseitig eine stärkere Wahrnehmung des Engagements in der Stadtkirche gewünscht, das vor allem auch durch die Initiative der Jugendlichen entstanden war? Peter Ottmann Ich meine, der Altar war ein phänomenales Projekt, das wirklich Stoff abgibt und nur weil man sich einmal beschwert hat, wird dann darüber nichts mehr geschrieben. Prof. Christiane Thalgott Aber man muss bedenken, dass Kirchenprojekte immer schwierig in der Berichterstattung sind. Wenn Sie das selbe Projekt irgendwo anders auf der Wiese gemacht hätten, wäre es glaube ich was anderes – Projekte in den geschlossenen Räumen der Kirche sind immer in der Berichterstattung eher schmal. Weil das eine Institution ist, die sozusagen ihre eigene Berichterstattung hat. Man muss sich auch klarmachen, dass Dinge, die hier auf dem Platz sind, alle Menschen wahrnehmen und das dann auch für einen Journalisten interessant ist. In einem geschlossenen Raum, eben in einer Kirche, ist das aber etwas ganz was anderes. Deshalb denke ich, dass es schön wäre, wenn man es schaffen könnte, von dem Lehrstück hier ein Stück Alltagsarbeit in die im Moment entstehenden öffentlichen Räume gehen könnte. Wenn man also nicht immer sagt, jetzt machen wir was ganz neues und wir haben da was, sondern wir haben das mal entwickelt und unterstützt und das tragen wir jetzt an andere Orte. Das ist eigentlich der Weg, den man versuchen muss zu gehen. Dass das nicht immer ganz einfach ist, weiß ich auch. Prof. Dr. Egon Endres Damit machen Sie deutlich, dass man an solchen Stellen die Ansprüche bescheidener formulieren muss. Alles in allem nehme ich hier dennoch eine sehr positive Bilanz der letzten 15 Jahren wahr, was mich sehr freut. Gerne würde ich mit einer Bilanzierung von Ihnen, Herr Grossmann, abschließen: Was würde fehlen, wenn es diese vielen Jahre Engagement „made in hasenbergl“ nicht gegeben hätte? Dr. Rainer Großmann Also es ist ganz toll was erreicht worden und was auch, sagen wir mal der Bezirksausschuss garnicht so sehr gewürdigt hat, aber was ich sehr stark sehe, ist das Beschäftigunsprojekt gewesen: dass junge Hasenbergler Arbeit gefunden haben und damit auch, sagen wir mal, der Weg für den ersten Arbeitsmarkt gefunden wurde. Das wäre etwas, was für mich auch jetzt noch für den Stadtteil wichtig wäre, hier Jugendlichen,

Michael Sturm

die also Schwierigkeiten haben Arbeit zu finden, wieder einen Job zu geben oder eine Aufgabe. Auch wie Herr Erhardt sagte, den Jugendlichen hat das alles riesig Spaß gemacht. Das war etwas, das man im Bezirksausschuss gar nicht so sehr gesehen hat, aber was ich sehr wohl wahrgenommen habe. Und was für mich in meiner Ansicht nach ein ganz wesentlicher Punkt bei dem Ganzen war. Prof. Dr. Egon Endres Vielen Dank, das war jetzt eine schöne Überleitung zu dem, was Frau Thalgott bereits gesagt hat: Welcher Transfer lässt sich aus dem Ganzen, aus diesen 15 Jahren, herstellen? Was kann man neben einem zweiten Frühling am Hasenbergl in München und darüber hinaus zünden? Da möchte ich Sie fragen, Herr Erhardt, da Sie das als Handwerker nochmal in einer anderen Form wahrgenommen haben: Was sind die zentralen Fähig- und Fertigkeiten, die Sie in diesem Projekt erworben haben und die in Ihrer heutigen beruflichen Arbeit als Handwerker, Malermeister und Selbstständiger noch immer wichtig sind? Thomas Erhardt Ich denke ganz wichtig war das Miteinander, wie man wirklich aus wenig doch viel machen kann und wie man auch die Leute motiviert – also wichtig war das Zusammenspiel einerseits wirklich morgens anzukommen und zu sagen „Hallo Jungs – wer ist heute überhaupt da?“ es waren ja dann doch oft vielleicht die Hälfte wieder krank, zum Rest musste man dann sagen „Auf geht’s, pack ma’s wieder an“, also wichtig war wirklich das Zwischenmenschliche und das ist für mich heutzutage noch genauso wichtig: Wie man es schafft, einen zu motivieren und die Tagesleistung zu vollbringen. Prof. Dr. Egon Endres Es geht also vor allem darum, im Team miteinander klarzukommen – und auch Überraschendes und Unerwartetes Hand in Hand zu meistern?

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„Ganz wichtig war das Miteinander“ Thomas Erhardt

Richtig!

Prof. Dr. Egon Endres Herr Buser, was wäre denn aus Ihrer Sicht als Verantwortlicher in der Stadtplanung ein Exportgut aus diesen 15 Jahren heraus? Walter Buser Wie ich vorhin schon sagte – die Produkte stimmen! Man braucht einfach die Flächen, um sie einzusetzen und vielleicht ist da sowohl das städtische Baureferat gemeint, aber auch Gemeinden außerhalb Münchens sind vielleicht mögliche Ansprechpartner. Ich weiß, wie schwierig das ist, wenn so eine Genossenschaft ehrenamtlich betrieben ist und im Grunde ohne Öffentlichkeitsarbeit zurechtkommen muss. Wünschenswert wäre es natürlich, dass es Ihnen auf irgendeine Art und Weise gelingen möge, beides zu professionalisieren: Die Leitung der Genossenschaft wie auch die Öffentlichkeitsarbeit. Das gibt dann das Momentum, womit man dann auch in die Medien kommt. Das ist auch wichtig, damit man die Chance hat, irgendeinen Auftrag zu kriegen. Prof. Dr. Egon Endres Welche Ideen haben Sie, Frau Thalgott, um diese Professionalisierung mit den „made in hasenbergl“-Erfahrungen auch weiterzünden und verbreiten zu können? Prof. Christiane Thalgott Also es wäre ja die Frage ob die Stadt in ihren anderen Sanierungs- und Soziale-Stadt-Gebiete das Pflänzchen weiterreichen kann. Indem sie Möglichkeiten schafft, dort Objekte einzusetzen und damit eine neue Aufgabe zu finden mit einem etwas größerem Radius. Aber natürlich haben alle Recht die sagen: im Grunde muss so eine Genossenschaft, die sich mit Produkten befasst, eine mit viel Zeit ausgestattete Leitung haben. Es gehört Geld dazu, dass man erst einmal auf den Markt kommt, es gehört Zeit dazu, dass man allen erzählen kann, was man Schönes kann und wo man das einsetzen kann. Die Menschen, die einen Platz haben und nicht wissen, wie sie ihn gestalten sollen, kommen ja nicht von alleine auf die Genossenschaft zu. Ich denke mal dass es sinnvoll ist, über diese Professionalisierung, das haben wir alle ja auch schon am Anfang gesagt, noch einmal nachzudenken. Das vielleicht auch im Zuge der sozialen Stadt zu tun und eben in Neubauquartieren wie in Freiham geht und die Wege dort zu gestalten, wäre so eine Idee. Das könnte man ja versuchen, ob die Planer dort nicht diese Steine legen wollen. Ich denke man müsste sich überlegen wo man es anwenden kann und auf diejenigen zugehen, die da das Sagen haben um dann weitere Abnehmerschaft zu finden. Prof. Dr. Egon Endres Vielen Dank für den starken Hinweis auf Professionalisierung und zugleich das Kompliment an die Gründer, dass sie mit so großem Pioniergeist durchgehalten haben. Ein solches Engagement können wir nicht ausreichend würdigen. Der Soziologe Max Weber sprach an der Stelle von der „Veralltäglichung des Charismas“ und hat so auf das Problem hingewiesen, dass Beteiligung und Empowerment zurückgehen, wenn Bewegungen zur Institutionalisierung finden. Um hierin eine Balance zu finden, können wir von den Erfahrungswerten am Hasenbergl nur profitieren.

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Thomas Erhardt Prof. Christiane Thalgott Ich habe eine Frage an Herrn Sturm und Herrn Ottmann: haben Sie mal unsere jungen Genossenschaften gefragt? „FrauenWohnen“ oder „Wagnis“ oder „WOGENO“? Wir haben diese drei jungen Genossenschaften, die alle bauen! Die könnten doch... ich werde am Freitag beim Richtfest bei den Frauen sein und fragen, ob sie nicht ein paar individuelle Steine brauchen? Peter Ottmann und Michael Sturm Super, danke. Michael Sturm Das wäre sicherlich interessant, bei den Genossenschaften nachzufragen. Prof. Christiane Thalgott Die bauen im Moment ja alle, nicht nur die jungen, sondern auch die alten bauen wieder – einfach mal unter Genossen dieses Thema zu transportieren. Nun haben ja die alten Genossenschaften jahrelang geschlafen, aber im Moment sind sie etwas besser dran. Prof. Dr. Egon Endres Das heißt, Frau Thalgott, Sie sind gerne als Botschafterin unterwegs? Prof. Christiane Thalgott Ich bin gerne als Botschafterin unterwegs, wenn ich irgendwo bin. Prof. Dr. Egon Endres Gab es von Ihrer Seite in den letzten zwei Jahren Kontakt zu anderen Genossenschaften, Herr Ottmann? Peter Ottmann Nein. Aber ich finde das eine gute Anregung und wir sollten das aufgreifen. Ich kann mir vorstellen, dass neben den konkreten Bauprojekten für uns besonders die Platzprojekte oder Projekte in Sanierungsgebieten von Interesse sind, wo man komplexe Aufgaben gemeinsam mit Bewohnern vor Ort aktiv voranbringt. Genau das ist ja immer spannend, wenn man bei Null beginnt, dann in der Gruppe doch meistens zu interes-


santen Ergebnissen kommt. Diese Dynamik, die in diesen Beteiligungsprojekten liegt, ist unglaublich, weil es den Leuten so viel Spaß macht und uns genauso, also ist es im Grunde ein besonders produktives Feld, das dabei entsteht. Ich habe es nie erlebt, dass wir bei einem Projekt Schiffsbruch erlitten haben, was diese Motivationsfrage angeht. Deswegen glaube ich auch, dass diese Projekte hier in München wahrscheinlich mit Erfolg wieder angestoßen werden. Prof. Dr. Egon Endres Ihre Fähigkeit, solche Prozesse zu initiieren und auch mit Konstellationen oder Momentaufnahmen umgehen zu können, die zunächst irritieren oder erschwerend sind, ist sicher über die Projektgrenzen hinaus spürbar. Nach 15 Jahren sprechen Sie nicht von Niederlagen, sondern zuversichtlich davon, dass es einen „Zweiten Frühling“ geben kann. Herr Weingärtler, was nehmen Sie an dieser Stelle mit und inwiefern können Sie sich vorstellen, in Ihrer Arbeit bei der Landeshauptstadt wie auch Frau Thalgott Botschaften in anderen Quartieren weiterzugeben? Günther Weingärtler Wesentlich ist ja, dass eigentlich alle Genossen kein eigenes wirtschaftliches Interesse haben. Das ist ja ein großer Unterschied zum Standardmodell – also in allen Genossenschaften, sei es „WOGENO“ oder eine andere, haben die Mitglieder ein eigenes ökonomisches Interesse, was ja hier nicht der Fall ist. Die Genossen haben ja alle kein wirkliches wirtschaftliches Interesse und das ist natürlich etwas, an dem diese Konstruktion zu beißen hat. Also auch wenn so Bauaufträge kommen würden, wir haben das ja alles schon in Form von Projekt-

fällen gemacht, brauchen Sie einen finanziellen Background, um etwas anzunehmen, denn dann gibt es ernste Fristen, um etwas zu produzieren und so weiter. Ich denke, was die Genossenschaft jetzt seit einiger Zeit schon macht, das ist es sehr gut, dass sie diese Beteiligungsprozesse steuert. Und da muss ich ehrlicherweise sagen, Herr Ottmann ist der ProfiVorstand für dieses Thema. Das eine Angebot steht ja fest, dass man es vielleicht bei den anderen Genossenschaften bekannter macht, aber sonst sehe ich die Genossenschaft in dem was sie jetzt macht, angesichts der Rahmenbedingungen– mit einem ehrenamtlichen, also nebenberuflichen Vorstand – ohne diesen Vorstand wäre die Genossenschaft heute nicht mehr am Markt. Also mit großem persönlichen Einsatz jetzt schon – jede zusätzliche Aktivität die jetzt käme würde bedeuten „Wer macht sie denn?“ also das ist ja auch eine Re-Finanzierungsfrage! Die Projektförderung war ganz klar auch so ein Punkt. Es gibt ja Kalkulationen, Abstimmungsgespräche, Finanzierungsvorschläge, Angebote und dann haben wir eben etwas finanziert. Und auch das ist mit großem Einsatz erfolgt. Also ich denke, das was die Genossenschaft jetzt macht ist gut, die Frage ist eben, ob man das öffnen kann. Ich will jetzt nicht übertreiben – im Rahmen der Möglichkeiten, der Ressourcen, macht die Genossenschaft momentan das, was Sie leisten kann. Alles andere wären Vorstellungen von mir, die können eigentlich nicht erfüllt werden. Prof. Dr. Egon Endres Was Sie jetzt verdeutlichen, ist, dass es im Rahmen dieses beeindruckenden Engagements von Herrn Ottmann und Herrn

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Sturm jetzt vor allem darum geht, die Idee von 15 Jahre Hasenbergl auch über das Quartier hinauszutragen. Es braucht notwendigerweise noch andere Botschafterinnen wie Frau Thalgott. Dennoch, Herr Sturm, zunächst die Frage an Sie, was Sie gerne anderen Stadtteilen, anderen Quartieren aus diesen Partizipationserfahrungen mitgeben würden, auf die Herr Weingärtler gerade nochmal hingewiesen hat? Michael Sturm Mitgeben kann ich, sich an uns zu wenden. Ich glaube wir sind die Einzigen, die für andere Stadtteile solche Angebote aufbereiten und bereitstellen können. Was wir am Anfang der Genossenschaft ja sehr gut gemacht haben: wir sind zu Veranstaltungen anderer Genossenschaften gegangen und haben unser Modell vorgestellt. Ich denke, dass wir sehr gut die 15 Jahre Erfahrung in anderen Stadtteilen einbringen können. Ob dann jedes Mal eine Genossenschaft daraus wird weiß ich nicht. Aber was ich mir sehr wohl noch vorstellen kann: ich bin sicherlich kein Sozialromantiker, aber als wir damals die Genossenschaft gegründet haben, habe ich sehr wohl an die Zeiten der letzten Jahrhundertwende gedacht, wo die Leute in Armut lebten und auch keine Perspektive hatten – solche Familien gibt es hier im Stadtteil. Ich bin überzeugt davon, dass wir sehr wohl Menschen integrieren können, die diese Genossenschaft dann auch mit einem wirtschaftlichen Interesse begleiten können, wenn wir mit dem „zweiten Frühling“ hier noch einmal Schwung hineinbringen. Das war auch so eine Idee am Anfang, dass die Leute, die hier einsteigen und hier arbeiten diesen Betrieb dann auch zu Ihren Betrieb machen. An dieser Idee hänge ich immer noch, vielleicht ist das durchführbar, wenn ich dann in Rente bin und mehr Zeit habe. Wir machen jetzt im Rahmen der Ausstellung ja auch Volkshochschulkurse, wir suchen dann auch Menschen hier, die diese Technik erlernen – vielleicht gibt es ja da den ein oder anderen, der da Feuer fängt und dann auf dem Weg vielleicht mitmacht. Ich denke schon diese Aktivposten die man hier aus dem Umfeld schöpfen könnte, wären interessant für andere Stadtteile. Prof. Dr. Egon Endres Sie haben immer wieder deutlich gemacht, wie wichtig es ist, im Team und Hand-in-Hand zu arbeiten, deshalb möchte ich Herrn Buser die ungewöhnliche Frage stellen, ob es eventuell auch Impulse aus anderen Stadtteilen oder Quartieren gibt, die Sie, auch vor dem Hintergrund eines zweiten Frühlings, aufgreifen würden? Walter Buser Vielleicht fast umgekehrt gedacht, ich habe jetzt überlegt, nachdem hier sozusagen dieses Hand-in-Hand von „made in hasenbergl“ einerseits und Stadtsanierungsgebiet andererseits hier eine günstige Vorraussetzung geboten hat – wo gibt es diese Konstellation vielleicht in der Zukunft nocheinmal? Und da ist mir irgendwie Neuaubing und Westkreuz eingefallen. Das wollten wir nämlich auch sozusagen unter der Flagge der „Sozialen Stadt“ laufen lassen, da ist zwar das Geld ausgegangen, aber jetzt gibt es ein anderes Programm, das Städtebauförderungsprogramm. Vielleicht ist das ein günstiger Nährboden für Genossenschaften in einem zukünftigen Sanierungsgebiet. Noch ist das alles nicht klar, aber es wird gerade untersucht und ist dann, voraussichtlich Ende des Jahres oder von Anfang des nächsten Jahres an, eigenständiges Sanierungsgebiet. Vielleicht ist das ein Terrain, wo man dann in dem Fall mit mir oder mit der Gesellschaft für Stadterneuerung in Verbindung treten könnte und sich dann den vor

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Ort Verantwortlichen und mit den Gruppen mal überlegen könnte, was möglich ist – das wäre sozusagen „made in hasenbergl 2.0“. Prof. Dr. Egon Endres Frau Thalgott, Sie haben gerade zustimmend genickt als Herr Buser das gesagt hat? Prof. Christiane Thalgott Ja, ich bin in Gedanken noch ein Stückchen weiter gegangen nach Freiham, also das Neubaugebiet, aber Neuaubing ist ja das vorhandene Quartier – ein bisschen später entstanden als das Hasenbergl, in den späten 60er, frühen 70er Jahren - aber eines, was auch erhebliche Veränderungen haben wird und wo die Veränderungen übrigens im Wesentlichen in den Freiflächen sein werden, mal abgesehen von der energetischen Sanierung der Gebäude. Am Westkreuz ist es natürlich auch klar, dass dieses Gebiet mit den großen Gebäuden und dieser großen Struktur sehr ähnliche Konstellationen hat wie hier. Wo man also die Menschen erstmal als Gruppe überhaupt ansprechen muss, denn so ist das ja hier auch gewesen. Abgesehen von der Außenzuweisung war das im Inneren ja keine starke Gruppenbildung und das ist ja am Westkreuz denke ich nicht anders. Also insofern wäre das interessant. Prof. Dr. Egon Endres Frage an Sie, Herr Großmann: Wenn Sie von anderen Bezirksausschüsse eingeladen werden, um die größten Erfolge vorzustellen, worauf würden Sie hinweisen? Dr. Rainer Großmann Ja, das eine ist der Boden hier, die Fassade, auch der Platz, das sind alles solche Dinge und ich möchte schon noch einen Punkt erwähnen: wir sind ja seit Jahrzehnten dabei, das Image des Hasenbergl zu verbessern. Es geht immer nur in ganz kleinen, mühsamen Schritten und ich würde sagen, die Genossenschaft „made in hasenbergl“ ist sicher ein Mosaikstein, der auch mit dazu beigetragen hat, nach außen hin das Ansehen des Hasenbergl zu verbessern. Das würde ich zum Beispiel auch in anderen Bezirksausschüssen herausstellen. Prof. Dr. Egon Endres Wenn es Wunder geben würde, Herr Sturm, welches Wunder für die Weiterentwicklung am Hasenbergl und in Richtung „zweiter Frühling“ würden Sie sich gerne erträumen? Michael Sturm Wir haben vor zwei Jahren, glaube ich, einen Musterstein nach Peking geschickt – das Wunder wäre, wenn die jetzt anrufen und sagen „Wunderbar, den neuen Platz, den machen wir mit eurer Lotusblume“, das wäre ein Zeichen dafür, dass wir mit unserem Produkt sehr wohl in eine Wirtschaftlichkeit hereinwachsen können. Ich denke, wir haben auf vielen Ebenen Erfahrung gesammelt und das wäre das Wunder, das ich mir wünsche. Prof. Dr. Egon Endres Was zeigt, dass dieses Potenzial der Wirtschaftlichkeit auch in der Brücke zu den Konstitutionselementen der Genossenschaft, auf die Frau Thalgott hingewiesen hat, nicht ausgeschöpft wurde. Gibt es in Ihren Augen ein kleines Wunder, Herr Weingärtler, wenn Sie an die Weiterführung dieser 15 Jahre denken? Günther Weingärtler Wunder sollten machbar sein. Wenn es gelingt – sie sprachen ja den Zukunftsrat Bayern an, wo es auch um Genossenschaftsmodelle geht, wenn es gelingt den Freistaat davon zu überzeugen, dass solche Formen wie auch fertige Sozialgenossenschaften finanziell unterstützt werden – der Freistaat


meister mal wieder ankündigen würde, hier im Hasenbergl und stolz im Rahmen oder auch jenseits des Wahlkampfs, Sie als Genossen bitten würde, ihn an wichtige Orte zu führen, was würden Sie ihm zeigen? Thomas Erhardt Da bin ich schon gerne bereit und würde natürlich hier in der Nachbarschaft, da sind ja die größten Projekte, die damals entstanden sind, da braucht man nur wenige Meter laufen, kann ich ihm jeden Stein zeigen. Und vielleicht auch den Stein, den er selber einmal gestaltet hat. Prof. Dr. Egon Endres Und wenn der Oberbürgermeister nun sagen würde „Herr Erhardt, Sie sind ein tüchtiger Handwerksmeister und haben deswegen einen politischen Wunsch von der Stadtspitze in der Weiterentwicklung vom Hasenbergl frei.“ Was würden Sie sich wünschen? Thomas Erhardt Das ist eine gute Frage. Was würde ich mir wünschen? Naja, gut, ein nächstes Projekt hier noch einmal so zu gestalten, ähnlich wie wir es damals gemacht haben? Ich denke, es hat noch Freifläche hier, um das eine oder andere noch zu verwirklichen. Prof. Dr. Egon Endres Dankeschön. Herr Buser, was wäre denn für Sie ein Wunsch in Richtung Stadtspitze, an der Sie sind durch Ihre Aufgabe näher dran sind? Wie würden Sie über ein „zweiten Zünden“ denken oder in Richtung dessen, was über 15 Jahre mit viel Elan aufgebaut wurde?

seitentitel

hat zwei große Programme: zum Einen das Arbeitsmarktprogramm, der Arbeitsmarktfonds Bayern, das gilt ja für Firmen in der Regel. Außerdem gibt es das das neue Programm des Europäischen Sozialfonds. Die nächste Förderperiode läuft 2014–2020 und wird gerade geplant. Das ESF-Programm fördert grundsätzlich vor allem Qualifizierung von Jugendlichen, Sie kennen das ja, die Junge Arbeit selbst ist ja davon Nutznießer. Also wenn es gelingt, den Freistaat auch auf solche Aktivitäten hinzuweisen und die Befürchtungen des Freistaates vor einem zweiten Arbeitsmarkt zu entkräften. Weil daran knabbert der Freistaat ja, das ist so eine politische Grundeinstellung – „wir fördern keinen sozialen Arbeitsmarkt, keinen dritten Arbeitsmarkt, et cetera“ also das wäre so ein kleines Wunder – nicht immer nur auf städtisches Geld schauen, Stichwort Nachhaltigkeit, München ist liegt mitten im Freistaat, der Freistaat hätte Fördermöglichkeiten und wenn das alleine über Sie gelingt, die Genossenschaft etwas weiter bekannt zu machen, das ist halt eine andere Art von Pressearbeit, ich denke dann haben wir die Chance auf so ein kleines Wunder. Prof. Dr. Egon Endres Sie zielen hier ganz stark auf die landespolitische Ebene, die einiges an Flankierung leisten könnte. Günther Weingärtler Könnte, ja. Für Genossenschaften. Prof. Dr. Egon Endres Herr Erhardt, wenn jetzt sich nächste Woche der Oberbürger-

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Walter Buser Also eine gute Gruppe in Genossenschaftsform muss in unserer doch relativ großen Stadt noch ein paar mehr Möglichkeiten haben als das, was bisher in den vergangenen 15 Jahren realisiert worden ist. Ich würde mich gerne dafür einsetzen, dass es Raum gibt in den Stadterneuerungsgebieten, die wir jetzt haben und die wir zukünftig noch kriegen, für Aktivitäten, sowohl von „made in hasenbergl“ aber auch für andere. Prof. Dr. Egon Endres Vielen Dank. Herr Großmann, Sie sind zugleich Mitglied der CSU und haben dadurch sicher andere Möglichkeit, den Ministerpräsidenten zu überzeugen, wenn er zu Besuch käme. Was würden Sie ihm zeigen? Dr. Rainer Großmann Ja ich würde halt schon einmal mit ihm durch das Hasenbergl gehen und ihm auch zeigen, sagen wir einmal beim neuen Ministerpräsidenten ist das vielleicht ein bisschen schwieriger – der Herr Stoiber war oft am Hasenbergl, da haben wir einen sehr guten Draht gehabt damals und da würde es mir leichter fallen, weil ich einen direkten Kontakt habe, bei dem Herrn Seehofer müsste ich den erst herstellen über meine Kollegen. Ich kann mir aber schon vorstellen, dass wir ihm zeigen könnten, was aus dem Hasenbergl in den letzten 10 und 15 Jahren geworden ist – und das ist doch ganz beachtlich und das müsste auch ein Ministerpräsident dann anerkennen. Prof. Dr. Egon Endres

Was wäre Ihr Wunsch, wenn er nun sagen würde, „Herr Großmann, verdienter Bezirksausschuss-Mann, wo kann ich Ihnen denn unter die Arme greifen?“ Dr. Rainer Großmann

Ja also ich könnte ihm schon die Genossenschaft hier vorschlagen, dass man die weiter unterstützt und es ist ja angeklungen, welche Möglichkeiten es im Land gibt und auf die würde ich dann hinweisen. Prof. Dr. Egon Endres

Ich richte die Frage auch an Sie, Herr Ottmann, Sie haben doch sicherlich in manchen Nächten wach gelegen und über die Weiterentwicklung von „made in hasenbergl“ nachgedacht – welchen Wunsch würden Sie sich denn noch gerne erfüllen? Peter Ottmann

Also ich würde persönlich gerne mehr Zeit haben dafür, das wäre mein großer Wunsch, denn es macht so viel Sinn neben der Arbeit als Architekt und es ist ein ganz besonderes Verhältnis zur Arbeit. Prof. Dr. Egon Endres

Das heißt, dass Sie idealerweise Ihr ehrenamtliches Engagement weiter vertiefen könnten. Frau Thalgott, was wäre denn Ihr besonderer Rat oder Wunsch an Ihre Nachfolgerin? Prof. Christiane Thalgott

Ich würde mir lieber vom Ministerpräsidenten was wünschen – nämlich dass so ein Fußboden, wie er hier ist, in diesen wichtigen Bauwerken die jetzt hergestellt werden – so ein Museum für bayerische Geschichte in Regensburg beispielsweise – da könnte man doch einen Raum mit dieser Technik ganz herrichten mit einen entsprechenden Muster und dann dazu schreiben „made in hasenbergl“. Ich glaube, dass es bei diesen großen neuen Bauten, welche die öffentlichen Hände machen, überall Möglichkeiten gäbe so viel Schönheit auf dem Fußboden unterzubringen, wie er hier ist. Ich fände das einfach wunderbar.

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Das könnte ich mir natürlich auch beim Oberbürgermeister wünschen, nur eben bei städtischen Bauten. Prof. Dr. Egon Endres

Wir sind nun am Ende unseres Werkstattgesprächs angelangt und ich möchte ich Ihnen noch die Möglichkeit für ein letztes Wort geben. Gibt es noch etwas, das Sie gerne noch sagen würden? In diesen letzten eineinhalb Stunden, haben wir da ein Thema zu wenig behandelt oder gar ausgeblendet? Herr Sturm, gibt es etwas, das Sie jetzt noch für den Themenspeicher eines anderen Werkstattgesprächs platzieren möchten? Michael Sturm

Also mir sind die vielen Künstlerinnen und Künstler, die wir einbezogen haben, zu kurz gekommen, das wäre noch ein Thema. Die kommen nicht am Ende eines Bauabschnitts, um Kunst am Bau zu machen, sondern wurden hier am Anfang einer Idee einbezogen und das ist hier bei vielen Baustellen durch Herrn Ottmann geschehen, wo Künstler noch in der Planungsphase einbezogen worden sind. Das war eine tolle Dynamik, die hier entstanden ist, Künstler, die auch Bewohner mit in die Planung einbezogen haben, oder eben unsere Jugendlichen, die hier in die Gestaltung der Böden in der Jungen Arbeit einbezogen worden sind. Das war ein ganz tolles Element, was glaube ich auch einmalig war. Peter Ottmann

Wenn ich das kurz aufgreifen darf – diese künstlerische Arbeit hier im Foyer von Gunna Schmidt und Aribert von Ostrowski, die beiden Künstler waren, glaube ich, ein dreiviertel Jahr hier. Sie kamen aus Berlin hier her und haben mit den 12–15 Jugendlichen zusammen auch die ganzen Einzelornamente im Rohbau entwickelt. Das sind also steinerne Teppiche aus verschiedenen Regionen Europas, wobei die Jugendlichen aus diesen verschiedenen Ländern Europas, ihre kulturellen Hintergründe jeweils in diese Teppiche hineingebracht haben. Das ist heute wirklich zu kurz gekommen, diese Betrachtung der künstlerischen Inputs, die ja bei den meisten Projekten eine wichtige Basis waren. Michael Sturm

Es gab ja in der Vorstufe auch das „Kunstbüro Hasenbergl“ – hier haben teils weltbekannte Künstler Ausstellungen in Verbindung mit dem Stadtteil Hasenbergl gemacht, die auch diese kleinen Mosaiksteinen welche Sie meinten, Herr Großmann, also eine positive Berichterstattung in Kulturzeitschriften oder Feuilletons hervorbrachten. Prof. Dr. Egon Endres

Herr Buser hatte ja auch auf dieses künstlerische Wirken hingewiesen – Herr Ottmann, haben Sie noch ein letztes Wort? Peter Ottmann

Mit fällt noch eine kleine Anekdote ein – wir hatten eine Veröffentlichung zu „made in hasenbergl“ im domus, dieser großen Design- und Architekturzeitschrift und da kam eine Anfrage aus Paris, wo denn unsere Zweigstelle in Paris sei, da der Architekt dort sich eben gerne von uns beraten lassen wollte. Da meinte ich dann ganz lakonisch, dass wir zwar keine Zweigstelle dort hätten, aber zur Zeit ja in Peking ein Projekt bemustern und wenn das in Peking klappt, dann sicher auch in Paris – es gibt viele skurrile Anekdoten, die wir da gehabt haben. Prof. Dr. Egon Endres

Dankeschön. Herr Großmann, möchten Sie am Ende dieser Runde noch etwas sagen oder festhalten?


„Ich würde mir sehr wünschen, dass es einen ‚zweiten Frühling‘ für diese Genossenschaft gibt“ Dr. Rainer Großmann Ich würde mir sehr wünschen, dass es einen „zweiten Frühling“ für diese Genossenschaft gibt, weil sie für das Hasenbergl einfach enorm wichtig ist. Prof. Dr. Egon Endres Herr Buser? Walter Buser Ich möchte nur sagen, wie fasziniert ich bin von diesem Prozesshaften, was hier eigentlich abläuft. Diese Dinge sind ja Kunst, aber es sind keine Readymades, die hier abgestellt werden, wie es leider viel zu oft in der Stadt der Fall ist. Das ist etwas, was mit Menschen vor Ort zusammen über Wochen, über Monate gestaltet wird und das hält länger und die Identifikation ist mit so einer Sache einfach viel besser, wie mit etwas anderem, was man jetzt als künstlerisches Produkt hier zum Beispiel verbauen würde. Prof. Dr. Egon Endres Somit entsteht eine ganz andere Nachhaltigkeit. Herr Erhardt, was geht Ihnen durch den Kopf? Thomas Erhardt Ich möchte nochmal meinen großen Dank an Herrn Sturm und Herrn Ottmann aussprechen, die das wirklich auch ehrenamtlich so toll gemacht haben und auch weiterhin das Ganze voranbringen wollen. Prof. Dr. Egon Endres Ein großes Kompliment noch einmal aus berufenem Munde, denn Sie sind in dieser prägenden Phase in jungen Jahren mitgelaufen. Herr Weingärtler, was liegt Ihnen noch abschließend am Herzen? Günther Weingärtler Ich habe es vorher vergessen, wahrscheinlich war ich nicht dran als es soweit gewesen wäre – zum Thema Öffentlichkeitsarbeit und Bekanntheitsgrad der Genossenschaft. Es ist schon gut zu versuchen, jetzt eventuell in andere Städtebaufördergebiete zu gehen, wenn man sich das überlegt, Restart, oder Neustart oder so. Es wäre zu überlegen, dass man es erst einmal hier vor Ort besser bekannt machen müsste – mit diesem Namen gehen wir ja spazieren, fahren auf die BUGA oder irgendwo. Hier ist aber diese Genossenschaft, also was kann man tun, damit es hier besser bekannt wird? Ich habe am Anfang des Gesprächs ja gesagt: wir haben am Hasenbergl zwei nachhaltige, nicht investive Maßnahmen, also zuschussfrei, frei von öffentlicher Förderung – auch wenn das manchmal natürlich zum Nachteil ist. Das ist die Genossenschaft und unser Gewerbeverein „Walk of Hasenbergl“ – und die leben so neben sich hin. Der Verein ist sehr aktiv, die machen beispielsweise Ausbildungsplatzbörsen, Genossenschaft ist auch aktiv und wenn da vielleicht mal, Herr Sturm, Sie sind ja in beiden zumindest Mitglied – die Bekanntheit hier im Ort noch einmal stärken? Das glaube ich ist so ein wichtiger Schritt, dass wenn wir in 15 Jahren wieder da sind, dass wir sagen können „Hier kennt’s jetzt jeder“ und dann schauen wir mal, was wird. Peter Ottmann Genau in diesem Kontext soll die Ausstellung stattfinden, auch um wieder die Öffentlichkeit hier im Hasenbergl aktivieren zu können.

Rainer Großmann Prof. Dr. Egon Endres Damit ist die Brücke gebaut – Frau Thalgott, Sie waren als Stadtbaurätin von Anfang an schirmend und unterstützend für diese großartige Initiative da. Was geht Ihnen am Ende dieses Gespräches durch den Kopf? Prof. Christiane Thalgott Ich denke einmal, dass der Weg über künstlerische Interventionen, das Erregen von Aufmerksamkeit und dann die Umsetzung vor Ort wirklich eine Methodik ist, mit der man erst einmal ein bisschen was Fremdes bringt, dann Stolz erzeugen kann, um dann auch eine breitere Basis zu finden. Denn es braucht immer etwas, das den Anstoß gibt. Und da ist das Fremde eigentlich genau das Richtige. In Form des Künstlerischen hat das hier ja auch mit der Hilfe von Herrn Ottmann ganz wunderbar funktioniert, wenn da plötzlich eine Fassade ganz anders aussah, Interventionen gemacht wurden, auch die Kammerspiele haben sich ja betätigt hier vor Ort. Und ich glaube das ist auch nach wie vor der Weg – ich denke man muss versuchen, diesen weiterzugehen und vielleicht sogar neu zu gehen. Nach einer Weile ist so etwas ja auch oft vergessen, Menschen vergessen das ja wieder. Fremdes wieder hineinbringen, was sozusagen wieder neue Aktivitäten auslöst. Prof. Dr. Egon Endres Ich danke Ihnen ganz herzlich für die sehr lebendige Beteiligung. Für mich ist in diesen eineinhalb Stunden zum Ausdruck gekommen, wie sehr es Ihnen gelungen ist, über diese 15 Jahre hinweg ein sehr intaktes Netzwerk entstehen zu lassen, in dem unterschiedliche Perspektiven ihren Platz haben. Mit Erfolg und Konsequenz wurde darauf geachtet, dass alle Beteiligten – nicht nur die hier am Tisch sitzen – gleichermaßen Nutzen und Gewinn daraus ziehen. Sie haben auch gezeigt, dass Sie bis zum heutigen Tag – Stichwort „zweiter Frühling“ – Mut haben und zum Aufbruch bereit sind. Das ist genau das, was ein lebendiges Netzwerk auszeichnet: Dass man Kontakte pflegt und dabei auch immer wieder die Bereitschaft zeigt, ganz neue Wege einzuschlagen – vielen herzlichen Dank, dass Sie sich auf diese Diskussion „Blick zurück nach vorne“ eingelassen haben.

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S端ddeutsche Zeitung, am 3.7.1997

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Ă–ffentlichkeit

MĂźnchener Merkur, am 9.8.2000

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Bibliografie „Kunst erobert die Kultur-Wüste“

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Hrsg. Deutsches Institut für Urbanistik. In Soziale Stadt info 10/2002, S. 16-18) Kunst in der Stadterneuerung Hasenbergl. Oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern (Hrsg.) In bauintern 11/2002, S. 240-241. Programm „Soziale Stadt“

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Göler von Ravensburg, Nicole (Hrsg.): . Marburger Beiträge zum Genossenschaftswesen, ifG Marburg, 2004. S. 65-68. Hasenbergl. Kunst, Architektur, Bauhütte.

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Solidarische Ökonomie/Gemeinwesensentwicklung

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domus 01, Mai-Juni 2013

Sozialgenossenschaften in Bayern. Der Ratgeber zur erfolgreichen Gründung.

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Betonjuwelen der Klasse 6a der Helen-Keller-Schule fĂźr die Fassade des Kindergartens in Adigrat, Ă„thiopien


Betonjuwelen – made in hasenbergl

Dank an

Herausgeber

Marianne Pfretzschner, Daniel Ritthammer, Mike Huber, Karl Bauer, Heribert Sommer, Giuseppe Christiano, Süleyman Kaya, André Klimkeit, Christian Melkonian, Thomas Sedlmeier, Manuel Freiheit, Sandra Bödecker, Werner Mehrbrodt, Viktor Späth, Andreas Lengl, Stefan Jedlicka, Andreas Richard, Alfred Kothe, Franz Freud, Peter Weimer, Agim Gajtani, Tilman Peters, Adolf Gölz, Bedih Boylu, Robert Luksic, Helmut Knaebel, Hakan Coskun, Felicitas Eyrainer, Robert Vorgel, Kenan Gjurakovci, Fuat Gasi, Behdjet Pronaij, Mustafa Aziz, Sebastian Schröter, Mustafa Zayana, Nusken Memedov, Zlatko Andic, Sonja Dagdeviren, Helga Karl, Thomas Ismail, Mario Kraus, Robert Krammel, Michael Emmerich, Volker Flamm, Franz Kirmeier, Dirk Mosler, Gerhard Winkelmeier, Sven Reber, Ayhan Yilmaz, Thomas Gschwendtner, Werner Schrub, Peter Krauss, Laza Nicolic, Benedikt Kiermaier, Michael Kraft, Isse Jama Jusuf, Markus Kottermair, Dieter Geissen, Monika Schulz, Johannes Riedmann, Hans Paul Ottmann, Veronika Richter, Wolfgang Niemeyer, Ursula Gräfen, Walter Strbad, Heidi Egerer-Di Pietro, Josef Albrecht, Brigitte Brzoska, Robert Kailbach, Rainer Volkmann, Guido Kammerer, Paul Ottmann, Reinhard Hencir, Dr. Ernst Friedrich, Franz Schlegel, Henner Lüttecke, Wolfgang Swoboda, Dr. Robert Walz, Ahmet Cicek, Christian Kolb, Hanne-Lore Richter, Christian Richter, Brigitte Kampfmeyer-Möhling, Thomas Michaelsen, Christiane Seuring-Zschornack, Florian Kobler, Gertrud Hautum, Susanne Ritter, Ulrich Riedel, Beate Harrer, Florian Buchmann, Sabine Steger, Angela Wagner, Brigitte Hanke, Andrea Distler, Hanns-Martin Römisch, Michael Höhne, Dr. Anneliese Durst, Dr. Reinhard Wieczorek, Alexander Schmid

Eine Ausstellung in den Räumen der Stadtteilkultur2411, München-Hasenbergl 08.11.2013–29.11.2013 Peter Ottmann für made in hasenbergl Gestaltung

Maximilian Westphal Fotografie

Henning Koepke, Simone Rosenberg Künstler

Scarlet Berner, Iris Häußler, Gunna Schmidt, Aribert von Ostrowski, Albert Hien, Nol Hennissen, Michael Schultze, Martin Wöhrl (c) Künstler, Fotografen, made in hasenbergl Alle Rechte vorbehalten

made in hasenbergl eG

Fortnerstrasse 2 80933 München Telefon 089 - 37 06 58 51 Telefax 089 - 37 06 61 59 mail@made-in-hasenbergl.de www.made-in-hasenbergl.de

Mit freundlicher Unterstützung von:

Prof. Christiane Thalgott, Prof. Dr. Egon Endres, Thomas Erhardt, Michael Sturm, Walter Buser, Dr. Rainer Großmann, Günther Weingärtler, Richard Fritsch, Hiltrud Ettl, Kathrin Göttlich


betonjuwelen - made in hasenbergl  
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