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46 Fragebogen

Benjamin Bernheim Aus welcher Welt kommen Sie gerade? Ich war mit meiner Familie in CransMontana in den Ferien, um mich von einer sehr intensiven Spielzeit zu er­ holen: Als Alfredo in La traviata und Nemorino in L’elisir d’amore habe ich zwei Debüts gegeben und mit diesen und anderen Partien zum ersten Mal an grossartigen Opernhäusern gesungen, darunter der Covent Garden in London, die Opéra de Bastille in Paris, die Staats­opern in Berlin und Wien und die Chicago Lyric Opera.

Welchen überflüssigen Gegenstand in Ihrer Wohnung lieben Sie am meisten? Ausser meinem Fernseher? Vielleicht die 1 Meter 20 hohe hölzerne Giraffe …

Was wollten Sie als Kind unbedingt werden? Ich habe davon geträumt, Psychologie und Internationale Beziehungen zu studieren, um Diplomat oder ein internationaler UN-Krisenexperte zu werden.

Wie kann man Sie beeindrucken? Ich bin beeindruckt von Menschen, die sich eingestehen können, wenn sie sich in einer Situation falsch verhalten haben.

Worauf freuen Sie sich in La bohème am meisten? Ich freue mich, wieder mit Guanqun Yu auf der Bühne zu stehen. Sie war hier in Zürich meine erste Mimì überhaupt! Welches Bildungserlebnis hat Sie be­ sonders geprägt? Im Kinderchor des Grand Théatre de Genève habe ich 1995/96 zum ersten Mal auf einer richtig grossen Bühne gestanden. Es war eine Cavalleria Rusti­ cana/Pagliacci-Produktion, und wir Kinder hatten viel zu tun. Es waren für mich magische Momente, zu hören, wie das Orchester vor der Vorstellung die Instrumente stimmt, die Verant­wor­ tung auf der Bühne zu spüren, das Publikum hinter dem Dirigenten wahrzunehmen und dabei eine Geschichte zu erzählen – wundervoll! Welche CD hören Sie immer wieder? Eine Aufnahme, die ich sehr oft gehört habe, ist La bohème unter Herbert von Karajan mit Luciano Pavarotti als Rodolfo und Mirella Freni als Mimì. Es ist die erste Bohème, die ich je gehört habe und eine der wenigen, die ich liebe.

Mit welchem Künstler würden Sie gerne einmal essen gehen? Ich würde gerne mit Roger Federer abendessen, einem der grössten Künstler unserer Tage! Wahrscheinlich würden wir über Fussball, Hockey und Golf reden…

Worüber können Sie nicht lachen? Wenn mein erster Kaffee am Morgen nicht schmeckt. Was können Sie überhaupt nicht? Ich weiss nicht … Ich versuche immer über alles zu lachen – besonders über mich selbst! Haben Sie einen musikalischen Traum, der wohl nie in Erfüllung gehen wird? Ich werde vermutlich nie ein Bariton sein und Simon Boccanegra singen … Was für ein Traum! Drei Gründe, warum das Leben schön ist? Musik, Liebe und Roger Federer!

Benjamin Bernheim, geboren in Paris, ist seit der Saison 2008/09 mit dem Opernhaus Zürich verbunden und war hier zuletzt als Alfredo und Rodolfo zu hören. Seit 2012 singt er regelmässig bei den Salzburger Festspielen. In jüngster Zeit debütierte er an den grossen Opernhäusern in London, Paris, Berlin, Wien und Chicago. Am Opernhaus Zürich ist er in dieser Spielzeit als Rodolfo («La bohème») und Ismaele («Nabucco») zu erleben.

Profile for Opernhaus Zürich

MAG 61: Die Gezeichneten  

Schwerpunkte: Premiere «Die Gezeichneten», Eröffnungsfest 2018, Wiederaufnahmen «La verità in cimento», «Macbeth» und «La bohème»

MAG 61: Die Gezeichneten  

Schwerpunkte: Premiere «Die Gezeichneten», Eröffnungsfest 2018, Wiederaufnahmen «La verità in cimento», «Macbeth» und «La bohème»