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Geld und Währungen Das Papiergeld wird zuerst von den Chinesen eingeführt und findet bereits im 9. Jahrhundert weite Verbreitung. Goldschmiede kommen auf die Idee, Goldmünzen aufzubewahren und über den Goldwert eine Quittung auszustellen. Den Eigentümern erleichtert das die Bewachung oder den Transfer ihres Vermögens. Dafür verlangen die Goldschmiede eine Gebühr. Nach und nach beginnen die Menschen, diese Quittungen als Zahlungsmittel zu benutzen. Aus Goldschmieden sind Geldwechsler geworden. Da man schnell bemerkt, dass die Eigentümer des Geldes nie alle gleichzeitig auf ihr Geld zurückgreifen, kommen die neuen Geldwechsler auf eine lukrative Idee: Sie bringen mehr Quittungen in Umlauf, als sie an Gold lagern und begründen damit die künstliche Geldschöpfung. Aus den Quittungen werden später Banknoten, aus den Goldschmieden

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Edelmetalle in Barrenform als Geld zu nutzen. Barren mit einem einheitlichen Gewicht heißen Minas, Schekel oder Talente. Später werden die Gewichte durch den Staat amtlich beglaubigt. In dieser Form dient Geld nun nicht mehr nur als Zahlungsmittel, sondern auch als Recheneinheit für die Preise und zur Aufbewahrung des Vermögens. Die ersten Münzen werden dann im siebten Jahrhundert vor Christus von Kaufleuten im heutigen Gebiet der Türkei geprägt. Ab dem dritten Jahrhundert vor Christus handeln die Griechen schon in großem Umfang mit Münzen aus Gold, Silber und Kupfer. Damals sind Edelmetalle knapp, und anders als heute leidet die Wirtschaft eher an einem Mangel an Geld als an einem Überfluss. Ein Grund für die Geldknappheit liegt darin, dass viele Menschen die Edelmetalle dazu benutzen, ihr Vermögen zu horten – und das Geld so dem Wirtschaftskreislauf zu entziehen. Heute stehen wir vor dem umgekehrten Problem: Die Welt schwimmt im Geld, von dem ein wachsender Teil nicht mehr für den Handel mit realen Gütern benötigt und stattdessen in die Spekulation gesteckt wird. Seit den 1970er-Jahren investieren Anleger – auf Wertsteigerung spekulierend – einen Großteil ihres Geldes in Devisen, Immobilien, Rohstoffe oder sonstige Vermögenswerte.

GOOD BANK  

Alternatives Banking, GLS Bank

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