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34 Fragebogen

J’Nai Bridges Aus welcher Welt kommen Sie? Ich stamme aus Lakewood, Washington. Das ist etwa 45 Minuten südlich von Seattle. Was wollten Sie als Kind unbedingt werden? Kinderärztin und Psychologin, weil ich die Menschen verstehen und ihnen helfen wollte. Worauf freuen Sie sich bei La forza del destino am meisten? Ich freue mich darauf, diese Oper zum Leben zu erwecken! Vom Gesang über die Inszenierung bis zu den Kos­tü­­men – ich kann es kaum erwarten, Preziosilla zu verkörpern. Sie ist eine wunderbare Figur mit toller Musik. Was für ein Glück, dass ich damit meinen Lebensunterhalt verdienen kann! Welches Bildungserlebnis hat Sie besonders geprägt? Als ich mich in meinem ersten Jahr am College mit französischer Musik be­ schäftigte, veränderte sich mein Zugang zu klassischer Musik völlig. Ich war sehr angetan von Debussy und Milhaud, besonders von den Jazz-Einflüssen in ihrer Musik. Mit Jazz bin ich aufge­ wach­sen, und so fühlte es sich für mich ganz natürlich an, diese Musik zu singen. Damals wurde mir bewusst, dass der Unterschied zwischen klassischer Musik und Jazz gar nicht so gross ist. Welches Buch würden Sie niemals aus der Hand geben? Ich kann mich nicht für ein einziges Buch entscheiden, hier also zwei meiner Favoriten: Einfach lieben von Thich Nhat Hanh und Eine kurze Geschichte der Menschheit von Yuval Noah Harari. Welche CD hören Sie immer wieder? Alles von Ella Fitzgerald! Welchen überflüssigen Gegenstand in Ihrer Wohnung lieben Sie am meisten?

Ein echtes Laster: Ich liebe meinen Fern­seher. Wenn ich nicht aufpasse, schaue ich viel zu lange. Mit welchem/r Künstler/in würden Sie gerne einmal essen gehen? Mit Leontyne Price! Sie ist eines meiner grössten Vorbilder. Ich würde mit ihr über alle Aspekte ihrer Karriere sprechen wollen – Ruhm, Musik, Familie –, und mich über alles freuen, das sie mit mir teilen möchte. Und vielleicht würde sie mir auch verraten, was sie am liebsten isst und trinkt! Wie kann man Sie beeindrucken? Indem man nicht versucht, mich zu be­ eindrucken, sondern leidenschaftlich ist und hart arbeitet für etwas im Leben. Worüber können Sie nicht lachen? Rassismus. Was können Sie überhaupt nicht? Fallschirmspringen. Ich könnte es zwar, aber will ich das? Auf keinen Fall. Haben Sie einen musikalischen Traum, der wohl nie in Erfüllung gehen wird? Ich glaube daran, dass ich alle meine mu­sikalischen Träume verwirklichen kann. Am schwierigsten wird es wahr­scheinlich, mit der Popsängerin Beyoncé aufzutreten. Aber ich bin zuversichtlich. Nennen Sie drei Gründe, warum das Leben schön ist! Liebe, Kunst und neue Dinge zu ent­ decken!

J’Nai Bridges gewann 2016 den renommierten Francisco-Viñas-Wettbewerb sowie 2018 die Sphinx Medal of Excellence. Sie war Mitglied des Opernstudios von Chi­ca­go. In jünge­rer Zeit debütierte sie als Bersi («An­drea Chénier») an der San Francis­co Opera und der Bayerischen Staats­oper sowie als Nefertiti (Glass’ «Akhnaten») in Los Angeles.

Profile for Opernhaus Zürich

MAG 59: La forza del destino  

Schwerpunkte: Premiere «La forza del destino», «oper für alle» am 16. Juni 2018, Wiederaufnahmen «Schwanensee» und «Das Land des Lächelns»

MAG 59: La forza del destino  

Schwerpunkte: Premiere «La forza del destino», «oper für alle» am 16. Juni 2018, Wiederaufnahmen «Schwanensee» und «Das Land des Lächelns»