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JAVONTE GREEN DER UBERFLIEGER DWAYNE EVANS DER FORMWANDLER ESPORTS DAS PHANOMEN


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ORANGEZONE 02

TITELBILD Harry Langer GESTALTUNG Agentur Halma FOTO Alexander Fischer

IMPRESSUM SPANNENDE HERAUSFORDERUNGEN

HERAUSGEBER OrangeZone GmbH Lessingstraße 10c 89231 Neu-Ulm info@orangezone.eu REDAKTION Martin Fünkele Tel. 07 31 . 1 59 29 99 - 40 fuenkele@bbu01.com Florian Eisebitt eisebitt@bbu01.com

Im November 2015 hatten viele das Bundesligateam von ratiopharm ulm schon abgeschrieben – manche wähnten es gar in der zweiten Liga. Lediglich zwei Siege aus neun Partien lautete die bittere Bilanz damals. Im Juni 2016 erreichten wir dann das Finale um die Deutsche Meisterschaft. Im September 2017 sah es für den OrangeCampus, und damit für die Zukunft unseres Clubs, nicht wirklich gut aus. Damals hatte das Projekt gerade eine Ehrenrunde im Ulmer Gemeinderat gedreht und eine Mehrheit schien nicht in Sicht. Vor Kurzem erfolgte nun der Spatenstich und die Zukunft nimmt Gestalt an.

Allein diese Ausgabe bietet Gründe genug, daran zu glauben. Wenn der Landesvorsitzende der SPD (ab Seite 28), Andreas Stoch, als Vereinsbeiratsmitglied des BBU ’01 e.V., dafür wirbt, Mitglied in unserem großartigen Verein zu werden, motiviert das ungemein. Noch viel mehr motiviert mich, wenn ich mir die unglaubliche Entwicklung unserer Jungs und Mädchen im Jugendbereich anschaue. Und wer sich mit dem Bundesligateam von ratiopharm ulm einmal auf EuroCup-Tour, z.B. nach Andorra (Seite 24), begibt, erkennt schnell, wie viel diese Mannschaft investiert.

Dennoch stehen wir erneut vor großen Herausforderungen: Denn der Spatenstich für den OrangeCampus markiert lediglich dessen Baubeginn – und auch unser Team steht mit drei Siegen aus acht Partien nicht dort, wo wir alle es uns wünschen. Trotzdem bin ich mir sicher, dass wir es schaffen; dass wir sowohl die nötigen weiteren Spenden für den OrangeCampus einsammeln, als auch die Bundesligasaison 2018/19 sportlich erfolgreich gestalten werden.

Kontinuität und Durchhaltevermögen zahlen sich aus – davon bin ich überzeugt – und das habe ich seit der Gründung unseres Clubs im August 2001 selbst immer wieder miterleben dürfen. Das macht Mut. Ich bin mir sicher: Gemeinsam schaffen wir das!

04 NICE SHOT Ismet Akpinar – oder die Nacht, als sein Insta-Account explodierte.

12 TITEL Javonte Green hat ganz unten angefangen. Dank seiner spektakulären Spielweise gibt es mittlerweile kaum mehr Highlights ohne ihn.

28 BBU ’01 SPD-Landeschef Andreas Stoch & CSU-Frau Katrin Albsteiger brennen für den OrangeCampus.

18 STORY Dwayne Evans zu beschreiben, ist so schwierig, wie die Farben eines Regenbogens zu definieren. Wir haben es trotzdem versucht.

34 INTERVIEW Max erklärt, warum eSports mehr ist als am Computer Daddeln.

06 FASTBREAK Sieben Deutsche in der NBA, Ryan Thompson ganz privat, Katins Traumfrau, BBU ’01 Specials im Spotlight. 10 ORANGE NUMBERS Statistiken, wie ihr sie noch nie gesehen habt.

Ihr Andreas Oettel

24 REPORTAGE Einmal Andorra und zurück. Eine Reise ins Herz der Ulmer Mannschaft.

MITARBEITER DIESER AUSGABE: Nils Bernemann André Voigt Hans-Ulli Thierer Manuel Baraniak ART DIRECTION & LAYOUT HALMA GmbH & Co. KG Agentur für Werbung Pfarrer-Weiß-Weg 16 89077 Ulm Tel. 07 31 . 1 40 36 - 0 www.agentur-halma.de info@agentur-halma.de DRUCK CEWE-PRINT GmbH Meerweg 30-32 26133 Oldenburg www.cewe-print.de service@cewe-print.de

38 HISTORY Wie Scharfschütze Lee Humphrey ein Spiel gewann, ohne zu treffen.


NICE SHOT

ISMET AKPINAR STATS VS. GALATASARAY ISTANBUL 34:30 MIN 26 PTS 70% 2P 57% 3P 3 REB 4 ASS 22 PIR

IZIS EXPLOSION FOTO Harry Langer

Erst explodiert Ismet Akpinar auf dem Parkett und am nächsten Tag sein InstagramAccount. Den 10. Oktober 2018 wird „Izi“ so schnell nicht vergessen. Ein Spiel in der doppelten Verlängerung – also nach 50 statt nach 40 Minuten – zu gewinnen, ist schon was Besonderes. Wenn das Ganze dann noch gegen Galatasaray Istanbul


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passiert – den wohl bekanntesten türkischen Sportclub – und du selbst die deutsche und türkische Staatsbürgerschaft hast, ist das kaum noch zu toppen. Doch. Es geht noch besser. Nämlich, wenn du in dieser Nacht 26 Punkte auflegst und einen neuen persönlichen Rekord im EuroCup aufstellst.

„Das war schon verrückt“, sagt Izi, der an diesem 10. Oktober so viele Interviewanfragen bedient hat, wie sonst in einem Monat. Doch der Wahnsinn sollte noch weitergehen. Am Tag nach dem 103:92-Erfolg über Galatasaray Istanbul „explodierte mein Instagram-Account“, so der deutsche Nationalspieler. Besu-

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chen an normalen Tagen ca. 500 Menschen den Account von @ismetakpinar auf Instagram, waren es am 11. Oktober 6.000. „Ich habe so viele Nachrichten bekommen wie noch nie“, so Akpinar. Viele waren nett, manche beleidigend „und die lustigsten leider nicht jugendfrei“, sagt Akpinar.


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FASTBREAK

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FOTO Ulli Schlieper, Ree Thompson

SIGNATURE MOVE

2017/18#4 2015/16#2

DESIGNED BY HALMA

Max Ugrai Bereit für mehr Thorsten Leibenath: „Wir müssen schneller spielen!“ Mario Görlach Der fitnessexperte

Wir haben euch vorgewarnt: Hier kommt die erste Ausgabe des neuen OrangeZone.mag – komplett überarbeitet und in frischem Design! Ab sofort haltet ihr nicht nur ein Stück Ulmer Basketball-Kultur in den Händen, sondern mit jeder weiteren Ausgabe auch einen neuen individuellen Look – made by HALMA. 40 Seiten Leidenschaft, Ehrgeiz und echte Begeisterung. 40 Seiten wie aus einem Guss – 40 Seiten doch immer wieder anders. Mit viel Liebe zum Detail haben wir mit unserer Agentur Halma nun aber erstmal dieser Ausgabe ihre eigene Handschrift verpasst. Und auch die Zitate der Spieler zeigen deren persönliche Handschrift. Über Feedback zum neuen OrangeZone.mag und Design schreibt uns an: orangezone@bbu01.com. Wir freuen uns drauf! Bleibt gespannt – im März 2019 ist bereits die 57. Ausgabe geplant.

DER PISTOLERO

VORHER

NACHHER

BEHIND THE SCENES

LIEBE ODER SPIEL? Wer kennt Ryan Thompson besser? Seine Frau Ree oder Assistant Coach Tyron McCoy? Liebe oder Spiel – was ist wichtiger? Das Prinzip ist einfach: Jede richtige Antwort zählt 3 Punkte.

RYAN

REE

TYRON

ERSTER JOB

NBA D-League

Utah Flash

Sein Engagement in Italien

PERSÖNLICHER HELD

Älterer Bruder

Vater

Bruder

Zwei Meisterschaften in Folge (Bamberg, Oostende)

Meisterschaft mit Oostende

Hall of Fame (College)

HEIMLICHE SCHWÄCHE

Spinnen

Die Bettwäsche in Hotels

Süßigkeiten

TEUERSTES HOBBY

Schuhe

Sneakers

Schuhe

ROCK ODER HIPHOP

Hip Hop

Hip Hop

Hip Hop

Crossover + Drive

Drive zum Korb

Sein Drive

Eagles & 76ers

Eagles & 76ers

Eagles

Steak

Steak und der Meeresfrüchtesalat seiner Mutter

Mac & Cheese

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GRÖSSTER ERFOLG So vielseitig Ryan auf dem Parkett ist, so spannend ist der Typ abseits des Feldes. Doch selbst die größten Typen sind nicht gefeit vor kleinen Tieren: Ryan hat Angst vor Spinnen – das wusste nicht einmal seine Ree, die ihren Ehemann ansonsten ganz gut durschaut hat und Coach Ty keine Chance lässt.

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FASTBREAK

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FOTOS Florian Eisebitt, André Voigt, Alexander Fischer, Matthias Schneider, Araya Lin Reinhardt

GOT NEXXT

DIE GLORREICHEN SIEBEN Sieben. So viele Deutsche gehen in der Saison 2018/19 in der NBA auf Korbjagd. Dennis Schröder, Maximilian Kleber, Daniel Theis, die Rookies Isaiah Hartenstein, Moritz Wagner und Isaac Bonga sowie der ewige Dirk Nowitzki sind die Erben von Detlef Schrempf, Uwe Blab oder Chris Welp. Erstmals in der Geschichte sind es nicht mehr nur einzelne Ausnahmekönner, die den Sprung nach Übersee schaffen, es ist eine echte Talent-Pipeline entstanden. Den tiefgreifenden Reformen von DBB und BBL der vergangenen Jahre sei Dank! Von den oben Genannten konnten in den ersten Wochen der neuen Saison aber nicht alle auflaufen. Nowitzki (Knöchel) und Wagner (Knie) plagten Verletzungen. Wann der beste deutsche Basketballer aller Zeiten in seine wohl letzte Saison einsteigen wird, steht noch nicht fest.

Wagner hingegen hat sich seit Mitte November auf sein Debüt bei den L.A. Lakers vorbereitet. Der Berliner erarbeitete sich zusammen mit Bonga beim Farmteam der Glamour Franchise die nötige Fitness. Wieder ganz genesen, dürfte er auch im Oberhaus seine Minuten bekommen. Bonga überzeugt derweil und bleibt in der G-League – Lakers-Boss Magic Johnson plant in Zukunft jedoch fest mit dem 19-Jährigen. Hartenstein hat sich bereits in der Ausbildungsliga bewiesen, er bekommt regelmäßig bei den Houston Rockets seine Minuten, in denen er eine Menge Energie bringt. Theis und Kleber derweil sind bereits etabliert. Theis bringt den ultratiefen Boston Celtics Athletik und Defense. Kleber empfiehlt sich in Dallas von Spiel zu Spiel für mehr Minuten – vor allem, da er endlich auch seinen Dreier trifft und zum Teil überragend verteidigt. Bleibt Schröder, der in Oklahoma City einen durchwachsenen Saisonstart hinlegte, seither aber immer besser in Fahrt kommt und auch seinen Dreier wieder besser trifft. Der Braunschweiger wird auch

BBU ’01

SPECIAL 4 SPECIALS Die BBU ’01 Specials gibt es nun schon seit mehr als einem Jahr. Seitdem trainiert das Team für Jungendliche mit geistiger Behinderung einmal pro Woche im BBU ’01 Trainingszentrum in Neu-Ulm. Soweit, so normal. Der Dezember war dann aber auch für dieses

2018/19 die mit Abstand besten Zahlen dieses Septetts auflegen, doch die Konkurrenz um den inoffiziellen Titel des besten Deutschen in der NBA wird größer. Gut so!

Der gebürtige Wolfsburger – und bekennende VFL-Fan – André Voigt ist Chefredakteur der FIVE, Autor & Herausgeber von „Planet Basketball“ und informiert Basketballdeutschland regelmäßig in seinem Audio-Podcast „Got Nexxt“ und auf seiner Homepage 3meter5.de über alles Wissenswerte aus der NBA, Euroleague und BBL. Seine Kolumne erscheint exklusiv für das OrangeZone.Magazin.

außergewöhnliche Team besonders „special“. Erst besuchte sie Dwayne Evans beim Training, dann hatten die Kids im Alter zwischen 14 und 18 Jahren in der ratiopharm arena ihren großen Auftritt. In der Halbzeitpause der EuroCup-Partie zwischen ratiopharm ulm und Andorra zeigten die Kinder einem großen Publikum, was sie in den vergangen 15 Monaten alles gelernt haben. Pässe, Korbleger, Dribblings und grenzenlose Begeisterung. Anschließend wurde wieder trainiert. Immer donnerstags für 90 Minuten, denn die „Specials“ sind längst ein vollwertiges Mitglied von BBU ’01.


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FASTBREAK

BEHIND THE SCENES

CALIFORNIA GIRL Araya Lin Reinhardt ist ein Model. 176cm (height), 86cm (bust), 63cm (waist) sind ihre Maße – so veröffentlicht es ihre Londoner Modelagentur MiLK. Über 15.500 Abonnenten betrachten regelmäßig ihre Bilder auf Instagram (@arayknicks). Auf einigen dieser Fotos ist auch Katin Reinhardt dabei, der seit 2017 mit Araya verheiratet ist. Auf anderen Bildern

ORANGEZONE 02

lächelt Araya nur im Bikini bekleidet in die Kamera. Für Katin ist das kein Problem. Auch nicht, dass sein Cali Girl 2012 mit Pöbel-Rapper Chris Brown bei den Dreharbeiten zum Video der Hitsingle „Don’t wake me up“ vor der Kamera posierte. „Araya ist eine wunderschöne Frau. Ich liebe sie und freue mich über ihren Erfolg“, sagt Katin, der seit der High School mit seiner jetzigen Frau zusammen ist. Seitdem steht Araya auch als Model vor der Kamera. Katin hat sich längst daran gewöhnt: „Ich bin ein verdammt glücklicher Ehemann“, sagt er lächelnd.

DIGITAL

STATISTIKEN FÜR FORTGESCHRITTENE Kennt ihr den Unterschied zwischen EF* und PIR** – also zwischen „Efficency“ und „Performance Index Rating“? Nie gehört? Bei beiden Begriffen handelt es sich um eine Formel, die versucht, die Effektivität eines Spielers zu berechnen. In der BBL und der NBA wird die „EF“ eingesetzt, im EuroCup und der EuroLeague der „PIR“. Ein Beispiel: Im EuroCup hat Javonte Green nach sechs Spieltagen ein PIR von 20,8 – in der easyCredit BBL eine EF von 19,0. Wichtig ist der Unterschied nicht nur für Basketball-Nerds, sondern auch für Programmierer. Wie zum Beispiel für die Jungs von Cortex Media, die unsere Homepage zum Laufen gebracht haben. Damit die Statistiken zu jeder Partie immer live bzw. vor und nach einem Spiel abgerufen werden können, sind viele Rechenschritte notwendig. Die Cortex-Crew ist dafür tief in den digitalen Maschinenraum geklettert. Nur deshalb können wir euch auf ratiopharmulm.com regelmäßig mit fundierten Zahlen versorgen.

*Efficency (EF): (Punkte + Rebounds + Assists + Steals + Blocks) - (Anzahl Wurfversuche - Anzahl verwandelte Würfe) + (Anzahl Freiwurfversuche - Anzahl verwandelte Freiwürfe) + Turnover) **Performance Index Rating (PIR): (Points + Rebounds + Assists + Steals + Blocks + Fouls Drawn) - (Missed Field Goals + Missed Free Throws + Turnovers + Shots Rejected + Fouls Committed)

BBU ’01

ROLLSTUHLBASKETBALL MACHT SCHULE Das im Jahr 2014 gegründete Projekt rollt und rollt und rollt! Im ersten Jahr besuchte BBU ’01 zehn Schulen, dann 15, in diesem Jahr durften 20 Schulklassen in die Rollis klettern. Das Setting ist immer gleich: Werner Rieger bringt einen Bus voll Sportrollstühle mit und „zwingt“ die Jungendlichen zum Perspektivwechsel. Wer einmal selbst in einem Rollstuhl saß, merkt schnell: Rolli-Fahrer sind keine Außerirdischen. Darum geht es bei „Rollstuhl Basketball macht Schule“ von Beginn an. „Das Interesse der Schulen ist riesig, wir würden gerne noch mehr Termine anbieten, aber dafür fehlen uns momentan die finanziellen Mittel“, sagt BBU ’01 Vorstand Andreas Oettel.


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ORANGE NUMBERS

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FOTOS Ulli Schlieper

n e e r G e Javont

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ORANGE NUMBERS

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BOGDAN RADOSAVLJEVIC, ULM

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DER KLEINSTE BASKETBALLER DER BUNDESLIGA ( JORDON CRAWFORD ) IST 45CM KLEINER ALS DER LÄNGSTE ULMER ( BOGDAN RADOSAVLJEVIC ) . DER LÄNGSTE AKTIVE BASKETBALLER DER WELT NOCHMAL 23 CM LÄNGER ( SUN MING MING ) .

1.100 FREIWÜRFE

SO VIELE FREIWÜRFE HAT PER GÜNTHER IN SEINER 11. SAISON FÜR RATIOPAHRM ULM ERZIELT.


TITEL

JAVONTE GREEN

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ERST UNTER, JETZT BER DEM RADAR

2,1

JAVONTE GREEN BRINGT SOGAR GEGNERISCHE FANS ZUM APPLAUDIEREN

JAVONTE GREEN IST EIN MEISTERDIEB: SEINE BALLGEWINNE SIND DAS MARKENZEICHEN EINER BEEINDRUCKENDEN KARRIERE.

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RADFORD NCAA 2011/12

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RADFORD NCAA 2012/13


TITEL

JAVONTE GREEN

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TEXT Manuel Baraniak FOTO Ulli Schlieper, Alexander Fischer

Mit 25 Jahren spielt Javonte Green zum ersten Mal in einer ersten Liga Europas. Und dennoch hat der USamerikanische Flügelspieler in Ulm und der BBL direkt eingeschlagen. Seine Stationen in der dritten spanischen und zweiten italienischen Liga haben Green dabei auch geholfen. Raunen in Oldenburg. Gefolgt von Applaus, gespickt mit Ekstase. Solche Emotionen sind im kollektiven Ulmer Gedächtnis mit keinen schönen Erinnerungen verknüpft: Wie an den 23. Mai 2017, als ein 27-PunkteVorsprung im zweiten Viertelfinalspiel nicht für den Sieg reicht und Rickey Paulding mit einem Buzzerbeater die Partie in die Verlängerung schickt – in der die Oldenburger das Momentum zum Ausgleich der Playoff-Serie nutzen. Oder an den 13. Oktober 2018, als die Ulmer in zwei Verlängerungen gehen und wieder mit einer Niederlage aus Olden-, pardon, Pauldingburg abreisen müssen. Und doch lässt sich etwas Positives aus dieser Partie mitnehmen: die Erkenntnis, einen der spektakulärsten Spieler der Basketball-Bundesliga in den Reihen zu haben. Denn für das Raunen und den Applaus beim Oldenburger Publikum sorgt ein Ulmer Akteur.

1,9

RADFORD NCAA 2013/14

1,9

Es ist Mitte des dritten Viertels, die Ulmer liegen mit 46:55 zurück und haben Einwurf an der Grundlinie, unter dem Oldenburger RADFORD Korb. Javonte Green NCAA nutzt einen Block 2014/15 von Dwayne Evans an der Dreierlinie, entledigt sich so seines Verteidigers Paulding, schneidet in die Zone, steigt nach oben und fängt das Alley-Oop-Anspiel von Per Günther in der dritten Etage, womit sich Green fast den Kopf am Ring stößt. Mit unglaublicher Wucht haut Green den Ball durch die Reuse, der Highlight-Dunk bringt sogar die Oldenburger Fans aus der Fassung.

„In dem Moment habe ich den Applaus gar nicht wahrgenommen“, blickt Green zurück, als wir uns die Sequenz zusammen ansehen. So ganz überrascht scheint der 25-jährige US-Amerikaner darüber aber nicht zu sein. Egal, ob heimische oder gegnerische Fans, erklärt Green, es gehe auch darum, eine Show abzuliefern – mache das doch den Basketball aus, bezahlen dafür die Zuschauer ihren Eintritt. Zudem erntet Green nicht das erste Mal Applaus vom Publikum des Gegners: „In Spanien habe ich das oft erlebt. Die Fans dort waren einen Spieler meines Kalibers, der aus der Halle springen kann, einfach nicht gewohnt. Dort, in der dritten Liga.“ Sieht man Green in dieser Saison durch die Arenen der BBL und des EuroCups fliegen, mag man es kaum glauben, dass der Flügelspieler seine Profikarriere wirklich in der dritten Liga Spaniens begonnen hat.

UNTER DEM RADAR Im Sommer 2015 startet Green seine Profikarriere in der spanischen Kleinstadt Marín, im Nordwesten der iberischen Halbinsel, nachdem er sein Leben zuvor immer in Virginia verbracht hat. Dort, genauer in Petersburg, wird er am 23. Juli 1993 geboren; in Brunswick geht er zur High-School; und in Radford vier Jahre lang aufs College. Mit dem Basketballteam der Uni, den Highlanders, bleibt Green die Qualifikation für das NCAA-Turnier, der großen „March Madness“, jedoch verwehrt. Stattdessen nimmt Radford zweimal am CBI-Tournament teil, ein eher zweitklassiges Turnier. Green ist sich bewusst, dass seine Karriere vielleicht anders verlaufen wäre, hätte er sich mit seiner Mannschaft für das NCAA-Turnier qualifiziert. Dennoch blickt Green auf „vier großartige Jahre“ zurück, in denen Teamkollegen zu Brüdern wurden, mit denen er noch heute spricht. Zudem war Radford das einzige College aus der NCAA-Division-I gewesen, das ihm nach seiner High-School-Zeit überhaupt ein Angebot unterbreitet hatte. Der Weg zum Profibasketballer war für Green also alles andere als vorgegeben, zumal er auch eine andere Option hatte: Football. „In meinem letzten High-School-Jahr


TITEL

JAVONTE GREEN

musste ich eine Entscheidung treffen. Doch nach der Football-Saison erhielt ich weniger Angebote als ich erwartet hatte – für Football nur aus der Division-II“, schildert Green, was letztlich den Ausschlag für den Basketball gegeben hat. Diesen Weg bedauere er nicht, doch „noch ein letztes Spiel in einem Football-Trikot“ würde Green gerne absolvieren, wenn er die Zeit zurückdrehen könnte. Neben Basketball und Football spielt Green an der High-School auch Baseball und macht Leichtathletik. Mit Fokus auf Basketball wäre Green vielleicht zu einem früheren Zeitpunkt ein besserer Spieler gewesen, wie er zustimmt, „aber es hat mir auch hinsichtlich meiner Athletik geholfen“. Was Green bezüglich seiner Profikarriere derweil nicht hilft: dass er am College auf der Position des Power Forwards aufläuft – als 1,96-Meter-Mann. „Nach meiner College-Zeit wusste ich nicht, auf welcher Position ich spielen würde“, erklärt Green, warum es für ihn danach in die dritte spanische Liga ging. „Viele Teams werden sich nicht sicher gewesen sein, in welcher Rolle man ihn in Europa nutzen, und ob er überhaupt am Flügel spielen kann“, fügt Thorsten Leibenath hinzu. Damit ein College-Akteur in einer ersten Liga Europas bestehen kann, dafür sind dem Ulmer Coach zufolge bei Spielern von Greens Größe zwei Dinge entscheidend: „ein starker Drei-Punkte-Wurf und ein starkes Ballhandling“. Attribute, die Green am College als Power Forward nicht aufweisen musste. Neben einem Angebot aus Belgien erhält Green nur ein paar weitere aus der dritten spanischen Liga. Marín ist für Green dennoch die beste Option, um „meine Karriere ins Rollen zu bringen und mich an die europäischen Regeln zu gewöhnen“. Green arbeitet den Sommer davor hart daran, sein Spiel vom Low-Post auf den Flügel zu ver-

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lagern. Und es zahlt sich aus: Mit Marín gewinnt Green nicht nur den Titel der dritten Liga Spaniens, der LEB Plata, er wird auch zum wertvollsten Spieler gekürt. Der Lohn: der Aufstieg in die zweite Liga Italiens. Mit Pallacanestro Triest schafft es Green in seinem ersten Jahr bis in die Endspielserie – dort zieht Triest aber mit 0-3 gegen Bologna den Kürzeren und verpasst den Aufstieg. „Das ist der einzige Grund, warum ich zurückgekommen bin“, erklärt Green das „unfinished business“ in Triest. Und in der Tat: Im zweiten Jahr feiert Triest den Titel und damit den Aufstieg, wie schon in Spanien heimst Green den MVP-Titel ein. „Es war großartig, das nicht nur für mich selbst, sondern auch für das Team, die Fans und die Coaches zu tun; zwei Coaches kamen direkt aus Triest. Nach meiner Vertragsverlängerung hatte ich sehr viel Liebe von den Fans erfahren. Triest ist für mich ein Zuhause weit weg von Zuhause.“ Mission erfüllt. Damit klettert Green auf der Karriereleiter weiter nach oben, in die Basketball-Bundesliga zu ratiopharm ulm. Green ist nicht der erste Spieler, der sich in der zweiten italienischen Liga für die BBL empfohlen hat: Braunschweigs Scott Eatherton oder Bayreuths De’Mon Brooks sind jüngere Beispiele, der ehemalige Bamberger Kyle Hines wohl der prominenteste Fall. Was macht die zweite italienische Liga aus? Die Teams „setzen gerne auf Rookies – das heißt, du findest jüngere Spieler, die finanziell für die deutsche Liga interessant sind“, erklärt Leibenath. „Sie haben nur zwei ausländische Spieler in der Mannschaft – und die müssen relativ viel Verantwortung übernehmen. Diese Erfahrung ist dann natürlich ein Plus“. Für Leibenath sei es nichts Außergewöhnliches, einen 18-PunkteScorer aus der zweiten italienischen Liga zu verpflichten, doch Green „hat seine Mannschaft in die erste Liga gebracht – das ist eine Qualität.“

2,4 2,2

AUF DEM RADAR Hier und da passieren Green noch ein paar Fehler, die man sich auf dem Niveau eigentlich nicht erlauben kann, schildert Leibenath Greens Saisonstart: „In einer kleineren Liga geht das, ohne dass sie

MARÍN LEB PLATA 2015/16

TRIEST SERIE A2 2016/17

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Wir wünschen den Ulmer Basketballern und ihren Fans eine wunderschöne Weihnachtszeit!

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TITEL

JAVONTE GREEN

auffallen oder einen großen negativen Effekt haben. ,You get away with murder’, sagen die Amerikaner.“ Dies sei mit Blick auf Greens Karrierestart erklärbar – und diese Fehler sind „auch verzeihbar, weil er mit so viel Energie spielt und die Fehler dann oftmals wieder wettmacht.“ Es sind Kleinigkeiten, denn sowohl in der BBL als auch im EuroCup führt Green die Ulmer nach den ersten Saisonwochen beim Scoring an; es dauert nur fünf BBL-Partien, ehe der Flügelspieler zum ersten Mal die 30-Punkte-Marke knackt. Das Bedürfnis, sich zu beweisen, spürt Green aber weiterhin: „Die Leute respektieren mich immer noch nicht, weil ich in der zweiten italienischen Liga gespielt habe. Als ich von der dritten spanischen Liga nach Italien gekommen bin, haben sie das auch nicht. Mich beweisen zu müssen, ist aber gut – ich liebe Herausforderungen.“ So geht es für Green auch in jeder Saison und in jedem Sommer darum, sein Spiel zu verbessern. Um ein offensiv kompletterer Spieler zu sein, sind das derzeit das Ballhandling und der Wurf. Mit einer Quote von 61,5 Prozent von Downtown in seinen ersten sechs BBL-Spielen könnte man Zweifel hinsichtlich seines Dreiers beiseite wischen; dennoch sieht sich Green nicht auf dem Niveau seiner Mitspieler. „Wenn wir im Training werfen, bin ich nicht so gut wie all die anderen. Meine Mitspieler nennen mich ,Game Shooter’“, erzählt Green mit einem Augenzwinkern. Auf den Radar der BBL hat sich Green derweil nicht nur durch seine Dunks, sondern auch durch seine Steals manövriert. Sind seine 1,7 Ballgewinne pro Spiel in der heimischen Liga schon nicht zu verachten, hat sich Green mit durchschnittlich 3,8 Steals zum besten Balldieb des EuroCups entwickelt. Dabei besticht der 25-Jährige mit einer ungemein guten Antizipation. Dies erklärt Leibenath wie folgt: „Man muss ein Gefühl für Basketball haben. Das kann man natürlich entwickeln, es gehört aber auch Intelligenz und eine schnelle Auffassungsgabe dazu.“ Green könne schnell komplexe Situationen entschlüsseln. Seine athletischen Fähigkeiten, in die Passwege zu sprinten, seien sicherlich auch ein Vorteil. Schon über Greens gesamte Karriere ziehen sich seine guten Steals-Werte; so zollt er seinem High-School-Coach Respekt. Dieser habe ihm beigebracht, wie „man den nächsten Pass antizipiert“. Green

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achtet dabei auf die Augen des Gegenspielers, wohin dieser passen will. Auch die Positionen sowohl der Gegner als auch der Mitspieler seien entscheidend. In die Passwege zu springen, birgt natürlich auch immer ein Risiko: Misslingt der Ballgewinn, hat die gegnerische Offensivmannschaft einen Fünf-gegen-Vier-Vorteil. Doch dieses Risiko gehen die Ulmer ein, würde man Green doch zu viel Qualität nehmen, wenn man ihm das verbieten würde. „Wir leben beim Basketball nun mal nicht in einer Demokratie: Manche Spieler haben andere Rechte als andere. Javonte gehört sicherlich zu denen, die etwas mehr gamblen dürfen als andere“, erklärt Leibenath. Green hat zudem auch „einen positiven Effekt auf die Mitspieler“, wie Leibenath mit Blick auf die Verteidigung im Pick-and-Roll fortführt. Gerade mit dem Wissen, dass Green auf der ballfernen Seite lauert, wird sich ein „Spieler wie Isaac Fotu wohl fühlen, richtig Druck [am Ballführer] auszuüben. Wenn Javonte nicht bereit ist, einen weiten Weg zu gehen, dann wird es für Isaac schwierig, ein hartes Pick-and-Roll zu verteidigen.“

2,3

TRIEST SERIE A2 2017/18

ÜBER DEM RADAR Im Optimalfall sieht das dann so aus wie im EuroCup-Heimspiel gegen Roter Stern Belgrad. Mitte des zweiten Viertels macht Fotu beim gegnerischen Pick-and-Roll Druck auf den Ballführer Billy Baron. Der wird zur Seite gedrängt, nimmt den Ball auf, dreht sich und will einen Querpass auf die andere Seite spielen. Doch Green fängt den Ball ab, sprintet alleine auf den Korb zu und vollendet mit einem Windmill-Dunk.

Wen Green in einem BBL Slam-Dunk-Contest gerne sehen würde? „Ra’Shad James oder Derrick Williams. Die sieht man auch oft in den Top-Plays der Woche“. Dort ist Green längst Dauergast und stopft sich dank seiner Athletik über den Radar – was er den Ulmer Fans schon bei seinem Debüt gegen den FC Bayern München bewiesen hat.

Es sind Aktionen wie diese, nach der die BBL-Gemeinde schon auf den Slam-DunkContest des BBL ALLSTAR Days schielt – und Green dort als Teilnehmer verortet. An einer solchen Dunk-Show hat Green noch nie teilgenommen, doch wenn man ihn einladen würde, könnte er sich das auf jeden Fall vorstellen – auch wenn sich Green selbst als „Game Dunker“ bezeichnet. Ein paar Dunks hätte er schon in der Hinterhand. Wer sein Twitter-Profil aufruft, findet dort beispielsweise einen Dunk durch die Beine – aus dem Stand! „Aber ein Aaron Gordon oder Zach LaVine, der von der Freiwurflinie einen Windmill macht, bin ich nicht“, vollzieht Green ein Understatement.

Nachdem Green seine ersten Punkte im Ulmer Trikot aus dem Fastbreak erzielt hat, dort aber „nur“ per Layup, präsentiert er wenig später seine ganze Athletik. Im Set-Play wird er von Vladimir Lucic verteidigt, der bietet ihm eine Seite an – und Green sieht seine Chance. Als wir den Clip zusammen ansehen, muss Green selbst lächeln. „Ich konnte mich den Fans vorstellen. Ich wusste ja nicht, wie sie auf eine solche Aktion reagieren würden. Als ich gesehen habe, dass die Zone offen war und ich dunken könnte, ist mir das Herz fast durch die Brust geschlagen. Als ich dann die Reaktion der Fans gehört habe, war das pure Freude.“ Und das beruht sicherlich auf Gegenseitigkeit.


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ULM BBL 2018/19

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ULM EUROCUP 2018/19

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STORY

DWAYNE EVANS

DER FORM WANDLER

2010 - 2014 SAINT LOUIS (NCAA) 27:00 MIN OFF REB 2,2 DEF REB 4,8

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DWAYNE EVANS IST IMMER IN BEWEGUNG: ROUTINE UND STILLSTAND SIND IHM EIN GRAUS. 2015/16 TRIER (PRO A) 27:31 MIN OFF REB 2,2 DEF REB 6,4

TEXT Nils Bernemann FOTO Ulli Schlieper, Florian Achberger,

Florian Eisebitt

Fragt man Dwayne Evans, wie er sich selbst beschreiben würde, sagt er: „I don‘t know, I think I‘ve been a versatile guy my entire life.” Versucht man „versatile“ ins Deutsche zu übersetzen, stößt man umgehend auf die Wörter „vielseitig“, „variabel“ oder „wandlungsfähig“ – all das sind Attribute, die ziemlich treffend beschreiben, was Dwayne Evans ausmacht. Sowohl auf, als auch abseits des Parketts. Dwayne Evans’ Basketball-Geschichte beginnt in Bolingbrook, einem Vorort von Chicago. Als Sohn eines Basketball-Referees, der im Umland der „Windy-City“ Jugendspiele leitet, kommt Dwayne unvermeidlich früh mit dem Sport seines Vaters in Berührung. „Ich war vielleicht drei oder vier Jahre alt, als ich das erste Mal einen Basketball in der Hand hielt“, erzählt er. Mit seinem Vater ist Evans ständig in den Sporthallen von Illinois anzutreffen und das, obwohl der junge Dwayne Basketball anfangs gar nicht mag. „Mein Dad und ich waren ununterbrochen im Gym – auch dann, wenn ich gar nicht wollte. Die Liebe zum Spiel hat sich bei mir erst etwas später entwickelt.“ Neben Basketball probiert Dwayne in der Folge so gut wie alles andere aus, was das Athletik-Programm der Neuqua Valley High School zu bieten hat – egal ob Baseball, Football oder Leichtathletik. Erst in der achten Klasse entscheidet er sich für das Spiel mit dem orangenen Leder. In seinem letzten Highschool-Jahr liegen Dwayne dann mehre Uni-Stipendien vor. Nach einer kurzen Bedenkzeit entscheidet

er sich im September seines Senior-Jahres für die St. Louis University im Bundesstaat Missouri. Dort geht der 18-Jährige fortan für die Billikens auf Korbjagd – und das mit großem Erfolg: In vier Jahren spielt sich der Power Forward in die Rekord-Bücher der Universität und sammelt mit insgesamt 942 Rebounds die viertmeisten in der Geschichte der Hochschule. Durch seine 1.499 erzielten Punkte landet er auf Platz neun des All-Time-Rankings und stellt zudem einen neuen Rekord für gespielte Partien (134) auf. „Die Zeit in St. Louis war großartig, vor allem die Teilnahme am NCAA Tournament war etwas ganz Besonderes“, sagt Dwayne. Während seines Studiums qualifizieren sich die Billikens im Jahr 2012 erstmals seit zwölf Jahren wieder für die Teilnahme am wichtigsten College-Basketball-Turnier des Landes und nehmen auch in den folgenden zwei Jahren daran teil. Als unumstrittener Anführer des Teams hat Evans an diesen Leistungen einen erheblichen Anteil. „Dwayne ist das perfekte Beispiel für den Erfolg unseres Teams. Er ist stark unter den Brettern und in der Zone. Zudem hat er einen guten Wurf von außen, übertreibt es damit aber nicht. Er kann seine Stärken sehr gut einsetzen“, beschreibt sein damaliger Coach, Jim Crews, die Attribute von Evans.

DER MARATHONMANN ZAHLT EINEN TEUREN PREIS Für die St. Louis University verpasst Evans so gut wie kein Spiel und steht insgesamt 123 Mal in der Starting Five – eine weitere beachtliche Statistik, die jedoch auch


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ihren Preis hat: Während der spielintensiven College-Zeit zieht sich Evans eine Entzündung an der Patellasehne zu, die ihn nach der Saison 2013/2014 zu einer monatelangen Pause zwingt. „Ich habe mich nie um die Schmerzen geschert, das hat sich am Ende gerächt“, erklärt Evans, der sich in der Folge einer circa sechs monatigen Reha unterziehen muss. „Diese Zeit war sehr hart für mich. Ich wusste nicht, ob ich jemals wieder spielen werde und mein Selbstvertrauen war dementsprechend im Keller. Ich kannte so eine Situation nicht, weil ich vorher noch nie so schlimm verletzt war.“ Eine Verletzung dieser Art kommt nie gelegen, zu Beginn einer Profikarriere ist sie indes besonders hinderlich. Denn der Marktwert eines College-Absolventen sinkt rasch. Nach einer langen Phase des Wartens, in die auch eine für Dwayne erfolglose NBA-Draft-Nacht fällt, ist er bereit für Europa. Genauer gesagt für Trier in Deutschland.

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Bei den Gladiators, die in der 2. Basketball Bundesliga (ProA) an den Start gehen, will Dwayne vor allem eines: Spielen, spielen, spielen! Und der Plan geht auf. In seiner ersten Saison in Deutschland erzielt der Forward in 35 Spielen durchschnittlich 15,7 Punkte und 8,6 Rebounds. Damit avanciert er nicht nur zum Topstar der Gladiatoren, sondern auch zu einem der effektivsten Spieler der ProA-Saison 2015/2016. Angeführt von Evans bezwingen die Gladiators im Playoff-Viertelfinale zunächst Kirchheim, ehe sie wenig später im Halbfinale an Science City Jena scheitern. Kurz nach dem Ausscheiden wird Dwaynes Abschied aus Trier verkündet. Nächstes Ziel: Gießen – erste Bundesliga. Für Evans ist damit nicht nur der nächste Schritt auf der Karriereleiter verbunden, sondern auch eine gehörige Portion Selbstvertrauen. Auch im Dress der 46ers geht Evans persönlicher Aufstieg weiter: Neben den 11,8 Punkten im Schnitt, beeindruckt der 2,01 Meter große Amerikaner als zweitbester Rebounder (7,1) der Liga. Dass diese Werte in der Folge auch Begehrlichkeiten bei anderen Clubs wecken, ist nur die logische Konsequenz. Am größten ist das Interesse im Sommer 2017 bei den MHP RIESEN Ludwigsburg, einem Playoff-Viertelfinalist. Für die Riesen spielt Evans erstmalig auch auf internationalem Parkett in der Basketball Champions League. Nach einem Jahr, in dem Evans seinen Punkteschnitt in der easyCredit BBL auf 12,8 verbessert und mit den Riesen ins Halbfinale der Playoffs einzieht, zieht es ihn weiter.

2017/18 LUDWIGSBURG (BBL) 22:05 MIN OFF REB 2,0 DEF REB 3,9 2016/17 GIESSEN (BBL) 24:07 MIN OFF REB 2,2 DEF REB 4,9


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In der Vorbereitung auf die aktuelle Saison steht der Name Dwayne Evans bei Thorsten Leibenath ganz oben auf dem Wunsch-Zettel. „Ich wollte ihn unbedingt haben“ sagt der Coach der Ulmer, dem vor allem Evans‘ „beeindruckender Lebenslauf“ imponiert: „Er hat sich hochgearbeitet und seine Mannschaften auf jedem Niveau besser gemacht. Das sagt viel über ihn aus.“ Gerade die Vielseitigkeit des Forwards ist für Leibenath das Hauptargument. „Er bringt sehr viel Energie und Physis mit, kann so gut wie jede Position verteidigen und verfügt auch in der Offensive über eine große Variabilität.“ Denn neben der bevorzugten Position des Power Forwards kann Evans auch auf der großen Flügelposition und als Center eingesetzt werden. Er bringt von allem etwas mit, und liefert so rasch genügend Gründe, um einen festen Platz in der Startaufstellung der Ulmer einzunehmen.

IN DER RUHE LIEGT DIE KRAFT: DWAYNE MEDITIERT UND ZEICHNET Genauso vielseitig wie Dwaynes Spielstil sind auch seine Hair-Styles: Egal ob verschiedene Afro-Variationen, kurze oder lange Dreadlocks, Haarbänder in schwarz oder weiß – Dwayne probiert alles aus. „Ich mag es nicht, mich auf eine Sache festzulegen. Dinge zu verändern und anders zu machen, gefällt mir viel besser. Ich werde in Zukunft bestimmt noch einige neue Looks ausprobieren“, verrät er. Für die Umsetzung der verschiedenen Frisuren ist übrigens Freundin Mayuree verantwortlich. „Er weiß genau, was er haben möchte und fragt mich dann, ob ich das umsetzen kann. Meistens schauen wir uns dann gemeinsam YouTube-Tutorials an und ich frisiere ihn entsprechend“, erzählt sie und fügt schmunzelnd hinzu: „Nur bei den Afros bin ich unbeteiligt. Die trägt er immer, wenn er keine Lust auf irgendwas Spezielles hat.“ Kennengelernt haben sich die beiden während Dwaynes’ Zeit in Ludwigsburg. Mit Mayuree teilt Dwayne vieles, unter ande-

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2018/19 ULM (BBL) 22:05 MIN OFF REB 3,0 DEF REB 2,0

rem die Leidenschaft fürs Zeichnen: „Wir machen das beide sehr gern, vor allem zusammen. Bei mir hat das schon in der High-School angefangen mit Animes oder Cartoons. Als Mayuree mir dann erzählte, dass sie auch regelmäßig zeichnet, wurde mein Interesse natürlich umso mehr geweckt“, erzählt der Hobby-Künstler. Bewundern kann man die Zeichnungen der beiden auf Instagram, wo Mayuree via Story-Modus Ausschnitte der Bilder präsentiert. Ihren Freund beschreibt die DeutschThailänderin als bodenständig und geduldig. „Er ist ein sehr lockerer Mensch, den so schnell nichts aus der Fassung bringt.“ Und auch wer Dwayne vor den Spielen in der ratiopharm arena mal genauer beobachtet, wird schnell feststellen, dass der 26-Jährige stets den Eindruck macht, sich durch nichts und niemanden aus der Ruhe bringen zu lassen. Eine entscheidende Rolle, wie Evans verrät, spielt dabei eine besondere Meditationstechnik, die er seit seiner Zeit in Trier vor den Spielen anwendet: „Das Ganze nennt sich ‚Mindfulness

Meditation‘ und wurde unter anderem von Phil Jackson etabliert.“ Jackson, einer der erfolgreichsten Basketball-Trainer aller Zeiten, brachte schon eine Vielzahl berühmter NBA-Spieler zur Kunst der Meditation. Und auch Dwayne kann der Technik eine Menge abgewinnen: „Durch die Meditation kann ich meine Emotionen kontrollieren und mögliche Störfaktoren wie Nervosität oder Angst ausblenden.“ Auch die großen schwarzen Kopfhörer, mit denen man Dwayne häufig antrifft, unterstützen das Bild des tiefenentspannten Forwards: „In den 20 bis 30 Minuten vor dem Spiel habe ich immer Musik auf den Ohren. Ich kann dann alles andere um mich herum ausblenden und bin in meiner eigenen Welt“, erzählt Evans. Auf eine bestimmte Musikrichtung kann er sich dabei aber nicht festlegen: „Vor den Spielen höre ich meistens entspannende Tracks. Aber grundsätzlich höre ich alles Mögliche - egal ob Rap, Rock, Country oder ausgefallenere Sachen wie EMO oder Punk.“ Vielseitig eben.


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Eine Reise nach Andorra und darüber hinaus – mitten hinein ins Herz von ratiopharm ulm. TEXT Martin Fünkele FOTO Martin Fünkele, Martin Imatge

Erst verfolgen wir ratiopharm ulm für zwei Tage bis in die höchstgelegene Hauptstadt Europas, dann heften wir uns an die Fersen eines Teams, das die ersten vier Heimspiele in der Bundesliga verliert. Am Ende wissen wir nicht, wohin die Reise in dieser Saison noch gehen wird, werden aber das Gefühl nicht los, dass Per Günther & Co. noch gar nicht richtig losgefahren sind. Es ist Ende Oktober und ungewöhnlich warm, selbst in dieser Höhe. Die Wetter-App zeigt schon am Vormittag 20 Grad an. Über Europas höchstgelegener Hauptstadt ist keine Wolke zu sehen. Es könnte schön sein hier. Mitten in den Pyrenäen, zwischen Frankreich und Spanien liegt der kleine Staat Andorra. Rund 80.000 Menschen leben in Andorra – teilweise in mehr als 1.000 Meter Höhe. In Andorra la Vella, der Hauptstadt, in der an diesem Abend eine Basketball-Mannschaft aus Deutschland erwartet wird, sind es fast 25.000 Einwohner. Ein Zehntel davon wird sich später das EuroCup-Heimspiel von „MoraBanc“ ansehen. Basketball schauen sich die Leute hier gerne an – zumindest lieber als Fußball. Als Christiano Ronaldo mit der portugiesischen Nationalmannschaft hier war, kamen nur 1.000 Zuschauer.

Bis zum Tipoff sind es noch gut zehn Stunden. Die Deutschen kommen aus Ulm und sind schon seit letzter Nacht hier. Von der beeindruckenden Landschaft haben sie nicht viel gesehen; als ihr Bus sich auf der steilen Bergstraße die 700 Höhenmeter aus Barcelona hochquält, ist es bereits dunkel. Auch jetzt bekommen die Spieler von den frühlingshaften Temperaturen wenig mit. Im Gegenteil: Im „Poliesportiu D‘Andorra“, in dem seit 10 Uhr das Abschlusstraining läuft, ist die Heizung aus. Isaac Fotu, der Neu-


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seeländer, ist froh, seine Winterjacke mitgebracht zu haben. Doch die kühlen Temperaturen passen irgendwie besser zur Ulmer Gemütslage. Die Medien daheim schreiben die Mannschaft in eine Krise, die Fans stellen den Trainer in Frage und der Spielplan weist aus sieben Spielen erst einen Sieg aus. Im Ulmer Basketball-Herbst ist kein Platz für schöne Orte. Andorra ist ja auch nicht im eigentlichen Sinne schön. Die zollfreien Luxusgüter locken die Touristen, und der niedrige Steuersatz von zehn Prozent lässt die Profisportler darüber hinwegsehen, dass der Winter hier verdammt lang und eine Kleinstadt keine Metropole ist. Wobei sie hier in Andorra ja nicht nur eine

Stadt, sondern auch „un pais“, also eine Nation sind. Vor jedem Spiel singen sie deshalb die Nationalhymne und der Stolz der Bürger scheint auch die Spieler zu motivieren. Der vermeintliche David bietet den Goliaths der spanischen ACB ordentlich Paroli. EuroLeague-Teams aus Madrid und Baskonia bekamen schon zu spüren, was ratiopharm ulm noch bevorsteht. Noch zweieinhalb Stunden bis zum Spiel. Außer Assistant Coach Pete Strobl haben nur Physiotherapeut Andreas Lacher und Teambetreuer Gregor Reins die Kleinstadt in den Bergen erkundet. Der Rest des Teams hat die freie Zeit im „Acta Art Hotel“ verbracht. Head Coach Thorsten Leibenath analysierte den nächsten Bundesliga-Gegner, die Spieler haben sich auf ihre Doppelzimmer zurückgezogen. Jetzt treffen sie einer nach dem anderen in dem kleinen Besprechungsraum hinter der Rezeption ein. Auf einem großen Bildschirm läuft das letzte Ligaspiel Andorras in der ACB. Auf dem Tisch stehen Snacks: Obst, Joghurt und Kekse. Als das Meeting schon fast vorbei ist, bringt ein Kellner noch Sandwiches. Doch gegessen wird ohnehin nicht

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viel. Die Stimmung ist locker, taktische Anweisungen gibt es jetzt keine mehr – die Bilder auf dem TV-Screen dienen lediglich zur Einstimmung auf die anstehende Partie. Als der Shuttle-Bus am Hotel eintrifft, sind es noch 90 Minuten bis zum Tipoff. Ein Stau verzögert die Ankunft in der Arena. Aus geplanten zehn Minuten Fahrt werden 15 Minuten. Thorsten Leibenaths Ärger über den Verkehr verrät seine Anspannung. Wenig später begrüßt der Head Coach sein Team in der spartanisch eingerichteten Umkleidekabine des „Poliesportiu D‘Andorra“. Wieder ist es kalt, doch Leibenaths emotionaler Ansprache tut das keinen Abbruch. Er klatscht mit jedem einzelnen Spieler ab.

AUF EINEM GROSSEN BILDSCHIRM LÄUFT DAS LETZTE LIGASPIEL ANDORRAS Auch mit Nico Bretzel. Der 19-Jährige ist mit dabei, obwohl er sich am Abend zuvor heftig übergeben hatte. Dann sagt der Coach: „Spielt hart, mit allem, was ihr habt.“ Noch 25 Minuten. In den Katakomben, den spärlich erleuchteten Gängen, die die 1991 errichtete Arena durchziehen, kommt das Team zum letzten Mal zusammen. In der Mitte Patrick Miller. „Go get this first road win“, fordert der Point Guard und fügt hinzu. „Play hard! That doesn’t mean it won’t be fun.“ Wenig später singt ein junges Mädchen die Nationalhymne Andorras. Anschließend wird den 2.400 Fans mit „Thunder“ eingeheizt – mit dem von ACDC versteht sich – nicht mit dem Popsong der Imagine Dragons.


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ERST DER HUDDLE, DANN DIE NATIONALHYMNE

Und die Ulmer spielen wirklich hart. Die Anstrengungen der Reise, die 30 Stunden vorher in Ulm begonnen hat, sind dem Team zunächst nicht anzumerken. Nach zehn Minuten führen die Gäste mit 25:20. Doch dann häufen sich die Fehler und die damit einhergehenden Unsicherheiten. 17 Ulmer Ballverluste stehen am Ende 28 Assists der Gastgeber gegenüber. Während die einen Fehler machen, spielen sich die anderen in den Flow und treffen zwei Minuten vor dem Buzzer zwei Dreier zur 94:81-Führung. Am Ende nützt auch ein Vier-Punkte-Spiel von Ismet Akpinar nichts, der mit 27 Zählern seine EuroCup-Bestleistung gegen Istanbul noch um einen Punkt übertrifft.


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Nach der 103:95-Niederlage sitzen die Spieler erneut in der kärglichen Kabine. Abgekämpft hören sie den Worten ihres Trainers zu. Auf der anschließenden Pressekonferenz wird Thorsten Leibenath das schlechte zweite Viertel, in dem Andorra einen Fünf-Punkte-Rückstand in eine Neun-Punkte-Führung gedreht hat, als Hauptursache für die Niederlage herausstellen. Und die Ballverluste. Mangelnden Einsatz wirft er seinem Team nicht vor. Das tut er auch nicht in der Kabine. Nach einer kurzen Ansprache klatscht Leibenath wie vor dem Spiel mit jedem einzelnen Spieler ab. Dann verschwinden die müden Männer in die Dusche. Patrick Miller sagt zuvor noch: „We have to put our egos aside.“ Doch das mit den Egos wird noch eine Weile dauern und an anderer Stelle erneut zur Sprache kommen. Zurück im Hotel schmeckt dasselbe Essen wie am Vorabend nur noch halb so gut. Gegen 23 Uhr verlassen die Spieler den Speisesaal. Nur Leibenath bleibt zurück. Um schnell schlafen zu können, hat er einen Schluck Wein getrunken. Viel Zeit bleibt ihm dafür nicht. Der Bus zum Flughafen in Barcelona wird am nächsten Morgen um 4.30 Uhr abfahren. Doch das Spiel lässt den Trainer nicht los. Die Chance auf den Sieg war ja da. „Aber wenn wir Fehler machen,

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werden wir zu egoistisch. Dann will es jeder auf eigene Faust richten.“ Der Coach denkt darüber nach, die Rotation zu kürzen. Also nur noch wenigere Spieler einzusetzen. Gleichzeitig weiß er, dass seine Spieler gerade jetzt Selbstbewusstsein benötigen – ein Vertrauensentzug könnte da kontraproduktiv sein. Leibenath nimmt seine Gedanken mit ins Bett. Wer in dieser Nacht wie viel geschlafen hat, ist unklar. Ihre Lunch-Pakete holt sich die Ulmer Reisegruppe kurz nach vier Uhr morgens jedenfalls schweigend und in ihre Winterjacken gehüllt ab. Das Team verlässt Andorra, wie es gekommen ist – bei Nacht und ohne einen Auswärtssieg. Kurz nach 9 Uhr startet der Flieger in Barcelona und um 12.30 Uhr ist die Mannschaft zurück am Trainingszentrum in Neu-Ulm. Zwei Tage später muss ratiopharm ulm die wohl bitterste Niederlage der Saison hinnehmen. Gegen Gießen verliert die Mannschaft mit einem Punkt, obwohl sie 12,7 Sekunden vor dem Ende mit zwei Zählern in Führung gelegen hatte und in Ballbesitz war. Thorsten Leibenath beschreibt die dritte Bundesligapleite in der ratiopharm arena im Anschluss „als eine der frustrierendsten, die ich je als Trainer erlebt habe“. Da ist sie wieder, die Krisenstimmung und die Rufe nach einer Trainerentlassung werden in den sozialen Medien nicht weniger. Bogdan Radosavljevic zeichnet ein ganz anderes Bild der Mannschaft, der er erst seit wenigen Tagen angehört. Der 2,13 Meter große Center ist aus Ludwigsburg nach Ulm gekommen und hatte die Reise nach Andorra noch nicht mitgemacht. Gegen Gießen gibt „Boggy“ sein Debüt und wenige Tage später sagt er im Telekom Sport Podcast. „Jeder will gewinnen. Das ist es, was zählt. Die Mannschaft ist gut zusammengestellt. Ein schwieriger Saisonstart kann passieren. Es geht nur um die Einstellung.“ Über seinen neuen Trainer sagt er: „Thorsten macht das, was jeder Basketballer sich wünscht: Du hast als Spieler deine Freiheiten, kennst aber auch die Regeln und Prinzipien, die für alle gelten.“

DAS TEAM VERLÄSST ANDORRA, WIE ES GEKOMMEN IST

Was folgt, sind drei Siege in Serie. Gegen Brescia, in Bayreuth und gegen Roter Stern Belgrad. Dann kommt Ludwigsburg „und meine Mannschaft spielt über 27 Minuten einen Dreck, einen absoluten Dreck“. Thorsten Leibenath kritisiert sein Team nach der Derbyniederlage ungewohnt deutlich. Zwei Tage später differenziert er die Kritik. Statt aufs Parkett, bittet der zweimalige Trainer des Jahres sein Team für knapp zwei Stunden in den Presseraum der ratiopharm arena. Hier geht es ans Eingemachte – nämlich an die Egos der Spieler. Anhand von detaillierten Statistiken konfrontiert der Trainer jeden einzelnen mit seiner persönlichen Leistung und der Wahrnehmung, die er von sich selbst hat. „Das war schon deutlich“, sagt Kapitän Per Günther, der seit sieben Jahren unter Leibenath spielt. Und hier beendet der Drucktermin dieser OrangeZone-Ausgabe die Reise mit der Ulmer Mannschaft so plötzlich, wie sie begonnen hat. Ob ratiopharm ulm die nächste Runde im EuroCup erreicht, ist genauso unklar wie der weitere Saisonverlauf. Doch wer dieses Team ein Stück auf seinem Weg belgeitet hat, merkt rasch, dass nicht viel fehlt, um das Ganze in Gang zu bringen. Dass die Puzzle-Teile da sind. Dass der Wille stimmt. Dass das Training Spaß macht. „Dass wir nur ein, zwei gewinnen müssen“ (Ryan Thompson). Und: Dass dieses Team gerade erst entdeckt, wohin sein Weg in diesem Jahr führen kann.


BBU ’01

„SPORT HAT FÜR KINDER EINEN UNSCHÄTZBAREN WERT!“

TEXT Hans-Uli Thierer FOTO Alexander Fischer, Daniel Lukac

BBU ’01 BEIRATSMITGLIEDER KATRIN ALBSTEIGER UND ANDREAS STOCH ERKLÄREN, WARUM DER ORANGECAMPUS SIE BEGEISTERT.

NOV 2009 Fehlende Trainingsmöglichkeiten bei Planung der ratiopharm arena erstmals thematisiert

2009

2010

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In ihrer Jugend spielten sowohl Andreas Stoch (49), als auch Katrin Albsteiger (35) aktiv Basketball. Doch das ist nur ein Grund, warum sich die Politiker im Vereinsbeirat von BBU ’01 engagieren. Der gebürtige Giengener Andreas Stoch ist SPD Landeschef in Baden-Württemberg und ehemaliger SportMinister des Landes. Die gebürtige Ulmerin Katrin Albsteiger saß für die CSU vier Jahre lang im Bundestag und ist NeuUlmer Stadträtin und Kreisrätin. Herr Stoch, der ehemalige Landesminister für Kultur und Sport aus dem im Fußball so erfolgreichen Heidenheim und der Basketball in Ulm/Neu-Ulm: Wie passt das zusammen? Andreas Stoch: Ich war sportlich schon immer vielseitig unterwegs, habe Fußball, Handball und auch Basketball in der Mannschaft gespielt und bin heute noch im Tennis aktiv. Der Basketball hat mich aber seit der Schulzeit am intensivsten begleitet.

SEP 2011 „Nelsonhalle“ als neuer Trainingsstandort in Aussicht

2012

17.03.2012 Inbetriebnahme des BBU ’01 Trainingszentrums

18.03.2012 Das BBU ’01 Trainingszentrum ist komplett ausgelastet


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„JUGENDLICHE AUS DER REGION SOLLEN ES IN DIE NATIONALMANNSCHAFT SCHAFFEN.“

In welcher Form? Stoch: Ich habe mit einem meiner Lehrer eine Basketballabteilung in meiner Heimatstadt Giengen gegründet, habe jahrelang dort in der Mannschaft gespielt und auch den Trainerschein gemacht. Und so war ich immer auch an der Entwicklung des Ulmer Basketballs interessiert und hin und wieder Gast am Kuhberg und später dann in der ratiopharm arena. Und Frau Albsteiger und Basketball: Wie ist es zu dieser Liaison gekommen? Katrin Albsteiger: Als in Ulm geborene Neu-Ulmerin gibt es doch keine schönere Verbindung als die, die sich bei unseren Basketballern zeigt: Die Städte gehen Hand in Hand und sind durch ein erfolgreiches Team verbunden. Sport hat mich schon immer begeistert und als Jugendliche habe ich selbst Basketball gespielt. Was sind Ihre Motive, im Vereinsbeirat von BBU ’01 mitzumachen? Albsteiger: Die Entwicklung von BBU ’01 habe ich in den letzten Jahren intensiv verfolgt und auch bis heute im Neu-Ulmer Stadtrat begleitet. Dabei wurde schnell deutlich, mit welcher Motivation und Tatkraft hier an die Sache gegangen wird. Das hat mich beeindruckt und als dann die Anfrage kam, ob ich mich einbringen möchte, habe ich spontan ja gesagt. Hier habe ich die Möglichkeit, Kinder- und Jugendarbeit, sowie den Sport in der Region aktiv zu unterstützen. Wie war das bei Ihnen? Stoch: Der Verein und der Beirat haben bei mir angefragt, ob ich mir nicht vorstellen könnte, im Beirat mitzuwirken. Ich habe diese Anfrage als sehr ehrenvoll betrachtet und gerne zugesagt, weil für die weitere Entwicklung des Ulmer Basketballs auch die Rahmenbedingungen stimmen müssen.

Welche Rolle spielt da der Vereinsbeirat? Stoch: Der Beirat, mit seinen Mitgliedern aus ganz unterschiedlichen Bereichen, kann hier ein wichtiges Hilfsmittel sein, um die notwendige Vernetzung zu schaffen – sowohl in Wirtschaft und Gesellschaft, als auch in die politischen Entscheidungsgremien hinein. Da bringe ich mich gerne unterstützend ein. Welche Bedeutung hat in Ihren Augen der OrangeCampus für den Basketball in der Region? Stoch: Das Projekt des OrangeCampus stellt für mich die große Chance dar, den Basketball längerfristig und nachhaltig auf dem Profiniveau in Ulm zu verankern. Etwas konkreter bitte. Stoch: Wir alle wollen doch eigentlich, dass auch Kinder und Jugendliche aus der Region irgendwann mal den Schritt in die Erstligamannschaft oder sogar in die Nationalmannschaft schaffen. Dafür muss in die Ausbildung investiert werden. Und dass uns ganz Basketball-Deutschland, aber auch andere Sportarten um das Konzept des OrangeCampus beneiden, sagt doch schon alles. Der Spatenstich ist erfolgt. Was muss jetzt passieren, dass der OrangeCampus

MÄR 2013 Erste Standortüberlegungen für den OrangeCampus

2013

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MÄR 2014 Eingrenzung der möglichen Grundstücksflächen

2014

zeitnah realisiert und das von allen erhoffte gute Projekt wird? Albsteiger: Die nächsten gut eineinhalb Jahre werden arbeitsintensiv. Der Bau ist das Eine, die restlichen Gelder aufzubringen das Andere. Die Arbeiten laufen bereits auf Hochtouren und wir alle sind kräftig dabei, Mitglieder und Spenden einzuwerben. Bei beidem bin ich also guter Dinge, dass es erfolgreich gelingen wird. Und dann steht der Eröffnung im Frühsommer 2020 nichts mehr im Weg. Ein Schwerpunkt wird die Jugend- und Nachwuchsarbeit sein. Welchen Stellenwert hat diese für eine Kommunalpolitikerin wie Sie? Albsteiger: Als Kommunalpolitikerin und Sportbegeisterte finde ich es toll, wie sich die Städte in Sachen Sport die letzten Jahre entwickelt haben. In vielen ProfiBereichen sind wir Spitzenklasse – eben im Basketball, im Turnen, in der Leichtathletik und Vielem mehr – aber die Ergänzung durch die sportliche Nachwuchsarbeit gibt dem Ganzen erst ihren einzigartigen und unschätzbaren Wert. Daraus spricht auch die zweifache Mutter ... Albsteiger: ... von zwei Töchtern. Als solche weiß ich wie wichtig es ist, die

SEP 2014 Fokussierung auf das alte Donaubad Gelände

NOV 2014 Erste Entwürfe entstehen


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„DURCH SPORT LERNEN KINDER SOZIALES VERHALTEN, DURCHHALTEVERMÖGEN UND TEAMGEIST.“

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richtigen Bewegungsangebote für die Kinder und Jugendlichen vor Ort zu haben. Initiativen wie die MiniOffensive oder auch die SchoolsLeague sind absolute Vorzeige-Projekte. Stoch: Neben der Förderung des Spitzensports hat der OrangeCampus doch auch die ganz wichtige Aufgabe, jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, gemeinsam Sport zu treiben und sich fit zu halten. Mehr als 500 Kinder und Jugendliche profitieren heute schon von der hervorragenden Jugendarbeit im Ulmer Basketball. Gerade wegen meiner früheren Aufgabe als Sportminister unseres Landes ist es mir so wichtig, dass wir junge Menschen für den Sport begeistern. Warum ist der Sport so wichtig? Stoch: Nirgends sonst lernen Kinder und Jugendliche, was körperliche Fitness und damit Gesundheit, Durchhaltevermögen, aber auch soziales Verhalten und ein funktionierender Teamgedanke bedeuten. Sport hat einen unschätzbaren Wert.

VEREINSBEIRAT DES BBU ’01 E.V. Im Vereinsbeiratsgremium sind neben Beiratssprecher Prof. Dr. Gerald Huber (Pharmazeut & Betriebswirt) sechs weitere Experten aus unterschiedlichen Professionen aktiv: Katrin Albsteiger (Politikerin, CSU), Jan Leis (Geschäftsführer, FIDES Gruppe), Jürgen Rechenberger (Rechtsanwalt, Advorange), Andreas Stoch (Politiker, SPD), Hans-Uli Thierer (ehemaliger Lokalchef, SWP) und Manfred Weydmann (Wirtschaftsprüfer, Unruh, Johne und Partner).

JAN – MÄR 2015 Vorstellung der Pläne in Stadtverwaltung und Stadtgremien

2015

2016

Sehen Sie noch Fallstricke für den OrangeCampus? Albsteiger: Ich habe keinen Zweifel, dass alle anstehenden Herausforderungen gemeistert werden. Das Team rund um den OrangeCampus arbeitet fleißig und strukturiert, ist mutig und motiviert, weiß, wovon es spricht und hat auch in der Vergangenheit schwierige Situationen zu meistern gewusst – also die besten Voraussetzungen für alles, was da kommt. Stoch: Ich sehe jetzt, nachdem der Spatenstich vollzogen ist, keine wirklichen Fallstricke mehr. Die Diskussionen über den OrangeCampus sind ja in den vergangenen Monaten intensiv geführt worden. Ich denke, dass alle Argumente ausgetauscht sind und nun alle mit voller Energie hinter der Verwirklichung und Umsetzung stehen. Wenn jetzt der Bau-

JUL 2016 Einreichung des Baugesuchs

SEP 2016 Beschluss des Bebauungsplans durch die Städte Ulm & Neu-Ulm

fortschritt glückt und alles gut klappt, wird das Projekt planmäßig fertiggestellt werden können. Welche Bedeutung messen Sie einem mitgliederstarken Verein bei? Stoch: Für mich, der ich in einem Sportverein groß geworden bin, sind die Mitglieder die Basis für alles, vor allem im Breitensport. Das gleiche gilt aber auch für den Spitzensport, weil es Spitzensport ohne einen funktionierenden Breitensport im Verein nicht geben würde und gleichzeitig der Breitensport vom Image und Erfolg des Spitzensports profitiert. Deshalb ist es wichtig und richtig, dass hinter dem Ulmer Basketball und dem OrangeCampus nicht ein Retortenverein steht, sondern ein Verein, der sich auf die Mitglieder stützen und sich auf sie verlassen kann. Aus diesem Grund werbe ich dafür, dass viele Basketballfans auch Mitglied werden, weil nur dann dieses starke Fundament auch trägt. Albsteiger: Es ist absolut wichtig, heutzutage einen mitgliederstarken Verein im Rücken zu haben. Der Verein im Rücken erdet enorm und die Mitglieder zeigen durch ihre Mitgliedschaft die Verbundenheit zum Basketball, zur Mannschaft, zur Kinder- und Jugendarbeit und natürlich zu den Zielen des Vereins. Niemand ist alleine stark – wo sonst weiß man das so gut, wie im Sport? Eine sportliche Frage zum Schluss: Wo landet ratiopharm ulm in dieser Saison? Albsteiger: Es ist nicht immer einfach im Sport, aber wenn es einfach wäre, dann könnte es ja jeder. Ich bin sicher, die Jungs werden nochmal richtig aufdrehen. Wenn’s nach mir geht, darf es so weit wie möglich nach oben gehen. Stoch: Nach dem schwierigen Saisonstart halte ich das Erreichen der Playoffs immer noch für möglich. Und wenn wir das schaffen, sollten wir zumindest das Halbfinale erreichen. Mit einem Quäntchen Glück kann auch noch mehr gehen.

JAN 2017 Beschluss des Erbbaurechts durch die Städte Ulm & Neu-Ulm

2017

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FEB 2017 Rodung des Geländes

MAI 2017 Erteilung der Baugenehmigung


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ORANGE CAMPUS FAKTEN Über den OrangeCampus ist schon sehr viel gesprochen und geschrieben worden – und dass, obwohl das Nachwuchsleistungszentrum erst im Frühjahr 2020 eröffnet werden soll. Hier ein Fakten-Überblick über ein Projekt, das drei Sporthallen sowie einen Athletik- und Gesundheits-Bereich umfasst und zusätzlich noch Platz für Gastronomie, Verwaltung sowie einen OutdoorSportbereich bietet.

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NUTZUNG:

95 Prozent der Belegungszeit gehört dem Nachwuchs. Das Profiteam von ratiopharm ulm erhält als ordentlicher Mieter nur einen kleinen Teil der Hallenzeiten. Platz ist für rund 1.000 (Nachwuchs-)Sportler.

BAUVORHABEN: Unterschieden wird zwischen einem förderfähigen Teil, für den der Verein (BBU ’01 e.V.) Zuschüsse der Städte und vom WLSB erhält, und einem gewerblichen, nicht förderfähigen Teil. Der Verein baut: Drei Sporthallen, Umkleidekabinen, Athletikbereich, Vereinsräumlichkeiten. Die Investoren bauen: Gesundheitsbereich, Gastronomie, Verwaltungs- und Bürogebäude. FINANZIERUNG:

Der Verein benötigt 12,07 Mio. Euro. Der Verein stemmt 6,56 Mio. an Eigenmitteln (Eigenkapital von 2,68 Mio. und Tilgungs-Darlehen der Städte über 3,88 Mio.). Der Verein erhält Zuschüsse in Höhe von 5,51 Mio. (die Stadt Ulm gibt 3 Mio., die Stadt Neu-Ulm 1,5 Mio. und der WLSB 0,58 Mio. an Baukostenzuschüssen, zusätzlich gibt es einen Sportgerätezuschuss von 0,43 Mio.)

INVESTOREN:

Sie stemmen 13,03 Mio. Euro (1,55 Mio. Grundstückskosten – für den Teil des Grundstücks, das die Investoren den Städten abkaufen – sowie 11,48 Mio. Baukosten). Die Investoren bringen Eigenkapital von 3 Mio. Euro und finanzieren die restliche Summe über Tilgungs-Darlehen der Partner-Banken (bestehend aus VR-Bank Langenau-Ulmer Alb eG, VR-Bank Neu-Ulm eG und VR-Bank Laupheim-Illertal eG).

ARBEITSPLÄTZE:

Im OrangeCampus werden mehr als 150 Menschen Arbeit finden.

UNTERSTÜTZUNG: Um das nötige Eigenkapital für den förderfähigen Teil aufbringen zu können, ist der Verein auf Spenden angewiesen. Spender erhalten ab einem Betrag von 111 Euro eine Namensplakette (11 cm x 11 cm groß) an der WALL OF FAN. Spenden unter: orangecampus.one PARTNER: Uzin Utz (Ankermieter), FIDES (Projektsteuerung), Schmid (GeneralBauunternehmer), nps (Bauprojektmanagement), Ott Ingenieure (Ingenieur-Büro), Scherr + Klimke (Architekten), Stattix (Statiker)

JUL 2018 Beschluss der Förderung durch die Städte Ulm & Neu-Ulm

2018

15.10.2018 Die Baustelle wird eingerichtet

07.11.2018 Der Spatenstich für den OrangeCampus wird vollzogen

2019

FRÜHJAHR 2020 Geplante Eröffnung des OrangeCampus

2020


Preise im Gesamtwert von

100.000 € Der Wettbewerb

für baden-württembergische Sportvereine Bis zum 31.12.2018 anmelden auf:

sportjugendfoerderpreis.de

Preisgeld für den Landessieger

6.000 €


INTERVIEW

ESPORTS

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ORANGEZONE 02

TEXT Florian Eisebitt FOTO Alexander Fischer, MediaMarkt E-Business, Florian Eisebitt

Der gewöhnliche Zocker weiß nicht, wa Schlu ist.

MEHR ALS NUR EIN SPIEL MAX ERKLÄRT SEINE FASZINATION FÜR DAS PHÄNOMEN ESPORTS.

Maximilian Nieß hat sich gegen mehr als 50 Bewerber in einem Try-out durchgesetzt und ist seitdem Mitglied von ratiopharm ulm eSports. Der 19-jährige Jurastudent lebt in Trier und spielte als Jugendlicher gegen den aktuellen NBA-Spieler Isaac Bonga. Im Interview erklärt Max, warum eSports mehr als Daddeln ist und welche Fähigkeiten ein guter digitaler Athlet braucht. Max, können eSportler eigentlich auch auf echtem Parkett zocken? Ich spiele seit ich sechs Jahre alt bin aktiv Basketball. Zuerst auf dem Freiplatz und dann mit elf Jahren auch im Verein. Mit meinem Trierer Team habe ich auch gegen die Jugendteams der Fraport Skyliners und Giessen 46ers gespielt. Bei Koblenz war damals noch der jetzige NBA-Profi Isaac Bonga dabei.


INTERVIEW

ESPORTS

Also standest du damals im direkten Duell mit Isaac Bonga? Zumindest habe ich ein paar Mal gegen ihn verteidigt – oder es zumindest versucht. Seine Ambitionen und sein Talent waren auch damals schon spürbar. Da war schon abzusehen, dass er eine erfolgreiche Karriere vor sich hat. Ist es ein komisches Gefühl, wenn Spieler, gegen die du früher selbst gespielt hast, jetzt auch als virtuelle Charaktere auf der Konsole spielbar sind? Natürlich ist das komisch. Wenn man zurück denkt, dann waren wir damals ja auf einem ähnlichen Niveau. Seit wann verbindest du deine Leidenschaft zum Sport mit dem eSport? Die NBA2K-Reihe spiele ich seit 2008, damals noch offline gegen Freunde. Ich würde sagen, ich war ein ganz normaler Freizeit-Zocker. Erst im letzten Jahr habe ich dann angefangen online neue Gegner zu suchen. Ich habe im Internet nach Gleichgesinnten gesucht, die anders als meine Freunde damals nicht nur die reine 5-gegen-5-Simulation spielen, sondern mit einem einzelnen Spieler im Pro-AM-Modus antreten. Über eine Facebook-Gruppe habe ich die ersten Kontakte geknüpft. Unter anderem war auch ein Vertreter von „Bundesdunk“ dabei, der mich Swen Müller (Gründer von Bundesdunk, aktuell Trainer bei ratiopharm ulm eSports) vorgestellt hat. Swen hat mich dann auch in die zweite Mannschaft von Bundesdunk berufen. Daraufhin hat es seinen Lauf genommen. Schaffst du es jetzt überhaupt noch selbst in der Halle zu stehen? Momentan leider nicht, da ich noch verletzt bin. Ich hatte im letzten Jahr andauernde Krämpfe im Fuß und in der Wade. Hauptursache war meine falsche Ernährung. Dafür gehe ich jetzt sechs Tage die Woche ins Fitnessstudio, habe meine Ernährung umgestellt und im letzten halben Jahr

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über 30 Kilo abgenommen. Ganz raus aus der Halle bin ich aber nicht. Ich trainiere eine U16- und U18-Mannschaft beim TVG Baskets Trier. Ist der eSport für dich ein Ersatz zum realen Basketballsport? Als Ersatz würde ich es nicht bezeichnen. Während meiner Verletzung war es vielleicht ein Ersatz, aber ich weiß, dass ich bald wieder aufs Parkett kann. Wie hat dein Umfeld eigentlich auf dein eSport-Engagement reagiert? Meine Eltern waren sehr überrascht, als sie erfahren haben, dass ich zu einem Tryout eingeladen wurde. Sie haben gar nicht gewusst, wie aktiv ich mich darauf vorbereitet habe. Deswegen musste ich meinen Eltern erstmal alles ausführlich bei einem Gespräch erklären. Wie lief dieses Gespräch ab? Mein erstes Spiel habe ich damals über den Amazon-Account meiner Mutter bestellt. Nachdem ich das Spiel dann in den Händen hatte, habe ich regelmäßig abends gespielt und irgendwann waren meine Eltern einfach neugierig und haben gefragt, was ich denn treibe. Also habe ich ihnen erklärt, worum es geht, habe von meiner aktiven Teilnahme in der Facebook- und Twitter-Community berichtet und mit welchen Ambitionen ich das Spiel verfolge. Mittlerweile schauen sich meine Eltern unsere Livestreams an und fiebern mit. Auch meine Freunde sind begeistert.

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Eine Diskussion die immer wieder aufkeimt: Ist eSport ein „richtiger“ Sport? Also für mich steht fest: Ja. Ich vergleiche es gerne mit Schach. Sicherlich geht es in erster Linie nicht um die reine körperliche Betätigung, aber es ist eine hohe Konzentration sowie eine schnelle Auffassungsgabe und Reaktionsgeschwindigkeit gefragt. Es ist also ein Sport, der weniger mit dem Körper, sondern mehr mit dem Kopf ausgeübt wird. Wenn du also nicht mit 110 Prozent bei der Sache bist, verlierst du deine Spiele. Wie viel Zeit in der Woche verbringst du vor der Konsole? Seit meinem Studienbeginn im Oktober bin ich etwas eingeschränkter. Unter der Woche bin ich ab 20 Uhr ungefähr für drei Stunden online. Mir ist es aber auch wichtig, weiterhin Zeit mit meinen Freunden zu verbringen. Deswegen halte ich mir die Wochenenden prinzipiell frei. Wenn du unter der Woche an der Konsole sitzt, trainierst du dann auch regelmäßig mit dem Team ratiopharm ulm eSports? Ja, wenn ich spiele, dann zusammen mit dem Team. Normalerweise verabreden wir uns vormittags und vereinbaren eine Trainingszeit für den Abend. Sollte dann bei einem unserer Starter die Konzentration nachlassen, dann haben wir immer noch die Möglichkeit einen Spieler auszuwechseln.


INTERVIEW

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„Für mich ist eSports vergleichbar mit Schach.“

Du hast gerade das Thema Konzentration nochmal angesprochen. Was unterscheidet einen „gewöhnlichen Zocker“ von einem eSportler? Ich würde sagen, der „gewöhnliche Zocker“ weiß nicht wann Schluss ist. Als eSportler ist es wichtig, sich selbst gut einschätzen zu können. Nach drei Partien auf hohem Niveau merke ich, dass meine Auffassungsgabe und Reaktionsgeschwindigkeit sinkt und dann mache ich auch Schluss. Wenn ihr jetzt als Team miteinander trainiert, sitzt trotzdem jeder bei sich zu Hause. Wie funktioniert das mit der Kommunikation? Das ist eigentlich ganz einfach. Wir starten einfach eine sogenannte Party auf der Playstation – das ist in gewisser Weise wie ein Skype-Call. Während wir also jeder vor der eigenen Konsole sitzen, können wir über ein Headset miteinander kommunizieren. Dann gehen wir im Pro-AM-Modus in die Halle und warten bis alle Teammitglieder dort sind. Und schon können wir miteinander antreten. Geht es in euren Matches dann um die Qualität als Team oder die einzelnen Stärken eurer erstellten Charaktere? Ich würde sagen, das ist eine Mischung aus beidem. Die Attribute der erstellten Charaktere spielen schon eine Rolle. Deshalb gibt es fast keine reinen Spezialisten, sondern es ist wichtig, dass die einzelnen Charaktere starke Allround-Qualitäten aufweisen. Und da drei Punkte mehr als zwei zählen, sollte jeder Spieler Dreier werfen können. Und dann ist die Team-Chemie gefragt. Da Pässe in NBA2K19 sehr leicht abzufangen sind, funktioniert viel über klassisches Pick&Roll, Pick&Pop und Give&Go. Das sind ganz simple Systeme, die das Spiel zulässt.

Gibt es für dich ein Vorbild in der eSport-Szene? Nein, das kann ich so nicht sagen. Im weitesten Sinne ist aber Jannis Neumann (JLB) ein Vorbild für die deutsche NBA2K-Community. Immerhin hat er es geschafft, Teil von Mavs Gaming zu sein. Er ist ein gutes Beispiel dafür, dass man auch im deutschen eSport-Bereich etwas erreichen kann, wenn man hart an sich arbeitet. Ihr habt auf der Gamescom in Köln und der EGX in Berlin bereits erste Erfahrungen mit NBA2K-Turnieren und damit verbundenen Bühnenauftritten gesammelt – wie war das für dich? Das war extrem cool. Der Auftritt auf der Gamescom war unser erster, das war für mich ziemlich ungewohnt. Da war ich auch sehr aufgeregt. Auf der EGX war es sogar noch ein Stück besser – dort gab es eine richtige coole Bühne und eine professionelle Anmoderation. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich hoffe da kommt noch mehr.

PHÄNOMEN ESPORTS Die Ursprünge des eSports liegen in den 1990er Jahren. Mittlerweile fasziniert das Phänomen weltweit 380 Millionen Menschen. Allein in Deutschland wird die Zielgruppe auf 6,4 Mio. Fans geschätzt – 3 Mio. davon sind selbst aktiv. Seit August 2018 existiert ratiopharm ulm eSports, ein Team mit acht Mitgliedern. Gespielt wird dabei die Basketball-Simulation NBA2K. Im sogenannten „Pro-AM“ Modus stehen sich zwei Teams mit je fünf Spielern gegenüber. Jeder eSportler ist dabei für einen Spieler (Charakter) verantwortlich. Die Fähigkeiten des jeweiligen Charakters können durch Training verändert werden. Weitere Informationen unter: esports.ratiopharmulm.com


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HISTORY

THROWBACK THURSDAY

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#ThrowbackThursday 38

OKT

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2009 TEXT Florian Eisebitt FOTO Thilo Hensel

COLD AS ICE

Wie der zweitbeste Distanzschütze der Saison 2008/09 ein Spiel auch ohne Wurfglück entscheidet. Wir schreiben das Jahr 2009. Kurz nach dem Jahreswechsel zieht eine Kältewelle über Deutschland. Die erste Monatshälfte des Januars gestaltet sich bitterkalt mit strengen Frösten bis zu -20 Grad. Für die Ulmer, die am Abend des 10. Januar in Nördlingen zu Gast sind, soll Lee Humphrey, der sonst mit einem brandheißen Händchen besticht, dank eiskalter Nerven zum Matchwinner werden. Doch von vorn. Am letzten Hinrunden-Spieltag der Saison 2008/09 reisen die von Mike Taylor gecoachten Ulmer mit dem Bus in das nur 83 Kilometer entfernte Nördlingen. Während des Warm-Ups laufen die obligatorischen Wurf-Drills. Ein Ball nach dem anderen zischt durch die Reuse. Allen voran Lee Humphrey, der in der laufenden Saison bereits 40 Dreier (38,1%) versenkt hat, trifft Jumper um Jumper.

79:80 NÖRDLINGEN

VS.

ULM

19.30 Uhr – los geht’s! Humphrey steht, wie bereits 16 Mal zuvor, in der Starting Five. Doch irgendetwas ist anders. Es vergehen mehr als 13 Minuten, bis sich der zottelhaarige Humphrey mit einem Defensiv-Rebound erstmalig in die Statistik einträgt. Anderthalb Minuten später dann der erste Wurf – ein Dreier – daneben. Es folgt ein Steal, doch bis zur 38. Spielminute scheint das Wurfhändchen von Lee Humphrey wie eingefroren. Beim Stand von 65:71 gelingt dem sonst so treffsicheren Guard der erste Korberfolg – aus der Nahdistanz.

TROTZ WURFPECH DEN GAME WINNER VERSENKT Doch von Winterzauber keine Spur. Die Ulmer verspielen ihren Acht-Punkte-Vorsprung innerhalb von zwei Minuten. Als die 3.000 Zuschauer beim Stand von 79:79 bereits mit der Verlängerung rechnen, bekommt ausgerechnet der wohl blasseste Spieler des Abends den Ball an der 6,25-Meter-Linie. Dreier?! Denkste! Lee Humphrey wird von Oswaldo Jeanty gefoult. Und wer dachte, dass das Händchen von Humphrey jetzt endlich auftauen würde, irrte. Der erste Freiwurf tanzt auf dem Ring. Daneben. Auch der zweite – nicht drin! Sollte die Partie wirklich in die Overtime gehen? Nein! Wie zuvor im Warm-Up zischte der letzte Freiwurf durch die Reuse! 79:80. Eiskalt – Lee Humphrey.

HISTORY SATT – JEDEN DONNERSTAG NEU! Jeden Donnerstag kramen wir für euch in der Ulmer Historie und präsentieren euch auf Facebook, Twitter und Instagram eine weitere kleine Geschichte aus den Club-Annalen. Sportlich, persönlich oder kurios – und immer mit dem Hashtag #TBT versehen. Folgt uns:


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OrangeZone.Mag #2 2018/19  

INHALT 04 Nice Shot Ismet Akpinar 06 Fastbreak Deutsche in der NBA, Ryan Thompson, Katins Traumfrau. 10 By the Numers Statist...

OrangeZone.Mag #2 2018/19  

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