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1 1 E T A D UP rojekten in Burma Neuigkeiten aus den ora-Patenp

Oktober

Unverzichtbarer Reis

Reis ist Grundnahrungsmittel Nummer 1 in Burma. Ein ausreichender Vorrat und eine effiziente Verarbeitung der winzigen Körner sind unverzichtbar - auch in den Kinderheimen, die ora international dort unterstützt. Eines wurde in diesem Jahr um eine neue Reismühle und ein großes Vorratssilo erweitert. Eine Investition in die Zukunft. [1]


Ein kleines Korn mit großer Bedeutung Reis ist das weltweit wichtigste Grundnah-

dem Kinderheim, an das die Anlage angeglie-

rungsmittel, zwei Milliarden Menschen beziehen sogar 90 Prozent ihrer Kalorien aus dem Verzehr der Körner. Dazu gehören ohne Zweifel auch die meisten Kinder, Frauen und Männer in Burma. Sie leben in Armut – und ihre Ernäh-

dert ist, große Mengen unverarbeiteten Reis auf Vorrat zu kaufen, ihn dann selbst zu verarbeiten und damit haltbar zu machen. Das Silo, in dem der Reis gelagert wird, fasst 100 Ton-

rungssicherheit ist stets von Einfuhrbeschränkungen, Preisschwankungen an den internationalen Märkten und Naturkatastrophen, wie dem 2008er Zyklon „Nargis“ bedroht. Auch für die Kinder in den Heimen, die ora international im „Goldenen Dreieck“ unterstützt, bedeutet diese Situation eine ständige

Wie viel Reiskörner wohl in dieser Schüssel sind? Genug für alle!

Gefahr. Diese aber ist nun geringer geworden, denn der ora-Partner Allianz „Rettung für Kindersoldaten“

nen der unverzichtbaren Körner – weit mehr als

hat eine neue Reismühle inklusive großem Silo aufgebaut. Dies

die 180 jungen Bewohner des Kinderheims im Jahr verbrauchen. Und das bei einer Ersparnis von rund 25 Prozent! Doch damit nicht genug. Nicht nur, dass die Kosten für die Anschaffung des Reises um

erlaubt es

rund ein Viertel sinken, sogar die Abfallprodukte der Reismühle sorgen dafür, dass die Ernährung der Kinder im ora-Heim noch sicherer – und vor allem gesünder wird. Denn die Hülsen, die durch das Mahlen von dem Reiskorn getrennt werden, sind ein gefundenes Fressen für Schweine und Hühner. Und deren „Abfall“ wiederum ist Dünger für die Algen, die in den Fischteichen des Heimes wachsen und den Fischen als Nahrung dienen. Der Reis selbst, das Fleisch von Schweinen und Hühnern und die Fische sorgen für einen ausgewogenen und gesunden Speiseplan der Kinder. Und darauf soll bald zwei Mal pro Woche Fleisch oder Fisch stehen, nicht, wie bisher, nur einmal. Das schmeckt nicht nur gut, die zusätzlichen Nährstoffe

Die Reisernte erfordert den großen Einsatz vieler Menschen. Vom Ertrag werden dann alle satt. [2]


stärken die Kinder

Große Kapazität: Die moderne Reismühle des oraPartners in Burma.

und helfen ihnen g e s u n d a u f z uwachsen. Viele der Mädchen und Jungen hätten dies vor nicht allzu langer Zeit nicht einmal zu träumen gewagt. Als Kindersoldaten lebten sie in Baracken, ständig dem Terror ihrer „Offiziere“ ausgesetzt, ständig in Angst – und ständig hungrig. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, wie sehr sich die Investition in die neue Reismühle

genüber, der sich materiell gar nicht ausdrücken lässt. Niemand kann einen Preis festlegen für die wieder gewonnene Lebensfreude dieser Kinder. Wir sind froh, dass wir sie in eine bessere Zukunft begleiten dürfen. Und wir danken allen, die – als Pate, Förderer oder Spender –

und das Silo gelohnt hat. Denn den Baukosten von rund 20.000 Dollar steht ein Nutzen ge-

an unserer Seite stehen.

Viele hungrige Kinder wollen satt werden. Da braucht es eine große Schöpfkelle ...

Die Kinder im Mittelpunkt ...

... das Umfeld nie im Abseits!

Die neue Reismühle ist Teil des Kinderheims und kommt zuerst Kindern zugute. Aber nicht zuletzt profitieren auch die Bewohner der umliegenden Dörfer. Im ersten Jahr rechnet John Miller, Direktor der Allianz „Rettung für Kindersoldaten“ mit 800 potenziellen Nutzern aus den umliegenden Dörfern. Im zweiten Jahr sollen es schon 2.000 sein. Auch für diese Menschen bedeutet die Reismühle mehr Ernährungssicherheit und zugleich eine Ersparnis. Denn sie müssen nur wenig zahlen, um die Mühle nutzen zu können. Und von diesem Wenigen behält das Kinderheim sogar noch einen Gewinn ein, der wiederum den Kindern zugute kommt.

[3]


Hintergrund: Ernährung in Burma Über zwei Drittel der arbeitenden Bevölkerung Burmas ist in der Landwirtschaft beschäftigt. Der Sektor trägt rund 50 Prozent zum gesamten Bruttoinlandsprodukt des Landes bei. Gleichzeitig hat fast jeder fünfte Einwohner nicht genügend zu essen. Fast neun Millionen Menschen sind unterernährt. Noch größer ist der Anteil der Kinder. Fast jedes dritte Kind ist unterernährt und untergewichtig oder hat gar schon Entwicklungsstörungen erlitten. Schuld an dieser Situation ist die oftmals vollkommen verfehlte Wirtschaftspolitik der herrschenden Militärjunta, die es nicht schafft, die Lebensmittel, die in ausreichender Menge im Land produziert werden, so zu verteilen, dass alle satt werden. Hinzu kommt, dass Burma trotz einer weitgehenden internationalen Isolierung nicht unabhängig ist von schwankenden Weltmarktpreisen. Einen nicht zu unterschätzenden Einfluss übt auch China aus. Der wichtigste Handelspartner Burmas hat durchaus die Macht, einzelne Bevölkerungsgruppen von der Versorgung mit dem überlebenswichtigen Reis auszuschießen. Hinzu kommt, dass die burmesische Reisproduktion immer wieder unter Naturkatastrophen leidet. Der Zyklon „Nargis“, der 2008 rund 20 Prozent der Ernte zerstörte ist hierfür nur das bekannteste Beispiel. Insbesondere in den Grenzregion, dort wo die ethnischen Minderheiten leben, wo es seit Jahrzehnten Konflikte um Autonomie und Selbstbestimmung gibt, wo oft sogar Drogenbarone herrschen, hungern viele Menschen. Und auch die Kindersoldaten, die in dieser Region häufig rekrutiert werden, bekommen nur selten genug zu essen. Gerade deshalb ist die neue Reismühle nahe dem Kinderheim, wo die ora-Patenkinder untergebracht sind, so wertvoll. In einem Teil des Landes, in dem Hunger sehr wahrscheinlich ist, schafft sie Sicherheit und sorgt für eine gesündere Ernährung zahlreicher Kinder, Frauen und Männer.

Impressum

ora international Am Ziegelgrund 31 34497 Korbach Layout: Samuel Waldeck Text: Matthias Boos Telefon: 0 56 31/95 05 0 Email: info@ora-int.org info@patenherz.de www.ora-international.de www.patenherz.de

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Patenupdate Burma Oktober 2011