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Ausgabe 1 · Oktober 2012 www.osnabruecker-wissen.de

KO S T E N LO S!

(noch) bier gebraut?!

Weitere Themen in dieser Ausgabe: KOMMT die gurke aus der Region?

Wie schlafen Eigentlich Fische?

Was hing bei Stüves im Salon?

Wie WERDEN MÜLLAUTOS SAUBER?

Seite 20

Seite 47

Seite 54

Seite 64

Titelbild: Michael Titgemeyer

Wird in osnabrück


Ein Medienprojekt von:

mit freundlicher Unterstützung von:

MUSEUM INDUSTRIEKULTUR OSNABRÜCK


EDITORIAL

Impressum EIN MEDIENPROJEKT DER Werbeagentur mittendrin Inh. Stephan Buchholz (V.i.S.d.P) Pagenstecherstraße 14 49090 Osnabrück Telefon: +49 541 / 750 42 04-0 E-Mail: kontakt@wa-mittendrin.de www.werbeagentur-mittendrin.de

„Dem guten Frager ist schon halb geantwortet.“

in Zusammenarbeit mit der Hochschule Osnabrück Prof. Volker Gehmlich und Abigail Joseph-Magwood www.hs-osnabrueck.de

Friedrich Nietzsche

Liebe Leserinnen und Leser!

Redaktion Chefredakteur: Dr. Thorsten Stegemann (ts)

Wird in Osnabrück noch Bier gebraut? Welcher englische König starb in Osnabrück? Was

Weitere Redaktionsmitglieder:

auf diese und viele andere Fragen finden Sie in der ersten Ausgabe unseres Magazins

verbirgt sich im Icker Loch? Und wer macht eigentlich Müllautos sauber? Die Antworten

Margarethe Babik (MB) Sina Bünte (SB) Sönke Hartkamp (SH) Tina Kassens (TK) Mathieu Lecomte (ML) Kirsten Rottmann (KR) Sergey Somow (SSO) Jessica Stegemann (JS) Mareike Stopka (MS) Maria Timmer (MT) Jun Zhou (JZ) Artikel der Redaktion (RED)

„Osnabrücker Wissen“. Hinter uns liegt ein langer Weg, auf dem wir im Herbst 2011 mit dem Start des ersten Projektseminars an der Hochschule Osnabrück richtig Fahrt aufnahmen. Studierende der Betriebs- und Sozialwissenschaften entwickeln dort seit einem Jahr Ideen für die Konzeption, Umsetzung und Vermarktung dieses innovativen Mediums. Ihre Ergebnisse werden mit den Erfahrungen externer Fachleute aus den Bereichen Werbung, Marketing und Journalismus abgeglichen.

Gastbeiträge:

Heute können wir Ihnen eine abwechslungsreiche Auswahl spannender Themen und fas-

Beatrice le Coutre-Bick

Leiterin Literaturbüro Westniedersachsen / Osnabrück (BLCB)

zinierender Geschichten aus Stadt und Landkreis präsentieren. Weitere werden folgen,

Kai Diener

denn ab sofort erscheint „Osnabrücker Wissen“ einmal im Quartal - immer in den Mo-

Marco Hörmeyer

naten Januar, April, Juli und Oktober.

Comnet Digital (kd) Stadtwerke Osnabrück (MH) IHK Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim (AM)

Alena Schomburg / Lisa Josef Zoo Osnabrück (AS / LJ)

Eva Ziebarth

Deutsche Bundesstiftung Umwelt (EZ)

Fotos: osnapix sport & pressefotografie Michael Titgemeyer info@osnapix.de www.osnapix.de

Nach der Veröffentlichung des Preview-Magazins im Sommer dieses Jahres haben wir Porträtfoto: www.jana-fotografiert.de

Andreas Meiners

viel positive Resonanz erfahren, für die wir uns an dieser Stelle ganz herzlich bedanken. Ebenfalls bedanken möchten wir uns bei allen Projektpartnern und -sponsoren, die an unsere Idee geglaubt und uns ihr Vertrauen schon im Vorfeld dieser ersten Ausgabe geschenkt haben. Über die lobenden Worte für Inhalt und Gestaltung freuen wir uns sehr; das gilt natürlich auch für Tipps und Verbesserungsvorschläge – und die zahlreichen Fragen, die uns Leserinnen und Leser mit der Bitte um Beantwortung einschicken. Einige sind in die

www.fotolia.com, www.istock.com und siehe Bildnachweise

aktuelle Ausgabe eingeflossen, doch das Projekt „Osnabrücker Wissen“ steht ja gerade

Druck Rasch Druckerei und Verlag GmbH & Co. KG Lindenstraße 47 49565 Bramsche www.raschdruck.de

Damit es so erfolgreich weitergeht, wie es begonnen hat, sind wir auch in Zukunft auf Ihre

Redaktionsschluss 10. Oktober 2012

Copyright Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, Veröffentlichung im Internet oder Vervielfältigung auf Datenträgern nur nach vorheriger schriftlicher Genehmigung der Werbeagentur mittendrin. Trotz sorgfältiger Prüfung keine Gewähr für eventuelle Druckfehler.

erst am Anfang. Hilfe angewiesen! Schreiben Sie uns, was Sie schon immer über Stadt und Region wissen wollten und welche Themen aus Geschichte, Gegenwart und Zukunft Sie brennend interessieren. Zunächst wünschen wir Ihnen nun aber gute Unterhaltung, neue Erkenntnisse – und natürlich viele zufriedenstellende Antworten auf rund 80 Fragen aus der Region. Herzlichst,

Dr. Thorsten Stegemann Chefredakteur

Stephan Buchholz

Herausgeber

Kontaktieren Sie uns!

EDITORIAL // OSNABRÜCKER WISSEN

3


Telefon: +49 541 / 597 81 59 Mobil: +49 170 / 308 36 29 Mail: info@osnapix.de

www.osnapix.de

Inhalt

Topthema Wird in Osnabrück (noch) Bier gebraut?

Wird in Osnabrück (noch)

www.logicode.de

Michael Titgemeyer Adolf - Staperfeld - Str. 54 49082 Osnabrück

Bier gebraut? Seite 6

6

Stadt & Land Welcher englische König starb in Osnabrück?

12

Wo kommt man raus, wenn man in Osnabrück ein Loch gräbt?

14

Wie entstand der Rubbenbruchsee?

15

Wem verdankt das Moskaubad seinen Namen?

16

Steht das Iduna-Hochhaus für Jugend und Unsterblichkeit? 17 Kommt die Gurke tatsächlich aus der Region?

20

Aus wie vielen Altkreisen wurde der Landkreis Osnabrück gebildet?

23

Hochschule & Karriere Wer lebt im Osnabrücker Elfenbeinturm?

24

Warum heißen Dreher heute Zerspanungsmechaniker?

26

Sind Mannschaftssportler besonders teamfähig?

28

Wer fliegt preiswert durch Europa?

29

Wirtschaft & Technik Warum fährt doppelt besser?

30

Was schleift Mr. Blue?

32

Wer macht eigentlich die Coca-Cola-Trucks weihnachts-fit? 33

Kommt die Gurke tatsächlich aus der Region? Seite 20

INHALT // OSNABRÜCKER WISSEN

Wer surft mit 100 Megabits pro Sekunde?

37

Wo speichern die Stadtwerke das Fassungsvermögen von 130.000 Badewannen?

38

Was brachte Reinhold Tiling zum Fliegen?

40


Liebe Leserinnen und Leser, Sie haben vor sich die erste Ausgabe unseres neuen Magazins „Osnabrücker Wissen“. Dieses Magazin hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Bürgerinnen und Bürgern die vielfältigen und interessanten Entwicklungen in unserer Hochschulregion näher zu bringen. Es freut mich besonders, dass es dabei gelungen ist, die Studierenden der Hochschule Osnabrück in dieses Projekt zu integrieren. Von Hochschulen werden zu Recht Impulse und Innovationen für die Entwicklung unserer Gesellschaft erwartet. Das Magazin „Osnabrücker Wissen“ geht mit dieser Kooperation einen innovativen Weg. Damit

wurde eine in beiden Richtungen begehbare Brücke zwischen der Wissenschaft und der Gesellschaft gebaut. Ich bin überzeugt, dass dadurch die notwendige Aufmerksamkeit für wichtige Themen und so die Voraussetzung für einen breiten Dialog und ein „voneinander Lernen“ geschaffen wird. Ich wünsche allen Beteiligten viel Freude und unserer Hochschulregion viele neue Impulse. Mit freundlichem Gruß

Prof. Dr. Andreas Bertram

Präsident der Hochschule Osnabrück

Leben & Gesellschaft Mehr Scheidungen als Hochzeiten?

45

Wie gefährlich ist der Straßenverkehr?

45

Natur & Umwelt Wie schlafen Fische?

47

Wo schuf Ritter Eberhard von Varendorf ein Biotop?

48

Wie schlafen

Fische?

Seite 47

Sport Wer war der erste VfLer in der Bundesliga?

50

Was ist die „Deutsche-Jugend-Kraft“?

52

Kultur Was hing bei Stüves im Salon?

54

Wann hob Osnabrück das Werk eines Nobelpreisträgers aus der Taufe?

57

Krimi Wer stahl die goldene Klinke?

59

berühmte unterschriften Wer trug sich ins Goldene Buch ein? Teil 1

63

OsWi Junior Wie werden Müllautos sauber?

64

Warum hat Opa meinen Geburtstag vergessen?

65

Was hing bei

Stüves im Salon? Seite 54

grüSSe aus osnabrück Hallo, wie geht´s?

67

INHALT // OSNABRÜCKER WISSEN


Gemälde von Giovanni Battista Gaulli

TOPTHEMA

Alexander VII

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Osnabrücker Bier // OSNABRÜCKER WISSEN


Wird in Osnabrück

Bier gebraut?

Mitte des 15. Jahrhunderts soll es 63 Brauereien in Osnabrück gegeben haben. Das deftige Kräuterbier, das Grüsing oder Gräfting hieß und im „Gruthaus“ in der Bierstraße angesetzt wurde, erfreute sich auch jenseits der Stadtgrenzen großer Beliebtheit. Daneben produzierten die Bürger einen leichter verdaulichen Gerstensaft, der ohne Hopfen angesetzt wurde.

Im Laufe der Jahrhunderte nahm die Zahl der Brauereien kontinuierlich ab. 1813 fanden sich innerhalb des Stadtgebiets noch 20, bis 1855 schmolz ihre Zahl auf vier. 1987 stellte auch die legendäre Osnabrücker Aktien-Brauerei ihren Betrieb ein.

Hopfen © Aleksandr Lesik - Fotolia.com; Bierfass © volff – Fotolia.com

Vor einem halben Jahrtausend hätte sich diese Frage von selbst erledigt. Im ausgehenden Mittelalter war Bier nämlich noch kein Genuss-, sondern ein simples Grundnahrungsmittel, das viele Bürger im eigenen Braubottich herstellten.

Das „Osnabrücker Pils“ entsteht heute in Dortmund. Trotzdem haben die Osnabrücker die Bierproduktion noch nicht komplett eingestellt. Es wird weiter gebraut – ganz privat, in einer Hausbrauerei oder zu Forschungszwecken.

Welcher spätere Papst begeisterte sich für Osnabrücker Braukünste? Fabio Chigi weilte von 1644 bis 1649 in Münster und nahm als außerordentlicher Gesandter von Papst Innozenz X. an den Verhandlungen teil, die schließlich den Dreißigjährigen Krieg beendeten. Ins benachbarte Osnabrück zog es ihn nie, doch an der hiesigen Braukunst fand er offensichtlich Gefallen. „Fügt Schwefel hinzu und es wird ein Höllentrank“, soll Fabio Chigi nach dem Genuss des berüchtigten Kräuterbieres ausgerufen haben.

-

(noch)

Am 7. April 1655 wurde er in Rom zum Oberhaupt der katholischen Kirche gewählt. 80 Tage hatten die Kardinäle im Konklave um den geeigneten Kandidaten gestritten, ehe sich Fabio Chigi durchsetzte und den Papstnamen Alexander VII. annahm. Er starb 12 Jahre später, am 22. Mai 1667.

Zusatzwissen: Die Deutschen trinken immer weniger Bier

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes geht der Bierkonsum der Deutschen seit 2006 kontinuierlich zurück. 2011 setzten die Brauereien und Bierlager 98,2 Millionen Hektoliter ab. Der Bierabsatz war in Nordrhein-Westfalen (24,4%) und Bayern (22,5%) am höchsten.

OSNABRÜCKER BIER // OSNABRÜCKER WISSEN

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Bierwagen der OAB

Aktie der Osnabrücker Aktien-Bierbrauerei

Biergarten auf dem Westerberg

Wie kamen 12 Apostel

Dass die Osnabrücker Brauereien im Verlauf des 19. Jahrhunderts reihenweise den Betrieb einstellten, schreckte die Familie Immeyer nicht. Sie erwarb 1859 eine Braukonzession für ihr Grundstück auf dem Westerberg und begann alsbald mit dem Betrieb einer Gartenwirtschaft. Doch das Geschäft lief so schleppend, dass Johann Carl Immeyer nicht nur den Berg und die Stadt verließ, sondern gleich nach Amerika auswanderte. An seiner Stelle gründeten 12 Honoratioren im Jahr 1870 eine Aktiengesellschaft und brachten den Betrieb auf den neuesten technischen Stand, zu dem auch eine Dampfmaschine aus der „Maschinenfabrik Augsburg AG“ gehörte. Der Erfolg ließ nun nicht mehr lange auf sich warten. Zur Jahrhundertwende beschäftigte die Osnabrücker Aktien-Brauerei (OAB) bis zu 70 Mitarbeiter und prägte mit dem weithin sichtbaren Wasserturm und ihren zahllosen Pferdefuhrwerken das Stadtbild. Das nach den 12 Aktionären benannte „Apostelbier“ floss in Strömen. Sogar das städtische Krankenhaus wurde auf der Suche nach einem „Stärkungsmittel“ für seine Patienten bei der OAB fündig. Innerhalb von 25 Jahren verdoppelte sich der Gesamtverbrauch in Osnabrück – allerdings stieg die Einwohnerzahl im selben Zeitraum auch von rund 30.000 auf gut 50.000. Bierverbrauch in Osnabrück Jahr 1875 1880 1885 1895 1900

gesamt in Liter 2.328.800 1.848.740 2.267.997 3.802.943 4.776.654

pro Kopf in Liter 77,9 56,3 63,2 84,3 92,6

Mit dem schönen Slogan „Aus den tiefen Quellen des Westerberges“ fand das Osnabrücker Bergquell-Pilsener auch im 20. Jahrhundert reißenden Absatz. 1967 gehörte die OAB Osnabrücker Aktien-Brauerei mit einer Produktionsmenge von 161.000 Hektolitern zu den 100 größten Brauereien in Deutschland. Schon wenige Jahre später ging die Aktienmehrheit an die Oetker-Gruppe über, seit 1987 wird auf dem Westerberg kein Bier mehr gebraut. Anfang der 90er wurden die Gebäude abgerissen.

Wo steht die

letzte Brauerei? 1430 lehnte sich die sogenannte Rampendahlgesellschaft gegen die Vormachtstellung der reichen Bürger auf. Doch der Protest der Osnabrücker Handwerker nahm kein gutes Ende. Ihre Anführer wurden nach einigen Achtungserfolgen hingerichtet, vererbten den Namen ihrer Gesellschaft aber über viele Jahrhunderte auf die Hausbrauerei in der Hasestraße 35. Hier werden bis heute vier äußerst schmackhafte Biersorten hergestellt. Neben dem „Rampendahl Spezial“ mit 5,2% VolumenAlkoholgehalt und dem etwas leichteren „Rampendahl Hell“ produzieren die letzten professionellen Osnabrücker Bierbrauer ein Weizen und den berühmten „Rampendahl Maibock“, der während der Maiwoche ausschließlich am Bierbrunnnen auf dem Rathausplatz verkauft wird. Pro Brauvorgang werden 2.000 Liter Bier hergestellt – wie viele Brauvorgänge im Jahr durchgeführt werden, war dem Rampendahl allerdings aus naheliegenden Gründen nicht zu entlocken.

Quelle: Jahresberichte der Handelskammer, 1875-1900.

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OSNABRÜCKER BIER // OSNABRÜCKER WISSEN

Haster Bier © Hochschule Osnabrück; Aktienbrauerei-Bilder © Museum für Industriekultur

auf den Westerberg?


„Das Projekt ist ein Markenzeichen für unsere Fakultät geworden.“ Anke Riemenschneider, Hochschule Osnabrück

Eine Osnabrücker Bierspezialität: Haster dunkel

Zusatzwissen: Bier selber brauen

Wer braut zu

Forschungszwecken? Die Konzentration im Brauereiwesen nimmt zu, der Bierkonsum geht zurück. Doch der Studiengang „Wirtschaftsingenieurwesen Lebensmittelproduktion“ der Hochschule Osnabrück ließ sich von diesen Rahmendaten nicht beirren und startete 2009 ein außergewöhnliches Projekt. Auf dem Lehrplan stand die Produktion eines eigenen Bieres mit Hilfe einer speziell angefertigten Brauanlage. Das „Haster Dunkel“ war, wie andere Produktentwicklungen der Studierenden, ursprünglich nicht für den Vertrieb, sondern ausschließlich für die Verwendung in Lehre und Forschung gedacht. Doch es traf die Geschmacksnerven offenbar genau. Beim „1. Internationalen Brauwettbewerb“ 2010 in Hamburg belegte die studentische Mischung den dritten Platz. Zwei Jahre später entstand das Pendant „Haster Hell“, und mittlerweile eignen sich beide Varianten auch für gastronomische Zwecke.

Bis zu 200 Liter Bier darf jeder Bundesbürger im Jahr selber brauen, ohne vom Finanzamt zur Kasse gebeten zu werden. Allerdings sollten Interessenten eine Reihe (lebensmittel) technischer und rechtlicher Hinweise beachten. Zahlreiche Internetseiten bieten gute Rundum-Informationen, wie zum Beispiel: www.besser-bier-brauen.de. Außerdem gibt es im Land der Vereine und Verbände natürlich auch eine „Vereinigung der Haus- und Hobbybrauer in Deutschland“ (http://www.hausgebraut.de). Osnabrücker Privatbrauer schauen übrigens gern im Rampendahl vorbei, um dort die passende Hefe einzukaufen.

Die Eigenproduktionen werden vor allem bei Hochschulveranstaltungen angeboten. Da das im Labor gebraute Bier aus rechtlichen Gründen nicht verkauft werden darf, stellt die ArtlandBrauerei die benötigten Mengen nach dem Originalrezept her. „Geld können wir damit vorerst nicht verdienen“, sagt Studiengangskoordinatorin Anke Riemenschneider. „Wir produzieren zum Selbstkostenpreis. Aber das Projekt ist natürlich ein Markenzeichen für unsere Fakultät geworden.“ Darum wird es auch fortgesetzt. Im Wintersemester 2012/13 wollen drei Studenten am neuen Standort „Lehr- und Forschungszentrum Lebensmittelwissenschaften Schmied im Hone“ ein hochschuleigenes Kultgetränk auf Frucht-Bier-Basis entwickeln.

Osnabrücker Bier // OSNABRÜCKER WISSEN

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Trefft Euch in uriger Runde zum Feiern, Kickern, Quatschen oder Mitfiebern bei Fußball LiveÜbertragungen ... Wir freuen uns auf Euren Besuch!

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Ist

Bier gesund?

Wer die Studien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liest, bekommt leicht den Eindruck, schon der Genuss eines Feierabendbiers sei eine Form des Alkoholmissbrauchs. Prof. Dr. Ulrich Keil vom Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster sieht das allerdings ganz anders.Als Mitglied des „International Scientific Forum on Alcohol Research“, einer Vereinigung von rund 30 Ärzten und Wissenschaftlern aus der ganzen Welt, erklärte Keil: „Studien der letzten 30 Jahre haben gezeigt, dass Menschen mit moderatem Alkoholkonsum ein geringeres Risiko für koronare Herzk rank heit, Schlaganfall, Diabetes, Demenz und Osteoporose haben als Menschen, die vollständig verzichten.“ 10 bis 30 Gramm Alkohol pro Tag führten „nicht nur zu einer verbesserten Lage des Herz-Kreislauf-Systems, sondern zu einer höheren Lebenserwartung insgesamt“. Bierfreunde werden das gerne lesen, allerdings wollte Ulrich Keil seine Einschätzung nicht als Werbung für mehr Alkoholkonsum verstanden wissen. Es gehe allein darum, „wissenschaftliche Erkenntnisse sachlich zu vertreten und das Kulturgut Alkohol nicht zu verteufeln“. Dass die Frage, ob Bier gesund oder schädlich ist, bis heute so kontrovers diskutiert wird, liegt auf der Hand. Schließlich enthält das Getränk bis zu 8.000 Inhaltsstoffe, deren Auswirkungen auf unterschiedliche menschliche Organismen noch nicht vollständig erforscht sind. Zudem wurde gerade auch in Osnabrück das Feierabendbier lange Zeit nie ohne Korn oder andere hochprozentige „Begleiter“ genossen. „Osnabrücker Wissen“ erinnert deshalb an die alte Faustregel: „Bier ist gesund, solange man‘s trinkt und nicht säuft!“

Think about it © El Gaucho - Fotolia.com, Ein schönes Bier, © Eisenhans - Fotolia.com

Geschichte(n)

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Die Kneipe mit


Wie verlässlich ist das

deutsche Reinheitsgebot? „Wenn ein Bierschenker schlechtes Bier macht oder ungerechtes Maß gibt, soll er gestraft werden …“ Schon die „Justitia Civitatis Augustensi“, das älteste deutsche Stadtrecht, das 1156 der Stadt Augsburg verliehen wurde, drohte Panschern und Betrügern mit scharfen Sanktionen. Vorbei die Zeiten, da das beliebte Getränk auch mal mit Ruß, Erbsen oder Fliegenpilzen angereichert werden durfte. Wer es trotzdem versuchte, musste damit rechnen, dass sogar die Nachwelt über die ruchlosen Taten unterrichtet wurde. So schrieben verärgerte Zeitgenossen auf ein bayerisches Grabkreuz: „Da liegt er nun, der Bierverhunzer / Bet, o Christ, fünf Vaterunser!“ Bayern war folgerichtig der Ausgangspunkt des sogenannten Reinheitsgebots, das am 23. April 1516 von den bayerischen Herzögen Wilhelm IV. und seinem Bruder Ludwig X. erlassen wurde. Bier sollte demnach allein aus Gersten, Hopfen und Wasser hergestellt werden. Die Bedeutung der Hefe entdeckte man erst später, doch das Reinheitsgebot von 1516, das in der „Bierverordnung“ der Bundesrepublik weiterlebt, gilt trotzdem als das älteste bis heute gültige Lebensmittelgesetz der Welt. Ob es tatsächlich dem Verbraucherschutz dient oder wenigstens den deutschen Brauern zum Vorteil gereicht, ist aber seit jeher umstritten. Mittlerweile kommen Naturprodukte nur noch selten zum Einsatz. Viele Brauereien arbeiten mit Hefeenzymen und Hopfenextrakt, und dem „Schwarzen Abt“ aus Ostbrandenburg darf sogar Zucker beigemischt werden. Das entschied das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig im Jahr 2005. Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft interpretiert das Reinheitsgebot besonders kreativ. Hier werden einfach neue Hopfensorten gezüchtet, um trendige Spezialbiere brauen zu können. Die Forscher experimentieren derzeit mit Hopfen, „die vielfältige Blumen-, Kiefern- und Zitrusnoten besitzen und zum Teil auch exotische Aromen bieten wie von Mandarine, Melone, Mango oder Johannisbeere.“ | TS

WIR WOLLEN WISSEN

Alles Geschmackssache? Das Original gibt es nicht mehr. Aber wird das Osnabrücker Bergquell-Pilsener wirklich vermisst? Böse Zungen sprechen noch nach vielen Jahren von einem regelrechten „Schädelbier“. Wir wollen wissen: weinen Sie dem legendären Osnabrücker Gerstensaft noch eine Träne nach? a) Auf jeden Fall. Das beste Bier, das ich je getrunken habe. b) Nein, gut, dass das vom Markt ist. c) Osnabrücker Bergquell-Pilsener? Nie gehört! d) Ich mag kein Bier.

Stimmen Sie online ab unter: www.osnabruecker-wissen.de

Osnabrücker Bier // OSNABRÜCKER WISSEN

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Stadt & Land

WISSEN KOMPAKT Der Journalist Heinrich Thies hat sich intensiv mit der abenteuerlichen Geschichte George I. beschäftigt. Seine romanhafte Biographie ist Polit- und Familiendrama in einem und 2011 im Verlag Matrixmedia erschienen.

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TEST //& OSNABRÜCKER WISSEN WISSEN STADT LAND // OSNABRÜCKER

„Ein König aus Hannover. Georg I. - der erste Welfe auf englischem Thron“ kostet 22,50 €.


Im Jahr 1701 verabschiedete das englische Parlament den „Act of Settlement“, um sicherzustellen, dass nur noch Protestanten für die Thronfolge infrage kamen. Erste Anwärterin auf das Erbe der kinderlosen Königin Anne war nun jene Sophie von der Pfalz, die als Frau des Osnabrücker Fürstbischofs Ernst August lange Jahre auf der Iburg gelebt und mit ihrem Gemahl den Bau des Osnabrücker Schlosses in Auftrag gegeben hatte.

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Gemälde von Godfrey Kneller

Ihr ältester, 1660 geborener Sohn Georg Ludwig verbrachte zwischen der alten Burg und dem neuen Schloss den Großteil seiner Kindheit und Jugend. Als Ernst August 1679 die Nachfolge seines verstorbenen Bruders als Regent des Fürstentums Calenberg antrat, zog die Familie nach Hannover. 1698 wurde Georg Ludwig Kurfürst und versuchte mit Erfolg, den politischen Einfluss des Welfenhauses zu stärken. Er erhielt den Ehrentitel „Erzschatzmeisters des Heiligen Römischen Reiches“ und begrüßte an seinem Hof Berühmtheiten aus Kunst und Wissenschaft wie den Philosophen und Mathematiker Gottfried Wilhelm Leibniz oder den Komponisten Georg Friedrich Händel. Doch am 8. Juni 1714 starb seine Mutter – und am 12. August auch Queen Anne. Georg Ludwig blieb keine Wahl. Der designierte König zog nach London und nahm den gesamten niedersächsischen Hofstaat mit. Inklusive seiner Mätresse Melusine von der Schulenburg, die Georgs geschiedene Frau ersetzte und von ihm noch zur Herzogin von Kendal und Munster, Marquise und Gräfin von Dungannon, Gräfin von Feversham oder Baronesse von Glastonbu-

ry und Dundalk erhoben werden sollte. Am 20. Oktober 1714 wurde Georg Ludwig als George I. in der Westminster Abbey zum König von König von Großbritannien und Irland gekrönt und durfte sich obendrein Titularkönig von Frankreich nennen. Die römisch-katholischen Stuarts waren allerdings nicht gewillt, ihren Anspruch auf die Krone kampflos aufzugeben. In den Folgejahren kam es zu mehreren Aufständen, und auch die europäische Machtpolitik nahm den englischen König immer wieder in Anspruch. Dazu gesellten sich heftige Auseinandersetzungen mit dem ältesten Sohn Georg August, dem späteren George II. Sechsmal überließ der König die Amtsgeschäfte Robert Walpole, der später offiziell zum ersten Premierminister des Vereinigten Königreichs ernannt wurde. George zog es derweil in die niedersächsische Heimat. Plausible Gründe fanden sich reichlich, schließlich war er im Nebenberuf noch immer Kurfürst von Braunschweig-Lüneburg. Die letzte Reise endete in Osnabrück. In dem Schloss, das seine Eltern erbaut hatten, starb George I. am 22. Juni 1727 an den Folgen eines Schlaganfalls. Die Beisetzung fand in der Kapelle des Leineschlosses in Hannover statt. Mehr als 200 Jahre später wurden seine Gebeine in das Mausoleum von Herrenhausen überführt.

19 Mal dieselbe Oper? George I. kannte Georg Friedrich Händel bereits aus Hannover und gehörte auch in England zu seinen begeisterten Anhängern. Er unterstützte den Komponisten finanziell und verpasste, wenn irgend möglich, keines seiner

Werke. Händels heute kaum noch bekannte Oper „Admeto“ soll es dem König besonders angetan haben. 1726/27 besuchte er alle neunzehn Vorstellungen meist incognito in der Loge seiner Mätresse.

Wie lange regierten Hannoveraner in England? George I. folgten fünf weitere Königinnen und Könige von England aus dem Haus Hannover. Die Personalunion endete mit der Krönung der legendären Queen Victoria (1837), die als Frau nicht die Thronfolge im Königreich Hannover antreten durfte. Der deutsche Hochadel spielte aber weiter eine wichtige Rolle. Durch ihre Heirat trat Queen Victoria dem Haus Sachsen-Coburg und Gotha bei, das formell bis heute regiert, auch wenn Georg V. den deutschklingenden Familiennamen während des Ersten Weltkriegs in „Windsor“ änderte. Durch die Kinder der seit 1952 regierenden Elisabeth II. käme theoretisch eine weitere deutsche Adelslinie auf den englischen Königsthron, da ihr Mann Prinz Philip väterlicherseits aus dem Haus Schleswig-HolsteinSonderburg-Glücksburg stammt. Die Queen hat allerdings entschieden, dass ihre Nachkommen den Familiennamen „MountbattenWindsor“ tragen und die königliche Familie weiterhin „Windsor“ heißt. | TS

Stadt & Land // OSNABRÜCKER WISSEN

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Krone © OrpheusXL – Fotolia.com

Er sprach kaum englisch und fühlte sich in Hannover wohler als in London. Doch die Erbfolge kannte keine Gnade. 1714 musste Georg Ludwig, seines Zeichens Kurfürst von Braunschweig-Lüneburg, den englischen Thron besteigen. Er war der erste König von Großbritannien und Irland aus dem Haus Hannover.

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Welcher englische König starb in Osnabrück?


Wo kommt man raus, wenn man

in Osnabrück ein Loch gräbt? Im Fachjargon bezeichnet man den Ort, der sich am anderen Ende der Welt befindet, als Antipode. Osnabrücks Antipode liegt ungefähr 2.250 km südöstlich von Neuseeland inmitten des Südpazifik. Würde man einen Tunnel durch die Erde graben, käme man etwa 8.000 Meter unter der Meeresoberfläche heraus! Wenn man diesen Punkt erreicht, hat man eine Strecke von insgesamt ca. 12.740 km durch die Erdkugel zurückgelegt. In der Realität ist so ein Vorhaben jedoch nicht durchführbar. Einerseits steigt die Temperatur, je näher man

14

dem Erdmittelpunkt kommt, immer weiter an. Andererseits würde man - wenn es einen Tunnel von der einen zur anderen Seite gäbe- aufgrund der Erdanziehungskraft ständig hin- und herpendeln und schließlich im Erdmittelpunkt zur Ruhe kommen. Das tiefste Loch, das jemals mithilfe von Maschinen gegraben wurde, liegt auf der Kola-Halbinsel in Russland und ist 12.262 Meter tief. | TK

STADT & LAND // OSNABRÜCKER WISSEN


Wie entstand

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Bagger © bluedesign – Fotolia.com

der Rubbenbruchsee? Die Idee, einen See im Rubbenbruch einzubinden, geht bis in die 1930er Jahre zurück. Der 300 bis 350 Meter breite Grabenbruch, der im Tertiär, also vor mehr als 60 Millionen Jahren, entstanden ist, gehörte früher der Heger Laischaft. Das Gebiet konnte aber für landwirtschaftliche Zwecke auf Grund des zu feuchten Bodens nicht genutzt werden. So entwickelte sich auch der Name des Sees, der eigentlich raues Moor bedeutet. In den 50er Jahren konkretisierten sich die Pläne, schließlich begannen die ersten Saugbagger mit ihrer Arbeit. Nach mehrjährigen Unterbrechungen wurden im März 1991 die letzten Spülarbeiten durchgeführt. Insgesamt wurden 350.000 Kubikmeter Sand, welcher für die Dammschüttungen der A30 genutzt wurden, abgebaut. Der See hat eine Gesamtgröße von 24 Hektar und ist bis zu 24 Meter tief. Heute ist der Rubbenbruchsee das beliebteste Naherholungsgebiet der Stadt mit einem Restaurant und vielen Freizeitangeboten. | SB -Anzeige-

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Wem verdankt das

Moskaubad seinen Namen? Sergey ist Gaststudent aus Russland. Kein Wunder, dass jedes Mal Heimatgefühle aufkommen, wenn er mit dem Bus an der Haltestelle „Moskaubad“ vorbei fährt. Sergey stellt sich vor, wie er auf dem Roten Platz vor dem alten Kreml steht und einem Glockenspiel lauscht.

Die Schwimmanstalt öffnete ihre Pforten 1926. Sieben Jahre später benannten die Nationalsozialisten sie in „Neustädter Freibad“ um. Den Volksmund kümmerte das nicht. Er sprach weiter vom „Moskaubad“ und seit einem Ratsbeschluss Mitte der 90er Jahre ist das auch wieder der offizielle Name. | SSO

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Während des Ersten Weltkriegs wurde das Gebiet hinter dem jetzigen Bad von russischen Kriegsgefangenen urbar gemacht.

Aus den „Russengärten“, wie sie damals hießen, wurde später die Kleingartenanlage „Deutsche Scholle“.

Wasserball © beermedia – Fotolia.com

Doch Sergey ist weit von Russland entfernt, und was verbindet die Hauptstadt des riesigen Landes denn nun eigentlich mit dieser kleinen und gemütlichen Badeanstalt im Zentrum von Osnabrück? Es gibt mehrere Versionen: Im Jahre 1834 wurde auf dem Gelände ein Kaffeehaus namens „Moskau“ gebaut. Es könnte der Namensgeber für das Schwimmbad gewesen sein. Manche Namensforscher vermuten einen Zusammenhang mit dem Rückzug von Kaiser Napoleon, der 1812 vor Moskau sein erstes Waterloo erlebte. Eine andere Version besagt, dass das Wort „Moskau“ eine Ableitung des plattdeutschen Wortes für „moosige Aue“ ist.

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Stadt & Land // OSNABRÜCKER WISSEN


Steht das Iduna-Hochhaus für

Jugend und Unsterblichkeit?

Iduna-Hochhaus © www.wikipedia.de; Moskau Bad © Stadt Osnabrück

Münster und Gelsenkirchen haben eins. Mühlheim an der Ruhr, Braunschweig oder Schweinfurt sind ebenfalls versorgt und auch in Osnabrück steht ein Iduna-Hochhaus. Genau genommen gibt es sogar zwei … Selbst im Dachgeschoss des Osnabrücker Rathauses entkommt man seinem Anblick nicht. Doch erfahrene Fotografen wissen, wo das höchste Gebäude der Hasestadt aus dem Blickfeld verschwindet. Wer sich nahe der Stadtwaage aus dem Rathausfenster lehnt, kann auf den Beistand der Marienkirche rechnen, die ihre altehrwürdigen Mauern vor das Iduna-Hochhaus schiebt.

nannte und mittlerweile zur Signal Iduna Gruppe gehört, Verwaltungsgebäude, Büro- und Wohnhäuser in Bremen, Braunschweig, Osnabrück, Münster, Essen, Schweinfurt oder Gelsenkirchen. Für die Hasestadt plante er beispielsweise ein Bürogebäude vor dem Hauptbahnhof, das früher ebenfalls „Iduna-Hochhaus“ genannt wurde.

Die Arbeiten der sogenannten „Braunschweiger Schule“ prägten viele Stadtbilder der Nachkriegszeit, und auch wenn sie heute oft kritisch betrachtet werden, gibt es engagierte Befürworter dieser besonderen Art des Bauens und Wohnens. Dirk Manzke, Professor für Städtebau und Freiraumplanung an der Hochschule Osnabrück, spielte vor Jahren mit dem Gedanken, eine

Der 65 Meter hohe Wohnturm, dessen Richtfest 1974 gefeiert wurde, gehört zu den Wahrzeichen der Stadt. Beliebt ist er deshalb noch lange nicht, und das liegt keineswegs nur an den Nachrichten über Suizidversuche, Brandstiftungen, Prostitution und Drogendelikte, die regelmäßig für Aufsehen sorgten. Das Iduna-Hochhaus gilt bei manchen Bürgern schlicht als das hässlichste Gebäude ihrer Stadt – ein Image, mit dem auch seine Namensvetter leben müssen. Dagmar Mühlenfeld, Oberbürgermeisterin in Mühlheim an der Ruhr, kam nicht einmal in der Festrede zum 200-jährigen Stadtjubiläum an der vermeintlichen Bausünde vorbei. Die Iduna-Hochhäuser seien „Zeugen einer Stadtentwicklungspolitik, die nach gegenwärtigen Maßstäben nur als unglücklich bezeichnet werden kann“, meinte Mühlenfeld im Jahr 2008. Dass sich die Erfahrungen ähneln, kommt nicht von ungefähr. Denn viele IdunaHochhäuser hatten einen gemeinsamen Architekten. Friedrich Wilhelm Kraemer (1907-1990), Professor an der TU Braunschweig, entwarf für die Iduna, die sich damals „Vereinigte Lebensversicherung“

Das Iduna-Hochhaus aus der Ferne: Hier beim Blick aus dem Osnabrücker Rathaus.

Auch der Wohnblock am Herrenteichswall wurde einst im Auftrag der Iduna errichtet und später verkauft. Er verdankt seinen Namen deshalb nicht der Göttin, die in der nordischen Mythologie für Jugend und Unsterblichkeit sorgen sollte. Sondern einer Versicherung. Als Architekt fungierte diesmal allerdings Rolf Bohl, der mit Krämer auch am zweiten Osnabrücker Iduna-Hochhaus am Hauptbahnhof sowie in Bremen, Braunschweig und Münster zusammenarbeitete.

Wohnung im Iduna-Hochhaus zu beziehen und findet es noch immer „faszinierend souverän“. Schließlich verändere es die gesamte Stadtsilhouette und stelle die historische Dominanz der Innenstadtansicht infrage. „Der Wandel vom Glaubensblick der Kirche zum Sozialblick des Wohnens dürfte für offene Geister eine Leistung der 60/70er Jahre sein. Damit kommt der Mensch in einen anderen Fokus“, so Manzke im Gespräch mit „Osnabrücker Wissen“. | TS

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Warum überlebt der Dom das Iduna-Hochhaus?

Iduna-Hochhaus © www.wikipedia.de; - Architektur Pläne © Marina Lohrbach - Fotolia.com

„Osnabrücker Wissen“ sprach mit Architekt Rolf Bohl über die Entstehung des Gebäudes, besondere Herausforderungen und die Überlebenschancen eines modernen Wohnturms. Herr Bohl, Ihr prominentestes Werk kennt

Wie sind Sie mit kritischen Stimmen umge-

jeder Osnabrücker, Ihren Namen aber

gangen?

kaum jemand. Enttäuscht?

Rolf Bohl: Ganz offen, zumal die Resonanz überwiegend positiv war. Dieses Gebäude kann nicht aus jedem Blickwinkel als wohltuend empfunden werden. Vom Dom aus wird es schwierig, wer aber den Schinkelberg hinunterfährt, hat einen unverwechselbaren Orientierungspunkt.

Rolf Bohl: (lacht) Nein, gar nicht. Damit muss man als Architekt leben und ich kann das sehr gut. Welchen Zweck sollte das Iduna-Hochhaus ursprünglich erfüllen?

Rolf Bohl: Wir wollten im Auftrag der Iduna und nach Rücksprache mit der Stadt an einem zentralen Platz ein markantes Gebäude errichten, das sich allein durch die Form und Höhe als Orientierungspunkt eignet. Es ging also um einen rein städtebaulichen Ansatz. Für mich haben aber auch energetische Gesichtspunkte eine wichtige Rolle gespielt. Durch die konsequente Ausrichtung nach Süden haben wir eine gute Wärmebindung erreicht. Ihre größte Herausforderung?

Rolf Bohl: Durch die Nähe zur Hase war der Untergrund sehr sumpfig. Wir mussten deshalb bis zu 20 Meter große Betonpfeiler einlassen. Auf ihnen steht das Hochhaus bis heute.

Wie lange wird das Iduna-Hochhaus noch stehen?

Rolf Bohl: Das weiß ich nicht, aber Gebäude, die im 20. oder 21. Jahrhundert erbaut wurden, haben in aller Regel keinen Anspruch auf die Ewigkeit. Das geben die Materialien, die verbaut werden, überhaupt nicht her. Bei den historischen Gebäuden, die vor Jahrhunderten mit meterdicken Mauern hochgezogen wurde, sieht das völlig anders aus. Der Dom wird das Iduna-Hochhaus ganz sicher überleben! | TS

ZUR PERSON Rolf Bohl, geboren am 1. Oktober 1932, studierte an der Fachhochschule Coburg Architektur. Nach ersten Berufsstationen im Rheinland und im Ruhrgebiet übernahm er in Bremen die Bauleitung des von Friedrich Wilhelm Kraemer entworfenen Iduna-Hochhauses. 1962 machte er sich in Osnabrück selbständig. Rolf Bohl baute zahlreiche Wohnhäuser, aber auch Industriebauten im ganzen Bundesgebiet. Seit dem 1.1.2001 ist er im Ruhestand.

Welches Detail gefiel Ihnen selbst am besten?

Rolf Bohl: Das Schwimmbad, auch wenn es wohl nicht mehr in Betrieb ist. Aber im 19. Stock schwimmend über die ganze Stadt zu sehen, das war schon etwas Besonderes. Gab es Gemeinsamkeiten zwischen den Iduna-Hochhäusern in Deutschland?

Rolf Bohl: Nur den Auftraggeber. Jedes Projekt stand für sich und sollte mit Blick auf den jeweiligen Standort entwickelt werden.

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Kommt die Gurke tatsächlich aus der Region?

Gurke © WimL - Fotolia.com; Gemüsekorb © monticellllo

„Aus der Region“, so prangt es neuerdings auf Dosen, Flaschen und Verpackungen in deutschen Supermärkten. Wenn es um verantwortungsvollen Konsum geht, muss das Stichwort fallen. Wer allerdings die Glaubwürdigkeit solcher Versprechen in Frage stellt, sollte lieber auf den guten, alten Wochenmarkt gehen. Denn hier stammt doch nun wirklich alles vom Bauernhof nebenan – oder etwa nicht? Es ist Samstag, der Markttag schlechthin. Natürlich kann man auch unter der Woche in die Dodesheide oder den Schinkel gehen, aber inmitten der historischen Altstadt auf dem Domhof unter Bäumen macht der Einkauf gleich doppelt so viel Spaß. Zumal er zu einem der 20 urigsten Wochenmärkte in ganz Deutschland gehören soll. Rund 100 Marktbeschicker verkaufen Obst und Gemüse, Fleisch und Fisch sowie Brot und Käse. Aber auch Gewürze, Blumen, Haushaltswaren und Spezialitäten wie frische Nudeln und türkische Früchte sind hier zu haben. Ein wahrer Supermarkt im Freien. Sogar das Fahrrad kann auf dem Markt repariert werden. Mit dem reist man am besten auch gleich an und stellt es auf dem Domvorplatz ab, auf dem zur Stoßzeit gegen 11.00 Uhr nahezu holländische Verhältnisse herrschen. Dann geht es los. Wichtigstes Accessoire: Der richtige Korb. Stilecht ist noch immer die handgeflochtene Variante, die später überquellen wird. Noch

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ist er aber leer. Mit der Einkaufsliste in der Hand und dem Korb unterm Arm macht man sich auf zum ersten Händler. Direkt am Eingang zum Domhof hat Werner Wöhrmann seinen Stand. Er bietet verschiedene Gemüsesorten und Salate aus integriertem Anbau an. Die regionale Frischetheke offeriert unter anderem Schlangengurken. Ja, die Gurke also - regional. Die Bedienung ist sehr freundlich und das Beste ist, man wird bedient, wie auf dem ganzen Markt, und muss sich nicht alles selber raussuchen. Welche Wohltat! Dann auf zu den Kartoffeln. Die kauft man zum Beispiel bei Niermann. Die Lieblingssorte im Osnabrücker Land soll die mehlige Solara sein. Natürlich stammt sie aus regionalem Anbau direkt vom Landwirt. Außerdem bietet Niermann heimische Früchte, Gemüse und Salate an. Auch diese – regional!

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Wer auf Biosiegel besteht, ist bei den Gemüsegärtnern aus Kalkriese gut aufgehoben. Alle Lebensmittel stammen aus ökologisch wirtschaftenden Betrieben. Südfrüchte wie Ananas oder Bananen kommen natürlich aus Übersee. Sonst wird ernsthaft versucht, nur Lebensmittel aus der Region anzubieten. Viele Produkte aus der hauseigenen Gärtnerei in Kalkriese. Zwiebeln, Grünkohl, Kürbis, Kohlrabi, Möhren und verschiedene Salatsorten wachsen auf dem Acker. Kräuter, Gurken, Paprika und Tomaten im Gewächshaus.


Sind Obst und Gemüse verstaut, ist es Zeit für eine kleine Pause. Marktbesucher kennen sich - halten ein Pläuschchen, trinken zusammen Kaffee oder essen ein Stück Kuchen. Und alle lassen sich viel, viel Zeit. Nach der Pause geht’s zum Fleisch, genauer gesagt: zum Fleischmobil von Clemens Wessel. Hier stammt das Schwein, Rind und Hähnchen aus artgerechter Haltung – von Bauer Möllenhoff aus Bippen. Dieser ist Wessels langjähriger Lieferant und bietet seinen Tieren Außenklimaställe mit Stroh (!) und viel Bewegungsfreiraum. Wahrer Luxus also in Zeiten abgepackter Ware aus dem Kühlregal. Gleichzeitig ist Clemens Wessel erster Vorsitzender im Vorstand der Interessensgemeinschaft Osnabrücker Wochenmarktbeschicker. Noch ein Pluspunkt also in Sachen Vertrauen. Zweiter Vorsitzender ist im übrigen Hartwig Niemann von Geflügel Niemann. Bei ihm gibt es neben Frischfleischgeflügel auch Kaninchen vom Hobbyzüchter aus dem Osnabrücker Land und Freiland-Eier von Bauer Kottmann aus Sutthausen. Regionaler geht es kaum! Im gleichen Gang wie Geflügel Niemann steht Oliver Warhus. Oder besser Chevalier Monsieur Oliver Warhus. 2003 wurde

der Käsespezialist mit Ritterschlag und Orden in die „Confrérie des Chevaliers du Taste - Fromage de France“ inthronisiert, eine Bruderschaft des guten Käsegeschmacks. 150 bis 180 Käsespezialitäten aus ganz Europa werden hier angeboten. Die meisten werden noch nach alten handwerklichen Methoden auf Bauernhöfen und Familienkäsereien in Frankreich hergestellt. Regionalität hieße in diesen Fällen oft Verzicht auf Qualität. Deshalb darf man hier guten Gewissens auch mal darauf verzichten! Vor Weihnachten ist der Stand so voll, dass Kunden unter Umständen eine halbe Stunde warten müssen. Also heißt es - auch vor Silvester: Am besten vorbestellen! Nach dem Käse fehlt noch Brot. Hier ist die Bio-Backstube Wieruper Hof zu empfehlen, in Sachen Geschmack sowie Regionalität. Aufgepasst: Das Getreide wächst im Artland. Roggen, Weizen und Dinkel werden von BioBauern im Umkreis von nur 15 km geliefert, und das Brotgetreide gedeiht im Osnabrücker Land.

Soll‘s rote Rosen regnen? Zum Schluss noch ein paar Blumen für die Lieben daheim? Rosen gibt es bei Niehenke aus Hagen. Seit über 40 Jahren verkauft

der Blumenexperte Schnittrosen.Von Ende März bis Oktober stammen diese aus eigener Produktion. Im Winter ist das aufgrund der Wachstumsbedingungen in Deutschland natürlich nicht möglich. Mit den besten Produkten, die meisten aus regionalen Höfen, fährt man schließlich zufrieden und entspannt nach Hause, um zeitnah alles zu verspeisen. Nächsten Samstag ist schließlich wieder Wochenmarkt. Fazit: Verantwortungsvoller Konsum? Hier ist er zu Hause. Für Stammgänger ist der Marktbesuch ein Ritual! Sie genießen den Einkauf, das Leben, sich selbst und die vielen qualitativ guten Produkte. Gelegentlich trifft man hier übrigens (drei) Sternekoch Thomas Bühner vom La Vie, wenn er Käse kaufen geht. Auch das spricht für die Qualität des Osnabrücker Wochenmarktes! | ML

Wochenmärkte Osnabrück – „Aus der Region – für die Region“ Marktzeit ca. 08.00-13.00 Uhr Marktzeit ca. 14.00-18.00 uhr Dienstag OS-Dodesheide (Lerchenstraße) OS-Neustadt (Johanniskirche) Mittwoch OS-Schinkel (Ebertallee), Melle-Mitte (Markt) Bad Iburg (Hanseplatz) Bad Rothenfelde (Brunnenplatz) Donnerstag OS-Zentrum (Ledenhof), Hasbergen (Tomblaineplatz) Bad Essen, Wallenhorst (Rathausallee) GM-Hütte (Altgeorgsmarienhütte), Belm (Marktring)

Wersen (Mettingen)

Freitag OS-Schölerberg (Am Riedenbach), Bramsche (Marktplatz) GM-Hütte / Oesede (Am Rathaus), Dissen a.T.W.

Wallenhorst-Hollage (An der Kirche)

(Rathausplatz), Hagen a.T.W. (Marktplatz)

Samstag Melle-Mitte (Markt) OS-Altstadt (Domhof)

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Regionales Produkt © N-Media-Images

Wo geht‘s zum Fleisch?


Ausstellung

24.09. bis

30.11. 2012 Kreishaus Osnabrück

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Aus wie vielen 

Altkreisen  wurde der

Landkreis Osnabrück gebildet ?

2012 feiert der Landkreis Osnabrück seinen 40. Geburtstag. Doch die Heimat von mehr als 350.000 Bürgerinnen und Bürgern kann auf eine sehr viel längere Geschichte zurückblicken. Schließlich entspricht der heutige Landkreis

Georgsmarienhütte

presti-

Wege beschritten worden, die überre-

ziemlich genau dem Territorium des Fürst-

geträchtige Zentrale in Oesede bauen,

gional in Fachkreisen Aufmerksamkeit

bistums Osnabrück, das von 1226 bis 1802

während der Nordkreis für Wallenhorst

erregten und jeweils die anerkennende

existierte. Danach gehörte das Gebiet zum

plädierte. Am Ende einigte man sich

Bezeichnung

Königreich Hannover, das seine Neuerwer-

auf den Schölerberg und so wurden im

dells´ erhalten haben“, so Lübbersmann.

bung allerdings an Frankreich und Preußen

Laufe der Zeit immer wieder konstruk-

verlor. Seit dem 1. November 1946

die

tive Lösungen gefunden, mit de-

ist der gut 2.000 Quadratkilome-

nen sich der Landkreis insge-

ter große Landstrich Teil des Bundeslandes

wollte

samt

Niedersachsen.

Die

Bis zum sogenannten „Osna-

identifizieren Vielfalt

der

konnte. Überzeu-

gungen, Meinungen und Insieht

Dr.

´Osnabrücker

Mo-

Was geschah zwischen Hof und Stahl ? Aus Anlass des 40. Geburtstages hat der Landkreis den im Artland beheimateten

brück-Gesetz“, das aus den vier

teressen

Altkreisen Bersenbrück, Melle,

el

seit

von zehn Fachautorinnen und -autoren

Wittlage und Osnabrück 1972

November 2011 als Landrat

beauftragt, eine Bilanz der letzten vier

den heutigen Landkreis form-

amtiert, folgerichtig rundum

Jahrzehnte zu ziehen. Das Ergebnis ist

Lübbersmann,

Micha-

des

der

Historiker Arnold Beuke und ein Team

te, dauerte es allerdings noch eine Weile.

positiv. „Was den Landkreis Osnabrück

Ende September unter dem Titel „40 Jahre

Viele

immer wieder auszeichnet, ist der Mut,

Landkreis Osnabrück - zu Hause zwischen

digkeit nicht widerstandslos aufgeben und

vorausschauend Dinge anzupacken und

Hof und Stahl“ erschienen und gewährt ei-

konnten sich nur selten auf eine gemeinsa-

auch etwas zu wagen. So sind in vielen

nen ebenso spannenden wie informativen

me Linie einigen. Immerhin sollten rund 250

Feldern, ob bei der Bekämpfung der Ar-

Blick in die wechselvolle Geschichte. Auf

bis dahin eigenständige Gemeinden zu 34

beitslosigkeit in den 1990er Jahren, bei

450 Seiten lässt das Buch die wichtigsten

neuen Einheiten zusammengefasst werden.

der Strukturierung der Jugendhilfe Anfang

Ereignisse, Konflikte, Erfolge und prägen-

Auch nach der Gebietsreform kam es noch oft

des vergangenen Jahrzehnts oder bei der

de Entwicklungen des Landkreises Revue

zu wortreichen Auseinandersetzungen, etwa

Bildung von ökologischen Flächenpools

passieren. | TS

um den Standort des neuen Kreishauses.

als

Kommunen

wollten

ihre

Selbstän-

5 Jubiläumsbücher zu gewinnen!

Naturschutzmaßnahme

innovative

WISSEN KOMPAKT „Osnabrücker Wissen“ und der Landkreis Osnabrück verlosen fünf Exemplare des Jubiläumsbuches – unter allen richtigen Antworten auf die folgende Frage:

Der Landkreis Osnabrück besteht aus 34 Gemeinden, zu denen acht Städte und vier Samtgemeinden gehören. Das

Wie heißt das Gesetz, durch das 1972 der Landkreis Osnabrück entstand?

Gebiet umfasst 2.121 km2 und bildet nach dem Landkreis Emsland und der Region Hannover den drittgrößten Kommu-

Die Lösung schicken Sie bitte per eMail an gewinnspiel@osnabruecker-wissen.de!

nalverband in Niedersachsen.

Einsendeschluss ist der 15.12.2012. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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Hochschule & Karriere

Wer lebt im Osnabrücker Elfenbeinturm?

Prof. Dr.-Ing. Dirk Sauer, Hochschule Osnabrück, im Jahr 2011 bei seinem Vortrag „Auf dem Weg zu Business Excellence: Methoden und Ansätze zur Steigerung der Produktivität und Optimierung von

„Hoffentlich niemand, wenn Sie damit die Universität oder die Hochschule Osnabrück meinen“, sagt Eckhard Lammers, Geschäftsführer für Standortentwicklung, Innovation und Umwelt bei der Industrie- und Handelskammer Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim. Seine persönliche Erfahrung ist: „Professoren und Unternehmen sind sehr an Kooperationen interessiert.“

Prozessen“ im Nino Hochbau, Nordhorn.

Damit es aber nicht dem Zufall überlassen bleibt, dass Theorie und Praxis zusammenfinden, fördern die IHK und die Osnabrücker Technologie-Kontaktstelle der Osnabrücker Hochschulen die Zusammenarbeit von Hochschullehrern und Betrieben in der Region. Seit dem Jahr 2005 bieten sie z.B. Lehrenden mit der Reihe „Wirtschaft trifft Wissenschaft“ regelmäßig ein Podium an, um für sich und ihre wissenschaftlichen Themen in der Praxis zu werben. Mehr als 1.000 Teilnehmer informierten sich so inzwischen in über 50 Vorträgen, auf Sprechtagen oder bei Laborbesichtigungen. Die Themen reichen von Klassikern wie „Effizienz in Marketing und Vertrieb“ oder „Controlling im Mittelstand“ hin zu Spezialthemen wie „Hydrauliköle bedarfsgerecht wechseln“ und „Mechanische Schwingungen“.

Wirtschaft trifft Wissenschaft: Prof. Dr. Bernhard Baumgartner, Universität Osnabrück, erläuterte in Osnabrück die Anwendung der Conjointanalyse.

Je nach Thema schwankt die Zahl der Teilnehmer daher erheblich. Über „Moderne Methoden der Materialcharakterisierung“ informierten sich weniger als 10 Teilnehmer, die jüngste Veranstaltung zum „Geführten kontinuierlichen Verbesserungsprozess“ hingegen lockte über 90 Interessierte an. Die Gastgeber der Veranstaltungen sind in der Regel Unternehmen, die selbst etwas zu den Themen zu sagen haben. „Auch hier zeigt sich das hohe Interesse am Informationsaustausch: Wenn ein als Gastgeber angefragtes Unternehmen absagt, dann meist nur, weil es keinen Raum besitzt, der groß genug wäre“, weiß Eckhard Lammers. Die Praxisnähe der „Wirtschaft trifft Wissenschaft“-Reihe ist überdurchschnittlich hoch, wie regelmäßige Teilnehmerbefragungen belegen. Nicht selten entstehen nach ersten Treffen gemeinsame Projekte wie eine Abschlussarbeit im Unternehmen oder ein Forschungsauftrag. Aus dem Vortrag „Preismanagement“ von Prof. Dr. Oliver Roll, Hochschule Osnabrück, entwickelte sich nach gut einem Jahr beispielsweise ein zweijähriges Forschungsprojekt, an dem sich auch die IHK beteiligte. Insgesamt 173 Unternehmen aus der Region nahmen dafür an einer Unternehmensbefragung teil. Die Ergebnisse sollen Ende des Jahres in der IHK-Schriftenreihe veröffentlicht werden und den Lesern konkrete Empfehlungen und Hinweise zur praktischen Umsetzung des Preismanagements im Unternehmen geben.

Prof. Dr. Frank Balsliemke, Hochschule Osnabrück, sprach in Bissendorf über den geführten kontinuierlichen Verbesserungsprozess.

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Zwei der Veranstaltungen im Jahr 2012 wurden speziell dem IHK-Jahresthema „Energie und Rohstoffe für morgen“ gewidmet. Bereits Anfang April referierte Prof.

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Dr.-Ing. Hans-Jürgen Pfisterer, Hochschule Osnabrück, in Nordhorn über die Chancen für den regionalen Mittelstand bei der Umsetzung der Elektromobilität. Die Veranstaltungsreihe endet für dieses Jahr am 8. November 2012 mit einem Vortrag von Prof. Dr.-Ing. Matthias Reckzügel, Hochschule Osnabrück, zur Energie-Effizienz durch Wärmerückgewinnung. „Die Nutzung von Wärme aus Abwässern und industriellen Prozessmedien eröffnet zahlreichen Unternehmen umfangreiche Energieeinsparpotenziale“, so Prof. Reckzügel. Im Mittelpunkt steht ein selbstreinigender Wärmetauscher, den die Stadtwerke Osnabrück bereits im Moskaubad einsetzen. Der Praxistest zeigt deutlich, welches Potenzial in „Abwärme“ schlummert und welche Energieeinsparungen denkbar sind. Passend dazu wird Jürgen August, Stadtwerke Osnabrück, weitere EnergieEffizienzmaßnahmen in den Bädern der Stadtwerke präsentieren.

dass so genannte „Diensterfindungen“ grundsätzlich dem Unternehmen zustehen. Dies gilt immer dann, wenn sie während der Dauer eines bestehenden Arbeitsverhältnisses fertiggestellt werden und auf Erfahrungen im Betrieb beruhen. An Erfindungen, die nicht auf Betriebs-Know-how beruhen, erwirbt der Arbeitgeber zwar kein Aneignungsrecht, dennoch muss der Arbeitnehmer diese „freie“ Erfindung dem Arbeitgeber unverzüglich schriftlich mitteilen. Eine Verpflichtung zur Mitteilung besteht nur nicht, wenn die Erfindung offensichtlich im Arbeitsbereich des Betriebes des Arbeitgebers nicht verwendbar ist. Was Arbeitnehmer und Arbeitgeber bei der Anmeldung der Erfindung zum Patent beachten müssen? Hierzu berät die Industrie- und Handelskammer Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim kostenfrei in monatlichen Patentberatungen. | AM

Darf man Wissen verkaufen? Man kann verkaufen, was einem gehört. Arbeiten zu gehen ist zum Beispiel eine Form, sein Wissen zu Geld zu machen. Damit die gute Idee bzw. die Erfindung nicht weggeschnappt wird, sollte man prüfen, vor einer Veröffentlichung ein Patent anzumelden. Der oben genannte selbstreinigende Wärmetauscher wurde z.B. als Patent eingetragen.

WISSEN KOMPAKT Aktuelle Themen und Termine der Reihe „Wirtschaft trifft Wissenschaft“ stehen zum Abruf bereit unter:

Vorsicht ist geboten bei Wissen, das man bei seinem Arbeitgeber erlangt. Dieses darf nicht so einfach für sich selbst genutzt werden. Geregelt ist das im Arbeitnehmererfindergesetz. Es schreibt vor,

www.osnabrueck.ihk24.de/wtw

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Fotos © Industrie- und Handelskammer (IHK)

Hochdynamische elektrische Antriebe sind das Fachgebiet von Prof. Dr.-Ing. Gerd Terörde, Hochschule Osnabrück, Vortrag in Salzbergen


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· WE R MIT TTEN ENTU EAGE TENDRIN ENTU RIN BEAG TTENDRIN ENTUR MI IN · WERB T G I A M E B I R AG M ND ER DR TU NTUR IN · WERBE R MITTEN RBEAGEN NDRIN · W TUR MITTE E U E N R T T N E W I D T N I · G R N E TE RIN EAG UR M · WERBEA MITTEND GENT WERB TTEND RIN · ENTUR MI · WERBEA ITTENDRIN EAGENTUR RIN D B IN M AG · WER UR MITTEN ERBE MITTENDR AGENTUR N I DRIN R D T E R N ITTEN M ENTU RIN · WERB UR MITTE ERBEAGEN ENDRIN R U T ITT ·W RIN ND ENT AGEN MITTE WERBEAG ITTENDRIN GENTUR M · WERBE R MITTEND A N · I U DRIN GENTUR M IN · WERBE MITTENDR BEAGENT IN R ENDR EA ER R WERB R MITTEND EAGENTU NDRIN · W NTUR MITT DRIN RB ITTEN TE TU GE E N T A M N I I W E E R M R · B G D U A ER UR EN NT RIN TEND RBEAGENT ENDRIN · W NTUR MITT ERBEAGE ITTENDRIN W R MIT E T E · T G W I R A N · Und TU Mwas macht ein „Bachelor of Science in Midwifery“?! In BE RM IN DRI ENDR BEAGENTU RIN · WER R MITTEN ERBEAGEN ENDRIN T ND unseres TU ER ... zum Ausbau ·W R MIT es unzählige Berufsbilder und allein 344 N · W TUR MITTE RBEAGEN TENDRIN NDRIN TTEgibt ENTU RDeutschland I E G N T M N I I A W E E M R · G B D U Hochschul-Medienprojektes R R N T N I E U E N R BEA T T N E W I D T N BEAG ENDR ITTEN ERBEAGE TENDRIN · ENTUR MI · WERstaatlich duale Ausbildungsberufe. Da ist es MITTanerkannte und Gfür T TUR M RIN „Osnabrücker IWissen“ R A ·W N I U E M R T B R D N R U E N E D T E G N W I N N T A DR TTE RIN · EAGE ERBE MITTENleicht, spannende Agenturjobs R MIT den Überblick zu behalten. WERB R MITTEND EAGENTU NDRIN · W NTUR nicht B RIN · ENTUzum E E R T G E N T I I A nächstmöglichen Zeitpunkt ... W E R M · B D AG ERBE ITTENDRIN EAGENTUR DRIN · WER UR MITTEN NDRIN B T M N R N E R E E MITTE T U G W T I R A N · I NT U E M R T N B I D EN TUR NDR · WER ITTEN DRIN BEAG Twenn unverkennbar, doch hier reicht oft schon AGEN kreative MITTE ER BEeine NDRIN GENTUR M RIN · WER Aber I TEN der Kfz-Mechaniker plötzlich ... E M T W T I R · U A M D N T E I R N N B R die englische Übersetzung. Wer „Digital Mechatroniker heißt, der Buchbinder zum ND ENTU RIN · WER UR MITTE ERBEAGE ENDRIN EAGund B T T N W I D T R N I · R E N E zauberhafte D mutiert und statt des Humanities“ studiert, etwa in Hamburg, W AG R M Medientechnologen RIN ITTE TTEN ERBE ENTU TEND UR M R MIFachkraft TUeine GENT ENDRIN · W ENTUR MIT 1 · WERBEAG TTENDRIN Postboten N für Brief- und Würzburg oder Frankfurt, beschäftigt sich E G N IN (m/w) MI AG ITT Agentur-Fee RBEA ITTENDRI UR M N · WERBE MITTENDR AGENTUR DRIN · WE Frachtverkehr M an der Haustür klingelt, schlicht mit „Geisteswissenschaften“. Der TUR R RI ERBE IN ITTEN RBEAGENwirdNes R M TEND BEAGENTU RIN · W D R kompliziert. Jahr für Jahr bekom- Studiengang „International Business and 1 TU für MarketingITTE · WE KauflNeute ER ND N · W UR MITTE WERBEAGE TTENDRIN GENTUR M men Berufe einen neuen Namen. Manch- Management“ dürfte selbsterklärend sein I A · NT DRIN RBEmit UR M N · WEoder EAGE TTENDRIN GENTkommunikation ITTEN mal werden nur I M A I NDRIN R und wird u.v.a. von der Hochschule OsnaE R M D B ähnlicher Qualifi kation U MITTE drei oder vier BezeichnunNTUR RIN · WER UR MITTEN BEAGENT ENDRIN · R U T N E R T D T brück angeboten. gen erneuert, mitunter aber auch mehrere E G N N T N I EA RI MITTE WERBEAGE ENDRIN · W ENTUR M WERB R MITTEND · N G I · T A Hier bildet man auch den „Bachelor of T · R Dutzend. Ist das nötig? „Unbedingt“, sagt TU MI ND RBE RIN NTUR DRIN · WE TUR MITTE ERBEAGEN NDRIN E G A des Bun- Science in Midwifery“ aus. Hinter der engE Andreas Pieper, Pressesprecher IN RBE ITTEN RBEAGEN NDRIN · W TUR MITT ENDR ITTBerufsbildung E E UR M N M R für in Bonn, auf lischen Bezeichnung verbirgt sich ein StuU T GENT NDRIN · W NTUR MITT ERBEAGE TTENDRIN desinstituts AGEN NDRIN E MI TE ·W BENachfrage R E E dienprogramm für Hebammenschülerinvon „Osnabrücker Wissen“. Der T W R MIT · WERBEAG TTENDRIN AGENTUR IT RIN · E I UR M NDRIN GENTUR M IN · WERB R MITTEND RBEAGENT deutsche nen, Hebammen und Entbindungspfleger. N Arbeitsmarkt zeichne sich beI E DR TU EA ENDR RIN D N WERB UR MITTEN ERBEAGEN ENDRIN · W TUR MITT sonders durch seine E ITT große Praxisnähe aus, EN W IN ITT NT TUR M N EAGE TENDRIN · ENTUR M · WERBEAG MITTENDR darum EN G I Berufsbezeichnungen Wer beherrscht die A müssten E R G B D die IT IN EA ER UR ITTEN UR M Mwieder WERB MITTENDR RBEAGENT NDRIN · W immer · R U N mit den konkreten AufgaT I R N TEND EAGENTUR DRIN · WE TUR MITTE ERBEAGE ENDRIN W N N T B ben abgeglichen werden. · WER TUR MITTE ERBEAGE TENDRIN · NTUR MIT E W RIN wie wird der Dreher denn nun zum Bis 1997 bildeten Betriebe in Deutschland GEN R MIT NDAber BEAG RIN · RBEA TEND BEAGENTU RIN · WER TUR MITTE DRIN T I M Zerspanungsmechaniker? „Wir würfeln Gummi- und Kunststoffauskleider, KunstITTEN ND EN M E N G I T NTUR RIN · WER A R T R E I U D B ENT undINwir ziehen auch keine Hölz- stoff-Formgeber und Kunststoffschlosser TEN UR M IN · WER G T ND T I A E N E M T nicht E T B R I M ER ND DR TUR EAG IN · W AGEN ITTEN MITTE beruhigt Pieper all jene, die mit aus. Dann wurden die drei Berufsbilder WERB RIN · GENTUR M N · WERBE MITTENDR AGENTUR chen“, I I E R NDR N A ERBE MITTENDR EAGENTU IN · WERB UR MITTE der einen oder Eanderen DRIN Modernisierung zum „Verfahrensmechaniker für KunstNT DR ITT N UR ERB E N T M N G W E I N A · T R R E E T U I G B ND M so gar RIN NTnicht einverstanden sind. Die Be- stoff- und Kautschuktechnik“ zusammen· WER MITTE ERBEAGE ENDRIN TEND NTUR R MIT ERBEAGE ITTENDRIN AGENTUR W T · I rufsbezeichnungen werden stattdessen gefasst. Wer die staatlich anerkannte, dreiN RI E RMT M ·W N WERB R MITTEND EAGENTU in NExpertenrunden I DRIN ... NTUR mutigen · R E einen D N G I A festgelegt, an denen jährige Ausbildung erfolgreich absolviert B E U E R DR DRIN WERB R MITTEN RBEAGENT DRIN · WE NTUR MITT N E T T I U E Vertreter der zuständigen Ministerien, des hat, kennt sich im Bereich der sogenannten M GE NT ITTEN IN · W isch M guten NDRIN AGENTUR N RBEA Rteufl EAGE sowie I Berufsbildung und der polymeren Werkstoffe bestens aus. VerE TEND EAGENTUR DRIN · WE TUR MITTE ERBundesinstituts R T B I D für M N B ·W ITTE TUR TEN GEN · WER RB2EA(m/w) NDRIN R MIT TUR M RIN teilnehmen. Für den neuen fahrensmechaniker planen die Fertigung IN Mediengestalter ENDR BEAGENTU DRIN · WE TUR MITTE ERBEAGENSozialpartner D ITTEN ist nicht nur entscheidend, dass er von Kunststoff- und Kautschukprodukten, EN W EN ER RIN · GENTUR MNamen BE&AG N · W NTUR MITT 2 für D R E N E W PrintNon-Print-Projekte T A · GE MIT NDRIN RBE RIN möglichst genau abbil- betreiben aber auch die ProduktionsmaRBEA TEND EAGENTUR DRIN · WE TUR MITTE die Arbeitsinhalte T I M NDRIN R ITTE M sondern beispielsweise auch die Frage, schinen und –anlagen und überwachen die ENTU IN · WERB UR MITTEN ERBEAGEN ENDRIN det, R NTU R DRIN GENT NDRIN · W NTUR MITT ERBEAGEob erTgeschlechtsneutral N A TTENDWerbeagentur E E formuliert werden Ergebnisse. T B I W E · WER UR MITTEmittendrin BEAG TENDRIN · GENTUR M IN R E T DRIN W N kann. Im Rahmen dieser anspruchsvollen BeA GE 14R MIT RIN · EAPagenstecherstraße ENDR ERBE N I R WERB R MITTEND BEAGENTU NDRIN · W NTUR MITT Die Hochschulen D Nund Universitäten dür- schäftigung können verschiedene SchwerTU TE ER GE N Osnabrück MITTE AGEN 49090 TUR IN · W ENTUR MIT · WERBEA ITTENDRI Afen N R E D im Wesentlichen selbst entscheiden, punkte gewählt werden. Die zum 1. August N I G N R M R BE RIN EAG MITTE E-Mail: TTEND Isie ERBbewerbung@wa-mittendrin.de TEND BEAGENTU RIN · WER Uwie M T W I · R M ihre Studiengänge benennen. 2012 neu strukturierte AusbildungsordN ER ND TUR ENT IN NDRI www.werbeagentur-mittendrin.de AGEN ENDRIN · W TUR MITTE WERBEAG ITAuch NDRim E E T B R akademischen Bereich ist der nung sieht insgesamt sieben Fachrich· M RIN EN · WE UR MITT TEND BEAG ITTENDRIN AGENTUR RIN T R I T E N M W E E Rsprachlichen Modernisierung tungen vor: Formteile, Halbzeuge, MehrTrend Nzur BEAG ENDRIN · E TU N WERB TUR M TTEND AGEN ENDRIN -· ENTUR MI WERBEAG ITTENDRI ITT E M B R R M T E · U G T I W A R N I · E U M UR ERB NDR RIN ENT TEND RBEAGENT NDRIN · W UR MITTE WERBEAG TTENDRIN T I · E .de E N T E W T N RI UR M AG MI IN · NTUR IN · WERBE R MITTEND RBEAGENT NDR26 IN Hochschule & Karriere // OSNABRÜCKER WISSEN E G A TU WE TTE RBE TTENDR I N · E M N G I R NDRIN A R I ENTU ERBE MITTE TEND · UR M

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Warum heißen Dreher heute

Zerspanungsmechaniker?

Kautschuktechnik?


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Thomas Meyer

Zerspanungsmechaniker

So manch einer hat heute auf seiner Visitenkarte eine Berufsbezeichnung stehen, die wir nicht ad hoc einordnen

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können - dabei stecken oft bekannte Berufe hinter dem Namen. Unter dem Begriff „Dreher“ können wir uns

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schon eher etwas vorstellen als unter „Zerspanungsmechaniker“..

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schichtkautschukteile, Compound- und Masterbatchherstellung (Fertigung von Verbundstoffen und Farbgranulaten), Bauteile, Faserverbundtechnologie und Kunststofffenster.

Wo lernt man das – und was sind überhaupt

Halbzeuge?

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Verfahrensmechaniker für Kunststoffund Kautschuktechnik gehören zu den Fachkräften, die in Deutschland dringend gesucht werden. Zum Beispiel von der OKE GROUP GmbH aus Hörstel, einem der führenden Kunststoffspezialisten, der sich vor allem in der Automobil- und Möbelbranche einen Namen gemacht hat. OKE ist besonders an Verfahrensmechanikern interessiert, die sich unter anderem für die Fachrichtung Formteile, also die Fertigung von dreidimensionalen Kunststoffteilen an Spritzgussmaschinen, interessieren. Es werden aber auch junge Menschen mit der Fachrichtung Halbzeuge gesucht. Dabei handelt es sich um vorgefertigte Rohmaterialformen wie Stangen, Bleche oder Rohre. Auszubildende der Fachrichtung Halbzeuge lernen in der Extrusionsabteilung die Fertigung von Kunststoffprofilen. | TS

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Zusatzwissen: der Studiengang Verfahrenstechnik

Wer alle Facetten der Verfahrenstechnik kennenlernen und sich intensiv mit Mathematik, Physik, Chemie, Statik, Festigkeitslehre oder Thermodynamik beschäftigen will, kann an der Hochschule Osnabrück zwischen der Fachrichtung „Allgemeine Verfahrenstechnik“ und der innovativen Variante „Nachhaltige Energiesysteme“ wählen. Erfolgreiche Bachelor-Studenten haben die Möglichkeit, ihre Kenntnisse im Masterstudiengang „Angewandte Werkstoffwissenschaften“ zu vertiefen.

Hochschule & Karriere // OSNABRÜCKER WISSEN

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Mannschaftssportler besonders teamfähig?

Sind

Ruderteam © corepics – Fotolia.com

Die Auswahl von Bewerbungen ist eine Wissenschaft für sich. Doch in einem Punkt sind Personalchefs einig: Wer in einer Mannschaft spielt, verfügt auch über soziale Kompetenz. Schließlich muss sich der Bewerber dann sogar im Privatleben mit unterschiedlichsten Charakteren auseinandersetzen, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen. Der vermeintliche Grundsatz stimmt aber nicht, meint Prof. Dr. Uwe Kanning von der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Hochschule Osnabrück. In einer Studie, die Kanning mit der Studentin Julia Kappelhoff durchführte, fand der Experte für Diagnostik und Personalauswahl keinen Hinweis darauf, dass Mannschaftssportler teamfähiger sind als Einzelsportler. Mehr noch: „Im Abgleich unserer Erhebung mit

einer Normstichprobe von 4.000 Menschen konnten wir feststellen, dass es im Blick auf die soziale Kompetenz keine signifikanten Unterschiede gibt. Zudem unterscheiden sich Sportler nicht von Menschen, die keinen Sport treiben“, so die überraschende Bilanz des Osnabrücker Hochschullehrers. Der Wirtschaftspsychologe empfiehlt Personalern deshalb ein schnelles Umdenken, wenn es um die Vorauswahl geeig-

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Hochschule & KARRIERE // OSNABRÜCKER WISSEN

neter Bewerberinnen und Bewerber geht. Die Aussortierung von Interessenten, die dem alten Churchill-Motto „No Sports“ folgen, könne sich als „klare Fehlentscheidung“ entpuppen. „Angesichts der in vielen Branchen insgesamt schrumpfenden Auswahl an Bewerbern sollten Personaler nicht voreilig handeln“, warnt Uwe Kanning. | ts


Wer fliegt

preiswert durch europa?

Eine 50-sitzige „Fokker 50“ startet vom Münsterland aus täglich Richtung London. Die neue Verbindung lohnt sich nicht nur für Geschäftsreisende, sondern auch für Touristen mit kleinerem Geldbeutel – etwa die fast 70.000 Nachwuchs-Akademiker, die derzeit an den Hochschulen und Universitäten in Münster und Osnabrück studieren. Schließlich wird der einfache Flug schon ab 39 Euro (inklusive Steuern und Gebühren) angeboten. Hin- und Rückflug sind ab 119 Euro zu haben. Tickets gibt es auf airfrance. de, cityjet.com, fmo.de und in jedem Reisebüro. Doch damit noch lange nicht genug. Auch die Fluggesellschaft OLT Express Germany hat den FMO als attraktiven Standort entdeckt und einen Großteil ihres Angebots hierhin verlagert. Damit kann der Airport – neben dem Direktflug nach London – sechs weitere neue Ziele anbieten. Mit 100-sitzigen Jets vom Typ „Fokker 100“ geht es seit dem 15. Oktober 2012 nach Berlin-Schönefeld, München (je elfmal pro Woche), Stuttgart (sechsmal pro Woche) und Wien (täglich), aber auch in die europäischen Metropolen Mailand (dreimal pro Woche) und Paris (viermal pro Woche). Prof. Dr. Joachim Klein, Geschäftsführer von OLT Express Germany, begründete die Entscheidung für den Flughafen Münster/

Osnabrück mit der erkennbaren Unterversorgung der Region an attraktiven Flugangeboten. „Wir sind uns sicher, dass wir uns hier mit dem attraktiven Streckenmix, der hohen Qualität unseres Produkts und unseren niedrigen Preisen etablieren und wirtschaftlich erfolgreich sein werden“, erklärte Klein. Die Chancen stehen gut, denn Flugtickets gibt es auf der Internetseite www.oltexpress.de bereits ab 49 Euro! | TS

WISSEN KOMPAKT Der Flughafen Münster/Osnabrück wurde im Mai 1972 eröffnet. Bereits im ersten Jahr zählten die Betreiber 18.000 Passagiere. Heute sorgt der FMO in der Region für rund 3.000 Arbeitsplätze und verfügt über eine Terminalkapazität von rund 2,5 Millionen Passagieren pro Jahr. 13 Fluggesellschaften steuern nonstop 22 Zielorte an. Woche für Woche verzeichnet der FMO über 300 Flugverbindungen.

Hochschule & KARRIERE // OSNABRÜCKER WISSEN

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Foto © FMO

Bislang hatten allein die Großflughäfen Frankfurt und München eine Nonstop-Verbindung zum Airport London-City, der nur wenige Minuten vom Finanzzentrum Canary Wharf und der weltberühmten Innenstadt entfernt ist. Jetzt fliegt Air France KLM auch vom Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) direkt in die britische Metropole.


Das griechische Wort „Hybrid“ bedeutet so viel wie „gemischt“ oder „von zweierlei Herkunft“ und ist uns wohl vor allem aus dem Fachjargon gängiger Automobil-Modelle geläufig. Die sogenannten Hybrid-Autos erhalten ihre Energie nämlich aus zwei unterschiedlichen Motoren, einem herkömmlichen Kraftstoff-Modell und einer elektrischen Variante.

Wer hat’s erfunden?

3 Fragen an OLIVER EXELER Verkaufsleiter bei Auto Weller

Seit wann spielt der HybridMotor für Sie eine wirkliche Rolle in der Automobilbranche, Herr Exeler?

Oliver Exeler: Bereits seit 15 Jahren sorgt die Toyota Vollhybrid-Technologie für ein einzigartiges Fahrerlebnis mit einem Minimum an Emissionen und Verbrauch. Angenommen, eine Familie kann sich beim Autokauf nicht zwischen einem herkömmlichen Benziner und einem Hybrid-Pkw mit ähnlicher Ausstattung und Leistung entscheiden: was raten Sie der Familie?

Oliver Exeler: Zahlreiche Auszeichnungen von DEKRA, ADAC und TÜV bestätigen, dass unsere Vollhybrid-Modelle durch höchste Zuverlässigkeit und hohe Qualität überzeugen. Und das in immer mehr Fahrzeugklassen: Seit Sommer 2012 erweitern der praktische Prius+ mit sieben Sitzen und der Yaris Hybrid als erster Vollhybrid im Kleinwagen-Segment Deutschlands größte Hybrid-Familie.

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Die Familienoberhäupter denken bei der Anschaffung eines neuen Autos mittlerweile ohnehin an Ihre Kinder und deren Zukunft im Sinne der Umwelt. Somit fällt die Entscheidung für ein Hybrid-Fahrzeug in der Regel nicht schwer. Den letzten „Kick“ gibt den Kunden dann die Probefahrt mit einem Hybrid-Fahrzeug. Diese ist wirklich ein Erlebnis! Haben Sie schon ein HybridAuto? Wenn ja, warum?

Oliver Exeler: Selbstverständlich bin ich Vorreiter! Auch innerhalb meiner Familie und in meinem Freundeskreis sind mittlerweile diverse Hybrid-Fahrzeuge unterwegs! Alle sind begeistert von dem Fahrspaß und den überragenden Verbrauchswerten!

Die Geschichte dieser Antriebsart ist lang. Bereits 1900 stellte Ferdinand Porsche den ersten voll funktionsfähigen Hybrid-Pkw auf der Weltausstellung in Paris vor, der allerdings weit davon entfernt war, gewinnbringend auf dem freien Markt vertrieben werden zu können. Und auch spätere Modelle der Konkurrenz, wie beispielsweise von General Electric, konnten die Kundschaft noch nicht überzeugen. So kam die Forschung zum Erliegen und der Ottomotor trat seinen Siegeszug an. Erst durch die Energiekrise in den 70er Jahren, als außerdem Themen wie Umweltschutz und CO2-Emission mehr und mehr in den Fokus rückten, erfuhr die Hybrid-Forschung Aufwind. Vor allem in Japan war das Interesse an einer treibstoffsparenden Antriebsart groß, da Benzin zwischenzeitlich bis zu drei Euro pro Liter kostete.

Wer glaubte daran,

dass nichts unmöglich ist? So verwundert es nicht, dass mit dem 1997 auf den Markt gebrachten Toyota Prius das erste serienmäßige Hybridauto von einem japanischen Hersteller stammt. Angetrieben durch einen 33 KW Elektromotor und einen 53 KW Ottomotor überzeugte der Prius zunächst die Japaner, dann auch Kunden in den USA und in zahlreichen anderen Ländern. Auch in Deutschland erfreut sich der hybride Pkw seit seiner Einführung 2001 wachsender Beliebtheit. Zudem zählen inzwischen das Modell Auris des japanischen Vorreiters sowie vier Karossen des Schwesterunternehmens Lexus zu der Hybrid-Auto-Flotte.

Wirtschaft & Technik // OSNABRÜCKER WISSEN

Green Car Key © Dimitris Stephanidis – istockphoto.com

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Warum fährt Doppelt besser?


Wo gibt’s denn sowas?

Dass hybrid angetriebene Autos immer häufiger bevorzugt werden, hat seinen Grund. Durch neue Entwicklungen werden die sparsamen Pkw effizienter und leistungsstärker. „Vor allem in den letzten Jahren ist das Interesse an Hybrid-Autos stark gestiegen. Die Kunden können sich das teure Benzin nicht mehr leisten und suchen außerdem nach einer umweltschonenden Alternative zum herkömmlichen Ottomotor. So konnten wir im letzten Jahr unsere Verkaufszahlen in diesem Bereich um ungefähr 20 Prozent steigern“, bestätigt Oliver Exeler, Verkaufsleiter von Auto Weller, den Trend zum Hybridantrieb. Vor allem langfristig glaubt der Spezialist des Toyota-Händlers an den Erfolg des Hybridmotors: „Die Ingenieure verbessern die Technologie stetig und optimieren die Hybridmodelle. So wird die Kaufentscheidung zukünftig sicher immer häufiger zu Gunsten des HybridAntriebs fallen.“ | KR

... und Wann steht niedersachsen richtig unter strom?

Fotos © Toyota Deutschland

Zusatzwissen: Funktionsweise Der Hybrid-Technologie

Neuzulassungen von Personenkraftwagen im Jahr 2011 gegenüber dem Jahr 2010 nach ausgewählten Bundesländern und Kraftstoffarten. gesamt

22,7 % 18,8 %

9,8 %

Bayern 3,2 %

26,8 % 19,4 %

14,4 %

Berlin 0,4 %

23,9 % 11,8 %

8,5 %

Brandenburg

- 5,3 %

23,1 %

- 0,8 %

3,6 %

Hamburg

- 15,5 %

21,0 % 35,8 %

0,0 %

Hessen

- 3,5 %

22,1 % 30,7 %

8,1 %

Mecklenburg-Vorpommern - 4,3 %

16,1 % 10,1 %

3,0 %

Niedersachsen

7,4 %

22,5 % 8,7 %

14,0 %

Nordrhein-Westfalen

- 4,7 %

18,0 % 23,1 %

4,7 %

Thüringen

- 1,2 %

25,9 % 9,2 %

7,8 %

Insgesamt

- 1,1 %

22,4 % 18,4 %

8,8 %

.

- 0,1 %

.

Benzin Diesel Hybrid

.

Baden-Württemberg

Quelle: Kraftfahrt-Bundesamt

Land

Auto Weller GmbH & Co. KG Pagenstecherstr. 77-83 49090 Osnabrück Tel.: 0541 - 69 11 50 Fax.: 0541 - 68 41 68 www.autoweller.de info@ info@autoweller.de

Das Zusammenspiel von Elektro- und Brennstoffmotor wird durch ein intelligentes Steuerungssystem geregelt, das vom Fahrer unbemerkt von der einen zur anderen Antriebsart wechselt. Dabei kommt der Elektromotor vor allem beim Anfahren sowie kurzen Strecken, beispielsweise im Stop-and-Go-lastigen Stadtverkehr, zum Einsatz und sorgt dort für emissionsfreies und lautloses Fahren. Auf längeren Strecken, die mit relativ gleichbleibender Geschwindigkeit bestritten werden können, wird dann der Benzin- beziehungsweise Dieselmotor aktiv. Ebenfalls ein Vorteil der Hybrid-Technologie ist, dass die Elektro-Motoren quasi ganz nebenbei durch Energie, die bei Bremsvorgängen oder Talfahrten frei wird, aufgeladen werden. Außerdem können auch beide Antriebsvarianten gleichzeitig wirken, zum Beispiel bei Überholmanövern. Hier gibt der E-Motor seinem Brennstoff-Kameraden einen zusätzlichen Schubs und sorgt so für eine schnelle und trotzdem schadstoffreduzierte Beschleunigung.


Was schleift

Mr. Blue ?

Im Umkreis von 100 Kilometern kann niemand „Mr. Blue“ das Wasser reichen.

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Die Brillen-Galerie an der Lotter Straße in Osnabrück ist der erste Betrieb, der das innovative Schleifsystem für seine Kunden nutzt. Wer möchte, darf „Mr. Blue“ in der betriebseigenen Werkstatt sogar bei der Arbeit zusehen. Das weltweit erste Hybrid–Schleifsystem für Brillengläser kombiniert gleich mehrere Funktionalitäten. Mit seiner Hilfe können die Optiker millimetergenau schleifen, aber auch fräsen und bohren. Die hochmoderne Technik erlaubt die Bearbeitung sämtlicher Arten und Größen von Gläsern - und garantiert den Brillenträgern einen einwandfreien Blick und ein ästhetisch perfektes Aussehen. „Durch die enorme Präzision der Maschine erreichen wir eine maximal hochwertige Fertigung. Es sind die ausgefallensten Glasformen möglich, die präzise und schnell produziert werden“, schwärmt Augenoptikermeister Armin Hampel.

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Wirtschaft und Technik // OSNABRÜCKER WISSEN


Bevor die Coca-Cola Trucks ihren einmonatigen Dienst in der Vorweihnachtszeit antreten, landen sie in den Werkstatthallen der Firma Klekamp. Hier werden sie auf Herz und Nieren geprüft, repariert und poliert. Bevor es dann auf große Fahrt gehen kann, muss die XXL-Lasterflotte noch vollgetankt werden – für sage und schreibe 45.000 Euro im Schnitt. Während der vierwöchigen Tour quer durch Deutschland sind Klekamps als „gelbe Engel“ der Coca-Cola-

Flotte im Einsatz. Bleibt ein Truck liegen oder benötigt ein Ersatzteil, ist einer der beiden sofort zur Stelle. Auch bei dem großen Finale durch die Berliner Innenstadt und vorbei am Brandenburger Tor sind Vater und Sohn dabei. Hier ist Improvisationstalent gefragt: Wenn einer der bis zu 16 Trucks unerwartet streikt, sind die beiden mit ihrem Team vor Ort und gewährleisten so einen reibungslosen Ablauf des deutschlandweit beliebten Events.

Wirtschaft und Technik // OSNABRÜCKER WISSEN

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Weihnachtsmütze © Dmitry Rukhlenko – Fotolia.com ; Coca-Cola Truck © The Coca-Cola Company

Seit 15 Jahren fahren die Weihnachtstrucks von Coca-Cola nun schon durch Deutschland und lassen die Herzen von kleinen wie großen Kindern höher schlagen. Die Hasberger Wilhelm und Markus Klekamp waren von Anfang an dabei.


Wie wurde eine

Serviette 168.000 DM wert? Wilhelm Klekamp begann seine Karriere als Inhaber einer Spedition. Mit der Öffnung des Ostblocks wurde das Geschäft immer unrentabler und so nahm er sich gemeinsam mit seinem damals 14-jährigen Sohn eine Auszeit in den USA. Die LKW-Fans staunten nicht schlecht über die zahlreichen Trucks, die dort bei regelmäßigen Treffen um die Wette rollten und waren sich schnell einig: so einen brauchen wir auch! Bald war das perfekte Schätzchen gefunden, gekauft und nach Deutschland verschifft. Ein ganzes Jahr lang schraubten, sägten, lackierten und polierten Vater und Sohn an ihrem ersten eigenen Truck, bevor sie ihn auf einem Trucker-Treffen weiterverkauften. Den 168.000 DM-Vertrag unterschrieb Klekamp damals auf einer Serviette. Stilecht, in der selbst gebauten Trucker-Bar, erzählten Wilhelm (links) und Markus Klekamp (Mitte) Autorin Kirsten Rottmann ihre Geschichte.

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Fotos © Kleekamp GmbH

Warum fahren Schiffsdielen

aus Nizza Taxi?

Mit Hilfe einer speziellen Air-Brush-Technik, gestalten Klekamps den gesamten Innenraum der Fahrerkabine eines Trucks der Marke „Mack“ in Holzoptik.

Inzwischen schrauben Wilhelm und Markus Klekamp zusammen mit ihren drei Mitarbeitern an LKWs und Trucks aus aller Welt. Ihre Werkstatt ist in Europa einzigartig und selbst Trucker aus den USA wissen Qualität „made in Germany“ zu schätzen. Neben üblichen Reparatur- und Wartungsarbeiten bewältigt das Unternehmen vier bis fünf große Projekte im Jahr. Große Projekte, dazu zählen nicht etwa die Order von namhaften Firmen wie Haribo, Sinalco oder Jägermeister. Die wirklich spektakulären Aufträge stammen von Privatkunden. Ob ein eingebautes Klo, ein mobiler Kernspintomograph oder eine Innenverkleidung aus Straußenleder – ausgefallen ist für die beiden Truck-Mechaniker nichts mehr. „Für einen Kunden haben wir quasi über Nacht Schiffsdielen aus Nizza besorgt – und zwar mit dem Taxi“, erzählt Wilhelm Klekamp stolz mit einem Schmunzeln auf den Lippen. So viel Einsatz wird belohnt: nicht nur mit einem exzellenten Ruf in Europa und Übersee, sondern auch mit der Auszeichnung „Innovativste Werkstatt“ der Industrie- und Handelskammer. Den auffällig restaurierten Privattruck der Familie konnte man übrigens bereits im Fernsehen bewundern: live begleitet von den „Red Hot Chilli Peppers“ und durch Feuereffekte und Tänzerinnen inszeniert, feierte Stefan Raab darauf seine furiose Ankunft bei der Stock Car Crash Challenge 2011 in der Veltins-Arena Auf Schalke. | KR

Ein aktuelles Projekt: der Truck aus den USA ist nach europäischem Recht zu lang. Dem roten Koloss wird aber nicht nur das Hinterteil frisiert, auch der Motorraum soll wieder auf Vordermann gebracht werden.

Zusatzwissen: Verbrauch der Trucks

Ihre Tanks fassen bis zu 1.000 Liter, ihr Verbrauch auf 100 Kilometern beläuft sich auf 35 bis 45 Liter, je nach Modell. Aber wo tanken Trucks eigentlich? Die Antwort ist so simpel wie überraschend: Klekamps füllen die Tanks ihrer XXL-Fahrzeuge wie jeder Otto Normalverbraucher auch „an der Tankstelle die Straße rauf“. Einmal voll tanken kostet dann allerdings schnell mal einen Monatslohn.

Wirtschaft und Technik // OSNABRÜCKER WISSEN

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Europa muss sparen .

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Wer

surft mit

100 Megabits pro Sekunde?

DSL war gestern. Die neueste Technik für schnelles Surfen in der mittlerweile vierten digitalen Generation heißt LTE. Die Funknetztechnologie, die auch auf den langen Namen „Long Term Evolution“ hört, bietet Internetnutzern turboschnelle Breitbandanschlüsse – in inzwischen fast jedem Ort Deutschlands und zu attraktiven Preisen. In der ersten Ausbaustufe ermöglicht LTE Übertragungsgeschwindigkeiten bis zu 50.000 Kilobits pro Sekunde, genutzt werden die Frequenzen, die bisher für das analoge Fernsehen reserviert waren und die durch die Umstellung auf Digitalfernsehen frei geworden sind. Weil sie, im Gegensatz zum Mobilfunk, im mittleren Frequenzbereich arbeiten, erhöht sich die Reichweite beträchtlich.

Experten rechnen damit, dass schon jetzt rund 80 Prozent der Haushalte im Raum Osnabrück und Emsland LTE nutzen können. Je nach Empfangslage des Signals sind Geschwindigkeiten zwischen 3.600 und 50.000 Kilobit/s möglich. Die neue Technik benötigt nur noch einen Stromanschluss, der komplizierte Zugang über Kupferkabel oder teure Glasfaser ist nicht mehr nötig. Die Telekom bietet im ländlichen Bereich bisher nur an einigen Standorten LTE im

mittleren 800 MHz Bereich und auch nur bis maximal 7200 KBit/s an, sie setzt wohl mehr auf den höherfrequenten 1,8 bis 2,6 GHz Bereich, der mit den kurzen Reichweiten allerdings eher für Großstädte und Ballungszentren optimal geeignet ist. Die technischen Spitzenwerte von LTE, für die sich auch immer mehr Osnabrücker begeistern, sind aber allemal beeindruckend. LTE soll beim Download Geschwindigkeiten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde erreichen und ist auch beim Upload bis zu 10 mal schneller als bisherige Standards. Damit landen opulente Dateien und hochauflösende Videos in null Komma nichts auf dem eigenen Rechner, und die blitzschnelle Versendung ist ebenfalls kein Problem. Für die Zukunft steht mit LTE-Advanced noch eine weitere Steigerungsmöglichkeit ins Haus, bis zu 1.000 Megabit pro Sekunde können damit dann in der LTE Technik erzielt werden.

und Mehrwertdiensten“, dass rund 10.000 Anträge für Sendemasten der neuen LTETechnik noch nicht bearbeitet wurden. Derzeit können in Deutschland bereits weit über 15 Millionen Haushalte den neuen Mobilfunkstandard LTE nutzen. Mehr als 180.000 Kunden nutzen die neue Technologie bereits. Alle LTE-Anbieter checken auf Wunsch schnell und kostenlos, ob an bestimmten Adressen das Nutzen der neuen Technologie bereits möglich ist. Mit LTE ist das Surfen aber nicht nur Zuhause möglich, der Anbieter Vodafone hat zum Beispiel auch einen LTE-Surfstick für Notebooks sowie Tablets im Sortiment und auch LTE-fähige Smartphones gehören mittlerweile zur Angebotspalette. | KD

Bei diesem Tempo kam die für den Ausbau der Leitungen zuständige Bundesnetzagentur offenbar nicht ganz mit. Mitte September beklagte der Branchenverband der “Anbieter von Telekommunikations-

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Fassungsvermögen von 130.000

Badewannen?

Täglich werden bis zu 15.000 m³ Trinkwasser aus dem nördlich gelegenen Wasserwerk Thiene über eine Hochdruckleitung in die 100 Meter höher gelegenen Behälter gepumpt. Das Wasser wird hier zwischengespeichert und fließt dann - je nach Bedarf - in die westlichen Stadtteile. Durch die Speicherung können Spitzenlasten abgedeckt, aber auch Störzeiten überbrückt werden, wenn beispielsweise die Transportleitungen beschädigt sind. Hochbehälter dienen somit als Pufferspeicher. Sie sorgen dafür, dass kein Osnabrücker auf dem Trockenen sitzt, obwohl in

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der Stadt pro Tag etwa 30.000 m³ Wasser gebraucht werden. Die Anlagen erfüllten ihre Aufgabe sogar in den Rekordsommern 2003 und 2006 ohne spürbare Probleme. Die Stadtwerke Osnabrück verfügen über zwei weitere große Wasserhochbehälter. Die Anlage Schinkelberg fasst 10.000 m³ und nimmt das Trinkwasser aus dem Wasserwerk Wittefeld auf. Das Wasserwerk Düstrup pumpt das Trinkwasser in den Hochbehälter Schölerberg. Sein Fassungsvolumen beträgt

5.000 m³. Außerdem betreiben die Stadtwerke noch mehrere kleine Hochbehälter. Alles in allem können für die Wasserversorgung der Stadt rund 26.000 m³ gespeichert werden – das entspricht dem Fassungsvermögen von etwa 130.000 Badewannen. | MH

wanne © photlook – Fotolia.com

Wer am Piesberg spazieren geht und an der Aussichtsplattform mit Blick über den Steinbruch vorbeikommt, sieht zwei auffällige Sandsteingebäude. Darin verbirgt sich der Hochbehälter Piesberg, der größte Trinkwasserspeicher Osnabrücks. Die Anlage besteht aus einem älteren Behälter (Baujahr 1956) mit einem Fassungsvermögen von ca. 4.200 m3 und zwei neueren Behältern (Baujahr 1999) mit jeweils 3.000 m3 Speichervolumen.

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Was brachte Reinhold Tiling

zum Fliegen?

Mitte der 20er Jahre heuerte Regierungspräsident Adolf Sonnenschein den Elektroingenieur als Flugleiter auf dem Osnabrücker Flugplatz „Netter Heide“ an. Tiling begeisterte sich allerdings nicht nur für Flugzeuge, sondern auch für die moderne

Raketentechnik und begann mit handelsüblichen Feuerwerksraketen eigenwillige Experimente durchzuführen. Seine Idee war ebenso abenteuerlich wie faszinierend: Gebiete, die seinerzeit schwer zu erreichen waren, wie etwa die Nordsee-Inseln, sollten von Raketen angesteuert und so mit Medikamenten, aber auch mit Briefen und Postkarten versorgt werden. Im Juli 1929 demonstrierte er seine ersten Versuche vor geladenen Gästen. Sein Freund und Förderer Gisbert Freiherr von Ledebur ermunterte ihn, Gut Ahrenshorst bei Bohmte für weitere Experimente zu nutzen. Sonnenscheins Kontakte zur Marine bescherten ihm derweil Finanzierungshilfen und erste bescheidene Aufträge. Am 15. April 1931 war es endlich soweit. Tiling hielt einen Vortrag im „Osnabrücker Saal“ des Schaumburger Hotels, schilderte die Funktionsweise seiner Feststoffraketen mit ausschwenkbaren Tragflächen und präsentierte sie als „Vorstufe des echten Raketenmenschenfluges“.

Auf dem Ochsenmoor am Dümmer kam es dann zum ultimativen Praxistest. Reinhold Tiling füllte 190 Postkarten in eine Rakete, die eine Höhe von 2.000 Metern erreichte und fünf Minuten in der Luft blieb. Zwei der Karten waren am Ende teilweise geschwärzt, da sie zu nah am Treibsatz lagen. Der Rest konnte offiziell gestempelt und dem Postamt Dielingen zur Weiterleitung übergeben werden. Rund zwei Monate nach dem erfolgreichen Testlauf des österreichischen Raketenpioniers Friedrich Schmiedl konnte auch Deutschland den Start in ein neues Zeitalter vermelden. Reinhold Tiling war es allerdings nicht vergönnt, den Ruhm, der sich wie ein Lauffeuer verbreitete, lange zu genießen. Am 10. Oktober 1933 kam es auf Gut Ahrenshorst zu einem folgenschweren Unfall. Beim Pressen des Pulvers zum Befüllen einer Rakete überhitzte es sich und explodierte. Reinhold Tiling, seine Assistentin Angela Buddenböhmer und sein Mechaniker Friedrich Kuhr erlagen nur einen Tag später ihren schweren Verletzungen. | MT

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Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wurde er Kunstflieger und avancierte schnell zu einem Star der jungen Flugszene. In Bonn staunten die Bürger über den Helden der Lüfte, dessen rote „Schwalbe“ nach ein paar Loopings und Rollen senkrecht auf den Rhein zusteuerte, um nach dem Unterqueren der Rheinbrücke mit tosendem Lärm und Vollgas über den Köpfen der Besucher wieder gen Himmel zu steigen. Doch Reinhold Tiling wurde bald in ganz Deutschland bekannt.

Buch © kropic - Fotolia.com; Fotos © Sammlung Martin Frauenheim

Schon in jungen Jahren erfasste ihn die Leidenschaft für die grenzenlose Freiheit, das Fliegen. Reinhold Tiling, geboren am 13. Juni 1893 im fränkischen Absberg, studierte Maschinenbau und Elektrotechnik, bevor er sich 1915 freiwillig zu den kaiserlichen Luftstreitkräften meldete.


Wer teilte Tilings Leidenschaft?

Vier weitere Flugpioniere aus Osnabrück Der Zweite Weltkrieg hat die gesamte deutsche Flugliteratur zerfleddert. In vielen Schränken, Orten und Köpfen schlummern jedoch Hinweise und Geschichten über bahnbrechende Erfindungen Osnabrücker Pioniere. Viele Piloten sind bei ihren Flugversuchen umgekommen. Manche Persönlichkeiten werden ungern genannt, da sie ihre Erfindungen für den Militäreinsatz entwickelten. Andere fielen unentdeckt im Krieg. „Osnabrücker Wissen“ präsentiert eine kleine, keineswegs vollständige Auswahl:

News“ berichten, dass Tweer in Bork, Johannisthal und Münster auch über Kopf landet. Tweer bekommt finanzielle Unterstützung für die Gründung eine Fliegerschule auf der Atterheide, nutzt schließlich aber auch das Gelände auf der Netter Heide. Ein besonderer Höhepunkt in Tweers Karriere ist der Briloner Flugtag am 7. September 1913. Tweer fliegt an diesem Tag Schauflüge mit seinem Eindeckerflugzeug. Die Süddeutsche Zeitung berichtet von „hunderten und überhunderten“ von Zuschauern, die seinen ca. 19-minütigen Flug bestaunen. Im Jahr 1916 verunglückt er tödlich, als er einen neuen Flugzeugtyp für die „HAWA“ (Hannoversche Waggonfabrik) einfliegt. Max Schüler (*1888 in Berlin; † 13.Februar 1978 in Bad Homburg)

Ernst Friedemeyer (vermutlich *24.07.1895; vermisst seit 11.08.1915)

Dieser junge Osnabrücker ist nicht einmal 16 Jahre alt, als er im Frühjahr 1911 bei der Niederrheinischen Flugzeugbauanstalt ein eigens konstruiertes Flugzeug bauen lässt. Es handelt sich um einen Doppeldecker mit einem Motor von 55 Pferdestärken und einem Propeller von 2,80 Metern Durchmesser. Erst danach nimmt Ernst Friedemeyer Flugunterricht. Im Sommer 1911 gründet er mit seinem Geschäftspartner Evering die „Flugzeug-Baugesellschaft Osnabrück Friedemeyer-Evering“. Mit Genehmigung des Militärs entsteht auf der Netter Heide die inzwischen älteste Flugzeughalle Deutschlands. Ernst Friedemeyer meldet sich 1914 freiwillig zum Kriegseinsatz. Er fliegt als Pilot in einer Aufklärungsstaffel, in Graudenz wird er längere Zeit als Fluglehrer eingesetzt. Mit seiner eigenen Konstruktion steht Friedemeyer somit am Anfang der Osnabrücker Fluggeschichte.

Max Schüler studiert an der TH Chemnitz und baut Flugzeuge und Motoren, bevor er um 1920 eine Luftreederei für das „Lufttaxi“ oder auch „das Wahrzeichen Osnabrücks“ gründet. Von 1923-1925 stellt er eine kleine Serie der Tropfenmotorräder in einer Halle auf der Netter Heide her, welche dank der Blechverkleidung auch das „rasende Ei“ genannt werden. Es sei die „schönste und schnellste Maschine auf dem Weltmarkt“, glaubt ihr Erfinder. Heute ist kein Exemplar mehr zu finden und auch Fotos wie dieses sind rar. Schülers 1923 patentiertes Steuergerät für Himmelschriftflüge bleibt erfolglos. Seine Spuren verlieren sich nach 1924, als seine Flugschule scheitert und er Osnabrück übereilt verlässt.

August Bödecker (*1910 in Osnabrück; † 1953 in Osnabrück)

Gustav Tweer (* 5.07.1893 in Osnabrück; † 1.11.1916 in Hannover)

Gustav Tweer ist als „erster deutscher Sturz- und Schleifenflieger“ bekannt. Seine Kindheit verbringt er in Osnabrück, geht zunächst auf die Johannisschule und auf das Gymnasium Carolinum, ehe er eine kaufmännische Lehre bei der Firma Finkenstädt-Breusing absolviert. Er veranstaltet Kopfflüge mit einer Flugzeit von bis zu 30 Minuten und einer Höhe bis zu 800 Metern. Die „Foreign Aircraft

Im ostpreußischen Rositten ist Bödecker Fluglehrer an der Reichssegelflugschule. Er tritt dem „Ring der Flieger“ im Jahr 1928 bei. Zehn Jahre später stellt er einen Weltrekord im Segelfliegen auf, der bis heute nicht gebrochen wurde. Gemeinsam mit seinem Co-Piloten Karl-Heinz Zander fliegt er 50 Stunden und 26 Minuten über der Kurischen Nehrung in Ostpreußen mit einer „Kranich II-Maschine“. Die Flieger kämpfen mit Nahrungsengpässen, Schlafmangel, einer Innentemperatur von -8 Grad und Höhenunterschieden von 1.000 Metern. Im Zweiten Weltkrieg wird Bödeker Motorfluglehrer und schult junge Piloten im Blindflug. 1953 kommt er zurück in die Heimat und baut die Segelflugdisziplin wieder auf. Im Alter von 43 Jahren stürzt er auf dem Flugplatz in Achmer ab. Wenige Tage später erliegt er seinen Verletzungen. | MN

wirtschaft & Technik // OSNABRÜCKER WISSEN

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Wie wirkt der

Fliegervirus? Fotos ©Martin Frauenheim

Hagens früherer Bürgermeister Martin Frauenheim ist DER Experte, wenn es um die Osnabrücker Fluggeschichte geht. Er hat Maschinenbautechnik studiert und seit den 60er Jahren ein imposantes Archiv aufgebaut. Herr Frauenheim, Sie sind selbst Pilot aus

Gibt es Charaktereigenschaften, die Ihnen

Haben sich der Bekanntheitsgrad Tilings

Leidenschaft. Wann haben Sie die Begeis-

imponieren?

und das Interesse an der Osnabrücker

Schon mit ungefähr zehn Jahren. Nach dem Zweiten Weltkrieg haben die Engländer hier ihre Manöver abgehalten. Unter anderem waren viele kleine Beobachtungsflugzeuge im extremen Tiefflug unterwegs. Das hat mich als Kind natürlich am meisten fasziniert. Und wann haben Sie begonnen, sich für

Fluggeschichte gesteigert?

Sein Wagemut zum Beispiel. Tiling war Flieger im Ersten Weltkrieg, später Kunstflieger und konnte die Zuschauer auf Flugtagen restlos begeistern. Die nötige Sicherheit spielte dabei immer eine große Rolle, obwohl er als Bayer sicherlich ein Draufgängertyp war. Sein Ehrgeiz und die Hartnäckigkeit haben ihm aber schließlich das Leben gekostet.

Reinhold Tiling zu interessieren?

Ende der 60er Jahre sammelte ich bereits alles zum Bereich Fluggeschichte und Flugtechnik. Darüber hinaus hat mich interessiert, was hier im Landkreis Osnabrück diesbezüglich passiert ist. Anhand historischer Fotos bin ich sehr schnell auf Reinhold Tiling gestoßen. Ich habe damals natürlich nicht ahnen können, dass meine Sammlung letztendlich so umfangreich werden würde.

Hat Ihre Begeisterung abgefärbt?

In der Familie auf jeden Fall. Mein Sohn hat diese Leidenschaft sogar zum Beruf gemacht, er hat Flugzeugbauer gelernt, ist Fluglehrer und unterrichtet Flugzeugbau.

Ich muss leider sagen: „Kaum“. Es besteht ein Zielkonflikt zwischen der Friedensstadt Osnabrück und der Osnabrücker Fluggeschichte – und somit dem Raketenpionier Reinhold Tiling. Es war aber schon immer schwierig, beides unter einen Hut zu bekommen. Ich persönlich würde mir wünschen, dass die Stadt Osnabrück mehr Interesse an der ganzen Geschichte zeigt und eventuell auch etwas „Festes“ in Osnabrück installiert. Ich habe genügend Material, um eine Abteilung in einem Museum zu füllen. | MS/MT/JZ/TS

Zusatzwissen: feststoffraketen

Was macht Tiling so besonders?

Tilings erste Versuche mit kleinen Silvesterraketen sind die Anfänge der Raketentechnik. Er hat sich viele Gedanken zu diesem Thema gemacht. Seine Versuche und Ideen hat er immer weiter verfeinert und letztendlich kam es zur Entwicklung einer Feststoffrakete.

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Feststoffraketen arbeiten - im Gegensatz zu Flüssigkeitsraketen - mit einem Antriebssatz aus festem Material. Schon die Byzantiner versuchten im 7. Jahrhundert n. Chr., Bambusstiele mit einer Treibstoffmischung aus Naphta, Salpeter und Schwefel in die Luft zu schießen. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zündete die NASA Feststoffraketen, um ihre Space Shuttles auf Kurs zu bringen, und auch in Zukunft werden sie eine wichtige Rolle in der Luft- und Raumfahrt spielen.

WIRTSCHAFT & TECHNIK // OSNABRÜCKER WISSEN

; -

terung für das Fliegen entdeckt?


Wo hinterlässt Reinhold Tiling

Zusatzwissen: Das Ende der Tiling-Werkstatt

Spuren?

noch heute

Netter Heide, Osnabrück

Hasefriedhof, Osnabrück

1926 wurde Tiling Flugleiter des

Reinhold Tilings Grab befindet sich

Osnabrücker Flughafens Netter Heide.

auf dem Hasefriedhof in Osnabrück.

Tiling begann 1928 in Osnabrück mit

Das schlichte gusseiserne Grabkreuz

Raketen zu experimentieren.

erinnert auf der Rückseite an die

Hier befand sich der Osnabrücker

Postraketen. Reinhold-Tiling-Weg,

Verein für Luftfahrt e.V.

Osnabrück.

Atterheide, Osnabrück

Die nationalsozialistischen Machthaber hatten zunächst großes Interesse an Tilings Forschungen. Zahlreiche Dokumente wurden durch die Gestapo beschlagnahmt und sind bis heute nicht wieder aufgetaucht. Richard Tiling versuchte die Arbeit seines Bruders fortzusetzen und bekam 1934 Besuch von Wernher von Braun. Der berühmt-berüchtigte Raketen- und Raumfahrtpionier, der erst für die Nazis und später für die NASA arbeitete, versuchte Richard offenbar zu einer Zusammenarbeit zu bewegen. Ohne Erfolg. Ende Dezember 1934 wurde die mittlerweile wiederaufgebaute Werkstatt in Bohmte „im Auftrag des Gewerbeaufsichtsamtes aus sicherheitspolizeilichen Gründen“ geschlossen.

Ahrenshorst, Bohmte

Erster Osnabrücker Flugraketentag

Seit 1929 stellte ihm Gisbert Freiherr

am 20. August 1932.

von Ledebur (1899-1980) auf seinem Schloss Ahrenshorst in Bohmte bei Osnabrück eine Werkstatt zur Verfügung.

BOHMTE

1

WALLENHORST

1

OSTERCAPPELN

LECHTINGEN

BELM HASTE

EVERSBURG

LOTTE

GARTLAGE

WESTERBERG

1

SCHINKEL

OSNABRÜCK HELLERN

33

30 SCHÖLERBERG

BISSENDORF

30 HASBERGEN

33

LEBEN & Gesellschaft // OSNABRÜCKER WISSEN

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Leben & Gesellschaft

Wie gefährlich ist der Straßen-

-

Paar © Gina Sanders - Fotolia.com

verkehr?

Kaum zu glauben, aber leider wahr: Auf Osnabrücks Straßen ereignen sich Jahr für Jahr rund 5.000 Unfälle. Mehr als 800 Menschen werden verletzt, und in einigen Fällen enden Unfälle tödlich. So starb auf Osnabrücks Straßen 2010 ein Mensch, 2011 waren es sogar sechs. Die bisherige Bilanz des Jahres 2012 lässt wenig Hoffnung, dass sich an diesen Zahlen Entscheidendes ändern wird. Im ersten Halbjahr 2012 wurden im Fachbereich Stadtentwicklung und Integration 1.233 Unfälle, 179 Verletzte und 2 Getötete registriert.

Mehr

Scheidungen

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als Hochzeiten?

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In den letzten beiden Jahren konnten Verliebte in Osnabrück kaum so schnell heiraten wie andere Ehen wieder in die Brüche gingen. Die „Ja-Sager“ behielten allerdings knapp die Oberhand. 2010 standen 823 Eheschließungen 613 Scheidungen gegenüber, 2011 verbesserten die Heiratswilligen die Bilanz sogar auf 963 zu 658. Im laufenden Jahr sieht es erneut nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen aus. Bis zum 30. Juni gab es 374 Hochzeiten und 293 Scheidungen.

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NATUR & UMWELT

Wie schlafen

Fische?

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Auch Fische werden einmal müde und dann suchen sie sich ein gemütliches Plätzchen zur Tag- oder Nachtruhe. Zwischen den diversen Arten gibt es jedoch große Unterschiede: Die einen sind tagaktiv, die anderen flitzen in der Nacht durchs Wasser. Die einen brauchen nur ein kurzes Nickerchen, wie Haie, die anderen sind wahre Langschläfer, wie zum Beispiel Prachtschmerlen. Die Wahl des „Schlafquartiers“ fällt bei Fischen vielfältig aus. Manche Arten lassen sich auf den Boden herabsinken oder verstecken sich in Felsspalten, um zu ruhen. Andere schlafen schwebend als Schwarm im Freiwasser wie Sardinen. Einen schlafenden Fisch erkennt man nicht an seinen geschlossenen Augen oder gar an einem Schnarchen; vielmehr ist seine Atmung verlangsamt oder ein generell ruhiges Verhalten zu beobachten. Fische können wie Menschen Schlafstörungen haben, beispielsweise wenn sie durch eine Aquarienpumpe, die zu starke Schwingungen verursacht, erschreckt werden. Ob Fische beim Schlummern auch träumen, ist bisher nicht bekannt. Im Zoo Osnabrück können Besucher im Tetra-Aquarium in die Welt der Fische abtauchen. Vielleicht entdecken Sie ja auch einen schlafenden Fisch? Der Papageienfisch hat eine ganz besondere Methode, es sich gemütlich zu machen: er baut sich aus körpereigenem Schleim eine schützende Höhle für die Nachtruhe.

Fragen Sie den Zoo! Jetzt wissen Sie also, wie Fische schlafen. Aber vielleicht möchten Sie auch in Erfahrung bringen, ob nachts tatsächlich alle Katzen grau sind. Schicken Sie uns Ihre Lieblingsfrage zu den Bewohnern des Osnabrücker Zoos. Pro Ausgabe wählt „Osnabrücker Wissen“ eine Frage aus, die wir nicht nur im Magazin aufgreifen. Die Gewinner werden in den Osnabrücker Zoo eingeladen und erfahren die Antwort direkt vor Ort! fragen@osnabrücker-wissen.de

KONTAKT Zoo Osnabrück gGmbH Klaus-Strick-Weg 12 49082 Osnabrück Telefon: 05 41 / 95 105 - 0 zoo@zoo-osnabrueck.de www.zoo-osnabrueck.de

Natur & Umwelt // OSNABRÜCKER WISSEN

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ein Biotop?

Als Ritter Eberhard von Varendorf vor 800 Jahren die Burg des heutigen Guts Sutthausen errichtete, war ihm wohl nicht klar, dass die Wassergräben, die sich um das Anwesen zogen, nicht nur eine strategisch wichtige Funktion hatten.

Ausbaggerung von 10.000 Tonnen Schlamm Sanierung des Natursteinmauerwerks unter Schonung seltener Pflanzen

Die sogenannten Gräften, die ursprünglich zum Schutz vor Angriffen gedacht waren, entpuppten sich im Laufe der Zeit als Lebensraum für seltene Pflanzen und Tiere. „In den Ritzen der Ufermauern wachsen seltene Farn- und Flechtenarten, bedrohte Fischarten besiedeln die Gewässer und in kleinen Mauerspalten nisten Fledermäuse und Vögel“, erläutert Kay Lorenz vom Büro für angewandte Ökologie und Landschaftsplanung, Dense & Lorenz, in Osnabrück. Über die Jahre verschlammte die Gräfte durch das Ablagern von Schwebstoffen und Laub aus dem nahen Auwald zunehmend. Den Wasserbewohnern drohte der Verlust ihres Lebensraumes. Die Natursteinmauern waren durch Verwitterung stark geschädigt. Mancherorts bestand Einsturzgefahr. Deshalb wurde für die Gräfte ein Sanierungsplan entwickelt, der die Ziele von Naturschutz und Denkmalpflege gleichermaßen vereint. Die Sanierungsarbeiten wurden von Dense & Lorenz mit Hilfe des Landschaftsarchitekten Detlef Dürkop, dem Gewässerökologen Friedrich Hehmann vom Büro GFL und rund 125.000 Euro aus dem Fördertopf der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) durchgeführt.

„Die Frischzellenkur war dringend notwendig“, Bilder Gräfte © Deutsche Bundesstiftung Umwelt

sanierte Gräfte

Natur & Umwelt // OSNABRÜCKER WISSEN -

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sagt DBU-Generalsekretär Fritz Brickwedde, „denn das Gut ist besonders schützenswert“. Zum einen wegen der hohen Artenvielfalt, zum anderen wegen seiner großen kulturellen Bedeutung. „Die Burg vor den Toren Osnabrücks wurde bereits von Rittern und Adligen bewohnt und war Schauplatz zahlreicher Raubzüge und kriegerischer Auseinandersetzungen“, erklärt Lorenz. Der Osnabrücker Bischof Berning kaufte das Schloss 1935 und übergab es der Kongregation der Franziskanerinnen zu Thuine. Zwischen 2009 und 2011 wurden die Gewässer rund um die historische Burg entschlammt und die jahrhundertalten Ufermauern behutsam instand gesetzt. Dabei konnten wertvolle Pflanzenarten

Bilder © Dense & Lorenz/ Büro für Ökologie und Landschaftsgestaltung Osnabrück

Wo schuf Ritter Eberhard von Varendorf


erhalten und Rückzugsräume für Vögel ausgebaut werden. Auch den Gewässerboden strukturierten die Umweltplaner neu, um bedrohten Kleinfischarten – wie Bitterling oder Moderlieschen – optimale Lebensbedingungen zu bieten. „Vermehren sich die Fische weiterhin gut, sollen einige von ihnen in den nächsten Jahren in andere geeignete Gewässer gesetzt werden und so zum Erhalt der Artenvielfalt in der Region beitragen“, erklärt Hehmann. Auch der Muschelbestand in der Gräfte wurde durch den Besatz weiterer einheimischer Teich- und Malermuscheln aufgestockt. Wegen ihrer Bedeutung für heimische Tiere und Pflanzen wurde der südliche Teil der Gräfte mit der Düte und dem angrenzenden Auwald in das europäische Schutzgebietsnetz Natura 2000 aufgenommen. Heute befindet sich auf dem Gut eine Berufsbildende Schule für Sozialpädagogik, Gesundheit, Pflege und Hauswirtschaft. Das alte Schlossgebäude nennt sich seit 1935 Marienheim und beherbergt Ordensschwestern vom Konvent der Franziskanerinnen zu Thuine. | EZ

Die DBU mit Sitz in Osnabrück ist eine der größten Stiftungen Deutschlands, in Sachen Umwelt die größte der Welt. Sie fördert kleine und mittlere Unternehmen bei der praktischen Lösung von Umweltproblemen und gibt durch das Fördern umwelt- und gesundheitsfreundlicher Produkte und Produktionsverfahren Anreize für ökologische Innovationen in den Betrieben. Die Stiftung setzt mit ihren Modellprojekten aus Umwelttechnik, -forschung, -kommunikation und Naturschutz auf einen vorbeugenden und integrierten Umweltschutz und vergibt jährlich den mit 500.000 Euro dotierten Deutschen Umweltpreis, den höchstdotierten Umweltpreis Europas. Seit Aufnahme ihrer Tätigkeit am 1. März 1991 bewilligte die DBU über 8.200 Projekte mit einer Fördersumme von über 1,4 Milliarden Euro.

www.dbu.de

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Blätter © Vera Kuttelvaserova - Fotolia.

Zusatzwissen: Was macht die Bundesstiftung Umwelt?

Natur & Umwelt // OSNABRÜCKER WISSEN

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SPORT

Wer war der erste VfLer in der Bundesliga? Tischtennis oder Fußball? Ein Jahr nach Ende des Zweiten Weltkrieges sind die Alternativen im Osnabrücker Land begrenzt. Ein Achtjähriger aus Holzhausen entscheidet sich für das runde Leder und geht 1946 zum örtlichen Fußballverein. Sieben Jahre später steuert er zwei Tore zum 3:1-Sieg gegen die VfL-Jugend bei. Deren Trainer Werner Döring will das Sturmtalent sofort zu den Lila-Weißen holen. 1957 feierte Walter Bensmann sein Debüt in der Oberligamannschaft des VfL. In 85 Punktspielen erzielte er 35 Tore und trug entscheidend dazu bei, dass der VfL zwischen 1957 und 1961 zwei dritte und zwei vierte Plätze in der damals höchsten Spielklasse belegte. In seiner erfolgreichsten Saison 1958/59 brauchte er nur 23 Einsätze für 16 Tore. Szene aus dem Bundesligaspiel Preußen Münster vs. Eintracht Braunschweig – kurz vor Bensmanns folgenschwerer Verletzung.

Aber Bensmann sorgte auch außerhalb Osnabrücks für Aufsehen. Mit einer Niedersachsenauswahl spielte er gegen den FC Santos und

traf dabei auf die brasilianische Fußball-Legende Pelé. Außerdem lud ihn Bundestrainer Sepp Herberger zu einem Nachwuchslehrgang des DFB nach Barsinghausen ein. 1961 wechselte Bensmann zu Preußen Münster und qualifizierte sich mit den Westfalen für die neu gegründete Fußball-Bundesliga. Doch ihm waren nur vier Einsätze in der höchsten deutschen Spielklasse vergönnt. Am 18. Januar 1964 kollidierte er in der Luft mit dem Braunschweiger Keeper Hannes Jäcker und stürzte auf den hart gefrorenen Boden. Bensmann

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Was viele Menschen entmutigt hätte, sieht er bis heute als Glück im Unglück. „Es hätte ja alles noch schlimmer kommen können. Ich bin dankbar, dass ich überhaupt wieder gesund geworden bin“, sagt Bensmann auf Nachfrage von „Osnabrücker Wissen“. Auch nach dem schweren Unfall spielte der Fußball eine wichtige Rolle in seinem Leben. 1967 wechselte Bensmann an die Seitenlinie, führte den BSV Holzhausen zur niedersächsischen Meisterschaft und betreute bis 1998 weitere Amateurmannschaften. Selbstverständlich neben seiner Tätigkeit als kaufmännischer Angestellter der Druckerei Niemeyer, der er von 1965 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2006 verbunden blieb. Mittlerweile ist der 74-jährige in die Rolle des Zuschauers geschlüpft. Auch in der osnatel ARENA sieht man ihn hin und wieder - den ersten VfLer, der den Sprung in die Bundesliga schaffte. | TS

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Zusatzwissen: Gründungsmitglieder der Bundesliga

Für viele Osnabrücker ist bis heute unverständlich, warum „ihr“ VfL 1963 nicht selbst zu den Gründungsmitgliedern der Bundesliga gehörte. 74 Oberliga-Vereine bewarben sich seinerzeit um die Teilnahme. Der Deutsche Fußball-Bund schrieb deshalb ein kompliziertes Zulassungssystem vor, das sowohl sportliche als auch regionale, wirtschaftliche und technische Aspekte berücksichtigen sollte. Der VfL rechnete sich gute Chancen aus, denn in der Zwölfjahreswertung der Nordklubs belegten die Lila-Weißen den dritten Platz - knapp hinter Hannover 96 und dem FC St. Pauli, aber deutlich vor Holstein Kiel, Eintracht Braunschweig oder Arminia Hannover. Doch am 8. Mai 1963 entschied sich der DFB, Braunschweig wegen der „besseren wirtschaftlichen Voraussetzungen“ den Zuschlag zu erteilen. Der damalige VfL-Präsident war entsetzt. „Ich stehe vor den Trümmern meines Lebenswerks“, gab Friedel Schwarze zu Protokoll.

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Was ist die

„Deutsche-Jugend-Kraft“?

Ungewöhnlich mutet der Name an - wie aus der Zeit gefallen. Und doch spielt die Deutsche Jugendkraft auch heute noch eine wichtige Rolle im Sportwesen Deutschlands. Bekannter als die ausgeschriebene Version ist jedoch das Kürzel DJK. Nach dem Ersten Weltkrieg begannen die politischen Lager in der von Beginn an zerstrittenen Weimarer Republik, sich in allen Lebensbereichen zu organisieren. Dem Sport kam dabei eine besondere Rolle zu. Die Arbeiter gründeten zahlreiche Arbeitersportvereine, spielten separate Meister in eigenen Ligen aus und bestritten sogar Arbeiter-Länderspiele - vorzugsweise gegen die seinerzeit weltweit nicht wohlgelittene Sowjetunion. Die Zentrums-Partei (Vorläufer der heutigen CDU/CSU) hatte ihre Machtbasis in der katholischen Mitte der Gesellschaft, war stark kirchlich geprägt und versuch-

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te bis zum Ende der Weimarer Republik stabilisierend zu wirken. Ein schwieriges Unterfangen in der unsicheren politischen Landschaft, die von Extremisten auf der linken (KPD) und rechten Seite (DNVP und später NSDAP) in die Zange genommen wurde. Überall dort, wo sportbegeisterte Priester und Kapläne wirkten, entstanden unter der Bezeichnung Deutsche Jugend Kraft katholisch geprägte Sportvereine. Diese hatten auch in Osnabrück erheblichen Zulauf. So entstanden beispielsweise der DJK SV Rasensport und der DJK Blau-Weiß Schinkel.

SPORT // OSNABRÜCKER WISSEN

Im Schinkel unterstützte insbesondere Kaplan Krüssel von der Kreuzgemeinde den bereits 1920 gegründeten DJK Born, der 1925 dann im DJK Blau-Weiß Schinkel aufging. Gespielt wurde abwechselnd auf Wiesen der Schinkelaner Bauern. Die Tore, denen das Netz fehlte, mussten mühsam von Spielort zu Spielort transportiert und jeweils auf- und abgebaut werden. Die Klöckner-Werke machten sich dann um den Verein verdient, indem sie den Sportplatz Schützenhof zur Verfügung stellten. Bei „Raspo“ verlief die Entwicklung ähnlich. Am 1. November 1925 wurde der Verein als FC Nahne unter der Leitung von


Bernhard Avermann gegründet. Man spielte zunächst am Schölerberg und auf dem noch heute bestehenden „Sportplatz Paradies“. Bereits 1927 wurde der Verein in DJK Rasensport Osnabrück umbenannt. 1. Präses wurde der Vikar Steinbild von der Gemeinde St. Joseph. Die Rasensportler konnten bereits 1929 den ersten eigenen Sportplatz mit Aschenbahn an der Kokschen Straße in Besitz nehmen. Neben dem Fußball machte sich der Verein einen Namen in der Leichtathletik. So holte Theo Menkhaus 1931 den Titel des niedersächsischen Meisters im Hochsprung. Bereits im Jahre 1928 wurde die Bezirksmeisterschaft im seinerzeit populären „Schlagball“ errungen. Im Gegensatz zu den Arbeitersportvereinen wirkten die DJK-Vereine in „regulären“ Ligen und allgemeinen Wettkämpfen mit. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde der Deutschen Jugendkraft im Rahmen der „Gleichschaltung“ die Basis entzogen. Der Vorsitzende von Raspo, Bernhard Avermann, wurde kurzzeitig verhaftet und erst auf Intervention des bischöflichen Generalvikariats wieder freigelassen. Pfingsten 1934 verjagte die Gestapo die Fußballer vom Sportplatz an der Kokschen Straße. Der Spiel- und Sportbetrieb konnte erst Ende 1934 gesichert werden, als sich die DJK-Vereine „Niedersach-

sen“, „Saxonia“ und „Rasensport“ zum SV Rasensport zusammenschlossen. Das Kürzel DJK blieb dabei aus politischen Gründen zunächst auf der Strecke. So aber konnte zumindest bis zum Ende des 2. Weltkrieges der Zusammenhalt trotz zahlreicher Anfeindungen gewahrt bleiben. Danach stand Osnabrück unter dem Besatzungsstatut der britischen Militärbehörden - der alte Name durfte zunächst nicht weiter verwandt werden. Erst 1947 erhielten die Rasensportler die Erlaubnis, wieder den traditionellen Namen führen zu dürfen.

Blau-Weiß DJK Turnabteilung 1928 in Melle beim Kreissportfest der Deutschen Jugendkraft

Jung-Spielmannszug des Blau-Weiß Schinkel 1927

Der Verein nahm nun einen schnellen Aufschwung - Gleiches galt für sein Pendant im Schinkel. Die große Zeit der Schinkelaner brach in den 70er-Jahren an, als die Fußballer unter dem legendären Trainer Hartmut Wigge von der Kreisliga bis in die Landesliga durchmarschierten. Diese konnte immerhin fünf Jahre gehalten werden, bevor das Erfolgsteam auseinanderbrach und sportlich kleinere Brötchen gebacken werden mussten.

Blau-Weiß-Turner aus dem

Zwei Turner im Jahre

Jahre 1928.

1926 vor der Wettkampfstätte Gaststätte Zu den Linden

Heute betreiben 1.300 Mitglieder bei den Schinkelanern zahlreiche Sportarten, der DJK SV Rasensport ist mit etwa 2.000 Mitgliedern immerhin der sechstgrößte Verein in der Stadt Osnabrück. | HE

Zusatzwissen: Mitgliederzahlen heute

Im gesamten Bundesgebiet hat der DJK-Verband in etwa 1.200 Vereinen noch 507.285 Mitglieder (2010) und stellt als Mitglied des Deutschen Olympischen Sportbundes nach wie vor einen wichtigen Baustein im sportlichen Gefüge der Bundesrepublik dar.

Ein vergilbtes Dokument aus der Gründerzeit des SV Rasensport. Die erste Fußball-Mannschaft des Vereins präsentiert sich dem Fotografen.

SPORT // OSNABRÜCKER WISSEN

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Kultur

Gustav Stüves Arbeitszimmer in der Bergstraße (Fotografie 1903)

Stüves im Salon?

Dieser Frage können Besucher des Kulturgeschichtlichen Museums in der Sonderausstellung „Alte Meister in Osnabrück. 100 Jahre Sammlung Gustav Stüve“ vom 25. November 2012 bis 27. Mai 2013 nachgehen. Alle 70 Werke, die der Osnabrücker Regierungspräsident Carl Wilhelm Gustav Stüve 1911 dem Museum stiftete, werden wieder zusammen ausgestellt. Und mit ihnen die besondere Geschichte des bürgerlichen Sammelns, Präsentierens und Vermittelns von Kunst zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Vorliebe für niederländische und flämische Malerei des 16. und 17. Jahrhunderts ist Gustav Stüve (18331911) in die Wiege gelegt worden. Von klein auf war er umgeben von einer prächtigen Gemäldesammlung, deren Grundstock Johann Christoph Wöbeking (1680-1770) legte und die über seine Großmutter mütterlicherseits in den Besitz der Familie Stüve gelangte. So zierten Landschafts- und Genrebilder, Stillleben und religiöse Andachtsszenen die Wände des kleinen Festsaals in der Krahnstraße 25. Die Gemälde waren dort dicht an dicht gehängt, mit viel Bedacht komponiert nach Größe, Themen und Farben. Das Zentrum der Sammlungsschau war dabei einem ganz besonderen Stück vorbehalten: Auf dem Gemälde „David mit dem Haupt des Goliath“ (Kopie nach Guido Reni) posiert der schmächtig erscheinende David entspannt neben dem abgeschlagenen Kopf

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Kultur // OSNABRÜCKER WISSEN

des mächtigen Goliath. Fast trotzig packt er den Riesen am Schopf nach vollzogener Tat. Vielleicht fühlte sich Stüve selbst wie David, als er 1888 ehrenamtlicher Vorsitzender des Osnabrücker Museumsvereins wurde. Vor ihm lag die schwierige Aufgabe, aus einer als unbedeutend geltenden Sammlung von „schlechten Bildern [...], alten Tellern und Truhen“ (so Alfred Lichtwark nach einem Besuch des Osnabrücker Museums 1895) eine für die Stadt repräsentative Kunstschau zu schaffen. Den Glanzpunkt seiner verdienstvollen Tätigkeit setzte Stüve 1910, als er testamentarisch verfügte, dass seine private Gemäldesammlung nach seinem Tod dem Museum seiner Vaterstadt zufallen sollte. Zweifelsohne bewirkte er mit seiner Schenkung, dass, so betont das Museum heute, „Osnabrück ein Museum von Rang erhielt“ und die Kritiker - dem Goliath gleich - verstummten. Das Lieblingsstück der Familie Stüve war, so Ausstellungsleiter Dr. Thorsten Heese, das Gemälde „Anbetung der Könige“ nach

Rahmen © klikk - Fotolia.com; Ziegelmauer © LeitnerR - Fotolia.com

Was hing bei


Anbetung der Könige nach Joos van Cleve

Bilder © Kulturgeschichtliches Museum Osnabrück

David mit dem Haupt des Goliath, Kopie nach Guido Reni

Art des Joos van Cleve (um 1530). Hat vielleicht das farbenprächtige Gruppenbild der Heiligen Familie mit den Geschenke übereichenden Königen Stüve zur Stiftung seiner Sammlung animiert?

Wie fühlt sich die

Stüve-Sammlung an? Für eine dauerhafte Ausstellung aller Gemälde fehlte in dem von Stüve initiierten und 1890 errichteten Museumsbau der Platz. So sind normalerweise nur ausgewählte Gemälde der Sammlung zu sehen. Reizvoll an der Präsentation der Bilder in der kleinen Dauerausstellung ist die Idee, die Hängung der Bilder, wie sie im Wohnhaus Stüves in der Bergstraße war, auch hier im Museum beizubehalten. Eine Handzeichnung mit der Anordnung der Bilder hilft bei der Rekonstruktion. Mit ein wenig Phantasie fühlt man sich nun versetzt in die Privaträume des Regierungspräsidenten.

Ausstellung erscheint zudem ein neues Werkverzeichnis zur „Sammlung Gustav Stüve“, das in Zusammenarbeit mit Studierenden der Universität Osnabrück im Rahmen eines Projekts erarbeitet wird. Schließlich wagt das Museum einen reizvollen Brückenschlag über Jahrhunderte und Kunststile hinweg: Mit der ebenfalls ab dem 25. November 2012 zu sehenden Ausstellung „Avantgarde in Osnabrück. Philipp Nussbaums Sammlung „Heinrich Assmann“ im Felix-Nussbaum-Haus wird als Kontrast zu Stüve die Sammlungs- und Stiftungsgeschichte von Felix Nussbaums Vater aufgezeigt. | JS

WISSEN KOMPAKT: Carl Wilhelm Gustav Stüve (1833 bis 1911), Leiter des kaiserlichen Patentamtes in Berlin und später Osnabrücker Regierungspräsident, erbte 1879 insgesamt 38 Bilder aus einer seit Generationen gepflegten Familiensammlung. In den folgen-

Anlässlich des Jubiläums der Schenkung bzw. der ersten öffentlichen Ausstellung im Jahr 1912 sollen nun auch die bisher nicht präsentierten Bilder der „Sammlung Stüve“ und historische Dokumente gezeigt werden. Darüber hinaus werden weitere Gemälde und Graphiken bedeutender niederländischer und flämischer Meister aus dem Eigenbestand des Museums zu sehen sein. Zur

den 20 Jahren erweiterte er sie, auch mit Hilfe des Berliner Kunsthistorikers Wilhelm von Bode, auf 70 Gemälde.

Kultur // OSNABRÜCKER WISSEN

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© Dransmann Wohnideen

Vor 60 Jahren kam Otto Schöpf auf eine brillante Idee. Der Unternehmer aus dem bayerischen Schrobenhausen wollte Möbel günstiger machen, um den Absatz im noch weitgehend zerstörten Europa wieder anzukurbeln. Schöpf gründete eine Interessengemeinschaft aus Möbelhändlern, die gemeinsam einkaufen und durch schnelle Lieferungen günstige Preise bei den Herstellern erzielen sollten. Der Erfolg gab dem Möbel-Pionier Recht. Von den legendären Nierentischen der 60er Jahre über die kugelförmigen Designs und knalligen orange-grün-braunen Farben der 70er bis zu den Schwarz-Weiß-Kombis der 80er wurde der Europa Möbel-Verbund (EMV) jedem Trend gerecht - und verschönerte so Millionen Wohnungen. Das gilt bis heute, da Hochglanz-Fronten, vor allem in -Anzeige-

weiß, in Kombination mit Holz oder anderen Naturmaterialien den Zeitgeist bestimmen. Der Europa Möbel-Verbund hat sich mit rund 600 Händlern und über 1.700 Verkaufsstellen in Deutschland und dem europäischen Umland derweil zu einem Branchenriesen entwickelt. EMV bietet exklusive Handelsmarken wie Contur oder die Marke „Europa Möbel“ an und feiert sein 60-jähriges Bestehen mit einer Fülle attraktiver Angebote. Auch das Osnabrücker Einrichtungshaus Dransmann beteiligt sich an der großen Geburtstagsparty und gibt die Geschenke

direkt an seine Kunden weiter. „Wir möchten den Geburtstag zum Anlass nehmen, um uns bei unseren Kunden zu bedanken. Denn ihr Vertrauen und ihre Treue sind unser Kapital“, betont Matthias Dransmann vom Einrichtungshaus Dransmann Wohnideen. Im Mittelpunkt der Jubiläums-Aktion stehen attraktive Einkaufsvorteile bei allen Neubestellungen und ein großes EMV-Gewinnspiel, das bis zum 30. November 2012 läuft. Als Hauptpreis winken 60 iPads. | RED Link-Tipp: http://www.dransmann.com


das Werk eines Nobelpreisträgers aus Wann hob Osnabrück

der Taufe?

Hauptmann © Nicola Perscheid; Buch © Dr. Haack Leipzig

Skandalautor, Publikumsliebling, Nobelpreisträger 1912: Gerhart Hauptmann (1862-1946), galt bis weit ins 20. Jahrhundert als einer der bedeutendsten und populärsten Schriftsteller. Auch heute tauchen Stücke wie „Vor Sonnenaufgang“, „Die Weber“ oder „Rose Bernd“ immer wieder auf den Spielplänen der Theater auf. Das gilt besonders 2012 - im Jahr seines 150. Geburtstages. Das Theater Osnabrück würdigt den Urvater des deutschen Naturalismus mit einer Neuinszenierung des Schauspiels „Die Ratten“, die am 20. Oktober Premiere feiert. Hauptmann setzt sich hier, wie so oft, mit den sozialen Konflikten einer Gesellschaft auseinander, die im Rausch des wirtschaftlichen Erfolgs ihre Vernunft, Moral und Menschlichkeit über Bord zu werfen droht. Vor 77 Jahren hatte die Osnabrücker Bühne, die seinerzeit den unheilvollen Namen „Deutsches Nationaltheater Osnabrück“ spazieren führte, noch engere Beziehungen zu dem berühmten Schriftsteller. Am 19. November 1935 wurde im Haus am Domhof sein Stück „Hamlet in Witten-

berg“ uraufgeführt. Zeitgleich präsentierten das Alte Theater in Leipzig und das Stadttheater Altona die Weltpremiere des neuen Hauptmann. Die Schauspielerin Gerda Venker-Lange (1913-2004) war Zeugin als der Nobelpreisträger in Osnabrück nach dem Rechten sah und erinnerte sich später:

„Gerhart Hauptmann kam mit seiner Frau zwei Tage vor der Premiere, um die Generalprobe zu sehen und es ist ein unvergessliches Erlebnis, dass ich ihn persönlich kennen lernen konnte.“ Die – zugegeben etwas schale – Shakespeare-Adaption ist heute in Vergessenheit geraten. Aber für „Die Ratten“ in der Regie von Annette Pullen dürfte sich der Besuch im Osnabrücker Theater wieder lohnen. Bis März 2013 sind 20 Vorstellungen geplant. | TS

Gerhart Hauptmann im Jahr 1914

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Wer stahl die goldene Klinke? 2012 wird das Osnabrücker Rathaus 500 Jahre alt. Aus diesem Anlass trafen sich im Juni neun Autoren zur Schreibwerkstatt „Tatort Rathaus“. Am Ort des Geschehens entstanden Kriminalgeschichten, die anschließend von einer fachkundigen Jury begutachtet wurden. Die meisten Stimmen entfielen auf den Kurzkrimi „Tandem absolutum est“ von Beate Bößl, der nun exklusiv in „Osnabrücker Wissen“ veröffentlicht wird.

Tandem

absolutum est Da lag sie nun also. Glänzend und schwer. Er war sonst gar nicht so, aber bei diesem Anblick fühlte er sich, als müsse er aufräumen. Und zwar ohne, dass seine Eltern sich angekündigt hätten. Er pustete Chipskrümel vom verlorenen EMHalbfinale weg und stellte zwei, drei leere Bierflaschen auf den Boden. Aus allem, was da sonst noch so lag, machte er einen großen Stapel. Dann tat er, was er sonst nur tat, wenn Frauen zu Besuch waren. Er machte den Dreierstrahler aus und dimmte den Deckenfluter an. Das Licht hatte nun etwas Magisches. Er fand, sein Raum wirke fast, als stünde ein Altar in der Mitte. Er flüsterte sogar, als er zu sich selbst sagte: „Boah ist das cool!“ - Dass er einmal den Türgriff vom Osnabrücker Rathaus auf seinem Wohnzimmertisch liegen haben würde: Mit gleicher Wahrscheinlichkeit könnte dort jetzt der Oberbürgermeister sitzen. Aber auch der wohl kaum um diese Zeit, denn es war kurz nach 4 Uhr in der Früh und das, was ihm da eben passiert war, darüber war er sich selbst noch nicht im Klaren.

konnte, lustig aussah, aber totenstill war, das war seltsam. Er schaute von der Bibliothek aus rüber, als sich von jetzt auf gleich ein kurzes, sehr lautes Palaver entfachte. Es dauerte 15 Sekunden, vielleicht 20. Dann war da einen Augenblick nichts, bevor sich der Spuk wiederholte.

Die Autorin Beate Bößl hat Politik und Jura studiert und nach dem 2. Staatsexamen bei einer Tageszeitung volontiert. Seit längerem lebt und arbeitet sie in Osnabrück. 2011 gewann sie mit „Tiefgefroren“ den WirtschaftskrimiWettbewerb von F.A.Z. Buch, dem Wirtschaftsverlag

der

Frankfurter

Allgemeinen Zeitung. („Tiefgefroren“,

Er hatte in der Altstadt gefeiert und war auf dem Heimweg am Rathaus vorbeigekommen. Es war im Grunde nichts Besonderes, dass dort an der Steintreppe am Haupteingang etwas los war. Dass dort aber in der Morgendämmerung eine große Gruppe stand, die, soweit er es erkennen

Ein drittes, besonders kurzes Mal, begann die Gruppe zu grölen, als von der Seite des Doms her ein Streifenwagen nahte. Relativ langsam und ohne Blaulicht. Direkt danach machten einige Männer beschwichtigende Armbewegungen Richtung Polizei. Er selbst, könnte man sagen, stand zu diesem Zeitpunkt logistisch günstig. Die Menschentraube nämlich löste sich auf und zerstob treppabwärts in verschiedene Richtungen. Ein junger Mann, er trug ein „Mit 30 ist alles vorbei“-Shirt, starrte ihn kurz an, drückte ihm den Westfälischen Frieden in die Hände und sagte so bestimmend wie ein Bankräuber-Boss: „Mitnehmen! Wegrennen!“ Er tat genau das. Ohne zu wissen, warum eigentlich. Sein erster Gedanke war: „Irre, dass man den so fixoflexo abbekommen kann!“ Aber da war er auch schon durch die Gässchen zu seiner Wohnung geeilt, die nur einen Spuckweit entfernt lag. Zu Hause hatte er sich erschöpft an der Tür hinunter rutschen lassen, denn was man ihm da überreicht hatte, war doch mächtig schwer. Nun war Stille. Nun war Nacht. Nun war es, als sei er im Besitz der Kronjuwelen.

F.A.Z. Buch (2011), 155 S., 9.90 Euro)

Für ihn hatte es sich angefühlt, als wären zwei rasante La-Ola-Wellen an ihm vorbeigerauscht. Und es sirrte so komisch metallisch hinter all dem Stimmengewirr.

Gegen 10 Uhr weckte ihn das Geläut der Kirchenglocken. Er stand auf, schaute ins Wohnzimmer und, ja, sie lag immer noch dort. Er fand es angemessen, ein wenig Klassik für die Klinke aufzulegen, kramte in seinen CDs. Gut möglich, er hätte sich für „Ein bisschen Frieden“ entschieden. Wenn er es da gehabt hätte. Mit einem Kaffee setzte er sich auf sein Sofa.

KRIMI // OSNABRÜCKER WISSEN

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In der Wohnung unter ihm machte sich zur selben Zeit Ilse Kaffee. Sie mochte den jungen Mann nicht sonderlich, der da vor kurzem in die Wohnung über ihr gezogen war. Nicht nur, dass er betont laut und langsam sprach, als er sich zwischen Tür und Angel bei ihr vorstellte. Vor allem hatte er zu ihr gesagt, er mache „etwas mit Reklame, wenn Sie wissen, was ich meine“. Nur weil sie über 70 war, hieß das noch lange nicht, sie könne das Wort Werbung nicht verstehen. „Dämlicher Kreativkasper!“, hatte sie gedacht und seither alles Mögliche mitbekommen, was oben in der Wohnung so ablief. Dass dort oft die Stones liefen, war noch ganz erträglich. Der Mick, der Jagger, der war ja immerhin fast ihr Alter. Aber Vivaldi? - Da stimmte doch etwas nicht. Sie wollte schon lange wissen, wie der junge Mann wohl wohnte, ob er keine Teppiche hatte, wie sie vermutete. Und Zimmerpflanzen, die sich rauchen lassen. Heute schien ein perfekter Tag, nach dem Rechten zu sehen. Außerdem hatte sie sich längst überlegt, wie sie vorgehen würde. Sie dachte da an den „Enkeltrick“. Nur irgendwie umgekehrt. Sie ging die 20 Stufen nach oben. Es war jetzt gegen 11 Uhr. Es dauerte nicht lange, da stand ein verschlafener junger Mann vor ihr, von dem sie nur wusste, dass er Frank Müller hieß. Das hatte er ihr gesagt. Und das stand auf seinem Klingelschild. Wahrscheinlich spräche er sich aber nicht Frank aus, sondern ganz modern Fränki. Oder Fränk. Immerhin machte er Reklame. Sie sagte „Herr Fränk! Herr Fränk! Mein Enkel! Mein Enkel!“ Eigentlich kam nun der Moment, in dem Zahlungen fällig wurden, damit die Polizei nicht zu einem erfundenen Unfallort ausrücken muss. Aber Ilse hatte den Trick ja abgewandelt, sagte weinerlich: „Herr Fränk, mein Enkel zerkratzt im Garten ein Fahrrad. Ich glaube, das ist Ihres!“ Herr Fränk war mit einem Mal hellwach. Außerdem war er ganz rot im Gesicht und sie meinte, er würde schnauben, aber da war sie sich nicht sicher, denn ehe sie sich versah, rannte er die Treppe herunter – und sie selbst hatte Zeit sich, wenn auch nur kurz, in der Wohnung umzuschauen.

Chic hatte er es. Und etwas chaotisch. Das Schönste, das Wundervollste aber, es lag mitten auf seinem Wohnzimmertisch: Die kleine, leicht arrogant dreinblickende Messingtaube mit dem großen FRIEDE 1648 darunter! Sie war in den Türgriff von Fritz Szalinski verliebt, seit er 1963 angebracht worden war. Sie hob ihn kurz an. Zum Direktexport war er ihr deutlich zu schwer. Sie musste das anders anstellen. Sie ging zurück zur Tür. Der junge Mann eilte just nach oben, sagte „Also da war niemand!“ - „Na, da bin ich beruhigt“, entgegnete sie. Als Frank wieder in seine Wohnung kam, dachte er, der Türgriff hätte etwas weiter links gelegen. Als Ilse wieder in ihre Wohnung kam, meinte sie, es sei an der Zeit, sich Wünsche zu erfüllen, die mit Geld nicht zu kaufen sind. Um auf Nummer sicher zu gehen, das Original gesehen zu haben, ging sie zum Rathaus hinüber. Dort standen ein Kamerateam und Schaulustige – und, ohne Frage: Da fehlte etwas! Am Montag rauschte es gewaltig im Blätterwald. Die Medien berichteten von Metalldieben und Kulturbanausen, vom „Täubchen aus dem Metropölchen“. Im Internet wurden mittelalterliche Folterstrafen gefordert, während sich die Fraktionen gegenseitig beschuldigten und die Kaufmannschaft hinter vorgehaltener Hand kryptisch die Buchstaben T und L nannte. Ein Historiker sagte: „Münster! Oder Hanseatenneid!“ Aufmerksamkeit erregte die Polizei, die mitteilte, in der Nacht zum Sonntag habe eine Partygruppe vor dem Rathaus herum geturnt. Die sei aber artig weg, als sie kamen. Ob die Klinke da noch dran war? Danach habe man nicht geschaut. „Auf was sollen die Kollegen denn noch alles achten? Ob auch die Fenster geputzt sind?“, fragte ein Polizeisprecher unwirsch im Interview mit dem Lokalsender. Ilse wusste derweil, was zu tun war. Sie klingelte erneut bei Fränk und sagte leicht übertrieben: „Herr Fränk, ich weiß alles. Geben Sie auf!“ Fränk wurde blass. Dann bat er sie hinein. Er versuchte


zu diskutieren. Aber als Ilse sagte, sie hätte den 30-jährigen Krieg bereits mit ihrem Mann ausgetragen und sie gedenke auch diesen nicht zu verlieren, sagte Fränk kleinlaut: „Okay.“ Er drehte ohnehin am Rad, seit er das Tohuwabohu da draußen verfolgte. Er sagte zu Ilse, wenn es sein müsse, dann würde er ihr den Türgriff „ähm,... äh,… – also einfach mal leihen“. Und, einverstanden, er würde sich in seiner Reklameagentur dafür einsetzen, dass Ilse sich ein nachgebautes Exemplar würde kaufen können - „…im Tourismusamt. Oder so“. Ilse versprach ihm im Gegenzug, zu schweigen wie ein Grab. Zwei Monate später war es soweit. Fränks Büro hatte einen Prototyp in Serie geschickt. Die Nachfrage ließ erahnen, wie groß der Bedarf nach einem Stück vom Klinken-Glück war. Ilse wusste nun, es war an der Zeit, Abschied zu nehmen. Sie rief die 110 an und tat, was in ihrem Alter erwartet wurde: Sie gab sich tüddelig und schrullig und krächzte: „Vor unserem Hause lag heute der dicke goldene Vogel!“ Die Herren sahen gleich, dass diese Dame den Knauf kaum weiter als vom Postkasten bis in die Wohnung tragen könnte. Geschweige denn abflexen. Vor allem sahen sie, dass er das Original war. Der Zeitpunkt der Rückgabe war perfekt. Die „herzige Geschichte einer findigen Seniorin“, wie die örtliche Tagezeitung titelte, wurde in die Feiern zum 500-jährigen Rathaus-Jubiläum eingebunden. Für Ilse gab es Blumen und einen kleinen Empfang im Friedenssaal. Links von ihr saß dabei übrigens Fränk. Sie hatte zu den freundlichen Leuten von der Stadt gesagt, sie sei in einem Alter, da bräuchte sie wen, der sie begleite. Die Feierstunde gefiel ihr, denn die geklonten Schnurrbart-Gesandten auf den Ölbildern um sie herum schauten drein, als wünschten sie sich dringend mal einen Tapetenwechsel. Und überhaupt gab es noch Vieles mehr, das sie sich gerne würde ausleihen wollen. Die Bürgermeisterkette zum Beispiel. Oder die anderen tollen Glitzerdinge aus der Schatzkammer. Genau als sie das dachte, nickte Fränk ihr zu, als könne er Gedanken lesen. Ilse überlegte, dass Harold & Maude ein guter Name wäre, um als kriminelles Duo durchzustarten. Viel reizender noch, als Bonnie & Clyde. Als sie das Rathaus verließen, hakte sie sich bei Fränk unter. Und dann, dann knuffte sie ihn am Arm, bat ihn, er möge sich kurz umdrehen. Sie las ihm die letzten drei Worte vor, die da von außen, oberhalb des Friedenssaals geschrieben standen: „Tandem absolutum est“. - „Das heißt: Zu zweit geht alles besser!“, sagte Fränk, ohne zu zögern. Ilse ging das Herz auf, denn schließlich hätte er genauso gut sagen können: „Osnabrück war schon immer eine Fahrradregion, Frau Hensel!“ – „Oh ja“, dachte sie, „gemeinsam können wir es noch weit bringen!“

Zusatzwissen: Weitere Rathaus-Krimis

Das Projekt „Tatort Rathaus“ wurde von der Schreibinitiative scribitur (www.scribitur.de) durchgeführt und vom Literaturbüro Westniedersachsen und dem Projektbüro Kulturamt der Stadt Osnabrück unterstützt. Im kommenden Jahr ist eine Lesung mit den weiteren Autoren im Osnabrücker Friedenssaal des Rathauses geplant - der Termin wird frühzeitig bekannt gegeben.

KRIMI // OSNABRÜCKER WISSEN

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Noch Fragen? Sie lieben die Besonderheiten und Kuriositäten in Osnabrück und der Region ebenso sehr wie wir? Und Sie haben eine oder mehrere spannende Frage(n), die „Osnabrücker Wissen“ unbedingt beantworten muss? Oder kennen Sie eine Innovation, eine ganz besondere Person oder Gegebenheit, über die unsere Redaktion in jedem Fall einmal berichten sollte? Dann schreiben Sie uns! Mann © El Gaucho - Fotolia.com

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Dr. Konrad Adenauer © Katherine Young, NY (Bundesarchiv); Füller © Zar - Fotolia.com

Goldenes Buch, Rathaus © Stadt Osnabrück

Wer trug sich ins Goldene Buch ein? Teil 1: Dr. Konrad Adenauer Spitzenpolitiker und Staatsoberhäupter, Unternehmer, Wissenschaftler und Künstler: zahlreiche prominente Zeitgenossen statteten Osnabrück bereits einen Besuch ab und trugen sich bei der Gelegenheit ins Goldene Buch der Stadt ein. Unsere Serie beleuchtet die Geschichte(n) hinter der berühmten Unterschrift. Am frühen Abend des 14. Mai 1963 traf die Delegation von Konrad Adenauer in Osnabrück ein. Der seit 1949 amtierende erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland hatte an diesem Tag bereits in Uelzen und Celle Station gemacht und speiste zunächst im Hotel Hohenzollern. „Im kleinsten Kreis“, wie das Protokoll vermerkt. Dazu gehörten unter anderem der Osnabrücker Bischof Helmut Herrmann Wittler, Landessuperintendent Kurt Degener und die CDU-Kandidaten, die am 26.

Mai zur niedersächsischen Landtagswahl antreten sollten. Um 19.50 Uhr trug sich der Bundeskanzler dann in das Goldene Buch der Stadt ein. Ohne Doktortitel und auch ohne Vornamen. Ein schlichtes „Adenauer“ musste reichen, denn um 20.00 Uhr begann bereits die Wahlkampfveranstaltung, auf der er um Stimmen für die CDU warb. Zwei Stunden später saß Konrad Adenauer wieder im Auto und traf erst nach Mitternacht im heimischen Rhöndorf ein. | TS

berühmte Unterschriften // OSNABRÜCKER WISSEN

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Junior

JUNIOR

Wie werden Müllautos sauber? Tag für Tag kurven sie durch die Straßen von Osnabrück und nehmen alles mit, was wir nicht mehr gebrauchen können: Haus- und Sperrmüll, Altpapier oder Küchenund Gartenabfälle. Die Müllabfuhr ist immer zur Stelle und weil ihre Fahrzeuge dabei richtig schmutzig werden, müssen sie regelmäßig gereinigt werden. Für die Abfallwirtschaft der Stadt ist der „Osnabrücker ServiceBe-

Wenn das Müllauto wieder wie neu aussieht und der Schmutz

trieb“ zuständig, der sich übrigens auch um Straßen, Friedhöfe,

durch einen Bodenkanal abgeflossen ist, kommt der nächste

Grünflächen oder Spiel- und Bolzplätze kümmert. Der Service-

Wagen an die Reihe. Für eine besonders gründliche Reinigung

Betrieb hat 33 Müllautos, die von montags bis freitags im Einsatz

braucht selbst ein Waschprofi des „Osnabrücker ServiceBetriebs“

sind.

etwa drei Stunden. | TS

Einmal in der Woche werden alle Schüttungen der Müllfahrzeuge gewartet und für einige geht es dann direkt in die Waschhalle. Autos, die Biomüll transportieren, müssen fast täglich gereinigt

WISSEN KOMPAKT:

werden. Die „normalen“ Müllwagen sind ein- bis zweimal im Monat an der Reihe. Das sind Durchschnittswerte, denn gewaschen wird

Im Jahr 2011 wurden in der Stadt Osnabrück insgesamt 82.598

natürlich „nach Bedarf“. Das bedeutet: besonders dreckige Autos

Tonnen Müll* produziert. Auf jeden Einwohner entfielen so im

kommen sofort dran.

Durchschnitt 180 Kilogramm Hausmüll, 21 Kilo Sperrmüll, 25

In der Waschhalle rückt der zuständige Mitarbeiter dem Schmutz

Grünabfälle und 54 Kilo Bioabfall.

Kilo Glas, 87 Kilo Altpapier, 27 Kilo Verpackungen, 106 Kilo mit einem Hochdruckreiniger zu Leibe. Rund 20 Liter heißes Wasser schießen pro Minute durch die Düse. Reinigungsmittel werden nur in Ausnahmefällen eingesetzt, denn das Motto lautet auch hier: „So wenig Chemie wie möglich!“

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JUNIOR // OSNABRÜCKER WISSEN

* Statistik bezogen auf Hausmüll, Sperrmüll und Wertstoffe


JUNIOR

Warum hat Opa meinen Geburtstag vergessen?

Die Alzheimer-Problematik liebevoll dargestellt in dem Bilderbuch „Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor“ Viele Kinder erleben, wie ihre geliebten Groß-

Martin Baltscheit beschreibt mit schlichten,

„Die Geschichte vom Fuchs, der den Ver-

eltern zunächst immer vergesslicher und

aber treffenden Worten die Erlebnisse des al-

stand verlor“ ist ein bewegendes Kinderbuch

schließlich sogar ganz und gar dement wer-

ternden Fuchses, der einmal alles wusste und

zu dem hochaktuellen Thema Altersdemenz,

den. Diesem nicht ganz einfachen Thema nä-

schließlich mit Müh und Not ein letztes Mal

das auch für Erwachsene absolut lesenswert

hert sich Martin Baltscheit auf ebenso warm-

den gefährlichen Jägerhunden entkommt. Die

ist. Das Buch wurde im Jahr 2011 mit dem

herzige wie humorvolle Weise. Er erzählt in

jungen Füchse kümmern sich nun liebevoll

Deutschen Kinder- und Jugendbuchpreis

seinem Buch von einem schlauen Fuchs, der

um ihn, so dass er sich trotz seines verlore-

ausgezeichnet. | blcb

alt wird und langsam seinen Verstand verliert.

nen Verstandes geborgen fühlen kann. „Er

Zuerst wird der Fuchs vergesslich: Er bringt

wusste nichts und fühlte nur. Er fühlte, wenn

die Wochentage durcheinander, vergisst Ge-

jemand seine Wunden leckte. Er fühlte, wie

burtstage. Dann weiß er nicht mehr, wo er

es ist, keinen Hunger zu haben. Er liebte es,

wohnt und vergisst das Essen. Zum Schluss

wenn die jungen Füchse von der Jagd erzähl-

weiß der Fuchs nicht einmal mehr, dass er ein

ten. Er mochte ihre Tricks, vor allem den mit

Fuchs ist.

dem Strohhalm.“

Martin Baltscheit: Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor, Verlag Bloomsbury, 32 Seiten, 13,90 €

Labyrinth Hände © Andrea Wilhelm - Fotolia.com

Die kleine Maus Piepsilotta hat furchtbaren Hunger. Doch sie hat sich verlaufen und um zu ihrem Käse zu gelangen, muss sie einen Weg durch das Labyrinth finden.

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Kannst Du ihr helfen?

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Hallo, wi e geht‘s?“ " G rüSSe aus O s n a brü ck Wie einladend schon die Ankunft in Osnabrück sein kann, zeigt diese Postkarte, die am 25. Juli 1914 mit freundlichen Grüßen nach Rahden in OstwestfalenLippe geschickt wurde. Von dort kam sie in den Besitz der inzwischen emeritierten Osnabrücker Musikwissenschaftlerin Prof. Dr. Sabine Giesbrecht. Sie baute seit 1980 eine beeindruckende Sammlung von historischen Bildpostkarten auf, die der Osnabrücker Universitätsstiftung 2010 als Schenkung übergeben wurde. Die Postkarten können auch in einer sehenswerten Bilddatenbank bestaunt werden: Unter www.bildpostkarten.uni-osnabrück.de liegt ein Großteil der rund 14.000 Karten aus allen Bereichen des öffentlichen, kulturellen und politischen Lebens digitalisiert und erschlossen vor. Die Datenbank umfasst den Zeitraum von 1895-1945. | JS

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Osnabrücker Wissen | Nr.1 Ausgabe I/2012  

Aufgeweckt durch Stadt und Landkreis

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