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535 | DEZEMBER 2016

Monatszeitschrift der Christlichen Ostmission

KUHBANK VIETNAM – DIE ERFOLGSGESCHICHTE Persönlich Vadim Stepanenko | Ukraine Hier habe ich keine Zukunft! | Moldawien Zum Dienst an Kindern berufen | Vietnam Kuhbank – die Erfolgsgeschichte


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ostvision ostvisiondezember 2016

editorial

ostvision

Not, Armut und Unterdrückung bekämpfen

wird monatlich herausgegeben von der CHRISTLICHEN OSTMISSION (COM), Worb

Liebe Missionsfreunde

Nr. 535: Dezember 2016 Jahresabonnement: CHF 15.–

Welche Ursachen haben die Not und die Armut auf dieser Welt? Welche Ziele, Pläne und Projekte bringen den bedürftigen Men­ schen echte Hilfe und nachhaltige Ver­ besserungen? Welchen Beitrag kann die Christliche Ostmission leisten, damit Men­ schen in ihrer Not nicht alleine gelassen werden und Wege aus prekären und oft tragischen Lebenssituationen finden? Gedanken zu den Ursachen In den Ländern, wo es den Menschen be­ sonders schlecht geht, finden wir meis­ tens Regierungen, die kaum mit den Bür­ gern für eine bessere Zukunft zusam­ menarbeiten. Persönliche Bereicherung, Macht und Korruption behindern den Auf­ bau einer erfolgreichen Gesellschaft. Das hat vielfältige Folgen: Der Schutz und die Sicherheit der Bürger werden nicht garan­ tiert. Mangelhafte Eigentumsrechte be­ schränken die Eigenständigkeit der Men­ schen und erschweren das Schaffen von Arbeitsplätzen. Das Eintreiben von Steu­ ern und das Erbringen von Dienstleistun­ gen funktionieren nur mangelhaft. Also steht es schlecht um öffentliche Schulen, Ausbil­ dungsstätten, die Gesundheitsversorgung, Sozialversicherungen für das Alter, Inves­ titionen des Staates in Infrastruktur und Forschung sowie die Durchsetzung von Rechtssicherheit. So kann sich eine Wirt­ schaft nicht entwickeln.

nur beschränkte Möglichkeiten haben, auf Regierungen einzuwirken. Wo immer mög­ lich verbinden wir Nothilfe mit Anstössen zur Entwicklung von Eigenständigkeit im Land selbst. In dieser Zeitschrift finden Sie interessante Berichte, die diese Arbeits­ weise illustrieren. Unsere Sichtweise Das biblische Christentum zeigt uns Wege auf, wie wir aus dem Dickicht von Miss­ ständen herausfinden können. Im Mittel­ punkt steht eine Geisteshaltung, die da­ von ausgeht, wie Gott die Menschen in ihrem Denken und Handeln gedacht hat. Dieses Menschenbild beinhaltet Freiheit, Vernunft, Kreativität, Verantwortungsbe­ reitschaft und Entscheidungsfähigkeit. Zu­ dem gilt Gleichwertigkeit der Menschen, Schutz des Eigentums des Einzelnen und Arbeit als positiver Wert für alle.

Redaktion: Georges Dubi Adresse: Telefon: Fax: E-Mail: Internet:

Christliche Ostmission Bodengasse 14 3076 Worb BE 031 838 12 12 031 839 63 44 mail@ostmission.ch www.ostmission.ch

Postkonto: Bankkonto:

30-6880-4 Spar + Leihkasse Münsingen, 16 0.264.720.06

Kontrolle der Bücher: Unico Treuhand AG, Burgdorf Spenden sind in allen Kantonen steuer­ abzugsberechtigt. Nähere Auskünfte er­teilt unser Sekretariat. Gehen für ein Projekt mehr Spenden als benötigt ein, werden diese für ähnliche Zwecke ein­gesetzt. Bildquelle: COM Wenn nicht anders vermerkt, haben die abgebildeten Personen keinen Zusammenhang mit den erwähnten Beispielen. Gestaltung: Thomas Martin Druck: Stämpfli AG, Bern

Diese Geisteshaltung, die getragen wird von Ehrlichkeit und Vertrauen, setzt Po­ tenziale für eine erfolgreiche Bekämpfung von Not und Armut frei. Wir danken Ihnen von Herzen für Ihre Ver­ bundenheit, Ihr Mitdenken, Ihr Mittragen und Ihre Unterstützung. Wir freuen uns und sind dankbar, wenn wir zusammen mit Ihnen Veränderungen in einer bedürf­ tigen Welt bewirken können.

Unsere Arbeitsweise Die Hilfe der Christlichen Ostmission wird nicht vom Staat in Empfang genommen, sondern geht direkt an die Bedürftigen. Günther Baumann Dieser Grundsatz ist uns wichtig, da wir Beauftragter des Stiftungsrates

Papier: Das Magazin ist auf chlorfrei gebleichtem und FSC-zertifiziertem Papier gedruckt. Geschäftsleitung: Georges Dubi, Missionsleiter Gallus Tannheimer Stiftungsrat: Mario Brühlmann, Orpund, Präsident Pfr. Thomas Hurni, Madiswil, Vizepräsident Lilo Hadorn, Selzach Pfr. Matthias Schüürmann, Reitnau Dr. Christian Bock, Seedorf Thomas Haller, Langenthal Beauftragter des Stiftungsrates: Günther Baumann

Die Christliche Ostmission hat den Ehrenkodex unter­zeichnet. Das Gütesiegel verpflichtet die Unterzeichner zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Ihrer Spende.

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persönlich

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Vadim Stepanenko Weissrussland

MENSCHEN unterwegs mit uns

Mein Name ist Vadim Stepanenko. Seit dem 1. Juli 2016 arbeite ich vollzeitlich für die Christliche Ostmission, ich koordiniere die huma­ nitäre Hilfe in Osteuropa. Die COM kenne ich seit längerer Zeit. Meh­ rere Jahre habe ich für sie Texte übersetzt und als Übersetzer Reise­ gruppen begleitet. Meine Arbeit bei der Mission ist das, was sich ein Christ nur wün­ schen kann. Es geht darum, Menschen in Not zu unterstützen, mit ih­ nen zusammen erdrückende Lebenssituationen zu meistern und zu verändern und ihnen Gottes Liebe weiterzugeben. In diesem Dienst zu stehen, ist ein grosses Vorrecht für mich. Ich schätze die vielen Kontakte mit Partnerteams und Hilfsempfängern in den Ländern Osteuropas. In den vergangenen Monaten habe ich mich eingearbeitet und da­ bei mehrere Projektreisen unternommen. Viele Erlebnisse haben mich tief beeindruckt, zum Beispiel in der Ostukraine. Teams unse­ rer Partner kümmern sich um die Bevölkerung in den umkämpften Gebieten. Viele Menschen dort verbringen jede Nacht in finsteren, engen Kellerräumen, während über ihren Köpfen Geschosse fliegen. Da ist mir bewusst geworden, welchen Reichtum meine Familie und ich haben: Wir leben in Frieden in einer gemütlichen Wohnung und haben alles, was wir brauchen. Ich wurde 1978 in Witebsk geboren, einer Stadt im Nordosten Weiss­ russlands. Mit meiner Frau Evgeniia und unseren sechs Kindern lebe

ich heute noch dort. Ich besuchte eine Schule mit erweitertem Deutschunterricht. Mit drei­ zehn Jahren, gleich nach dem Zerfall der Sowjet­union, wurde ich nach Moldawien in ein christliches Kinderlager eingeladen. Dort bekehrte ich mich zu Jesus Christus. Deshalb habe ich eine ganz besondere Beziehung zu Moldawien. Zum Helferteam in diesem Lager gehörten auch Deutsche und Schweizer. Ich war der einzige, der etwas Deutsch konnte, und wur­ de für die Übersetzung eingesetzt. Ich freute mich riesig und war sehr stolz, mein Schul­ deutsch brauchen zu können. Aus diesem Grund beschloss ich, nach der Schule ein Germanistikstudium zu machen. Während meiner Studienzeit verbrachte ich mehrmals einige Monate an deutschen Universitäten, wodurch ich eine gute Praxis der deutschen Sprache erhielt. Ich freue mich sehr auf das weitere Hinein­ wachsen in meine neue Verantwortung bei der Christlichen Ostmission und auf die Zu­ sammenarbeit mit dem Team.

«Es geht darum, Menschen in Not zu unterstützen, mit ihnen zusammen erdrückende Lebenssituationen zu meistern und zu verändern und ihnen Gottes Liebe weiterzugeben.»


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HIER HABE ICH KEINE ZUKUNFT! UKRAINE

«Der 18. Juli 2014 war mein Unglückstag. Damals begann der Krieg in der Ostukraine. Weshalb er geführt wird und wer gegen wen kämpft, weiss eigentlich niemand so genau. Aber dieser Krieg hat mein Leben zerstört! Ich habe alles verloren: meinen Mann, meinen Sohn und mein Haus. Von einem Tag auf den anderen von Almosen abhängig zu sein, ist schrecklich. Noch schrecklicher ist, dass nichts darauf hindeutet, dass sich daran in absehbarer Zeit etwas ändert. Nur eines ist gewiss: Hier habe ich keine Zukunft! Aber wo denn?» Anna L.


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«Das Dorf, in dem wir bis zum Krieg lebten, war ursprünglich ein grosses Landgut. Meine Vorfahren dienten dort bis zum Beginn des Kommunismus als Knechte und Mägde. Das habe ich natürlich nicht mehr miterlebt. Ich konnte studieren, arbeitete in der Stadtver­ waltung und war jahrelang Abgeordnete im Regionalparlament.

«Von einem Tag auf den anderen von Almosen abhängig zu sein, ist schrecklich.» Als der Krieg begann, ging plötzlich alles ganz schnell. Unser Haus lag in der Schuss­ linie, wir mussten Hals über Kopf flüchten. Können Sie sich vorstellen, wie das ist, von

einem Tag auf den anderen alles zu verlie­ ren? Mein Mann überlebte die Granaten und Schüsse, nicht aber den Schmerz und die Trauer. Kurz nach unserer Flucht starb er an Herzversagen. Mann und Sohn auf dem Friedhof Auch mein Sohn hat den Krieg nicht überlebt. Sein Herz machte nicht mehr mit. Jede Nacht Granateneinschläge zu hören, war zu viel für ihn. Beide liegen nun hier auf dem Friedhof. Und ich lebe in diesem kleinen Haus mit Kü­ che und Schlafzimmer. Einkommen habe ich keines und noch bin ich nicht als Flüchtling anerkannt. Eine grosse Ermutigung für mich sind meine Nachbarn. Sie sind so freundlich und hilfsbereit, dabei haben sie doch selbst kaum genug zum Überleben. Dass Menschen aus der Schweiz für die Lebensmittel bezah­ len, die ich regelmässig bekomme, berührt und ermutigt mich sehr. Es gibt mir den Mut, an eine bessere Zukunft zu glauben.»

Hilfspaket

50.–

Ein Hilfspaket für eine Flüchtlingsfamilie kostet 50 Franken.

Das Hilfspaket enthält Lebensmittel und Hygiene­ produkte für einen Monat. Zusätzlich erhalten Kriegs­ opfer Kleider und Schuhe.

Anna L., Ukraine

SO HILFT DIE CHRISTLICHE OSTMISSION Seit Monaten leiden die Menschen im Osten der Ukraine unter einem schreck­ lichen Krieg. Besonders betroffen sind die Gebiete um die Städte Donezk, Lugansk, Slavjansk, Kramatorsk und Gorlovka. Die Vereinten Nationen schätzen, dass über eine Million Menschen aus den Krisenge­ bieten geflohen sind. Für die Menschen, die unter dem Krieg lei­ den, sind die Christliche Ostmission und ihre Partner vor Ort ein Lichtblick, eine Hilfe und eine Ermutigung. Diese betreu­ en und versorgen Vertriebene und Zurück­ gebliebene mit Lebensmitteln, Hygiene­ artikeln, Kleidern und Schuhen. Das er­ möglicht vielen das Überleben.

Die Notleidenden schätzen die konkrete Hilfe und persönliche Anteilnahme.


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ZUM DIENST AN KINDERN BERUFEN MOLDAWIEN

Tamara hilft bei den Hausaufgaben.

Ruth Thomann Projektleiterin

Viele moldawische Christen engagieren sich ehrenamtlich im Projekt «Wir Kinder von Moldawien». Tamara Pogor, eine von ihnen, erzählt. Als ich vor 16 Jahren zum Glauben an Jesus Christus kam und getauft wurde, erklärte mir unser Pastor, dass Gott für jeden einen Dienst in der Gemeinde vorbereitet habe. Ich staunte, war ich doch eine einfache Frau vom Land, ohne Ausbildung und ohne besondere Fähigkeiten, wie mir schien. Ich bat Gott, mir zu zeigen, wie ich Ihm mit meinen geringen Möglichkeiten dienen könnte. Nach einiger Zeit kam die Anfrage meiner Gemeinde, ob ich mich in einer Arbeit mit Kindern einsetzen würde. Kurz darauf er­ gab sich eine Möglichkeit, in einer nahe ge­ legenen Stadt eine entsprechende berufsbe­

gleitende Ausbildung zu absolvieren. Wieder staunte ich. Gott hatte alles vorbereitet, Er wartete nicht auf meine vollkommenen Fä­ higkeiten, sondern auf mein Einverständnis zum Dienst. Dann sorgte Er dafür, dass ich die nötigen Fähigkeiten erwerben konnte. So begann der segensreiche Dienst in unserer Gemeinde, den wir «Mittagstisch» nennen. Heute bin ich gegen Mittag zur Gemeinde ge­ kommen. Um die 30 Kinder kommen jeden Tag nach der Schule zu uns. Sie rennen und freuen sich. Bis das Mittagessen fertig ist, spielen sie draussen. Bald schon rufen die Köchinnen zum Essen. Die Kinder können es kaum erwarten, ihre Plätze am schma­ len Tisch einzunehmen. Das Esszimmer ist nicht gross, aber jedes Kind hat ein Plätz­ chen. Heute gibt es Suppe, dann Kartoffeln mit Huhn und feine Salate. Zum Dessert ha­ ben die Köchinnen süsse Brötchen gebacken.


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Für die meisten Kinder ist es das einzige warme Essen am Tag. Viele nehmen bei uns erstmals im Leben regelmässig vollwertige Mahlzeiten ein. Nach dem Essen geht es an die Hausaufgaben. Ich erkläre Dinge, die in der Schule nicht verstanden wurden, kon­ trolliere die Aufgaben, motiviere. Später, zum Tagesabschluss, erzähle ich biblische Geschichten. Darauf freuen sich die Kinder ganz besonders. Es tut gut zu sehen, wie eif­ rig und interessiert sie sind. Die Kinder, die zu uns kommen, stammen aus zerrütteten Familien und äusserst schwieri­ gen Verhältnissen. Alkoholmissbrauch der Eltern ist ein allgegenwärtiges Problem. Kei­ nes der Kinder hat zu Hause je Unterstützung bei der Lösung seiner Hausaufgaben bekom­ men. Viele haben die meiste Zeit die Schule geschwänzt, manche kennen mit elf, zwölf Jahren die Farben noch nicht und können kaum schreiben. Ich staune immer wieder, wie rasch sich die Fähigkeiten und schulischen Leistungen der Kinder verbessern, wenn sie begleitet, un­ terstützt und motiviert werden. Einige der schlechtesten Schüler, die selten zum Unter­ richt erschienen und dann nur teilnahmslos dasassen, haben sich innerhalb eines Schul­ jahres zu interessierten, begabten Schülern entwickelt.

Nicht immer geht alles reibungslos. Manche Kinder leiden unter schweren psychischen Verletzungen. Sie müssen über längere Zeit geduldig begleitet werden. Es braucht Zeit, bis sie sich öffnen und nur schon über ihre Probleme zuhause sprechen. Bei uns bekom­ men sie die nötige Zeit und eine liebevolle Umgebung. Und ganz langsam geschehen Wunder der Heilung.

«Mit den Kindern zusammen träume ich von einer Zukunft, in der sie einen Beruf erlernen und ihren Lebensweg mutig, hoffnungsvoll und mit Gottes Hilfe gehen.» Dieser Dienst mit den Kindern ist meine Beru­ fung. Ich erlebe ihn als eine Quelle gewaltiger Veränderungsmöglichkeiten und Hoffnung in unserem sonst so hoffnungslosen Dorfalltag. Mit den Kindern zusammen träume ich von einer Zukunft, in der sie einen Beruf erler­ nen und ihren Lebensweg mutig, hoffnungs­ voll und mit Gottes Hilfe gehen.

Ende Nachmittag erzählt Tamara den Kindern biblische Geschichten.


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KUHBANK VIETNAM – DIE ERFOLGSGESCHICHTE Georges Dubi Missionsleiter

Die Kuhbank ist eine Erfolgsgeschichte. Unzähligen Bauern ermöglicht das Projekt der ­Christlichen Ostmission den Schritt aus der Armut. Besonders erfreulich: Nach nur fünf Jahren betreiben Bauern eine Kuhbank ohne Hilfe aus der Schweiz selbstständig weiter. Alles begann vor zehn Jahren in einer ab­ gelegenen Gegend im Norden Vietnams, im kleinen Dorf Bac Lung. Praktisch alle Bewoh­ ner waren Reisbauern. Dazu hielten sie ein paar Kleintiere und ab und zu ein Schwein. Sie führten ein armseliges Dasein, denn bei kaum einer Familie reichte die Landwirt­ schaft wirklich zum Überleben. Abwande­ rung in Städte und ins Ausland war die Folge. Familien wurden auseinandergerissen, die Dorfstrukturen schwächer. So begann die Kuhbank In diesem Umfeld startete die Christliche Ostmission die erste Kuhbank. Sie funktio­ niert so: Mit Spenden aus der Schweiz wird eine Kuh gekauft und der Bauer, der sie be­ kommt, als Tierhalter ausgebildet.

Kuhbank

Das Kuhbankprojekt gibt Bauern eine neue Lebensperspektive.

Mit der Kuh kann er pflügen oder andere Ar­ beiten ausführen und so seine Erträge stei­ gern. Dabei wird er fachlich begleitet und fi­


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nanziell unterstützt, wenn er seinen Betrieb ausbauen will. Auch dafür werden Spenden­ gelder eingesetzt. Das erste weibliche Kalb, das die Kuh gebärt, geht an die Kuhbank.

Kuhbank

Damit ist gewährleistet, dass diese weiterbe­ steht und andere Bauern berücksichtigt wer­ den können. Das Ziel war immer klar: die Lebensumstände der Bauern verbessern und die Kuhbank so rasch wie möglich unabhän­ gig von der Mission weiterführen. Es funktioniert Die ersten drei Probejahre zeigten ermutigen­ de Resultate und wir beschlossen, die Kuhbank in weiteren Gebieten einzuführen. Spenden aus der Schweiz machten die Ausweitung des Programms möglich.

Seit 2006 wurden mit Geldern aus der Schweiz 110 Kühe gekauft und weitergege­ ben. Von diesen 110 Kühen sind 850 weibliche Kälber an die Kuhbanken zurückgekommen und von dort zu weiteren verarmten Bauern gegangen. Wie geplant können die einzelnen Kuhbanken nach maximal fünf Jahren in die Selbstständigkeit entlassen werden.

Aus verarmten Selbstver­ sorgern sind selbstbewusste Bauern geworden. Der landwirtschaftliche Aufschwung, den das Projekt bewirkt, ist gut sichtbar. Aus beschei­ denen Selbstversorgern sind selbstbewusste Bauern mit funktionierenden Betrieben ge­ worden. Die positiven Resultate zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind, und sie ma­ chen Mut, das Projekt weiterzuführen. Noch gibt es in Vietnam grosse verarmte Gebiete, die Hilfe benötigen.

Nguyen Trong Hien, Kham Lang, Vietnam «Seit ich bei der Kuhbank mitmache, hat sich mein Leben total verändert. Ich habe viel über Tierzucht und andere bäuerliche Themen gelernt. Das hat mein Vertrauen gestärkt. Endlich kann ich nun meine Familie gut versorgen und meinen Kindern eine Zukunft bieten. Darum ist mir klar: Ich will Bauer bleiben.»

500.–

Startkapital

500 Franken Startkapital für die Kuhbank – in Form von Spenden aus der Schweiz – sind nötig, um eine Familie ins Projekt auf­zunehmen.


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«Ich gehe in die 5. Klasse und habe zwei Brüder und eine Schwester. Die Brüder kommen auch ins Tageszentrum. Ich möchte einmal Ärztin werden und den kranken Leuten im Dorf helfen. Wir haben daheim Götzen angebetet. Vor allem mein Vater brachte den Götzen Opfer und räucherte für sie im Haus. Im Tageszentrum habe ich von Jesus Christus gehört und nun glaube ich nicht mehr an Götzen. Ich habe dann für meine Familie gebetet. Heute glaubt meine ganze Familie an Jesus.» Madhu, 9 Jahre


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INDIEN

VERÄNDERTE KINDER VERÄNDERN IHRE DÖRFER Im September 2012 eröffnete die ­Christliche Ostmission das erste Tageszentrum im Dorf B.* im indi­schen Staat Bihar. Bald darauf folgte das zweite im Dorf K. Für 150 Kinder im Alter von fünf bis zehn Jahren sind die Zentren ein Zuhause gewor­ den. Sie erhalten dort Zuwendung, seelsor­ gerliche und medizinische Betreuung, war­ me Mahlzeiten, Aufgabenhilfe und Nachhil­ feunterricht. Und sie entdecken dabei ihren persönlichen Wert, ihre Würde und ihre Res­ sourcen. Etliche Kinder sind Christen geworden und erleben Gottes Wirken nun auch in ihren Fa­ milien. So verändert Gott Dörfer, die seit Ge­ nerationen für Kinderhandel bekannt sind.

*Aus Sicherheitsgründen werden die Namen der beiden Dörfer nicht genannt. Das Missionswerk GEMS wird von der Inter-Mission und der Christlichen Ostmission unterstützt.

Tageszentrum im Dorf B.


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Danke

«Wir sind von Herzen dankbar für die langjährige, fruchtbare Zusammen­ arbeit mit der Christlichen Ostmission und für die vielen Spenderinnen und Spender aus der Schweiz. Sie machen es möglich, dass an der Universi­tät ‹Divitia Gratiae› viele junge Menschen für den Dienst in Zentralasien aus­ gebildet und zugerüstet werden. Wir sind auch herzlich dankbar für die Projekte, die unsere Absolventen mit Ihrer Hilfe in ihren Heimat­ ländern umsetzen können. So kann das Evangelium verbrei­ tet und unser Herr gepriesen werden.» Dr. Mihai Malancea, Prorektor UDG, Moldawien

DIE DREI SÄULEN DER COM

WIR HELFEN DIREKT in Notsituationen und Katastrophen

WIR BAUEN AUF durch Bildung und Gewerbeförderung

WIR SCHÜTZEN vor Frauen- und Kinderhandel

Ostvision - Dezember 2016  
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