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Verantwortlicher Herausgeber: Provinz Lüttich, Place Saint-Lambert 18a – B-4000 Liège -Lüttich

} 8 1 {14 Gedenktourismus in der Provinz Lüttich

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Gedenkzeremonie im Fort Loncin

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{VORWORT}

1914 & 1940

Tourismus und Gedenken Innerhalb eines Vierteljahrhunderts ereilte die Provinz Lüttich zweimal das Schicksal, unglücklich in den Beginn eines Konfliktes verwickelt zu sein, der Belgien und darüber hinaus ganz Westeuropa und sogar einen Teil der restlichen Welt in einen fürchterlichen Zerstörungswahnsinn hineingerissen hat. Die Ende des 19. Jahrhunderts geschaffene „Befestigte Stellung Lüttich“ musste den Sturmangriff von August 1914 erdulden und dann - wieder aufgerüstet und ausgebaut – auch den von Mai 1940. Die Gesamtheit der Festungsanlagen ist noch gut erhalten, auch wenn einige nicht mehr zugänglich sind. Immerhin können nicht weniger als elf Forts noch besichtigt werden. Wir stellen sie Ihnen in dieser Broschüre vor, ebenso die beiden anderen Gedenkstätten: das Fort von Huy und die Interalliierte Gedenkstätte von Cointe (Lüttich). Einleitend geben wir einen kurzen historischen Überblick, der sicher nützlich sein dürfte, ganz besonders für die jüngeren Leser. Selbstverständlich verdienen die zahlreichen Orte, die in unserer Provinz an den tragischen Ereignissen der Von-Rundstedt-Offensive vom Winter 1944-1945 beteiligt waren, eine ebenso große Aufmerksamkeit.

editorial

Die Direktorin des Tourismusverbandes der Provinz Lüttich

Der Provinz-Abgeordnete, Beauftragter für Tourismus, Vorsitzender des Tourismusverbandes der Provinz Lüttich

Belgischer Soldat vom 12. Linienregiment (1914)

Da wir schon von „Tourismus“ reden, scheint es uns wichtig, mit Nachdruck darauf hinzuweisen, dass es keinen scheinbaren Widerspruch zwischen diesem Begriff und dem Begriff des „Gedenkens“ gibt. Im Gegenteil. Voller Ehrfurcht vor den Tragödien, die sich hier vielerorts ereignet haben - in Loncin oder Chaudfontaine z.B., betritt man einen Boden, in dem Dutzende, ja sogar Hunderte von Leichen liegen – erinnert der „Gedenktourismus“ sowohl an die großen Leiden der Vergangenheit als auch daran, dass wir heute das Glück haben, in einem Europa des Friedens zu leben.

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Dort, wo der erste belgische Soldat ums Leben kam, dort, wo alles begann…

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Die von der Provinz Lüttich, der Stadt Lüttich und der VoE Europa 50 organisierte Ausstellung „L’Expo 14-18“ findet an 2 verschiedenen Standorten statt und behandelt 2 Themen: - Im Museum für Wallonische Volkskunde: Liège dans la tourmente (Lüttich im rauen Wind) - Am TGV-Bahnhof Liège-Guillemins: La Grande Guerre (Der Große Krieg) Besichtigungen und Entdeckungen der Stätten (Monumente, Forts und Friedhöfe) sowie der Museen. Aufenthalte und Ausflüge.

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Sie erhalten alle Informationen zum Gedenktourismus in der Provinz Lüttich (Belgien) auf www.liegetourisme.be. Für Aufenthalte und Ausflüge rufen Sie bitte die Telefonnummer +32 (0)4 237 95 85 an oder kontaktieren per E-Mail candice. michot@provincedeliege.be


{INHALT}

inhalt

Präambel S1 Vorwort S3 Inhalt Geschichte S4-6 Heldenhafter Widerstand im Jahre 1914 S7-9 Mai 1940: Der Überraschungsangriff Gedenktourismus – das Angebot S10-31 Die Forts von 1914 & 1940 S32-33 Fort und Gedenkstätte von Huy S34-35 Unzugängliche Forts von 1914 S36-37 Interalliierte Gedenkstätte von Cointe S38-44 Kriegsmuseen 1914 & 1940 S45 Stätten des Martyriums S46 Gedenkstätten und Militärfriedhöfe S47 Andere Gedenkorte Verschiedenes S48-51 Anekdoten zur Schlacht um Lüttich (1914) S52-53 Karte der Forts und Gedenkstätten S54-55 Unsere Tourismushäuser S56 Paketangebot Gedenktourismus Das Qualitätslabel „Touristische Attraktion“ wird vom Generalkommissariat für Tourismus (CGT) vergeben (1 bis 5 Sterne).

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Heldenhafter Widerstand im Jahre 1914

HELDENHAFTER WIDERSTAND

Die strikte Neutralität, die Belgien bei der Staatsgründung in Jahre 1830 auferlegt worden war und vor allem dessen mächtige Artillerie, kamen dem Land im Jahre 1870 zugute, da es dadurch vom französisch-deutschen Krieg, der sich vor seinen Toren abspielte, unbehelligt blieb. Als im ausgehenden 19. Jahrhundert erneut große Spannungen in Europa auftraten, beschloss das Königreich, sich militärisch sowohl Deutschland als auch Frankreich gegenüber zu wappnen (die Erinnerung an Waterloo war noch sehr lebendig).

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Ein gigantisches Unternehmen, im Eilverfahren umgesetzt

Im Dezember 1886 bittet der Kriegsminister General Brialmont darum, ihm ein militärisches Verteidigungskonzept vorzulegen. Bereits im darauffolgenden Jahr gibt die Regierung die ersten Kredite frei, die für die Schaffung einer befestigten Stellung um Lüttich gegenüber Deutschland und um Namur gegenüber Frankreich erforderlich sind. Am 1. Juli 1888 werden die Arbeiten für die beiden befestigten Stellungen des Brialmont-Projekts französischen Bauunternehmern zugesprochen. Am darauffolgenden 28. Juli erfolgt der erste Spatenstich in diesem Großprojekt, das darin besteht, zwölf Forts um Lüttich und neun um Namur zu errichten. Diese Forts aus Beton (kein Stahlbeton) haben meistens eine drei- oder viereckige Grundform. So wird Lüttich von sechs großen Forts umgeben (Barchon, Fléron, Boncelles, Flémalle, Loncin, Pontisse) und von sechs kleinen (Evegnée, Chaudfontaine, Embourg, Hollogne, Lantin, Liers). Der so entstandene Verteidigungsring erstreckt sich auf 46 km, wobei jedes Fort etwa 7-8 km von der Stadt und etwa 3-4 km von seinem Nachbarfort entfernt ist.

Eine internationale Verstrickung

Die internationale Lage zwischen den damaligen „Großmächten“ Deutschland und Österreich-Ungarn einerseits und Frankreich, England und Russland andererseits war also ziemlich angespannt. Ein Funke genügte, um zur Explosion zu führen. Und dieser Funke zündete am 28. Juni 1914 in Sarajewo durch die Ermordung von Erzherzog Franz-Ferdinand, dem Thronerben des Österreich-Ungarischen Kaiserreiches, durch einen serbischen Extremisten. Sogleich setzte sich die „Logik“ der Bündnisse in Gang: Russland, das seine slawischen Brüder in Serbien gegen die österreichische Unterdrückung verteidigen wollte, riss sozusagen Frankreich und England mit in den Krieg hinein. Deutschland war überzeugt, dass Belgien nur über „Operettensoldaten und Festungen aus Karton“ verfügte und forderte die belgische Regierung auf, seine Truppen durch das Land ziehen zu lassen, um Frankreich angreifen zu können. Als Oberbefehlshaber der belgischen Streitkräfte lehnte König Albert I. dies jedoch ab. Für Wilhelm II., Kaiser von Deutschland und König von Preußen, der über 3.800.000 Soldaten verfügte (Belgien hatte nicht mal 200.000 Mann!) war dadurch alles klar. Am 4. August 1914 durchbrachen die deutschen Soldaten bei Tagesanbruch mit zahlreichen Kanonen, Haubitzen und Schnellfeuergeschützen die Grenze und stießen in Richtung Henri-Chapelle, Battice und Herve vor, bevor sie von der belgischen Infanterie (12. Linienregiment) an der Brücke von Visé gestoppt werden konnten.


Befestigte Stellung Lüttich – 1914 Grüne Pfeile: Bewegungen der Alliierten Blaue Pfeile: deutsche Offensiven (siehe auch unter www.bunkertours.be/pfl_i. html)

Die 3. Heeresdivision unter Generalleutnant Gérard Leman verteidigte die „feurige Stadt“ Lüttich.

Lüttich an vorderster Front fmarsch Deutscher Truppenau tel ier z-V gdo Lon im

In Thimister, kurz vor Battice, ist bei einem der Vorhutgefechte im Kampf um die Einnahme von Lüttich der erste belgische Soldat gefallen, der Kavallerist Fonck. Ihm zu Ehren trägt eine ehemalige Lütticher Kaserne seinen Namen. Am 5. August greift die feindliche Infanterie in geschlossenen Reihen das Fort Barchon an. Die Kanonen und Gewehre des Forts schlagen enorme Breschen in die feindlichen Reihen. Die Erstürmung wird zurückgeschlagen und der Angreifer begeht nicht mehr den gleichen Fehler. Jetzt wird seine Artillerie eingesetzt, um unsere Forts zu zerschlagen. Zur großen Überraschung der Deutschen verteidigt sich die belgische Armee mit Verbissenheit; es gelingt ihr sogar den Feind an einigen Stellen zurückzudrängen (Visé, Herstal, Rabosée, Sart-Tilman,...). 5 von den 6 Sturmbrigaden ziehen sich zurück.

Deshalb wird der Überfall immer brutaler: die deutschen Truppen setzen einige Dörfer in Brand. Die Stadt Visé wird regelrecht verwüstet. Dann entschließen sich die Deutschen, die Befestigungslinie des rechten Maasufers an der Nordseite zu umgehen, indem sie in Lixhe nicht weit von der holländischen Grenze über die Maas setzen. Am 7. August gelingt es einigen deutschen Brigaden durchzustoßen und, trotz des erbitterten Widerstands der belgischen Soldaten, zwischen Fléron und Evegnée eine Bresche in die Krone der Lütticher Forts zu schlagen. Bei ihrer Ankunft in Jupille nehmen die deutschen Soldaten widerstandslos die alte Festung La Chartreuse ein. Auf der Anhöhe von Belleflamme bringen sie Kanonen in Stellung, und Lüttich erlebt seine erste Bombardierung. Der Feind greift das Hauptquartier der Lütticher Festungsanlagen in der Rue Sainte-Foy an, wird aber zurückgedrängt; Generalleutnant Leman zieht sich mit seinem Generalstab ins Fort von Loncin zurück. Infolge dieses Angriffs entsteht ein panisches Durcheinander, bei dem das Zentralbüro des Postund Telegrafenamtes verlassen wird, durch das alle Verbindungen der „Befestigten Stellung Lüttich“ (frz. „P.F.L. für „Position Fortifiée de Liège“) laufen.

Die tödliche Waffe der deutschen Armee im Jahre 1914: „Die dicke Bertha“

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Von diesem Augenblick an schlägt die Lage um, denn nunmehr muss die „Befestigte Stellung Lüttich“, die schon auf technischem Gebiet unterlegen ist, auch noch erdulden, dass sie von der hinteren Seite angegriffen wird: man hat nicht damit gerechnet, dass der Feind auch noch vom Stadtzentrum aus in der Lage ist anzugreifen. Die Forts fallen dann auch sehr schnell, eines nach dem anderen, unter dem Feuerhagel der deutschen Geschütze.

HELDENHAFTER WIDERSTAND

420 mm-Geschütze

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Weil der Feind länger als geplant an der „Befestigten Stellung Lüttich“ aufgehalten wird, lässt er eine zu diesem Zeitpunkt noch unbekannte Belagerungsartillerie heran befördern: die aus zwei 420-mm-Kanonen bestehende Batterie Nr. 3 des Hauptmanns Erdmann. Sie wird im Dorf Mortier installiert und eröffnet am 13. August das Feuer auf das Fort Pontisse. Bereits stark durch die zahlreichen Bombardierungen in Mitleidenschaft gezogen, kann Fort Pontisse diesem enormen Granatbeschuss nicht mehr lange standhalten, zumal es – genau so wie die anderen Forts – nur gebaut worden ist, um Geschosse des Kalibers 210 mm abzuwehren. Es hisst die weiße Flagge. Am 15. August ist das Fort Loncin an der Reihe, von dort aus wird die Straße und die Eisenbahnlinie in Richtung Brüssel versperrt: die Bombardierung durch diese beiden Kanonen hat fürchterliche Auswirkungen. Die 420-mmHaubitzen werden zum Manöverplatz von Bressoux gebracht und beginnen von dort aus ihr Vernichtungswerk. An diesem 15. August sehen die feindlichen Beobachter gegen 17.20 Uhr einen gewaltigen Feuerblitz über Loncin: das Fort explodiert und begräbt einen Teil der Garnison unter riesigen Betonblöcken. General Leman selber wird schwerverletzt aus den Trümmern geborgen. Am nächsten Tag kapitulieren die beiden letzten Forts, die noch standgehalten haben: Flémalle und Hollogne. Damit ist der Kampf um Lüttich entschieden, aber - wie wir ja wissen – wird der Krieg, dadurch, dass er an der Yzer und der Marne ins Stocken gerät, noch vier Jahre dauern, bis die Alliierten den Aggressor besiegt haben.

Lüttich war die erste Stadt außerhalb Frankreichs, die mit der französischen „Légion d’Honneur“ ausgezeichnet wurde, als Anerkennung für die Kampfmoral, die es ermöglicht hat, die französische Verteidigung außerhalb der Wallonie besser zu organisieren.

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DER TAPFERE JOSEPH GORDINNE

Im September 1914 wird der Lütticher Drucker Joseph Gordinne von Leutnant Tits, der damals in der Militäranlage St-Laurent Dienst tat, kontaktiert. Letzterer informiert ihn über die Absicht der Deutschen, die in St-Laure nt untergebrachten Archive durch Feuer zu vernichten, dabei handelte es sich unter anderem um unerlässliche Information en über den Lütticher Festungsgürtel. Joseph Gordinne setz t sich mutig als Patriot ein. Als Drucker stets auf der Suche nach Papiergrundstoff stellt er sich dem für die Vernichtung der Dokumente beauftragten deutschen Offizier vor und kauf t ihm die sechs Tonnen Papier schlicht und einfach ab. Von der Zeit ab, als der unschätzbare Wert dieser Archive nach gewiesen war, mussten die Dokumente, um sie den deutsch en Nachforschungen zu entziehen, innerhalb von vier Kriegsja hren drei Mal umgeräumt werden. Für diese tapfere Tat wur de Joseph Gordinne mit dem Zivilorden erster Klasse ausg ezeichnet.


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MAI 1940: DER ÜBERRASCHUNGSANGRIFF

Mai 1940: Der Überraschungsangriff Obschon der Beginn des Zweiten Weltkrieges in unseren Regionen wie eine Wiederholung des Jahres 1914 erscheinen mag (gleicher deutscher Angriff mit Zielrichtung Frankreich in völliger Missachtung der Neutralität Belgiens, ebenso schnelle Durchführung des Angriffs, gleiches taktisches und geostrategisches Konzept), ist es dennoch ein grundverschiedener Krieg. Erstens handelt es sich hierbei nicht nur um eine Auseinandersetzung zwischen Staaten mit dem Ziel der Eroberung oder Verteidigung nationaler Territorien. Es ist auch ein ideologischer und rassistischer Krieg: der Nationalsozialismus will die angebliche Überlegenheit der arischen Rasse Europa und anschließend der ganzen Welt aufzwingen. Auch ist der opportunistische und revanchistische Aspekt des Konfliktes nicht zu unterschätzen: von deutscher Seite gilt es, den Affront von 1918 zu rächen.

Ein totaler Krieg

Zweitens ist die Auseinandersetzung zwischen den Mächten der Achse (Deutschland, Italien, Japan) und den Alliierten - was Westeuropa betrifft - eine ganz neue Konfrontation zwischen expansionistischen Diktaturen (den sogenannten „starken Mächten“) und den angeblich fragileren Demokratien. Dass letztere zum guten Schluss als Sieger aus dem Konflikt hervorgehen, obwohl sie vor 1940 so manche Schwächen gekannt haben, ist eine der größten Lektionen der Geschichte. Drittens ist der Krieg 1939-1945 wirklich ein Weltkrieg. 1914 ist der Krieg im Grunde ein europäischer Konflikt, der durch die Vielfältigkeit der Truppen, die von überall herkommen und sich auf dem alten Kontinent niedermetzeln, zum Weltkrieg wird. Der zweite Konflikt erreicht sehr schnell eine weltweite Dimension. Zunächst wird in Asien gekämpft, dann in Europa, in Afrika und in Ozeanien.

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MAI 1940: DER ÜBERRASCHUNGSANGRIFF

Ligne Maginot

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1. Die Alarmlinie 2. Die Vorgerückte Position 3. Die „Befestigte Stellung“ Lüttich I 4. Die „Befestigte Stellung“ Lüttich II

Nur Amerika wird von den Kämpfen verschont, und dennoch werden praktisch alle Länder der neuen Welt aktiv in den Konflikt mit einbezogen. Letztendlich wird es ein „totaler“ Krieg. Je weiter er fortschreitet, desto mehr verschlingt er alle Kräfte der Krieg führenden Nationen. Zusätzlich zu dem gigantischen technischen, ökonomischen, industriellen und moralischen Einsatz der Völker fordert der Krieg in nie dagewesener Höhe seinen unvermeidlichen Tribut an Menschen. Die Zivilbevölkerung wird noch mehr betroffen als das Militär. Eine vorübergehende Kampfpause bedeutet keinesfalls das Ende der Leiden, denn es kommt die Besatzungszeit, die Zeit der Kriegsgefangenen, der Kollaboration, der Denunzierungen, des Widerstands, der Vergeltungen, der Zwangsarbeit, der Deportierungen, der Rationierung und der Bombardierungen...

Eine verstärkte Verteidigung

Belgischer 40 Soldat in 19

Um das Land gegen einen erneuten deutschen Angriff zu verteidigen, investiert die belgische Heeresführung schon zu Beginn der dreißiger Jahre bedeutende Mittel in die Verteidigung Lüttichs, traditionelles Einfallstor für Angriffe aus dem Osten. Beim Abschluss der Arbeiten (kurz vor Kriegsbeginn) präsentiert sich die „Befestigte Stellung“ Lüttich“ als schwer zu überwindendes, in sechs aufeinander folgenden Linien angelegtes Hindernis.

5. Die „Befestigte Stellung“ III 6. Die „Befestigte Stellung“ Lüttich IV Die Forts mit dem kleinen gekennzeichneten Logo sind nicht zu besichtigen.

1. Die Alarmlinie, längs der deutschen Grenze besteht aus einer Vielzahl von Beobachtungsposten, deren Aufgabe es ist, bei Grenzverletzung Alarm zu schlagen und mit zahlreichen Zerstörungen zu beginnen. 2. Die Vorgerückte Position, die sich von Beusdael (an der holländischen Grenze) bis nach Stavelot (Amblève) erstreckt, besteht aus 65 Unterständen, die in 9 befestigten Zentren gruppiert sind. 3. Die Befestigte Stellung Lüttich I (P.F.L. I), die einen Kreisbogen von Visé bis Comblain bildet, verfügt über 178 Unterstände und 4 neue Forts. 4. Die Befestigte Stellung Lüttich II (P.F.L. II), die das rechte Maasufer längs der Linie der alten Forts von 1914 verteidigt, besteht aus 62 Unterständen, aus 6 aufgerüsteten Forts und aus einer durchgehenden Panzersperre. 5. Die Befestigte Stellung Lüttich III (P.F.L. III), die einen Durchbruch zwischen Maas und P.F.L. II verhindern soll, umfasst 41 Unterstände. 6. Und schließlich die Befestigte Stellung Lüttich IV (P.F.L. IV), welche die Maas zwischen Pontisse und Engis verteidigt, umfasst 38 Unterstände und 2 aufgerüstete Forts. Erwähnenswert ist noch, dass es mehrere unpassierbare Zonen gibt (durch Zerstörungen und Kahlschläge) und ein unterirdisches Telefonnetz mit befestigten Telefonzentralen, Besucherräumen und Befehlsständen; so gewinnt man allmählich einen Eindruck von den unternommenen militärischen Anstrengungen.


Die Linie Antwerpen-Wavre-Namur

Im Mai 1940 wird Lüttich durch 3 neue Forts, 8 alte, wieder aufgerüstete Forts und 384 Unterstände geschützt, zusätzlich noch durch das Fort Eben-Emael, das verwaltungsmäßig eigentlich dem Belgisch-Limburgischen Armeekorps angehörte, aber praktisch auch Lüttich verteidigte. Zwei Divisionen, drei Radfahrerregimente, ein Kavallerieregiment und Truppen in den Festungen gewährleisten die Verteidigung der Befestigten Stellung. Lüttich bildet die östliche Spitze der belgischen Armee, die als Schutzschild von Antwerpen bis Namur einen riesigen Kreisbogen bildet, der auf dem Albertkanal und auf der Maas aufstützt. Das Oberste Hauptquartier hat eine Zeit lang gehofft, die Franzosen und die Briten dorthin anzuziehen, aber im Winter 1939-1940 erkennt es, dass die Alliierten nicht mit einem vollen Kampfeinsatz hinter der Linie Antwerpen - Löwen – Namur einverstanden sein werden; diese Linie wird dann auch die Hauptwiderstandsposition, auf der sich die Armeen wieder gruppieren müssen, um in den entscheidenden Kampf zu gehen. Sollte der Kampf losbrechen, bestünde also kurz gesagt die Rolle Lüttichs darin, die „Befestigte Stellung“ so lange wie möglich zu halten, mindestens vier Tage, um die Alliierten eventuell dazu zu veranlassen, sich weiter nach vorne zu engagieren. einem der Forts Spartanischer Sanitärraum in ich“ Lütt der „Befestigten Stellung

n Val Benoît Die Brücke vo Au . gust 1939 fliegt am 31 h in die Luft ic tl en verseh

Jede Bewegung wird von der Angst vor den deutschen Panzerfahrzeugen begleitet, die von überall her auftauchen. In Rocourt richtet sich ein belgisches Bataillon der 3. Infanteriedivision ein, um auf der Straße nach Tongern die Panzerfahrzeuge in die Zange zu nehmen. Unser 1. Lanciersregiment, das sich zurückzieht, ohne die Nachhut gesichert zu haben, gerät in einen Hinterhalt und zählt seine ersten Toten! Die Nachricht vom baldigen Eintreffen der Deutschen weckt am gleichen Tag in Lüttich die Erinnerung an die Greueltaten von 1914; Panik bricht aus. Als jedoch die ersten Hitlertruppen von der Zitadelle kommend gegen 17 Uhr die Place Saint-Lambert erreichen, werden sie von der Bevölkerung paradoxer Weise mit stürmischem Beifall empfangen: ... sie glaubt holländische Truppen zu begrüßen! Gegen 18 Uhr besetzen diese Soldaten das Rathaus und hissen die Fahne mit dem Hakenkreuz; sie sollte dort vier lange Jahre wehen. Die Lütticher Forts sind ihrem Schicksal überlassen und kämpfen - jedes für sich - tapfer weiter. Zunächst fällt Boncelles am 16. Mai. Tancrémont (Pépinster) hingegen hält bis zum 29. Mai stand, also einen Tag nach der Kapitulation der Feldarmee Fort Tancrémont

Eine schnelle Niederlage

Der Angriff vom 10. Mai ist ein Blitzangriff. Nördlich von Lüttich erobert der Feind zwei intakte Brücken über den Albertkanal (Veldwezett und Vroenhaven). Gleichzeitig setzen deutsche Lastensegler Luftlandeeinheiten auf das Fort Eben-Emael ab, das die Öffnung nach Maastricht verteidigt. Völlig überrascht durch diese militärtechnisch neue und unvorhersehbare Angriffsweise wird das Fort innerhalb von fünfzehn Minuten neutralisiert. Es kapituliert am folgenden Morgen. Es herrscht totale Bestürzung, denn das Fort galt als uneinnehmbar. Die 4. und die 3. deutsche Panzerdivision springen in die Bresche und drohen die zwei Armeekorps am Albertkanal und jenes, das zur Verteidigung Lüttichs eingesetzt ist, einzukreisen. Schon ab dem 10. Mai müssen sich die belgischen Schutzlinien nach und nach zurückziehen. Im letzten Augenblick entgehen unsere Truppen der Gefangennahme, aber zu welchem Preis? Die 4. Infanteriedivision verliert ihre schweren Geschütze, die 7. Division wird am Albertkanal vernichtet und die 14. Division wird bald darauf in Lummen geopfert, um den Rückzug zu decken. Nur die 1., die 2. und die 3. Division sind auch weiterhin noch kampffähig, obwohl sie durch die Truppenbewegungen (zu Fuß) geschwächt und pausenlos Bombardierungen ausgesetzt sind.

Ohne hier im Geringsten den Heldenmut der Verteidiger von Tancrémont in Frage stellen zu wollen, muss gesagt werden, dass dieses Fort im südlichen Teil der Festungsanlagen - im Gegensatz zu Eben-Emael im Norden - in der Beurteilung der Deutschen nicht von entscheidender Wichtigkeit auf ihrem Weg war, so dass sie es dann auch sozusagen umgangen haben. Dieser Kampf um die Forts vor den Toren der Stadt erklärt, weshalb Lüttich relativ wenig unter den Kämpfen zu leiden hat. Wenn man von einigen Bombardierungen in Herstal, Ans, Alleur und Liers absieht, werden die größten Schäden durch die belgischen Pioniertruppen verursacht, welche die Brücken sprengen, bevor sie sich zurückziehen. Während vieler Monate muss das Übersetzen von einem Maasufer an das andere durch Fähren gewährleistet werden, bis dann wieder provisorische Brücken erbaut werden.

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} U A E T a H C F U E N N I B U A t r {Fo

© Foto A. Renerken

Ein Versuchsort für den Einsatz der geheimen Röchlinggranaten

DIE FORTS VON 1914 & 1940

Das Fort Aubin-Neufchâteau ist von 1935 bis 1940 im Rahmen der „Befestigten Stellung von Lüttich I“ mit dem Ziel erbaut worden, den Zugang Aachen - Visé - Lüttich sowie die umliegenden Täler zu versperren. So schließt es die Nordostfront der „Befestigten Stellung“.

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Als Artilleriestützpunkt auf einer Bunker-Verteidigungslinie vorgesehen, kämpft das Fort Aubin-Neufchâteau im Mai 1940 isoliert von der Feldarmee und feuert in elf Tagen nicht weniger als 15.000 Geschosse ab. Mit Unterstützung seines Nachbarn, dem Fort Battice, bremst es das Vorrücken der deutschen Truppen und hält sie auf, so dass sie nicht so schnell an

DIE RÖCHLINGGRANATE

GeDieses flügelstabilisierte n che schoss ist von den Deuts die entworfen worden, um ts zu Stahlbetonmassen der For von durchschlagen. Eine 8 km eau den Forts Aubin- Neufchât itze ub und Battice entfernte Ha ofam schoss versuchsweise die die sen Röchlinggranaten auf egen Forts ab. Die Granaten sti ug rzfl sehr hoch, fielen im Stu Ein herunter und verursachten rWi schläge mit verheerender sten kung. Sogar in den unter n kan unterirdischen Gängen eang man auch heute noch die en. richteten Zerstörungen seh

anderen Fronten eingesetzt werden können. Dieser Widerstand trägt dazu bei, die Kämpfe des „18-Tage-Feldzugs“ in die Länge zu ziehen, wodurch die Wiedereinschiffung der britischen Truppen in Dünkirchen und der französische Erfolg in Gembloux ermöglicht werden. Unter deutscher Besatzung wird das Fort AubinNeufchâteau als Versuchsort für eine neue Geheimwaffe Hitlers genutzt (siehe Kasten). Zur erweiterten Besichtigung des Forts gehört auch ein Museum, das seit 2012 eine schöne Sammlung an Panzerfahrzeugen aus dem Königlichen Armeemuseum präsentiert. (Siehe Foto auf der folgenden Seite) Das Fort wurde mit großer Kampfkraft eingenommen, seine Artillerie zerstört und seine Munition geraubt, die für zukünftige Verteidigungszwecke hätte verwendet werden können. Vor seinen Mauern wurden etwa 2.000 Angreifer im Nahkampf außer Gefecht gesetzt. Im Fort waren sieben Tote und 20 Verwundete zu beklagen.


Adresse: Rue Colonel Dardenne B-4608 Neufchâteau (Dalhem) Kontakt: Tourismushaus Basse-Meuse – B-4600 Visé Tel. +32 (0)4 374 85 55 fortdaubinneufchateau@gmail.com www.fort-aubin-neufchateau.be Zusätzl. Web-Info für Deutschsprachige: www.worldwartours.be - www.bunkertours.be Anfahrt: Von Visé aus Richtung Aubel, dann Richtung Berneau. Anschließend der Beschilderung „Fort de Neufchâteau“ folgen. Über die Straße von Henri-Chapelle nach Visé kommend links halten, bevor es den Berg hinunter Richtung Warsage geht. Der Eingang liegt an der Zugangsrampe zum Monument nahe dem Friedhof. © Foto A. Renerken

Besichtigungszeiten: Jeden dritten Sonntag des Monats, von April bis November um 14 Uhr. Für Gruppen: auch an anderen Tagen, mit Reservierung. Besichtigungen: ± 1.30 Std.. FR, NL, DE, EN. Eintritt: siehe http://tarif.fort-aubin-neufchateau.be Parken: PKW (50 Plätze) und Busse (2 Plätze) Verschiedenes: es wird empfohlen, gutes und festes Schuhwerk, warme Kleidung sowie eine Taschenlampe mitzunehmen. Fotografieren gestattet.

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© Foto A. Renerken

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DIE FORTS VON 1914 & 1940

Das Fort Barchon ist nach dem Brialmont-Plan im Jahre 1888 erbaut worden (siehe Kasten) und ist zusammen mit Pontisse das nördlichste Fort. Am 8. August 1914 kapituliert es als erstes, weil es Probleme bei der Kommandoführung gegeben hat und die gesamte Besatzung nach nur 4 Tagen Einsatz fast erstickt ist.

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GENERAL BRIALMONT

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Im Mai 1940 dauert der Widerstand viel länger: vom 10. bis zum 18. Mai fügt das Fort dem Feind ständig schwere Schläge zu; der antwortet seinerseits mit heftigen Bombardierungen durch die Artillerie und die Stukas. Das Fort ergibt sich erst am 18. Mai, nachdem der Kommandant Order gegeben hat, alles zu zerstören, was dem Feind in irgendeiner Weise nutzen könnte. Bei der Besichtigung fallen im Fort Barchon besonders zwei Dinge auf: einerseits die Entwicklung der Militärarchitektur seit dem Ende des 19. Jahrhunderts. Man kann das Wie und Warum der Umbauarbeiten in der Zwischenkriegszeit nachvollziehen, als man aus „Altem“ „Neues“ machen wollte. Andererseits haben die Soldaten hier, so wie in Battice (siehe nächste und übernächste Seite), die Räume mit mehreren Malereien und Verzierungen geschmückt. Eine weitere Besonderheit dieses Forts ist sein noch intakter Belüftungsturm (Foto oben): er ist der einzige, der noch zu besichtigen ist. Durch diesen Turm verlässt man übrigens auch das Fort. Die Besichtigung beginnt mit einer audiovisuellen Vorführung, die daran erinnert, dass, wenn auch alle Befestigungsanlagen früher oder später einmal verschwinden werden, die großen Grundsätze unserer Zivilisation dagegen unsterblich sind. Anschließend Besichtigung des Museums.


Adresse: Rue du Fort - B-4671 Barchon (Blegny) Kontakt: Hr. Roger Weeckmans, Tel. + 32 (0)4 387 58 37 Mobil +32 (0)474 90 95 75 info@arc-services.be Anfahrt: E40 (Richtung Lüttich-Aachen). Am Ende der Ausfahrt Nr. 36 rechts halten (Rue Champs de Tignée) bis zum 1. Kreisverkehr (1. Ausfahrt), dann über die Autobahnbrücke. Am 2. Kreisverkehr die 2. Ausfahrt nehmen, dann bis zum 3. Kreisverkehr (3. Ausfahrt in die Rue du Fort) und der Beschilderung folgen. In entgegengesetzter Richtung (Autobahn Aachen-Lüttich), Ausfahrt Nr. 36, am 1. Kreisverkehr (1. Ausfahrt) und am 2. Kreisverkehr (3. Ausfahrt in die Rue du Fort) und der Beschilderung folgen.

Militärgeist ging hier Ha nd in Hand mit künstler ischem Talent .

Besichtigungszeiten: Von April bis November, jeden 2. Sonntag des Monats um 14 Uhr. Besichtigung: ca. 2.30 Std. FR-NL-DE. Eintritt: Erwachsene: € 3; Kinder (8 - 12 Jahre): € 1,50. Gruppen (mind. 15 Pers.): Erwachsene: € 2,50; Kinder: € 1. Zusätzliches Angebot: Cafeteria, Toiletten, Parkplatz für PKW (50 Plätze) und Busse (2 Plätze).

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Verschiedenes: Museum mit Tonbildschau. Bitte warme Kleidung, festes Schuhwerk und eine Taschenlampe vorsehen. Fotografieren gestattet.

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Wandmalereien, die Bände sprechen

DIE FORTS VON 1914 & 1940

Das Fort Battice ist eines der vier neuen Forts, die in den 30er Jahren - von 1934 bis 1937 - gebaut worden sind. Im Mai 1940 widersteht es der deutschen Belagerung 12 Tage lang unter heftigstem Beschuss der schweren Artillerie und der Luftwaffe. Eine einzige, von einer Stuka abgeworfene Bombe dringt durch einen bedauerlichen Abpralleffekt in einen Kampfblock ein und reißt 26 Insassen in den Tod. In dem kleinen Museum, das hier eingerichtet worden ist, kann man noch das Ausmaß der Zerstörungen erkennen.

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ebilde, und s heute als kalte Monsterg Diese Forts erscheinen un Erbauung. er ihnen! Zunächst bei ihr dennoch gab es Leben in Gebäuden hen isc teht aus 15 oberird Das Fort von Battice z.B. bes Räumen von r wir Ge 45 ha und einem auf einem Gelände von trecken. ers km 3,5 auf 30 Metern Tiefe und Gängen, die sich in karren und Hacken, Schaufeln, Schub Mit Presslufthämmern, und Nacht Mann drei Jahre lang Tag Loren haben an die 2.000 en. Anbau sen aus Stahlbeton zu geschuftet, um diesen Rie samt alle , ebt meist junge Männer gel gst schließend haben dort 700 An in n dan ge, in Erwartung der Din sen aus der Region, zunächst las ter hin ren Spu e . Sie haben ihr und schließlich in Schrecken diesen: malereien oder Sprüche wie nd Wa ten wie z.B. die erwähn den schlafen“. „Ruhe bitte, eure Kamera

Die Besichtigung der Haupträume und Versorgungseinrichtungen, 30 Meter unter der Erde, ist sehr interessant, obwohl Ausrüstungsgegenstände durch einen Schrotthändler in den 60er Jahren entfernt worden sind. Hier wird sogar vorgeführt, wie ein Geschützturm mit zwei 75 mm-Kanonen funktioniert; man sieht in den unterirdischen Mannschaftsräumen außergewöhnliche Wandmalereien, ein Stromaggregat in einwandfreiem Zustand, Geschützbunker für 60 mm-Kanonen und ein vollkommen restauriertes Schnellfeuergeschütz bestehend aus zwei MGs. Weitere Gegenstände sind in Glaskästen ausgestellt.


Adresse: Route d’Aubel - B-4651 Battice (Herve). Kontakt: Hr. G. Meessen – Tel. +32 (0)87 44 65 08 Hr. R. Coune – Tel. +32 (0)4 367 70 71 od. Mobil +32 (0)497 20 77 82 Präsident der Vereinigung „Fort de Battice“ Postadresse der Vereinigung „Fort de Battice“: Rue Puits Sainte-Anne 9 - B-4620 Fléron. rene.coune@teledisnet.be Zusätzliche Web-Info für Deutschsprachige: www.worldwartours.be – w.ww.bunkertours.be Anfahrt: E42 Aachen-Lüttich, Ausfahrt Battice. Am Kreisverkehr Richtung Aubel. Der Zugang zum Fort liegt 500 m entfernt, via Parkplatz des RAVeLWegs 5.

Luftaufnahme des Forts

Besichtigungszeiten: Führungen von März bis November, jeweils am letzten Samstag des Monats um 13.30 Uhr. Besichtigungen: Dauer: ca. 3 Std. FR-NL(1), DE(2) u. EN. Eintritt: Erwachsene: € 5; Kinder (-12 J.): € 3. Führungen ganzjährig mit Voranmeldung für Gruppen ab 12 Pers. oder Preispauschale in Höhe von € 60 bei weniger als 12 Pers. Parken: Parkplatz für PKW (30 Plätze) und Reisebus (1 Platz). Verschiedenes: nur Besuch des Museums (Dauer: ca. 1 Std.). (1) Hr. Dany Jammaer (B-Landen), Tel. +32 (0)11 88 42 22. (2) Hr. Otmar Rogge (D-Aachen), Tel. +49 (0)2408 27 91

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Eine der stärksten Festungen Europas, bereits am ersten Tag der Invasion neutralisiert!

DIE FORTS VON 1914 & 1940

Mitten im Saint-Pierre-Hügel befindet sich das Fort Eben-Emael in der Form eines großen Dreiecks, das im Nordosten durch die Caestert-Schneise begrenzt wird. Dieser beeindruckende Geländevorsprung birgt eine richtige kleine unterirdische Stadt und war einst eine der mächtigsten Festungen Europas.

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Die unterste Ebene ist ein lebendiges Museum. Verschiedene Räume sind restauriert und wie damals eingerichtet worden: Maschinenraum, Duschen, Krankenstation, Offiziersmesse, Unteroffiziers- und Mannschaftsräume, Büro des Kommandanten, Leichenkammer, Haftzellen, Friseur, usw. Auf der oberen Ebene sieht man die riesigen Gänge sowie die verschiedenen Kampfblöcke mit ihrer damaligen Bewaffnung.

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Die Geschützräume im Block 1 wurden vollständig wieder hergerichtet, was es ermöglicht, auf Ebene der unterirdischen Kaserne einen „Kampfblock in voller Aktion“ zu besichtigen. Im Mai 1940 war das Fort Eben-Emael das Schmuckstück aller Forts und galt als uneinnehmbar. Es sollte den Zugang und die Überquerung des Albertkanals und der Maas verhindern. Und dennoch, knapp eine Viertelstunde nach Beginn des Angriffs durch die Luftlandeeinheiten, die mit Lastenseglern den Oberbau des Forts als Landeplatz benutzt hatten, war das Fort außer Gefecht gesetzt und kapitulierte am 11. Mai 1940 um 11.30 Uhr. Wenn man auf den Oberbau des Forts steigt, kann man sich sehr gut vorstellen, wie der Tagesanbruch dieses besagten 10. Mai 1940 ausgesehen haben mag, als die Luftlandeeinheiten, die Speerspitze der deutschen Offensive, auf die Beobachtungskuppeln und -glocken absprangen, um dort ihre Hohlsprengladungen (siehe Textbeitrag links) anzubringen, deren verheerende Wirkung heute noch sichtbar ist. Die Besichtigung des Forts Eben-Emael ist mit einer Ausstellung von Uniformen deutscher Elitetruppen versehen, die an der Erstürmung des Forts und des Albertkanals beteiligt gewesen sind. Indem man durch Uniformen und nachgestellte Szenen den einen oder anderen Aspekt dieser Angriffsoperation, bzw. die eine oder andere Person, die dabei eine bedeutende Rolle gespielt hat, ins Rampenlicht setzt, wird die Geschichte unmittelbarer erlebt, vielleicht sogar verständlicher...


Adresse: Rue du Fort - B-4690 Eben-Emael Kontakt: Tel./fax +32 (0)4 286 28 61 secretariat@fort-eben-emael.be www.fort-eben-emael.be (FR-NL-EN) Zusätzl. Web-Info für Deutschsprachige: www.worldwartours.be - www.festungswelt.de www.darkplaces.org Anfahrt: Autobahn E25 Lüttich-Maastricht, Ausfahrt Nr. 1, Fourons-Voeren. Nach Überquerung der Maas und des Albertkanals nach rechts in Richtung Eben-Emael abbiegen. Am Kreisverkehr der Beschilderung in Richtung Fort folgen.

Beobachtungs - und Geschü tzkuppel über Maas und dem der Albertkanal. Links die Ca Felsschneise estert

Besichtigungszeiten: Ohne Anmeldung: durchschnittlich an einem Wochenende im Monat geöffnet (im Winter, bitte vorher erkundigen). Mit schriftlicher Anmeldung (mindestens 14 Tage im Voraus): ganzjährig außer Ende Dezember, Anfang Januar und an Feiertagen (bitte ebenfalls erkundigen). Besichtigungen: Führungen der Innenanlagen (Außenanlagen nur auf Anfrage). 2 bis 3 Std., FR, NL, DE, EN. Eintritt: aErw.: € 6; Sen./Schüler: € 5; Kinder: € 3; Führungen: gleiche Tarife (Gruppen mind. 15 Pers.). Zusätzliches Angebot: Cafeteria, geöffnet an den „Wochenenden der offenen Tür“. Parkplätze für PKW (400 Plätze) und Busse (10 Plätze). Das Museum und die unterirdische Kaserne sind auch für Personen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich. Verschiedenes: gutes Schuhwerk und warme Kleidung empfohlen.

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DIE FORTS VON 1914 & 1940

Zweimal unter verheerendem Feuer der feindlichen Artillerie

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Das Besondere am Fort Embourg, das im Rahmen des Brialmont-Plans erbaut worden ist (siehe Kasten Seite 12), ist seine Trapezform und, dass es eines der kleinsten Forts ist, mit einer Besatzung von etwa 350 Mann. Vom 6. bis 12. August 1914 ist es Schauplatz kleinerer Gefechte, aber ab dem 12. August um 13 Uhr bis zum 13. August um 20 Uhr – dem Zeitpunkt seiner Kapitulation – wird es fast ununterbrochen bombardiert. Die Eingangspforte ist zerstört, der Zentralbunker ernsthaft beschädigt und fast die gesamte Bewaffnung in den Kuppelräumen vernichtet. Und trotzdem ist es erst die drohende Erstickung durch Gase, die durch das Belüftungssystem eindringen, die zur Kapitulation des Forts führt. Auch im Mai 1940 finden hier erbitterte Kämpfe statt. Bereits am 14. ist das Fort vollständig umzingelt und am 15. muss es - zusätzlich zu den Artilleriebeschüssen - die Sturzflugangriffe der deutschen Luftwaffe über sich ergehen lassen. Am 16. verliert das Fort drei seiner Geschützkuppeln und wird außer Gefecht gesetzt. Der Feind beginnt mit der Erstürmung, es hagelt Bomben, die Erschütterungen lassen das Bauwerk erzittern. Fünf Tage und fünf Nächte lang dauert der Widerstand, bevor der Kommandant beschließt, die Waffen zu strecken, um seine Mannschaft vor dem sicheren Tod zu bewahren. Das Museum ist vor kurzem durch eine Sammlung von Kleidungsstücken und Material aller Armeen angereichert worden, die an den Kämpfen von 1914 und 1940 beteiligt waren.


Adresse: Rue du Fort 6 - B-4053 Embourg Kontakt: Hr. J.-M. Lebrun - Mobil + 32 (0)497 20 35 70 fortdembourg@yahoo.fr Anfahrt: Ardennenautobahn ab Lüttich, Ausfahrt Embourg. Die Straße in Richtung Embourg hinauffahren; am Kreisverkehr rechts abbiegen. Eingang beim Patton-Panzer. Besichtigungszeiten: Am 4. Sonntag des Monats ab 14 Uhr. Gruppen auf Anfrage (Anmeldung unbedingt erforderlich mindestens 5 Pers.). Besichtigung: ca. 1.30 Std. FR, NL, DE, EN. Eintritt: Erw.: € 4; Jugendl. (15-18 Jahre): € 3; Kinder: frei. Führungen (Gruppen ab mind. 5 Pers.): € 3/ Pers. Parken: Parkplatz für PKW (20 Plätze) Verschiedenes: Teilweise zugänglich für Personen mit eingeschränkter Mobilität. Fotografieren gestattet.

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Bomben von einer halben Tonne entkommt man nicht!

DIE FORTS VON 1914 & 1940

Flémalle ist ein großes Fort in Viereckanlage der „Befestigten Stellung Lüttich“ (P.F.L.) und eine der zwölf von Brialmont 1888 angelegten Verteidigungsbastionen der feurigen Stadt. Durch seine Lage hoch über der Maas und an der Straße Lüttich-Namur war es von strategischer Bedeutung und 1914 Schauplatz heftiger Kämpfe. Im Mai 1940 musste es den Stuka-Angriffen (deutsche Kampfflugzeuge) standhalten.

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Das Fort ergab sich am 16. August 1914 nur wenige Minuten nach dem Fort Hollogne. Mit diesen beiden fiel die „Befestigte Stellung Lüttich“ endgültig.

Flémalle wurde zwischen den beiden Weltkriegen wieder aufgerüstet mit einer relativ tiefen Viereckanlage. Die Besucher werden die niemals ganz verschwundenen Schäden entdecken, Zeugnisse der gewaltigen Bombardements durch den Feind von 1940. Colonel Modart hatte sich entschieden, dieses Fort als Kommandozentrale zu etablieren, um die Verteidigung von hier aus zu koordinieren. Er kannte jedoch noch nicht die Stärke der feindlichen Luftmacht und die furchtbare Wirkung der 500 kg-Bomben, die die Topographie des Forts und des Geländes für immer veränderten. Der Belüftungsturm blieb auch nicht von Beschädigungen verschont, dieses Mal durch die deutschen 88mm-Kanonen! Die Besichtigung des Inneren wird durch eine 3-D-Nachbildung des kompletten, aufgerüsteten Forts abgerundet. Eine virtuelle Tour ermöglicht dem Besucher besser zu verstehen, wodurch die Feuchtigkeit in den Mauern entstand… Das ebenfalls erneuerte Museum bietet eine einzigartige Sammlung von Militaria mit belgischem Material aus den beiden Weltkriegen, das sehr selten zu finden ist: Waffen (vom Hotchkiss Maschinengewehr bis zum DBT Mörser), Krankenhausausstattung (Zahnlabor, Operationssaal…), Dokumente, aber auch und zehn Uniformen aus dem Ersten Weltkrieg und weitere aus dem Zweiten Weltkrieg. Absolut sehenswert!


Adresse: Avenue du Fort - B-4400 Flémalle Kontakt: G. Bovy: Mobil +32 (0)494 59 27 91 J. Pire: Mobil +32 (0)499 46 90 13 J.-Cl. Martin: Tel. +32 (0)4 234 62 42 fortdeflemalle@live.be www.facebook.com/musee.fortdeflemalle Anfahrt: E42 Lüttich-Namur, Ausfahrt Nr. 4 Flémalle. Richtung Flémalle bis zum großen Kreisverkehr. Von dort an der Beschilderung links Richtung Mons-lez-Liège folgen. 3 km der Hauptstraße folgen. An der Kreuzung bei der Post geradeaus halten Richtung Place des Ecoles. Danach rechts die Straße nehmen, die Richtung Kraftwerk hinunterverläuft. Rechts um den Platz herum fahren, an der anderen Seite die Avenue du Fort nehmen. An der Kreuzung des Belüftungsturms nach rechts fahren (steile Straße). Wenn Sie von der Maas kommen, nehmen Sie die Avenue Gonda in Richtung der Autobahn Lüttich-Namur. Nach ungefähr 5 km biegen Sie am Kreisverkehr rechts ab nach Mons-lez-Liège. Danach wie oben beschrieben. Besichtigungszeiten: Am ersten Samstag des Monats. Besichtigungen um 10, 14 und 16 Uhr. Gruppen nur mit Anmeldung (mind. 20 Personen) Besichtigung: ungefähr 2 Stunden. FR, NL, DE. Eintritt: Erwachsene: € 5; Kinder (-12 Jahre): frei. Parken: Parkplatz für PKW (30 Plätze) und Busse (3 Plätze). Verschiedenes: festes Schuhwerk und warme Kleidung vorsehen. Fotografieren gestattet.

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Ein kleines Fort von 1914

DIE FORTS VON 1914 & 1940

Das Fort Hollogne ist eines der sechs kleinen Forts, die zusammen mit sechs großen die „Befestigte Stellung Lüttich“ bildeten. Es hat die Form eines gleichschenkligen Dreiecks, dessen Hauptteil aus dem zentralen Betonbunker besteht, der die Hauptverteidigungselemente beherbergt (Geschützraum, Munitionslager, Maschinenraum, usw.) und aus dem die gepanzerten Kuppeln für die Fern-Artillerie herausragen. Die Nahverteidigung wird durch drei Panzerkuppeln auf den Vorsprüngen gesichert. Ein Trockengraben umgibt den befestigten Teil. Verschiedene Diensträume und Verteidigungsanlagen befinden sich im hinteren Teil des Forts (an Eskarpe und Kontraeskarpe), „Front de gorge“, genannt.

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VON 210 MM BIS 420 MM

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1914 bildet Hollogne die 12. Batterie und gehört mit den Forts von Flémalle und Loncin zum 3. Festungsbataillon. Die Besatzung ist 350 Mann stark (120 Artilleristen und 230 Infanteristen). Ab dem 4. August 1914 muss das Fort dem Aggressor Widerstand leisten. Als es jedoch am 15. August die Explosion seines unmittelbaren Nachbarn, des Forts von Loncin, erlebt hat, streckt es am Morgen des 16. Augusts nach heftiger Bombardierung durch die deutsche Artillerie die Waffen. Hollogne fällt als letztes Fort der „Befestigten Stellung Lüttich“. Nach der Kapitulation besetzen die deutschen Truppen das Fort Hollogne; sie bringen nur kleinere Veränderungen an, die kaum Auswirkungen auf die ursprüngliche Struktur haben. Das Fort wird nicht mehr für den Zweiten Weltkrieg aufgerüstet und dient als Lager für Munition und Telefonkabel. Es spielt als Teil der „Befestigten Stellung Lüttich“ bei den Geschehnissen im Mai 1940 nicht die geringste Rolle, weder offensiv noch defensiv. Es muss jedoch in den ersten Kriegstagen Bombenangriffe der Stukas der deutschen Luftwaffe über sich ergehen lassen. Das Fort wird von neuem von den Deutschen als Depot benutzt.


Anschließend wollen die Besatzer das Fort als Kommandoposten für eine Abschussbasis für V2-Raketen nutzen, die im Tunnel der Eisenbahnlinie von Fexhe-le-Haut-Clocher – Kinkempois nach Hollogne-aux-Pierres eingerichtet werden soll. Mit der Befreiung durch die amerikanischen Truppen wurde diesem Projekt jedoch ein Ende gesetzt. Nie hat man auch nur eine V2-Rakete aus diesem Tunnel oder dessen Umgebung abgeschossen.

Adresse: Auf dem Gelände des Flughafens Liège Airport B-4460 Grâce-Hollogne Kontakt: www.fortdehollogneliege.be csfhfortdehollogneliege@hotmail.be Anfahrt: Liège Airport, rechts vom Terminal und nach dem Hotel Park Inn. Die Zugangsstraße zum Fort ist durch die Beschilderung „Fort de Hollogne“ gekennzeichnet.

Während der Ardennenoffensive (Winter 1944-45) dient das Fort als Lazarett für die amerikanischen Truppen, die vom Flughafen Awans-Bierset aus Richtung Großbritannien evakuiert werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg benutzt die belgische Armee das Fort Hollogne noch als Depot. Mitten im „Kalten Krieg“ (Zeit des gespannten Verhältnisses zwischen Ost und West, besonders mit der Sowjetunion) wird es von der belgischen Luftwaffe als Befehlsstand eingerichtet; diese benutzt es bis zum Jahre 1992. Heute ist dieses Bauwerk zu einem Hort des Friedens geworden, in dem sich eine lebendige Fauna und Flora in Ruhe entwickeln konnte.

Besichtigungszeiten: 3. Samstag des Monats, von März bis Oktober um 14 Uhr. Tage mit Führungen im April, Juli und September (siehe Angaben auf der Internetseite). Reservierungsanfragen (bitte schriftlich an die Mailadresse des Forts richten). Besichtigungen: +/- 2.30 Std., FR, NL, DE. Eintritt: Erwachsene: € 4; Kinder (-10 Jahre): frei; Andere: siehe Internetseite des Forts. Parken: PKW-Parkplatz und ein Platz für einen Bus Verschiedenes: Aus Sicherheitsgründen wird empfohlen festes Schuhwerk zu tragen und warme Kleidung sowie eine Taschenlampe mitzubringen; bitte entfernen Sie sich nicht vom Besucherführer.

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Ein Erlebnisrundgang: das Leben in einem Fort

DIE FORTS VON 1914 & 1940

Das Fort Lantin liegt versteckt in einem Waldstück des Haspengauer Landes, 3 km von seinem Nachbarfort Loncin entfernt; es ist das einzige der „Befestigten Stellung Lüttich“, das seit 1914 nicht mehr verändert worden ist. Es ist eines der letzten gut erhaltenen Überbleibsel der Militärarchitektur des ausgehenden 19. Jahrhunderts.

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Das Fort Lantin wurde bereits ab dem 12. August 1914 von den Deutschen angegriffen und kapitulierte am Samstag, dem 15. August. Seine Besatzung war, wie in vielen anderen Forts, dem Erstickungstod nahe. Im Mai 1940 diente Lantin als Munitionslager und Hauptquartier der 3. Infanteriedivision der belgischen Armee. Das Fort Lantin verfügt heute über einen Erlebnisrundgang. In 10 Etappen erhält man einen guten Eindruck von den Lebensbedingungen in einem Fort zur damaligen Zeit. Als Einleitung wird ein Videofilm über den Kampf um Lüttich und über den Ersten Weltkrieg insgesamt gezeigt. Er versetzt den Besucher in die „echte“ Atmosphäre dieser Zeit zunächst im Versammlungsraum, dann im Geschützraum und schließlich im Maschinenraum. Auch das beklemmende Gefühl während der Bombardierungen wird suggeriert... Anschließend geht man durch einen unterirdischen Gang nach draußen, wo zwei „Szenen“ nachgestellt werden: zum einen „coffre de tête“, die Verteidigung der Festungsgräben bei einer Erstürmung des Festungsinneren und zum anderen eine Szene auf dem Zentralbunker (mit Beschreibung der sichtbaren Kuppeln). Anschließend geht man wieder hinein und gelangt zu einem Modell des Forts, wo ein Mannschaftsraum und die Kapitulation des Forts dargestellt sind.


Adresse: Rue de Villers 1 - B-4450 Lantin (Juprelle) Kontakt: Tel. +32 (0)4 263 34 48 - Fax +32 (0)4 246 55 44 (Denis Deuse - deusedenis@voo.be). lesamisdufortdelantin@edpnet.be www.fortdelantin.be Zusätzl. Web-Info für Deutschsprachige: w.ww.bunkertours.be Anfahrt: E40, Ausfahrt Nr. 33 Rocourt. Nach rechts in Richtung Tongeren fahren. Das Fort liegt nach etwa 2 km auf der linken Seite (beschildert). Besichtigungszeiten: Vom ersten Wochenende im April bis zum letzten Wochenende im September, von donnerstags bis sonntags und an Feiertagen, von 12.30-16.30 Uhr (letzter Einlass)

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Besichtigung: 1.30 Std. FR, NL, DE, EN (AudioFührung). Eintritt: Erwachsene: € 5; Senioren und Studenten: € 4; Kinder (6-14 Jahre) € 3,50. Gruppen (mind. 20 Pers.): Erwachsene: € 4,50; Senioren und Studenten: € 3,50; Kinder: € 3. Zusätzl. Angebot: Parkplatz für PKW (20 Plätze), Reisebus (1 Platz) und Cafeteria. Verschiedenes: warme Kleidung empfohlen. Fotografieren gestattet.

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DIE FORTS VON 1914 & 1940

Fort Loncin gilt als berühmtestes Fort von Brialmont. Am 15. August 1914 explodierte unter dem Beschuss der „Dicken Bertha“ eine seiner beiden Pulverkammern. Unter den Trümmern wurden 350 Verteidiger des Forts begraben.

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Fort Loncin ist auch das einzige, das noch seine Originalbewaffnung von 1914 behalten hat. Bei seiner Besichtigung erhalten Besucher einen ergreifenden Blick auf den Krater der Explosion und erleben bewegende Augenblicke in der Krypta. Das Museum bietet nebenan eine gelungene Darstellung einer Kombination aus Modellen und Sammlerstücken, darunter einige äußerst seltene. Im Fort ist ein Rundgang mit einer Szenografie eingerichtet, der dem Besucher ermöglicht, die letzten Minuten der Garnison und die Explosion des Forts nachzuempfinden.

GERARD-MATHIEU LEMAN

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Adresse: Rue des Héros 15 bis - B-4431 Loncin (Ans) Kontakt: Hr. Moxhet - Mobil +32 (0)498 38 76 93 fernand.moxhet@skynet.be www.fortdeloncin.be Anfahrt: Landstraße Lüttich-Sint-Truiden. Von Ans kommend über die Autobahnbrücke fahren und rechts die erste Straße im rechten Winkel einschlagen (Rue des Héros). Das Fort befindet sich nach 200 m auf der linken Seite. Von der E 40 kommend (Ausfahrt Hognoul) der Straße Lüttich-Ans bis zur Rue des Héros folgen. Besichtigungszeiten: Einzelpersonen: das Fort ist von 14 bis 18 Uhr geöffnet (letzter Einlass um 16.30 Uhr): samstags, sonntags in den Monaten April, Mai, Juni, September und Oktober. Täglich, außer montags in den Monaten Juli und August; am ersten und dritten Sonntag des Monats von November bis März. Gruppen: das ganze Jahr über mit Reservierung (mit Guide FR, NL, DE, EN). Besichtigungen: +/- 2 Std.. Mit Audioguide (FR, NL, DE, EN). Eine offizielle Besichtigung findet in diesen oben genannten Sprachen sonntags um 14 Uhr statt. Führungen möglich. Gruppen: siehe oben. Reservierungen: M. Moxhet : Mobil +32 (0) 498 38 76 93. fernand.moxhet@skynet.be Eintritt: Einzelpers.: Erw.: € 7; Gruppen: Erw., Stud., Sen.: € 5; Kinder (6-12 Jahre ): € 3; Schulgr.: € 2. Parken: Parkplatz für PKW (30 Plätze) Verschiedenes: nur teilweise zugänglich für Personen mit eingeschränkter Mobilität. Fotografieren gestattet.

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Das erste unter den brutalen Salven der Dicken Bertha

DIE FORTS VON 1914 & 1940

Das Fort, mit einer aktuellen Fläche von etwas über 3 ha, wurde zwischen 1888 und 1892 erbaut. Dazu benötigte man rund 100.000 m3 Beton und die Arbeitskraft von 500 Männern. 1914 bestand die Garnison aus 250 Artilleristen und 120 Infanteristen. Das Fort gehörte zu den ersten, die unter den Beschuss der „Kruppschen“ 42-cm-Mörser aus dem Rohr der Dicken Bertha gerieten, die eigentlich für die französischen Forts bestimmt waren.

28

Während der Zwischenkriegszeit wird das Fort neu bewaffnet, um die verschiedenen Zugangswege ins Innere des Landes zu blockieren. Nach 1945 dient es als Munitionslager für die Belgische Armee. 1949 wird es zunächst vermietet und dann an die Fabrique Nationale (FN) verkauft, die dort das Pulver für ihre Munitionsfabrik lagert. Eine wenig ruhmreiche Periode gab es im

Jahre 1990, als hier eine illegale Mülldeponie entsteht. Die 2003 gegründete, gemeinnützige Vereinigung „Fort de Pontisse“ kauft schließlich das Gelände, um für seinen Erhalt zu sorgen. Der Tierschutzverein „Anim’anerie“ nutzt heute einige der ehemaligen Militärräumlichkeiten als Ställe.


Adresse: Rue de la Ceinture - B-4040 Herstal Kontakt: Mobil +32 498 16 48 34 michaelfacchinetti@gmail.com www.fortdepontisse.net Anfahrt: Autobahn E 40-E42, Ausfahrt „Hauts-Sarts“ in Richtung Hermée. Bus 76, Haltestelle „deuxième avenue“. Danach noch etwa 10 min. zu Fuß. Besichtigungszeiten: Von Mai bis September, am ersten Sonntag des Monats um 14 Uhr (einmaliger Besuch). Am 21. Juli um 10 und 14 Uhr. Sollte das Fort sich an den Tagen des Kulturerbes beteiligen, fällt die Besichtigung am ersten September-Sonntag aus (siehe offizielles Programm der Tage des Kulturerbes). Von Oktober bis April ist der Zugang zu den Untergeschossen verboten (Schutz der Winterquartiere der Fledermäuse). Zusätzliche Gruppenführungen auf Anfrage. Besichtigungen: begrenzte Teilnehmerzahl pro Gruppe (max. 15 Pers./Führer). Sich am besten voranmelden. Kurze Führung (ca. 90 min.): Besuch des Forts von 1888, des umgebauten Flügels für 1940 und der Caponnière. Lange Führung (ca. 150 min.) wie oben + neue unterirdische Festung von 1940 in 22 m Tiefe. Eintritt: Erw.: € 5; (lang) - € 4 (kurz) Kinder (3-12 Jahre), Studenten u. Senioren € 4 (lang) - € 3 (kurz). Großfamilien (max. 6 Pers.) € 20 (lang) € 15 (kurz). Gruppen: nach Vereinbarung. Verschiedenes: es wird empfohlen, sich mit festem Schuhwerk, temperatur-angepasster Kleidung und einer Taschenlampe auszurüsten, die Anweisungen des Führers zu beachten sowie nie alleine das Gelände zu betreten und sich von der Gruppe nicht abzusondern.

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Der allerletzte Widerstand

DIE FORTS VON 1914 & 1940

Am 8. August 1937 wird das Fort eingeweiht, obwohl es noch nicht fertig ist; es ist eines der neuen Bauwerke der „Befestigten Stellung Lüttich“. Im Mai 1940 leisten die 500 Mann der Garnison unter dem Kommando des Kapitäns Devos heftigen Widerstand bis zum 29. Mai, dem Tag nach der belgischen Kapitulation, getreu ihrer Devise: „Mieux vaut mourir de franche volonté que du pays perdre la liberté“, was so viel bedeutet wie: „Lieber aus freiem Willen sterben, als die Freiheit des Vaterlandes zu verlieren“.

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Der Zentralbunker – der sich auf etwas mehr als 3 ha erstreckt – enthält die wichtigsten Waffen des Forts (4 Kanonen unter 2 Kuppeln, Block für Mörser und Block für Schnellfeuergeschütze). Im Untergeschoss, in 30 Metern Tiefe, sind die anderen Bunkereinheiten (Befehlsstand, Funkposten, Telefonzentrale, Aggregate von Dieselgeneratoren, Mannschaftsräume,...) vor feindlichen Angriffen gut geschützt. Diese verschiedenen Räume sind durch ein Netz von Gängen mit einer Gesamtlänge von 2 km miteinander verbunden. Das Besondere an diesem Fort ist, dass es noch seine gesamte Bewaffnung und elektromechanischen Installationen besitzt. Ein kleines Museum ist hier eingerichtet worden.

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KÄMPFER BIS ZULETZT

, war am 10. Mai 1940 gar nicht kampftauglich, weil Ein erstaunliches Schicksal: das letzte belgische Fort, das die Waffen streckte unmöglich machten, der für das Evakuieren der es wegen Instandsetzungsarbeiten voller Durchbrüche war, die den „Überdruck“ n sich der Kommandant und seine Garnison an Kampfgase unerlässlich war. Anstatt sich der Feldarmee anzuschließen, machte n) und Hunderten von Zementsäcken, die sie dort die Arbeit und stopften die „Löcher“ mit Material (Maschinen, Karren, Schiene wollte“ bereit! Es konnte in die Geschichte eingehen. fanden. Am 10. Mai um die Mittagszeit war „das Fort, das sich nicht ergeben


Adresse: Route de Pepinster - B-4860 Tancrémont (Pepinster). Kontakt: Hr. M. Louis: Tel. +32 (0) 87 31 55 32 Hr. A. Lekeu: Mobil +32 (0) 486 76 69 27 Hr. C. Hendrick: Mobil +32 (0) 495 45 08 79 www.fort-de-tancremont.be Zusätzl. Info für Deutschsprachige: www.worldwartours.be - www.bunkertours.be Anfahrt: Anfahrt über die E25/A26, Ausfahrt Sprimont in Richtung Banneux-Tancrémont-Pépinster. Über die E42, Ausfahrt Verviers- Ensival in Richtung Pépinster- Banneux. Das Fort befindet sich am Ende der Steigung von Tancrémont, auf der linken Seite.

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Besichtigungszeiten: Am 1. Sonntag des Monats von Mai bis Oktober, von 13 bis 17 Uhr. Am 21. Juli von 10 bis 16 Uhr geöffnet mit Abfeuern des Kuppelgeschütztes II. Gruppen mit Reservierung über die Internetseite des Forts. Besichtigungen: ± 1.30 Std. FR, NL, DE, EN (mit Voranmeldung) Eintritt: Erw.: € 5; Kinder (6 bis 12 Jahre): € 3; Kinder (- 6 Jahre): frei Parken: großer kostenloser Parkplatz. Verschiedenes: teilweise zugänglich für Personen mit eingeschränkter Mobilität. Warme Kleidung und Taschenlampe empfohlen. Fotografieren gestattet.

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} E T T Ä T S K N E D {FORT UND GE {VON HUY}

Ein Gefängnis für Geiseln, Kommunisten und Widerstandskämpfer

FORT UND GEDENKSTÄTTE

Zusätzlich zu den Forts der „Befestigten Stellung Lüttich“ können Sie in der Provinz auch ein anderes bedeutendes Verteidigungsbauwerk besichtigen, das noch vor 1914 entstanden ist: die Zitadelle von Huy. Dieses beeindruckende Exemplar der Militärarchitektur befindet sich in günstiger Lage am Ufer der Maas. Seine strategische Bedeutung hat man sich schon mindestens seit dem 9. Jahrhundert zu Nutze gemacht!

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Die Festung von Huy ist hoch oben auf einem Felssporn errichtet worden, der die Stadt und die Maas überragt. Ihr heutiges Erscheinungsbild verdankt sie der holländischen Regierung, die sie von 1818 bis 1823 an der Stelle der alten Festungsanlage erbauen ließ, die im 17. Jahrhundert viele Kämpfe erlebt hatte und schließlich, zu Beginn des 18. Jahrhunderts, geschleift worden war. Die Festung von Huy ist nach der Schlacht von Waterloo als Teil der „belgischen Barriere“ erbaut worden, einer Kette von 23 Festungen und Zitadellen, die nach 1815 auf belgischem Gebiet errichtet worden sind mit dem Ziel, die Niederlande vor einer neuen Invasion aus Frankreich zu schützen. Die Festung von Huy hat nie eine militärische Rolle gespielt, weder 1830, 1914 noch 1940. 1914-18 jedoch richtete die deutsche Armee hier ein Disziplinarlager für die eigenen Truppen ein: Fahnenflüchtige und Deserteure

wurden hier inhaftiert. Von Mai 1940 bis September 1944 machten die Deutschen aus der Festung ein Militärgefängnis, das von der Wehrmacht beschützt und von der Geheimen Feldpolizei kontrolliert wurde. Mehr als 7.000 Gefangene unterschiedlicher Nationalität waren hier inhaftiert. Heute ist die Festung eine Gedenkstätte für den 2. Weltkrieg. Kerker, Verhörräume, kahle Waschräume und Gefängniszellen bilden ein in seinem ganzen Schrecken erhalten gebliebenes Zeugnis für die Konzentrationslager während der Naziherrschaft. Der Museumsbereich verdeutlicht dem Besucher die Lebensbedingungen der Gefangenen und das tägliche Leben der Bevölkerung während des Zweiten Weltkriegs. Ein Raum für Videovorführungen komplettiert die Besichtigung.


Adresse: Chaussée Napoléon - B-4500 Huy Kontakt: Tel. +32 (0)85 21 29 15 (Verkehrsamt der Stadt Huy). www.paysdehuy.be Anfahrt: Im Zentrum von Huy. Zugang über dem Office du tourisme, rechts von der Stiftskirche, am Fuß der Festung.

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Besichtigungszeiten: Einzelpersonen: April, Mai, Juni und September: wochentags von 9.30 bis 17 Uhr. Am Wochenende und an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr. Im Juli und August täglich von 10 bis 18 Uhr. Letzter Eintritt 1 Stunde vor Schließung (Führungen: nur nach Anmeldung mindestens 10 Tage im Voraus). Gruppen: März und Oktober: mit Reservierung. Besichtigungen: ± 1.30 Std. FR, NL. Eintritt: Erw.: € 4 - Kinder (6-12 Jahre): € 3,50. Gruppen (mind. 20 Pers.): Erw.: € 3,50 ; Kinder: € 3. Frei für Schulgruppen und Jugendbewegungen. Parken: PKW (50 Plätze) und Busse (4 Plätze). Verschiedenes: Fotografieren gestattet

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Gps : 50°31’03.13” N 5°14’13.81” E

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© Foto A. Renerken

Die unzugänglichen Forts Von den zwölf Brialmont-Forts der „Befestigten Stellung Lüttich“ im August 1914 wurden neun ehrenvoll erwähnt (Ausnahmen waren zum einen Fort Barchon, das in den Augen von General Leman zu früh aufgegeben wurde und andererseits Flémalle und Hollogne, die alleine noch übrig geblieben, am 16. August aufgaben, nach dem der Widerstand zwecklos geworden war). Beim Feldzug vom Mai 1940 war überall im Radio die Nachricht aus dem Hauptquartier von König Léopold III zu vernehmen: „Soldaten der Lütticher Forts, ich bin stolz auf Euch“.

DIE UNZUGÄNGLICHEN FORTS VON 1914

BONCELLES

Das einzige Fort zwischen Maas und Ourthe während der beiden Weltkriege tat sich im Mai 1940 durch seinen heroischen Kommandanten Numa Charlier hervor, der auf seinem Kommandoposten fiel. Das neue touristische Informationszentrum, das am Hang der Fortanlage eingerichtet ist, ist weitgehend der Geschichte dieses Verteidigungsbauwerks gewidmet. Zudem bereichert ein didaktischer Außenparcours mit Panzerfahrzeugen die Sammlungen seit 2010.

CHAUDFONTAINE

Dieses Fort in typischer Viereckanlage beschützte das Tal der Weser und war ab dem 12. August 1914 einem Dauerbeschuss ausgesetzt. Es erlitt ein ähnliches Schicksal wie das Fort von Loncin. Um 7.30 Uhr morgens am 13. August riss eine Explosion im Pulvermagazin 97 Verteidiger in den Tod. 30 weitere wurden lebensgefährlich verletzt, was schließlich zur Übergabe von dem führte, was eigentlich nur noch Trümmer waren. Aktuell wird die Stätte von der Vereinigung SPRL FORT ADVENTURE für verschiedene Hindernis- oder Spieleparcours’ genutzt.

Info : Sergei Alexandroff - asbl LA TOURD’AIR Rue du Commandant Charlier 89/90 - B-4100 Boncelles Mob. +32 (0)474 40 70 11 - www.latourdairboncelles.be asbllatourdair@skynet.be

EVEGNEE

Das 1971 zurückgekaufte Fort Evegnée wird heute von der Firma Forges de Zeebruges als Sprengstofflager genutzt. Heute sind hier zwei Produktionshallen untergebracht und ein Sicherheitsbereich für verschiedene Testversuche.

FLERON

Die brillante Verteidigung des Forts im Laufe der beiden Kriege – allen voran bleibt die Wirksamkeit seiner Feurkraft 1914 in Erinnerung – konnte es nicht vor der Zerstörung bei der Erbauung der Siedlung „Cité du Fort“ retten. Heute sind nur noch einige Überreste zurückgeblieben, die nicht für Publikum zugänglich sind.

Sprl Fort Ad venture

Info : Rue du 13 août 42 - B-4050 Chaudfontaine Tel. +32 (0)4 361 08 20 ou 40 - info@fortadventure.be

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Dieses Fort widerstand den Bombardements bis zum 14. August 1914. Nach der Befreiung wurde es als Exekutionsort für die zum Tode Verurteilten durch die belgischen Militärgerichte verwendet. Das Unternehmen Techspace Aero nutzt den Ort aktuell für seine Tests für Düsenantriebe. Er ist deshalb nicht zu besichtigen.

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{INTERALLIIERTE} } E T IN O C N O V E T T Ä T {GEDENKS Den Kämpfern von 1914 gewidmet

InteraLLIIERTE GEDENKSTÄTTE

Am Hügel von Cointe, hoch über der Stadt Lüttich, stellt die Interalliierte Gedenkstätte ein imposantes architektonisches Gesamtwerk dar. Es besteht aus einem Zivildenkmal, einem Votivturm mit großer Esplanade davor, und einem religiösen Gebäude, der Kirche, die häufig als „Basilika“ bezeichnet wird (kanonischer Titel, der ihr in Wirklichkeit nie verliehen worden ist).

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Als erste Stadt, die sich wirksam gegen die Besatzer gewehrt hatte, wurde Lüttich 1925 durch den Internationalen Verband der Veteranen des 1.Weltkriegs als Standort für die Errichtung einer interalliierten Gedenkstätte auserwählt, die durch eine öffentliche Subskription der alliierten Länder finanziert wurde. Ihre Planung wurde dem Antwerpener Architekten Joseph Smolderen anvertraut, und die im September 1928 begonnenen Arbeiten wurden jedoch vor ihrer Fertigstellung 1935 eingestellt. Das religiöse Gebäude wurde eingesegnet und 1936 dem Hl. Herzen Jesu geweiht; das Zivildenkmal wurde seinerseits am 20. Juli 1937 in Anwesenheit von König Leopold III. feierlich eröffnet. Nachdem sie im 2. Weltkrieg durch die Bombenangriffe stark beschädigt worden war, ging die Gedenkstätte 1949 in den Besitz des Belgischen Staates über. Dieser ließ 1962 Restaurierungsarbeiten durchführen, die 1968 abgeschlossen wurden. Am 20. November desselben Jahres wurde es durch König Baudouin I. erneut feierlich eröffnet. Seit 1985 sind der Turm und die Kirche zu besonderen Anlässen für die Öffentlichkeit zugänglich. Die immer noch nicht fertiggestellte Kirche ist neo-byzantinischen Stils. Ihre Fassade ist 84 m lang und ihre Gesamthöhe beträgt 54 m. Ihr zentrales, mit einem Glockentürmchen versehenes Kuppeldach ist mit Kupferblättern bedeckt und hat inzwischen als Farbe ein helles Jadegrün angenommen. Diese Kirche beherbergt Schätze, u.a. die Statuen von zwei Heiligen: St. Maur und St. Mort. Letzterer ist der eigentliche in Cointe verehrte Heilige, aber er wird

traditionsgemäß mit Ersterem verwechselt. Ein Säulengang in einem Vorbau an der Kuppelbasis bietet aus 42 m Höhe eine wunderbare Aussicht auf Lüttich. Aber den eindrucksvollsten Blick, sowohl nach außen, als auch ins Gebäudeinnere, genießt man allerdings im obersten Glockentürmchen. Das Zivildenkmal der Interalliierten Gedenkstätte besteht aus einer großen Esplanade (Salle des Pylones) für Außenveranstaltungen, aus einer monumentalen Treppe im Halbkreis, die zum Hauptteil, dem Turm, führt, dessen höchster Punkt 75 m erreicht, der wiederum 135 m über die Maas emporragt. Von oben genießt man ein außergewöhnliches Panorama in alle Himmelsrichtungen. Das gesamte Zivildenkmal besteht im Grunde aus mehreren Denkmälern, die der Stadt Lüttich von den alliierten Nationen geschenkt worden sind. Gegenwärtig sind sieben Nationen vertreten: Italien, Frankreich, Rumänien, Griechenland, Großbritannien, Polen und Russland. Diese Denkmäler befinden sich teils draußen (auf der Esplanade), teils im Votivturm (in seiner Krypta und in deren unterem und oberem Saal), hier vor allem das von Spanien (das 1914-18 neutral blieb) errichtete. Hier sei erwähnt, dass Polen, auch wenn es sein Denkmal erst 1996 eingeweiht hat, bereits 1938 eine der „Schwarzen Madonna von Czestochowa“ geweihte Kapelle in der Kirche eingerichtet hat. Die Gedenkstätte von Cointe ist ein einmaliges Symbol für die kollektive Würdigung unseres Landes und Lüttichs durch alle Alliierten des 1. Weltkriegs.


Adresse: Rue Saint-Maur 93 - B-4000 Liège-Lüttich Kontakt: Hr. O. Hamal Mobil +32 (0)475 36 09 17 oder Tourismushaus Pays de Liège. Tel. +32 (0)4 237 92 92. Zusätzl. Web-Info für Deutschsprachige: www.bunkertours.be (DE) Anfahrt: E40-A3 Brüssel-Lüttich, Ausfahrt LüttichGuillemins. Nach links in die Avenue de l’Observatoire abbiegen bis zur Place du Batty und anschließend in die Rue du Chéra. Dann die erste links, Rue des Hirondelles, nehmen.

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Besichtigungszeiten: Nur am Pfingstwochenende, am 21. Juli und anlässlich der Tage des offenen Denkmals (Journées du Patrimoine) von 14 bis 18 Uhr (oder für Gruppen nach Vereinbarung). Besichtigungen: 30 Min. bis 1 Std.: FR, NL, DE, EN. Eintritt: frei oder mit kostenpflichtiger Führung Parken: Parkplatz für PKW Verschiedenes: Fotografieren gestattet.

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} N O V L A T I P S O {DAS MILITÄRH } N I E S D N U T {SAINT-LAUREN {MUSEUM}

KRIEGSMUSEEN VON 1914 & 1940

Seit 1831 im Dienste der Verwundeten und Kranken

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Über 150 Jahre lang beherbergte die wundervolle Stätte der Abtei von Saint-Laurent das Lütticher Militärhospital. 1940 wurde das Personal auf Anordnung vom 11. Mai abgezogen und das Rote Kreuz übernahm die Leitung des Hospitals unter der Besatzung der Deutschen. Hier kümmerte man sich um verwundete Soldaten, um aus Gesundheitsgründen repatriierte Kriegsgefangene und Opfer der Bombenangriffe… Im September 1944, nach der Befreiung Lüttichs, errichteten die Amerikaner hier in Saint-Laurent das „15. General Hospital“ der US-Armee. Es wird später sehr schwere Verluste in Folge eines V1-Einschlags erleiden. Unter holländischer Herrschaft war die Abtei Saint-Laurent eine Infanteriekaserne. Nach 1830 und bis 1914 wurde sie als Kaserne für die belgische Artillerie genutzt. Ab 1831 versorgte man hier die Verwundeten des französischen Expeditionskorps, das zur Erhaltung der belgischen Unabhängigkeit beitragen sollte. Im Jahre 1839 traten Augustinerinnen des „Hotel-Dieu de Paris“ in die Dienste des Hospitals. Sie bewiesen eine nahezu heroische Selbstlosigkeit bei der Bekämpfung der Cholera-Epidemie im Jahre 1848. Bis zum Ende der 70er Jahre des 20. Jahrhunderts blieben sie dem Militärhospital von Saint-Laurent treu. Seit Ende 1998 wurden die Gebäude der ehemaligen Abtei SaintLaurent komplett restauriert. Heute dienen sie nicht mehr als Hospital, sondern als Sitz des „3CRI“ (3. Centre Regional d’Infrastructure du Departement de la Defense) sowie als Militärbefehlszentrale der Provinz Lüttich. Die Klosterkapelle ist ein Museum geworden, das die bewegte Geschichte des Hospitals darstellt.


Adresse: Quartier Militaire Saint-Laurent Rue Saint-Laurent 79 - B-4000 Liège-Lüttich Kontakt: Fr. Degandt Tel. +32 (0)4 246 33 76 Rue Blanche d’Ans 8 - B-4340 Awans Anfahrt: Im Zentrum von Lüttich. Bushaltestellen in der Nähe. Besichtigungszeiten: Das Museum ist für die Öffentlichkeit zugänglich am 21.7. und anlässlich der Tage des kulturellen Erbes und auf Anfrage. Besichtigungen: ± 1 Std. – FR. Flyers in NL, DE, EN. Eintritt: frei Verschiedenes: zugänglich für Personen mit eingeschränkter Mobilität (ebenerdig).

Geschichte de r Lütticher Militärmediz in

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} S E R I O T I R R {TE } E R I O M E M {DE LA

Die Zukunft im Angesicht der Vergangenheit

KRIEGSMUSEEN VON 1914 & 1940

Im Herzen der „feurigen Stadt“ bietet die Vereinigung „Territoires de la Mémoire“ (Gebiete der Erinnerung) einen symbolischen Rundgang. Er ist der Verschleppung der Juden unter dem Naziregime gewidmet. Die Reise in eine düstere Vergangenheit ist zugleich ein Andenken an die Opfer dieser Barbarei. Es soll zugleich dazu beitragen den jüngeren Generationen Toleranz und Mitmenschlichkeit zu lehren.

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Der Besucher wird durch Ton-, Licht- und Bildvorführungen geleitet. Anhand von authentischen, audiovisuellen Zeugnissen ehemaliger Deportierter werden die einzelnen Stationen dieses Leidensweges dargestellt.

DIE ROTEN DREIECKE

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Erste Station ist die Straße. Dort herrschten Gewalt und Hass, während die Nazis noch in der Opposition waren. Mit ihrer Machtübernahme und den ersten lautstarken Kundgebungen kamen die Dinge ins Rollen. Die Widersacher wurden erfasst und neutralisiert. Die Juden mussten sehr schnell den gelben Stern tragen. An die Folgen dieser Entwicklung kann nicht oft genug erinnert werden: der Krieg, die Deportation und die planmäßige Vernichtung von Millionen von Menschen… Dem Besucher werden die Konstellation der Vernichtungslager und das ganze Ausmaß des organisierten Mordens verdeutlicht. Dieser Rundgang schließt mit einer Botschaft der Hoffnung und Toleranz, die symbolisch von Überlebenden der Lager an die Jugend, die unsere Zukunft bedeutet, weitergegeben wird. Das ist eines der hauptsächlichen Ziele der gemeinnützigen Vereinigung dieses Zentrums zur Erziehung zu Toleranz und Widerstand. Der Besuch dieses symbolischen Rundgangs wird durch einen Film abgerundet, der die Vergangenheit und die Gegenwart verbindet. Eine Besichtigung ist nur mit Reservierung möglich. Programme können auf Anfrage für Gruppen organisiert werden. Das multimediale Dokumentationszentrum ermöglicht jedem Besucher einen tiefgreifenden Einblick und die Entdeckung von Werken über den 2. Weltkrieg, den Rassismus und den Rechtsextremismus.


Adresse: Boulevard d’Avroy 86 - B-4000 Liège-Lüttich Ab April 2014, Place Xavier Neujean B-4000 Liège Kontakt: Tel.+32(0)4 232 70 60 - Fax +32 (0)4 232 70 65 www.territoires-memoire.be accueil@territoires-memoire.be Anfahrt: Im Zentrum von Lüttich. An der Verbindung E 40 - E 25, dann über die A602 (Lüttich), Abfahrt Avroy. Die „Territoires de la Mémoire“ liegen linker Hand von der Autobahnabfahrt auf dem Boulevard d’Avroy. Sie müssen den ganzen Boulevard entlang fahren und der Beschilderung „Centre“ folgen: zwischen dem „Lycée de Waha“ und dem Benediktinerkloster (Couvent de Bénédictines) gelegen. Besichtigungszeiten: Nur mit Reservierung. Von montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr; mittwochs bis 18 Uhr und am ersten und dritten Samstag des Monats von 12 bis 15 Uhr. Sonntags und an Feiertagen geschlossen. Besichtigungen: 1.30 Std. (Parcours: 45 Min., Film: 30 Min., ggf. Programm). Eintritt: Erw.: € 3; Stud.: € 2,50, Preise inkl. Rabatt von € 0,75 durch die SPE. Preise in Kombination mit dem Aquarium der Universität Lüttich (+ Führungen). Informieren Sie sich bitte telefonisch über alle Besichtigungsmöglichkeiten und Animations-programme. Verschiedenes: 2014 Umzug in die Cité Miroir, Place Xavier Neujean (neben dem Kino Sauvenière). Bis Ende März 2014 großer öffentlicher Parkplatz gegenüber, in der Mitte des Boulevard d’Avroy. In der Nähe des Bahnhofs Guillemins (2 km) und des Lütticher Geschäftszentrums (1 km). Zahlreiche Bushaltestellen gegenüber.

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{SPA}

Memorial-Museum des 12. Linienregiments Prince Léopold 13. Linienregiment Das Museum präsentiert seine Sammlungen auf einer Fläche von 500 m². Es folgt auf einem chronologischen Rundgang den Spuren der Geschichte eines der glorreichsten Eliteregimenter seit der belgischen Revolution 1830, dem Jahr seiner Gründung, bis in unsere Zeit. Bewaffnung, Ausrüstungen, Uniformen, Fahnen und Dekorationen, symbolische Objekte, Fotografien, Karten und Skizzen, Archivmaterial, Presseausschnitte, königliche Zeugnisse, nationale und internationale Obrigkeiten verdeutlichen die mehr als 175 Jahre Einsatz im Dienste des Landes, des Friedens und

der Verteidigung der Menschenrechte, nicht zu vergessen die aktuellen Missionen des Regiments im ehemaligen Jugoslawien, in Afrika, im Libanon oder in Afghanistan. Doch nicht nur militärische Gesichtspunkte und der Hintergrund der großartigen Verdienste dieses Regiments stehen im Vordergrund. Zugleich wird auch die ganze Geschichte Belgiens anhand eines spannenden und didaktischen Rundgangs dargestellt.

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Seit 1990 ist das Museum in den ehemaligen Gebäuden des Sepulchrinen-Klosters untergebracht. In seinen Räumlichkeiten ist ein Kulturzentrum eingerichtet, das von der „Société Royale Archéo-Historique“ (1921) für Visé und die Region verwaltet wird. Ein Geschichts- und Kulturerbeverein organisiert hier Ausstellungen, Programme, Konferenzen, Führungen und veröffentlicht zudem wissenschaftliche und allgemeine Publikationen.

{vISÉ}

KRIEGSMUSEEN VON 1914 & 1940

Das Regionalmuseum für Archäologie und Geschichte

Neben dem Tod des Kavalleristen Fonck auf einer Patrouille ereigneten sich an der Maasbrücke von Visé die ersten richtigen Kämpfe des großen Krieges in Belgien am Dienstag, dem 4. August 1914. Sie forderten auch den Tod der zwei ersten Infanteristen des 12. Linien-Regiments (MM Maulus und Van Gastel) sowie den Verlust der zwei ersten Gendarmen (Bouko und Thill). Anschließend machten sich die Deutschen an die Zerstörung des Kulturerbes von Visé, indem sie am 10. August die Kollegiatskirche SaintMartin niederbrannten. Am Samstag, dem 15. August um 21 Uhr stecken die Truppen erneut ca. 580 Häuser (2/3 der Stadt), darunter das Rathaus, die Normalschule und das historische Zentrum der Maastadt in Brand und legen sie in Schutt und Asche. Visé wird zur ersten Märtyrerstadt 1914. Ein Drama folgt dem anderen: am

Sonntag, dem 16. August werden mehr als 600 Stadtbewohner nach Deutschland deportiert. Die menschliche Bilanz dieser zwei Augustwochen 1914 ist besonders tragisch und fordert 42 Todesopfer. Nach diesen Ereignissen, setzt das „Amt für verwüstete Regionen“ den Wiederaufbau der Stadt mit einem neuen Städtebau in Gang, mit breiteren Straßen, geräumigeren Häusern und der Gestaltung eines Stadtplatzes. Bis zu 231 Barackenhäuser beherbergen die Obdachlosen vorübergehend. Der von Standespersonen im März 1921 gegründete Geschichtskreis bemüht sich um die Bewahrung historischer Zeugnisse im Bereich Nieder-Maas.

Adresse: Avenue du 12e Régiment de Ligne Prince Léopold 1 B-4900 Spa Info: Tel. +32 (0)87 79 29 07 Fax +32 (0)87 79 28 99 - Besichtigungen nur nach Voranmeldung. Service ISC; Amicale 12/13Li; Anm.: Geschlossen an Feiertagen, am 15. April und am 15. November

Adresse: Rue du Collège 31 - B-4600 Visé Info: Tel. +32 (0)4 374 85 63 - +32 (0)495 49 63 91 +32 (0)4 379 79 03 - museedevise@skynet.be www.museedevise.be Postadresse: Rue de Berneau 1 - B-4600 Visé


{Aywaille}

Museum 40-45 Memories Dieses kleine Privatmuseum stellt eine Sammlung selbst gefundener Objekte dar, die im Laufe der Jahre zusammengetragen wurden. Sie besteht aus Militaria, darunter Geräte und Objekte amerikanischer Herkunft sowie deutsches Propagandamaterial (Ausweise, Waffen, Fotografien und Karten). Zudem wird das zivile Leben während des Zweiten Weltkriegs anhand von zeitgenössischen Produkten sowie Uniformen

der am Krieg beteiligten Nationen (Armee und Widerstand) dargestellt. Der Besitzer erklärt sein Museum und seine persönlichen Gegenstände mit viel Enthusiasmus.

Adresse: Route des Ardennes 54 - B-4920 Aywaille Info: Tel. +32 (0)4 384 54 31 aqualia.winkin@skynet.be Öffnungszeiten: sonntags von 14 bis 18 Uhr (oder nach Vereinbarung). Anm.: Bitte im Vorhinein Kontakt mit dem Eigentümer aufnehmen.

{bÜtgenbach}

Truschbaum-Museum Das Truschbaum-Museum liegt im Militärcamp Elsenborn. Es zeichnet die Geschichte des Camps auf Basis von zahlreichen Dokumenten, Dioramen und Videofilmen nach. Ein Mitglied des Personals des Camps Elsenborn wird Sie gerne begleiten und Ihre Fragen beantworten. Der Übungsplatz des Lagers ist mit Biotopen versehen, die eine große Artenvielfalt aufweisen. Sie erhalten einen Überblick darüber in der Ausstellung

im Untergeschoss des Museums.

Adresse: Lager Elsenborn Camp 1 B-4750 Bütgenbach Info: Tel. +32 (0)80 44 21 06 oder +32 (0)80 44 21 05 Öffnungszeiten: montags bis donnerstags von 9 bis 12 Uhr und von 13 bis 16 Uhr, (vorzugsweise mit Voranmeldung). Letzter Einlass: um 11 Uhr oder um 15 Uhr. Das Museum kann sporadisch geschlossen sein (jährliche Schließungszeiten unter www.mil.be/elsenborn). Eintritt frei.

{berneau}

Das WWII MEMORY MUSEUM ist der Geschichte des Zweiten Weltkriegs gewidmet auf der Basis von Uniformologie und Material, das von den beiden kriegsführenden Lagern verwendet wurde. Der Besucher kann in diese historische Periode anhand von elf Dioramen eintauchen, die insgesamt mehr als 70 komplett ausgestattete Figuren darstellen und in sehr realistischer Art und Weise in Szene gesetzt werden. In jedem

Diorama ist ein spezielles Ereignis des Krieges aufgearbeitet. Darunter sind unter anderem zu nennen: die Kämpfe in Losheim, eine Kampfszene im umkesselten Bastogne oder auch die tragische Operation “MARKET GARDEN“.

Adresse: Rue de Maastricht 29 B-4607 Berneau (Dalhem) Info: Mob. +32 (0)479 82 98 12 www.wwii-memory-museum.com

Baugnez 44 Historical Center

{malmedy}

KRIEGSMUSEEN 1914 & 1940

WWII Memory Museum

Das 2007 eröffnete Museum gilt als eines der schönsten seiner Art zur Schlacht der Ardennen. Hier werden die verschiedenen großen Militäroperationen erläutert, 16 Ereignisse sind nachgestellt und insgesamt gibt es 120 Ausstellungsvitrinen. Einige auf der Welt einzigartige Stücke werden gezeigt, darunter solche, die in Verbindung zum Massaker von Baugnez stehen. Die Besucher kommen in den Genuss eines außergewöhnlichen Archivsfilms von 25 Minuten Länge.

Zwei Räume mit Ton- und Lichtanimationen lassen Sie in den Winter 1944 eintauchen. Eine einzigartige und unvergessliche Erfahrung, die Sie nicht verpassen sollten!

Adresse: Baugnez 44 Historical Center Route de Luxembourg 10 - B-4960 Malmedy Info: Tel. +32 (0) 80 44 04 82 info@baugnez44.be - www.baugnez44.be Öffnungszeiten: WMi. - So.: 10-18 Uhr (Mon. und Die. geöffnet: in den belgischen Schulferien und an Feiertagen). Letzter Einlass: 17.25 Uhr geschlossen am 25.12. und 01.01. Im Januar (außerhalb der Schulferien) freitags, samstags und sonntags geöffnet. Jährliche Betriebsferien: siehe Internetseite.

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{STOUMONT}

December 44 Historical Museum Das Museum Dezember 1944 ist das Ergebnis der Leidenschaft zweier Geschichtsliebhaber: Philippe Gillain und Gérard Grégoire. Der eine sammelt Militärmaterial und Uniformen der Waffen-SS. Der andere, gebürtig aus La Gleize, hat die Kämpfe von 1944 mit erlebt; er hatte schon immer den Wunsch, die Erinnerung an die Schlacht von La Gleize aufrecht zu erhalten und die zukünftigen Generationen für die Gründe und Auswirkungen des Krieges zu sensibilisieren. Dazu hat er Material aus diesem unvergesslichen Geschichtserbe zusammengetragen und es in einer lebendigen und seriösen Szenografie präsentiert. Er hofft zudem, damit die Erinnerung an diejenigen lebendig zu halten, die ihr Leben geopfert

haben, um ein totalitäres Regime zu besiegen. 2013 erhält das Museum einen zweiten neuen Wind durch die Verdopplung der Ausstellungsfläche, die das ehemalige Pfarrhaus mit einbezieht. Das Museum kann mit neuen Ausstellungsstücken angereichert werden, dank einer Kooperation mit dem Museum Baugnez 44 Historical Center (das Zentrum der Geschichte der Schlacht in den Ardennen) und dem Centre Historique des Parachutistes du Jour J (Zentrum der Geschichte der Fallschirmspringer - www.paratrooper-museum.org) sowie dank einer Zusammenarbeit der beiden Direktoren: Mathieu Steffens und Michel de Trez.

Adresse: Rue de l’église 7b B-4987 La Gleize (Stoumont) Info: Tel. +32 (0)80 78 51 91 info@december44.com www.december44.com Öffnungszeiten: Mi. – So.: 10-18 Uhr (Mon. und Die. geöffnet: in den belgischen Schulferien und an Feiertagen). Letzter Einlass: 17.30 Uhr Geschlossen am 25.12., 31.12. und 01.01. Im Januar (außerhalb der Schulferien) freitags, samstags und sonntags geöffnet. Jährliche Betriebsferien: siehe Internetseite.

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{THIMISTER-CLERMONT}

Ein faszinierendes Museum, das zu den interessantesten seines Genres zählt. Das Remember Museum öffnete seine Pforten am 12. Juni 1994 und wurde durch Bennie Zuskin eingeweiht, einem Veteranen der 1. Amerikanischen Infanterie-Division. Dieser Akt könnte durchaus unbedeutend und anekdotisch sein, würde er nicht den außergewöhnlich menschlichen Charakter symbolisieren auf dieser Reise, die nicht wie andere ist und von den faszinierenden Ausführungen von Mathilde und Marcel Schmetz begleitet wird, den Entwicklern dieses Projekts. In der Tat wird ein Besuch immer von einem der beiden geführt, denn jeder Quadratmeter

in dieser Rekonstruktion (mehr als 70 Modellfiguren!), jede Fahne, jedes Kleidungsstück und jedes Objekt hat einen wahren Hintergrund und ist mit Menschen verbunden, deren Name, Gesicht und Geschichte man hier miterleben kann. Es gibt mehr als 500 Rahmungen mit dem Thema „Vorher-Nachher“ zu sehen, bei denen junge Männer in Militäruniformen sich ihrem Bild als Großvater heutzutage gegenüber gestellt sehen. Mathilde und Marcel Schmetz stehen in Verbindung mit hunderten von amerikanischen Familien, die das Museum regelmäßig mit dem ein oder anderen geschichtsbeladenen Objekt bereichern…

Adresse: Les Béolles 4 B-4890 Clermont (Thimister-Clermont) Info: Tel./Fax +32 (0)87 44 61 81 (Marcel und Mathilde Schmetz) www.remembermuseum.com

Historical Museum Ensival

{VERVIERS}

KRIEGSMUSEEN 1914 & 1940

Remember Museum 39-45

Das Historical Museum Ensival ist ein privates Museum, das von jedem besucht werden kann! Man hat sich zum Ziel gesetzt, dass die Leiden und die Todesopfer für unsere gemeinsame Freiheit im Krieg 1940-45 niemals vergessen werden dürfen. Rund 50 Modellfiguren in Szenen stellen die Besatzung und die Befreiung der Region um Verviers dar. Dazu gibt es zahlreiches unterstützendes Ausstellungsmaterial wie Fotografien und Dokumente sowie einen archäologischen Bereich. Ein Teil des Museums ist ganz den Veteranen der Einheit „314 TCG 50 SQ“ - US Air Force

gewidmet. Der Konservator begleitet Sie mit größter Freude und viel Passion.

Adresse: Rue de la Saunerie 30 B-4800 Ensival (Verviers) Info: Tel. +32 (0)87 33 93 88 Öffnungszeiten: am letzten Sonntag des Monats (außer Dezember), von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 18 Uhr sowie auf Anfrage für Gruppen und Schulen.


} S M U I R Y T R A M S E D N E T T {STÄ

La Chartreuse Lüttich

Während des 1. Weltkrieges kam es zu Gewalttätigkeiten gegenüber der Zivilbevölkerung in der Provinz Lüttich nur bei der Invasion. Mehrere Ortschaften wurden verwüstet und die Stadt Visé völlig zerstört. Die Zivilbevölkerung erlebte in ihren Zufluchtsstätten in den Kellern die wahre Hölle, einen vollen Monat lang. 1940 wusste man direkte Übergriffe gegen die Zivilbevölkerung zu vermeiden. Die Besatzer wollten damit die Menschen beruhigen und die schlimmen Erfahrungen von 1914 vergessen lassen. Aber im Laufe der VonRundstedt-Offensive 1944-45 fanden schreckliche Gefechte in den Ardennen statt. Nicht nur Bastogne, sondern auch St. Vith, Eupen, Malmedy, Waimes-Weismes, Elsenborn… wurden zerstört.

Die Zitadelle

Das „Fort de la Chartreuse“ wurde unter der holländischen Herrschaft erbaut. Zusammen mit den Zitadellen in Huy und Lüttich, gehörte es zur holländischen Verteidigungslinie gegen Frankreich und wurde 1892 als solches aufgegeben. Die ursprünglichen Gebäude und die späteren Erweiterungen während der 30er Jahre dienten bis 1983 als Kaserne. Im Krieg 1914-1918 wurde das Kloster zum Gefängnis für Patrioten umfunktioniert, 49 von ihnen wurden hier erschossen. 1940 bis 1944 wurde das Fort von der deutschen Armee als Gefängnis genutzt und von 1944 bis 1945 als amerikanisches Militärkrankenhaus eingerichtet.

{Liège-Lüttich}

STÄTTEN DES MARTYRIUMS

La Chartreuse

Das mächtige Bauwerk der Lütticher Zitadelle wurde von den Fürstbischöfen Lüttichs erbaut. 1817 errichten die Holländer die Festung neu (in Folge der anti-französischen Haltung nach „Waterloo“). Im Jahre 1892 aufgegeben, diente sie danach bis 1940 als Kaserne. Während der Nutzung als Gefängnis im 2. Weltkrieg wurden hier 412 Patrioten erschossen. Das Denkmal der „l’Allee de l’Absent“ mit dem „l’enclos des Fusillés“ blieb ein bewegender Pilgerort, wenngleich heute nur noch rudimentäre Überreste der Befestigungsmauern übrig geblieben sind. Auf diesem Hügel mit der beeindruckenden Fernsicht über Lüttich wurde von 1974 bis 1980 ein Krankenhaus gebaut.

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{Hombourg{ {Neuville-en-condroz}

Dieser Friedhof, wo 7.992 amerikanische Soldaten ihre letzte Ruhe finden, liegt in Hombourg (Gemeinde Plombières). Er hat eine Fläche von 23 Hektar. Das Memorial besteht aus einer Kapelle und einem Museum, das zugleich als Empfangsraum für Besucher dient. Diese beiden Gebäude

werden durch eine imposante Kolonnade verbunden. Sie ist mit den Siegeln der Staaten und Territorien verziert. Die Pfeiler des Säulenganges tragen die Namen von 450 Vermissten, deren menschliche Überreste nie gefunden oder identifiziert werden konnten.

Gedenkstätte und amerikanischer Militärfriedhof von Neuville-en-Condroz Auf einer Fläche von 37 Hektar erstrecken sich in Form eines riesigen griechischen Kreuzes 5.328 Grabstätten amerikanischer Soldaten, die in Belgien, aber auch in Deutschland, in der Nähe von Aachen und beim Durchbruch an der Siegfried-Linie ums Leben kamen. Die Gedenkstätte besteht aus einer nicht-konfessionellen Kapelle und drei überdimensionalen Mosaik-Karten, welche die Einzelheiten der militärischen Operationen

in Westeuropa seit der Landung der Alliierten am 6. Juni 1944 bis zur Kapitulation des Reiches am 8. Mai 1945 darstellen. Die Südfrontseite ziert eine große amerikanische Adlerfigur. Das Eingangsportal ist mit drei Symbolfiguren geschmückt. Sie stehen jeweils für Gerechtigkeit, Freiheit und Wahrheit.

Rue du Mémorial Americain 159 B-4852 Hombourg Info: Tel. +32 (0)87 68 71 73 Zugang frei, von 9 bis 17 Uhr, ganzjährig www.henrichapelle.com/francais.html

Route du Condroz 164 - B-4120 Neupré Info: Tel. +32 (0)4 371 42 87 Zugang frei, von 9 bis 17 Uhr, ganzjährig http://us.army.39.45.xooit.com/t3094-Le-cimetiere-de-Neuville-en-Condroz.htm

Der “Ehrenfriedhof”

{Eupen}

GEDENKSTÄTTEN UND MILITÄRFRIEDHÖFE 46

Gedenkstätte und amerikanischer Militärfriedhof von Henri-Chapelle

Der Eupener Friedhof umfasst einen Ehrenfriedhof, auf dem die Gefallenen der beiden Weltkriege 1914-1918 und 1940-1945 zur letzten Ruhe gebettet wurden. Darunter sind viele Einwohner aus Ostbelgien und vor allem auch Eupen und Umgebung, die mit Gewalt von den Deutschen rekrutiert wurden, um auf Seiten der Wehrmacht zu kämpfen. Der Friedhof liegt in unmittelbarer Nähe des Rathauses zwischen der Simarstraße und der Herbesthaler Straße. Der Bereich des Ehrenfriedhofs befindet sich im oberen Teil des Friedhofes und ist durch eine Hecke von der

restlichen Anlage visuell getrennt. Die Gräber sind nach den Gefallenen des 1. und 2. Weltkrieges aufgeteilt, in der Mitte befindet sich ein Denkmal, das Werk des Antwerpener Bildhauers Raoul Lambeau (1905-1974), das ungefähr 1,80 m hoch ist und 1931 errichtet wurde. In der Nähe findet man zudem einen Erinnerungsstein zu Ehren der ostbelgischen Verfolgten des Naziregimes.

Simarstraße - B-4700 Eupen Info: Zugang frei www.worldwartours.be/ehrenfriedhof_eupen. html


Eine Reihe von Gedenkstätten befindet sich auf den Routen der Provinz Lüttich. Sie erinnern an die zahlreichen Schicksale von Zivilisten wie von Soldaten während der beiden Kriege.

1940 - 1944 fordert der Widerstand einen hohen Tribut an Menschenleben. Er wird durch folgende Denkmäler geehrt: • Das nationale Denkmal des Widerstands im Parc d’Avroy in Lüttich; • Der unbekannte Maquisard in La Reid; • Die Denkmäler in Foret, Vyle-Tharoul (Château de Bagatelle), in Spa-Bronromme (Ort der Fallschirmspringer), in Amay (Bauernhof Saint-Lambert), usw.

Das Denkmal des Kavaller isten Fonck in Thimister

Die bemerkenswertesten von 1914-1918 seien hier erwähnt: • In Thimister (Straße von Battice nach Henri-Chapelle). Das Denkmal des Kavalleristen Fonck in Thimister, der erste getötete belgische Soldat • In Strivay (Gemeinde Neupré). Das Denkmal des Kommandanten Camille de Menten de Horne, der erste belgische Offizier, der für das Vaterland gestorben ist.

ANDERE GEDENKORTE

• In Rabosée, Sart-Tilman, Rhée und Romsée (Fléron), dort, wo einige Einheiten, die für die Verteidigung der Front zwischen den Forts eingesetzt wurden, heroischen Widerstand gegen die Angriffe von sechs deutschen Brigaden leisteten, die im Handstreich Lüttich einnehmen sollten (in der Nacht vom 5. auf den 6. August 1914). Sie schlugen fünf der deutschen Brigaden zurück. • In Sippenaeken (Plombières), in Erinnerung an all diejenigen, die versuchten die holländische Grenze zu überqueren, und die an den elektrischen Stacheldrahtzäunen ihr Leben ließen. (Denkmal mit den Stromkabeln);

Die Ardennenschlacht während des Winters 1944/45 hat ebenfalls eine lange Liste von belgischen und amerikanischen Opfern zu beklagen. Die Erinnerung daran wird in folgenden Andenken verewigt: • In Baugnez (Malmedy), Ort eines Massakers am 17.12.1944 an 71 amerikanischen Gefangenen; • In Burg-Reuland, Büllingen oder Ligneuville, (8 amerikanische Gefangene, die von der SS erschossen wurden); • In Sankt-Vith (Mausoleum der 106. US Division, Denkmal der 2. US Division, Denkmal für zivile Opfer); • Das Schlachtfeld der Ardennen-Offensive wird durch 26 Grenzsteine des „Touring Club de Belgique“ markiert. Sie tragen die Inschrift: „Hier wurden die Angreifer aufgehalten“. Der erste dieser Grenzsteine wurde am 8. Mai 1949 in Stoumont eingeweiht.

• In Lüttich, an der Atlasbrücke erinnert ein Tiefrelief an die abenteuerliche Fahrt des Schleppers Atlas V, der die holländische Grenze überqueren und somit 105 Passagiere retten konnte. • Auf den Boulevards rundum die ehemalige Zitadelle, heute das Centre Hospitalier Régional (CHR), sind zwei Monumente zu Ehren von zwei Regimentern, in denen viele Lütticher gedient haben, errichtet worden. Das 12. und das 14. Linienregiment kämpften ehrenvoll sowohl 1914-1918 als auch im Mai 1940. • Im Parc d’Avroy und auf dem Gelände von Droixhe sind die schweren deutschen Kanonen, die im August 1914 auf die letzten Forts des linken Maasufers feuerten, mit von Ketten umzäunten Flächen umgeben.

nkmal des Nationales De Parc im s nd Widersta ttich d’Avroy in Lü

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} R U Z N E T O D {ANEK } H C I T T Ü L M U T H C A L H C {S

ANEKDOTEN

{ERSTER WELTKRIEG 1914-1918}

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Die rätselhafte Fahne

Die „Bonnot-Bande“

Angeführt vom Generalstabsmajor Collyns hatte das II. Bataillon des 12. Linienregiments am 4. August zur Verteidigung der Brücke von Visé beigetragen, als es von General Leman einen doppelten Auftrag bekam: einerseits dem Feind die Benutzung der Brücke von Wandre zu verbieten, andererseits alle Zugangsmöglichkeiten nördlich von Herstal zu blockieren. Das nur 450 Männer starke Bataillon (einschließlich der Soldaten des 12. Festungsregiments) nimmt dementsprechend Stellung an allen Punkten, von denen aus das gesamte Gelände zu überwachen ist. Gegen 1 Uhr morgens in der Nacht vom 5. auf den 6. August werden die Belgier von einer starken Kolonne überflügelt, die zwischen den Forts von Pontisse und Liers eingedrungen ist und nun die Abhänge von Hermée herabstürzt. Major Collyns lässt warten, bis die Kolonne tief in die Stadt einmarschiert ist, um erst dann das verheerende Feuer auf sie eröffnen zu lassen. Mehrmals hintereinander werden die deutschen Versuche eines frontalen Angriffs oder einer Überflügelung durch die seitlichen Gärten nach schweren Verlusten zurückgedrängt. Hauptmann von Arnim, Befehlshaber des III. Bataillons des 89. Mecklenburgischen Grenadierregiments, zahlreiche Offiziere sowie Feldwebel Möller, der Fähnrich, zählen zu den Toten. Der belgische Linieninfanterist Lange, von der 4. Kompanie des III. Bataillons des 12. Linienregiments (4/III/12), nimmt zwischen den deutschen Leichen die Fahne und deren Trageköcher in Besitz. Es handelt sich dabei um die allererste Fahne, die während einer Schlacht an sämtlichen Fronten des Ersten Weltkriegs eingenommen wurde. Sofort wird die kostbare Trophäe zum Generalstab des Generals Leman in die Rue Sainte-Foy geschickt. Nach dem Angriff auf diesen Standort wechselt Leman am Morgen des 6. August zum Fort Loncin und nimmt die dem Feind entrissene Fahne mit. Er führt sie der Garnison vor und hängt sie in sein Arbeitszimmer des Forts. Nach der Explosion des Forts am 15. August wird nach Aussage der deutschen Streitkräfte die Fahne unversehrt in den Überresten des Forts vorgefunden. Am 20. August wird sie dann dem 89. Grenadierregiment feierlich zurückgegeben: an der Zeremonie nimmt der Großherzog von MecklenburgSchwerin persönlich teil. Allerdings scheint es sich nur um eine Kopie gehandelt zu haben, denn im Juni 1940 verlangen die Deutschen ihre Fahne aus dem Armeemuseum zurück… Während der deutschen Besatzung war der Fahnentrageköcher im Gemeindehaus von Herstal versteckt worden. Im Jahr 1931 schenkt ihn die Gemeindeverwaltung von Herstal dem 12. Linienregiment anlässlich der Einhundertjahrfeier der Regimentsgründung. Heute wird er im Königlichen Armeemuseum aufbewahrt.

Es handelte sich um eine Aufklärergruppe, die am 6. August vom Obergefreiten Henri Polain aus dem 14. Festungsregiment und 5 Kameraden der Festungsgarnison von Loncin gebildet wurde. Sie verfügten über ein beschlagnahmtes Automobil, das von seinem Eigentümer, dem Franzosen Aimé, gefahren wurde. Die Gruppe hatte ursprünglich den Auftrag, einen Kontakt und eine Verbindung zu den benachbarten Forts des linken Ufers (Pontisse, Liers und Lantin einerseits, Hollogne und Flémalle andererseits) herzustellen; bald aber startete die kleine Gruppe nächtliche Übergriffe auf deutsche Vorposten. Sie konnte sogar in Lüttich eindringen und brachte vom Feind Waffen, Helme, Pferde und sogar einen Gefangenen nach Loncin zurück. Als er die Beute sah, soll der Festungsarzt Dr. Bossy gerufen haben „Es ist ja die Bonnot-Bande!“. Dabei spielte er auf die berühmten anarchistischen Automobilgangster an, die 1912 die französische Justiz schwer beschäftigt hatten. Der Spitzname ist dann geblieben. Glücklicherweise waren die Männer um Polain außerhalb des Forts dienstlich unterwegs, als dieses am 15. August explodierte. Nach zahlreichen Abenteuern konnten sie später die belgischen Linien erreichen. Bemerkenswert bleiben ebenfalls die heldenhaften Taten einer kleinen Gruppe von Agenten, mit Zivilkleidung und Fahrrädern ausgestattet, die in Loncin vom Wachtmeister Buyl - vor dem Krieg ein guter Radrennfahrer - zusammengestellt wurde. Nach verschiedenen Aufträgen im Zentrum des besetzten Lüttich gelingt es Buyl, im Auftrag von General Leman ein Auto und Gendarmen bis Loncin zu führen, die den Kriegsschatz der Befestigungen in Sicherheit bringen sollten, immerhin elf Millionen Goldfranken!


Bereits im August 1914 herrschte in zahlreichen Gemeinden eine gewisse Unsicherheit, zumal die Brigaden der belgischen Gendarmerie das Landheer verstärken mussten. Am 11. August empfängt Dr. Ponson, Bürgermeister von Jupille, einen deutschen Feldgendarmen in glänzender Uniform: dieser behauptet, dass er von der Kommandantur den Befehl erhalten habe, die Polizeiaufgaben in Jupille zu übernehmen, und dass er bald Unterstützung durch 6 Untergebene bekommen werde. Am Tage danach erkennt er aber schon, wie gut Ordnung und Ruhe in der Gemeinde sind; daraufhin gibt er an, auf die geplante Unterstützung verzichten zu wollen: für die Ordnung sei er von nun an alleine zuständig. Der äußerst urige Typ, der angeblich Kettermann hieß, hatte nun freie Hand: er konnte Diebstähle und Plündereien bekämpfen, aber vor allem verordnete er ohne Unterlass immer wieder neue Regelungen in Polizei-, Sauberkeits- oder Verkehrsangelegenheiten und verhängte dafür empfindliche Geldstrafen, die er letztendlich in die eigenen Taschen steckte. Da er wirklich etwas davon verstand für Ruhe und Ordnung zu sorgen oder Allgemeingut zu schützen, mussten die Einwohner anerkennen, dass Jupille noch nie so sauber und so ruhig gewesen war… Das Spielchen dauerte gut fünf Wochen, bis bei der Überprüfung einer Beschwerde die Lütticher Kommandantur feststellte, dass es sich um einen falschen Feldgendarmen handelte. Er wurde verhaftet und zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. In der Zwischenzeit hatte sich ein Nachahmer in Bellaire und Queue-du-Bois als deutscher Feldgendarm niedergelassen, um auf die gleiche Weise die örtliche Bevölkerung zu erpressen. Er war aber nicht so geschickt und gewandt wie Kettermann, so dass er schnell den Bürgermeister von Queue-duBois, J.J. Lejeune, verärgerte. Dieser verdrosch ihn, bevor er bei der Kommandantur eine Beschwerde gegen ihn einreichte. Dies besiegelte dann das Ende solcher köstlichen Gaunerstreiche.

Wussten Sie schon?

König Albert war es, der den Generalstab und die Militärdozenten an der Spitze der Militärakademie ernannte, um die dort wacklige Disziplin wiederherzustellen. Die Wiederaufrichtung der Disziplin war so spektakulär, dass Leman, der alles durch das Ochsenauge – „das Aquarium“ im Jargon der Schule - über dem Innenhof beobachtete, bald von den Schülern „Spinner“ genannt wurde. Dank seiner Disziplingabe wurde er dann nach Lüttich bestellt, wo Anfang 1914 die Garnison als besonders aufrührerisch galt. Der Fehler war, dass er ein doppeltes Amt führte, nämlich als Oberbefehlshaber der Lütticher Befestigungen und als Oberbefehlshaber der 3. Armeedivision. Anfang August 1914 übte er sogar ein drittes Amt aus: als die Provinz den Belagerungszustand ausrief, wurde er zum Gouverneur ernannt, so dass er nun sämtliche zivilen und militärischen Machtbefugnisse innehatte. Aufgrund der Sparsamkeit im Budget bekam Leman als Sitz des Generalstabs nur ein ziemlich bescheidenes Bürgerhaus in der Rue Sainte-Foy, das an die Kanonengießerei angrenzte, zugeteilt. Dort fand der berühmte Angriff auf das Hauptquartier statt: eine deutsche Jägereinheit hatte sich durch die belgischen Stellungen des Thier-à-Liège eingeschlichen und wurde durch die Bevölkerung des Nordviertels freudig begrüßt, die sie irrtümlich für Engländer hielt. Hauptmann de Lannoy hatte als Nachrichtenoffizier bereits angefangen, den Eisenbahntunnel des Palastbahnhofs (Gare du Palais) als Panzer geschützte Kommandostellung einrichten zu lassen, da von einer langen Belagerung mit Bombardierungen auszugehen war. Die Arbeiten konnten vor dem Rückzug der 3. Armeedivision und der Niederlassung von Leman in Loncin nicht fertiggestellt werden. Zum Glück, denn der Generalstab wäre sonst voll in die Falle getappt: zwei Handvoll Infanteristen an beiden Enden des Tunnels und eine Bombardierung hätten sehr wahrscheinlich den Palast der Fürstbischöfe zerstört.

ANEKDOTEN

Der Feldgendarm von Jupille

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Lüttich bekommt bereits das Kreuz der Ehrenlegion am 7. August 1914

ANEKDOTEN

Deutschland verletzte vorsätzlich die durch Verträge abgesicherte Neutralität Belgiens und zögerte nicht, 1914 in Belgien einzumarschieren. Die dortigen Forts hatten eine veraltete Bauweise aus nicht armiertem Massenbeton und waren einer äußerst schweren Artillerie der Deutschen ausgesetzt, die über bis dahin unbekannte 420mmMunition verfügte. Die Telefonleitungen lagen nicht versteckt, die Schießstellungen (auf Glockentürmen, auf Halden usw.) waren leicht zu erkennen, die Belüftung war nicht besonders wirksam ebenso wie die Gasentlüftungsanlagen in den Forts, die zudem an ihrer Rückseite quasi wehrlos waren. Trotz all dieser Nachteile ist es wohl dem Mut der belgischen Soldaten, der Präzision ihrer Artillerie und ihrer sehr guten Abwehrkraft im Nahkampf zu verdanken, dass die Forts 10 Tage lang – in einem ungleichen wie heldenhaften Kampf - die deutsche Kriegsmaschine in Schach halten können. Dadurch, dass sie die Deutschen zwangen, von der beängstigenden Stärke ihrer Artillerie früher als geplant Gebrauch zu machen, haben die Lütticher Forts Frankreich und England die nötige Zeit verschafft, ihre Mobilmachung abzuschließen, um letztendlich die deutschen Truppen bei der Marne-Offensive zu stoppen! Der Widerstand der Lütticher Forts im Jahr 1914 hat also gewissermaßen den Marne-Sieg und dadurch den Kriegsausgang von 1918 erst möglich gemacht. Durch die heldenhafte Widerstandskraft, den beispielhaften Mut und das Opfer vieler Freiheitskämpfer hat die Stadt Lüttich wohl als einzige das Kreuz der Ehrenlegion von Frankreich erhalten. Heute noch kann man verschiedene Forts der Lütticher Festungen besichtigen, für Gruppen ganzjährig, für Einzelpersonen vor allem am 21. Juli, dem Nationalfeiertag und traditionellen Tag der Forts.

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Der Lütticher Korkpfropfen Als „Lütticher Korkpfropfen“ wurde manchmal der Widerstand der belgischen Armee gegen den deutschen Einmarsch von 1914 bezeichnet. Zur Überraschung aller konnte das kleine belgische Heer zehn Tage lang durch den Festungsring um Lüttich den deutschen Vormarsch eindämmen und eine erste ernsthafte Panne für ein glattes Gelingen des Schlieffen-Plans verursachen. Nach der Eroberung von Lüttich zog sich die belgische Armee unter der Führung von König Albert I. in die Festungsanlage von Antwerpen zurück, die als uneinnehmbar galt. Die Belagerung von Antwerpen dauerte noch bis Oktober 1914. Dann musste die Stadt verlassen werden. Die Überlebenden der belgischen Armee – nicht ganz 60.000 Mann - zogen sich bis zur Yser-Linie zurück, wo es ihnen gelang, mit Hilfe von französischen und englischen Truppen die Front stabil zu halten. Diesen Teilbereich der Front konnte die belgische Armee bis Kriegsende halten. Um das Leben seiner Soldaten zu schützen, verfolgte Albert I. auf dieser Frontlinie eine reine Verteidigungsstrategie. Erst Ende September 1918 stürmten die belgischen Soldaten aus ihren Schützengräben, um an der Befreiung des Landes teilzunehmen.


Zahlreiche satirische französische Postkarten bemühten das Bild des Korkpfropfens, um auf den Lütticher Widerstand anzuspielen. Darunter eine in Schwarzweiß und zweigeteilt: links sieht man auf einer Landkarte von Belgien eine Flasche und ein Glas Champagner aus Lüttich, sowie einen Korken auf der linken Seite eines Grenzpfostens, der sich auf der Postkarte von oben nach unten erstreckt. Auf belgischer Seite hängen an diesem Grenzpfosten zwei Schilder mit folgenden Texten: einerseits „Einigung macht stark“, andererseits „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“. Auf der rechten Seite des Pfostens ist deutlich zu lesen „Deutschland nieder Alles“ im Gegensatz zum deutschen Leitspruch „Deutschland über Alles“, der damals forderte, dass Deutschland über die ganze Welt herrschen sollte. Auf der rechten Seite befindet sich eine Karikatur von Kaiser Wilhelm II. mit Pickelhaube und offenem Mund. Im rechten Teil der Postkarte erscheint der Text: „Wie der Lütticher Korkpfropfen Wilhelm um die Übernahme der Champagne und den Genuss des Champagners brachte“. Durch ein raffiniertes Spielchen konnte man mit der Nase auf eine mit einem Kreuz markierte Stelle am unteren Ende des Grenzpfostens herangehen, um durch eine optische Täuschung eine Bewegung des Korkens vom linken Teil der Karte zum Mund von Wilhelm II. wahr zu nehmen. Auf einer anderen Postkarte ist Wilhelm in Uniform zu sehen, immer noch mit Pickelhaube und jetzt mit hohen Sporenstiefeln: er flieht vor einem Geschütz, dessen Kanonenrohr durch eine Champagnerflasche ersetzt wurde und das den Korken in Richtung des kaiserlichen Hinterteils abschießt. Ein kleiner belgischer Infanterist sitzt auf dem Flaschenhals. Hier lautet der Text: „Dein Schicksal – Wenn du die Champagne nicht kriegst!!! Nimm doch diesen Lütticher Korkpfropfen!

Anmerkung der Redaktion: Wir hoffen, dass unsere deutschen Leser diese Anekdoten und besonders die Postkarten aus der Kriegszeit mit genügend Distanz und nur im historischen Kontext betrachten. Es handelt sich um historische Dokumente. Der Redaktion liegt es fern, irgendjemanden durch die Abbildung zu nahe treten zu wollen.

Die Abbildungen der alten Postkarten wurden freundlicherweise über den Blog http://cartespostales1914.over-blog.com zugänglich gemacht.

Der Lütticher (zuerst Wiener) Eiskaffee - Die Geschichte einer mutigen Tat Sein Name könnte es vermuten lassen, aber der „Café liégeois“, der berühmte Eiskaffee, ist keine Spezialität der Stadt Lüttich. Die Bezeichnung entstand jedoch im Ersten Weltkrieg 1914-1918 während der Kämpfe um die Forts der Lütticher Festung. Der heldenhafte Widerstand der Lütticher stieß in Frankreich auf so großes Interesse, dass bereits am 7. August 1914 der Stadt Lüttich die französische Ehrenlegion zuerkannt wurde, die ihr später am 24. Juli 1919 offiziell verliehen wurde. Zu der gleichen Zeit verliert der Kaffee in Paris seine Bezeichnung „Wiener Kaffee“, da der Name nur an den Feind erinnerte. Von nun an wird er, wie auch andere Gerichte, mit dem Zunamen „Lütticher“ benannt.

er!} {Einfach leck

Besagter „Café liégeois“ ist ein heißes Getränk. Es besteht aus einem meistens leichten, einfachen oder doppelten Espresso von eher hell gerösteten Kaffeebohnen; darauf kommt noch geschäumte Milch und geschlagene Sahne, die mit Schokolade als Pulver oder Raspel verziert wird. Allerdings gibt es auch eine kalte Variante, die als Nachtisch serviert wird: sie besteht aus leicht gezuckertem Kaffee, Eis mit Kaffeegeschmack und geschlagener Sahne.

Zutaten

hmack t Kaffeegesc ½ Liter Eis mi Schlagsahne so erter Espres Kalter gezuck ko De s al en hn bo Schokokaffee

Zubereitung 2 Kugeln Kaff eeeis in einen hohen Becher geben Die Eiskugel n mit kaltem Kaffee übergi eßen Das Ganze mi t einer schönen Rose tte Sprühsah ne versehen Über den Eisb echer einige Schokokaffee bohnen verstreuen

ANEKDOTEN

Wie Wilhelm durch den Lütticher Korkpfropfen um die Übernahme der Champagne und den Genuss des Champagners gebracht wurde

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Tongeren

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CLAVIER

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THEUX

OUFFET

OSTKANTONE Place Albert 1er 29 a B-4960 Malmedy Tel. +32 (0)80 33 02 50 info@eastbelgium.com www.eastbelgium.com Hesbaye et Meuse Rue Paix Dieu 1b  B-4540 Amay Tel. +32 (0)85 21 21 71  hesbayemeuse@skynet.be www.tourisme-hesbaye-meuse.be Pays d’Ourthe-Amblève Route de Louveigné 3 B-4920 Sougné-Remouchamps Tel. +32 (0)4 384 35 44 info@ourthe-ambleve.be www.ourthe-ambleve.be Thermes et Coteaux Avenue des Thermes 78 b B-4050 Chaudfontaine Tel. +32 (0)4 361 56 30 info@thermesetcoteaux.be www.thermesetcoteaux.be

LIMBOURG

E 42

ESNEUX ANTHISNES

MARCHIN

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NEUPRE

NANDRIN

HUY

DALHEM

JUPRELLE E 313

FERRIERES E 25

STOUMONT TROIS-PONTS

LIERNEUX

Pays de Herve Place de la Gare 1 - B-4650 Herve Tel. +32 (0)87 69 31 70 info@paysdeherve.be www.paysdeherve.be Pays de Huy-Meuse-Condroz Quai de Namur 1 - 4500 Huy Tel. +32 (0)85 21 29 15  mthuy@pays-de-huy.be www.pays-de-huy.be


KELMIS LONTZEN

E 40

RAEREN

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BAELEN

ALHAY

BÜTGENBACH

MALMEDY

WAIMES BÜLLINGEN

OT

AMEL

St-VITH

Für nähere Informationen über die Forts wenden Sie sich bitte an die verschiedenen Tourismushäuser der Provinz Lüttich (Maisons du Tourisme)

E 42

BURG-REULAND

Pays de Liège Place Saint-Lambert 32-35 B-4000 Liège Tel. +32 (0)4 237 92 92 mtpaysdeliege@provincedeliege.be www.liegetourisme.be Pays des Sources Pouhon Pierre Le Grand – Place du Marché 1A - B-4900 Spa Tel. +32 (0)87 79 53 53 info@spatourisme.be www.spatourisme.be

Pays de Vesdre Rue Jules Cerexhe 86 - B-4800 Verviers Tel. +32 (0)87 30 79 26 info@paysdevesdre.be www.paysdevesdre.be Vallées de la Burdinale et de la Mehaigne Rue de la Burdinale 6 - B-4210 Burdinne Tel. +32 (0)85 25 16 96 mtourisme@burdinale-mehaigne.be www.burdinalemehaigne.com Basse-Meuse Rue des Béguines 7 - B-4600 Visé Tel. +32 (0)4 374 85 55  info@basse-meuse.be www.basse-meuse.be 55


} T O B E G N A T {PAKE } S U M S I R U O T {GEDENK

EINE NACHT IN EINEM ECHTEN FORT VON 1914

Eine Nacht in einem echten Fort von 1914!

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Ab 2014 wird die Provinz Lüttich innerhalb des Fremdenverkehrsverbandes über ein Empfangsbüro verfügen, das sich ausschließlich für Sie um Reiseaufenthalte, Ausflüge und Kartenverkauf kümmert. Sowohl für Privatpersonen als auch für Reiseveranstalter und Institutionen steht ein mehrsprachiges, engagiertes Team bereit, das sich persönlich und mit größter Sorgfalt Ihren Anfragen und Wünschen widmet! Im Rahmen der Gedenkfeiern zum Ersten Weltkrieg bieten wir Ihnen besondere Programme für Gruppen an, die mit unvergesslichen und einzigartigen Erlebnissen und Erinnerungen aufwarten. Beispiel für einen Programmablauf: Besichtigung eines Forts (Lantin, Loncin, Eben-Emael, Flémalle) Fort Lantin: ein Erlebnisrundgang mit Audioguide. Fort Loncin: Nekropole des Großen Krieges, die Soldaten im Bunker leisteten einen fürchterlichen Schwur: „Wir werden niemals kapitulieren… Wir schwören es“… Und dieser Schwur wurde gehalten gegen die Invasoren im Ersten Weltkrieg. Fort Eben-Emael: „Der Gigant unter den Forts“: Am 10. Mai 1940 eroberte eine kleine deutsche Fallschirmjägereinheit die Kontrolle über die Artillerie des Forts innerhalb von weniger als 15 Minuten. Fort Flémalle: von Brialmont 1888 erbaut, wurde dieses Fort zum Schauplatz des Widerstandes. Besuch der „Expo 14-18“ in Lüttich (an 2 Standorten) Museum für Wallonische Volkskunde: Liège dans la tourmente (Lüttich im rauen Wind), TGV-Bahnhof Liège-Guillemins: La Grande Guerre (Der Große Krieg). Geführte Spaziergänge durch die Städte Lüttich und Visé In Visé spielte sich im August 1914 eine Tragödie ab: 600 Häuser und alle öffentlichen Gebäude wurden von den Flammen in Schutt und Asche gelegt. Lüttich war die erste Stadt außerhalb Frankreichs, der die französische Ehrenlegion verliehen wurde, in Anerkennung ihres heldenhaften Kampfes. Besichtigung des touristischen Informationszentrums von Boncelles mit didaktischem Außenrundgang und Geschichtsmuseum.

Übernachtung im Innern eines Forts in einem echten Armeebett oder die Möglichkeit in einem Drei- oder Vier-Sternehotel zu übernachten. Besichtigung des amerikanischen Militärfriedhofs von Neuville-en-Condroz Dieser Friedhof gehört zu den 14 amerikanischen Militärfriedhöfen des Zweiten Weltkriegs, die dauerhaft außerhalb der USA bestehen. Besichtigung der interalliierten Gedenkstätte von Cointe 1925 haben die am Ersten Weltkrieg beteiligten Kampfparteien die Höhe über Lüttich ausgewählt, um hier eine Gedenkstätte einzurichten.

Preise und Reservierungen: Tourismusverband der Provinz Lüttich - Candice Michot Tel. +32 (0)4 237 95 85 - www.liegetourisme.be candice.michot@provincedeliege.be


Mit Unterstützung der Wallonischen Region, von Wallonie-Brüssel Tourismus und dem GeneralKommissariat für Tourismus

Eine Veröffen tlichung des Fédération du Tourismusver Tourisme de bandes der Pr la Province B-4000 Liègeovinz Lüttic de Liège, Plac Lüttich h (FTPL) e de la Répu Tel. +32 (0)4 23 blique frança 7 95 26 – Fax ise 1 +32 (0)4 237 95 Verantwortli 78 - www.lieg cher Herausge etourisme.be ber: Provinz Lütt ich - Place Sa int-Lambert 18 Redaktion: Ph a - B-4000 Lièg ilippe Brau e-Lüttich – Redaktione Begonia Barr lle Zufügung ero - Patrice en: Redaktions Legros – Deut liche Überse team der FTPL sche Übersetz tzungen/Text : ung: Andrea überprüfung: P.Legros FTPL Schifflers Rolf Minderja - Anekdoten: Zusätzhn Francis Bala – Stolberg (D der FTPL - Fo ) – Text-Layou ce - Gestaltu torechte: Leit ng: Olivier De t: ung der Fort Frédérique Do thier - Grafik s der PFL-BSL det – Grafik-T -Team 19 14 -1 ea 94 FTPL - Trotz m der FTPL Ka 0 Yv es Ga briel und Ma intensiver Re rten-Pläne Pa riecherchen konn trice Moray inhabern best - Grafik-Team ten wir mit ei immter fotogr der nigen Besitz afischer Doku diese bitten, ern oder Rech mente keinen mit dem Hera teusgeber Kont Kontakt beko zuteilen – Dr akt aufzuneh mmen. Wir möch uck: Druckere men, um ihm ih ten i Massoz - Un M. Levo für se re Adressdate ser besonder ine Unterstü n miter Dank gilt tzung mit In (zeitgenössisc de m fo Ad rm jutanten ationsmateri he Dokumente) al sowie für und allen Ve sowie M. Fran die Ikonogra rantwortlich cis Balace un phie en der Forts d M. Thierry Originalspra der Provinz Babette für che. Lüttich das Lektorat Die FTPL über in de r nimmt keine Verantwortun Textinhalten g für eventu als auch bei elle Änderung den praktisc N° ISSN 0033-1 en, sowohl be hen Informat 872-02/2014 i den ionen.

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Was die Forts erleiden mussten… … Nach 2 Stunden kam bereits die vier te Bombardierungswelle mit einer Gewalt, von der man sich keine Vorstellung machen kann. Später wurde uns dann klar, dass die Deutschen dieses Mal mit 42 cm Mörsern schossen, und dass jede s Geschoss eine Tonne wog, dessen Explosivität eine bis dahin unbekannte Wucht hatte. Als sie uns erreichten, hörten wir zunächst ein Surren in der Luft, dieses Surren ging dann peu à peu in ein Geheule über, gefolgt von einem fürchterlichen Orkan, der in einem grauenvollen Donnerschlag end ete. Riesige Wolken aus Staub und Rau ch stiegen über dem erschütterten Bod en auf. In einem Moment dachte ich daran, zum Kommandostand zurückzugehen. Nachdem ich kaum einige Schritte getan hatte, traf mich ein regelrechter Windstoß, der mich mit dem Gesicht zu Boden schlug. Ich rappelte mich auf, um meinen Weg fortzusetzen: doch ich wurde von einer giftigen Luftwelle auf meinem Platz festgehalten, die mich in ihren Wirbel einhüllte… Auszug aus dem Tagebuch des Generals Leman im Gefängnis in Magdeburg Illustrierte Geschichte des 1. Weltkriegs Der Fall der Lütticher Forts Kapitel VIII

Fédération du Tourisme de la Province de Liège Place de la République française 1 • B-4000 Liège Tel. +32 [0]4 237 95 26 • Fax +32 [0]4 237 95 78

www.liegetourisme.be


De liegetourismemorial1418