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TEXT: Martin Fünkele FOTOS: BBU ’01, Matthias Stickel, Alexander Fischer

ORANGECAMPUS

Eine Chance für alle

Was bringt der OrangeCampus? Eine Geschichte, die da anfängt, wo die Kostendiskussion aufhört. Während sich die öffentliche Debatte auf die Risiken versteift, wird oft vergessen, wer alles von einem Sportzentrum im Herzen der Doppelstadt profitiert.

M

an muss sich das mal vorstellen: Da liegt ein Gelände, das so groß ist wie zweieinhalb Fußballfelder im Herzen der Doppelstadt seit knapp 20 Jahren brach. Einmal sollte ein Kulturbiergarten dort entstehen, wo Neu-Ulm nur 70 Meter von Ulm entfernt ist, das andere Mal war ein Stellplatz für Wohnmobile im Gespräch. Passiert ist nie etwas. Seit der Schließung des alten Donaubades Ende der 1990er Jahre dient das 16.180 Quadratmeter große Areal als Biotop für Unkraut und Stechmücken.

Platz für Fahrräder statt für Wohnmobile Wie wäre es mit dieser Vorstellung? Dort, wo seit so langer Zeit nichts passiert ist, geht auf einmal die Post ab. Menschen beider Städte treffen sich, weil sie etwas erleben wollen. Zum Beispiel in einer der drei Sporthallen – die größte bietet Platz für 500 Zuschauer. Die meiste Zeit wird hier allerdings gespielt und trainiert – 95 Prozent der Hallenzeiten sind für Nachwuchs- und Breitensportler reserviert. Oder im Fitnessstudio, das den Blick zur Donau freilässt. Oder eben im Parkgelände, wo Spielplatzbesucher neben Volleyball-Spielern und Basketballern ihren Platz finden. Einen Biergarten gibt es übrigens auch, anstatt für Wohnmobile ist der Stellplatz jedoch für rund 160 Fahrräder reserviert.

Eine Utopie? Nein. Ein realistisches Bauvorhaben, das seit Herbst 2014 konkret geplant wird und im Ergebnis 2.032,72 Euro pro Quadratmeter kostet. Wer selbst einmal gebaut hat weiß, dass das nicht teuer ist. Gebaut wird im Übrigen gemäß „kfW Standard 55“, was für ein nachhaltiges Energie-Konzept spricht und konkret heißt: Es werden 45 Prozent weniger Primärenergie verbraucht als bei einem vergleichbaren, nicht nachhaltig betriebenen Neubau. Den Steuerzahler – also die Bürger der Städte Ulms und Neu-Ulms – kostet dieses Bauvorhaben 4,5 Millionen Euro. „Ein Schnäppchen“, nennt Rainer Juchheim die 1,5 Millionen Euro Zuschuss, die der Neu-Ulmer Stadtrat am 26. Juli einstimmig gewährt hat. 1,5 Millionen Euro sind „kein Schnäppchen“ und das Zitat macht auch nur dann Sinn, wenn es komplett wiedergegeben wird. „1,5 Millionen Euro sind für die Stadt Neu-Ulm ein Schnäppchen, wenn man betrachtet, was damit erreicht wird“, so die vollständige Aussage des Grünen-Politikers.

Risiken vs. Chancen & Finanzen vs. Fantasie Formal geht es um einen Gebäudekomplex. OrangeCampus, so der Name des Sportzentrums, das BBU ’01 auf dem alten Donaubadgelände errichten möchte. Ein Teil davon wird „ideeller Teil“ genannt. Gemeint ist der Teil, in dem Sport getrieben wird – der

OrangeZone.Magazin #1 2017/18  
OrangeZone.Magazin #1 2017/18  

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