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Jahresbericht 2010


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Inhalt

Inhalt Über ora 3 Editorial: Nachhaltige Veränderung 4 Vorstandsbericht zum Geschäftsjahr 2009/2010 6 Arbeitsschwerpunkte und Ziele 7 Organisationsstruktur: Organigramm und Vereinsfunktionen 8 Leitbild und Werte

Projektarbeit 9 ora Projekte weltweit 10 Geförderte Projekte im Geschäftsjahr Maßnahmen und Aktivitäten

Finanzen 24 Einnahmen im Finanzjahr und Mittelverwendung 25 Erläuterungen zu Einnahmen und Ausgaben 26 Testat des Wirtschaftsprüfers 27 Kontrolle und Transparenz: Vertrauen ist die Basis 28 Finanzbericht 2009/2010 29 Bilanz 30 Erläuterung zur Bilanz 31 Selbstverpflichtungserklärung des Deutschen Spendenrats

Impressum ora international Deutschland e. V. christlich-überkonfessionelles Hilfswerk

Beirat: Thorsten Brandau, Kristian Furch, Marcus Hausner, Pastor Lars Jaensch, Dipl. Rel. Päd. Andreas Späth, Prof. Dr. Helmut Wannenwetsch

Spendenkonten: Postbank Frankfurt, 50-609, BLZ 500 100 60 Sparkasse Waldeck-Frankenberg, 7500, BLZ 523 500 05

Am Ziegelgrund 31, 34497 Korbach Telefon: 05631-9505-0 Fax: 05631-9505-50 Email: info@ora-int.org www.ora-international.de

Redaktion: Jochen Hackstein, Claudia Black, Katharina Hofinger Telefon: 05631-9505-40, Email: c.black@ora-int.org

Spenden an ora international Deutschland e. V. sind steuerlich absetzbar. ora ist durch Genehmigung des Finanzamtes Korbach als gemeinnützig, mildtätig und besonders förderungswürdig anerkannt.

1. Vorsitzender: Matthias Floreck 2. Vorsitzender: Jochen Hackstein

Fotonachweis: Sofern nicht anders vermerkt, alle Rechte im Besitz von ora international.

Hinweise: Abdrucke von redaktionellen Beiträgen oder Fotos nur mit schriftlicher Genehmigung durch die Redaktion.

DTP: Samuel Waldeck, Jan Hassenpflug Druck: ora international, Korbach


Editorial

Matthias Floreck 1. Vorsitzender

Jochen Hackstein 2. Vorsitzender

Liebe Freunde und Förderer, liebe Leserinnen und Leser, dank vielseitiger Unterstützung blicken wir auf ein

ora hat sich dem Schutz von Kindern verschrieben,

erfolgreiches Geschäftsjahr 2009/2010 zurück. Wir

die von Armut, Krankheit und Ausbeutung betroffen

möchten Sie an unserer Arbeit, den besonderen Hö-

sind. Im November 2009 jährte sich die Verabschie-

hepunkten und auch Herausforderungen teilhaben

dung der UN-Konvention über die Rechte des Kindes

lassen. Der Jahresbericht - ein wesentlicher Teil der

zum 20sten Mal. Auch ora verändert durch gezielte,

Transparenz, zu der wir uns verpflichten - gibt Aus-

ganzheitliche und individuelle Hilfe das Leben von

kunft über Aktivitäten im Geschäftsjahr vom 1. Juli

Kindern und Familien in 22 Ländern weltweit. Die

2009 bis 30. Juni 2010 und beschreibt im Detail, was

Zahlen von Unicef aus dem Jahr 2009 erinnern uns

mit den uns anvertrauten Geldern geleistet wurde.

daran, dass es noch viel zu tun gibt: • 8,8 Millionen Kinder starben vor ihrem fünften

Das verheerende Erdbeben in Haiti im Januar 2010

Geburtstag, davon starben vier Millionen im ersten

zählte zu den besonderen Herausforderungen und

Lebensmonat.

prägte das Geschäftsjahr wesentlich. Wir konnten rasche und effiziente Katastrophenhilfe leisten. Doch

• 148 Millionen Kinder unter fünf Jahren waren unterernährt.

das Land, dessen Entwicklung um Jahrzehnte zu-

• 101 Millionen Kinder besuchten keine Grundschule.

rückgeworfen wurde, braucht noch lange, um sich

• 1,2 Millionen Kinder werden jährlich Opfer von

von der Katastrophe zu erholen. ora international

Menschenhandel.

ist es gelungen, langfristige Entwicklungshilfe in Haiti einzuleiten, um dort auch in Zukunft Kindern und

Liebe Leser, diese Umstände können wir nicht hin-

Familien zu helfen.

nehmen. ora setzt sich weiterhin für eine Welt ein, in der Kinder in einem geschützten Umfeld aufwach-

Auch innerhalb des Vereins brachte das Jahr Verän-

sen. Gemeinsam konnten wir 2009/2010 das Leben

derungen mit sich. Wir durften neue Vereins- und

vieler Menschen nachhaltig verändern. Gemeinsam

Beiratsmitglieder begrüßen und verabschiedeten

und mit der Hilfe Gottes können wir dies auch in Zu-

einige Mitglieder nach wertvollem, langjährigem En-

kunft tun.

gagement. Wir danken allen, die sich gemeinsam mit ora für Menschen in Not eingesetzt haben und dies auch weiterhin tun. Ihre dankbaren

Matthias Floreck

Jochen Hackstein

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Vorstandsbericht

Vorstandsbericht zum Geschäftsjahr 2009/2010 1. Juli 2009 bis 30. Juni 2010 Entwicklungszusammenarbeit und Projektarbeit Schwerpunkt der Arbeit von ora international im Geschäftsjahr 2009/2010 waren unser Engagement im sozialen Bereich für Rumänien und die Katastrophenhilfe für Haiti. Auch in allen anderen Projekten haben wir weiterhin aktive Hilfe leisten können. In Rumänien konnten wir insgesamt Hilfe im Wert von 2.522.586,86 Euro leisten. Damit ist Rumänien das Projektland mit den höchsten Zuweisungen. Dort sind wir vorwiegend in der Kreisstadt Gheorgheni im Nordosten des Landes tätig. Unsere effektive Entwicklungszusammenarbeit umfasst die Unterstützung von 570 Kindern durch Patenschaften aus Deutschland. 33 Jungen und Mädchen finden zudem Halt und Geborgenheit im ora-Kinderheim. Für sie wie auch für insgesamt 750 Kinder aus unseren Projekten in Sibirien und Moldawien konnten wir wieder ein Sommerlager durchführen und bedürftigen Kindern somit einen Urlaub ermöglichen. Das ora-Heim für Obdachlose und allein erziehende Mütter befindet sich weiter in der Renovierungs- und Aufbauphase. Ein Anbau konnte vorgenommen werden. Die Baumaßnahmen im Innenbereich stehen noch aus. Die Apotheke der Armen und das Kreiskrankenhaus der Stadt wurden umfangreich mit Medikamenten, Hygieneartikeln und medizinischem Zubehör beliefert. Insgesamt sind allein zwölf Lastwagentransporte gefüllt mit Hilfsgütern nach Gheorgheni entsendet worden. Nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti im Januar 2010 haben wir Soforthilfe geleistet und ein langfristiges Entwicklungshilfeprojekt einleiten können. Der Wert dieser Hilfe betrug insgesamt 444.401,70 Euro (zuzüglich 30.048,14 Euro Katastrophenhilfe). Nahrungsmittel, Medikamente, Hygieneartikel wurden zum einen eingekauft und verteilt und zum anderen auch in zwei Containerlieferungen aus Deutschland an die Bedürftigen im vom Erdbeben betroffenen Gebiet weitergeleitet. Zudem wurde eine Wasseraufbereitungsanlage installiert. Die Entwicklungszusammenarbeit mit Schwerpunkt auf Bildung, Gesundheit und Ernährung wurde in dem Dorf Lougou begonnen. Die Projektarbeit in Rumänien und Haiti sind nur zwei

Beispiele von vielen weiteren in nunmehr 22 Ländern, in denen ora tätig ist. Zudem setzt ora sich auch für die Menschenrechte von verfolgten Christen ein und ermöglicht christlich-theologische Ausbildungen in verschiedenen afrikanischen Ländern wie auch in China und Bulgarien. Insgesamt sind 34 Transporte mit Hilfsgütern verschiedener Art in sechs Länder versendet worden. Im Geschäftsjahr hat ora keine Zuwendungen aus öffentlichen Geldern bekommen. Viele Spender und Förderer haben sich an unsere Seite gestellt und erfolgreiche Hilfe möglich gemacht.

Patenschaften Im Geschäftsjahr wurden insgesamt 665.596,33 Euro an eingenommenen Spenden für Patenschaften in die Projektländer überwiesen. ora international Deutschland e.V. hatte zum 30. Juni 2010 insgesamt 2.386 Patenkinder aus Osteuropa, Asien und Afrika vermittelt. Ziele dieser Hilfe sind die ausreichende ausgewogene Ernährung, medizinische Versorgung und Bildung. Die individuelle Unterstützung variiert je nach Gegebenheiten des jeweiligen Projektlandes. Die Projektländer mit den meisten vermittelten Patenschaften sind weiterhin Rumänien, Ruanda, Moldawien und Guinea Bissau.

Öffentlichkeitsarbeit und Spenderkommunikation Zahlreiche Pressemeldungen wie auch Interviews sind über die Katastrophenhilfe von ora in Haiti, über die Befreiung von Kindersoldaten in Burma und unsere Aktivitäten zum Weltkindertag veröffentlicht worden. In neun Spender-Magazinen und 13 Aktivitätsberichten konnten wir unsere Spender und die Öffentlichkeit ausführlich über unsere Projektarbeit informieren. Bei unserer Aktion „Ein Päckchen der Freude verschenken“ konnten wir 3506 Weihnachtspakete von Spendern aus Deutschland sammeln und in unsere Projektländer nach Rumänien und Moldawien verschicken. Bei unserer Osteraktion „Nestwärme“ wurden 150 Pakete mit Erstlingsausstattung für Säuglinge in Albanien gepackt. Auch unsere Schulranzenaktion fand großen Anklang. 500 Tornister konnten an bedürftige Kinder verteilt werden. Im Geschäftsjahr hat ora zudem 104 Informationsver-


Vorstandsbericht

anstaltungen in ganz Deutschland durchgeführt – in Schulen, Seniorenkreisen, Kinderstunden, Männerund Frauenkreisen, im Konfirmandenunterricht und bei Frühstückstreffen und Gemeindeabenden verschiedener Konfessionen. Um den Bekanntheitsgrad von ora international zu erweitern, haben wir an einem neuen und erweiterten Internetauftritt gearbeitet und konnten sowohl neue Spender gewinnen als auch bestehende Spender ausführlich über unsere Projekte informieren.

Finanzen, Geschäftsstelle und Personal Wir sind dankbar für die positive Entwicklung von ora international Deutschland e.V. im Geschäftsjahr 2009/2010, denn wir konnten einen Zuwachs von 5,64 Prozent an Zuwendungen verzeichnen. Die Gesamteinnahmen in Höhe von 7.233.082,30 Euro teilen sich wie folgt auf: 4.090.207,41 Euro Sachspenden, 2.219.494,05 Euro Geldspenden, 800.464,08 Euro Patenschaftsspenden, 102.583,26 Euro aus sonstigen betrieblichen Erträgen und 20.333,50 Euro aus Zinsen und ähnlichen Erträgen. Dabei haben wir einen Zuwachs bei den Geldspenden von über 45 Prozent und einen Rückgang der Sachspenden von über sechs Prozent wie auch bei den Patenschaftsspenden von über zwei Prozent im Vergleich zum vorherigen Geschäftsjahr zu verzeichnen. Bei den Ausgaben konnten wir eine zeitnahe Mittelverwendung sicherstellen. Der Verein leitete insgesamt 6.740.671,31 Euro weiter. Diese sind aufgeteilt in 5.619.385,94 Euro (83,37 Prozent) für Projektförderung und Projektbegleitung, 341.790,95 Euro für Öffentlichkeitsarbeit (5,07 Prozent) und 779.494,42 Euro für Verwaltungsausgaben (11.56 Prozent). Der Jahresüberschuss in Höhe von 492.410,99 Euro wurde dem Eigenkapital zugeführt. Bei den Verwaltungsausgaben konnten Einsparungen von 3,6 Prozent vorgenommen werden, wobei wir im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit 5,4 Prozent mehr Ausgaben hatten. Im Geschäftsjahr sind keinerlei Provisionen oder Erfolgsbeteiligungen ausgezahlt worden. Detaillierte Angaben zu den Einnahmen und den entsprechenden Ausgaben finden Sie auf der Seite 24. Zum 1. Januar 2010 hatte der Verein 23 Mitarbeiter im Anstellungsverhältnis und neun Personen im Ausbildungs- und Aushilfsverhältnis. Zwei Personen sind aus dem Arbeitsverhältnis ausgeschieden, fünf Personen sind neu eingestellt bzw. aus dem Ausbildungsverhältnis übernommen worden. Der hauptamtliche Vorstand bestand aus zwei Personen, dem Ersten und Zweiten Vorsitzenden. Der ehrenamtliche Beirat bestand aus fünf Personen und ora hatte zwölf Vereinsmitglieder.

Controlling und Prüfung Kontrolle und Transparenz sind für uns selbstverständlich. Die Mitgliedschaft im Deutschen Spendenrat, das Siegel des DZI (Deutsches Institut für soziale Fragen), die Prüfung eines unabhängigen Wirtschaftsprüfers und nicht zuletzt die Besuche unserer Projekte vor Ort wie auch die Paten, die in brieflichem Kontakt mit ihren Patenkindern stehen, belegen unser Bestreben nach größtmöglicher Transparenz. Das Vertrauen unserer Spender ist die Grundlage unserer Arbeit. Lesen Sie mehr auf Seite 27.

Ausblick und Dank Das Geschäftsjahr 2010/2011 war geprägt von dem 30jährigen Jubiläum von ora international Deutschland e. V. am 1. April 2011 und dem Rücktritt des Gründers Heinrich Floreck von seinem Vorstandsvorsitz. Sein Sohn Matthias Floreck verfolgt als Nachfolger die Ziele des Vereins weiter. Heinrich Floreck steht dem Verein weiterhin als Vereinsmitglied und Berater zur Verfügung. Des Weiteren wird auf die erfolgreiche Entwicklungszusammenarbeit in diversen Projektländern gesetzt, die bedürftige Kinder in den Mittelpunkt stellt und nachhaltige Veränderungen durch Projekthilfe in der unmittelbaren Umgebung der Kinder schafft. In Moldawien und in Haiti sollen weitere Kindertagesstätten errichtet werden, die Ernährungssituation wie auch der Zugang zu medizinischer Grundversorgung soll verbessert werden. ora international ist zudem als Mitglied im Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO) aufgenommen worden, der sich für mehr Gerechtigkeit in der Einen Welt einsetzt und für die Überwindung der weltweiten Armut kämpft. Die monetäre Spendenerwartung für das folgende Geschäftsjahr 2010/2011 schätzen wir auf insgesamt etwa 6,8 Millionen Euro. Hierbei haben wir aufgrund einer Großspende im letzten Geschäftsjahr einen leichten Spendenrückgang einkalkuliert, der aus den Rücklagen gedeckt werden kann. Allen Mitarbeitern, Mitgliedern und dem Beirat danken wir für ihr Engagement und großartigen Einsatz für die Bedürftigen. Nicht zuletzt danken wir allen Freunden, Förderern, Spendern, Paten und Betern für ihr Vertrauen, ihre Treue und ihren wertvollen Beitrag durch Gebet, Spenden und Mitwirken. Wir sind ermutigt, weiter voranzugehen und uns gemeinsam den neuen Herausforderungen zum Wohl der Menschen in Not zu stellen. Der Vorstand von ora international Deutschland e. V.

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Über ora

Über ora

Arbeitsschwerpunkte und Ziele Wer wir sind ora international ist ein christlich-überkonfessionelles Hilfswerk, das seit 1981 auf der ganzen Welt im Einsatz für Menschen in Not ist. Derzeit profitieren Frauen, Männer und vor allem Kinder in 22 Ländern auf vier Kontinenten von unserer jahrelangen Erfahrung. Der gemeinnützige und mildtätige Verein mit Sitz in Korbach (Nordhessen) ist unter der Nummer VR278 im Vereinsregister des Amtsgerichts Korbach registriert.

Was wir tun Der Einsatz für Menschen in Not wird durch drei Schwerpunkte charakterisiert: 1. Patenschaftsprogramme 2. Entwicklungszusammenarbeit 3. Katastrophenhilfe

Patenschaftsprogramme ora international hat durch langjährige Erfahrung gestützte Konzepte, um der Armut und der Hoffnungslosigkeit von Kindern weltweit zu begegnen. Patenschaften sind dabei der wichtigste Eckpfeiler. Sie bilden den direktesten Weg der Hilfe, transparent und niemals anonym. Paten haben jederzeit die Gelegenheit, das Aufwachsen und Leben ihres Patenkindes zu verfolgen. Eine Patenschaft umgibt das Kind wie ein Schutzschild. Sie sichert ausreichende Ernährung, medizinische Grundversorgung, gute Kleidung sowie Schul- und Berufsausbildung.

Entwicklungszusammenarbeit Bei unseren geförderten Projekten haben wir immer ein langfristiges Ziel vor Augen: Mit den Menschen in Not eine gute, individuelle Perspektive zu entwickeln und damit ihre Zukunft zu sichern. Unzählige wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen zweifelsfrei, dass Hilfe zur Selbsthilfe die beste Methodik ist, um dieses Ziel zu erreichen. Darum nutzen wir das Selbsthilfepotenzial der Menschen durch sorgfältig geplante Ausbildungsprojekte und Hilfen zur Existenzgründung.

Katastrophenhilfe Unbürokratisch, konkret und nicht minder effektiv hilft ora international, die oftmals verheerenden Konsequenzen von Kriegen, Hungersnöten, Krank-

heiten und Naturkatastrophen zu bekämpfen. Durch schnelle Unterstützung sichern wir das Überleben der von Katastrophen betroffener Menschen. In allen diesen drei Arbeitsbereichen leisten wir ganzheitliche Hilfe und achten die materiellen Bedürfnisse der Menschen ebenso wie ihre seelischen. Dabei helfen wir zwar aus christlicher Motivation, aber unabhängig von ethnischer Zugehörigkeit, Religion, Hautfarbe und Herkunft.

ora weltweit In 37 Ländern weltweit sind durch ora international in den vergangenen 30 Jahren theologische Ausbildungsstellen (OMTCs) entstanden, wo Menschen ganzheitliche Hilfe erhalten. Diese Seminarorte werden überwiegend durch das Engagement ehrenamtlicher Mitarbeiter vor Ort getragen und werden christlich-überkonfessionell geführt. Hier erfahren Menschen christliche und psychologische Hilfe, Begleitung in seelischen Nöten und Unterstützung in schwierigen Lebenslagen. In theologischen Ausbildungskursen werden Männer und Frauen für den praktischen und christlichen Dienst an ihren Mitmenschen vorbereitet.

Unsere Ziele Wir verfolgen die Vision einer Welt, in der Kinder behütet und geschützt aufwachsen und in der sie eine lebenswerte Zukunft erwartet. Klar definierte Werte weisen den Weg dorthin. Lesen Sie mehr dazu auf Seite 8. Der Auftrag ist es, diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen. Daran arbeiten wir Tag für Tag und sind täglich aufs Neue motiviert – doch nicht das Leid der Vielen treibt uns an, sondern unsere Vision von einer besseren Welt, die wir mit unzähligen Menschen teilen. Sie alle helfen uns dabei, unsere Aufgaben zu erfüllen, die Ziele zu erreichen – und Kinderleben zu verändern.


Struktur des Vereins

Organisationsstruktur Organigramm des Vereins Mitgliederversammlung wählt

Geschäftsführung Matthias Floreck (bis April 2011)

Projektkoordination

bestellt

kontrolliert

Vorstand 1. Vorsitzender: Heinrich Floreck (neu ab April 2011: Matthias Floreck) 2. Vorsitzender: Jochen Hackstein

Controlling und Finanzen

Beirat Andreas Späth (Vorsitzender) Thorsten Brandau Marcus Hausner Lars Jaensch Prof. Dr. Helmut Wannenwetsch

Öffentlichkeitsarbeit

Administration

Patenschaften

Logistik und Transport

Abb. 1: Die Mitgliederversammlung ist die Basis des Vereins. „ora international Deutschland e. V.“ wurde 1981 gegründet. Sitz des Vereins ist Korbach. Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige und mildtätige Zwecke im Sinne der §§ 51 ff. der Abgabenordnung. Er ist berechtigt, für Spenden, die ihm für seine satzungsgemäßen Zwecke zugewendet werden, Zuwendungsbestätigungen nach amtlich vorgeschriebenen Vordruck auszustellen. Die letzte Freistellungsbescheinigung des Finanzamtes Korbach-Frankenberg ist vom 20. März 2009. Diese bestätigt die Steuerfreiheit für die Kalenderjahre 2005 bis 2007. Die Steuer-Nummer des Vereins lautet 27 250 5150 6-P01. Als eingetragener Verein sind wir rechtlich, organisatorisch und finanziell selbständig und unabhängig. Der Verein hat 12 Mitglieder (Stand 1. Januar 2010). In der Mitgliederversammlung am 8. November 2008 wurde die Satzung neu geordnet, ergänzt und die Organe neu gestaltet. Die genauen Aufgaben der einzelnen Organe des Vereins sind in den §§ 5 ff. der Vereinssatzung geregelt. Auf Wunsch senden wir Ihnen gerne ein Exemplar zu.

steht u.a. in der Wahl, Entlastung und ggf. Abwahl der Vorstands- und Beiratsmitglieder und aus dem Ausschluss von Mitgliedern. Die Mitgliederversammlung beschließt die Ziele und Ausrichtung der Geschäftstätigkeit des Vereins. Die Mitglieder können die Auflösung des Vereins, die Verwendung seines Vermögens und Satzungsänderungen beschließen.

Die Organe nach § 5 der Vereinssatzung:

Der Beirat Der Beirat des Vereins besteht aus mindestens drei Personen, die durch die Mitgliederversammlung für einen Zeitraum von vier Jahren gewählt werden. Der Beirat wählt aus seiner Mitte einen Beiratsvorsitzenden. Derzeit hat der Beirat fünf Mitglieder (Stand: 1. Januar 2010). Alle Beiratsmitglieder verzichten auf eine Aufwandsentschädigung. Der Beirat übt die Funktion eines Aufsichtsrates aus. Unter anderem übernimmt er die Aufgabe einer Kassenprüfung, die er auch durch geeignete, fachkundige Dritte vornehmen lassen kann. Der Beirat hat für das Geschäftsjahr 2009/2010 beschlossen, die Kassenprüfung durch das Wirtschaftsprüfungsbüro „Dr. Michael Hagemann GmbH & Co. KG“ durchführen zu lassen.

Die Mitgliederversammlung Die Mitgliederversammlung trifft sich mindestens einmal im Jahr. Sie organisiert die Belange des Vereins. Alle Mitglieder arbeiten ehrenamtlich. Einige Mitglieder erhalten für ihre Anreise zur Mitgliederversammlung eine Reisekostenerstattung. Ansonsten erhalten die Mitglieder in ihrer Eigenschaft als Mitglieder keine Zuwendungen aus den Mitteln des Vereins. Bei ihrem Ausscheiden aus dem Verein oder der Auflösung des Vereins erhalten sie keinerlei Entschädigung für ihre Mitgliedschaft. Ihre Aufgabe be-

Der Vorstand Der Vorstand führt die Geschäfte des Vereins im Rahmen der Satzung und der Beschlüsse der übrigen Vereinsorgane. Er setzt sich aus dem Ersten Vorsitzenden und dem Zweiten Vorsitzenden zusammen. Beide arbeiten hauptamtlich und können den Verein allein vertreten. Im Geschäftsjahr 2009/2010 bediente sich der Vorstand zur Durchführung seiner laufenden Aufgaben eines Geschäftsführers und bestellte ihn zum besonderen Vertreter gem. § 30 BGB.

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Leitbild und Werte

Leitbild und Werte Das Leitbild von ora international, bestehend aus Vision, Mission und Werten, ist das Fundament unserer Arbeit. Es gibt uns einen Grund auf dem wir stehen und Orientierung in allen Belangen unseres Handelns am Arbeitsplatz.

2. Wir verbreiten Gerechtigkeit. Menschen in Not verdienen mehr als Mitleid, sie verdienen Gerechtigkeit! Daher setzen wir uns ein für ihre Befreiung aus wirtschaftlicher, sozialer und religiöser Unterdrückung.

Vision

3. Wir fördern Partnerschaft. Aus tiefem Respekt vor der Einzigartigkeit unserer Mitmenschen fördern wir stets gegenseitige, gleichberechtigte Partnerschaft. Dabei lernen wir voneinander, entwickeln uns weiter und treiben Veränderungen voran.

Jedes Kind soll in einem geschützten Umfeld aufwachsen und durch eine liebevolle Erziehung und gute Ausbildung in eine lebenswerte Zukunft geführt werden.

Mission Wir verändern Kinderleben, die von Armut, Krankheit und Ausbeutung betroffen sind, indem wir in Zusammenarbeit mit den Familien und durch nachhaltige Projektarbeit den Kindern ein gesundes und geschütztes Zuhause schaffen.

4. Wir sind Familie. Offene und authentische Beziehungen sind uns wichtiger als Systeme, Hierarchien und Strategien. Erst als Familie gewinnen wir die Kraft, unseren Herausforderungen erfolgreich zu begegnen.

Werte

5. Wir leben Innovation. Wir wollen aktiv gestalten. Dabei sind wir angewiesen auf Kreativität, neue Ideen und ein Umfeld, das dies fördert. So bereiten wir den Nährboden für ständige Entwicklung und Erneuerung.

Fünf Werte bilden den festen Grund, auf dem wir stehen: 1. Wir hören Gott. Wir sind uns der Verantwortung vor Gott und den Menschen bewusst. Und wir sind bereit, eigene Ideen und Ansätze hinten anzustellen und mit Gottes Hilfe mutig Entscheidungen zu treffen.

Diese Werte geben uns Gewissheit und Orientierung - und sind zugleich noch viel mehr. Denn sie sagen nicht nur aus, wofür ora steht. Sie sagen auch etwas darüber, wohin wir gehen wollen:

Ziele von ora international Wir wollen, dass jedes Kind jeden Tag satt wird. Wir wollen, dass jedes Kind die Schule besucht. Wir wollen, dass jedes Kind gesund aufwächst. Wir wollen jedes Kind mit mehr als dem Lebensnotwendigen versorgen. Wir wollen kein Kind einem anderen gegenüber bevorzugen. Wir wollen ein selbstbestimmtes, unabhängiges Leben ermöglichen. Wir wollen materielle und seelische Bedürfnisse gleichermaßen berücksichtigen. Wir wollen Kinder individuell aber auch ihr Umfeld fördern. Wir wollen mit den Menschen in den Projekten vertrauensvoll und gleichberechtigt zusammenarbeiten. Wir wollen unsere Gelder zum größten Nutzen der Projekte einsetzen.

All diese Ziele sind wichtig für eine erfolgreiche Projektarbeit. Eines aber steht über allen: Wir wollen Kinderleben verändern! Auf dieses Ziel sind alle unsere Projekte ausgerichtet. Auf dieses Ziel arbeiten wir hin – mit umsichtiger Planung, großem Einsatz und steter Konzentration. Damit aus Vision Wirklichkeit wird.


Projektarbeit

ora Projekte

Länder, in denen das weltweite ora-Netzwerk tätig ist Das ora-Netzwerk besteht derzeit aus Büros in Äthiopien Albanien Bulgarien Burma China Deutschland Eritrea

Ghana Guinea-Bissau Haiti Holland Indien Kanada Kenia

Kroatien Lettland Moldawien Neuseeland Österreich Portugal Ruanda

Rumänien Russland Schweiz Slowakei Südafrika Uganda Ungarn

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Projektarbeit

Geförderte Projekte im Geschäftsjahr

Albanien Projektpartner: Ordensschwestern Bernadette Ebenhoch und Gratias Ruf Projektort: Fushe-Arrez und Umgebung ora-Beteiligung seit: 1997 Förderung 2009/10: 974.347,18 € Zielgruppe: arme Kinder, Frauen und Familien

Die Not

Das Projekt

Der entlegene Norden Albaniens zählt zu den ärmsten Regionen des Landes. Rund um den oraProjektort Fushe-Arrez liegt die Arbeitslosigkeit bei fast 80 Prozent. Die am Boden liegende Wirtschaft bot Korruption, Kriminalität und auch Gewalt freies Spiel. Viele Eltern können ihre Kinder nicht ausreichend versorgen. Fast die Hälfte aller Kinder besucht keine Schule. Sie müssen arbeiten oder betteln und bleiben häufig unbeaufsichtigt.

Seit 1995 dienen die katholischen Ordensschwestern Bernadette Ebenhoch und Gratias Ruf der verarmten Bevölkerung der Region um Fushe-Arrez. Die Angebote ihrer Missionsstation setzen auf Ausbildung, medizinische Hilfe, Kinderbetreuung, Schulungen und geistliche Impulse. Ziel von ora ist es, das Überleben der Menschen zu sichern und ihre Lebensbedingungen zu verbessern. Kinder profitieren am meisten von der Hilfe, denn sie werden in eine hoffnungsvolle Zukunft geführt.

Maßnahmen und Aktivitäten im Jahr 2009/2010 • Acht Hilfstransporte mit Lebensmitteln, Kleidung, Hygieneartikeln, Medikamenten, Säuglingsnahrung und Vitaminen versorgten die Missionsstation und gingen an Opfer der Überschwemmungen in der Stadt Shkoder. • 164 Patenkinder wurden umfassend gefördert. Die Familien erhielten monatlich Grundnahrungsmittel und wurden mit Kleidung unterstützt. • Ausbau der Kindertagesstätte abgeschlossen; dritte Gruppe eröffnet. 65 Kinder besuchten die Kindertagesstätte, erhielten gesunde Ernährung, liebevolle Betreuung und bereiteten sich auf die Schule vor. • Weihnachtsfeier für Kinder und ihre Eltern in der Kindertagesstätte • Insgesamt 300 Familien regelmäßig unterstützt und im Rahmen der Aktion Weihnachtshilfe 2009 mit extra Lebensmittelrationen versorgt. • Durchschnittlich 480 Verletzte und Kranke pro Monat suchten Rat und erhielten verschriebene Medikamente in der Ambulanz. • Monatlicher Kurs in Säuglingspflege von jeweils 30 Schwangeren besucht; jede Teilnehmerin erhielt ein Paket mit Babyausstattung. • 400 Schulranzen gefüllt mit Schulmaterial, Kleidung und Spielsachen an Kinder in Bergdörfern verteilt • 65 Pakete mit Säuglingserstausstattung an werdende Mütter verteilt • 20 Teilnehmerinnen besuchten den 6-monatigen Nähkurs im Winter.


Projektarbeit

Äthiopien Projektpartner: ora Äthiopien Projektort: Addis Abeba und weitere Förderung 2009/10: 11.160,- € Zielgruppe: bedürftige Menschen und christliche Gemeinden

Die Not

Das Projekt

Obwohl das Land über gute Anbaugebiete verfügt und damit gute wirtschaftliche Voraussetzungen mit sich bringt, schafft es Äthiopien nicht, sein Potenzial zu nutzen und zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Knapp 40 Prozent der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze von 1,25 US Dollar pro Tag und die Lebenserwartung beträgt nur 56 Jahre. Im Durchschnitt bringt eine Frau fünf bis sechs Kinder zur Welt und fast die Hälfte der Äthiopier ist jünger als 14 Jahre alt. Jedes dritte Kind ist unterernährt und 4,6 Millionen Kinder, das sind 13 Prozent, sind Waisen oder Halbwaisen. Drei Viertel der Äthiopier in ländlichen Gegenden haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und nur 36 Prozent der Erwachsenen können lesen oder schreiben.

ora Äthiopien dient auf ganzheitliche Weise bedürftigen Menschen im ganzen Land. Zum einen leistet das Team von Pastor Yemane Endale materielle und finanzielle Unterstützung für arme Familien und notleidende Kinder. So wurden im Jahr 2009/2010 die Schulgebühren für Waisen bezahlt und Familien in Dürregebieten mit Eseln als Wasserträger versorgt. Zum anderen erhalten christliche Gemeinden und Pastoren Unterstützung und Training, um wiederum den seelischen und geistlichen Nöten der Menschen angemessen begegnen zu können. Die Budgetzahlungen haben die erwähnten Projektaktivitäten im Geschäftsjahr gefördert.

Bulgarien Projektpartner: ora Bulgarien Projektorte: ora-Zentrum in Plovdiv und andere Orte ora-Beteiligung seit: 1992 Förderung 2009/10: 27.182,87 € Zielgruppe: Menschen am Rande der Gesellschaft

Die Not

Das Projekt

Bulgarien ist seit 2007 Teil der EU, doch Faktoren wie die hohe Arbeitslosigkeit von 9,2 Prozent haben viele Menschen in existenzielle Not gestürzt. Mit einem BIP (Bruttoinlandsprodukt) von 4.714 Euro pro Kopf (2009) findet sich Bulgarien an ähnlicher Stelle wie Panama, Kasachstan oder Südafrika. Sowohl die Minderheit der Roma als auch Christen, die zur türkischen Volksgruppe gehören, sind von Diskriminierung und Armut betroffen.

ora Bulgarien setzt sich für ausgegrenzte Menschen ein. Hilfsgüter werden an bedürftige Gemeinden und Menschen verteilt. Bei regelmäßigen Besuchen in einem Waisenhaus und in einer Schule für Kinder mit Behinderungen bringen die freiwilligen ora-Mitarbeiter Spiel, Spaß und Liebe zu ausgestoßenen Kindern. Außerdem unterhält ora 19 theologische Ausbildungszentren (OMTC) an verschiedenen Standorten im Land und führt christliche Freizeiten für Jugendliche durch. So werden Menschen für den praktischen und theologischen Dienst an ihren Mitmenschen vorbereitet.

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Projektarbeit

Maßnahmen und Aktivitäten im Jahr 2009/2010 monatliches Kinderprogramm in einem Waisenhaus monatliche Besuche und Unterstützung in einer Schule für Kinder mit Behinderungen drei christliche Freizeiten für Kinder von neun bis 15 Jahren mit jeweils etwa 30 Teilnehmern Seminar über die Möglichkeiten, Pflegekinder aufzunehmen materielle Unterstützung für Gemeinden und Pastoren, mehrere Roma-Gemeinden und türkische Gemeinden, arme und bedürftige Familien • 218 neue Studenten begannen den einjährigen theologischen Kurs • 98 Absolventen der theologischen Ausbildungskurse • • • • •

Burma Projektpartner: Allianz zur Rettung von Kindersoldaten Projektorte: Bundesstaat Shan, „Goldenes Dreieck“ von Burma, Laos, Thailand ora-Beteiligung seit: 2009 Förderung 2009/10: 57.227,40 € Zielgruppe: befreite Kindersoldaten und gefährdete Kinder

Die Not Burmas Wirtschaft liegt am Boden. Die Bevölkerung ist verarmt. Zwischen Armee, Milizen und Mafia wüten Machtkämpfe. Laut Schätzungen gibt es mehrere zehntausend Kindersoldaten im Land. Sie werden zwangsrekrutiert oder verkauft. Sie werden gedrillt, müssen harte Arbeiten verrichten und Hunger ertragen. Gewalt und Unterdrückung verletzen die Kinder an Körper und Seele und hinterlassen tiefe Spuren.

Das Projekt In Zusammenarbeit mit dem lokalen Partner unter-

stützt ora vier Kinderheime mit angeschlossenen Schulen für befreite Kindersoldaten und gefährdete Kinder. Ziel ist es, Minderjährige durch Verhandlungen aus der Armee zu befreien, sie langfristig in Sicherheit zu bringen und ihnen Wege in die Zukunft zu bereiten. Die befreiten Mädchen und Jungen wachsen in einem sicheren Umfeld, mit liebevoller Zuwendung und klar gegliedertem Tagesablauf auf. Sie erhalten Zugang zu Bildung und gesundem Essen. Landwirtschaftliche Projekte sorgen für die Verpflegung mit Lebensmitteln und dienen als Einnahmequelle und Ausbildungszentren.

Maßnahmen und Aktivitäten im Jahr 2009/2010 • 146 Kinder im ora-Patenschaftsprogramm • Diese Kinder erhielten Obdach, gesunde Ernährung, solide Bildung sowie psychologische und seelsorgerliche Betreuung. • drei Brunnen für Trinkwasserversorgung für ein Kinderheim gebohrt (Aufgrund eines Erdbebens im März 2011 sind die Brunnen leider derzeit beschädigt.) • neuer Stromgenerator für ein Kinderheim gekauft und installiert • Ausbruch von militärischem Konflikt erforderte Evakuierung der Heime im Bundesstaat Shan; erfolgreiche Rückkehr nach Beruhigung der Lage; Vorbereitung für zukünftige Notfälle


Projektarbeit

Eritrea Förderung 2009/10: 5.518,04 € Zielgruppe: Verfolgte Christen

Die Not

Das Projekt

Eritrea zählt zu den zehn ärmsten Ländern der Welt. Die Menschenrechtslage ist besorgniserregend. Religiöse Gruppen ohne offizielle Zulassung sind besonders von Repressionen betroffen. Geschätzte 1.500 Christen werden derzeit in geheimen Gefängnissen, Polizeistationen und Militärlagern unter Folter, Schwerstarbeit und Isolation festgehalten. Die Familien der Inhaftierten werden jeglicher Einkommensgrundlage beraubt und sind häufig auf Unterstützung angewiesen.

ora-Kontaktpersonen kümmern sich um inhaftierte Männer und Frauen und deren Familien, betroffene Hausgemeinden sowie bedürftige Menschen. Unsere Kontaktpersonen in Eritrea müssen im Hinblick auf eine mögliche weitere Verfolgung anonym bleiben.

Maßnahmen und Aktivitäten im Jahr 2009/2010 • 98 bedürftige Familien, alleinerziehende Frauen und Angehörige inhaftierter Christen erhielten materielle Unterstützung in Form von Lebensmitteln, Kleidung und Medizin.

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Projektarbeit

Guinea Bissau Projektpartner: Central Social Projektorte: Insel Soga und Ilha das Galinhas (Hühnerinsel); Empantcha (Bissau), Sintcham Botche ora-Beteiligung seit: 2005 Förderung 2009/10: 161.669,04 € Zielgruppe: von Armut und Chancenlosigkeit betroffene Kinder und Jugendliche

Die Not

Das Projekt

Guinea Bissau zählt zu den zehn ärmsten Ländern der Welt. Ein niedriges Bildungsniveau und hohe Arbeitslosigkeit führen zu einem extrem geringen Lebensstandard. Die Lebenserwartung liegt bei knapp 49 Jahren. 42 Prozent der Männer und 73 Prozent der Frauen können weder lesen noch schreiben. Jedes zehnte Kind stirbt nach der Geburt. Jedes fünfte Kind erlebt seinen fünften Geburtstag nicht.

ora unterstützt seinen Partner Central Social in vier Projektorten. Gemeinsam möchten wir die Lebensumstände und die Zukunftsaussichten der jungen Generation langfristig verbessern. Durch das oraPatenschaftsprogramm wird in die Bildungschancen der Kinder investiert. Kindern wird der Schulbesuch ermöglicht, denn in der Schule können durch unsere Unterstützung auch deren medizinische Versorgung und gesunde Ernährung gesichert werden. ora sorgt für den Bau und Erhalt adäquater Schulgebäude sowie für die Bezahlung der Lehrergehälter. Dadurch profitieren die Patenkinder, aber auch viele weitere Kinder und deren Umfeld.

Maßnahmen und Aktivitäten im Jahr 2009/2010 • 343 Patenkindern wurde der Schulbesuch, medizinische Versorgung und tägliche Mahlzeiten ermöglicht. • In fünf Schulen wurden 870 Kinder unterrichtet; die Kinder erhielten täglich eine stärkende Mahlzeit. Eröffnung einer zweiten Schule für zirka 350 Kinder auf der Hühnerinsel • Installation einer Solaranlage auf der Hühnerinsel durch die Gehrlicher Solar AG; diese sorgt für Strom • im Schul- und Kirchengebäude. • Gesundheitsposten auf der Hühnerinsel eingerichtet: Krankenpfleger versorgte täglich Patienten kostenlos. Regelmäßiger Besuch einer Ärztin verbesserte zusätzlich den allgemeinen Gesundheitszustand. • Landwirtschaftsprojekt auf Hühnerinsel gestartet; erste Erträge zur Versorgung der angrenzenden Schule; Hühnerzucht begonnen • Brunnen auf Hühnerinsel für Bewässerung des Landwirtschaftsprojektes gegraben • Abendkurse für Erwachsene in Empantcha wurden von 52 Personen besucht eine an die Schule in Sintcham Botche angegliederte Klinik versorgte zirka 30 Patienten pro Tag. • In Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt und der Botschaft in Dakar wurden bis Februar 2010 täglich 2.567 Schulkinder an 13 Schulen mit Milchbrei verköstigt. Jede Familie erhielt 0,5 kg Seife pro Monat. • Weihnachtsfeiern in den Projektorten


Projektarbeit

Indien Projektpartner: ora Indien und Siloah Projektorte: Bangalore und Mettur Dam in Tamil Nadu ora-Beteiligung seit: 1986 Förderung 2009/10: 87.595,56 € Zielgruppe: sozial benachteiligte Menschen, insbesondere Kinder

Die Not Indien erlebt einen rasanten Aufschwung, doch noch immer lebt ein Drittel der Bevölkerung von weniger als einem Dollar am Tag. Jeder Fünfte ist unterernährt. Kinder leiden besonders unter Armut und Entbehrung. An zwei Standorten setzt sich ora für sozial benachteiligte Menschen und von Armut betroffene Kinder und Jugendliche ein.

Das Projekt Rund um die Millionenstadt Bangalore stellt das oraPatenschaftsprogramm den Schulbesuch bedürftiger Mädchen und Jungen sicher. Die Kinder gehen ent-

weder in die von ora unterstützte KMPC Schule oder in eine öffentliche Schule. ora Indien finanziert regelmäßig lebensnotwendige Operationen und medizinische Behandlungen für Bedürftige. Im Projektort Mettur Dam im Süden des Landes fördert ora das Else-Becker Heim von Siloah für Jungen aus Slums. Sie erhalten ein liebevolles Zuhause und können in die Schule gehen. In wöchentlichen Kinderstunden erfahren mehr als 550 Mädchen und Jungen aus mehreren Dörfern und Gemeinden christliche Nächstenliebe. ora Indien und Siloah leisten zusätzlich vielen weiteren notleidenden Menschen individuelle Hilfe in schwierigen Lebenslagen.

Maßnahmen und Aktivitäten im Jahr 2009/2010 156 Patenkinder in Bangalore wurde der Schulbesuch ermöglicht; sie wurden von ora unterstützt. 650 Schüler besuchten die KMPC Schule in Bangalore Operation an der linken Hand für einen Jungen aus Bangalore ermöglicht 18 Jungen im Alter von sieben bis 15 Jahren erhielten Obdach, Verpflegung, Kleidung und Schulbildung im Else-Becker Heim in Mettur Dam. • Wöchentliche Kinderstunden von Siloah für 575 Jungen und Mädchen • • • •

Kenia Projektpartner: Chafisi Orphanage Projektort: Watamu ora-Beteiligung seit: 2008 Förderung 2009/10: 4.716,64 € Zielgruppe: Waisen und Halbwaisen, sozial schwache Kinder

Die Not Gemessen an dem Anteil der Bevölkerung, die mit HIV infiziert ist, belegt Kenia weltweit den traurigen

elften Platz: 6,3 Prozent der erwachsenen Bevölkerung ist HIV positiv. Die tödliche Krankheit hat viele Auswirkungen auf die Lebensumstände der Men-

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Projektarbeit

schen: Die Lebenserwartung liegt unter 60 Jahren. Etwa 180.000 Kinder leben mit AIDS. Schätzungen zufolge waren 2009 etwa 2,4 Millionen Kinder Waisen. Laut UNAIDS waren die Hälfte davon AIDS-Waisen. Drei von vier AIDS-Waisen und die Haushalte in denen sie leben, erhielten bislang keinerlei staatliche Unterstützung. Ohne staatliche und familiäre Hilfe leben diese jungen Menschen in extremer Armut und Ausgrenzung.

Das Projekt 2005 begann Pastor William Fondo Waisenkinder in seiner Familie aufzunehmen, um ihnen ein sicheres Zuhause, ausreichend Nahrung und Schulbildung zu bieten. 2009 waren es bereits 48 Mädchen und Jungen, welche er in Pflegefamilien und dem neu gegründeten Chafisi Orphanage, einem Waisenhaus für Jungen, unterbrachte. Um den Kindern eine gute Bildung zukommen zu lassen, wurde die Schule „Wings of Mercy Academy“ gegründet. Hier werden mittlerweile etwa 200 Kinder unterrichtet. Das oraPatenschaftsprogramm kommt für die Kosten der Betreuung von Waisenkindern und Kindern aus armen Familien auf.

Maßnahmen und Aktivitäten im Jahr 2009/2010 • 17 Patenkinder im ora-Versorgungsprogramm erhielten eine sichere Unterkunft, gesunde und ausreichende Ernährung sowie Schulbildung und Förderung.

Kroatien Projektpartner: Ehepaar Belusic Projektort: Labin Förderung 2009/10: 12.312,00 € Zielgruppe: bedürftige Familien und Einzelpersonen

Die Not

Das Projekt

Das Urlaubsland Kroatien hat auch seine Schattenseiten. 17 Prozent der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze von 60 Prozent des nationalen Medianeinkommens. Fast 18 Prozent sind arbeitslos. Hohe Nahrungsmittelpreise erschweren vielen das tägliche Leben. Die Ärmsten der Armen erhalten eine Sozialhilfe von nur 80 Euro. Auch wenn es um die ungleiche Verteilung von Einkommen geht, belegt Kroatien im Vergleich zu anderen europäischen Ländern einen der letzten Plätze. Dem größten Armutsrisiko ausgesetzt sind Single-Haushalte, Rentner und ältere Personen, Alleinerziehende und kinderreiche Familien.

Das christliche Ehepaar Belusic ist zu einer Anlaufstelle für Hilfesuchende geworden. Sie bieten materielle Hilfe für sozial schwache Familien, verteilen Lebensmittelpakete an kinderreiche Familien und führen kleinere Reparaturen an Wohnungen durch. Außerdem bieten sie seelsorgerliche Unterstützung und langfristige Begleitung für Menschen in schwierigen Lebenslagen an. Die Budgetzahlungen haben die erwähnten Projektaktivitäten im Geschäftsjahr gefördert.


Projektarbeit

Lettland Projektpartner: ora Lettland Projektorte: Riga und andere Orte Förderung 2009/10: 43.545,69 € Zielgruppe: von Armut betroffene Familien und Kinder

Die Not

Das Projekt

Trotz des wirtschaftlichen Aufschwungs zählt Lettland zu den ärmsten Ländern Europas. Mehr als ein Viertel der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze von 60 Prozent des nationalen Medianeinkommens (2010), das ist die höchste Quote aller EU-Länder. Die Arbeitslosigkeit lag 2009 bei 16 Prozent; inoffiziell rechnet man mit doppelt so vielen Arbeitslosen. Sozialleistungen werden gekürzt und versorgen die sozial schwache Bevölkerung nicht ausreichend.

ora Lettland leistet materielle, finanzielle und praktische Hilfe für bedürftige und sozial schwache Menschen. In Zusammenarbeit mit Organisationen und Partnern vor Ort werden bedürftige Familien, schwangere und alleinerziehende Frauen, kinderreiche Familien und armutsgefährdete Kinder erreicht. Sie erhalten je nach Bedarf Kleidung, Schuhe, Lebensmittel, Decken oder Schulmaterial.

Maßnahmen und Aktivitäten im Jahr 2009/2010 • zwei Hilfstransporte mit Lebensmitteln

Moldawien Projektpartner: ora Moldawien Projektorte: Chisinau und weitere Ortschaften ora-Beteiligung seit: 1992 Förderung 2009/10: 485.230,32 € Zielgruppe: bedürftige Kinder, Familien und Senioren

Die Not

Das Projekt

Die Weltwirtschaftskrise 2009 hat Moldawien, eines der ärmsten Länder Europas, hart getroffen. Mehr als ein Viertel der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze, das Durchschnittseinkommen liegt unter 100 Euro. Unter diesen Bedingungen leiden besonders Kinder und ältere Menschen, die auf sich alleine gestellt sind. Tausende Kinder leben ohne ihre Eltern. Viele enden auf der Straße. 14.000 Mädchen und Jungen leben in Heimen, obwohl 70 Prozent davon noch einen oder zwei Elternteile haben, welche jedoch nicht in der Lage sind, für ihre Kinder zu sorgen.

Auf vielfältige Weise bietet ora international Moldawien Beistand für Kinder, alte Menschen und arme Familien. Hunderte Familien und bedürftige Personen werden regelmäßig mit Hilfsgütern und finanziell unterstützt. Alle Angebote haben zum Ziel, die Lebensbedingungen armer Menschen nachhaltig zu verbessern. Das ora-Patenschaftsprogramm stellt eine wesentliche Säule der Arbeit dar. Die oraHilfstransporte versorgen viele soziale Einrichtungen mit wertvollen Sachgütern.

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Projektarbeit

Maßnahmen und Aktivitäten im Jahr 2009/2010 • sechs Hilfstransporte mit Lebensmitteln, Kleidung, Schulmaterial, Hygieneartikeln, Medikamenten und Säuglingsnahrung • 348 ora-Patenschaften für Kinder sicherten deren Unterbringung, Schulbesuch und die nötige medizinische Versorgung. • 20 ora-Patenschaften für Senioren in Not sicherten deren Überleben • Eröffnung der neuen Kindertagesstätte „Ester“ für 25 Kinder • Verteilung von 1.164 Weihnachtspaketen • zwei Operationen in Deutschland für moldawischen Jungen ermöglicht Durch die ora-Hilfstransporte und ora-Patenschaften wurden die vielfältigen Dienste in Moldawien unterstützt, insbesondere: • drei Kindertagesstätten, drei Kinderheime/Internate, ein Altenheim mit 30 Bewohnern, drei TuberkuloseKindergärten, mehrere Schulen, Schulkantinen und Kindergärten, das Kultur- und Sozialzentrum sowie etliche bedürftige Familien • fünf Sommerlager für insgesamt 350 Kinder

Portugal Projektpartner: ABLA Portugal Projektort: Carcavelos und Umgebung ora-Beteiligung seit: 1984 Förderung 2009/10: 43.584,58 € Zielgruppe: hilfsbedürftige und arme Kinder und Jugendliche

Die Not Zahlreiche Portugiesen sind wegen der schlechten Wirtschaftslage, Arbeitslosigkeit und Preissteigerungen in große Not geraten. Die Zahl verarmter Einwanderer, welche überwiegend aus Afrika und Südamerika kommen, ist besonders groß. Der bankrotte Staat kann seinen Bewohnern keine ausreichenden Sozialhilfen auszahlen.

Das Projekt Zu den Angeboten von ABLA gehören materielle Hil-

feleistungen für Bedürftige, eine Kindertagesstätte, das Freizeitzentrum „Regenbogenplatz“, ein mobiler Pflegedienst für ältere Menschen, das ABLA-Straßenteam im Einsatz für Obdachlose und Drogenabhängige, eine Schuldnerberatungsstelle und dergleichen mehr. Das ora-Patenschaftsprogramm ermöglicht Kindern aus armen Verhältnissen, im Leben Fuß zu fassen. Patenkinder profitieren besonders durch die umfassenden Angebote von ABLA. Die ora-Projektarbeit in Guinea Bissau wird in Zusammenarbeit mit ABLA getätigt.

Maßnahmen und Aktivitäten im Jahr 2009/2010 • 156 Patenkinder und deren Familien konnten durch die langfristige, monatliche Unterstützung ihren geringen Lebensstandard aufbessern. Darüber hinaus profitieren die Patenkinder von dem umfassenden Angebot von ABLA.


Projektarbeit

Ruanda Projektpartner: Solace Ministries Projektorte: Kabuga und Bicumbi ora-Beteiligung seit: 2005 Förderung 2009/10: 119.154,23 € Zielgruppe: Witwen, Waisen und sozial schwache Familien

Die Not

Das Projekt

Auch nach fünfzehn Jahren hat der Genozid von 1994 verheerende Auswirkungen auf das Leben der Menschen in Ruanda. Überlebende haben häufig ihre gesamte Familie - Eltern, Ehepartner, Geschwister und Kinder - verloren und sind Zeugen grausamer Gewalt. Die Not der Witwen und Waisen ist besonders groß: Viele Frauen wurden mit HIV infiziert. Viele Kinder sind zu Waisen geworden. Obwohl 90 Prozent der Menschen in der Landwirtschaft beschäftigt sind, ist gut ein Drittel der Bevölkerung unterernährt.

Der ora-Partner Solace Ministries bringt traumatisierten Witwen, deren Kindern sowie Vollwaisen Trost und Hoffnung durch ganzheitliche Projektarbeit. Ziel ist die ganzheitliche Wiederherstellung der Menschen und der Selbstständigkeit der Familien und Dorfgemeinschaften. Kinder stehen im Mittelpunkt aller Hilfsmaßnahmen, doch damit es ihnen gut geht, muss auch ihr gesamtes Umfeld langfristig profitieren. Unter anderem durch das ora-Patenschaftsprogramm wird diese Entwicklung in Gang gesetzt.

Maßnahmen und Aktivitäten im Jahr 2009/2010 • 410 Patenkinder in Kabuga (290) und Bicumbi (120) wurden langfristig gefördert. Die Kosten für Schulbesuch, Krankenversicherung und gesunde Ernährung wurden gedeckt. Ihre Familien wurden individuell unterstützt. • 50 Kinder aus Kabuga und 80 Kinder aus Bicumbi bis Juni 2010 neu ins Patenschaftsprogramm aufgenommen • 10.000 wertvolle Obstbäume in Kabuga gepflanzt • Schulung von über 300 Witwen in den Agrarprojekten in Kabuga und Bicumbi im Anbau von Gemüse und Getreide und der Haltung von Ziegen oder Kühen für den eigenen Bedarf und zur Vermarktung • Förderung und Optimierung landwirtschaftlicher Aktivitäten von Witwen • Förderung der Vermarktung eigener Produkte und Handarbeiten von Witwen • Psychologische Einzel- und Gruppenbetreuung zur Traumabewältigung für Überlebende. Etwa 250 • Familien aus Kabuga und 340 aus Bicumbi wurden erreicht. • wöchentliche Gemeinschaftsaktivitäten für Patenkinder und andere Kinder • Ferien- und Freizeitaktivitäten für Kinder und Jugendliche in den Projektorten • besondere Weihnachtsfeier in den Projektorten • Einrichtung von gemeinsamen Bankkonten in Kabuga und Bicumbi für Belange der Gemeinschaft

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Projektarbeit

Rumänien Projektpartner: ora Rumänien Projektort: Gheorgheni und Umgebung ora-Beteiligung seit: 1990 Förderung 2009/10: 2.522.586,86 € Zielgruppe: bedürftige Kinder, Familien und Senioren

Die Not

Das Projekt

Auch wenn Rumänien seit 2007 Teil der EU ist, prägen Armut und Entbehrung das Leben vieler Menschen. In der Region von Gheorgeni haben Arbeitslosigkeit und geringe staatliche Sozialleistungen viele Familien in existenzielle Not gestürzt. Die Zahl alleinerziehender Mütter ist dramatisch gestiegen. Kinder sind Gewalt ausgesetzt und werden vernachlässigt. Auch ältere Menschen leiden sehr unter den erschwerten Lebensbedingungen.

Die umfassenden Angebote von ora Rumänien dienen den Ärmsten der Armen in Gheorgheni. Diese Menschen sollen das Nötigste zum Leben erhalten und neue Hoffnung schöpfen. Das ora-Patenschaftsprogramm ist ein zentraler Bestandteil der Hilfe. Es sichert die materielle Versorgung, die medizinische Betreuung und den Schulbesuch von Kindern aus armen Familien. Außerdem soll die Patenschaft ermöglichen, dass Kinder bei ihren Eltern aufwachsen können. Im Zuge von Seniorenpatenschaften und im ora-Obdachlosenheim wird älteren Menschen geholfen, welche von Obdachlosigkeit und Armut bedroht sind. Das ora-Kinderheim „Regenbogen“ bietet bis zu 35 Kindern ein Zuhause. Regelmäßige Hilfstransporte versorgen sowohl das Projekt als auch das Kreiskrankenhaus in Gheorgheni und eine Apotheke für arme Menschen mit wertvollen Sachgütern sowie mit medizinischem Material.

Maßnahmen und Aktivitäten im Jahr 2009/2010 • zwölf Hilfstransporte mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln, Kleidung und Medikamenten und medizinischem Material • 487 ora-Patenschaften für Kinder sicherten die materielle und medizinische Versorgung und den Schulbesuch der Kinder und dienten als Mietzuschüsse und Hilfe in besonderen Lebenslagen für ganze Familien. • 63 ora-Patenschaften für Senioren sicherten deren Versorgung mit ausreichend Essen, mit Medikamenten und Verbandsmaterial und mit benötigter Hilfe. • 100 Schulranzen gefüllt mit Schulmaterial, Kleidung und Spielsachen an Kinder verteilt • Unterhalt für 35 Kinder im ora-Kinderheim „Regenbogen“ • neuer Heizungsboiler für ora-Kinderheim gekauft und installiert • Sommerlager und spezielles Ferienprogramm für 35 Kinder aus ora-Kinderheim • 2.342 Weihnachtspakete wurden verteilt • 65 Pakete mit Säuglingserstlingsausstattung an werdende Mütter verteilt • Renovierung des ora-Obdachlosenheims und des Mutter-Kind-Zentrums weiter vorangetrieben


Projektarbeit

Russland Projektpartner: Pastor Jakob Kröker Projektort: Nowosibirsk und Umgebung ora-Beteiligung seit: 1992 Förderung 2009/10: 5.596,00 € Zielgruppe: bedürftige Menschen und Familien, Drogen- und Alkoholabhängige

Die Not Für viele Menschen im Gebiet von Nowosibirsk im Südwesten Sibiriens ist der Alltag von Arbeitslosigkeit, Alkoholismus und Drogenmissbrauch geprägt. Abwanderung, der Geburtenrückgang und eine niedrige Lebenserwartung sorgen für weitere Trostlosigkeit. Die Lebenserwartung in Russland liegt bei 66 Jahren, wobei Frauen im Schnitt 13 Jahre länger als Männer leben.

Das Projekt Pastor Jakob Kröker und sein Team kümmern sich ganzheitlich um die Nöte und Sorgen der Menschen

rund um Nowosibirsk. Im Jahr 2009/2010 wurden insgesamt 8.500 Menschen durch die vielfältigen Angebote erreicht. Dazu gehören Seminare für Drogenabhängige und alkoholkranke Menschen, Sommerlager für Kinder und Jugendliche, psychologische Begleitung, materielle und finanzielle Unterstützung für bedürftige Menschen und diverse Veranstaltungen für Familien, ältere Menschen und Jugendliche. Die Budgetzahlungen haben die erwähnten Projektaktivitäten im Geschäftsjahr gefördert.

Südafrika Projektpartner: Noah Projektort: Nkobongo in KwaZulu-Natal ora-Beteiligung seit: 2009 Förderung 2009/10: 41.436,18 € Zielgruppe: AIDS-Waisen und von Armut betroffene Kinder

Die Not

Das Projekt

Südafrika gilt zwar als der wirtschaftliche Motor des afrikanischen Kontinents, doch es kämpft bis heute mit enormen Problemen. So ist beinahe jeder fünfte Erwachsene HIV-positiv. Es gibt 1,4 Millionen AIDSWaisen unter 18 Jahren im Land. Viele sind sich selber überlassen, leben bei Verwandten oder in großer Armut. Ohne gezielte Förderung sind diese Kinder in Gefahr, auf der Straße zu landen oder in Kriminalität und Prostitution abzurutschen. Außerdem werden etwa 22 Prozent aller Neugeborenen nicht registriert. Ihnen fehlt jeglicher Zugang zu staatlichen Hilfeleistungen.

ora-Partner Noah betreibt über einhundert Kindertagesstätten, sogenannte Archen, für AIDS-Waisen und armutsgefährdete Kinder im Land. Kinder und deren Familien werden gefördert, um für sie Wege aus der Armut zu finden. Das ora-Patenschaftsprogramm schenkt den Kindern in der Arche in Nkobongo neue Perspektiven. Dies wird durch ganzheitliche Hilfe im Rahmen der Nachmittagsbetreuung für Kinder zwischen sechs und 18 Jahren sowie durch intensive Zusammenarbeit mit den Eltern und Familien erreicht.

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Projektarbeit

Maßnahmen und Aktivitäten im Jahr 2009/2010 • Für 39 Kinder im ora-Patenschaftsprogramm wurden Schulbesuch, gesunde Ernährung und medizinische Betreuung gesichert. • Die Kinder und deren Familien nahmen regelmäßig die Angebote der Arche in Anspruch. Diese beinhalten Hilfe bei den Schulaufgaben, liebevolle Betreuung, individuelle Unterstützung und ein abwechslungsreiches Nachmittagsprogramm. • 150 Kinder erhielten neue Schuluniformen. • Für 289 Neugeborene wurden Geburtsurkunden beantragt. • Fußball-Trikots und Bälle für die Kinder in der Arche gekauft • Kampagne „Weltmeister der Herzen“ rückte die Arche in Nkobongo im Rahmen der Fußballweltmeisterschaft im Juni 2010 ins Blickfeld der ora-Berichterstattung. • „Mini-WM“ mit dem ehemaligen Profifußballspieler Sean Dundee in Nkobongo

Einmalige Projekthilfe

Israel Projektpartner: Help Israel International e.V. (HIS) Förderung: 3.000 € (einmalig)

ora international hat auf die Antwort eines Hilfegesuchs aus Israel eine einmalige Unterstützung in Höhe von 3.000 Euro an den gemeinnützigen Verein Help Israel International geleistet. Mit dieser Spende

konnten sozial schwachen Frauen und Kindern individuelle Hilfe in Form von Lebensmittelunterstützung sowie der Bezahlung von Arztrechnungen zuteil werden.

Diverse Projektausgaben

Weitere Ausgaben für diverse Projekte: 150.186,00 Euro Diese Summe setzt sich zusammen aus: 100.000,00 Euro Aufwendungen für zukünftige Tätigkeiten des weltweiten ora-Netzwerkes an den ora-Dachverband für satzungsgemäße Entwicklungsarbeit und Aufklärungsarbeit. (Der Dachverband fördert gemeinschaftliche Projekte des oraNetzwerkes). 24.150,00 Euro Spende an ora Österreich für den Unterhalt und die Betreuung seiner Hilfsprojekte in Albanien und Rumänien.

18.000,000 Euro Budget für Schulungsmaterialien der theologischen Ausbildungen in China 8.036,00 Euro

Budget für diverse Kleinprojekte

Hinweis: Zweckgebundene Spenden werden registriert, auf die einzelnen Projekte gebucht und zeitnah weitergeleitet. Die zeitnahe Verwendung ist teilweise geschäftsjahrübergreifend, sie bewegt sich aber innerhalb der von der Abgabenordnung vorgegebenen Fristen.


Projektarbeit ora Projekte

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Katastrophenhilfe

Haiti Zeitraum: Januar bis Juni 2010 Projektpartner: ora international Kanada Projektorte: Jacmel und Umgebung Förderung: 474.449,84 €

Die Katastrophe Das Erdbeben vom 12. Januar 2010 traf das ohnehin ärmste Land der westlichen Hemisphäre hart. Das Beben forderte etwa 230.000 Todesopfer, zerstörte 250.000 Häuser und machte bis zu zwei Millionen Menschen obdachlos. Etwa 3,2 Millionen Menschen waren direkt von der Naturkatastrophe betroffen.

Die Hilfe ora leitete rasch Hilfsmaßnahmen ein, um gemeinsam mit seiner kanadischen Schwesterorganisation

verletzte und obdachlos gewordene Menschen rund um die Stadt Jacmel zu versorgen und die Grundversorgung der Kinder aus drei Heimen zu sichern. In zwei Containerlieferungen wurden eine wertvolle Wasseraufbereitungsanlage, Lebensmittel, Hygieneartikel und Medikamente aus Deutschland verschifft. Unsere Partner verteilten außerdem wöchentlich eine warme Mahlzeit für 200 Kinder aus Jacmel und versorgten Bedürftige in der Stadt und in entlegenen Dörfern. Der Übergang von Katastrophenhilfe hin zu Entwicklungshilfe wurde eingeleitet.

Indonesien Zeitraum: Oktober 2009 Partner: humedica und Bina Mandiri Indonesia Einsatzort: Padang und Umgebung Förderung: 13.000 €

Die Katastrophe

Die Hilfe

Am 30. September und 1. Oktober 2009 bebte die Erde in der Stadt Padang auf der indonesischen Insel Sumatra. Zwei Erdbeben zerstörten etwa 80 Prozent der Gebäude in der Region und forderten offiziell 1.157 Menschenleben. 379.000 Häuser und Gebäude wurden zerstört oder beschädigt. Hunderttausende Menschen wurden obdachlos.

ora international konnte durch die Zusammenarbeit mit humedica und der indonesischen Organisation Bina Mandiri Indonesia rasch Hilfe leisten. Ein Ärzteteam von humedica behandelte unmittelbar nach der Katastrophe über 3.000 Verletzte in Padang. Der indonesische ora-Partner richtete eine öffentliche Suppenküche ein, versorgte 250 Säuglinge mit Nahrung, behandelte Verletzte in einer mobilen Klinik und verteilte Zelte an Opfer der Katastrophe. Insgesamt erreichte ora gemeinsam mit den beiden Partnerorganisationen rund 11.000 Menschen.


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Finanzen

Einnahmen

im Geschäftsjahr 2009/2010 • Patenschaftsbeiträge • sonstige Erträge • Zinserträge

Einnahmen Geschäftsjahr 2009/2010 Einnahmen Geldspenden Einnahmen Sachspenden Patenschaftsbeiträge sonstige Erträge Zinserträge

Einnahmen Gesamt

2.219.494,05 € 4.090.207,41 € 800.464,08 € 102.583,26 € 20.333,50 €

7.233.082,30 €

Mittelverwendung im Finanzjahr 2009/2010

AUSGABEN I. Projektaufwand a) Projektförderung 5.243.498,43 € b) Projektbegleitung 290.981,99 € c) Satzungsgemäße Öffentlichkeitsarbeit 175.667,22 € Zwischensumme 5.710.147,64 € II. Aufwendungen für begleitende Aktivitäten a) Werbung und allgemeine Öffentlichkeitsarbeit 650.810,02 € b) Verwaltungsaufwand 379.713,65 € Zwischensumme 1.030.523,67 € Summe Gesamtaufwand 6.740.671,31 €

77,79 % 4,32 % 2,61 % 84,71 % 9,65 % 5,63 % 15,29 % 100 %


Finanzen

Erläuterungen zu Einnahmen und Ausgaben Geschäftsbericht 2009/2010

Erträge Zu den Erträgen gehören Geldspenden, Sachspenden, Patenschaftsbeiträge, Zinseinnahmen und sonstige betriebliche Erträge. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Erträge durch Geldspenden von 1.520.986,94 € um 45,92 % auf auf 2.219.494,05. Diese Mehreinnahmen resultieren zum einen aus einigen hohen Einzelspenden. Zum anderen gingen von Februar bis April 2010 verstärkt Geldspenden für die Erdbebenopfer in Haiti ein. Die Einnahmen aus Patenschaftsbeiträgen reduzierten sich geringfügig um 2,46 % auf 800.464,08 €. Die Sachspenden gingen leicht um 6,84 % auf 4.090.207,41 € zurück. Die sonstigen betrieblichen Erträge blieben mit 102.583,26 € nahezu konstgrößten Positionen gehörten Erträge aus Anlageverkauf. Durch die Fälligkeit eines Wertpapiers stiegen die Zinseinnahmen von 7.443,58 € auf 20.333,50 €.

Ausgaben Die Aufwendungen für Projekte erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um 18,67 % auf 487.694,69 €, während sich die Aufwendungen für Patenschaften mit 665.696,33 € kaum veränderten. Höhere Aufwendungen waren insbesondere bedingt durch unser Nothilfprogramm für die Erdbebenopfer in Haiti und die Erweiterungen unserer Hilfsprojekte in Moldawien und Ruanda. Dagegen sanken die

Aufwendungen für Rumänien und Albanien, da sich ora international Schweiz an den Kosten für die Hilfstransporte beteiligte. Die Aufwendungen für Guinea Bissau waren nur noch geringfügig, da der Bau der neuen Schule im Frühjahr 2009 abgeschlossen wurde. Für Tadschikistan fielen keine Aufwendungen mehr an, da das Projekt im Geschäftsjahr 2009/10 endete. Infolge der Erweiterung der oben genannten Hilfsprojekte erhöhten sich entsprechend auch die Aufwendungen für Löhne und Gehälter. Sie stiegen um 13,15 % auf 911.992,76 €. Die eingenommenen Sachspenden im Gesamtwert von 4.090.207,41 € wurden vollständige den Hilfsprojekten zugeführt. Bedingt durch Sonderaktionen in Haiti und den Aufund Ausbau der Hilfsprojekte in Moldawien und Ruanda stiegen die Ausgaben für Öffentlichkeitarbeit um 5,4 % auf 341.790,95 €. Trotz höherer Aufwendungen für Löhne und Gehälter haben sich Verwaltungskosten durch Einsparungen bei den Fahrzeugkosten, Zinsen und sonstige betrieblichen Aufwendugen im Vergleich zum Vorjahr um 28.691,45 € verringert.

Jahresüberschuss Das Geschäftsjahr wurde mit einem Überschuss von 492.410,99 € abgeschlossen. Der Überschuss wurden den Gewinnrücklagen zugeführt, die sich damit auf von 720.008,73 € auf 1.212.419,72 € erhöhten.

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Finanzen

Testat des Wirtschaftsprüfers Wiedergabe des Bestätigungsvermerks „Wir haben den Jahresabschluss – bestehend aus Bilanz und Gewinn- und Verlustrechung sowie Anhang – unter Einbeziehung der Buchführung des ora international Deutschland e.V. für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2009 bis 30. Juni 2010 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung des Jahresabschlusses nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter des Vereins. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung abzugeben. Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des Jahresabschlusses unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen

Dr. Michael Hagemann GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft

Wiesbaden, den 7. Oktober 2010 Michael Kettern Wirtschaftsprüfer

werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Vereins sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung und Jahresabschluss überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet. Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Vereins“.


Finanzen

Kontrolle und Transparenz im Umgang mit Spenden Vertrauen ist die Basis Die Schätzungen gehen auseinander, doch es ist unumstritten, dass die Zahl gemeinnütziger Organisationen in Deutschland in die zehntausende geht. Sie alle sind abhängig von den Zuwendungen der Spender, die ihre Gelder sinnvoll und sachgerecht eingesetzt sehen möchten. Dies zu garantieren, ist die Pflicht jeder mildtätigen Organisation - eine Pflicht, die ora international durch eine Reihe von Maßnahmen erfüllt. Kontrolle, Transparenz und klare Verhaltensrichtlinien ergänzen sich dabei gegenseitig.

Kontrolle Einnahmen und Ausgaben dokumentiert ora in seiner Bilanz, die von mehreren Stellen geprüft wird. Einmal im Jahr kontrolliert ein unabhängiger externer Wirtschaftsprüfer die Finanzen. Immer konnte er einen einwandfreien Umgang mit den Geldern feststellen. Testate belegen dies. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) erhält ebenfalls Einblick in die Bücher. Mit seinem Spendensiegel bescheinigt es mildtätigen Organisationen Seriosität und Glaubwürdigkeit. ora trägt das Siegel seit 2005. Neben diesen externen Prüfinstanzen überwachen intern die Vereinsmitglieder und der Vereinsbeirat die Geschäftsberichte. All diesen positiven Beurteilungen schließt sich auch das Finanzamt Korbach an: ora ist als gemeinnützige Organisation anerkannt und von der Körperschaftssteuer befreit. Transparenz Nicht nur das DZI, der externe Wirtschaftsprüfer und die Vereinsmitglieder erhalten Einblick in die Finanzen. Auch Freunde und Förderer der Arbeit von ora haben die Möglichkeit, sich eingehend über den Einsatz ihrer Spenden in den Projekten zu informieren. Berichte in den Magazinen aktuell und missionsreport, die kontinuierlich aktualisierten Seiten im Internet (www.ora-international.de; www.patenherz.de) sowie Aktivitätsberichte aus den Projektländern und persönliche Briefe der Patenkinder liefern ausführliche Informationen

über die geleistete Arbeit und zukünftige Vorhaben. Zudem sind Reisen zu den Projekten möglich, die ebenfalls belegen, dass die Hilfe ankommt. Für weitere Transparenz sorgt der Jahresbericht, der Einnahmen und Ausgaben detailliert auflistet. Verhaltensrichtlinien Mit den Maßnahmen zur Kontrolle und Transparenz ist den zentralen Forderungen des Deutschen Spendenrats, dessen Gründungsmitglied ora ist, genüge getan. Weitere Richtlinien, deren Einhaltung verpflichtend sind, schreiben vor, bei der Werbung neuer Spender gute Sitten und Gepflogenheiten zu ehren und keine Provisionen zu zahlen. Im Umgang mit Spenderdaten gilt es zudem, äußerste Sorgfalt walten zu lassen. Es ist das Ziel von ora, dem Gemeinwohl zu dienen. Wir sind im Einsatz für Menschen in Not – ein hoher Anspruch, der in der täglichen Praxis stets aufs Neue eingelöst werden muss. Wir setzen alles daran, diesem Anspruch gerecht zu werden – für das Vertrauen der Spender und für die Menschen in Not. Zahlreiche Förderer und Freunde vertrauen uns und ermöglichen so erst unsere Arbeit. Sie machen uns Mut und spornen uns an. Sie bilden das Fundament für unsere Arbeit. Ihnen allen danken wir für ihr großes Vertrauen.

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Finanzen

Detaillierte Darstellung des Aufwandes nach Sparten in Euro Detailierte Darstellung des Aufwendunges nach Sparten in Euro

Projektförderung

Satzungsgemäße Öffentlichkeitsarbeit

Werbung und allgemeine Öffentlichkeitsarbeit

Verwaltungsaufwand

Personalaufwand

181.104,43

120.736,29

356.720,85

256.107,28

Abschreibungen

20.238,93

13.492,62

25.298,66

25.298,65

sonstige Aufwendungen

76.947,31

32.977,43

252.926,36

82.443,56

278.290,67

167.206,34

634.945,87

363.849,49

12.691,32

8.460,88

15.864,15

15.864,16

0,00

0,00

0,00

0,00

290.981,99

175.667,22

650.810,02

379.713,65

Summe Zinsaufwand Steuern gesamte Aufwendungen

Finanzbericht 2009/2010 im Geschäftsjahr 2009/2010

Allgemeine Angaben Der Jahresabschluss ist aus dem Inventar und der Buchführung des Vereins entwickelt. Ansatz, Ausweis und Bewertung der Posten sind grundsätzlich an den handelsrechtlichen Vorschriften der §§ 238 ff HGB ausgerichtet. Institutionelle Besonderheiten einer gemeinnützigen Organisation sind dabei berücksichtigt. Die Bilanzierung richtet sich nach den Grundsätzen der Unternehmensfortführung. Der Stetigkeitsgrundsatz ist beachtet. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren unter Berücksichtigung der Besonderheiten einer gemeinnützigen Organisation aufgestellt. Angaben zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Der Jahresabschluss ist unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und in entsprechender Anwendung der Vorschriften

der §§ 242 bis 256 und §§ 264 bis 288 HGB aufgestellt. Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden orientieren sich grundsätzlich an den steuerlichen Bestimmungen. Änderungen gegenüber dem Vorjahr in der Ausübung von Bewertungswahlrechten sind nicht zu verzeichnen. Die immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens (Software) sind mit den Anschaffungskosten aktiviert. Die Abschreibungen erfolgen linear unter Zugrundelegung einer Nutzungsdauer von drei Jahren. Die Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sind zu Anschaffungskosten gegebenenfalls vermindert um planmäßige Abschreibungen bewertet. Es wird die lineare Abschreibungsmethode angewandt. Die Nutzungsdauer der einzelnen Anlagegegenstände ist auf die Basis der steuerlichen AfA-Tabellen geschätzt. In Höhe des Buchwertes des


Finanzen

Anlagevermögens ist eine entsprechende Rücklage gebildet (Sonderposten zur Vermögensabgrenzung).

niedrigeren beizulegenden Wert erfasst. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nomialwert angesetzt.

Geringwertige Wirtschaftsgüter sind im Zugangsjahr in voller Höhe abgeschrieben (Zugang bis 31.12.2007). Für Zugänge ab dem 01.01.2008 ist die steuerliche Vorschrift des § 6 Abs. 2a EStG beachtet (Poolabschreibung).

Die Rückstellungen sind in Höhe ihrer voraussichtlichen Inanspruchnahme ausgewiesen und berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten bis zum Abschlusstag.

Die Vorräte sind unter Beachtung des Niederstwertprinzips zu Anschaffungskosten bzw. mit dem

Verbindlichkeiten sind mit dem Rückzahlungsbetrag passiviert.

Bilanz

Darstellung der VFE-Lage 2009/2010 Vermögenslage Die nachstehende Übersicht zeigt die Vermögenslage zum Abschlussstichtag in vereinfachter Form unter Gegenüberstellung der entsprechenden Zahlen des Vorjahres einschließlich ihrer Veränderungen (systembedingte Rundungsdifferenzen sind möglich).

30.06.2010 30.06.2009 Veränderung TEUR % TEUR % TEUR % AKTIVA Sachanlagen Finanzanlagen Vorräte Sonstige Vermögensgegenstände Flüssige Mittel/Wertpapiere Rechnungsabgrenzungsposten

1.436,9 260,4 1,6 147,2 710,3 12,2

55,9 10,1 0,1 5,7 27,7 0,5

1.601,4 266,8 3,3 153,2 142,9 15,7

73,4 12,2 0,2 7,0 6,5 0,7

-164,5 -6,4 -1,7 -6,0 567,4 -3,5

-10,3 -2,4 -51,5 -3,9 397,1 -22,3

Summe Aktiva 2.568,6 100,0 2.183,2 100,0 385,4 17,7 30.06.2010 30.06.2009 Veränderung TEUR % TEUR % TEUR % PASSIVA Eigenkapital 1.212,4 47,2 720,0 33,0 492,4 68,4 Rückstellungen 43,7 1,7 45,2 2,1 -1,5 -3,3 Kreditverbindlichkeiten 896,7 34,9 959,6 44,0 -62,9 -6,6 Lieferantenverbindlichkeiten 17,5 0,7 21,4 1,0 -3,9 -18,2 Sonstige Verbindlichkeiten 398,3 15,5 437,0 20,0 -38,7 -8,9 Summe Passiva 2.568,6 100,0 2.183,2 100,0 385,4 17,7

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Finanzen

Erläuterungen zur Bilanz Das Gesamtvermögen hat sich gegenüber dem Vorjahr um 385 Tsd. Euro (+18%) erhöht. Dieses resultiert im Wesentlichen aus der Zunahme der liquiden Mittel (+568 Tsd. Euro) und einem Anlagenzugang in Höhe von 14 Tsd. Euro. Dem steht die Minderung der sonstigen Vermögensgegenstände und Rechnungsabgrenzungsposten (9 Tsd. Euro), der Abschreibung (-84 Tsd. Euro), Anlagenabgänge (95 Tsd. Euro), und einem Kursverlust von Wertpapieren (-6 Tsd. Euro) gegenüber.

Aktiva

Passiva

A. Anlagevermögen I. Bei den Grundstücken und Gebäuden handelt es sich um das Vereinsgebäude in Korbach und um Gebäude, die in Projektländern als Waisenhäuser , Lager- und Bürogebäude genutzt werden.

A. Eigenkapital Das Eigenkapital ist um T 492 gestiegen und wird den Rücklagen zugeführt. Der Mitteleinsatz des Folgejahres übersteigt das Eigenkapital bei weitem, so dass der Grundsatz der zeitnahen Verwendung gem. § 55 (1) Nr. 5 AO eingehalten wird.

II. Bei den Finanzanlagen handelt es sich um eine Beteiligung sowie um festverzinsliche Wertpapiere.

B. Umlaufvermögen I. Bei den Vorräten handelt es sich um Equipment für Hilfseinsätze. II. Die sonstigen Vermögensgegenstände betreffen im Wesentlichen ein Darlehen an die Tochtergesellschaft Comar. III. Bei der Position Guthaben bei Kreditinstituten handelt es sich hauptsächlich um Fest- und Tagesgelder für die Förderung der Projektarbeit. Die liquiden Mittel werden risikoarm angelegt und gemäß der Budgetplanung in die Projektländer transferiert. Die Zunahme der liquiden Mitteln resultiert aus einer hohen Geldspende, die für bestimmte Projekte auf einem Festgeldkonto deponiert wurde.

C. Rechnungsabgrenzungsposten I. Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet insbesondere abzugrenzende laufende Geschäftskosten sowie Patenschaftsgelder, die im Voraus gezahlt wurden.

B. Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen betreffen Personalaufwendungen, Kosten der Jahresabschlussprüfung, Kosten für die Vergabe des DZI Spenden-Siegels sowie Beitragszahlungen (Deutscher Spendenrat).

C. Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betreffen ausschließlich die Finanzierung der Vereinsimmobilie, die zu 100 Prozent für satzungsgemäße Aufgaben genutzt wird (896 Tsd. Euro). Weiterhin bestehen zum Bilanzstichtag Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (17 Tsd. Euro) und sonstigen Verbindlichkeiten (398 Tsd. Euro), erwähnenswert solche gegenüber Projektpartnern (68 Tsd. Euro), Spendern (305 Tsd. Euro), Finanzbehörden und Sozialkassen (11 Tsd. Euro).


Finanzen

Selbstverpflichtungserklärung als Mitgliedsorganisationen des Deutschen Spendenrates e.V. Wir sind durch Bescheid des Finanzamtes Korbach vom 20. März 2009, Steuernummer 27 250 5150 6 – P01, als ausschließlich und unmittelbar gemeinnützigen und mildtätigen Zwecken dienend anerkannt mit gültigem Freistellungsbescheid nach §§ 52 ff der Abgabenordnung. Zur Erreichung größerer Transparenz und damit zur Gewährleistung einer erhöhten Sicherheit beim Spenden verpflichten wir uns, über die Einhaltung des geltenden Rechts hinaus zur Beachtung folgender Regeln: 1. Wir werden keine Mitglieder- und Spendenwerbung mit Geschenken, Vergünstigungen oder dem Versprechen bzw. der Gewährung von sonstigen Vorteilen betreiben, die nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Satzungszweck stehen oder unverhältnismäßig teuer sind. 2. Werbung, die gegen die guten Sitten und anständigen Gepflogenheiten verstößt, wird unterlassen. 3. Wir verpflichten uns, allgemein zugängliche Sperrlisten und Richtlinien zum Verbraucherschutz zu beachten. 4. Wir werden den Verkauf, die Vermietung oder den Tausch von Mitglieder- oder Spenderadressen unterlassen. 5. Die Prüfung unserer Buchführung, unseres Jahresabschlusses und Lageberichtes sowie unserer Einnahmen-/Ausgabenrechnung erfolgt nach Maßgabe der jeweils gültigen Richtlinien des Institutes für Wirtschaftsprüfer (IdW) e.V. Der Abschlussprüfer hat die Einhaltung dieser Selbstverpflichtung, soweit sie die Rechnungslegung betrifft, entsprechend zu prüfen und über das

Ergebnis der Prüfung schriftlich zu berichten. Auf den Bestätigungsvermerk eines Wirtschaftsprüfers/ vereidigten Buchprüfers kann verzichtet werden, wenn die Bemessungsgrundlage für die Beitragsberechnung gemäß Ziff. 4 der Beitragsordnung die Summe von 250.000 Euro im vorangegangenen Geschäftsjahr nicht überstiegen hat. 6. Spätestens bis zum 30.9. des Folgejahres stellen wir einen für die Öffentlichkeit bestimmten Bericht fertig, der zumindest folgende Bestandteile enthält: a. gegliederte Aufstellung der Einnahmen und Ausgaben mit Bestätigungsvermerk gemäß Ziff. 5 unter Berücksichtigung der Leitlinien für die Buchhaltung Spenden sammelnder Organisationen des Deutschen Spendenrates e.V. vom 8.6.1999. b. Erläuterung von Bereichen, in denen Provisionen oder Erfolgsbeteiligungen gezahlt werden c. Erläuterung der Behandlung von projektgebundenen Spenden d. Hinweis darauf, ob Spenden an andere Organisationen weitergeleitet werden und ggf. in welcher Höhe. e. Hinweis auf die Selbstverpflichtungserklärung des Deutschen Spendenrates e.V. 7. Wir verpflichten uns, den Anforderungen dieser Selbstverpflichtung genügenden Bericht gegen Erstattung der Selbstkosten auf Wunsch an jedermann zu versenden.

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Es gibt keine groĂ&#x;en Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglĂźckliches Kind auf Erden gibt. Albert Einstein

ora international Deutschland e.V. Am Ziegelgrund 31, 34497 Korbach Telefon: 05631 9505 0 Telefax: 05631 9505 50 Email: info@ora-int.org Internet: www.ora-international.de www.ora-community.org Spendenkonto: 50-609 Postbank Frankfurt am Main BLZ 50010060


Jahresbericht ora international 2009/2010