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‫בית הכנסת האורתודוקסי בברלין‬

Bar Synagoge Mizwa – ‫מצווה‬ ‫ בר‬Joachimstaler Straße 13 Orthodoxe Berlin Bo 4. Schwat 5772 – 28. Januar 2012

‫שבת שלום‬ Liebe Freunde

Paraschat HaSchawua: Bo – ‫בא‬

‫אם אין גדיים אין תיישים‬

‫בס"ד‬

‫עיחארכעחעיח‬ ‫כ‬

„Mit unseren Jungen und mit unseren Alten wollen wir gehen“ (Schmot 10:9) S. 1-2

Aufruf

‫ברכות לנבחרים החדשים‬ ,‫ידידים יקרים‬ ‫אנו מברכים את כל הנבחרים לוועד הקהילה ומאחלים‬ ‫ יתן ה' לכם עצה טובה‬,‫להם מכל הלב ברכה והצלחה‬ .‫וחכמה להנהיג את קהילתנו על הדרך הטובה ביותר‬

Um der Seele des Verstorbenen und um der Hinterbliebenen willen S. 4

Allen Neugewählten herzlichst Masal Tov

Neu: Talmud-Tora-Programm A

‫ידישע טעם‬

‫בואו לטעום טעם יהודי אמיתי‬ In Zusammenarbeit mit Jeschiwat Beith Zion Lauder

S. 2

Zu den G’ttesnamen S. 6

Neue Synagoge Berlin. Foto: berlin-pics /pixelio.de

Diesen Erew Schabbat wieder: Unser traditioneller Kabbalat Schabbat S. 8

Lichtzündezeiten S. 9 S. 1

0

‫קהילתנו הגדולה בקהילות גרמניה ראויה שתהיה‬ ‫קהילה שמכבדת את עצמה ומתנהגת בצורה חכמה‬ ‫ תזכו לשרת את חברי קהילתנו בנאמנות‬.‫ומכובדת‬ ‫ושתצליחו באופן מיוחד במטרה שלשם זה קהילה‬ ← ‫יהודית קימת הוה אומר שמירת המסורת היהודית‬


r b

Paraschat HaSchawua: Bo – ‫בא‬ Mit unseren Jungen und mit unseren Alten wollen wir gehen

‫ח‬

‫"ויאמר משה‬ ‫בנערינו ובזקנינו נלך‬ ‫בבנינו ובבנותנו‬ ‫בצאננו ובבקרנו נלך‬ "‫כי חג ה' לנו‬ ‫שמות י ט‬ ‫אם אין גדיים אין תיישים‬

Ohne Böcklein keine Böcke (Talmud Jeruschalmi, Massechet Sanhedrin 51a) In unserem Wochenabschnitt wird erzählt, dass nachdem Pharao bereits mit sieben Plagen geschlagen worden war, Moses wiederum zu ihm kam und ihn vor der Heuschreckenplage warnte. In dieser Parascha, „Paraschat Bo“ gibt es drei Plagen, und das entsprechend dem Zahlenwert von ‫בא‬ (Bo: Komm): ‫( ב‬B) hat den Zahlenwert „2“ und ‫( א‬hier: O) hat den Zahlenwert „1“, ergibt zusammen „3“. Die Knechte des Pharao sagen bereits zu ihm, genug, schicke sie schon weg, siehst du nicht, dass das ganze Land zerstört ist: „erkennst du noch nicht, das Ägypten zu Grunde geht“ (Schmot 10:7). Und dann fragt Pharao Moses: „Geht, dient dem Ewigen euren G’tt, wer sind die, welche gehen sollen“? (10:8). Moses gibt Pharao zur Antwort: „Mit unseren Jungen und mit unseren Alten wollen wir gehen, mit unseren Söhnen und mit unseren Töchtern, mit unserem Kleinvieh und mit unseren Rindern wollen wir gehen; denn wir haben ein Fest des Ewigen“ (10:9). Doch Pharao will dies keineswegs zulassen, allein die Erwachsenen sollen gehen, die Kinder aber sollen bleiben. Die Tora lehrt uns hier die Bedeutung der Kinderziehung. Die Kinder sollen gemeinsam mit den Eltern in die Synagoge kommen. Die Synagoge ist nicht nur für die Alten, sondern „mit unseren Jungen und mit unseren Alten wollen wir gehen“, der wahre G’ttesdienst geschieht durch alle gemeinsam, junge Leute, Kinder, gemeinsam mit den Erwachsenen. So ist es wahrhaftiges Gebet. Nur wenn die Kinder mit den Erwachsenen mitgehen, lernen sie zu beten und dem Ewigen zu dienen.→ 1

‫והנחלת המסורת לדורות הבאים דהיינו חינוך‬ ‫יהודי וחיזוק הזהות היהודית חיזוק בתי הכנסת‬ ‫דאגה לזקנים ולחלשים ולכל מי שזקוק לעזרה‬ ‫ עשו‬.‫ושהכל יעשה תוך כבוד הדדי ושיתוף פעולה‬ ‫הכל למען שמירת הכבוד של קהילתנו הקדושה‬ ‫ "וכל העוסקים עם הציבור יהיו עוסקים‬.‫והחשובה‬ ‫ וכל העוסקים‬.)‫עמהם לשם שמים" (אבות ב ב‬ .‫בצרכי ציבור באמונה הקדוש ב"ה ישלם שכרם‬ ‫ יהי ה' עמכם‬,‫חזקו ואימצו‬ ‫בברכת התורה ושבת שלום‬ ‫הרב יצחק ונחמה ארנברג‬ ‫וגבאי בית הכנסת‬ Segenswünsche den Neugewählten Liebe Freunde, herzlichen Glückwunsch allen, die in die neue Repräsentantenversammlung der Gemeinde gewählt wurden. Wir wünschen von ganzem Herzen viel Segen und Erfolg, möge der Ewige Ihnen guten Rat und Weisheit geben, unsere Gemeinde auf dem bestmöglichen Weg zu führen. Unsere Gemeinde, die größte jüdische Gemeinde Deutschland, verdient, eine Gemeinde zu sein, die sich selbst achtet und sich klug und würdevoll verhält. Möge es Ihnen vergönnt sein, den Gemeindemitgliedern treu zu dienen und mögen Sie besonders darin Erfolg haben, wozu die Jüdische Gemeinde existiert, in der Bewahrung der jüdischen Tradition und der Weitergabe der Tradition an die folgenden Generationen, d.h. jüdische Erziehung, Stärkung der jüdischen Identität, Stärkung der Synagogen, Sorge für Alte, Schwache und alle Hilfbedürftigen. Und alles möge in gegenseitiger Wertschätzung und guter Zusammenarbeit geschehen. Tun Sie alles für die Wahrung der Ehre unserer heiligen und wichtigen Gemeinde. „Alle, die sich mit dem Dienst an der Gemeinde beschäftigen, sollen dies um des Himmels willen tun“ (Awot 2:2). Und allen, die sich mit den Bedürfnissen der Gemeinschaft in Treue beschäftigen, wird der Heilige, gepriesen sei sein Name, ihren Lohn bezahlen. Seien Sie stark und mutig, möge der Ewige mit Ihnen sein! Mit dem Segen der Tora, Schabbat Schalom, Rabbiner Yitshak und Nechama Ehrenberg und die Gabbaim der Synagoge →


Wenn die Kinder in ihren jungen Jahren nicht in die Synagoge kommen, werden sie das auch als Erwachsene nicht tun. Das ganze Wunder des Auszugs aus Ägypten geschah darum „dass du vor den Ohren deiner Kinder und deiner Kindeskinder erzählst“ (10:2). Über vier verschiedene Kinder sagt die Tora dies. In der Sedernacht lesen wir die Hagadda: „WeHigaddeta Lewincha“ (und du sollst es deinem Sohn erzählen). In dieser Nacht sitzt die ganze Familie, Großvater und Großmutter, Vater und Mutter, Kinder und Enkelkinder am Sedertisch. Das ist das Judentum, Erziehung der Kinder zum Judentum und zu jüdischer Identität. Doch nicht allein in der Sedernacht, sondern an jedem heiligen Schabbat sitzt die ganze Familie beisammen, macht Kidusch, singt gemeinsam und genießt die Schabbatspeisen. Nur so wachsen die Kinder zu Juden heran, die der Überlieferung Israels und dem Volk Israel treu sind.

Wir freuen uns sehr, Ihnen unseren neuen Studienabend vorzustellen:

„Jiddische Ta‘am“ – TalmudTora-Programm in Zusammenarbeit mit der Jeschiwat Beith Zion Lauder „Siehe, wie gut und wie angenehm ist es, wenn Brüder miteinander sitzen“ (Psalm 133:1)

Sprichwort der Woche – ‫פתגם השבוע‬

Von li nach re: Rabbiner J. Smith, Rosch Jeschiwa von Beith Zion Lauder, Rabbiner Y. Ehrenberg, Kantor A. Zaloshinsky, Rabbiner D. Hoch.

‫כששואלים אדם‬ ,‫מה שלומו‬ ,"‫ "רע‬:‫והוא עונה‬ :‫אומר לו הבורא‬ ?‫"זה רע בעיניך‬ "!‫אראה לך מה זה רע‬ ,"‫ "טוב‬:‫אבל אם עונה‬ :‫אומר לו הבורא‬ ?‫"זה טוב בעיניך‬ "!‫אראה לך מה זה טוב‬

Kommen Sie und probieren Sie echten „jüdischen Geschmack“!

‫טועמיה חיים זכו‬

„Den sie Kostenden ist Leben vergönnt“ Gemeinsames Toralernen und zudem Schabbatgeschmack: heißerTscholent Sie sind herzlich eingeladen! Auch für Väter: Bringen Sie Ihre Kinder zum Lernen mit!

‫רבי נחמן מברסלב‬ Wenn der Mensch gefragt wird, wie es ihm geht, und er antwortet: „schlecht“, sagt der Schöpfer zu ihm: „Das ist ‚schlecht‘ in deinen Augen? – Ich werde dir zeigen, was ‚schlecht‘ ist!“ Antwortet er aber: „gut“, sagt ihm der Schöpfer: „Das ist ‚gut‘ in deinen Augen? – Ich werde dir zeigen, was ‚gut‘ ist. Rabbi Nachman aus Breslau 2


‫עשה לך רב‬

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?‫ האם יוצאין ידי חובה בניחום אבלים בטלפון‬:‫שאלה‬ ‫ יש מצווה מאוד מאוד חשובה ללכת לבית האבלים‬:‫תשובה‬ ‫ והרמב"ם כותב שמצוות ניחום אבלים‬.‫בימי השבעה ולנחמם‬ ‫חשובה יותר מבקור חולים שניחום אבלים הוא עושה חסד גם‬ ‫ ויש ראייה‬.‫עם החיים וגם עם המת וביקור חולים רק עם החולה‬ ‫) שהמת בא בחלום לר' יהודה‬.‫מהגמרא (מסכת שבת קנ"ב‬ .‫והודה לו על שבא לנחם וזה גרם למת קורת רוח‬ ‫ולכן פוסק ר' משה פיינשטיין שמצד ניחום החיים אפשר לומר‬ ‫שמי שלא יכול לבוא בשום אופן לבקר את האבלים הוא יכול‬ ‫לעשות זאת ולנחמם ע"י הטלפון אבל מה שקשור לנחת רוח‬ ‫לנשמתו של המת זה בוודאי לא יוצאים ידי חובה רק אם באים‬ .‫לביתו לבית האבלים לנחם‬ Häufig an den Rabbiner gerichtete Fragen Frage: Erfüllt man seine Pflicht, wenn man Trauernden seine Trostbezeugung am Telephon ausspricht? Antwort: Es ist eine sehr sehr wichtige Mizwa, in den Tagen der Schiw’ah in das Trauerhaus zu gehen und die Trauernden zu trösten. Maimonides schreibt, dass die Mizwa der Tröstung der Trauernden bedeutender ist als der Krankenbesuch, weil man der der Tröstung der Trauernden sowohl Güte an den Lebenden als auch an dem Toten erweist, während der Krankenbesuch allein dem Kranken Güte erweist. Auch gibt es einen Beweis aus der Gemara (Massechet Schabbat 152b), wonach ein Verstorbener im Traum zu R. Jehuda kam und ihm dafür dankte, dass er gekommen war, ihn zu trösten. Das hatte dem Toten Befriedigung verschafft. Rabbi Mosche Feinstein entscheidet daher, dass hinsichtlich der Tröstung der Hinterbliebenen gesagt werden kann, dass wenn es jemandem nicht möglich ist, die Trauernden zu besuchen, er seine Trostbezeugung auch am Telephon sagen kann. Doch was den seelischen Gewinn des Verstorbenen betrifft, erfüllt man seine Pflicht nur dadurch, dass man in das Trauerhaus geht, um die Hinterbliebenen zu trösten. --------------------Sie haben eine Frage und wünschen eine Beantwortung innerhalb dieses Newsletters? Dann schreiben Sie an: frag_den_rabbiner@gmx.de

Ihre Fragen werden nach der Reihenfolge ihres Eingangs beantwortet. Bitte haben Sie daher etwas Geduld, wenn die Veröffentlichung Ihrer Frage sich verzögert. Eine Antwort per Mail kann nicht erfolgen. 3

Vielen Dank – ‫תודה רבה‬

Wir danken Herrn Dr. Reb Reuven Skoblo für den Kidusch am heiligen Schabbat. Herr Dr. Skoblo spendet das ganze Jahr über alle Kiduschim, außer wenn ein Anderer aus Anlass einer Feier den Kidusch spenden möchte. Wir danken ihm und wünschen ihm und seiner ganzen Familie Gesundheit, Freude und Naches. -------

‫ברוך דיין האמת‬ Baruch Dajan HaEmet Wir nehmen Anteil an der schweren Trauer der Familien Szajndla und David Katz und Hanja Rubin, sie mögen leben, um

Frau Gitla Bekerman, sel. A.,

die Witwe von Schmuel Bekerman, der einer der ständigen Beter unserer Synagoge war.

‫המקום ינחם אתכם בתוך‬ ‫שאר אבילי ציון וירושלים‬ Möge G’tt euch zusammen mit allen Trauernden Zions und Jerusalems trösten. Ihr sollt von keinem Leid und von keiner Not mehr wissen. Wir sind mit Euch in Eurer Trauer. Rabbiner Yitshak und die Rebezzen Nechama Ehrenberg, die Gabbaim und die Beter der Synagoge -------


Begriffe im Judentum – ‫מושגים ביהדות‬

‫חסד של אמת‬

Chessed Schel Emet – wahrhaftige Güte Der Dienst an einem Verstorbenen, seine Begleitung, die Vorbereitung seines Begräbnisses und sein Begräbnis werden „Chessed Schel Emet“ genannt, weil der Tote nichts Gutes mehr zurückerweisen kann – so ist das lkGute, dass man ihm erweist, wahrhaftig.

‫הלנת המת‬

Halanat HaMet – Liegenlassen des Toten über Nacht Der Verstorbene muss am Tag seines Ablebens begraben werden, es ist verboten, ihn über Nacht liegen zu lassen, d.h. es darf keine Nacht über ihn vergehen. So ist es Brauch in Jerusalem und anderen Städten Israels. Nach der Halacha ist es jedoch erlaubt, einen Verstorbenen zu dessen Ehre über Nacht liegen zu lassen, damit seine Familienangehörigen und seine Freunde zur Beerdigung kommen können. Doch in diesem Fall, ist es allenfalls möglich, einen Tag oder maximal zwei Tage zu warten.

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Sprechen Sie mit uns. Wir nehmen uns gern Zeit für Sie.

Aufruf – um der Seele des Verstorbenen und um der Hinterbliebenen willen Die Situation in unserer Gemeinde ist im Hinblick auf halachisch korrekte Beerdigungen sehr bedenklich. Es war bislang kein Gefühl und keine Bereitschaft vorhanden, für ein Begräbnis des Verstorbenen nach der Halacha zu sorgen. Man achtet nicht auf das Verbot, den Verstorbenen über Nacht liegen zu lassen. Man lässt drei, vier Tage bis zur Beerdigung vergehen. Das ist leider bisher die Norm in der Gemeinde. Manchmal zieht es sich sogar eine Woche lang hin.

‫חברה קדישא‬

Chewra Kadischa – heilige Beerdigungsbruderschaft Das ist eine Gruppe von Menschen, die es in jeder jüdischen Gemeinde gibt. Sie haben es auf sich genommen, sich mit dieser wichtigen Mizwa zu beschäftigen, d.h. sie kümmern sich um alles, was die Bedürfnisse des Verstorbenen und dessen würdevolles Begräbnis betrifft. ≈≈≈≈≈≈≈≈

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Ich wende mich hiermit an die neu gewählte Repräsentantenversammlung mit der Bitte, für die notwendigen Erneuerungen zu sorgen und alles dafür zu tun, eine ordnungsgemäße Chewra Kadischa aufzustellen, die es vermag, alles, was die Beerdigung betrifft, auf würdige Weise und unter Berücksichtigung der Familien, der Halacha und der jüdischen Tradition zu tun. Mit Beginn der Arbeit der neuen Repräsentantenversammlung, werde ich mich sehr für die notwendigen Änderungen engagieren und hoffe dabei auf eine gute Zusammenarbeit und auf die Bereitschaft, dieses schmerzliche Problem so schnell wie möglich zu beheben.


Bedeutende Rabbiner 1797 entwickelt sich eine heftige Auseinandersetzung zwischen R. Abraham und R. Schneur Salman von Ljad (Alter Rebbe), dem Führer der Chassiden in Weißrussland. R. Abraham warf R. Schneur Salman vor, dass er in dessen Buch „Tanja“, von der Lehre des Maggid von Mesritsch abgegangen sei. Er schrieb ihm: „Ich kann nicht zufrieden sein, wenn die heiligen Worte von BESCHT und Maggid in den Kleidern der Kabbala von Arisal gebracht werden“. Er war der Auffassung, dass es falsch sei, mit solchen, die nicht auf die Kabbala vorbereitet sind, in der Sprache der Kabbala zu sprechen. R. Abraham versuchte, auch andere Führer des Chassidismus zu einer Opposition zu bewegen. R. Levi Jizchack aus Berditschew verteidigte jedoch den Autor von „Tanja“.

Rabbi Abraham Kalisker Rabbi Abraham bar Alexander Kaz aus Kalisk (gestorben 5570/1810) war der Leiter der chassidischen Gemeinde in der Stadt Tiberias. Als Junge war er ein enger Schuler des Vilnaer Gaon. Später brachte ihn R. Menachem Mendel aus Wizebsk zum Chassidismus. Er lernte in Mesritsch bei R. Dow Bär (Maggid von Mesritsch) und gründete später die chassidische Gemeinde in der weißrussischen Stadt Kalisk. 1770 übte ein Chassid von R. Abraham heftige Kritik an den Gegnern des Chassidismus in der Synagoge der Stadt Schklow, unter denen auch der Gaon von Vilna war. Seine beleidigenden Worte wurden in ganz Litauen bekannt. Der Maggid von Mesritsch lud seinen Schuler ein, um diesen Vorfall zu besprechen. Manche meinten, dass man für die Beleidigung des Gaons die Gemeinde von Kalisk von der chassidischen Bewegung abtrennen müsse. Andere aber traten für R. Abraham ein, unter ihnen R. Süscha aus Annapol, R. Levi Jizchack aus Berditschew und R. Menachem Mendel aus Wizebsk. Sie versprachen, sich dafür einzusetzen, dass so etwas nicht mehr passiert. Trotzdem verursachte gerade dieser Vorfall nach der Auffassung vieler Zeitgenossen eine Reihe von Verfolgungen gegen die Chassiden, und auch den „Großen Cherem“ (Bann) 1772 in Vilna.

Titelseite des Buches „Tanja“, das den Gegenstand der Auseinandersetzung bildete

Die endgültige Trennung zwischen R. Abraham und R. Schneur Salman führte dazu, dass die Finanzierung der Gemeinde in Tiberias für einige Jahre unterbrochen wurde. R. Salman hatte über zwanzig Jahre Geld gesammelt und zu den Chassiden nach Tiberias geschickt. Die Gemeinde von R. Abraham spaltete sich und ein Teil der Chassiden, die dem Autor von „Tanja“ folgten, zogen zuerst nach Safed und später nach Chevron um.

1777 zog R. Abraham mit der von R. Menachem Mendel aus Wizebsk geleiteten grossen Gruppe der Chassiden nach Erez Israel und blieb in Tiberias. Nach dem Tod des R. Menachem Mendel 1788 übernahm er die Leitung der Gemeinde. Alle Bewohner von Tiberias sahen in R. Abraham einen großen Zaddik (Gerechten). Es wird erzählt, dass einmal während einer langen Dürre eine Gruppe von Abgesandten der Stadt mit der Bitte zu ihm kam, im Namen aller Juden der Stadt um Regen zu beten. Er sagte ihnen, dass sie Regenkleider mitnehmen müssen, und ging mit ihnen gemeinsam zum Grab von Rabbi Akiva. Er betete liegend, sein Gesicht war auf dem Grab. Die Leute standen um ihn herum und weinten. Nach einiger Zeit stand er auf und sagte: „G‘tt hat unser Gebet gehört“.

1799 befreundete sich R. Abraham mit dem ausgezeichneten chassidischen Lehrer R. Nachman aus Breslau, der ein paar Monate in Tiberias verbrachte. Später sagte R. Nachman, dass von allen gerechten Leuten, die er in seinem Leben getroffen hatte, nur der Zaddik aus Kalisk Vollkommenheit besaß. R.Abraham starb am. 4 Schwat 5570/1810.

Als sie auf halbem Wege zurück waren, wurde der Himmel plötzlich von Wolken bedeckt und es kam ein starker Regen mit Blitzen und Donnern.

Von Reuven Berenstein Verwendete Literatur: R. Alexander „Chachmej Israel“ (Die Weisen Israels)

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Kaz,


‫פינת הקבלה‬

‫ללומדי עברית תנכית‬

Zu den G‘ttesnamen

Jeremia 46:27-28 mit Umschrift und Interlinearübersetzung

In dem Wochenabschnitt „Wa’era“ erscheinen drei Namen, des Heiligen, gepriesen, sei sein Name. Es heißt: „Und ich bin Awraham, Jizchak und Jaakow als ‫י‬-‫ד‬-‫( אל ש‬ElSchaddaj) erschienen, aber mit meinem Namen ‫ה‬-‫ו‬-‫ה‬-‫י‬ (J-H-W-H) habe ich mich ihnen nicht kund getan (Schmot 6:3). In dem vorausgehenden Vers (6:2) steht geschrieben: „Und G’tt redete zu Moses und sprach zu ihm: Ich bin

‫תירא‬

Tijra fürchte dich

‫ואל‬

‫אל‬

Al nicht

‫יעקב‬

‫ואתה‬

WeAtah Du aber

‫עבדי‬

‫ה‬-‫ו‬-‫ה‬-‫י‬. ‫( אלוקים‬Elokim) ist die Eigenschaft: ‫( דין‬Recht, Gericht,

WeAl und nicht

Ja‘akow Jaakow

Awdi mein Knecht

‫כי‬

‫ישראל‬

‫תחת‬

Die Bedeutung von ‫י‬-‫ד‬-‫( ש‬Sch-addaj) werden wir bei einer anderen Gelegenheit erklären.

Ki denn

Jisrael Israel

Techat erschrick

‫מרחוק‬

‫מושעך‬

‫הנני‬

MeRachok aus der Ferne

Moschi‘acha ich rette dich

Hinneni siehe ich

Gesetz)

‫ה‬-‫ו‬-‫ה‬-‫( י‬J-H-W-H) ist die Eigenschaft der Barmherzigkeit. Der Ewige sagt zu Moses, dass er sich den Vätern mit anderen Namen offenbart hat, doch jetzt kommt er, um sein Versprechen zu verwirklichen und als wahrhaftig zu erweisen. Das ist die Bedeutung von ‫ה‬-‫ו‬-‫ה‬-‫( י‬J-H-W-H, (auch: ‫ הויה‬in der Überlieferung)).

‫מארץ‬

MeErez aus dem Land

‫יעקוב‬

Ja‘akow Jaakow

‫ואין‬

Textfragment aus der Kairoer Geniza

Maimonides schreibt in „Mischne Tora“, Hilchot Jessodej HaTora Kap. 6: „Jeder, der einen Namen der heiligen, reinen Namen, mit denen der Heilige, gepriesen sei sein Name, genannt wird, löscht, verdient gemäß der Tora Schläge (d.h. er übertritt ein Verbot), wie geschrieben steht: ‚So sollt ihr dem Ewigen, eurem G’tt nicht tun‘ (Dwarim 12:3-4). Und das betrifft die folgenden sieben Namen: 1. Jud, He, Waw, He (‫ה‬-‫ו‬-‫ה‬-‫י‬, J-H-W-H), das ist der ‫שם‬ ‫( המפורש‬Schem HaMeforasch: der unaussprechliche Name G’ttes), auch ‫י‬-‫נ‬-‫ד‬-‫( א‬A-do-na-j); 2. ‫( אל‬El); 3. ‫אלוה‬ (Eloka) 4. ‫( אלוקים‬Elokim) 5. ‫( אהיה‬E-hejeh); 6. ‫י‬-‫ד‬-‫ש‬ (Scha-ddaj) und 7. ‫( צבאות‬Z-wa‘ot)“. Jeder, der auch nur einen Buchstaben dieser sieben Namen löscht, macht sich der Strafe durch Schläge schuldig. Daher ist es von so großer Bedeutung, Texte, in denen diese Namen vorkommen, an einem dafür vorgesehenen Ort („Geniza“ genannt) zu bergen. → 6

WeEjn und nicht [wird sein]

‫אל‬

Al nicht

‫יעקב‬

‫זערך‬

Sar‘acha deinen Samen

‫ושב‬

WeSchaw und es wird zurückkehren

‫ושאנן‬

WeScha‘anan und sicher

‫אתה‬

‫ואת‬

WeEt und(+Akk)

‫שבים‬

Schiwjam ihrer Gefangenschaft

‫ושקט‬

WeSchaket und [wird sein] ruhig

‫מחריד‬

Atah Du

Macharid ein Aufschreckender

‫עבדי‬

‫תירא‬

Ja’akow Jaakow

Awdi mein Knecht

Tijra fürchte dich

‫כי‬

'‫ה‬

‫נאם‬

Ki denn

HaSchem des Ewigen

Ne’um Ausspruch

‫אני‬

‫אתך‬

Ani [bin] ich

Itcha mit dir


Raschi erklärt zu: „aber mit meinem Namen ‫ה‬-‫ו‬-‫ה‬-‫( י‬J-HW-H) habe ich mich ihnen nicht kund getan“ (Schmot 6:3), dass die Bedeutung des „Schem HaMeforasch“ ist, dass ER treu ist, sein Wort als wahrhaftig zu erweisen. Den heiligen Vätern hatte sich der Ewige noch nicht mit diesem Namen offenbart, weil er ihnen versprochen hatte, dass deren Nachkommen das Land Israel erben würden. Es war ihnen aber nicht vergönnt, die Erfüllung dieses Versprechens zu sehen. Den Kindern Israels jedoch verwirktlichte der Ewige seine Zusagen. Daher gebraucht er den „Schem HaMeforasch“ – ihnen offenbart er sich mit diesem Namen.

Schmirat HaLaschon – ‫שמירת הלשון‬ Das Hüten der Zunge Als sechzehntes Verbot zu Laschon HaRa bringt Chafez Chajim einen Vers aus Bamidbar 35:33: ‫"לא תחניפו את‬ "‫( הארץ‬Und ihr sollt das Land nicht g’ttlos machen). Nach vielen Ge’onim leitet sich aus diesem Vers das Verbot ab, einem Menschen, der sündigt, zu schmeicheln.

Die Talmud Tora Schule der Jüdischen Gemeinde zu Berlin steht unter der Leitung von Rabbiner Yitshak Ehrenberg.

Weiß jemand, dass sein Nächster einen bestimmten Feind hat, ist es eine Mizwa, ihn auf angemessene Weise zurechtzuweisen. Redet er stattdessen über den Feind seines Nächsten Laschon HaRa, um sich bei seinem Nächsten einzuschmeicheln, übertritt er das genannte Verbot. Das gilt auch für denjenigen, der sich Laschon HaRa anhört, um demjenigen, der schlecht redet, zu gefallen. Leider, so beklagt Chafez Chajim, ist das sehr verbreitet. Auch das Kopfnicken als Reaktion auf die üble Nachrede oder das Hinzufügen von ein oder zwei Worten, um demjenigen, der übel spricht, zu schmeicheln, zählt als Heuchelei selbst und ist ein ernstes Vergehen. So sei es besser, dass sich der Mensch sein ganzes Leben lang einen „Dummkopf“ nennen lässt, aber sich vor solchen Dingen hütet.

Sie bietet ein breites Veranstaltungsspektrum. Für Kinder verschiedener Altersgruppen (3-13): Judentum, Sprachunterricht in verschiedenen Sprachen, Ästhetische Erziehung, Musikerziehung, Theater, Sport, Schach, Kinderchorgruppe „Sevivonim“ Für Erwachsene: Jüdische Tradition und Philosophie, Sprachunterricht, verschiedene Klubs, Jüdischer Volkstanz für Frauen

Schiurim - ‫שיעורים‬ Rabbiner Yitshak Ehrenberg Talmud - Massechet Taanit Jeden Schabbat 08:45 – 09:30 Uhr in der Eingangshalle der Synagoge. Paraschat haSchawua. Täglich nach Schacharit in der Eingangshalle der Synagoge. Halacha – aus dem Buch „Chaje Adam“. Täglich zwischen Mincha- und Arwitgebet in der Synagoge. 7

Weitere Informationen: Frau Bella Bairamov Tel.: 88 625 400; 448 21 53; 0170-94 79 718; 0172305 80 72; Joachimstaler Straße 13, 10 719 Berlin


Schiurim - ‫שיעורים‬

Kabbalat Schabbat

Rebezzen Nechama Ehrenberg Ivrit – Hebräisch & Judentum. Jeden Montag 18:30 Uhr im Kiduschraum der Synagoge. Reuven Berenstein „Der Pfad der Aufrechten“ (Messilat Jescharim) von Rabbi Mosche Chajim Luzatto. Jeden Dienstagabend 18:00 bis 19:00 und am Schabbat nach dem Kidusch, in der Zeit vor dem Minchagebet im Rabbinerzimmer der Synagoge. Gabbaj Ichiel Golzmann/Kantor Arie Zaloshinsky Schirej Tefila und jüdische Lieder – Musikunterricht für Jungen Jeden Sonntag ab 10.30 im Rabbinerzimmer der Synagoge Anmeldung: golzmann@paula-fuerst-musikschule.de Tel.: 0173/214 35 96, ab 20.00 Uhr: 030/744 91 88 030/744 91 88Tel.: 0173/214 35 96, ab 20.00 Uhr: 030/744 91 88

An diesem Schabbatabend findet unser tradtioneller Empfang des Schabbat statt. Mit Schabbatliedern, guter Atmosphäre und gutem Essen. Wer teilnehmen möchte, bitte bei Café Bleibergs (030) 21 91 36 24 anmelden.

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Mit dem renommierten Sternekoch Franz Raneburger bieten wir koschere Spezialitäten in bester Qualität und für jeden Anlass wie Bar oder Bat Mizwah, Hochzeit u.a. Top Kosher & Gourmet GmbH Geschäftsführer Michael Zehden, Tauentzienstraße 7a, 10789 Berlin Tel. +49 30. 27 01 28 80 Fax: +40 30. 27 01 28 77

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Gebetszeiten und Lichterzünden

W

27.01.12

Freitag

Erew Schabbat Bo

‫בא‬

Mincha Schabbatlichter

16.35 16.26

28.01.12

Schabbat

Schacharit Mincha Schabbausgang

09.30 16.15 17.40

29.01.12 30.01.1203.02.12

So Mo-Frei

Schacharit Schacharit

08.00 07.30

29.01.1202.02.12

So-Do

Mincha

16.40

Newsletterinfos Anmeldung für den Newsletter: ehren_berg@yahoo.de

Tel.: 211 22 73 (Sekretariat des Rabbinats) Schiurim von Rabbiner Yitshak Ehrenberg: www.youtube.com/EhrenbergSynagoge

Neu:

Emailadresse für Fragen an den Rabbiner

frag_den_rabbiner@gmx.de

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