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Ausgabe 16.2010

Auf dem Weg zur Exzellenz OstWestfalenLippe: Spitze bei Innovation und Lebensqualit채t

Wirtschaft: Maschinenbau trotzt der Krise | Hochschulen: Impulsgeber f체r die Region Kultur: Neues Theater in G체tersloh | Profil: Christoph Barre


Foto: Deutsches Fernerkundungsdatenzentrum des DLR

WW W. H A ND W E RK -O WL. D E

In diesem Bild sind 126.000 Handwerker versteckt.

Minden

Herford

Bielefeld

Detmold Gütersloh

Höxter Paderborn

In den gut 21.000 Betrieben des Handwerks, die zum Bezirk der Handwerkskammer OstwestfalenLippe zu Bielefeld gehören, sind rund 126.000 Mitarbeiter beschäftigt, darunter 13.000 Lehrlinge. Sie erwirtschafteten 2009 einen Umsatz von 12 Milliarden €.


Editorial

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Auf dem Weg zur Exzellenz! I

nnovationsdruck durch Globalisierung“, „Wettbewerb um Talente“, „Bewältigung der demografischen Entwicklung“… diese Stichworte skizzieren die Herausforderungen, vor denen Wirtschafts- und Kulturräume im Standortwettbewerb der Regionen heute stehen. Instrumente und Erfolgsfaktoren in diesem Wettbewerb sind Allgemeingut: Es geht um den Nachweis von Innovation und Lebensqualität. Der Schlüssel dafür, ob man im Wettbewerb die Nase vorn behält, ist häufig eine Frage der Geschwindigkeit, in der man es schafft, Standortpotenziale so zu bündeln, Ziele in Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Politik so zu synchronisieren, dass am Ende auf die Rahmenbedingungen des Standorts zugeschnittene Innovationsprozesse optimal in Gang gesetzt werden. Dabei stehen die Hochschulen immer stärker im Fokus von Regionalentwicklung. Neben ihren Aufgaben in Grundlagenforschung und Lehre sind sie zunehmend auch unerlässliche Partner für die Wirtschaft. Sie stellen Forschungs- und Entwicklungsressourcen bereit, über Ausgründungen werden Arbeitsplätze geschaffen, sie sorgen für den Fachund Führungskräftenachwuchs, eine lebendige Studentenszene prägt das Lebensgefühl in den Städten und last but not least sind Hochschulen wesentliche Imagefaktoren für Standorte.

Die Hochschulen in OstWestfalenLippe sind Partner eines enormen Innovationsprogramms, mit dem der Wirtschafts- und Kulturraum „ganz oben in Nordrhein-Westfalen“ Zeichen setzt als moderner Technologiestandort. Beispielsweise mit dem Aufbau einer Fraunhofer-Projektgruppe an der Universität Paderborn mit dem Ziel, ein Fraunhofer-Institut zu entwickeln, oder interdisziplinären Forschungs- und Entwicklungszentren wie im Bereich Kognition und Robotik, die auf dem neuen Hochschulcampus Bielefeld entstehen. Zwar prägen „Lebensmittel, Möbel, Textil, Maschinenbau“ heute noch das Bild der Region OstWestfalenLippe, aber dieser Klassiker wird weiterentwickelt zu einem neuen Bild einer hochinnovativen Technologieregion: Auf dem Weg zur Exzellenz! Die vielfältigen Leistungen der Hochschulen, insbesondere mit Blick auf die Wirtschaft, stehen in einem ausführlichen Special im Mittelpunkt dieses Heftes. Eine besonders aktive Partnerschaft mit den Hochschulen pflegt der Maschinenbau. Die führende Branche in OstWestfalenLippe hat durch Kooperationen und Netzwerkarbeit Ansätze gefunden, die Krise des vergangenen Jahres zu meistern. Insgesamt scheint der Standort OWL den Unternehmen gute Rahmenbedingungen zu bieten.

Die Zufriedenheit ist jedenfalls hoch, wie Untersuchungen der hiesigen IHKs zeigen. Dass auch in Krisenzeiten Kultur nicht zu kurz kommen muss, zeigt die Stadt Gütersloh. Mit Unterstützung heimischer Unternehmen wurde ein Theater gebaut, dessen Architektur als städtebauliches Juwel gilt. Im Kulturland Kreis Höxter hat man sich der Vielfalt an Klöstern besonnen und zur Klosterregion gebündelt. Gemeinsam mit weiteren Klöstern in der Umgebung hat sich ein Netzwerk gebildet, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, durch Kloster-affine Angebote aller Art die klösterliche Welt zu präsentieren und damit auch Beispiele für ein bewussteres Leben, in dem man achtsamer mit sich selber umgeht. Um diese und weitere Themen geht es in dieser neuen Ausgabe von OstWestfalenLippe – Das Magazin. Lassen Sie sich überraschen vom Wirtschafts- und Kulturraum OstWestfalenLippe. Am besten besuchen Sie uns mal und machen sich selbst ein Bild von der Region „Ganz oben in Nordrhein-Westfalen“.

Herbert Weber (Geschäftsführer OstWestfalenLippe Marketing GmbH)

OWL-Das Magazin 16.2010


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Inhalt

Editorial................................................. 03 Boxen: Marco Huck............................... 22 Panorama – Meldungen........................ 06 Sozial und wirtschaftlich erfolgreich: Karin Ressel und das Technikzentrum Minden-Lübbecke „Kinder zum Olymp“: Oberstufenkolleg und Alarmtheater siegen bei bundesweitem Wettbewerb

Der Weltmeister aus Bielefeld

Kulturelle Vielfalt.................................. 24 Ein Erfolgsfaktor für Menschen und Wirtschaft in OWL

Spitzenadressen in der.......................... 27 Wissenslandschaft

Weltrekord: 825 Schüler experimentieren gleichzeitig an der Uni Bielefeld

Die Hochschulen in OstWestfalenLippe

Flagge in der Krise zeigen – auf............ 08 dem Weltmarkt und in der Region

Die Wewelsburg beherbergt die einzige museale Gesamtdarstellung der SS in Deutschland

Maschinenbaustandort OstWestfalenLippe

Ein großer Wurf..................................... 44

Lebensqualität, Angebotsvielfalt...........13 Panorama – Meldungen........................ 47 Lleyton Hewitt schnappt sich den und mittelstandsfreundliche Titel bei den Gerry Weber Open Strukturen Aktuelle Studien belegen hohe Standort…and the winner is.............................. 48 zufriedenheit der Unternehmer in OWL

Alles Theater in Gütersloh.....................16

Ausgezeichnetes aus OstWestfalenLippe: Produktinnovationen – Marketingstrategien – Unternehmerpersönlichkeiten

Kulturelles und architektonisches Highlight

Topfit im hohen Alter............................. 20 Firmenjubiläen in OstWestfalenLippe

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Los, wir geh´n ins Kloster…!................ 54 Entspannung, Kontemplation, Erbauung und Unterhaltung – wo gibt´s denn das?

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Westfälischer

Designermöbel aus Sperrmüll .............. 58 Aus Alt mach Neu

OWL Porträt ......................................... 60

Urknall!

Christoph Barre

„TEUTO_Navigator“:............................. 62 Freizeit im Teutoburger Wald interaktiv planen

Kulturkalender....................................... 66 Kulturtermine 2010 im Überblick

Panorama – Meldungen......................... 70 Weltwirtschaftlicher Preis an Liz Mohn RAL-Gütesiegel erneut an Kreisverwaltung Höxter Preisgekrönte Schulen aus OstWestfalenLippe

Zahlen und Fakten................................. 72 OstWestfalenLippe – Ganz oben in Nordrhein-Westfalen

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62 OWL-Das Magazin 16.2010

Herrliches

Her forder.


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Panorama

Sozial und wirtschaftlich erfolgreich: Karin Ressel und das Technikzentrum Minden-Lübbecke

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arin Ressel, Geschäftsführerin des Technikzentrums MindenLübbecke e.V. (TZML) in Hille, war eine der fünf Finalistinnen für den Preis „Social Entrepreneur 2009“. Dieser Preis zeichnet Menschen aus, die Gründer einer (sozialen) Organisation sind, die innovative, nachhaltige und praktische Lösungen zu Problemen in den verschiedensten Bereichen umsetzen.

Der Fokus des „Social Entrepreneurs” liegt dabei nicht auf Gewinnmaximierung, sondern dem größtmöglichen gesellschaftlichen Nutzen. Vergeben wird er jährlich von der Schwab Stiftung, der Unternehmensberatung The Boston Consulting Group und der Financial Times Deutschland. Gewürdigt wurde das Geschäftsmodell des Technikzentrums Minden-Lübbecke. Das TZML,

Als Nominierte des „Social Entrepreneur 2009“ nahm Karin Ressel am Weltwirtschaftsforum in Davos teil. Hier im Gespräch mit Prinz Haakon von Norwegen.

1994 von Karin Ressel gegründet, unterstützt bundesweit Jugendliche dabei, den passenden Ausbildungsberuf zu finden. Aus einer Bandbreite von 150 Berufen entscheiden Jugendliche sich meist für die 15 bis 20 bekanntesten, oft ohne zu wissen, welche Kenntnisse und Fähigkeiten sie dafür mitbringen müssen. Ein Beispiel dafür sind Technikberufe, die viele junge Frauen bei ihrer Berufswahl gar nicht berücksichtigen. Mit dem sogenannten Berufsparcours schafft Karin Ressel Abhilfe: Bis zu 50 verschiedene Ausbildungsberufe können Jugendliche in Trainingsparcours kennenlernen. Inzwischen unterstützt das Technikzentrum jährlich 50.000 Schülerinnen und Schüler in acht Bundesländern. Insbesondere Mädchen sollen dabei für Technikberufe begeistert werden. Auch Unternehmen profitieren von dem erfolgreichen Konzept: Durch die Einstellung geeigneter Auszubildender können sie kosten- und zeitintensive Ausbildungsabbrüche vermeiden. (IR)

„Kinder zum Olymp“: Oberstufenkolleg und Alarmtheater siegen bei bundesweitem Wettbewerb

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as Theaterprojekt „Ich kam allein. Kindertransporte“, eine Kooperation des Oberstufen-Kollegs und des Alarmtheaters, beide in Bielefeld, erhielt einen Preis in der Kategorie „Vorbildliche Kooperationsprojekte zwischen Kultur und Schule“. Der Wettbewerb „Kinder zum Olymp“ der gleichnamigen Kulturstiftung der Länder zeichnet in Zusammenarbeit mit der Deutsche Bank Stiftung jährlich gemeinsame Projekte von Schulen und Kulturinstitutionen aus. Die Wettbewerbsjury ehrte „Ich

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kam allein“ als „mustergültig in seiner Verzahnung von Lehrenden und Künstlern“. Insgesamt konkurrierten rund 700 Projekte miteinander, 33 wurden ausgezeichnet. Die Initiative zu „Ich kam allein“ geht auf die Zusammenarbeit der beiden Lehrenden Maria Kublitz-Kramer und Christina Thomas zurück. Die Idee zu dem Theaterstück entstand während der Lektüre zweier autobiografischer Romane in einem Literaturkurs. Erklärtes Ziel war es, mit dem Theaterstück zu den Kindertransporten die Perspektive

der Kinder(-flüchtlinge) in den Blick zu nehmen. Dabei wurde nicht die Geschichte eines Kindertransport-Kindes erzählt – vielmehr stellt das Stück die Gefühle und Reaktionen der Kinder in den Mittelpunkt: Von den Erfahrungen des Fremdseins im eigenen Land über das Abschiednehmen von der Familie bis zum Fremdsein in der Fremde. Auch bei den Zuschauern war das Stück beliebt – es gewann einen Publikumspreis bei der „Nachtreise“, einer Initiative der freien Theater in Bielefeld. (IR)


© 2010 KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, eine Konzerngesellschaft der KPMG Europe LLP und Mitglied des KPMG-Netzwerks unabhängiger Mitgliedsfirmen, die KPMG International Cooperative („KPMG International“), einer juristischen Person schweizerischen Rechts, angeschlossen sind. Alle Rechte vorbehalten. KPMG und das KPMG-Logo sind eingetragene Markenzeichen von KPMG International.

Weltrekord: 825 Schüler experimentieren gleichzeitig an der Uni Bielefeld

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it einem riesigen Experiment und gleichzeitigem Weltrekordversuch feierte das „teutolab Chemie“ der Universität Bielefeld seinen 10. Geburtstag. Die 9.000 Quadratmeter große Unihalle wurde dabei zu einem riesigen Labor: An 100 Experimentiertischen führten 825 Schülerinnen und Schüler synchron dasselbe Experiment durch: Die Kinder im Alter von etwa zehn Jahren kamen aus ganz OstWestfalenLippe und teilweise Nordrhein-Westfalen nach Bielefeld, um Farbveränderungen bei Rotkohlsaft zu untersuchen. 25 Kilogramm Rotkohl hatten die Mensaköche vorab gekocht, um die notwendige Menge Saft zu erhalten. Durch Hinzufügen verschiedener Haushaltsmittel wie Soda und Essig lernten die Jungforscher, dass Rotkohlsaft ein Indikator für das Anzeigen von Säuren und Laugen ist. Seit Februar 2000 haben rund 25.000 Schüler im teutolab Chemie experimentiert. Mittlerweile sind die Schülerlabore der Teutolab-Familie um die Fächer Mathematik, Physik und Robotik gewachsen. In den teutolabs können Kinder und Jugendliche von 8 bis 19 Jahren Naturwissenschaften und Technik praktisch erfahren. Die Schülerlabore laden ein zum Anfassen, Ausprobieren und Verstehen. Die außerschulischen Angebote sollen Schüler schon früh für die sogenannten MINT-Fächer begeistern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik). Für die Weltrekordeintragung im Guinessbuch der Rekorde hat die Universität Teilnehmerlisten und eine Fotodokumentation eingereicht. Auch wenn nicht die angepeilten 1.000 Kinder kamen, gilt die Teilnehmerzahl laut Angabe der Universität als weltweit einmalig. (IR)

Menschen machen den Unterschied KPMG ist ein weltweites Netzwerk rechtlich selbstständiger, nationaler Mitgliedsfirmen mit mehr als 140.000 Mitarbeitern in 146 Ländern. Auch in Deutschland gehört KPMG zu den führenden Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen. Über 8.500 Mitarbeiter an mehr als 20 Standorten repräsentieren hier eine Gesellschaft mit über 100 Jahren Erfahrung. Unsere Leistungen erbringen wir in den Geschäftsbereichen Audit, Tax und Advisory. Auf altehr würdigem DürkoppTerrain an traditionsreicher unternehmerischer Wirkungsstätte ansässig, versteht sich die Bielefelder Niederlassung von KPMG als kompetenter Anbieter von Leistungen im Bereich der Wirtschaftsprüfung sowie der steuerlichenund betriebswirtschaftlichen Beratung. Im Fokus des Mandantenspektrums stehen eigentümergeführte Mittelstandsunternehmen. Das hoch motivierte, von Michael A. Rehnen und Kay Klöpping geleitete 100-PersonenTeam – darunter 20 Wirtschaftsprüfer, 39 Steuerberater und 10 Rechtsanwälte – bietet eine Dienstleistungspalette, in deren Mittelpunkt ein umfassendes Full-Service-Konzept steht. Durch die Einbindung in das weltweite KPMG-Netzwerk kann die Bielefelder Niederlassung auch auf internationales Know-how zurückgreifen. Mit Qualitätskonstanz und Mandantennähe erschließen sich mittelständischen Unternehmen in Ostwestfalen so nachhaltige und individuelle Beratungspotenziale. Für weitere Informationen: KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Michael A. Rehnen, T 0521 9631-1250, mrehnen@kpmg.com Kay Klöpping, T 0521 9631-1390, kkloepping @kpmg.com

Foto: Universität Bielefeld

kpmg.de

Das große Chemie-Experiment in der Halle der Universität Bielefeld.

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Handball WM 2007

Maschinenbaustandort OstWestfalenLippe

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Foto: Gildemeister AG

Flagge in der Krise zeigen – auf dem Weltmarkt und in der Region


Wirtschaft

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Zusammenspiel: Rasko Staletovic, Industriemechaniker bei der GILDEMEISTER Drehmaschinen GmbH, stellt die beiden Drehspindelachsen der Hightech Dreh-/Fräsmaschine CTX gamma 2000TC ein.

Das chinesische Schriftzeichen für Krise besteht aus zwei Teilen: der eine Teil symbolisiert Gefahr, der andere Chance. Wer Gefahren ausschließen kann, hat demnach die besseren Chancen. Dass die Maschinenbauer in OstWestfalenLippe das angesichts der jüngsten Wirtschaftskrise relativ entspannt sehen, liegt in ihrer Historie und vielen positiven Eigenschaften begründet. von Reinhard Schwarz

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it rund 300 Unternehmen, über 38.000 Beschäftigten und acht Milliarden Euro Umsatz im mittelständisch geprägten Maschinenbau zählt OstWestfalenLippe zu den bedeutendsten Standorten dieser Art in Europa. Der Wirtschaftsraum im Norden Nordrhein-Westfalens rund um Bielefeld und Paderborn gilt als „Wiege des Maschinenbaus“ im mittleren und nördlichen Deutschland. Bereits 1870 haben hier Unternehmen wie die „Gildemeister & Comp.“ - heute die weltweit führende Gildemeister AG erste Werkzeugmaschinen hergestellt. Benteler, Kolbus oder Claas und viele weitere international erfolgreiche Unternehmen wie beispielsweise IMA Klessmann, Boge, Wemhöner, Lödige oder Kannegiesser sind Weltmarktfüh-

rer. Neben den „Großen“ der Branche findet sich in der Region aber auch eine Vielzahl von kleineren Betrieben und eine ebenfalls breit aufgestellte und vielfach weltmarktführende Zulieferindustrie mit Unternehmen wie Phoenix, Weidmüller, Harting und Beckhoff, die allein im Bereich Verbindungstechnik ca. 80 Prozent des Weltumsatzes verantworten. Die Unternehmen und Zulieferbetriebe aus dem Sektor Maschinenbau, Industrieelektronik und Automotive sind über Kooperationen mit Hochschulen und weiteren Verbünden so engmaschig vernetzt, dass OstWestfalenLippe heute zu einem bestimmenden KompetenzCluster in Europa geworden ist. Dabei spielt das Netzwerk „OWL-Maschinen-

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Wirtschaft

Wie OWL-Unternehmer mit der Krise umgingen Hans-Dieter Tenhaef, MIT Moderne Industrie Technik GmbH „Nach dem Boomjahr 2008 sind wir hart getroffen, aber nicht alleingelassen worden. Krisenerfahrene Manager und Unternehmen aus unserem Netzwerk haben uns beraten. Wir sind zunächst mal vom „worst case“ ausgegangen und haben offen unseren Mitarbeitern kommuniziert, dass wir Einbußen um bis zu 25 Prozent befürchten müssten. Dann wurden folgende Maßnahmen eingeleitet: Lagerbestände runterfahren, keine Nachbestellungen mehr; Lohnverzicht bei den Angestellten um 7 Prozent, was den Einbußen der Kurzarbeiter in der Fertigung entspricht; alle Prozesse auf den Prüfstand; Intensivierung des Personalmanagements / Überstunden in Vertrieb und Verkauf. Wir haben sehr viel gelernt und dabei haben uns unsere IHKs und das Netzwerk OWL Maschinenbau sehr geholfen. Jetzt geht’s wieder rapide bergauf.“

Jörg Becker, Becker Sondermaschinenbau GmbH „Die Krise hat uns alle kalt erwischt. Da wir aber die Gewinne von 2008 in den Vertrieb gesteckt und als Reserven verwendet hatten, musste kein Mitarbeiter entlassen, nicht mal Kurzarbeit angemeldet werden. Da OWL ein starker Standort speziell für Holzbearbeitungsmaschinen ist, setzten wir über Innovation auf Dauerhaftigkeit. Unser Maschinenbaunetzwerk erfüllte seine Funktion als Frühwarnsystem perfekt.“

Dr. Rüdiger Kapitza, Vorsitzender des Vorstands der GILDEMEISTER AG „GILDEMEISTER blieb – wie der gesamte Maschinenbau in OstWestfalenLippe – von der Wirtschaftskrise nicht verschont. Das Geschäftsjahr 2009 war für uns eines der schwierigsten in der Unternehmensgeschichte. Trotz massiver Einbußen haben wir aber unser Ziel, ein positives Ergebnis vor Steuern zu erwirtschaften, erreicht. Die Aufgaben und Probleme zu meistern, setzt starke Allianzen voraus. Im März 2009 sind wir mit Mori Seiki, dem führenden japanischen Hersteller von Werkzeugmaschinen, eine strategische Zusammenarbeit eingegangen - in Produktion, Einkauf, Forschung und Entwicklung sowie Vertrieb und Service in ausgewählten Märkten. Mit unserem Solargeschäft haben wir erfolgreich ein Standbein mit guten Zukunftsaussichten geschaffen. Wir haben schnell – z. B. mit Kurzarbeit - reagiert und die durchgeführten Anpassungsmaßnahmen schaffen eine gute Ausgangsposition für die Zukunft. Wie auch die Werkzeugmaschinenbranche rechnet GILDEMEISTER 2011 mit spürbaren Besserungstendenzen. Für den Verlauf von Auftragseingang und Umsatz sehen wir eine deutliche Steigerung. Wir gehen gestärkt aus der Krise hervor und sind gut vorbereitet für den kommenden Aufschwung.“

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bau“ (www.owl-maschinenbau.de ) eine herausragende Rolle. Wolf D. MeierScheuven, mit Boge Kompressoren selbst Chef eines erfolgreichen Weltmarkt-Players, ist auch Gründungsmitglied von OWL Maschinenbau, Landesvorstand des VDMA und Sprecher des landesweiten Maschinenbau-Clusters „Produktion NRW“ (www.produktion. nrw.de): „Wir wollen Wirtschaftsförderung nicht mit der Gießkanne machen, sondern Innovationsland Nr. 1 werden mit all jenen Clustern und Branchen, die in ihren Regionen on top sind. Das ist in unserer Hochleistungsregion

für Maschinenbau, Mechatronik und angewandte Forschung der Fall.“ Erfolgreich in Krisen sei man eben, weil sich große wie kleinere Unternehmen gegenseitig austauschten und weil eine breite Diversifikation bestehe.

Breiter Branchenmix und eine entspannte Wettbewerbssituation Vorteilhaft sei es, dass man im Netzwerk auf Augenhöhe miteinander spreche: „Wir sind bodenständige Ostwestfalen, die sich regelmäßig treffen und besuchen und dazu gehört auch ein Unternehmer wie Markus Miele. Kurz

Foto: BOGE

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Montage eines Schraubenkompressors bei BOGE.

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Wirtschaft

gesagt: es herrscht eine breite Solidarität unter den Maschinenbauern.“ Dazu würden die Netzwerke von Politik und Verwaltung optimal unterstützt werden. Auch örtliche Hochschulen und weitere Institutionen spielten gut mit. Meier-Scheuven weiß, wovon er spricht. Boge produziert seit über 100 Jahren am Standort Bielefeld, das Unternehmen ist eng mit den Hochschulen in Bielefeld, Lemgo und Dortmund verbunden und gilt als sehr innovativ: „Wir müssen durch ständige Innovationen die Nase vorne behalten“, sagt er. Boge scheint das gut zu gelingen. Während sich unzählige Unternehmen in Deutschland durch die allmählich abflauende Krise quälten, investierte man zur selben Zeit über zehn Millionen Euro in den Ausbau des Unternehmens.

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Verzahnung mit Hochschulen Zuversichtlich gibt sich auch HansJürgen Wessel, der mit Krause-Biagosch, (www.krause.de), DMW Schwarze und WP Kemper (Bäckereimaschinen) gleich drei Firmen von insgesamt 30 der Horstmann-Gruppe leitet. Auch er ist ein engagierter Networker, der als Vorstandssprecher mit seinen Kollegen Hans-Dieter Tenhaef (www.systemarmaturen.de) und Dirk Littmann (www.kannegiesser.com) und weiteren Unternehmern OWL Maschinenbau den Spirit ostwestfälisch-lippischen Unternehmertums einhaucht. Bei Krause-Biagosch geht er beispielgebend voran: „Wir bauen weltweit die schnellsten Maschinen dieser Art und das hat seinen Grund: unser ältestes Produkt ist jünger als fünf Jahre.“ Das beeinflusst auch die Aufgabenstellungen des Netzwerks, zum Beispiel im Rahmen der regionalen Initiative „Innovation und Wissen“, mit der Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung

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und Politik die Innovationsinfrastruktur fördern wollen. Wessel: „So bringen wir Entwicklungszentren wie die Zukunftsmeile Fürstenallee (Paderborn), interdisziplinäre Forschungs- und Entwicklungszentren auf dem Hochschulcampus Bielefeld, das Centrum in Industrial IT (Lemgo) und eine Fraunhofer-Projektgruppe Entwurfstechnik Mechatronik in Paderborn auf den Weg“, was er an letzterem Beispiel erläutert: „Um ein von unseren Unternehmen heiß ersehntes Fraunhofer-Institut in die Region zu holen, sind wir aktiv geworden. Führende Unternehmer wie KarlHeinz Stiller (Wincor Nixdorf) und der Miele-Manager Dr. Eduard Sailer setzen sich für eine Fraunhofer-Projektgruppe Entwurfstechnik Mechatronik in Paderborn ein.“

Ein Fraunhofer-Institut „Mechatronik“ für Paderborn

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1. Dr.-Ing Hans-Jürgen GeschäftsVielseitiges Angebot anWessel Tagungsund führer der Krause-Biagosch GmbH und Kongressorten in OWL Vorstandssprecher von OWL Maschinenbau. 1. Schloß Brake, Lemgo 2. Hans-Jörg Bullinger, Präsident der 2. Prof. Stadthalle Gütersloh Fraunhofer-Gesellschaft. 3. A2 Forum, Rheda-Wiedenbrück 4. Gräfliches Parkhotel, Bad Driburg 3. Wolf D. Meier-Scheuven, geschäfts5. Wewelsburg, Büren führender Gesellschafter der BOGE KOMPRESSOREN Otto Boge GmbH & Co. KG

Seit 21. April 2010 arbeitet diese Projektgruppe in Paderborn. Wessel: „Das Fraunhofer-Institut in Aachen und das Heinz Nixdorf Institut in Paderborn wollen ein europaweit einzigartiges Netzwerk Mechatronik schaffen und damit viele neue Geschäftsfelder erschließen. Es ist geplant, dass sich mittelfristig aus der Projektgruppe ein eigenständiges Fraunhofer-Institut entwickelt.“ Fraunhofer-Präsident Prof. Hans-Jörg Bullinger betont: „In OWL sitzt eine große Zahl mittelständischer Unternehmen, die sich durch ihre Innovationskraft auf dem Weltmarkt behaupten. Kleinere Unternehmen werden allein aber kaum Forschung und Entwicklung in der erforderlichen Intensität vorantreiben können. Sie brauchen die enge Vernetzung mit der Forschung. Mit der Konzentration auf das Wachstumsfeld Mechatronik werden wir die Stärken des Standorts zielgerichtet ausbauen.“


Aktuelle Studien belegen hohe Standortzufriedenheit der Unternehmer in OWL

Foto: Kiel-Steinkamp

Lebensqualität, Angebotsvielfalt und mittelstandsfreundliche Strukturen

OstWestfalenLippe ist mit ca. 260.000 Beschäftigten einer der wichtigsten und größten Industriestandorte in Nordrhein-Westfalen. Hohe Wertschöpfungsraten im Vergleich zu anderen Standorten kennzeichnen die Bedeutung industrieller Hochburgen in der Region. Beispiel Kreis Gütersloh: Mit einem Wertschöpfungsanteil von 44 Prozent leisten die Betriebe des Bertelsmann- und Miele-Standorts und zahlreiche Unternehmen des Ernährungsgewerbes einen bemerkenswerten Anteil zur gesamtwirtschaftlichen Leistung und belegen im Ranking der industriell geprägten Kreise in NRW Platz 3. Kreise wie das Möbelzentrum Herford mit 36 Prozent und die Hightech-Stadt Paderborn können mit Raten von 36 bzw. 33 Prozent gut mithalten. Die Unternehmen insgesamt profitieren von exzellenten Standortbedingungen und -faktoren. Kein Wunder, dass die von den beiden Kammern der Region – IHK Ostwestfalen zu Bielefeld und IHK Lippe – jüngst durchgeführten Umfragen zur Standortzufriedenheit der Unternehmen überdurchschnittlich gut ausfielen. von Reinhard Schwarz


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Wirtschaft

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achstumsmotor Wirtschaft: Die stark mittelständisch geprägten Unternehmen OstWestfalenLippes sind seit vielen Jahren kontinuierlich erfolgreich innerhalb eines breiten Branchenmixes, der in seiner Bedeutung von Möbelindustrie (Schwerpunkt Kreis Herford), Ernährungsgewerbe (Schwerpunkt Kreis Gütersloh) , Maschinenbau (Schwerpunkt Stadt Bielefeld) sowie Elektro- und Verbindungstechnik (Schwerpunkte Lippe, Kreis Gütersloh und Minden-Lübbecke) angeführt wird. Geschätzt wird vor allem die hohe Zahl positiver Standortbedingungen, die angestammte Unternehmen, aber auch Neugründungen, hier vorfinden.

Unternehmer bewerten Standortbedingungen insgesamt „gut“ In den beiden Kammerstudien 2009 spielten Bereiche wie Arbeitsmarkt, Bildung, Erreichbarkeit, Infrastruktur, verfügbare Netzwerke, Kosten, Rechtssicherheit, Standortattraktivität, Umwelt- und Lebensqualität, Verwaltungsfreundlichkeit etc. eine Rolle. Den weitaus größten Teil (ca. zwei Drittel) unterschiedlichster Standortfaktoren bewerteten die befragten Unternehmen in beiden Kammerbezirken positiv bzw. mit der Note „gut“. Ergebnisse Ostwestfalen und Lippe: Insgesamt waren die Unternehmer beider Kammerbezirke mit ca. 70 Prozent der angefragten Standortfaktoren zufrie-

den. Platz 1 belegte die Umwelt- und Lebensqualität. Es folgten (Auswahl): Räumliche Nähe zu Absatzmärkten, Ausbildungsangebot Hochschulen, Sicherheit, Nähe zu Zulieferbetrieben, regionales und überregionales Straßennetz und Anbindung an Flughäfen, Schulangebote, Verfügbarkeit von Gewerbeflächen, Netzwerke, Kommunikationsversorgung, kulturelle Angebote, Lebenshaltungskosten, qualifizierte (kaufmännische) Fachkräfte und Unterstützung durch Städte und Gemeinden. Unzufriedenheit herrschte vor allem bei der Höhe der Energiepreise und bei der Verfügbarkeit von Facharbeitern – der Wachstumsmotor OstWestfalenLippe benötigt ständig neue Fachkräfte – bei relativ niedrigen Fluktuationsraten. 88 Prozent der lippischen Unternehmen signalisierten, dass sie sich grundsätzlich „wohl“ fühlten an ihrem Standort, und das bezogen auf mehr als zwei Drittel aller Standortfaktoren.

Kennzeichen ist eine hohe Grundzufriedenheit bei Arbeitnehmern und Arbeitgebern

Die Grafik zeigt die Zufriedenheit ostwestfälischer Unternehmer mit diversen Standortfaktoren. Quelle: Umfrage der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld, Sommer 2009, IHK-Berechnungen; erschienen in „Industrie hat Zukunft“, eine Publikation der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld. OWL-Das Magazin 16.2010

Rudolf Delius, in neunter Generation Chef einer alteingesessenen Bielefelder Unternehmerfamilie im Textilbereich und Vorsitzender des IHK-Industrieausschusses, ist ein profunder Kenner der ostwestfälisch-lippischen Unternehmerszene und natürlich der Region. Ihn wundert weder das gute Gesamtergebnis noch die Reihenfolge der so positiv bewerteten Standortbedingungen: „OstWestfalenLippe ist ein einzigartiger Mix aus Solidität, Mittelstandsprägung und reiner Natur und ist fast so etwas wie eine Ferienregion – obwohl wir das eigentlich nicht sind“, sinniert der 57jährige Textilunternehmer und Vielreisende. „Da spielt natürlich auch unsere Mittellage eine Rolle, denn von hier aus sind Metropolen wie Amsterdam, Berlin Hamburg, Hannover, das Ruhrgebiet, Köln und Frankfurt leicht erreichbar, mit einer sehr guten Anbindung über diverse naheliegende internationale Flughäfen, Intercity-Verbindungen und ein dichtes Autobahnnetz.“


Wirtschaft

Delius führt in diesem Zusammenhang gerne „die etwas skeptischeren Zeitgenossen“, die Professoren der 14 ostwestfälisch-lippischen Hochschulen an, die oft erst dann, wenn sie wieder wegziehen müssen, die Vorzüge der Region zu schätzen wissen. „Liebe auf den zweiten Blick“ nennt das der Textilunternehmer und meint damit: „Wenn man OstWestfalenLippe schätzen will, muss man rumreisen, um woanders zu erfahren, was einem wirklich fehlt.“ Ein weiteres Pfund, mit dem OstWestfalenLippe wuchern könne, sei z. B. der günstige Altersdurchschnitt, der unter jenem vieler anderer Regionen liege. Auch das begünstige die Entwicklung von Existenzgründungen, und das umso mehr, als sich um die großen Unternehmen der Region herum eine breite branchenspezifische Zulieferindustrie mittelständischer Prägung entwickelt habe.

Kommunen mit Komplettangeboten ohne negative Attituden Und was die Situation der Arbeitskräfte bzw. qualifizierter Mitarbeiter betreffe, so habe man es als Unternehmer hier mit exzellent ausgebildeten, loyalen und bodenständigen Menschen zu tun, die für eine geringe Fluktuation stünden: „Es herrscht eine hohe Grundzufriedenheit, was eben auch an den günstigen weichen Standortfaktoren liegt: ein breites Angebot in Sachen Kultur und auch im Einzelhandel, der sehr überschaubar die kompletten Sortimente vorhält – stets auf kurzen Wegen. Wir haben hier alles, womit auch andere Metropolen locken – allerdings ohne negative Attituden, wie z. B. Umweltdreck, Getöse, Staus, Hektik oder hohe Preise. Deswegen lebe ich sehr gerne hier.“

Foto: Inforce GmbH

Liebe auf den zweiten Blick

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Oben: Textilunternehmer Rudolf Delius. Seite 13: OstWestfalenLippe bietet wirtschaftlich stabile Verhältnisse und Freizeitangebote auf höchstem Niveau: Das MARTa Herford schätzen ostwestfälisch-lippische Unternehmer als eines der kulturellen Highlights der Region.

DER NEUE MITTELPUNKT FÜR KULTUR.EVENTS.VERANSTALTUNGEN rne zu en wir Ihnen ge Infomaterial send 52 41) 86 42 72 unter Telefon (0 www.stadthalle-gt.de www.theater-gt.de

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Kultur

Das neue Theater strahlt weit 端ber die Grenzen der Stadt hinaus, denn es ist auch ein architektonisches Highlight.

Alles Theater in G端tersloh

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Foto: Jens D端nh旦lter

von Stefan Brams


Kultur

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Gütersloh hat gewonnen – und das gleich doppelt. Nach mehr als 30-jähriger Debatte besitzt die Stadt, die 96.400 Einwohner zählt, nicht nur ein neues Theater, sondern auch ein städtebauliches Juwel, das die Innenstadt rund um Stadthalle und Wasserturm bereichert und weit über die Stadt an der Dalke in die Region hinausstrahlt. Am 13. März dieses Jahres hob sich der Vorhang für den „Kulturwürfel“, wie sie in Gütersloh den markanten Neubau getauft haben. Ein Würfel, der Freude macht.

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er Hamburger Architekt Jörg Friedrich, der bereits das Erfurter Theater baute, zeichnet verantwortlich für den Gütersloher Wurf. Der gleicht einem 27 Meter hohen Kubus, der bereits allein durch seine gläserne Fassade für sich einnimmt. Allein 1.000 Quadratmeter misst die Südseite. Es ist diese Transparenz, die neugierig macht auf das, was sich im Inneren verbirgt. Denn wer sich nähert, sieht sie bereits: den frei aufgehängten Theatersaal mit 524 Sitzplätzen – alle von Bürgern gespendet – und die beeindruckende, sich wie eine Spirale zur Sky-Lobby emporschraubende Wendeltreppe. Vor

allem am Abend hat diese Konstruktion etwas Magisches, der man sich kaum mehr entziehen kann. Theaterbau als Verlockung und Verheißung, Theater als öffentliches Ereignis, das wird in Gütersloh dem Publikum bereits von außen versprochen. Kompakt ist es geworden, das Gütersloher Theater. Musste es werden, denn die Verantwortlichen hatten die Kosten auf 21,75 Milliarden Euro gedeckelt. Anders wäre das Haus, das in der Bürgerschaft sehr umstritten war und im Jahr 2006 durch einen erfolgreichen Bürgerentscheid für zwei Jahre auf Eis

gelegt werden musste, nicht durchsetzbar gewesen. Und auch die Fläche, die mitten in der City zur Verfügung stand, war begrenzt. Der Ausweg: ein vertikaler Theaterbau, der das umbaute Raumvolumen reduziert, die Funktionen nicht neben – sondern übereinander anordnet und sehr flexible Nutzungen nicht nur des Theatersaals, sondern des ganzen Gebäudes ermöglicht. Architekt Jörg Friedrich spricht von seinem Gebäude denn auch als „einer kleinen Stadt“ und sieht im Gütersloher Theater gar ein zukunftsweisendes Vorbild für andere und „eine enorme Bereicherung in der Typologie des Theaterbaus“.

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Foto: Mike Rehm | ardventure Bielefeld

Foto: Jens Dünhölter

Links: Treppenaufgang im Theater Gütersloh. 1. Das Foyer im ersten Obergeschoss. 2. Die gläserne Fassade des neuen Theaters mit angrenzendem Wasserturm.

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Kultur

Foto: Jens Dünhölter

Wer es betritt, staunt. Großzügig, hell ist die Lobby gestaltet. Bis auf die Garderobe und einige Funktionsräume, gibt es viel freie Fläche zum Wandeln und Schauen – und viel Weiß. Weiß ist überhaupt die dominierende Farbe dieses Hauses, ein Weiß, das besticht. Und dann geht es über eine erste Treppe nach oben in Richtung Theatersaal, der über der Lobby schwebt.

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Doch der Blick wird vom Eingang zum unteren Parkett des Saals gleich wieder abgelenkt durch eine sich weiter nach oben schraubende, imposante Wendeltreppe, über die die Zuschauer das obere Parkett und im dritten Stock den Rang des Theaters sowie die Studiobühne erreichen können. Wer weitergeht, landet im fünften Stock in der sogenannten Sky-Lobby mit der längsten Theke der Stadt, einer hippen Lounge und einer schönen Terrasse über den Dächern der Stadt. Nirgendwo in Gütersloh ist es cooler als hier oben. Belohnt wird der Aufstieg mit einem großartigen Blick auf Gütersloh, wie man ihn sonst nur vom Rathaus oder dem Wasserturm hat, der in unmittelbarer Nachbarschaft die Rockakademie Ostwestfalen beherbergt. Beinahe könnte man angesichts der beeindruckenden Architektur und der starken Ausblicke auf die City vergessen, dass man ja eigentlich wegen des Theaters selbst gekommen ist. Das findet in einem sehr kompakten, schwarz ausgekleideten Saal mit wein-

roten Sesseln statt. Steil steigen die Sitzreihen im Parkett und im Rang an. Dennoch beträgt der größte Abstand zur Bühne lediglich 25 Meter, so dass der Theatersaal etwas Intimes hat und die Bühne von allen Plätzen gut einsehbar ist. Und die Gastspiel-Theater, das Gütersloher Theater hat kein eigenes Ensemble, dürfen sich auf eine Bühne freuen, die keine Wünsche mehr offen lässt. Vorbei die Zeiten, als Gast-Ensembles in der alten Paul-Thöne-Halle, in der von 1949 bis 2003 das Gütersloher Theater zu Hause war, Bühnenbilder wegen eines tragenden Pfeilers auf der Bühne zersägen mussten. Vorbei die Zeiten, als sich die Schauspieler in maroden Garderoben auf ihre Auftritte vorbereiteten. Ja, mit diesem Haus hat das Theater in Gütersloh wieder eine würdige Heimat. Und wer künftig von Gütersloh redet, wird nicht länger nur an die Weltkonzerne Bertelsmann und Miele denken, die mit einer Spende von zusammen fünf Millionen Euro das neue Theater mit möglich gemacht haben, sondern auch an den Mut einer Stadt und ihrer Bürger, inmitten einer Wirtschafts- und Finanzkrise der Kultur eine neue, auch architektonisch strahlende Heimstatt zu geben. Wie steht es so schön auf den Plaketten von zwei der 524 gespendeten Theaterstühle geschrieben: „Alles ist Theater – Theater ist alles“! Wie wahr – seit dem 13. März nun auch wieder in Gütersloh.

Foto: Jens Dünhölter

1. Die imposante Wendeltreppe fängt den Blick der Besucher.

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2. Alle Plätze im Theatersaal bieten einen direkten Blick auf die Bühne. Mit einer maximalen Entfernung von 24,6 Metern (aus dem Rang) ist ein besonderes Theatererlebnis garantiert.


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Zukunft Gesundheitswesen - Zukunft Pflege Im Klinikum Bielefeld steht der Patient an erster Stelle. Die Pflegekräfte sichern die optimale, individuelle und vertrauensvolle Betreuung und Pflege jedes Patienten in geborgener Atmosphäre. Mit Würde und Respekt unterstützen die Pflegekräfte die Patienten bei den täglichen Dingen des Lebens und achten die Privatsphäre bei pflegerischen Maßnahmen. Hand in Hand mit den Ärzten arbeiten die Pflegekräfte an der Verhütung, der Erkennung und der Heilung von Krankheiten. Klinikum Bielefeld Bielefeld Mitte Bielefeld Rosenhöhe Halle / Westf. Tel: 05 21. 5 81 - 0 www.klinikumbielefeld.de

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Panorama

Firmenjubiläen in OstWestfalenLippe:

Topfit im hohen Alter Zigtausende von kleinen, mittleren und großen Unternehmen in OstWestfalenLippe vertreten und leben täglich Werte wie Solidität, Bodenständigkeit, Verantwortung, Innovation und nachhaltiges Wirtschaften – mit ein Grund, weswegen viele dieser Unternehmen auch im „hohen Alter” noch kerngesund sind. Wegen der Vielzahl jubiläumswürdiger Unternehmen veröffentlichen wir in „OstWestfalenLippe – Das Magazin” nur jene, die in diesem Jahr mindestens 100 Jahre alt geworden sind. Darunter auch der größte Arbeitgeber der Region, die Bertelsmann AG aus Gütersloh, die in diesem Jahr ihr 175-jähriges Jubiläum feiert.

Ritzenhoff & Breker GmbH & Co. KG, Bad Driburg: 200 Jahre Qualität und Design Ob gedeckter Tisch, Utensilien für die Küche oder Accessoires für die HeimDekoration – als internationales Unternehmen beliefert Ritzenhoff & Breker SB-Warenhäuser und Kaufhäuser, Boutiquen und den Möbel- und Einrichtungsfachhandel in 42 Ländern mit einem Sortiment von 4.500 Produkten aus Glas, Porzellan, Keramik und Accessoires und darf sich in diesem Segment zu den Marktführern zählen. Schwerpunkt des Verkaufs ist Europa. Fast alle Produkte werden dabei über Bad Driburg verteilt. Bereits in den 60er Jahren wurden die ersten internationalen Kontakte, u.a. zu den Beschaffungsmärkten Italien, Rumänien, Asien, etc., geknüpft. Damit ist das nach wie vor familiengeführte Unternehmen Vorreiter der Globalisierung in der Branche. www.ritzenhoff-breker.de

Kracht GmbH & Co. KG, Lemgo: Küchen- und Heimtextilien seit 1810 „Gebrüder Kracht“ wird vor 200 Jahren von Heinrich Christoph Kracht als Handelsagentur gegründet und 1886 von seinem Sohn Christoph Wilhelm Kracht zu einer mechanischen Leinenweberei ausgebaut. Hergestellt wird Haushaltswäsche im oberen Qualitätsbereich. 40 Jahre später erfolgt dann der Ausbau zu einer vollstufigen Weberei mit Vorwerk, Ausrüstung und Näherei. Die Produktpalette wird ständig weiter ausgebaut. Seit 1966 wird international produziert. Die traditionell guten internationale Beziehungen und eine kontinuierliche Familiennachfolge lassen die Firma auf der Erfolgsspur bleiben. Kracht befindet sich weiterhin im Familienbesitz und wird nunmehr von der siebten Generation ins 21. Jahrhundert geführt. www.kracht.com

Bertelsmann AG, Gütersloh: weltweit tätiges Medienunternehmen mit 175 Jahren Zukunftsgeschichte Was Carl Bertelsmann vor 175 Jahren mit einer kleinen Steindruckerei begann, hat sich bis heute zu einem der größten und traditionsreichsten Medienunternehmen der Welt entwickelt: In den zahlreichen Unternehmen der Bertelsmann AG arbeiten rund 100.000 Menschen in mehr als 50 Ländern der Erde in den Bereichen Fernsehen und Radio, Zeitschriften und Bücher. Der weltweite Medienvertrieb läuft über Clubs, Internet und Handel, darüber hinaus bietet der Konzern vielfältige Mediendienstleistungen an. Jährlich werden über die hauseigene RTL Group rund 9.500 Stunden Fernsehprogramm produziert und an Sender in aller Welt vermarktet. Die Buchverlagsgruppe Random House publiziert jedes Jahr ca. 11.000 Neuerscheinungen und verkauft rund 500 Millionen

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Panorama

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Bücher. Der Verlag Gruner+Jahr ist mit rund 500 Zeitschriften und digitalen Angeboten am Markt. Der Medien- und Kommunikationsdienstleister Arvato entwickelt für Geschäftskunden maßgeschneiderte Lösungen für unterschiedlichste Geschäftsprozesse und die Bertelsmann-Medienclubs erreichen weltweit 15 Millionen Kunden. 175 Jahre Bertelsmann sind nicht nur für die Region OstWestfalenLippe eine wirtschaftliche und kulturelle Erfolgsgeschichte.

Dachkeramik Meyer-Holsen GmbH, Hüllhorst (Minden-Lübbecke): 150 Jahre Dachziegelproduktion Im Fachadressbuch der Ziegeleien von 1925 wurden für Deutschland über 1.100 Dachziegelhersteller erwähnt – 2010 sind es noch drei Konzerne und fünf Mittelständler. Meyer-Holsen gehört dazu, und das hat handfeste Ursachen. Die Ziegler setzten von Anfang an auf Qualität und Güte. Innovationen werden seitdem kontinuierlich umgesetzt. Meyer-Holsen entwickelt z. B. 1960 den ersten Dachziegel-Tunnelofen der Welt – eine revolutionäre technische Entwicklung. Investitionen in neueste Technik sichern dem Unternehmen die Innovationsführerschaft, so dass das Unternehmen stetig wächst. Mit ein Grund für solides Wachstum ist eine niedrige Fluktuationsrate unter den Mitarbeitern, die auf die soziale Einstellung der Inhaberfamilie und die Schaffung zahlreicher sozialer Institutionen zurückzuführen ist. Der Qualitätsgedanke bleibt dabei immer im Vordergrund. www.meyer-holsen.de

Schroeder & Hoffert Holzhandlung GmbH, Bielefeld: 150 Jahre Kontinuität Vom kleinen Holzhändler zum Großhändler mit breitem Sortiment: Auch nach 150 Jahren seines Bestehens ist Schroeder & Hoffert der zuverlässige Partner von Handwerk, Bauunternehmen und Handel in OstWestfalenLippe und im nördlichen Deutschland. Dabei profitiert man besonders davon, dass die Region einen wirtschaftlichen Schwerpunkt in der Möbelindustrie und besonders in der Küchenmöbelindustrie hat, die zu 80 Prozent den Weltmarkt abdeckt. Die Stärken des Unternehmens liegen in der persönlichen Ansprache und Beratung seiner Kunden – selbstverständlich ist auch dieser kleinere mittelständische Betrieb familiengeführt. www.schroeder-hoffert.de (RS) Heinrich Fretthold GmbH & Co. KG, Bünde: 125 Jahre Baufachzentrum für privaten und gewerblichen Bedarf www.fretthold.de

Sägewerk Hundertmark e.K., Dörentrup bei Lemgo: 100 Jahre Sägewerk mit Energiekompetenz www.saegewerk-hundertmark.com

Rascher GmbH & Co. KG, Rheda-Wiedenbrück: 100 Jahre „Weidmanns textiles Heil“ www.rascher.de

Volksbank Rietberg eG: 125 Jahre Mittelstandsfinanzierung www.volksbank-rietberg.de

Firma Hermann Schierbaum, Rahden: 100 Jahre Nahversorger in Sachen Buch und Bildung www.schierbaum-rahden.de

Reinhard Tweer GmbH, Bielefeld-Sennestadt: 100 Jahre Stahl- und Sphäroguss www.tweer.de

Heinr. Schmidt GmbH & Co. KG, Paderborn: 125 Jahre Tradition und Innovation bei Nutzfahrzeugen www.schmidt-paderborn.de

Strathmann Holz GmbH & Co KG, Bünde: 100 Jahre Holzfachmarkt für Bau und Wohnen www.strathmann-holz.de

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Sport

Der Weltmeister aus Bielefeld: Marco Huck Sein Manager hat noch viel mit ihm vor. „Mein Traum ist es, dass Marco Huck sich zwei oder drei Weltmeistergürtel umhängen kann“, erklärte Wilfried Sauerland vor der dritten erfolgreichen Titelverteidigung durch „Käpt‘n Huck“ in Oldenburg. Mindestens eine soll in diesem Jahr noch folgen, wahrscheinlich im GerryWeber-Stadion in Halle. von Oliver Kreth

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ort fühlt sich der Cruisergewichtler, der als Siebenjähriger als Muamer Huckic nach Bielefeld kam, besonders wohl. Dort besucht er regelmäßig Veranstaltungen – nicht nur Faustkämpfe. Marco Huck euphorisch: „Ich hoffe, irgendwann wird das mein sportliches Wohnzimmer.“ Die Verbundenheit ist verständlich. Nahm der 25-Jährige doch dort am 29. August 2009 dem Argentinier Victor Emilio Ramirez die WM-Krone ab, nachdem er am 29. Dezember 2007 in der Bielefelder Seidensticker-Halle seine erste WM-Chance vergeben hatte. Dass der Cruisergewichtler in der Lage ist, sport-

liche Höchstleistungen zu erzielen, zeigte er bereits sehr früh. Auch als Kickboxer wurde er Champion, krönte sich im Oktober 2003 in Frankreich zum jüngsten Vollkontakt-Weltmeister aller Zeiten. Es folgte der Wechsel zum Boxsport. „Für den B.C. Vorwärts Bielefeld habe ich 15 Kämpfe bestritten, die ich alle gewann.“ Doch der junge Mann, der im August 2009 deutscher Staatsbürger geworden ist, wollte mehr: Er wollte Profi werden. Das aus seiner Sicht beste Team, den besten Trainer gibt es in Berlin. Marco Huck setzte sich in


Marco Huck mit seinem Trainer Sport Ulli Wegener (links) im Gerry Weber Stadion in Halle/Westfalen. www.conform.cc

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den Zug, stellte sich Ulli Wegner vor, absolvierte ein Probetraining, der Profivertrag mit dem Team Sauerland folgte. Der Rest ist Geschichte. 19 Siege in Folge, dann die Pleite gegen Steve Cunningham (USA) in Bielefeld, der Wechsel zu Ex-Henry-Maske-Coach Manfred Wolke, die reumütige Rückkehr zu Ersatzvater Wegner, Gewinn des EM-Titels im September 2008, die Krönung in Halle. Das Wichtigste im Leben des Hochleistungssportlers ist aber die Familie. „Meine Mutter und mein Vater haben sich immer sehr um mich und meine Geschwister gekümmert. Ich habe einen Bruder und zwei Schwestern. Der Zusammenhalt untereinander ist sehr groß. Mir ist wichtig, dass es allen gut geht“, erklärt Huck, dem es in Bielefeld fast zu gut ging. „Meine Mutter hat mich sehr verwöhnt. Als ich in eine eigene Wohnung zog, musste ich erst mal lernen, wie man einen Kaffee kocht oder Mahlzeiten zubereitet“, erzählt der Boxprofi. Die Verbundenheit zu Bielefeld, zum DSC Arminia – noch heute ist der Kontakt zu Artur Wichniarek nicht abgerissen – ist innig, aber für die sportliche Entwicklung war der Umzug nach Berlin unumgänglich. „In Bielefeld war es sehr schön, doch in Berlin habe ich einfach die besseren Trainingsbedingungen.“ Doch in den Ring steigt er in OWL immer wieder gerne. Nicht nur für eine Titelverteidigung. Anz. OWL_10.12.indd 1

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Standort

Kulturelle Vielfalt – ein Erfolgsfaktor für Menschen und Wirtschaft in OWL

Foto: Thomas Kunsch

von Ina Kirsch

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ie Stellenausschreibung „Fachkräfte mit Migrationshintergrund gesucht“ war für Erhan Deli das Sprungbrett in ein neues Leben. Der Maschinenbauingenieur türkischer Abstammung hatte sich nach seinem Studienabschluss an der Fachhochschule Bielefeld lange Zeit mit Aushilfsjobs über Wasser gehalten, für die er deutlich überqualifiziert war. „Ich hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben, jemals in meinem Fach arbeiten zu können, als ich die Anzeige in der Zeitung las“, sagt

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Deli. Geschaltet hatte die Stellenanzeige die Initiative für Beschäftigung OWL e.V. für ein ostwestfälisches Modellprojekt. Ob Delis bis dahin vergebliche Arbeitssuche als Ingenieur mehr mit der allgemeinen Wirtschaftflaute oder mit seinen türkischen Wurzeln zu tun hatte, kann er nicht wirklich sagen. Es ist auch egal. „Ich bin jedenfalls sehr froh und dankbar, dass ich in meinem Job endlich mein Fachwissen anwenden kann und diesmal gerade von meinem kulturellen Hintergrund profitiert habe“, sagt der

40-Jährige. Deli arbeitet seit 2008 beim Möbelbeschlaghersteller Hettich im Bereich Umwelt und Arbeitssicherheit, genau zu diesem Thema hatte er seine Diplomarbeit geschrieben. Sein Türkisch kommt ihm immer dann zugute, wenn es darum geht, zwischen den Kulturen und über Sprachbarrieren hinweg zu vermitteln. Beispiel: Vereinfachte Betriebsanweisung. Die Unternehmen Hettich, Teckentrup – ein Entwickler innovativer Tür- und Torsysteme – sowie der Fremdsprachentrainer Antipolis


Standort

arbeiten gemeinsam mit der Maschinenbau- und Metallberufsgenossenschaft an Betriebs- und Arbeitsanweisungen, die auch für Migranten mit Sprachschwierigkeiten zu verstehen sein und deshalb in möglichst einfachem Deutsch formuliert werden sollen. „Ich habe dazu im Vorfeld eine Verständnisermittlung bei den Kollegen durchgeführt und da war es sehr gut, dass ich mich mit meinen Landsleuten gegebenenfalls auch türkisch unterhalten konnte“, erzählt Deli.

Links: Ostwestfälisch-lippische Unternehmen engagieren sich für kulturelle Vielfalt: 23 Unternehmerinnen und Unternehmer unterzeichneten im Rahmen der Preisverleihung „Vorfahrt für Vielfalt“ die Charta der Vielfalt.

Dass beide Seiten – Arbeitgeber und Mitarbeiter – von kultureller Vielfalt im Unternehmen profitieren, haben in OWL mittlerweile zahlreiche Firmen, Verbände und Institutionen erfahren. Knapp 10 Prozent derjenigen, die die „Charta der Vielfalt“ unterzeichnet haben, stammen aus dieser Region. Sie bekennen sich mit ihrer Unterschrift zu der von der Bundesregierung initiierten Selbstverpflichtung, Vielfalt wertzuschätzen und ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das frei von Vorurteilen ist. Welcher Nutzen jeweils im Vordergrund steht, unterscheidet sich je nach Branche und Aufstellung der einzelnen Unternehmen. Mal geht es darum, das Wissen der Migranten für die Erschließung neuer Märkte im In- und Ausland oder die Entwicklung neuer Produkte einzusetzen und manchmal geht es auch einfach darum, gute Mitarbeiter

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zu bekommen. Das Potential ist groß: In OstWestfalenLippe haben mehr als 24 Prozent der Bevölkerung einen Migrationshintergrund, bei den jungen Menschen unter 18 Jahren sind es sogar knapp 37 Prozent (Stand 2008). „Da ist es doch ganz selbstverständlich, dass wir auf diese Menschen zugehen und sie einstellen“, sagt Arnold Drewer, geschäftsführender Gesellschafter der InnoDämm - Vertriebsgesellschaft für innovative Dämmstoffe. Sein Unternehmen hat einen besonders hohen Anteil von Migranten an der Belegschaft: zwischen 70 und 80 Prozent. Wie es dazu kam? „Das hat sich so ergeben. Was wir im Bereich der Dämmung von Altbauten machen, ist so einzigartig, dass wir alle Mitarbeiter speziell einarbeiten müssen. Auf besondere Berufsausbildungen oder Abschlüsse schaue ich gar nicht erst“,

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Standort

Alles andere, wäre dumm! Foto: IfB OWL e.V.

Dr. Andreas Hettich, geschäftsführender Gesellschafter des international tätigen Möbelbeschlagherstellers Hettich in Kirchlengern, erläutert, warum es für ihn selbstverständlich ist, Mitarbeiter mit internationalem Hintergrund einzustellen. Erhan Deli mit seinem Arbeitgeber Dr. Andreas Hettich.

bieren wir es im Unternehmen einfach aus, ob jemand für eine Tätigkeit geeignet ist. Das machen wir jedes Mal aufs Neue, so dass letztlich jeder Bewerber, egal welche Qualifikation er vorweist, individuell bewertet wird.

OWL Magazin: Warum haben Menschen mit Mirgationshintergrund es bei Hettich so leicht? Sind Sie ein besonders sozial eingestellter Mensch oder ein außerordentlich guter Unternehmer? Hettich: Wir haben im Unternehmen schon sehr lange Erfahrungen mit Mitarbeitern mit Migrationshintergrund. Die ersten Mitarbeiter aus der Türkei kamen bereits in den 1970er Jahren zu uns in den Betrieb. Für uns ist es eine Selbstverständlichkeit, in der Grundausrichtung nicht nur international tätig zu sein, sondern auch in Deutschland Menschen mit ausländischen Wurzeln zu beschäftigen. Unternehmerisch sinnvoll ist das allemal. Schon allein der demografische Wandel zwingt uns praktisch dazu, Leute aus anderen Ländern einzustellen. Da kann ich doch nicht von vornherein das große Arbeitskräftepotenzial ausschließen, das die Menschen mit Migrationshintergrund in der Region hier bilden. Das wäre doch dumm.

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Foto: Reinhard Schwarz

OWL Magazin: Wie gehen Sie mit Ausbildungs- oder Studienabschlüssen zum Beispiel aus den GUS-Staaten um, die nicht unmittelbar mit den in Deutschland gängigen Qualifikationen gleichzusetzen sind? Hettich: Abschlüsse aus diesen Ländern sind schwer zu bewerten. Deshalb pro-

OWL Magazin: Gibt es Mindestanforderungen? Hettich: Bewerber mit Migrationshintergrund, die für uns arbeiten möchten, sollten Deutsch können. Das muss nicht perfekt sein. Aber eine solide Sprachkompetenz ist wichtig, um sich bei der Arbeit zu verständigen und grobe Fehler zu vermeiden. Ansonsten müssen sich die Menschen einfach nur trauen, uns anzusprechen. Aber das können sie ja auch.

>> erklärt der Firmenchef. Ihm sei wichtig, dass Bewerber engagiert und loyal sind, improvisationsfreudig arbeiten können und mitdenken. Und solche Kandidaten hat er mit russischer, türkischer, ukrainischer, kroatischer und deutscher Abstammung gefunden. Das Betriebsklima sei gut. Die Zusammenarbeit funktioniere tadellos. Einer von Drewers ersten Mitarbeitern, Necat Turhan, der aus der Türkei stammt, ist inzwischen sogar zum Geschäftsführer aufgestiegen. Gibt es ein Geheimnis für diese gelungene Integration? „Wir versuchen zu vermeiden, dass sich die Leute nach ihrer Nationalität innerhalb der Kollegen abgrenzen und Gruppen bilden. Wir setzen sie so ein, dass jeder mal mit jedem arbeitet“, sagt Drewer. Er ist überzeugt, dass kulturelle Vielfalt sich für jeden Betrieb lohnt und auch in jedem Unternehmen organisieren lässt. „Mein Fazit jedenfalls ist: Ich würde alle Mitarbeiter, die ich eingestellt habe, jederzeit wieder einstellen“, sagt der Chef von InnoDämm. Und fragt man Erhan Deli danach, was er Migranten als Tipp für eine erfolgreiche Integration ins Arbeitsleben OWL mit auf den Weg geben würde, lautet die Antwort: Eine gute Ausbildung absolvieren, Engagement zeigen und sich nicht entmutigen lassen! Es gibt gute Chancen.


Panorama

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Die Hochschulen in OstWestfalenLippe

Foto: Fachhochschule des Mittelstands

Spitzenadressen in der Wissenschaftslandschaft Die Hochschulen in OstWestfalenLippe haben sich zu einem herausragenden Standortfaktor entwickelt. Sie sind bedeutende Impulsgeber für die Region. Für Forschung, Lehre und Studium bieten sie attraktive Arbeits- wie Studienbedingungen. Die Hochschulen in OWL profitieren von einer hohen Anziehungskraft auf kreative Talente. Und sie sind an vielen Stellen eng mit der Wirtschaft verzahnt – die erfolgreichen Forschungs- und Entwicklungskooperationen der Universität Bielefeld mit Honda oder der Universität Paderborn mit Boeing sind nur zwei von zahlreichen Beispielen. Das permanente Streben nach Exzellenz zeigt Wirkung. Die Hochschulen in OWL haben sich als Spitzenadressen in der Wissenschaftslandschaft etabliert.

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Die Hochschulen in OWL: Streben nach Exzellenz

>> Grenzenlos vernetzt An den Universitäten und Fachhochschulen in OstWestfalenLippe sind mehr als 50.000 Studierende eingeschrieben. Diese werden von rund 2.150 Professorinnen und Professoren sowie hochkarätigen wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unterrichtet und betreut. In den letzten Jahren hat sich OstWestfalenLippe zu einem attraktiven Studienort für ausländische Studierende entwickelt; derzeit sind knapp 3.700 junge Frauen und Männer aus allen Teilen der Welt eingeschrieben. Zudem sind die insgesamt 14 Hochschulen in OWL auch für internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler überzeugende Lehr- und Forschungsstandorte. Sechs Hochschulen, die sich in vielen Teilen ihres Angebotes an der Schnittstelle zwischen Forschung, Studium und Lehre auf der einen sowie Wirtschaft auf der anderen Seite bewegen, stellen wir ausführlich vor. Ihre Profile unterstreichen: Die Hochschulen in OstWestfalenLippe sind ein herausragender Standortfaktor für die Region. von Susanne Schaefer-Dieterle und Ruth Beuthe

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Foto: Universität Bielefeld

llein an der Universität Bielefeld investieren Menschen aus über 100 Ländern ihr ganz besonderes kulturelles Potenzial in Forschung, Lehre und Studium. Die Universität hat weltweit mehr als 100 Kooperationen auf Fakultätsebene. Alle Hochschulen pflegen ihre vielfältigen internationalen Beziehungen und sind damit wichtige Repräsentanten von OWL in der ganzen Welt. In OstWestfalenLippe arbeiten knapp 6.000 Beschäftigte aller Branchen in Forschung und Entwicklung. Als Partner der Wirtschaft stellen

öffentliche wie private Hochschulen Forschungs- und Entwicklungsressourcen bereit. In kooperativen Studiengängen bilden die Fachhochschulen die Fach- und Führungskräfte von morgen aus. Uni-Ausgründungen schaffen neue Arbeitsplätze. So haben strategische Kooperationen mit der Wirtschaft etwa an der Universität Paderborn eine lange, erfolgreiche Tradition. Bereits seit 25 Jahren existiert das CLAB als gemeinsames Forschungs- und Entwicklungslabor der Universität mit der Siemens AG. Im C-LAB arbeiten

Experten aus Hochschule und Industrie an gemeinsamen Projekten auf dem Gebiet der Computeranwendungen und -techniken mit internationalen Partnern zusammen. Ein Beispiel für den Neuaufbau einer strategischen Partnerschaft in jüngster Zeit ist das im Mai 2009 eröffnete Direct Manufacturing Research Center (DMRC), in dem sich die Universität Paderborn und ein Firmenkonsortium unter Führung von Boeing zusammengefunden haben. Es geht darum, innovative Verfahren der Serienfertigung auf der Basis digitaler Datensätze weiterzuentwickeln. Das slab (Softwarequalität) und das L-LAB (Licht) sind zwei weitere erfolgreiche Kooperationsprojekte.

Interdisziplinär, flexibel, hochgradig kommunikativ: Exzellente Arbeitsbedingungen verspricht sich Rektor Prof. Dr. Gerhard Sagerer von der kompletten Modernisierung des Universitätshauptgebäudes der Universität Bielefeld, die in mehreren Bauabschnitten erfolgt. Die Verbindung mit dem Campus Bielefeld wird durch diverse Erweiterungsbauten hergestellt. Auf dem neuen Campus Nord wird bis 2013 auch der Neubau der Fachhochschule Bielefeld entstehen. Insgesamt wird am Wissenschaftsstandort Bielefeld rund eine Milliarde Euro investiert.

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Die Hochschulen in OWL: Streben nach Exzellenz

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Foto: Hochschule Ostwestfalen-Lippe

Erste Adresse in Sachen Innovation und Technologietransfer mit dem Mittelstand: Studierende im Labor für Mikrobiologie des Fachbereichs Life Science Technologies der Hochschule Ostwestfalen-Lippe.

Erfolge in der Exzellenzinitiative des Bundes, die bundesweit einzigartige Fakultät für Gesundheitswissenschaften an der Universität Bielefeld, Spitzenplätze in den renommierten CHE-Rankings, herausragende Forschung – die Liste der imagebildenden Faktoren für die Hochschulen in der Region lässt sich beliebig fortführen. Dabei ist die Hochschullandschaft in OstWestfalenLippe noch relativ jung, es gibt keine klassischen Traditionsuniversitäten. Alle hiesigen Hochschulen wurden ab den späten 1960er Jahren gegründet: die Universität Bielefeld 1969, die Fachhochschule Bielefeld und die heutige Hochschule Ostwestfalen-Lippe 1971. Die Universität Paderborn folgte 1972 mit einem deutlich technischen Schwerpunkt. Nach und nach kamen private Hochschulen hinzu, wie die Fachhochschule des Mittelstands (FHM) in Bielefeld (2000). Die Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW) war bereits 1993 in Paderborn gegründet worden. Die jüngste Neugründung ist die Fachhochschule der Diakonie (2006). Einen weltweit exzellenten Ruf genießt die Hochschule für Musik in Detmold, bereits 1946 gegründet. Hier werden Musiker und Dirigenten auf die internationale Bühnenlandschaft vorbereitet. Die Hochschule für Kirchenmusik Herford

nahm ebenfalls in den 1940er Jahren ihre Arbeit auf. Unter der Trägerschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen werden hier Kirchenmusikerinnen und -musiker ausgebildet.

felder Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind in den vergangenen 14 Jahren mit dem international höchstdotierten wissenschaftlichen Förderpreis, dem Leibniz-Preis, ausgezeichnet worden.

OstWestfalenLippe ist ein Standort für Spitzentechnologie. Dafür stehen die sieben Leitprojekte der Brancheninitiative „Innovation und Wissen“, die in OWL mit ihrer Vision „Leadership durch Intelligente Systeme“ verankert ist. Spitzen aus Wirtschaft und Wissenschaft stellen sich als „Paten“ persönlich in den Dienst der Projekte. Das Ziel: Bis 2015 wird OstWestfalenLippe zu den wettbewerbsfähigsten und dynamischsten Regionen in Europa gehören.

Im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes wird das CITEC – Cognitive Interaction Technology – der Universität Bielefeld gefördert. Im Vordergrund steht hier die Mensch-Computer/MaschineKommunikation. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Fächern Informatik, Biologie, Linguistik, Physik, Psychologie und Sportwissenschaft arbeiten in dem Exzellenzcluster interdisziplinär zusammen.

Die Universität Bielefeld, vor mehr als 40 Jahren als Reformuniversität gegründet, profiliert sich auch heute noch in besonderer Weise mit ihren Fakultäten Soziologie, Erziehungswissenschaften, Geschichte und Gesundheitswissenschaften. Berühmte Namen wie Niklas Luhmann, Hans-Ulrich Wehler, Norbert Elias, Reinhard Selten, Hartmut von Hentig, Klaus Hurrelmann oder Gertrude Lübbe-Wolff sind eng mit der Uni Bielefeld verknüpft. Das ZiF - Zentrum für interdisziplinäre Forschung – genießt internationales Renommee. Acht Biele-

In seiner diesjährigen Empfehlung zur Förderung von Forschungsbauten an Hochschulen hat der Wissenschaftsrat den Antrag der Universität Bielefeld zur Errichtung eines neuen Forschungsbaus „Interaktive Intelligente Systeme“ befürwortet und mit Platz 1 bewertet. Diese Entscheidung ist ein erneuter beachtlicher Erfolg und ein weiterer Beleg für die herausragende wissenschaftliche Qualität des international einzigartigen Kompetenz- und Forschungszentrums für Interaktive Intelligente Systeme an der Universität Bielefeld.

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Die Hochschulen in OWL: Exzellente Adressen

>> Universität Bielefeld

Foto: Universität Bielefeld

Unter welchen Bedingungen sind Kooperationen zwischen Wirtschaft und Ihrer Hochschule sinnvoll? Grundlagenforschung mit internationalem Anspruch – so wurde unsere Universität zu einer Spitzenadresse in der deutschen Wissenschaftslandschaft. Die Erfolge in der Exzellenzinitiative, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Sonderforschungsbereiche und Graduiertenschulen, acht Leibniz-Preisträger sowie Spitzenplätze in wichtigen Rankings sprechen eine eindeutige Sprache für die Stellung der Universität Bielefeld. In diesem Profil und der internationalen Qualität in einigen Feldern liegt eine besondere Chance für Unternehmen. Zum einen produziert auch Grundlagenforschung spannende Anwendungsideen. Zum anderen kommen aus der Grundlagenforschung wichtige Impulse: Wo liegen Möglichkeiten zukünftiger Innovationen? Ein Austausch mit unseren Forschern lohnt sich – auch für viele mittelständische Unternehmen. Dabei sind unsere Kooperationen so vielfältig wie unsere Forschungsfelder. So kooperieren unsere Wissenschaftler beispielsweise mit Schüco und Miele, aber auch mit Krankenhäusern wie den von Bodelschwinghschen Stiftungen. Diese Kooperationen sind nicht auf die naturwis-

senschaftlichen und technischen Fächer begrenzt. Unsere Sozial- und Geisteswissenschaften beteiligen sich ebenfalls an einem regen Wissenstransfer. Wie überzeugen Sie kreative Köpfe und hochkarätige Talente, > an Ihrer Hochschule zu studieren > an Ihrer Hochschule zu lehren, zu arbeiten und zu forschen? Forschung und Lehre stehen an der Universität Bielefeld gleichberechtigt nebeneinander. Unser Anspruch ist es, in beidem zur Spitze zu gehören. Wir überzeugen dabei mit unserem besonderen interdisziplinären Profil, das nicht nur für die erfolgreichen Forschungsaktivitäten prägend ist, sondern auch Leitidee unserer Studienstruktur. Die Universität Bielefeld ist und war immer bereit, ungewöhnliche und damit vielfach zukunftsweisende Wege zu gehen. Das macht sie interessant für kreative Köpfe aus der ganzen Welt. Aber: Hochkarätige Talente brauchen ein perfektes Umfeld und die beste Infrastruktur – diese auf dem hohen Niveau zu halten und weiter zu verbessern ist unser ständiger Antrieb. Ein besonderer Schwerpunkt der Universität Bielefeld liegt im Bereich des wissenschaftlichen Nachwuchses. Die Vielfalt der Graduiertenschulen ist ein Beleg dafür. Kommunikativ und auf-

geschlossen ist die Atmosphäre an der Universität Bielefeld. Wir sind stolz auf unsere Beratungs- und Betreuungsangebote – sowohl für Studierende als auch für Wissenschaftler und Mitarbeiter in der Verwaltung. Familienfreundlichkeit, Gleichstellung oder Kompetenzvermittlung für Studium, Lehre oder wissenschaftliche Laufbahn – die Universität Bielefeld gehört auch auf diesen Feldern zu den Top-Adressen in Deutschland. Wie beurteilen Sie Ihre Position in der Region OstWestfalenLippe? Die Universität Bielefeld bildet Nachwuchskräfte nicht nur für die Wissenschaft, sondern auch für die Wirtschaft, das Schulsystem sowie soziale und gesellschaftliche Institutionen aus. Unsere Absolventen prägen damit an vielen Stellen die Region. Und wir übernehmen noch mehr Verantwortung: So befindet sich beispielsweise aktuell ein Zentrum für Unternehmensgründungen im Aufbau – wir möchten jungen Menschen Wege in die Selbständigkeit weisen und ihnen helfen, auf eigenen unternehmerischen Füßen zu stehen. OstWestfalenLippe hat das Potenzial, zu den innovativsten Regionen in Deutschland zu gehören. Dafür gilt es, die Netzwerke zwischen den Universitäten, Fachhochschulen, der Wirtschaft und der Politik weiter zu stärken.

Profil Gegründet: 1969 // Studiengänge: 80 // Professuren: 292 // Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: 437 // Nicht-wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: 843 // Studierende (ohne Gasthörerinnen und Gasthörer): 17.500 // Ausländische Studierende: 1.489 // Absolventinnen und Absolventen: 2.968 // Promotionen: 242 // Habilitationen: 21 (2009/2010) Rektor Prof. Dr. Gerhard Sagerer: „OWL kann und sollte sich noch stärker zur Wissenschafts- und Forschungsregion entwickeln – und dabei auch national und international wahrgenommen werden. Die Universität Bielefeld und auch ich persönlich werden einen Beitrag dazu leisten.“

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Drei herausragende (Forschungs-) Schwerpunkte oder Einrichtungen sind: - ZiF – Zentrum für interdisziplinäre Forschung - CeBiTec – Center für Biotechnology - CITEC – Cognitive Interaction Technology Center of Excellence www.uni-bielefeld.de


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Die Gesamtkosten des viergeschossigen Forschungsbaus „Interaktive Intelligente Systeme“ betragen 32 Millionen Euro. Als Baubeginn ist Januar 2011 vorgesehen, die Fertigstellung im Sommer 2012. Innovatives Herzstück des Forschungsbaus bildet ein fächerübergreifendes Zentrallabor. „Ziel sind technische Systeme, die für den Menschen intuitiv und leicht bedienbar sind: Von Alltagsgeräten bis hin zu Robotern“, erklärt Professor Dr. Helge Ritter vom Lehrstuhl für Neuroinformatik, Direktor des Forschungslabors CoR-Lab und Koordinator des Exzellenzclusters CITEC. Spitzenforschung für den Mittelstand – dies ist das Ziel für die Paderborner

„Zukunftsmeile Fürstenallee“, ein Forschungs- und Entwicklungscluster für Produkt- und Produktionsinnovationen in den Bereichen Maschinen- und Fahrzeugbau, Informationstechnologien sowie deren Schnittstellen. Es entsteht in unmittelbarer Nähe zum Heinz Nixdorf Institut. Für den ersten Baustein, ein Forschungszentrum Intelligente Technische Systeme, sind fünf Millionen Euro bewilligt. Das neue Gebäude soll Ende 2011 fertig sein. Zudem soll es zukünftig in Paderborn das Fraunhofer-Institut für intelligente mechatronische Systeme geben. Kürzlich wurde dafür die Fraunhofer-Projektgruppe Entwurfstechnik >> Mechatronik gegründet.

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Foto: Universität Paderborn

Die Hochschulen in OWL: Exzellente Adressen

Keine anonyme Massenuniversität, sondern eine Campus-Universität mit kurzen Wegen: Die Universität Paderborn, die sich als „Universität der Informationsgesellschaft“ profiliert.

Rebecca \\ Psychologie Torben \\ Intelligente Systeme

Querdenker für OWL

Studieren und forschen über Fächergrenzen hinaus, neue Denkweisen entwickeln und eigene, ungewöhnliche Wege gehen - die Universität Bielefeld ist ein Ort für kreative Querdenker. www.uni-bielefeld.de

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Die Hochschulen in OWL: Partner für die Wirtschaft

>> Universität Paderborn Unter welchen Bedingungen sind Kooperationen zwischen Wirtschaft und Ihrer Hochschule sinnvoll? Effektive Forschungskooperationen zwischen Hochschulen und Wirtschaftsunternehmen sind unabdingbar, um die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit des Technologiestandorts Deutschland zu sichern und zu verbessern. Schon rein quantitative Indikatoren belegen, dass die Universität Paderborn auf diesem Sektor eine Spitzenposition einnimmt. So ist es uns in den vergangenen vier Jahren gelungen, die Drittmitteleinnahmen aus der Wirtschaft zu verdoppeln. Im Jahr 2009 stellte die Wirtschaft der Universität Paderborn einen Betrag von insgesamt 7,1 Millionen Euro für Forschungsprojekte zur Verfügung, das entspricht einem Anteil von fast 24 Prozent an den gesamten Drittmitteleinnahmen. Der Hochschulleitung ist vor allem an langfristig angelegten strategischen Partnerschaften mit Unternehmen und Unternehmensverbünden gelegen, damit sich der Prozess der kontinuierlichen Rückkopplung zwischen Grundlagenund Anwendungsforschung einerseits und Produktentwicklung andererseits unter stabilen organisatorischen Rahmenbedingungen vollziehen kann.

Foto: Universität Paderborn

Wie überzeugen Sie kreative Köpfe und hochkarätige Talente,

> an Ihrer Hochschule zu studieren > an Ihrer Hochschule zu lehren, zu arbeiten und zu forschen? Der Universität Paderborn ist es gelungen, sich als „Universität der Informationsgesellschaft“ ein eigenständiges, international sichtbares wissenschaftliches Profil zu geben. Sie ist keine anonyme Massenuniversität, sondern mit ihren fünf Fakultäten und 103 Studiengängen eine mittelgroße Hochschule, die baulich als Campus-Universität mit kurzen Wegen angelegt ist und über starke disziplinenübergreifende Querbezüge in Forschung und Lehre verfügt. Eine Reihe von Infrastrukturfaktoren machen Studium, Lehre und Forschung an der Universität Paderborn für Studierende wie für Wissenschaftler attraktiv: eine große, moderne Universitätsbibliothek mit PC-Arbeitsplätzen und Möglichkeiten softwaregestützter Literaturrecherche, ein Netbook-Café mit umfangreichen Supportangeboten, hochschulweit erreichbares WLAN, das effektive Campusmanagementsystem PAUL, vielfältige Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Studium und Beruf, die der Universität Paderborn 2005 als erster Hochschule in NRW das Zertifikat „familienfreundliche Hochschule“ eingebracht haben, Mitnutzung der Mensa als studentische Arbeitsfläche, ein gut ausgestattetes Zentrum für Sprachlehre,

ein facettenreiches Kulturangebot, umfassende Angebote zur Gesundheitsförderung von Personal und Studierenden, ein vielfältiges Hochschulsportangebot mit hochschuleigenem Gesundheitstrainingszentrum. Wie beurteilen Sie Ihre Position in der Region OstWestfalenLippe? Die Universität Paderborn ist mit der Region OstWestfalenLippe in vielfältigen, für alle Beteiligten förderlichen Kooperationsbeziehungen verbunden. Bereits Mitte der 1980er Jahre wurden – mit finanzieller Unterstützung der Stiftung Westfalen – die Informatik und informatiknahen Anwendungsgebiete zu einem im internationalen Maßstab erfolgreichen Spitzenforschungsbereich ausgebaut. Dieses Engagement hat den Grund gelegt für eine effektive Verzahnung öffentlich finanzierter und privat betriebener Forschung und zugleich Wege geebnet zur Etablierung von Finanzierungsmodellen an der Schnittfläche privaten und öffentlichen Engagements in der Forschungsförderung. In dieser Tradition steht auch der Aufbau der Zukunftsmeile Fürstenallee, die sich als Forschungs- und Entwicklungscluster für Produkt- und Produktionsinnovationen in ganz OstWestfalenLippe vor allem im Bereich technischer intelligenter Systeme versteht.

Profil Gegründet: 1972 // Studiengänge: 102 // Professuren: 195 (davon 10 Juniorprofessuren) // Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: 816 // Nicht-wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: 620 // Studierende (ohne Gasthörerinnen und Gasthörer): 14.769 // Ausländische Studierende: 1.263 // Absolventinnen und Absolventen: 2.304 // Promotionen: 121 // Habilitationen: 4 (2009/2010) Präsident Prof. Dr. Nikolaus Risch: „Die Hochschulleitung ist an langfristig angelegten strategischen Partnerschaften mit der Wirtschaft interessiert.“

OWL-Das Magazin 16.2010

Drei herausragende (Forschungs-) Schwerpunkte oder Einrichtungen sind: - Heinz Nixdorf Institut (HNI) - Direct Manufacturing Research Center (DMRC) - Zentrum für Bildungsforschung und Lehrerbildung (PLAZ) www.uni-paderborn.de


Die Hochschulen in OWL: Partner für die Wirtschaft

Die Öffnung der Universität Paderborn für die Probleme von Wirtschaft und Gesellschaft in der Region manifestiert sich zugleich in einem intensiven Technologietransfer, in verstärkter Patentverwertung und in der Ausgründung von Unternehmen. So haben nach Angaben der Universität zwischen 1996 und 2004 schätzungsweise 1.300 Absolventinnen und Absolventen ein eigenes Unternehmen mit durchschnittlich jeweils 7,8 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gegründet. Auf diese Weise sind über 10.000 neue Arbeitsplätze entstanden, davon etwa 30 Prozent im engeren Einzugsbereich der Hochschule. Diese große Zahl von Start-up-Unternehmen zeigt, dass der Universität Paderborn eine enorme Bedeutung als Wachstumsmotor für die heimische Industrie, vor allem für die Informations- und Kommunikationstechnologie-Branche (IKT), zukommt.

Das Konzerthaus der Hochschule für Musik Detmold präsentiert den weltweit einzigen Konzertsaal mit einem Beschallungssystem nach dem Prinzip der Wellenfeldsynthese „3 D-Klang“ – ein herausragendes Klangerlebnis.

Wachstumsmotoren für die heimische Wirtschaft Die Hochschule Ostwestfalen-Lippe mit Sitz in Detmold, Lemgo, Höxter und Warburg baut zurzeit das Innovationszentrum „Industrial IT“ auf dem Campus in Lemgo. Auch das Fraunhofer-Kompetenzzentrum „Industrial Automation“ hat in Lemgo seinen Sitz. Die Forschung an industriellen Automatisierungssystemen soll die Innovationskraft der in OWL vertretenen Unternehmen der Automatisierungstechnik und des Maschinenbaus stärken. Aufbruchstimmung auch an der Fachhochschule Bielefeld. Ab August 2010 bietet die Hochschule an ihrem neuen Studienort Gütersloh erstmals die praxisintegrierten Bachelorstudiengänge „Wirtschaftsingenieurwesen“ und „Mechatronik/Automatisierung“ an. Das neue Konzept des praxisintegrierten Studiums gewährleistet eine enge Verknüpfung von Unterneh-

Foto: Frank Beyer

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Künstlerische Exzellenz Die Hochschule für Musik Detmold vereint künstlerische, pädagogische und wissenschaftliche Kompetenz auf höchstem Niveau. Maßstab aller musikalischen Arbeit ist die künstlerische Exzellenz. Diese strahlt international aus und wirkt auch im Sinne einer zentralen Kulturträgerschaft in Stadt und Region hinein. Zugleich ist die Hochschule für Musik Detmold ein aktiver Bestandteil des nationalen und internationalen Kulturlebens. Auf dessen Entwicklungen und Veränderungen reagiert sie in kreativer Weise und mit der notwendigen Profilierung ihrer Ausbildungsziele. Sie versteht es als ihre Aufgabe, konstruktive Beiträge zur musikalisch-ästhetischen Bildung zu leisten und übernimmt Verantwortung für die Musikalisierung und die Musikvermittlung in unserer Gesellschaft. www.hfm-detmold.de

menspraxis und Hochschulstudium. Die Absolventinnen und Absolventen erhalten einerseits einen qualifizierten Hochschulabschluss und andererseits

unternehmensspezifische Berufspraxis. Für die Unternehmen eröffnet das praxisintegrierte Studium neue Wege der Personalentwicklung.

OWL-Das Magazin 16.2010

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Die Hochschulen in OWL: Attraktive Arbeitgeber

>> Fachhochschule Bielefeld Unter welchen Bedingungen sind Kooperationen zwischen Wirtschaft und Ihrer Hochschule sinnvoll? Kooperationen sind überall dort sinnvoll, wo sich die Interessen treffen. Das kann in der Lehre sein, in Forschung, Entwicklung oder Transfer, aber zum Beispiel auch bei dem gemeinsamen Bemühen um attraktive Lebens- und Arbeitsbedingungen. Die enge Verbindung zwischen Theorie und Praxis sind Markenzeichen der Fachhochschulen und Voraussetzung für den Erfolg der Fachhochschule Bielefeld. Der Transfer von Wissen und Know-how ist ein wechselseitiger Prozess. Unternehmen sowie kulturelle und soziale Einrichtungen können auf ein breites Spektrum von Beratungsleistungen, Ideen und Modellentwicklungen zugreifen, während wir durch diese Kontakte den Praxisbezug und die darauf aufbauende Lehre und Forschung aktualisieren können.

Foto: Fachhochschule Bielefeld

Forschung und Entwicklung an der Fachhochschule Bielefeld wurden in den letzten Jahren stetig ausgeweitet und haben dabei wissenschaftliche wie öffentliche Anerkennung gefunden. Wesentliche Grundlage hierfür sind – neben den Kontakten zwischen Hochschullehrern und Praxis – die

Beteiligung an Messen und Ausstellungen sowie die Ausrichtung von Fachkongressen.

arbeiten und Aspekte gesellschaftlicher Verantwortung in die Problemlösung einzubeziehen.

Wie überzeugen Sie kreative Köpfe und hochkarätige Talente, > an Ihrer Hochschule zu studieren > an Ihrer Hochschule zu lehren, zu arbeiten und zu forschen? Die Fachhochschule Bielefeld bietet ein breites Fächerspektrum von den Ingenieurwissenschaften mit den klassischen Fächern, aber auch neuen Studiengängen wie Regenerative Energien und Apparative Biotechnologie, über Architektur, Pädagogik, Pflege und zahlreiche Wirtschaftsstudiengänge bis hin zu Gestaltung mit den Vertiefungen Modedesign, Fotografie und Grafik- und Kommunikationsdesign – um nur eine Auswahl zu nennen.

Motiviertem wissenschaftlichen Nachwuchs und Professorinnen und Professoren bieten wir Gestaltungsspielräume, Unterstützung bei Lehr- und Forschungsvorhaben und aufgeschlossene Kooperationspartner. Außerdem schreiben wir Familienfreundlichkeit und Geschlechtergerechtigkeit groß: Die FH Bielefeld ist die Hochschule mit dem höchsten Anteil weiblicher Professoren in ganz NRW und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf unterstützen wir zum Beispiel durch eine Betriebskita.

Vielfalt bieten wir auch bei den Studienformen. Neben dem klassischen Vollzeitstudium gibt es praxisintegrierte und Verbundstudiengänge, die berufsoder ausbildungsbegleitend studiert werden können. Neben den berufsspezifischen Inhalten legen wir starkes Gewicht auf die Vermittlung von Schlüsselqualifikationen wie die Fähigkeit, über die Grenzen des eigenen Faches hinaus im Team zu

Wie beurteilen Sie Ihre Position in der Region OstWestfalenLippe? Als Fachhochschule sehen wir unseren Lehr- und Forschungsauftrag in erster Linie darin, für die Region auszubilden und angewandte Forschung zu betreiben. Allein durch die geografische Lage unserer Standorte in Bielefeld und Minden und demnächst auch in Gütersloh sind wir mitten in OWL verwurzelt. Wenn wir in drei Jahren in Bielefeld den neuen Hochschulcampus Bielefeld beziehen, können wir modernste Studien- und Arbeitsbedingungen bieten.

Profil Gegründet: 1971 // Studiengänge: 53 // Professorinnen und Professoren: 175 // Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: 128 // Nichtwissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: 157 // Studierende (ohne Gasthörerinnen und Gasthörer): 6.921 // Ausländische Studierende: 563 // Absolventinnen und Absolventen: 1.133 (2009/2010)

Präsidentin Prof. Dr. Beate Rennen-Allhoff: „Mit ihrem breiten Fächerspektrum und der Vielfalt der Studienformen bietet die Fachhochschule Bielefeld eine große Auswahl für verschiedenste Studieninteressen.“

Drei herausragende (Forschungs-) Schwerpunkte oder Einrichtungen sind: - Kompetenzentwicklung im Gesundheits- und Sozialbereich - Optimierung und vernetzte Simulationen - Bielefelder Institut für Unternehmensgründung www.fh-bielefeld.de


Foto: Fachhochschule Bielefeld

Die Fachhochschule Bielefeld sieht ihren Lehr- und Forschungsauftrag in erster Linie darin, für die Region auszubilden und angewandte Forschung zu betreiben.

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Zum Wintersemester 2010/11 werden am Campus Minden der Fachhochschule Bielefeld drei neue Studiengänge starten. Am Fachbereich Architektur werden der Bachelorstudiengang Projektmanagement Infrastruktur/Logistik und am Fachbereich Technik die Bachelorstudiengänge Informatik und Elektrotechnik in das Angebot aufgenommen. Der neue Fachbereich Technik mit seinen betont praxisintegrierenden Studiengängen ist das Ergebnis einer Entscheidung der NRW-Landesregierung, die dem Campus Minden eine Erweiterung um 500 Studienplätze in den sogenannten MINTFächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) beschert hat. Um die Kapazitäten aufbauen zu können, untersucht der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) als Eigentümer der Liegenschaften derzeit, ob eine Übernahme eines durch das Technische Hilfswerk genutzten Gebäudes auf dem Campus möglich ist oder ob ein Neubau notwenig wird.

Das Spiel in der Ersten Liga Alle Hochschulen in OstWestfalenLippe wollen in der Ersten Liga spielen. Deshalb sind die vielen Investitionen in die bauliche Ausstattung so wichtig, denn sie werden als sichtbares Zeichen für exzellente Angebote für Forschung, Lehre und Studium empfunden – national wie international. In Bielefeld wird im Herbst 2010 der erste Spatenstich für den neuen Campus Bielefeld gesetzt. In direkter Nachbarschaft zur Universität wird die Fachhochschule Bielefeld, die bisher im Stadtgebiet auf sechs Gebäudekomplexe verteilt ist, an einem Standort konzentriert. Auch Forschungsinstitute, Forschungs- und Entwicklungszentren der Universität Bielefeld sowie Ausgründungen oder Start-ups werden hier eine erstklassige Adresse finden. Insgesamt wird auf dem Campus Bielefeld bis 2020 mit einem Investitionsvolumen von rund >> einer Milliarde Euro gerechnet.


>> Hochschule Ostwestfalen-Lippe Unter welchen Bedingungen sind Kooperationen zwischen Wirtschaft und Ihrer Hochschule sinnvoll? Unter den Bedingungen, dass beide Partner von der Kooperation profitieren. Unsere Hochschule profitiert, wenn zum einen unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einen Erkenntnisgewinn haben, der sich durchaus auch finanziell ausdrücken darf in Form von eingeworbenen Drittmitteln, die wiederum Auskunft geben über die Reputation des Labors und der Hochschule.Wir verstehen uns als Partner insbesondere von mittelständischen Unternehmen in der Region, die keine eigene Forschungs- oder Entwicklungsabteilung haben. Wir sind nicht in der Grundlagenforschung unterwegs.

Foto: Hochschule Ostwestfalen-Lippe

Zum anderen legen wir großen Wert darauf, dass die Ergebnisse der Kooperationen in unsere praxisorientierte Lehre – das ist weiterhin das Markenzeichen des Fachhochschulstudiums – einfließen. Unsere Professoren aktualisieren ständig ihr Praxiswissen durch die Projektarbeiten mit der Wirtschaft. Unsere Studierenden schreiben ihre Abschlussarbeiten ebenda und sind ein Stück mehr ‚berufstauglich’.

Wie überzeugen Sie kreative Köpfe und hochkarätige Talente, - an Ihrer Hochschule zu studieren - an Ihrer Hochschule zu lehren, zu arbeiten und zu forschen? Überzeugen wollen und können wir zuallererst durch unsere Qualität in Lehre und angewandter Forschung und durch die Leistungsfähigkeit der Hochschule insgesamt – also bis hin zu den Serviceangeboten, etwa im Bereich der Studierendenbetreuung und der effektiven Organisation des Studienalltags. Unsere Leistungsfähigkeit muss natürlich kontinuierlich öffentlich dokumentiert werden, nach dem altbekannten Motto ‚Tue Gutes und rede darüber’. Aber wir machen in jüngster Zeit noch mehr: Wir wollen die Talente in den Schulen abholen, informieren also vor Ort oder verstärkt auf den Berufsfindungsmessen in der Region. Es gilt, junge Talente aus OWL hier zu behalten. Studierende von weiter weg nach OWL zu holen, gelingt zumeist nur dann, wenn der Studiengang bundesweit mehr oder weniger exklusiv angeboten wird, oder wenn es besondere finanzielle Unterstützung gibt, wie beispielsweise

durch die Stiftung Studienfonds OWL. Im Übrigen gilt: Ein gelungener Internetauftritt hilft, die Studiengänge bundesweit attraktiv vorzustellen. Wir sind davon überzeugt, dass unsere Berufungspolitik die gewünschte Exzellenz zu uns nach OstWestfalenLippe führt. Und wir nehmen auch gerne zur Kenntnis, dass Exzellenz sich sozusagen reproduziert, indem junge Nachwuchswissenschaftler derselben oder fachnaher Disziplinen an die Hochschule kommen, weil sie wissen, wer hier lehrt und forscht. Eine Bewerberabsage mit der Begründung „Die Region gefällt mir nicht“ hat es bislang nicht gegeben. Wie beurteilen Sie Ihre Position in der Region OstWestfalenLippe? Anerkannter Partner in der akademischen Nachwuchsförderung für die Wirtschaftsregion OWL, erste Adresse in Sachen Innovation und Technologietransfer mit dem Mittelstand, Netzwerkpartner im Austausch mit Branchen, Initiativen und öffentlichen Einrichtungen, unverzichtbare Ausbildungsstätte für die Mittelzentren an unseren vier Standorten: um Talente hier zu behalten, um kluge Köpfe nach OstWestfalenLippe zu holen.

Profil Gegründet: 1971 // Studiengänge: 35 // Professorinnen und Professoren: 156 // Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: 288 // Nichtwissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: 162 // Studierende: 5.216 // Ausländische Studierende: 334 (6,4 Prozent) // Absolventinnen und Absolventen: 988 (Wintersemester 08/09 und Sommersemester 09)

Präsident Prof. Tilmann Fischer: „Eine Bewerberabsage mit der Begründung ‚Die Region gefällt mir nicht’ hat es bislang nicht gegeben.“

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Drei herausragende (Forschungs-) Schwerpunkte oder Einrichtungen sind: - Fraunhofer-Kompetenzzentrum Industrial Automation - Lebensmittelsicherheit und Lebensmittelqualität - Leichtbauoffensive OWL www.hs-owl.de


Studienstandorte in Bielefeld, Köln & Pulheim

Staatlich anerkannte, private

Foto: Fachhochschule des Mittelstands

Fachhochschule des Mittelstands (FHM)

Das Stammhaus der staatlich anerkannten, privaten Fachhochschule des Mittelstands in Bielefeld. In Köln ist die FHM seit 2008, in Pulheim seit 2010 vertreten.

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Das bald 40 Jahre alte Universitätshauptgebäude der Universität Bielefeld wird in mehreren Bauabschnitten komplett saniert und modernisiert. Zuvor wird an der Universitätsstraße ein Ersatzneubau mit einer Nutzfläche von rund 30.000 Quadratmetern erstellt. Künftig wird es hier unter anderem eine gemeinsame Mensa für Universität und Fachhochschule Bielefeld geben, deren Fertigstellung für Ende 2013 geplant ist. Die Universität Bielefeld ist auch im Gespräch als geeigneter neuer Standort für eine medizinische Fakultät. Auch die Universität Paderborn baut im großen Stil: Bis 2013 werden 100 Millionen Euro in neue Hörsäle, Seminarräume und Labors fließen, die Bibliothek und die Mensa sollen vergrößert werden.

Beitrag zur regionalen Wirtschaftsförderung Allen Hochschulen gemeinsam ist das Interesse am Transfer. An der Fachhochschule Bielefeld ist das Transfer-Team der zentrale Ansprechpartner für Forschung, Technologie und Wissenstransfer. Das Team hat die Aufgabe, die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis bei der Lösung technischer, wirtschaftlicher und sozialer Fragen durch ein vielfältiges Angebot an Serviceleistungen zu stärken und dadurch einen aktiven Beitrag zur regionalen Wirtschaftsförderung zu leisten. Dabei kommt auch dem internationalen Aspekt eine besondere Bedeutung zu.

STUDIEREN & DURCHSTARTEN! // Studium für (Fach-)Abiturienten und Berufstätige // Staatlich und international anerkannte Abschlüsse // Wissenschaftlich, kompakt und anwendungsorientiert // Individuelle Betreuung in kleinen Studiengruppen // Hohe Praxisorientierung und intensive Wirtschaftskontakte BACHELOR OF ARTS // B.A. Banking & Finance // B.A. Betriebswirtschaft // B.A. Energiemanagement // B.A. Eventmanagement & Entertainment // B.A. Gesundheitswirtschaft // B.A. Handwerksmanagement // B.A. International Business Administration // B.A. Kommunikationsdesign & Werbung // B.A. Marketingmanagement // B.A. Medienkommunikation & Journalismus // B.A. Medienwirtschaft // B.A. Personalmanagement // B.A. Sozialpädagogik in der Kindheit // B.A. Sozialpädagogik & Management

MASTER OF ARTS Crossmedia & Communication Management // M.A. New Media Management // M.A. Mittelstandsmanagement // M.A. Unternehmenskommunikation // M.A.

MASTER OF BUSINESS ADMINISTRATION Umweltmanagement im Mittelstand in der mittelständischen Wirtschaft

// MBA

Die Hochschule Ostwestfalen-Lippe positioniert sich als Partner für mittelständische Unternehmen in der Region, die keine eigenen Forschungs- und Entwicklungsabteilungen haben. Die Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW) setzt auf ihr Erfolgskonzept „Duales Studium“ in Kooperation mit großen Unternehmen der Region. Die enge Zusammenarbeit mit Unternehmen, zum Beispiel in FührungskräfteQualifizierungsprogrammen, ermöglicht die Ausbildung von hochqualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. >>

// MBA

Unternehmensführung

PROMOTION // DBA

Doctor of Business Administration

WEITERBILDENDES STUDIUM // Case

Manager/in

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General Manager/in

//

General Service Manager/in

// Gesundheits-Betriebswirt/in // Logistik-Betriebswirt/in // Projektrefe-

rent/in

// Sozial-Betriebswirt/in // Tourismus-Betriebswirt/in

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www.fh-mittelstand.de


Die Hochschulen in OWL: Herausragender Standortfaktor

>> Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW) Unter welchen Bedingungen sind Kooperationen zwischen Wirtschaft und Ihrer Hochschule sinnvoll? Gute Fach- und Führungskräfte zu finden, gestaltet sich zunehmend schwerer. Unternehmen sind gut beraten, selbst aktiv zu werden sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gezielt zu qualifizieren. Dabei ist die Fachhochschule der Wirtschaft der ideale Partner. Viele Firmen nutzen die Zusammenarbeit mit der FHDW bereits zu einer gezielten Personalentwicklung und sorgen so frühzeitig und nachhaltig für ihren eigenen Führungsnachwuchs. Sie fördern ‚ihre‘ Studenten zum Beispiel mit der Übernahme der Studiengebühren und stellen sie nach dem Bachelorstudium ein. Vor dem Hinter­grund der Führungskräfteentwickung ist aber auch der Masterbereich interessant. Die berufsbegleitenden Masterprogramme bieten den Unternehmen die Chance, ihre besten Talente über das Studium umfassend zu qualifizieren, ohne auf ihre Mitarbeit verzichten zu müssen. Zudem stehen den Unternehmen so die neuen Qualifikationen sofort zur Verfügung.

Foto: FHDW

Wie überzeugen Sie kreative Köpfe und hochkarätige Talente, - an Ihrer Hochschule zu studieren

- an Ihrer Hochschule zu lehren, zu arbeiten und zu forschen? Wer schnell, praxisnah und mit besten Karrierechancen studieren will, ist an der FHDW richtig. Sie verfolgt das Erfolgsrezept des dualen Studiums, das heißt die Studierenden wechseln quartalsweise zwischen Hochschule und Unternehmen. Beide Seiten profitieren erheblich von diesem Arrangement. Zum einen wenden die Studierenden ihr an der Hochschule neu erworbenes Wissen direkt an. Zum anderen lernen die Unternehmen Studierende schon während ihrer Praxisphasen intensiv kennen und umgekehrt. Daneben bieten die überschaubaren Gruppengrößen, die intensive Betreuung durch die Dozenten und eine Vielzahl von Kooperationen mit anerkannten Hochschulen rund um den Globus den Absolventen ein Studium mit hochattraktiven Optionen. Das zeigt Wirkung. Die meisten Studierenden steigen am Ende des Studiums direkt in den Beruf ein.   Wer praktische Erfahrungen bei engagierten Studierenden weitergeben will, bewirbt sich auf ausgeschriebene Professorenstellen an der FHDW gern. Die FHDW verlangt von den Professoren eine hohe Flexibilität hinsichtlich des Einsatzes in unterschiedlichen Voll-

zeitstudiengängen, berufsbegleitenden Studiengängen und Masterprogrammen, bietet im Gegenzug aber auch eine sehr individuelle Einsatzplanung, die Raum für Forschungsaktivitäten lässt. Die FHDW hat inzwischen umfangreiche Erfahrungen in der Beantragung von Forschungsmitteln und ist gern gesehener Partner für angewandte Forschung bei Firmen in der Region. Wie beurteilen Sie Ihre Position in der Region OstWestfalenLippe? Die private, staatlich anerkannte Fachhochschule der Wirtschaft wurde 1993 in Paderborn gegründet und ist seit 2001 auch in Bielefeld ansässig. Seitdem gelang es ihr, ein dichtes Netz von Partnerunternehmen aufzubauen. Heute nutzen mehr als 300 Unternehmen, unter ihnen Deutsche Telekom, Wincor Nixdorf, arvato direct services, arvato systems, Arntz Optibelt, Claas, ARI-Armaturen, Benteler, Schüco, Ordix und Wortmann KG, das Potenzial der FHDW für eine hochwertige und kostengünstige Nachwuchsentwicklung. Die gegenseitige Befruchtung von FHDW und Unternehmen hat zu praxisorientierten Lösungen für die Aus- und Weiterbildung geführt, die mittlerweile überregional kopiert worden sind. Man kann sagen: die FHDW ist die Praxishochschule in der Region OWL.

Profil

Prof. Dr. Stefan Nieland, Leiter der FHDW in Paderborn und Bielefeld: „Die berufsbegleitenden Masterprogramme bieten den Unternehmen die Chance, ihre besten Talente über das Studium umfassend zu qualifizieren, ohne auf deren Mitarbeit verzichten zu müssen.“

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Gegründet: 1993 in Paderborn // Studiengänge: Bachelor: Betriebswirtschaft, International Business, Wirtschaftsinformatik, Wirtschaftsrecht // Master: Business Management, IT-Management and Information Systems // Professuren: 30 // Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: 10 // Nicht-wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: 30 (18 Dozentinnen undDozenten ohne Professur, 12 Verwaltung) // Studierende: 710 // Ausländische Studierende: 10 // Absolventinnen und Absolventen: 1.770 (2009/2010) Drei herausragende (Forschungs-) Schwerpunkte oder Einrichtungen sind: - Webservices für orts- und kontextabhängige Geschäftsprozesse - Erarbeitung der Grundlagen einer Finanznorm - International Center for Management Learning (ICML) www.fhdw.de


Die Hochschulen in OWL: Herausragender Standortfaktor

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Die Fachhochschule des Mittelstands orientiert sich mit ihrem Studienangebot eng am Bedarf der mittelständischen Wirtschaft in OWL. Der duale Studiengang Banking & Finance ist eine enge Zusammenarbeit mit regional agierenden Banken und steht beispielhaft für innovative Studienangebote. Gründungen aus der Hochschule werden intensiv gefördert. Forschung, Transfer und Beratung sind dabei im hochschuleigenen Institut für Unternehmensgründung verankert. In allen Studiengängen sind die Themen Existenzgründung und Unternehmensführung fachbereichsübergreifend integrierter Bestandteil des Studiums. sieben Prozent der Studierenden der FHM gründen ihr eigenes Unternehmen. >>

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Einzigartig: Studienfonds OWL e.V. Unternehmen brauchen Nachwuchs, Studierende brauchen Geld. Seit 2006 gibt es den Studienfonds OWL e.V., ein Kooperationsprojekt der Universitäten Bielefeld und Paderborn, der Fachhochschule Bielefeld, der Hochschule Ostwestfalen-Lippe und der Hochschule für Musik Detmold. Gründer und zugleich Vorstand sind die Rektoren der Hochschulen. Durch Stipendien gefördert werden Studierende mit herausragenden Leistungen: Jeder, der geeignet und motiviert ist, soll ungeachtet seiner wirtschaftlichen Situation oder sozialen Herkunft studieren können. Gleichzeitig dient der Studienfonds der Standortsicherung: Der Studienfonds stellt Kontakte zu Unternehmen her, die auf exzellenten Nachwuchs angewiesen sind. Organisiert werden Praktika, duale Studiengänge oder auch Verdienstmöglichkeiten als Werkstudent. www.studienfonds-owl.de

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Die Hochschulen in OWL: Anziehungskraft auf kreative Talente

>> Fachhochschule des Mittelstands (FHM) Unter welchen Bedingungen sind Kooperationen zwischen Wirtschaft und Ihrer Hochschule sinnvoll? Als Fachhochschule des Mittelstands orientiert sich unser Studienangebot an dem Bedarf der mittelständischen Wirtschaft. Durch eine enge Vernetzung von Studien- und Praxisphasen erfolgt der Aufbau eines Netzwerks in Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung. Der konsequente Praxisbezug des Studiums verschafft den wissenschaftlichen Studiengängen eine hohe Anwenderorientierung. Durch innovative Studienangebote sowie anwendungsorientierte Forschung und den Ausbau von Kooperationen werden wir auch künftig unser Profil als Partner für die mittelständische Wirtschaft ausbauen. So wurde der duale Bachelorstudiengang Banking & Finance in enger Zusammenarbeit mit ausgewählten regional agierenden Banken im Raum OstWestfalenLippe entwickelt. Dabei wurde dem Bedarf der Banken nach einem maßgeschneiderten, betriebswirtschaftlichen Hochschulstudium mit hoher Praxisorientierung entsprochen.

Foto: Fachhochschule des Mittelstands

Wie überzeugen Sie kreative Köpfe und hochkarätige Talente, - an Ihrer Hochschule zu studieren - an Ihrer Hochschule zu lehren, zu arbeiten und zu forschen?

Das innovative Studienangebot der FHM umfasst 20 staatlich anerkannte und akkreditierte Bachelor-, Masterund MBA-Studiengänge. Wir bieten unseren Studierenden eine wissenschaftliche und zugleich praxisnahe Qualifizierung in kleinen Lerneinheiten. Darüber hinaus wurde die FHM im Jahr 2007 als erste Hochschule in OstWestfalenLippe institutionell akkreditiert. Aufgrund einer sehr guten Bewertung wurde die Akkreditierung für zehn Jahre ausgesprochen. Das Gütesiegel des Wissenschaftsrats bestätigt eine exzellente Qualität der FHM in Lehre, Forschung und Weiterbildung. Wir vertreten die Überzeugung, dass das Rektorat, die Professoren, die Führungs- und Fachkräfte gemeinsam die Verantwortung für den Erfolg unserer Hochschule tragen. Der hohe Grad an eigenverantwortlichem Handeln, das Spannungsfeld zwischen Wissenschaft und Anwendungsorientierung und die individuelle Einflussnahme auf die Profilierung und Weiterentwicklung der FHM machen unsere Hochschule zu einem attraktiven Arbeitgeber. Wie beurteilen Sie Ihre Position in der Region OstWestfalenLippe? Als staatlich anerkannte, private Fachhochschule sind wir in OWL mit unser-

en wirtschaftsnahen Studienangeboten gut positioniert und streben einen Ausbau der Hochschule an. Im Jahr 2000 sind wir mit 50 Studierenden gestartet, im Jahr 2010 begehen wir unser zehnjähriges Bestehen mit inzwischen 1.000 Studierenden. Vom Stammhaus in Bielefeld ausgehend haben wir Standorte in Köln und Pulheim gegründet und betreiben ferner einen Campus in Suzhou (Süd-China). Auch die hochschuleigenen In-Institute für den Mittelstand in Lippe, Hannover, München und China tragen mit zahlreichen nationalen und internationalen Projekten maßgeblich zur angewandten Forschung an der FHM bei. Dabei positioniert sich die FHM konsequent als Partnerhochschule mittelständischer Unternehmen. Wir konzentrieren uns auf eine angewandte Forschung in Forschungsfeldern, die von besonderer Relevanz für die mittelständische Wirtschaft sind und einen direkten, erkennbaren Nutzen für Unternehmen beinhalten. So ist die unternehmerische Verantwortung im Mittelstand traditionell von hoher Bedeutung. In diesem Zusammenhang rückt insbesondere die Frage der Nachhaltigkeit in den Vordergrund – ökonomisch, ökologisch und gesellschaftlich. Mit diesen Fragen beschäftigen wir uns im Kompetenzfeld CSR (Corporate Social Responsability) und Nachhaltigkeit.

Profil Gegründet: Stammhaus seit 2000, Standort Köln seit 2008, Standort Pulheim seit 2010 // Studiengänge: 21 // Professuren: 20 // Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: 24 // Nicht-wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: 27 // Studierende (ohne Gasthörer): 1.000 (Bachelor, Master, MBA), ca. 350 (Wissenschaftliche Weiterbildung) // Ausländische Studierende: 30 // Absolventinnen und Absolventen: 750 Diplom, Bachelor, Master, MBA (2009/2010) Rektorin Prof. Dr. Anne Dreier: „Wir haben es uns zum Programm gemacht, Gründungen aus der Hochschule intensiv zu fördern.“

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Drei herausragende (Forschungs-) Schwerpunkte oder Einrichtungen sind: - Mittelstandsökonomie - CSR und Nachhaltigkeit - Existenzgründung/Unternehmensnachfolge www.fhm-mittelstand.de


Die Hochschulen in OWL: Impulsgeber für die Region

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Wer im Wettbewerb die Nase vorn haben will, braucht an seinem Standort Rahmenbedingungen, die Innovationsprozesse in Gang setzen und damit ein Klima provozieren, in dem sich Exzellenz in Forschung, Lehre und Studium entwickeln kann. In dieser Grundhaltung sind sich die Hochschulen in OstWestfalenLippe einig. Das betrifft die beiden Universitäten mit ihren beeindruckenden Forschungs- und Entwicklungskapazitäten genauso wie eine Hochschule für Musik Detmold, die international mit Exzellenz brilliert. Die Hochschulen in OstWestfalenLippe haben sich in den letzten Jahren enorm entwickelt. Sie garantieren exzellente

Medizinische Kompetenz und menschliche Nähe

Forschung und Lehre, deutschlandweites wie internationales Renommee, ausgezeichnete Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Entwicklungschancen für Spitzentechnologie. Neben ihren unstrittig bedeutsamen Qualitäten als Standortfaktor und Partner für die Wirtschaft bieten sie aber wesentlich mehr: Sie sind wichtige Arbeitgeber. Tausende von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und deren Familien sowie 50.000 Studierende investieren in Wohnen und Einkaufen und garantieren die große Vielfalt der Gastronomie. Auch Kunst und Kultur in OstWestfalenLippe wären um Vieles ärmer, wenn es die Hochschulen nicht

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gäbe. Sie eröffnen den Menschen in der Region sowie Tausenden von Besuchern, die als Geschäftsleute oder Touristen kommen, Zugänge zu Mode, Musik, Film, Theater – bei großen Produktionen mit überregionaler Ausstrahlung wie auch bei kleinen, aber feinen Darbietungen. Selbst manches scheinbar banale Alltagsproblem bliebe ungelöst, wenn es nicht weitsichtige Forscherinnen und Forscher gäbe, die in ihren Labors für Abhilfe sorgen. So finden Theorie und Praxis auf ganz natürlichem Wege zueinander und stehen gemeinsam für das Leitthema „OstWestfalenLippe: Leadership durch Intelligente Systeme“.

Das Herz- und Diabeteszentrum NRW in Bad Oeynhausen zählt zu den weltweit führenden Einrichtungen zur Behandlung von Herz-, Kreislauf- und StoffwechselErkrankungen.

In vier Kliniken mit modernster AusstatKlinik für Thorax- und Kardiovaskularchirugie

tung arbeiten unsere Mitarbeiter hier

Direktor: Univ.-Prof. Dr. med. Jan Gummert

nach dem neuesten Stand fachärztlicher

Klinik für Kardiologie Direktor: Univ.-Prof. Dr. med. Dieter Horstkotte

Zentrum für Angeborene Herzfehler Direktor: Univ.-Prof. Dr. med. Deniz Kececioglu Direktor: Dr. Eugen Sandica

Diabeteszentrum Direktor: Univ.-Prof. Dr. med. Dr. h.c. Diethelm Tschöpe

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Diagnostik und Therapie eng zusammen. Für unsere Patienten bedeutet das hohe Sicherheit durch Routine und Erfahrung. Neben einer ausgezeichneten medizinischen Versorgung finden Sie bei uns eine angenehme Umgebung und besonders freundliche Betreuung.

19.05.10 13:02

OWL-Das Magazin 16.2010


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>> Starke Hochschulen in OstWestfalenLippe

Fachhochschule Vechta Diepholz Oldenburg, Zweigstelle Espelkamp (FHWT) Hochschule für Kirchenmusik Herford Universität Bielefeld

Fachhochschule des Mittelstands (FHM)

Fachhhochschule Bielefeld Kirchliche Hochschule Wuppertal/Bethel, Standort Bielefeld

Hochschule Ostwestfalen-Lippe

Hochschule für Musik Detmold Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen in Bielefeld (FHöV)

Fachhochschule der Wirtschaft Paderborn und Bielefeld (FHDW)

Universität Paderborn

Theologische Fakultät Paderborn Katholische Hochschule NordrheinWestfalen, Abt. Paderborn

Science to Business: Wo Wirtschaft und Wissenschaft in OstWestfalenLippe zusammenkommen, dokumentiert die Broschüre „Science to Business-Center“ der OWL Marketing GmbH. Neben den Einrichtungen der Hochschulen und ihrer Kooperationspartner werden etablierte „Denkfabriken“ der Region aufgeführt. www.innovation-wissen.de Impressum // Die Hochschulen in OstWestfalenLippe ist ein Special im Rahmen von „OstWestfalenLippe - Das Magazin“ Ausgabe 16. V.i.S.d.P.: Herbert Weber, OWL Marketing GmbH, Jahnplatz 5, 33602 Bielefeld. Redaktion: Susanne Schaefer-Dieterle, ssd Kommunikation, Bielefeld. Gestaltung: Artgerecht Werbeagentur GmbH, Bielefeld. Stand: Juli 2010. Wir danken den Hochschulen in OstWestfalenLippe für die gute Kooperation. 1


Heimattage | HermannTage Eröffnung der Waldbühne 15.05. – 16.05.2010, Hermannsdenkmal Detmold 2010 – Europäisches Straßentheaterfestival 22.05. – 24.05.2010, Detmold Poetenpack 28.05.2010, Waldbühne am Hermannsdenkmal Theaterstück »Der zerbrochene Krug« »Comedian Harmonists« | ensemble six 29.05.2010, Waldbühne am Hermannsdenkmal »Von Klassik bis Pop« 04.06.2010, Waldbühne am Hermannsdenkmal Power Percussion »Eine unglaubliche Begegnung der rhythmischen Art« 05.06.2010, Waldbühne am Hermannsdenkmal Sonderausstellung »175 Jahre in 175 Tagen« 17.06.2010 – 16.01.2011, Lippisches Landesmuseum Russische Kammerphilharmonie »Die große Johann Strauss Gala« 18.06.2010, Waldbühne am Hermannsdenkmal »Brunner & Brunner« 19.06.2010, Waldbühne am Hermannsdenkmal »Comedy-Nacht« am Hermann 25.06.2010, Waldbühne am Hermannsdenkmal Oliver Beerhenke | Matthias Jung | Oliver Materlik | Thomas Philipzen Im Namen der Lippischen Rose – Kunst & LebensArt 26.06. – 27.06.2010, Burg Horn

»Band Contest« für junge Rockgruppen 14.07.2010, Lemgo, Schloss Brake Rock am Hermann »Luxuslärm« 30.07.2010, Waldbühne am Hermannsdenkmal Rock am Hermann »Tanzwut« 31.07.2010, Waldbühne am Hermannsdenkmal »Mondscheinkino« 05.08. – 15.08.2010, Waldbühne am Hermannsdenkmal »Live – Kochen mit Chefkoch Ralf Zacherl« Lippe is(s)t anders. 27.08.2010, Waldbühne am Hermannsdenkmal Thailand stark in Lippe 27.08. – 29.08. 2010, Horn-Bad Meinberg »Fools Garden & Vincent Rocks« 28.08.2010, Waldbühne am Hermannsdenkmal Gospel-Chöre Stapelage »Voices of Confidence« und »Inspiration« 29.08.2010, Waldbühne am Hermannsdenkmal

Das Kulturprogramm Hermann 2010 wird Ihnen präsentiert von:

7. LipperTage 03.09. – 05.09.2010, Lage »Großer Nikolaus Abend« Bei uns kommt der Nikolaus schon heute. 04.12.2010, Waldbühne am Hermannsdenkmal Silvesterparty 31.12.2010, Am Hermannsdenkmal Eventmanagement:

Landes-Brandversicherungsanstalt Ein Unternehmen der Provinzial Rheinland Holding Die Versicherung der Sparkassen

Lippe. Wir sind das L in OWL.


Die Wewelsburg beherbergt seit April die einzige museale Gesamtdarstellung der SS in Deutschland:

Foto: Kreismuseum Wewelsburg

Ein groĂ&#x;er Wurf von Stefan Brams

OWL-Das Magazin 16.2010


Kultur/Geschichte

Sieben Millionen Euro sind in den Umbau der Mahn- und Gedenkstätte Wewelsburg und in die neue Ausstellung geflossen. 1.000 Objekte – vom Taschenkalender Heinrich Himmlers bis hin zu „Julleuchtern“ – sind auf der 850 Quadratmeter umfassenden Ausstellungsfläche in der Dreiecksburg zu sehen. Eine Ausstellung, die sehr eindringlich über das Selbstverständnis, die Biografien, die Ideologie und die Verbrechen der SS aufklärt. SS-Chef Himmler hatte die im Stil der Weserrenaissance 1609 erbaute Burg zusammen mit Adolf Hitler bei einer Wahlkampftour durchs Lipperland im Jahr 1933 entdeckt. Für den symbolischen Preis von einer Reichsmark

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1. Landrat Manfred mit KulturstaatsVielseitiges AngebotMüller an Tagungsund minister Bernd in Neumann. Kongressorten OWL 1. EinSchloß Lemgo 2. Teil derBrake, aktuellen Ausstellung 2. Stadthalle Gütersloh 3. Betroffene Gesichter: die Präsidentin 3. A2 Forum, Rheda-Wiedenbrück des Zentralrates der Juden in Deutschland, 4. Gräfliches Parkhotel, Bad Driburg Charlotte Knobloch, im Rahmen der Ausstel5. Wewelsburg, Büren lungseröffnung.

Foto: Kreismuseum Wewelsburg

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Foto: Kreismuseum Wewelsburg

üren-Wewelsburg. Fachwelt und Presse sind sich einig: Dem Kreismuseum Wewelsburg ist mit der neuen Dauerausstellung in der Wewelsburg unter dem Titel „Ideologie und Terror der SS“ „ein großer Wurf von nationalem Rang gelungen“. Denn die neue Ausstellung, die nach fünfjähriger Umbauzeit die eher lokal ausgerichtete Schau aus dem Jahr 1982 ablöst, ist die einzige museale Gesamtdarstellung der SS und ihrer Verbrechen in Deutschland. Am 15. April wurde sie im Beisein der Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, und des Kulturstaatsministers Bernd Neumann eröffnet. Auch drei ehemalige KZ-Häftlinge nahmen an der Einweihung teil. Neumann sprach von einem „Zeichen der Versöhnung“.

Foto: Kreismuseum Wewelsburg

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im Jahr mietete sie Himmler 1934 auf 100 Jahre vom Landkreis Büren, um dort eine abgeschirmte zentrale Versammlungsstätte für die SS-Führungselite aufzubauen. Wie bedeutend die Wewelsburg für die SS war, das zeigt sich gleich am Beginn der neuen Ausstellung, die mit dem „Schlüsseljahr 1941“ im Untergeschoss des ehemaligen SS-Wachgebäudes am Burgvorplatz beginnt. Vom 12. bis zum 15. Juni 1941, also wenige Tage vor dem Überfall der Wehrmacht auf die Sowjetunion am 22. Juni, versammelte Himmler hier in der ostwestfälischen Provinz – und nicht in Berlin – seine Führungsriege um sich, um sie auf „die Dezimierung der slawischen Rasse um 30 Millionen“ einzuschwören. Erschaudern lassen den Besucher die einzigen beiden Fotos von diesem Treffen. Sie zeigen locker umhergehende SS-Offiziere auf dem Gelände der Wewelsburg – wenige Tage bevor der Völkermord eine neue Dimension erreichen sollte. Eindrucksvoll zeigt die Schau, wie sich die SS eine eigene Welt innerhalb des NS-Staates mit eigenen Symbolen und Ritualen geschaffen hatte. Aufgeklärt wird im ehemaligen Turn- und Fechtsaal der SS sowie im Kasino über Organisation, Führungspersonal, Strukturen, Weltanschauung, Mentalität, Selbstverständnis und Terror der SS. Ein eigener Raum ist vor allem den in Osteuropa gemeinsam mit der Wehrmacht verübten Verbrechen der SS gewidmet. Im Nordturm der Burg sind die Gruft, in der die Totenfeiern stattfanden, und der „Obergruppenführersaal“ mit dem Boden-

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Kultur/geschichte

Foto: Kreismuseum Wewelsburg

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Ehemalige "Gruft" im Nordturm der Wewelsburg mit Reproduktionen des Bilderzyklus von Josef Glahé zum Gedenken an die Opfer des Konzentrationslagers Niederhagen.

Foto: Kreismuseum Wewelsburg

ornament der „Schwarzen Sonne“ nun frei zugänglich. Um zu verhindern, dass dieses in der rechten und esoterischen Szene beliebte Symbol, als Kultstätte missbraucht wird, wurden über das Ornament große Sitzkissen verteilt und Überwachungssysteme installiert.

Das Foto zeigt den Obergruppenführersaal im Stil der NS-Architektur.

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Doch die Ausstellung klärt nicht nur über das Selbstverständnis der SS auf, sondern erzählt auch die Geschichte des benachbarten Konzentrationslagers Niederhagen. Hier mussten ab 1939 rund 3.900 Häftlinge in einem Steinbruch schuften, sollte doch die nur wenige hundert Meter entfernte Wewelsburg nach Himmlers Vorstellungen zu einem riesigen Burgkomplex seines schwarzen Totenkopf-Ordens ausgebaut werden. Mindestens 1.285 Häftlinge starben. Begreifbar wird durch diese Ausstellungskonzeption die Doppelfunktion der Wewelsburg als Opfer- und Täterort. Bis in die Details hinein ist das nachzuvollziehen: neben

der schwarzen SS-Uniform finden sich die blau-weiß gestreiften Häftlingsjacken, neben Schutzhaftbefehl und Totenschein die Briefe und Erinnerungsberichte der Inhaftierten. Gezeigt wird in der Gedenkstätte, die von Wulff E. Brebeck und Kirsten John-Stucke geleitet wird, aber auch, wie lange es nach 1945 dauerte, diese doppelte Geschichte anzunehmen, darzustellen und der Opfer zu gedenken. Ein Museum zur Geschichte der SS hätte wohl keinen besseren Platz finden können als diesen. Wahrlich ein großer Wurf, der über die Region hinaus Bedeutung für die Aufarbeitung der NS-Geschichte hat. Öffnungszeiten der Ausstellung im Dokumentationszentrum auf der Wewelsburg, Burgwall 19, Büren-Wewelsburg: Di-Fr 10-17,Sa-So 10-18 Uhr; Infos unter Telefon (02955)76220 und im Internet unter www.wewelsburg.de.


Panorama

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Lleyton Hewitt schnappt sich den Titel bei den GERRY WEBER OPEN

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Foto: JHasenkopf

roße Überraschung bei den 18. GERRY WEBER OPEN vom 5. bis zum 13. Juni 2010 in Halle/Westfalen: Gleich bei seiner ersten Turnierteilnahme holte der 29-jährige Australier Lleyton Hewitt den Titel. Im Endspiel bezwang er den großen Favoriten Roger Federer in drei Sätzen. Dem „Rasen-König“ Federer blieb der sechste Turniersieg damit verwehrt – es war die erste Niederlage des Schweizers in Halle nach 29 Siegen. Mit dem Turnier insgesamt war Federer dennoch zufrieden. Lleyton Hewitt gewann beim „deutschen Wimbledon“ seinen insgesamt siebten Titel bei einem Rasenturnier und gehört damit nach zwei Hüft- und einer Knie-OP wieder zur Weltspitze. Sowohl Lleyton Hewitt als auch Roger Federer haben versprochen, 2011 wiederzukommen – Hewitt als Titelverteidiger und Federer in der neuen Rolle des Herausforderers. (IR)

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Wirtschaft

OWL-Innovationspreis 2009

Vier Unternehmen von insgesamt 124 Bewerbern wurden 2009 mit dem OWL Innovationspreis der OWL Marketing GmbH ausgezeichnet.

Ausgezeichnetes aus OstWestfalenLippe: Produktinnovationen – Marketingstrategien – Unternehmerpersönlichkeiten Innovationen werden in OstWestfalenLippe nicht erst seit Dr. August Oetkers erfolgreicher Vermarktung des Backpulvers, seit Carl Mieles erster Waschmaschine oder seit Erfindung des Kaffeefilters durch Melitta Bentz großgeschrieben. Ein thematisch breit aufgestelltes mittelständisches Unternehmertum bietet die idealen Voraussetzungen für die kontinuierliche Entwicklung Tausender innovativer Produkte und die Erteilung unzähliger Patente, Gebrauchs- und Geschmacksmuster für Innovationen „made in OstWestfalenLippe“. Die OstWestfalenLippe Marketing GmbH hat es sich zur Aufgabe gemacht, das große Innovationspotenzial der heimischen Unternehmen mit dem alle zwei Jahre vergebenen OWL-Innovationspreis zu würdigen. Besondere Leistungen einzelner Unternehmer werden vom mittelständischen Interessenverband „Die Familienunternehmer – ASU“ als „Unternehmer des Jahres“ ausgezeichnet, während erfolgreiche bzw. vorbildhafte Marketingstrategien ostwestfälischer Unternehmen vom Marketing-Club OWL Bielefeld e. V. mit der Verleihung der „Marketing OWL“ hervorgehoben werden. von Reinhard Schwarz

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Industrieelektronik: OWL-Innovationspreis 2009 „Produkt“ für RTB GmbH & Co. KG, Bad Lippspringe Die Unternehmen der Industrieelektronik sind ständig gefordert, in Forschung und Entwicklung eine hohe Innovationsgeschwindigkeit vorzulegen. Ein hervorragendes Beispiel gibt RTB aus Bad Lippspringe. Die Bad Lippspringer entwickeln verkehrstechnische Systeme mit hohem Wirkungsgrad – so z. B. Ampelsignalgeber für Sehbehinderte oder mentale Signale zum Einsatz bei Tempomessungen, welche die Autofahrer auf sympathische Weise ansprechen, oder Systeme, die Erdarbeiten an Lichtzeichenanlagen komplett überflüssig machen. Mit dem prämierten Produkt „TOPO.plus“ stellt RTB aus Bad Lippspringe Kommunen und Verkehrslenkungsexperten ein innovatives Fahrzeugklassifizierungssystem zur genaueren Auswertung von Verkehrsströmen auf Grundlage von bewährter Radartechnik zur Verfügung – im Zusammenspiel mit „akustischen Ereignissen“. Aufwändige Handzählungen gehören der Vergangenheit an. Die Lösung ermöglicht u.a. über die Identifizierung von Motorengeräuschen die Unterscheidung von Bus (Motor hinten) und LKW (Motor vorne). So können beispielsweise Ampelanlagen deutlich exakter und differenzierter geschaltet werden, was zu niedrigeren Schadstoffwerten und einer insgesamt effizienteren Verkehrslenkung führt. Dadurch und durch die zusätzliche Möglichkeit der Achsenerkennung


Wirtschaft

kann die bislang sehr ungenaue Längenmessung von Fahrzeugen ersetzt und die Fahrzeugzuordnung nach vordefinierten Fahrzeugklassen gezielt durchgeführt werden. Das äußerst präzise Messsystem wurde bereits durch die TU München zertifiziert und durfte in einschlägigen Fachkreisen höchste Anerkennung erfahren, zur Freude von Unternehmenschef Rudolf Broer. www.rtb-bl.de

Social Entrepreneurship: OWLInnovationspreis 2009 „Prozess “ für Roggenkamp Organics AG, Gütersloh „Wir machen gutes Essen“, erläutert Sandra Janotta-Roggenkamp den Ge-

schäftszweck ihres Unternehmens. Was alleine die Jury aber kaum dazu bewogen hätte, Roggenkamp Organics den OWL-Innovationspreis „Prozess“ zu verleihen. Denn das Unternehmen geht mit „Social Entrepreneurship“ einen ungewöhnlichen, gleichwohl erfolgreichen Weg, der Vorbild für ein Unternehmertum der ganz neuen Art sein könnte. Seit ihren Anfängen versteht sich die Roggenkamp Organics AG als integrierter Teil des gemeinnützigen Stiftungsprojekts „Deutsche Demenz Stiftung – Vergissmeinnicht“ und unterstützt die Stiftung langfristig und kontinuierlich mit fianziellen Mitteln. Unter dem Motto „Gutes Essen – gute

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Taten“ produziert Roggenkamp in Gütersloh hochwertige Bio-Suppen, deren Rezepte von Spitzenköchen wie z. B. Thomas Bühner vom Osnabrücker 2-Sterne-Restaurant „La Vie“ stammen. Ein innovatives, schonendes „cook & chill“ genanntes Haltbarkeitsverfahren, jeglicher Verzicht auf künstliche Zusätze und die Verwendung ausschließlich frischer und regionaler Produkte haben die fettarm gekochten RoggenkampSuppen an die Qualitätsspitze im Suppenmarkt katapultiert. Mit Bio-Suppe und Bio-Eis ist das Unternehmen nicht nur in Deutschland, sondern auch in der Schweiz, Österreich und Dänemark erfolgreich. In der engen Verbindung mit

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Wirtschaft

Das Fahrzeugklassifizierungssystem „TOPO.plus“ – hier in eigenem Gehäuse – ermöglicht eine optimale Steuerung von Verkehrsströmen.

Werbeplakat für Bio-Eis von Roggenkamp Organics. Produziert wird ganz traditionell mit Milch, Sahne, Rohrzucker und Eiern aus Freilandhaltung – alles Bio natürlich.

Der Glamento-Glasfußboden in einer Fertigungshalle. Für dieses Produkt erhält das Unternehmen auch den Bundespreis 2010 für hervorragende innovatorische Leistungen im Handwerk.

Stefan Roggenkamps Stiftung „Vergissmeinnicht“ und mit Hilfsangeboten für Demenzkranke und deren Angehörige ist die Roggenkamp Organics AG als dezidiert soziales Unternehmen, das sich neben dem betrieblichen auch den gesellschaftlichen „Gewinn“ auf die Fahnen geschrieben hat, einzigartig und zudem Vorreiter in Deutschland. www.roggenkamp-organics.com

Die Entwicklungsarbeit bezog auch die Verlegetechnik ein. Dafür wurden in Zusammenarbeit mit Maschinenbauingenieuren Verlegemaschinen entwickelt und patentiert. Der Glasfußboden zeichnet sich durch seine hohe Stabilität und einzigartige Optik aus, er kann praktisch auf allen Untergründen verlegt und genutzt werden und bietet sogar die Möglichkeit des selbsttragenden Einbaus. Übliche Unterbauten, wie zum Beispiel Estriche, sind nicht erforderlich.

bereits 24 neue Arbeitsplätze schaffen, Tendenz: steigend! www.glamento.de

Handwerk und Industrie: OWLInnovationspreis 2009 „Start Up“ für Glamento GmbH, Werther Mit Erfindergeist und Entwicklungsdynamik begeisterte die Glamento GmbH aus Werther die Jury. Aufgrund der Erfahrungen als Boden verlegender Handwerksbetrieb entwickelte Glamento-Gründer Rudolph Meyer im Zeitraum von drei Jahren den von der Branche immer wieder geforderten hochwertigen, verschleiß- und abriebfesten Bodenbelag, der rasch und einfach zu verlegen, dabei auch noch rutschfest und pflegeleicht sein sollte. Der völlig neue Baustoff besteht zu 95 Prozent aus recyceltem Glas und zu 5 Prozent aus Bindeharz und glänzt auch nach Jahren durch Verschleißfreiheit. 

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Der Boden ist innen und außen nahtlos verlegbar und bereits nach 24 Stunden voll belastbar. In Privatbereichen gleicht sich der Glasfußboden immer der Raumtemperatur,  plus/minus 1 Grad Celsius, an. Er ist besonders geeignet für Fußbodenheizungen: der Boden speichert die Wärme und wirkt so energiesparend. Die Einsatzmöglichkeiten erscheinen aufgrund der Flexibilität des neuen Baustoffs grenzenlos: in Industrie, öffentlichen Gebäuden und im privaten Bereich. Denkbar ist auch ein Einsatz als Wandbelag oder in der Küchenindustrie, die Arbeits-, Tisch- und Deckenplatten nach Kundenwunsch herstellen könnte. Glamento konnte

Biotechnologie: OWLInnovationspreis 2009 „Sonderpreis“ für PlasmidFactory GmbH & Co. KG, Bielefeld Biotechnologie braucht die enge Verzahnung mit Hochschulen, um im globalen Wettbewerb mithalten zu können. Wie das geht, zeigt die Bielefelder PlasmidFactory mit einem neuen Verfahren zur Herstellung von „Minicircle DNA“. In der Gentherapie, Zelltherapie und der genetischen Impfung werden bisher sogenannte Plasmide eingesetzt. Problem: die Plasmide enthalten neben den therapeutischen Genen auch GenSequenzen, die nur für die Vermehrung in den Bakterien, also für den Produktionsprozess, erforderlich sind. Auf den eigentlichen Zweck, die Bekämpfung von genetisch bedingten Erkrankungen, wirken sich diese Gen-Sequenzen aber eher störend aus. Ein seit langem verfolgtes Ziel in der Forschung ist es daher, Plasmide ohne diese unnötigen Sequenzen herzustellen, die sogenannte MinicircleDNA. Nach mehrjähriger


wirtschaft

forderungen schon jetzt erfüllt“, sagt Dr. Martin Schleef, Geschäftsführer der PlasmidFactory GmbH & Co. KG. „Erste Studien belegen, dass der Minicircle in Bezug auf die Transfektionseffizienz dem herkömmlichen Plasmid überlegen ist.“ Die Jury der OstWestfalenLippe Marketing GmbH wertete diese Ergebnisse als „Meilenstein in Richtung leistungsfähigerer Arzneimittel“ und zeigte sich „von der revolutionären Wirkung und weltweiten Relevanz der McBox für Therapie- und Arzneimittelforschung“ überzeugt. www.plasmidfactory.com

Forschungstätigkeit ist PlasmidFactory nun in der Lage, solche Minicircle DNA im Milligramm-Maßstab herzustellen. Die neue McBox®luc bietet dem Wissenschaftler die Möglichkeit, den Minicircle und das entsprechende „klassische“ Plasmid mit demselben wirksamen Gen in seiner individuellen Forschungsanwendung zu vergleichen und sich von den Vorteilen der neuen Technologie zu überzeugen. Der Minicircle besteht praktisch nur aus dem zu übertragenden „Gene of Interest“ und den zu dessen Expression notwendigen Steuerelementen. Antibiotikaresistenzgene oder der „Origin of Replication“ (ori), die bei klassischen Plasmiden lediglich der Vermehrbarkeit in Bakterienkulturen dienen, sind hier nicht mehr enthalten. „Das Ergebnis ist ein außerordentlich sicheres Vektorsystem, das die zukünftigen behördlichen An-

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Unternehmer des Jahres 2009:

Alle zwei Jahre vergibt die Bankenvereinigung Bielefeld und der Verband „Die Familienunternehmer – ASU“ die Auszeichnung „Unternehmer des Jahres“. >>

18:05 Uhr

Mit der Entwicklungder „McBox“ steht Gen-therapeuten erstmals ein Werkzeug für Forschungszwecke zur Verfügung, das das Einbringen von Genen in Zielzellen und deren individuelle Markierung ermöglicht.

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Wirtschaft

Der Schuh steht im Mittelpunkt – Anzeigenmotiv von Tamaris.

Hans Beckhoff 2009 ging der Preis an den Automatisierungsspezialisten Hans Beckhoff von der Beckhoff Automation GmbH in Verl. Damit würdigten die Laudatoren Beckhoffs „visionäres Wissen um die beachtlichen Wachstumsperspektiven des globalen Automatisierungsmarktes“, das dem Gesamtunternehmen Elektro Beckhoff seit seiner Gründung 1953 „aufgrund einer organischen Unternehmensstrategie zu einem gesunden Wachstum“ verholfen habe. Beckhoff errichtete in den vergangenen Jahren ein internationales Direktvertriebsnetz mit inzwischen 20 Tochtergesellschaften. Mit heute 1.200 Mitarbeitern weltweit erwirtschaftet das Unternehmen einen Umsatz von 278 Millionen Euro. Gewürdigt wurde auch Beckhoffs ehrenamtliches Engagement, das er in Wirtschaftsverbänden vor allem im Bereich der Ausbildung, bei der Studienförderung junger Menschen und im heimischen Sportgeschehen ausübt. Hans Beckhoff ist ein typischer Vertreter ostwestfälischen Unternehmertums, das durch Innovationsfreude, Solidität und Beharrlichkeit gekennzeichnet ist. Der studierte Kernphysiker erkannte nach dem Studium rasch die Chancen, die er in der boomenden HightechBranche wahrnehmen konnte. Die Beckhoff-Gruppe ist ein klassischer

Familienbetrieb mittelständischer Prägung: Bruder Arnold Beckhoff führt die Geschäfte von Elektro Beckhoff mit über 190 Mitarbeitern in Verl und rund 100 Mitarbeitern im sächsischen Grimma. Seit Anfang des Jahres 2006 zählt auch die Elektro Schröder GmbH mit Sitz in Gütersloh dazu. Das Leistungsspektrum umfasst die gesamte Gebäudetechnik, von der einfachen Schuko-Steckdose bis hin zur komplexen Gebäudeautomatisierung für Industrieanlagen, Gewerbeimmobilien und Wohnhäuser. Schwester Marlies Hillen, geb. Beckhoff, und ihr Bruder Michael verantworten mit 75 Mitarbeitern das breit gefächerte Angebot von Beckhoff Technik und Design. Schwerpunkte sind Unterhaltungselektronik, Lichtsysteme, Haushaltsgeräte und Geschenkartikel. Die von Hans Beckhoff geführte Beckhoff Automation GmbH realisiert offene Automatisierungssysteme auf PCbasierter Steuerungstechnik. Das Produktspektrum umfasst die Hauptbereiche Industrie-PC, I/O- und Feldbuskomponenten, Antriebstechnik und Automatisierungssoftware.

Marketing OWL 2010 Erfolgreiche Marketingstrategien ostwestfälischer Unternehmen werden vom Marketing Club OWL e.V. durch Verleihung der „Marketing OWL“, einer aus Bronze gegossenen Eule, gewürdigt.

Wortmann KG, Detmold

Hans Beckhoff

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Den mittlerweile zehnten Preis dieser Art erhielt die international erfolgreiche Wortmann-Gruppe aus Detmold, die heute zu den führenden Schuhproduktions- und Schuhvertriebsun-

ternehmen in Europa zählt. Die unter dem Markennamen „Tamaris“ vermarkteten Schuhe werden in 14.000 Schuhgeschäften in 70 Ländern angeboten. Preiswürdig wurde das Unternehmen durch den seit 2003 intensivierten Aufbau der Marke Tamaris, die unter Einsatz von bis zu zweistelligen Millionenbeträgen national und international in Printmedien und TV beworben wurde. Erklärtes Ziel von Firmeninhaber Horst Wortmann ist es, Tamaris zur Schuhmarke Nr. 1 in Deutschland zu machen, was gute Chancen haben könnte: Eine Kommunikationsanalyse der Frauenzeitschrift „Brigitte“ weist Tamaris als die „erfolgreichste Marke des Jahres 2008“ aus. Die bereits mehrfach ausgezeichneten Tamaris-Anzeigen sind in ihrer Aussage einfach, erzielen hohe Wiedererkennung und signalisieren Liebe zum Produkt. Des Firmeninhabers Horst Wortmanns Credo folgend: „Immer ein bisschen mehr tun als die anderen“, konnten die 820 Mitarbeiter des Detmolder Schuhherstellers den Gesamtumsatz auf nahezu 800 Millionen Euro – bei einer Exportquote von 54 Prozent – hochschrauben. www.wortmann.com www.tamaris.de


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Kultur/Geschichte

Entspannung, Kontemplation, Erbauung und Unterhaltung – wo gibt’s denn das?

Los, wir geh’n ins Kloster...!

Einmal der Hektik der Welt entfliehen, ausspannen, ganz ruhig werden, meditieren, wieder das Hören lernen und sich ganz auf sich selbst besinnen ... das wollen heute immer mehr Menschen. Sie haben zwei Wege, um ans Ziel zu gelangen. Der eine führt direkt ins Kloster, wo man sich den strengen Regeln der Ordensbrüder und –schwestern zu unterwerfen hat. Der andere direkt nach OstWestfalenLippe, wo sich jetzt ein „Klosternetzwerk“ gebildet hat, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, durch Klosteraffine Angebote aller Art – Kunst, Musik, Workshops und einem einzigartigen Klosterfestival von Mai bis September – diesen Suchenden eine komfortable Alternative zum harten Klosterdasein anzubieten.

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Foto: Pfeiffer · Ellermann ·Preckel, Architekten und Stadtplaner BDA

von Reinhard Schwarz


Kultur/Geschichte

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Für die Giebelkonstruktion im Ostflügel von Kloster Dalheim, dem ehemaligen Dormitorium, wurden Eichensparren verbaut.

Einfach leben: das ist mehr als Zeitmanagement. Es heißt: bewusster und achtsamer sein – und den Reichtum des Lebens entdecken. Das Leben nicht nur „meistern“ und bewältigen, sondern dem Leben Raum geben. Einfach leben meint: nicht nur seine Arbeit gut organisieren, sondern das, was wir tun, mit Sinn füllen. Es bedeutet: gesünder leben und die Balance von Leib und Seele finden. Aus guten Quellen schöpfen und positive Energien freimachen. einfach leben. Jeden Tag.“ Worte des Benediktinerpaters Anselm Grün, Deutschlands bekanntestem Ordensmann. Viele wandeln bereits auf diesen Wegen, und ein ganz besonderer, nämlich der Jakobsweg“, führt direkt in Zentren, die reich bestückt sind mit Klöstern, Stiften, religiösen Bildungsstätten und klerikalen Museen. Aber nicht nur wer die Jakobswegstationen Höxter, Brakel, Bad Driburg und Paderborn in Richtung Santiago de Compostela erwandert, kann künftig in den Kreisen Höxter und Paderborn eine Auszeit nehmen und Klosterleben und -kultur auf vielfach unterhaltsame Art und Weise erleben.

Corvey-Höxter im Zentrum kultureller Vielfalt In Schloss und Kloster Corvey im Kreis Höxter öffnet sich die faszinierende, magische Welt der Klöster als gefragte Orte der Kontemplation und inneren Einkehr nicht nur für gestresste Zeitgenossen. Denn der Kreis Höxter verfügt mit 24 solcher Anziehungspunkte über eine besonders hohe Dichte an klösterlichen Einrichtungen mit teilweise

bemerkenswerten Sehenswürdigkeiten, Kunstschätzen und Bauten. Beispielhaft seien hier nur einige wenige genannt, weitaus mehr Informationen und Objektbeschreibungen unter www. klosterregion.de.

rinnen, heute koptische Mönche: Die gastfreundlichen Mönche des koptischorthodoxen Klosters in Höxter-Brenkhausen laden jeden interessierten Besucher herzlich ein, die Spiritualität der koptischen Kirche zu erfahren.

Herzstück der Klosterregion ist die ehemalige Reichsabtei Corvey, die nach der Säkularisation 1893 zu einem weltlichen Fürstentum wurde. Neuenheerse bei Bad Driburg ist ein ehemaliges Kanonissenstift mit Schatzkammer, das ehemalige Abteigebäude beherbergt ein völker- und naturkundliches Museum. Die Abtei Marienmünster ist ein barockarchitektonisches „Schwergewicht“ mit interessanten mittelalterlichen Grabreliefs und barocker Pracht im Inneren. 1967 zogen Passionisten-Patres in die vormals ebenfalls säkularisierte Anlage ein und belebten die mönchischen Traditionen wieder. Das ehemalige Zisterzienserkloster Hardehausen bei Warburg mit frühgotischem Kreuzgang, Michaelskapelle und schöner Parkanlage wird heute als Bildungsstätte genutzt. Ebenfalls zur Bildungsstätte des Erzbistums Paderborn wurde das einstige Benediktinerinnenkloster BrakelGehrden, sehenswert die romanische Klosterkirche St. Peter und Paul mit barocker Ausstattung und Jugendstilelementen. Auch in Willebadessen waren die Benediktinerinnen zu Hause, die Kirche St. Vitus beherbergt einen Reliquienschrein des Patrons und ein dazugehörender Skulpturenpark findet internationale Beachtung. Erst Zisterzienserinnen, dann Benediktine-

Es finden sich noch viele weitere Stationen klösterlichen Lebens rund um Höxter. Begleitet werden die kulturellen Angebote von einer Klosterwerkstatt mit Bildhauerwerkstatt, Malwerkstatt und Sinnesgarten in Verbindung mit zahlreichen touristischen Angeboten. Und Genießer können sich zu einem viertägigen Kochworkshop „Kloster. Kräuter.Küche“ oder einem dreitägigen Brauseminar anmelden. Meditationswochenenden, der Advent in der Klosterregion und öffentliche Ausstellungen runden das Programm ab. Termine von Juni bis September unter www. klosterregion.de.

Einzigartig: Museale Anlage „Kloster Dalheim“ Doch das kontinuierlich wachsende Klosternetzwerk OstWestfalenLippe wartet mit weiteren Attraktionen auf. 30 Kilometer südlich von Paderborn liegt das einzigartige Landesmuseum für Klosterkultur, einstiges Frauenkloster, Augustiner Chorherrenstift, Gutshof und heute „Kloster Dalheim“, wo Klosterkultur, Bau- und Gartenkunst, Relaxing und weltliches Genießen in idealer Weise verbunden worden sind. Die eindrucksvolle Anlage glänzt mit einem repräsentativen Ehrenhof, gotischen Kreuzgängen, barockem

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Kloster Corvey, vor den Toren der Stadt Höxter an der Weser gelegen, verzaubert eine weitläufige, barocke Schlossanlage.

1. Konzert in der Klosterkirche in Dalheim; 2. Zutaten sammeln für den Kräuterkochworkshop in Neuenhersee bei Bad Driburg.

Konventsgarten, historischer Wassermühle, einem Uhrenturm und einem Gewölbekeller, wo einst die Mönche ihr Bier brauten, heute indessen das „Dalheimer Klosterbräu“ aus modernen, gläsernen Braukesseln abgefüllt wird. Natürlich kann das Mönchsgebräu im Klosterwirtshaus gleich frisch verkostet werden. Das angeschlossene Museum zeigt Dauer- und wechselnde Sonderausstellungen und belegt, wie Klöster die Entwicklung Europas über Jahrhunderte hinweg bis heute entscheidend mitgeprägt haben. Die Dalheimer KlosterSchule vermittelt unter dem klösterlichen Leitgedanken „ora et labora“ (bete und arbeite) in Kursen und Veranstaltungen das Wissen der Nonnen und Mönche und im Klosterladen begeistert eine Vielfalt klösterlicher und vor allem regionaler Erzeugnisse die Besucher der 550 Jahre alten Anlage. Europas größter Klostermarkt, Thementage und Themenführungen, Kunsthandwerkkurse oder der Dalheimer Advent – regelmäßige

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Veranstaltungen und die Angebote der Dalheimer KlosterSchule lassen die unterschiedlichsten Facetten klösterlicher Kultur lebendig werden. Für das überregional stark beachtete Kulturfestival Dalheimer Sommer mit hochklassigen Musik- und Theateraufführungen bietet die museale Klosteranlage seit mehr als zehn Jahren die ideale, da stilvolle Kulisse. Allein im Zeitraum von August bis September finden 20 Veranstaltungen statt, u.a. die „Tage alter Musik“ in der spätgotischen Klosterkirche. Und auf der Bühne „Neuer Schafstall“ wird das Gryphius-Stück „Horribilicribrifax“, ein barockes Musical, aufgeführt. „Kloster Dalheim ist der perfekte Ort für eine kleine Auszeit“, so Dr. Julia Hallenkamp-Lumpe vom Dalheimer Museumsteam. Dalheims hängende Gärten und beeindruckende Malereien im Gewölbe der „Klausur“ lassen erahnen, weshalb die Dalheimer Augustiner-Chorherren ihr Kloster als irdisches Abbild des Paradieses empfanden. Mehr Lust auf

Paradies macht der Veranstaltungskalender, einzusehen unter www.stiftungkloster-dalheim.lwl.org.

Festival als „Klammer“ für die Klosterregion Schließlich unterstreicht ein einzigartiges Klosterfestival die Bedeutung der klösterlichen Einrichtungen für die gesamte Klosterregion OstWestfalenLippe – gestern und heute. In Kooperation der verschiedenen Einrichtungen setzen 41 unterhaltsame, lehrreiche, entspannende und spannende Events Glanzlichter. Musik, Literatur, Schauspiel und Architektur stehen im Mittelpunkt des Festivals. Der Konzertsänger, Organist, Musikpädagoge und Projektleiter der Klosterregion, Hans Hermann Jansen, verantwortet das Programm des Klosterfestivals und treibt das Projekt Klosterregion voran: „Unser in Deutschland einzigartiges Festival präsentiert von Mai bis September 2010 allerdings nicht nur geistliche Musik, Kunst und Literatur an starken Orten – den 24 Klöstern des Kreises Höxter.“

Foto: LWL/Axel Thünker

Kultur/Geschichte

Foto: Grawe

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Kultur/Geschichte

„Die Besucher des Festivals schätzen besonders unseren Mix aus Kontemplation, Naturerleben und kulinarischen Angeboten – das macht dieses Festival so liebenswert“, sagt Hans Hermann Jansen. So führen Bachwanderungen hinaus in die zauberhafte ostwestfälische Landschaft und lassen große Musikerleb-

dazu Sinne und Kreativität an – Klostergärten um Höxter locken Genießer mit Workshops über Kräuter, Heilpflanzen und regionale Küche. Mit Mal- und Instrumentenbaukursen können kreative Menschen die Region nach ihrem Gusto erkunden. Und wer schon immer einmal wissen wollte, wie Bildhauerei

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genug. Auch die Stiftung Kloster Dalheim – LWL-Landesmuseum für Klosterkultur bzw. der Verein der Freunde des Klosters Dalheim bieten regelmäßige Veranstaltungen aus dem gesamten Spektrum klösterlicher Kultur an. Bei allem Festivalumtrieb in der Region: die Stille, die der deutsche Dominikaner-

Einmal der Hektik der Welt entfliehen. nisse und Lebenslust aufkommen, wenn z. B. im nachmittäglichen Chor- und Orgelkonzert die Schönheit der Klosterkirchen so richtig deutlich wird. Das ist Entspannung pur!

Klosterfestival: Von Gregorianik bis zu Jazz und Pop Die Klosterwerkstatt spricht flankierend

geht, der kann im September an der Entstehung des „Gartens der Zitate“ auf der Hegge in Willebadessen mitmachen. Beginn war im Mai dieses Jahres mit den Corveyer Musikwochen und einem gleich zu Beginn sehr gut besuchten Aktionstag in der gesamten Klosterregion zwischen Teutoburger Wald und Weserbergland. Doch damit nicht

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DAS ZENTRUM DER

prediger und Mystiker Johannes Tauler um das Jahr 1350 als „Kern aller Spiritualität“ definierte, ist für den, der sie sucht, allgegenwärtig – in der Weite der ostwestfälischen Landschaft, „die“, nie hat es jemand schöner ausgedrückt als die Dichterin Else Lasker-Schüler, „wie ein weiter, fließender Mantel ist, den man weich hat fallen lassen.“

Die Messe Ostwestfalen verfügt im Messezentrum Bad Salzuflen über 70.000 qm Ausstellungsfläche. Die neuen High-Tech-Hallen 20-23 bieten Ihnen auf über 40.000 qm attraktive und ideale Bedingungen für Ihre Veranstaltung. Diese Hallen, teilweise in 2 Ebenen, sind durch geräumige Treppenhäuser, Rolltreppen und Fahrstühle bequem miteinander verbunden. Die moderne Infrastruktur des Komplexes sichert eine hohe Qualität der Präsentation und ein Maximum an Service. Alle Flächen lassen sich individuell teilen, einfach beschicken und effizient nutzen für:

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Wirtschaft

Aus Alt mach Neu:

Designermöbel aus Spermüll

von Laura-Lena Förster

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Oben: Das Regal "Frank" besteht aus beliebig kombinierbaren Einzelelementen. Gewisse Kratz- und Gebrauchsspuren zeugen von der Geschichte der recycelten Span- und Tischlerplatten sowie des Sperrholzes. Unten: Designer Oliver Schübbe.

liver Schübbe (36) entwirft aus alten Möbeln neue Möbel. Das kommt auch in der Hauptstadt an. Anfang Mai hat der Suhrkamp Verlag in Berlin einen Laden eröffnet. Er erinnert mehr an eine Boutique als an eine Bibliothek, was unter anderem an Schübbes Sesseln liegt. Sie sind farbenfroh und einladend, aus Altkleidersäcken und Sperrmüll hergestellt. Zwölf Exemplare stehen in den Räumen an der Linienstraße 127. Zwölf Exemplare, die eine gedankliche Heimat haben: Herford. Hier arbeitet Schübbe als freiberuflicher Designer. Hier ist auch „Frank“ entstanden, sein Bestseller, ein Regal. Mehr als 12.000 Mal hat er es verkauft, seit es 2008 auf den Markt kam. Zeitschriften wie „Elle Decoration“ und „Architektur & Wohnen“ sind voll des Lobes über das Design. Der Rat für Nachhaltige Entwicklung ist auch begeistert von der umweltschonenden Herstellung. Im November 2009 hat das Gremium, dem unter anderem der frühere Umweltminister Klaus Töpfer angehört, „Frank“ ausgezeichnet. Unter anderem dafür, dass das Regalsystem aus fast 80 Prozent wiederverwendetm Material beteht und pro Element etwa zwei Kilogramm CO2 eingespart werden.

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Was genau ist „Frank“? Es ist ein Regal, das aus eckigen Holzmodulen besteht. Der Käufer kann von diesen Modulen so viele zusammenstellen, wie er will. Ihre Holzart unterscheidet sich, mal ist es dunkel, mal hell, mal grob, mal fein – nur ihre Geschichte ist die gleiche. Sie sollten auf den Müll. In Werkstätten in Herford, Hagen und Iserlohn werden aus Müll Designermöbel wie „Frank“. Der Name ist nicht zufällig gewählt: Auch der Stararchitekt Frank Gehry hat Gefallen an organischen Konstruktionen gefunden. Schübbe mag vor allem die Idee, dass aus dem Müll der Großeltern neue Möbel für die Enkel entstehen. Viele Menschen mögen es, für nicht allzu viel Geld ein Unikat erwerben zu können. Ein „Frank“-Modul kostet 19 Euro. Ein komplettes Regal in der Größenordnung, in der es die meisten Menschen zusammenstellen, ist für 380 Euro zu haben, sagt Schübbe. Er verkauft es unter anderem in der RecyclingBörse in Herford und über das Internet. Dort findet man auch den Sessel „Pixelstar“, der es Suhrkamp angetan hat, sowie seinen kleinen Bruder, den „Pixelstar junior“, das „Pixelstar Sofa“ und das „Pixelstar Bett“.


Erfolgreiche Ideen gibt es selten to go 2008 haben Schübbe und sein Partner Oliver Schreve mit „Pixelstars“ den deutschen Pavillon bei der Biennale in Venedig ausgestattet. „Danach ging es richtig los“, sagt Schübbe.„Updating Germany“ wurde zu einer Wanderausstellung, die bis Ende vergangenen Jahres in Schanghai „Projekte für eine bessere Zukunft“ vorstellte. „Bevor man Möbel zum Essen entwirft, sollte man lieber welche aus Materialien herstellen, die verbrannt werden sollen“, sagt Schübbe. „Das schont Ressourcen und senkt den Kohlendioxidausstoß“ Auf seiner Internetseite gibt das Netzwerk Zweitsinn deshalb auch gleich an, wie viel Kilogramm CO2 man als Käufer der Umwelt erspart hat. Beim „Pixelstar“-Bett sind es immerhin 96 Kilogramm.

Jeder "Pixelstar" ist anders: Die Leisten bestehen aus recycelten Span-, Pressstoff- und Tischlerplatten sowie aufgesägten Massivholztischen, das Polster aus gesäuberten Schaumstoffresten alter Matratzen, bezogen mit alten Hosen- und Mantelstoffen.

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Fotos (2): Privatbrauerei Barre

ier braucht Heimat und Identität, Bier ist ein emotionales Produkt“, sagt Christoph Barre und meint damit: „Unsere Stärken spielen wir als gut aufgestellte Regionalbrauerei aus und daher konzentrieren wir uns bei unserer Expansion auf die Region, die südlich bei Paderborn beginnt und an der Nordsee endet.“ Barre erwirtschaftet einen jährlichen Gesamtumsatz von 16 Millionen Euro und behauptet sich in unmittelbarer Nähe der „Großen“ im Brauereigeschäft (Radeberger-Gruppe/ Dr. Oetker und Herforder/Warsteiner) damit mehr als „passabel“. Christoph Barre begründet das u.a. mit der Einsicht, dass der Privatbrauer in und von der Region lebt und danach handelt: „Wir haben dann Erfolg, wenn der Nutzen unseres Unternehmens in der Region erkennbar ist, sei es als Arbeitgeber für die Menschen und Unternehmen vor Ort, als Handball- (GWD Minden und TuS Nettelstedt), Breitensport – Vereins- und Kultursponsor – da sind wir sehr aktiv.“

Christoph Barre führt die ostwestfälische Privatbrauerei in sechster Generation.

„Zusammenhalt ist unsere Stärke“ von Reinhard Schwarz

„Das Unternehmen steht im Vordergrund, niemals der Einzelne“ – in OstWestfalenLippe ein weitverbreitetes Credo, zu dem sich die meisten der hier so zahlreich vertretenen mittelständischen Unternehmer bekennen. Sie stehen dafür mit ihren guten (Marken-) Namen wie z. B. Claas, Hettich, Dr. Oetker, Miele, Seidensticker, Gerry Weber und viele andere mehr. So auch Christoph Barre. Der Chef der zweitgrößten ostwestfälisch-lippischen Privatbrauerei „Barre“ und ältesten Pilsbrauerei Norddeutschlands (gegr. 1842) führt das Unternehmen mit Sitz in Lübbecke nun in sechster Generation – und das sehr erfolgreich in einem hart umkämpften Markt.

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Da kommt es dem studierten Betriebswirt und Diplom-Kaufmann zustatten, dass er in seiner Jugend über den Tellerrand schauen konnte. Er verbringt ein halbes Jahr als Volontär bei der Stroh Brewing Company in den USA und arbeitet als Marketingleiter bei der Distelhäuser Brauerei, dann erst steigt er als Vertriebschef in den Familienbetrieb ein, wo er den von ihm sehr geschätzten und in der Region weithin geachteten Vater Ernst Ludwig Barre III. nach und nach ablöst. „Ich wollte von Anfang an nicht gleich alles neu machen“, so der sympathische Ostwestfale mit Bodenhaftung, der die bereits eingeführte Kombination aus Innovation und Tradition im Unternehmen aufgreift und fortsetzt.

Mittelstandsdenken mit sozialem Gewissen Freimütig bekennt er sich zu jenen Werten, die dem mittelständischen Unternehmertum OstWestfalenLippes wichtig sind: Understatement, Natürlichkeit, Bescheidenheit. „Unsere


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Vorteile liegen im Menschlichen und im Markenbereich“, sagt Christoph Barre etwas nachdenklich, um diese Wertung mit Blick auf seine 106 Mitarbeiter dann zu bekräftigen: „Was zählt, ist die persönliche Verantwortung eines Unternehmers, sein Mittelstandsdenken mit sozialem Gewissen – Barre ist weit mehr als ein Unternehmen, wir sind eine große Familie, die erfolgreich anspruchsvolle Biere braut.“ Der harte Druck im Biermarkt beeindruckt ihn wenig, er weiß, dass die Rahmenbedingungen für

es ist ihm aber klar, dass der durch die demografische Entwicklung begründete Rückgang im Biermarkt nur per Wachstum und Expansion im regionalen Markt zu bekämpfen ist. Bei fortschreitender Konzentration gibt er dem Mittelpreissegment keine Chance mehr, die Zukunft gehöre dem Billigmarkt und dem Premiumsegment. „Da hinein müssen wir unsere Marke profilieren“, betont er, „wir dürfen keinesfalls über den Preis verkaufen, sondern müssen die Preisführerschaft erringen, indem wir in

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der Verwendung hochwertiger AromenHopfensorten, einem aufwändigen und sorgfältigen Brauprozess, einer zielgruppenadäquaten Verpackung und Etikettierung mit einem Bügelverschluss und endet bei einer entsprechenden Positionierung am Markt mit entsprechenden Services für die Gastronomie.“

„Barre Bräu – Dein Herz erfreu!“ Denkt Christoph Barre an die Zukunft, sieht er seine Frau, seine drei kleinen Töchter und seine Mitarbeiter vor sich:

Barre braut Premiumbiere unter Einsatz modernster Technik. Der jährliche Ausstoß beträgt 160.000 Hektoliter.

Barre „gut“ sind und sieht in der fortschreitenden Marktbereinigung große Chancen: „Wir sind gut aufgestellt, technisch und organisatorisch stateof-the-art, wir haben keinen Innovationsstau und treten als Networker und engagiertes Mitglied der „Freien Brauer“, einer Kooperation von 36 selbständig agierenden Privatbrauereien, unbefangen und selbstbewusst auch gegen die großen nationalen Biermarken an.“ Dabei weiß er sowohl die Gesellschafter als auch die Mitarbeiter hinter sich: „Zusammenhalt ist unsere Stärke, jeder unserer Mitarbeiter versteht sich auch als Botschafter von Barre und setzt sich hoch motiviert für unsere Marke ein – nur so ist es zu verstehen, dass die Fluktuationsrate bei Barre gleich Null ist.“ Wachstum möchte Christoph Barre nicht um jeden Preis generieren,

die Marke investieren und immer mehr Produkte in der Spitze ansiedeln“.

Sortimentskompetenz in der Premiumklasse So wächst Barre unter seiner Leitung immer mehr ins Premiumsegment hinein. Inzwischen haben sich die ostwestfälischen Privatbrauer eine starke Sortimentskompetenz über elf Produkte mit Lifestyle-Charakter erworben: „Wir müssen die Impulse setzen“, fordert er und verweist auf das neueste Produkt im Premiumsegment, das „Barre Festbier“: ein bernsteinfarbenes Bier, nicht zu bitter, kräftig, mit perlig-frischer Note und feinem Geschmack, das gute Chancen hat, auch die weibliche Zustimmung zum Biergenuss zu erringen. Was macht ein Premiumbier aus? Barre: „Das beginnt beim eigenen Gebirgsquellwasser,

„Wie meine Vorfahren werde auch ich dafür sorgen, dass die Privatbrauerei sicher in die nächste Generation geführt wird. Dabei stehen wir nach wie vor zur Region – weil es sich lohnt, hier zu leben, zu arbeiten und zu investieren.“ Der bekennende Ostwestfale, aktive Wassersportler und Jäger kommt geradezu ins Schwärmen, wenn er die „abwechslungsreiche Landschaft“ beschreibt, die „tolle Landschaft des Wiehengebirges, die Güter, die Schlösser“ und ... das Bier: „Barre Bräu“ – der Bierkenner ergänzt spontan „Dein Herz erfreu“, denn so klingt’s ihm in den Ohren. Ein Spruch, der heute so nicht mehr geschmiedet werden würde, der aber Tradition und Klang hat und genau das trifft, was Barre seit nunmehr 168 Jahren ins Visier nimmt: Zunge, Gaumen und das Herz der Menschen.

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Tourismus

„TEUTO_Navigator“:

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Foto: Fotolia

Freizeit im Teutoburger Wald interaktiv planen


„Die Tür steht offen, das Herz noch weit mehr - Porta patet, cor magis.“ Wir laden Sie ein, die Klöster im Kulturland Kreis Höxter kennen und lieben zu lernen. Mehr als 20 klösterliche Edelsteine sind Ausdruck und Sinnbild der kulturellen und spirituellen Vielfalt der Region.

Die erste App aus dem Tourenbestand des TEUTO_Navigator lässt bei Fahrradfahrern keine Wünsche offen: Mit 60 Tourentipps inklusive topografischer Karte und Infos für das iPhone quer durch die teutonischen Gefilde radeln - jetzt kostenfrei im AppStore!

Mit den Veranstaltungsreihen Klosterwerkstatt und Klosterfestival setzt die Klosterregion spannende Akzente in ihren zahlreichen Einrichtungen. Hier können Sie „Chopin begegnen”, an Bach-Wanderungen mit anschließendem Orgelkonzert teilnehmen oder sich „... jenseits von Afrika” verzaubern lassen.

Gäste im Teutoburger Wald können sich über eine neue, interaktive Kartentechnologie bereits vor ihrer Reise mit der Umgebung und den Angeboten des Teutoburger Waldes vertraut machen. Ganz einfach online planbar ist, welche Fahrradtouren, Wanderungen oder Kanutouren sie während ihres Urlaubs unternehmen, welche Sehenswürdigkeiten sie besuchen und wo sie einkehren und übernachten wollen. Das satellitengestützte System zur Freizeitnavigation verbindet regionale Tourismusdaten mit den geografischen Daten einer interaktiven Karte – TEUTO_Navigator unter www.teutoburgerwald.de.

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Mehrtägig kreativ geht es in der Bildhauerwerkstatt und in dem Malworkshop „Farbe im Kloster” zu. Sogar mittelalterliche Zupf- und Streichinstrumente und einen Sinnesgarten können Sie unter professioneller Anleitung bauen. Und nicht nur für Genussmenschen stehen der Kräuterkochworkshop und das Brauseminar auf dem Plan. Für Bus- oder Gruppenreisen stellt die Klosterregion gerne zertifizierte Kulturführer zur Verfügung. Die Broschüre „Klöster erleben” und das Programmheft „Klosterwerkstatt” sind auf Anfrage kostenlos erhältlich. Die Festivalschrift ist gegen eine Schutzgebühr zu beziehen (2,50 € inkl. Porto). Kontakt / Informationen: Klosterregion Kulturland Kreis Höxter Corveyer Allee 21 2 37671 Höxter Tel. 05271 9743 23 2 info@klosterregion.de www.klosterregion.de Klosterfestival-Karten 05231 569 99 57


Kultur

Foto: Fotolia

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ourismusexperten der Region erstellen alle Tourentipps sowie Einträge zu Ausflugszielen, kulturellen und geschichtlichen Highlights, Erlebnis- und Erholungsmöglichkeiten, Gastbetrieben und Services mit vielen nützlichen Informationen wie Kontaktdaten, Öffnungszeiten, Ausstattungen und vielem mehr. Die Kartentechnologie des Internetportals TEUTO_Navigator ist eine der innovativsten auf dem deutschsprachigen Markt und besticht durch ein hohes Maß an Nutzerfreundlichkeit. Der Besucher wählt zwischen detaillierten Karten, Höhenprofilen, Satellitenbildern oder kann die Touren sogar aus der Vogelperspektive in 3D überfliegen. Über die Merkzettel-Funktion sind es dann nur noch wenige Schritte zum persönlichen Reiseführer für den Teutoburger Wald. Auch Joggingstrecken um Hotels sind vorhanden, ideal für den nächsten Aufenthalt bei Geschäftsreisen.

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Touren und Tipps sind als pdf-Ausdruck inklusive Karte kostenlos herunterzuladen. Zu jeder Tour wird auch ein GPS-Track für die Nutzung auf Outdoor-Navigationsgeräten angeboten. So komfortabel wie das „Navi“ im Auto sind sie derzeit noch nicht, wohl aber unterstützen sie ideal bei der Orientierung auf den vorgezeichneten

Foto: Torben Conrad

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Satellitengestützte Navigation auf unbekannten Pfaden: Mit GPS auf Radund Wanderwegen im Teutoburger Wald immer sicher unterwegs!

Wegen und Routen in unbekannter Umgebung. Der TEUTO_Navigator wird das ganze Jahr über mit weiteren Funktionalitäten und Inhalten gefüllt und das Angebot laufend der weiteren technischen Entwicklung angepasst. Mit der „Radtourenkarte Teutoburger Wald“ wurde bereits eine App mit 60 Tourenvorschlägen und mit voll zoomfähiger Karte für das iPhone aus dem TEUTO_Navigator entwickelt auf den Markt gebracht, die diese neue Dimension der Navigation beispielhaft abbildet. Mit dem integrierten GPS-Empfänger des iPhones kann unterwegs die Standortbestimmung entlang des Streckenverlaufes erfolgen. Da die Informationen offline auf dem Mobiltelefon mitgeführt werden, ist die Orientierung auch in ländlicheren Bereichen ohne Qualitätsverluste möglich. In Planung ist neben einer speziellen Wander-App auch eine App mit den kompletten Inhalten des Online-Service. (AB/HB)


Panorama

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Hermannsdenkmal bundesweit beliebt

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Foto: Münch fotodesign!

rstmalig gehört das Hermannsdenkmal im lippischen Detmold zu den 15 beliebtesten Sehenswürdigkeiten Deutschlands. Dieses Umfrageergebnis teilten der Deutsche Tourismusverband und das Städteportal meinestadt.de mit. Insgesamt hatten 2.500 Internetnutzer auf die Frage „Was ist Ihre Lieblingssehenswürdigkeit in Deutschland?“ geantwortet. Bei insgesamt 850 unterschiedlichen Nennungen schaffte es „der Hermann“ auf Platz 14. Angeführt wird die Liste vom Kölner Dom, gefolgt vom Brandenburger Tor und der Dresdner Frauenkirche. Im direkten Umfeld des beliebten Ausflugsziels wurden in den vergangenen Jahren mit einem neuen Infozentrum, dem TeutoKletterpark und der Waldbühne mit ihrem vielfältigen Kulturprogramm weitere Attraktionen geschaffen, die einen Besuch des Hermannsdenkmals noch abwechslungsreicher gestalten. Unser Tipp: Das Hermannsdenkmal erwandern auf einem der TopTrails of Germany: den Hermannshöhen! (IR)

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KULTUR

Kulturtermine 2010 Der Kulturkalender präsentiert eine kleine Auswahl von Projekten, wie Aufführungen von Theatern mit eigenen Ensembles, Ausstellungen und ausgewählte Festivals. Dazu machen auf den Bühnen OstWestfalenLippes auch nationale und internationale Stars und Programme Station. Noch mehr Termine finden Sie unter www.kulturbuero-owl.de. (IR) Termin

Veranstaltung

16.06. – 24.10.10 Heinz Nixdorf Forum Paderborn

Anlässlich des 100. Geburtstags von Konrad Zuse zeigt das Heinz www.hnf.de Nixdorf Forum die Ausstellung Zuse Extra: Der Computererfinder und seine Ideen. Dazu präsentiert die Dauerausstellung 5.000Jahre Geschichte der Informations- und Kommunikationstechniken.

11.07. – 10.10.10 Kunsthalle Bielefeld Bielefeld

Dem thailändischen Künstler Rirkrit Tiravania, Hauptfigur der „Relational Aesthetics“, richtet die Kunsthalle Bielefeld eine Retrospektive aus, ausgehend von einem „6-Quart Electric Wok“ der Firma West Bend, der nach dem Kochvorgang zum Kunstwerk erklärt wird.

www.kunsthalle-bielefeld.de

18.7. – 12.9.10 Herford

Herforder Orgelsommer: Hochkarätige Orgelmusik mit internationalen Organisten unter dem Motto „Ost – West: Musik aus Russland und der Neuen Welt“

www.kirchenmusik-imherforder-muenster.de

01.08. – 01.11.10 Schloss Corvey Höxter

Ausstellung: Künstler im Weserbergland und die Düsseldorfer Malerschule: Werke von Malern wie Carl Friedrich Lessing, Johann Wilhelm Schirmer, Willy Lucas, Theodor Rocholl und Hans Kohlschein, die alle durch Wirken oder Herkunft mit dem Gebiet Ostwestfalen, Südniedersachsen und Nordhessen verbunden sind. Verbindendes Element ist der Besuch der berühmten Düsseldorfer Malerschule. Der Zeitrahmen spannt sich von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis Mitte des 20. Jahrhunderts.

www.schloss-corvey.de

01.08. – 05.09.10 Kloster Dalheim Dalheim

Dalheimer Sommer: Erleben Sie Andreas Gryphius` HORRIBILICRIBRIFAX, das RHEINISCHE BACH-COLLEGIUM, das Ensemble Movimento, u.v.m.

www.dalheimer-sommer.de

26.08. – 29.08.10 AQUA MAGICA Bad Oeynhausen

9. Internationales Literaturfest „Poetische Quellen“: Das Literaturfest findet auf dem Gelände der AQUA MAGICA, Park der Magischen Wasser, statt. Schwerpunktthema ist das Mittelmeer. Die dazu eingeladenen Autorinnen und Autoren erzählen über Träume und Wirklichkeiten einer Kulturlandschaft.

www.aquamagica.de

01.09. – 31.10.10 Landestheater Detmold Detmold

Goethes Urfaust im Landestheater besticht in Oliver Haffners Inszenierung mit unprätentiöser Beiläufigkeit

www.landestheater-detmold.de

02.09. – 26.09.10 Westfälische Kammerspiele Forum des Berufskollegs Schloß Neuhaus Paderborn

Wahlverwandtschaften. Nach Goethe: Goethes erfolgreichster Roman “Die WahIverwandtschaften” ist eine zeitlose Parabel über die unbändige Kraft der Liebe.

www.kammerspielepaderborn.de

04.09. – 05.09.10 Schloss Corvey Höxter

Corveyer Jazz-Tage: Erleben Sie Jazz im Schlosspark (bei schlechtem Wetter im Kaisersaal).

www.schloss-corvey.de

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Weitere Informationen


Kultur

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04.09. – 07.11.10 MARTa Herford Herford

In der umfangreichen Themenausstellung Unsichtbare Schatten, Bilder der Verunsicherung versammelt das Marta Herford zeitgenössische und einige herausragende historische Bilder der Ver-unsicherung. Doch die Krisen erscheinen hier nicht nur als alptraumhafte Visionen, sondern in vielfältigen, oft sogar farbigen und heiteren Facetten.

www.marta-herford.de

04.09. – 05.12.10 Historisches Museum Bielefeld Bielefeld

Von der Werkstatt zum Weltmarkt – Dürkopp Adler 18602010: Die Entwicklung des Unternehmens Dürkopp Adler. Sie hatte großen Anteil daran, dass sich Bielefeld zu einem Zentrum der deutschen Nähmaschinenindustrie und der Metallindustrie im Allgemeinen entwickelte.

www.historisches-museum-bielefeld.de

05.09. – 08.09.10 Schlosspark Schloß Neuhaus Paderborn

Die 5. PERFORMANCE – Internationale Kulturbörse Paderborn – bietet Straßentheater, Kleinkunst, Puppenspiel, Licht- und Feuerkunst u.v.m. auf acht Auftrittsbereichen rund ums Schloss.

www.schlosspark-paderborn.de

10.09. – 29.01.11 Landestheater Detmold Detmold

La Traviata – „Melodramma“ in drei Akten von Giuseppe Verdi in italienischer Sprache.

www.landestheater-detmold.de

17.09. – 29.09.10 Theater Bielefeld Bielefeld

Uraufführung von Björn Bickers Mein Teppich ist mein Orient. Das Stück erzählt von einem bürgerlichen Totalschaden: Zwei Paare, zwei Generationen und ein Geschäft haben sich emotional und finanziell derart verheddert, dass nur noch Herr Yildiz, der Mann mit kühlem Kopf und neoliberaler Herzlichkeit, mit der Totalabwicklung Hilfe versprechen kann.

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„ Wir haben noch Großes vor. Sie auch?“ Felix, Sara, Nicole und Uwe Ladberg

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KULTUR

25.09.10 – 05.01.11 Theater Bielefeld Bielefeld

The Birds of Alfred Hitchcock: Hitchcocks Horror-Klassiker Die Vögel als Musical von William Ward Murta

www.theater-bielefeld.de

16.10. – 07.11.10 MARTa Herford Herford

Erste Station der Wanderausstellung zum 4. RecyclingDesignpreis: Gezeigt werden die zu prämierenden Einreichungen – von Gegenständen für den Alltagsgebrauch über Möbel und Textilien bis hin zu Accessoires. Der RecyclingDesignpreis ist bundesweit der einzige Designwettbewerb, der sich explizit mit Ressourcenschonung und CO2-Reduzierung im Design auseinandersetzt.

www.marta-herford.de

28.10. – 31.10.10 Tanz OWL Hangar 21 Detmold

Im Rahmen des Kooperationsprojekts „Tanz OWL“, an dem alle Kreisstädte der Region beteiligt sind, wird der berühmte Community Dance Choreograph Royston Maldoom zusammen mit 100 bis 120 TeilnehmerInnen sein neues Stück in Detmold erarbeiten und auf die Bühne bringen.

www.tanz-owl.de

31.10.10 – 20.02.11 Kunsthalle Bielefeld Bielefeld

Ausstellung Der Westfälische Expressionismus mit rund 150 Werwww.kunsthalle-bielefeld.de ken von August Macke, Christian Rohlfs, Wilhelm Morgner, Peter August Böckstiegel, Ludwig Godewols, Hermann Stenner und vielen mehr. Sie zeigt das Schaffen der westfälischen Expressionisten bis 1933, als die „Vereinigung Westfälischer Künstler und Kunstfreunde“ durch die Reichskulturkammer der NSDAP aufgelöst wurde.

27.11.10 – 30.01.11 MARTa Herford Herford

Der belgische Kurator und Designexperte Max Borka präsentiert mit SPAGAT! Istanbul Design / Tasarim Istanbul’u: eine außergewöhnliche Befragung des aktuellen Designs mit neuer geographischer Perspektive: Das MARTa Herford nimmt die Besucher mit auf eine Reise nach Istanbul und gibt erstmals einen Überblick über eine hier noch unbekannte Designszene. Die Ausstellung zeigt sich auch als Panorama, Experimentierraum und Forum. Max Borka, der bereits einige Monate in Istanbul gelebt hat, wird auch die Ausstellung ‚bewohnen‘ und dort Gäste aus Design, Kunst, Film, Mode und Literatur empfangen.

www.marta-herford.de

09.10.10 Rudolf-Oetker-Halle Bielefeld innen und außen

4. DIAGONALE 2010: Das Festival Diagonale in diesem Jahr zwischen Tradition und Innovation. Ethno trifft auf neue Klassik, musique concrète, Jazz und populäre Musik. „Diagonal“ zwischen Musik und Tanz/Kunst/Film/Text/Performance. Zwischen Komposition, Konzeption und Improvisation. Zwischen digital und analog. Zwischen Laien, Semiprofis und Profis. Zwischen Alt und Jung. Und nicht zuletzt zwischen Spielern und Publikum.

www.cooperativaneuemusik.de

05.11.10 - 14.11.10 Friedrich Wilhelm Murnau-Gesellschaft e.V. Rudolf-Oetker-Halle und CineStar Bielefeld

21. Bielefelder Film+MusikFest: Stummfilme mit Live-Musik zum Thema: Diven und Dämonen. Gezeigt werden große Publikumserfolge und bekannte Meisterwerke aus den stummen Jahrzehnten der Kinogeschichte vor dem Zweiten Weltkrieg wie auch Neuentdeckungen, die lange zu Unrecht in Vergessenheit geraten waren.

www.murnaugesellschaft.de

04.02. – 13.02.11 Halle/Westf.

Klassikfestival Haller Bachtage: Zum 48. Mal bietet die Stadt Halle/Westf. in Zusammenarbeit mit der Johanniskantorei der evangelischen Kirchengemeinde - 10 Tage konzentrierten Musikund Kunstgenuss.

www.haller-bach-tage.de

10.02.11 (Premiere) Westfälische Kammerspiele Messehalle auf dem Schützenplatz Paderborn

Der Besuch der alten Dame: Dürrenmatts Klassiker über die Macht des Geldes: erschreckend, entlarvend und höchst unterhaltsam – immer noch.

www.kammerspielepaderborn.de

13. 02. 11 Nordwestdeutsche Philharmonie Herford

Philharmonic open 2011: Ein besonderes Highlight: Die NWD-Profis unterstützen Hobbymusiker mit Tipps aus der Orchesterpraxis. Gemeinsam bilden sie einmalig ein großes Sinfonieorchester. Das Programm: César Franck, Sinfonie d-moll.

www.nwd-philharmonie.de

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KULTUR

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Sammlung der Kunsthalle Bielefeld in Bonn

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ie Bundeskunsthalle in Bonn zeigt vom 5. November 2010 bis zum 23. Januar 2011 rund 120 Werke aus der Sammlung der Bielefelder Kunsthalle. Unter dem Titel „Die unbekannte Sammlung – Klassiker aus Bielefeld“ werden Meisterwerke der Klassischen Moderne beispielsweise von August Macke, Emil Nolde und Pablo Picasso präsentiert. (IR)

50 Jahre LWL-Freilichtmuseum in Detmold

D Foto: LWL

as LWL-Freilichtmuseum Detmold feiert in diesem Jahr runden Geburtstag: Seit dem Gründungsdatum am 22. Juli 1960 hat sich das Freilichtmuseum zum größten in ganz Deutschland entwickelt. Es zeigt die ländliche Alltagskultur der vergangenen 500 Jahre in Westfalen. 115 Gebäude, Themenausstellungen und ein reichhaltiges museumspädagogisches Programm zeugen von der Vielfalt, die die Besucher täglich im Museum erleben können. (IR)

Die erste Baustelle im LWL-Freilichtmuseum Detmold: Der Osnabrücker Hof im Aufbau 1966.

Fugenlose (Industrie-) Fußböden aus Glas Extrem belastbare und kreative Lösungen für Industriebereiche wie Produktionshallen, Lager, Showrooms oder Ausstellungen ebenso wie für öffentliche Bereiche wie Schulen, Großküchen, Büro- oder Funktionsräume. Mit der Prüfung nach VDI 2083 (Reinraumtechnik) sind Glamento-Glasböden sogar für hygiene-sensible Bereiche wie Krankenhäuser, Arzt-Praxen oder Labore prädestiniert.

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PANORAMA

Weltwirtschaftlicher Preis an Liz Mohn

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as Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel hat in diesem Jahr Bertelsmann-Erbin Liz Mohn mit dem Weltwirtschaftlichen Preis geehrt. Das Institut würdigt mit diesem Preis jedes Jahr einen hochrangigen Politiker, einen renommierten Ökonomen und einen herausragenden Unternehmer, die sich in besonderem Maße als Vordenker um die Marktwirtschaft und soziale Gerechtigkeit verdient gemacht haben. Ebenfalls ausgezeichnet wurden Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman und Pascal Lamy, Generaldirektor der Welthandelsorganisation. (IR)

Liz Mohn

RAL-Gütesiegel erneut an Kreisverwaltung Höxter

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Foto: Kreisverwaltung Höxter

ereits zum zweiten Mal erhielt die Kreisverwaltung Höxter das RAL-Gütesiegel für mittelstandsorientierte Kommunalverwaltung. Dazu müssen 13 Gütekriterien wie beispielsweise feste Bearbeitungs- und Informationsfristen für Eingaben, Beschwerden und Rechnungszahlungen verbindlich eingehalten werden. Die TÜV Nord Cert GmbH überprüfte die Kriterien, ergänzt durch eine Umfrage bei den mittelständischen Unternehmen im Kreis. Bei dieser Kundenzufriedenheitsanalyse verbesserte der Kreis das bereits gute Ergebnis von 2007 (2,2) weiter auf die Schulnote 2,0. (IR) Landrat Friedhelm Spieker mit der Urkunde des neuen RAL-Gütesiegels

Preisgekrönte Schulen aus OstWestfalenLippe

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as Oberstufen-Kolleg in Bielefeld gehört zu den besten deutschen Schulen. Mit dem zweiten Platz beim Deutschen Schulpreis ehrte die Jury insbesondere den Bildungswillen und die Eigenverantwortung seiner Schülerinnen und Schüler. Das Oberstufen-Kolleg ist anders als andere Schulen – es hat kein einziges Klassenzimmer. Ein großer Teil des Unterrichts findet in drei Sälen im Erdgeschoss statt – den sogenannten „Feldern“, jedes so groß wie eine Turnhalle. Kork- und Plexiglasstellwände dienen zur Trennung einzelner Lernbereiche. Veränderung hat am Oberstufen-Kolleg Bestand: Nur, was Schüler und Lehrer auf Dauer akzeptieren, bleibt bestehen. Im Juni überreichte Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin den mit 25.000 Euro dotierten Preis.

OWL-Das Magazin 16.2010

Schulen aus Bielefeld und Horn-Bad Meinberg sind Preisträger des Jugendwettbewerbs „Demokratie erleben“ der Landeszentrale für politische Bildung in Nordrhein-Westfalen: Die Kuhlo-Realschule in Bielefeld bekam den zweiten Platz in der Kategorie „Sekundarstufe 1“ für einen Film über Freiheit. Der dritte Preis derselben Kategorie ging an das Gymnasium Horn-Bad Meinberg, das ein Hörspiel über Meinungsfreiheit erstellt hatte. Insgesamt nahmen fast 200 Beiträge von über 4.000 Kindern und Jugendlichen am Wettbewerb teil. Die Kuhlo-Realschule ist zum wiederholten Mal ausgezeichnet worden: Erst im vergangenen Jahr hatte sie einen Preis bei dem Integrationswettbewerb „Alle Kids sind VIPs“ der Bertelsmann Stiftung gewonnen. (IR)


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Zahlen und Fakten

Bevölkerung

OstWestfalenLippe: Ganz oben in Nordrhein-Westfalen OstWestfalenLippe ist deckungsgleich mit Nordrhein-Westfalens nordöstlichem Regierungsbezirk Detmold. Mit 6.500 Quadratkilometern umfasst die Region etwa ein Fünftel der Fläche dieses Bundeslands.

Über zwei Millionen Menschen leben in den sechs Kreisen Gütersloh, Herford, Höxter, Minden-Lübbecke, Lippe und Paderborn und der kreisfreien Stadt Bielefeld, die OstWestfalenLippe bilden.

Erreichbarkeit Die Region liegt im deutschen und europäischen Raum zentral und günstig. Die international und national bedeutsamen Ost-West-Verkehrswege A2, A30 und A44 mit ihren jeweiligen Nord-Süd-Anbindungen A7 und A1 bieten schnelle Verbindungen in alle Richtungen. Hinzu kommen Wasserstraßen (Mittellandkanal, Weser), Bahnverbindungen mit ICE und IC sowie der Regionalflughafen PaderbornLippstadt mit innerdeutschen und europäischen Anbindungen.

Tourismus In der Urlaubsregion Teutoburger Wald – mit Highlights wie dem ausgezeichneten Wanderweg Hermannshöhen oder der Garten_Landschaft OstWestfalenLippe – übernachten jährlich 6,5 Millionen Menschen. Das ist Spitze in Nordrhein-Westfalen.

Wirtschaft OstWestfalenLippe ist einer der stärksten Wirtschaftsstandorte in Deutschland. Die Region steht für einen ausgewogenen Branchenmix mit starken Großunternehmen – häufig in Familienhand – und zahlreichen Mittelständlern und Kleinunternehmen. Unternehmen wie Bertelsmann, Dr. Oetker, Melitta, Miele, Claas und Schüco, Gerry Weber und Wincor Nixdorf sind hier fest verwurzelt. Zu den großen Branchen gehören der Maschinenbau, die Möbelindustrie, die Metallverarbeitung und die Elektroindustrie, das Ernährungsgewerbe, die Textil- und Bekleidungsindustrie, die Gesundheitswirtschaft und die Kunststoff verarbeitende Industrie. Über eine Million Erwerbstätige arbeiten in rund 140.000 Unternehmen. Das Bruttoinlandsprodukt liegt bei 57,4 Milliarden Euro.

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Zahlen und Fakten

Hochschul- und Forschungslandschaft

London: 7 Stunden

An 13 Hochschulen in OstWestfalenLippe studieren rund 50.000 junge Menschen aller Fachrichtungen. Die Hochschulen geben wichtige Impulse für Foschung und Entwicklung in der Region (vgl. das Hochschulspecial in der Mitte dieses Hefts).

73

Hamburg: 2 Stunden

Amsterdam: 4,5 Stunden

Hannover: 1 Stunde Berlin: 2,5 Stunden

Düsseldorf: 2 Stunden

OWL

Städte über 50.000 Einwohner Bielefeld Paderborn Gütersloh Minden Detmold Herford Bad Salzuflen

323.615 144.811 96.343 82.809 73.368 64.852 54.078

Köln: 2 Stunden

Brüssel: 5 Stunden Frankfurt: 3,5 Stunden

Quelle: IT NRW, Stand 31.12.2008

München: 6 Stunden Paris: 6 Stunden

BDO_OWL_2010:Layout 1

30.04.2010

10:56

Seite 1

OWL MIT BDO � GANZ OBEN IN NRW BDO Greiffenhagen GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Viktoriastraße 16-20 I 33602 Bielefeld www.bdo.de BDO Deutsche Warentreuhand AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, eine Aktiengesellschaft deutschen Rechts, ist Mitglied von BDO International Limited, einer britischen Gesellschaft mit beschränkter Nachschusspflicht, und gehört zum internationalen BDO-Netzwerk voneinander unabhängiger Mitgliedsfirmen. BDO ist der Markenname für das BDO-Netzwerk und für jede der BDO-Mitgliedsfirmen.

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Panorama

OstWestfalenLippe – Das Magazin „OstWestfalenLippe – Das Magazin“ bietet seinen Lesern einen Einblick in das Kultur- und Wirtschaftsleben der Region. Von den Ausgaben 11 bis 15 sowie von der Sonderausgabe „Leben und Arbeiten” sind noch Exemplare vorhanden. Wer seine Sammlung komplettieren möchte – hier die Ausgaben mit Kurzinhalt:

Ausgabe 11 Themen: Bürokratieabbau, Küchenmöbel aus OWL, Lemgo – eine Stadt in Blau und Weiß, Horst Wortmann

Ausgabe 12 Themen: Elektrotechnik – ein Branchenporträt, Modellregion OWL, Mahlzeit! Kultur des Essens und Genießens, Senne – einmalig natürlich, Rudolf Lödige

Ausgabe 13 Themen: Konkrete Beispiele für Bürokratieabbau – von OWL lernen, MARTa – Neues Museum in OWL, Hermannshöhen – Deutschlands jüngster Spitzenwanderweg, Gerhard Weber

Ausgabe 14 Themen: Bürokratieabbau – OWL als Vorreiter, Kunststoffe in OWL – ein Branchenporträt, Canossa-Ausstellung in Paderborn, vielfältige Tagungsorte, Dr. Andreas Hettich

Sonderausgabe: Leben & Arbeiten Themen: Ostwestfälisch-lippische Ansichten, Starke Marken, Museumstour, Musik, Theater, Comedy, Spitzensport & Freizeitspaß, Lebensstile

Herbert Sommer, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der OWL Marketing GmbH, und dessen Stellvertreter, Landrat Friedel Heuwinkel

OstWestfalenLippe Marketing GmbH Die OstWestfalenLippe Marketing GmbH ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Kreise Gütersloh, Herford, Höxter, Lippe, Minden-Lübbecke und Paderborn sowie der kreisfreien Stadt Bielefeld und der regionalen Wirtschaft. Diese wird repräsentiert durch den Verein „Unternehmen für OWL Marketing“, in dem die Industrie- und Handelskammern Ostwestfalen zu Bielefeld und Lippe zu Detmold, die Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld sowie derzeit 130 Unternehmen aus der Region zusammengeschlossen sind. Die Gesellschaft hat sich zum Ziel gesetzt, OstWestfalenLippe im Standortwettbewerb der Regionen um Innovationskapital, Wissen und qualifizierte Arbeitskräfte als leistungsstarken Wirtschaftsstandort mit hoher Lebensqualität zu stärken und zu profilieren.

Impressum OstWestfalenLippe – Das Magazin, Ausgabe 16 Erscheinungsdatum: August 2010 Herausgeber: OstWestfalenLippe Marketing GmbH, Jahnplatz 5, 33602 Bielefeld Konzept, Redaktion (V.i.s.d.P.): Herbert Weber, Geschäftsführer OstWestfalenLippe Marketing GmbH Autoren: Heiko Böddeker (HB), Stefan Brams, Astrid Butt (AB), Ina Kirsch, Oliver Kreth, Laura-Lena Förster, Susanne Schaefer-Dieterle und Ruth Beuthe, Dr. Reinhard Schwarz (RS)

Mitarbeit: Ina Rockmann (IR) Layout: Artgerecht Werbeagentur GmbH, Bielefeld Korrektorat: Monika Noller Anzeigen: Mielitz Verlag GmbH, OstWestfalenLippe Marketing GmbH, Bielefeld

Ausgabe 15 Themen: 2.000 Jahre Varusschlacht, Beste Chancen, schöner leben, „Spitzentechnologien aus OWL“,Traumauto Artega, Dr. Markus Miele

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Druck: Print Design Druck GmbH, Minden Hinweis: Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Autors wieder, nicht unbedingt die des Herausgebers. Serviceangaben sind ohne Gewähr. Nachdruck von Beiträgen nur mit Genehmigung des Herausgebers.


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