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Themenheft 2015/2016

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EDITION NOTICE

Texte Alessandra Volani, OD Campaign Managerin und Koordinatorin OD Trentino Lea Mair, OD Koordinatorin Shaana Brown Näckler, OD Ausschusspräsidentin Simon Lauer, OD Freiwilliger und Mitglied des Beirates Julia Fistill, OD Freiwillige Margherita Valzania, Freiwillige OD Cesena Evelyn Zelger, OD Freiwillige Patrizia Bianchi Scafetta, Vizepräsidentin und OD Ausschussmitglied Sandra Mirto, Vizepräsidentin und OD Ausschussmitglied Rocio Dejori, OD Ausschussmitglied Sara Volani, OD Trentino Hannes Gard Moerl, OD Freiwilliger Tommaso Pieri, OD Cesena Jana De Poorter, Zuiddag Belgien Patrick Kennedy, OD Freiwilliger Francesca Caprini, Yaku Alexandra Tomaselli, Forscherin am EURAC-Institut & Uni Graz Sara Ballardini, PBI Monica Puto, Operazione Colomba Netzwerk Südtiroler Weltläden Binario1 / Bahngleis1 Grafik Fjorelo Habibaj, OD Freiwilliger Druck Lanarepro Srl Herausgeber Operation Daywork - Dezember 2015 www.operationdaywork.org info@operationdaywork.org Danke! An die Mitglieder der Comunidad de Paz de San Josè de Apartadò für die Herzlichkeit, mit der ihr uns bei euch aufgenommen habt, für den Einblick in euer Leben, den ihr uns gewährt habt und für eure Erinnerungen und Hoffnungen, die ihr mit uns geteilt habt. An die Freiwilligen von Operazione Colomba für die Unterstützung und den Empfang, sowohl in Italien als auch in Kolumbien. Die Artikel geben ausschließlich die Meinung der AutorInnen wieder und basieren auf den genannten Quellen. Mit freundlicher Unterstützung für das Themenheft: AUTONOME PROVINZ BOZEN SÜDTIROL

PROVINCIA AUTONOMA DI BOLZANO ALTO ADIGE

Und mit Unterstützung für das OD-Jahr: Amt für Kabinettsangelegenheit, Entwicklungszusammenarbeit Deutsches Amt für Jugendarbeit und Ufficio Servizio Giovani der Autonomen Provinz Bozen Incarico Speciale per le politiche giovanili della PAT

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PREFACE

Liebe LeserInnen, Operation Daywork (OD) ist ein gemeinnütziger Verein der von uns OberschülerInnen aus Südtirol, Trentino und Cesena getragen wird. Unser Hauptziel ist die Bewusstseinsbildung in den Berufs- und Oberschulen zu Themen wie die NordSüd Problematik, Globalisierung, Armut und Unterentwicklung, globale Klimaveränderung und Umweltverschmutzung, Menschenrechte, sowie nachhaltige Entwicklungsmodelle. OD ermöglicht uns Entwicklungszusammenarbeit auf innovative Weise zu erklären und uns damit kritisch auseinanderzusetzen. Unser Prinzip ist ganz einfach: Tausche für einen Tag die Schulbank gegen einen Arbeitsplatz. Arbeite dadurch mit uns für eine faire und nachhaltige Welt. Seit dem OD-Jahr 2014/15 sind auch wir ein Teil des Networks SAME. SAME steht für “Solidarity Action Day Movement in Europe”. Dieses Netzwerk vereint uns mit Jugendlichen aus ganz Europa, die sich ebenfalls mitThemen wie Entwicklungszusammenarbeit, Menschenrechte und Nachhaltigkeit beschäftigen. Das Neue in diesem Jahr war auch die Verleihung des OD-Menschenrechtspreis anstelle der Unterstützung eines Projektes. Am 16. Mai 2015 wurde der OD-Menschenrechtspreis an die Comunidad de Paz de San José de Apartadó (CdP) in Kolumbien vergeben. Die CdP liegt im

Department Antioquia im Nordwesten des Landes, an der Grenze zu Panama. Seit über 50 Jahren gibt es einen anhaltenden Konflikt zwischen der kolumbianischen Armee, dem Paramilitär und den linksgerichteten Guerillagruppen. Die Folgen sind geschätzte 220.000 Todesopfer und Millionen an Binnenvertriebene. Das Credo aller drei Konfliktparteien ist: Bist du nicht für mich, bist du gegen mich – was es für die Zivilbevölkerung über kurz oder lang unmöglich macht, nicht in den Konflikt hineingezogen zu werden. Am 23. März 1997 wurde die neutrale Zone CdP gegründet. Die Gründung dieser Gemeinschaft war die „[...]einzige Möglichkeit um in diesem Krieg zu überleben“, heißt es im Gründungsakt. In dieser Friedensgemeinschaft leben Bäuerinnen und Bauern mit ihren Familien im gewaltfreien Widerstand für ein Leben in Frieden. Wir haben durch den OD-Menschenrechtspreis die Comunidad de Paz für ihren Einsatz für Menschenrechte ausgezeichnet. Wir unterstützen die CdP in ihrem friedlichen Widerstand dadurch, dass wir über sie berichten und durch die erarbeiteten Beträge der teilnehmenden SchülerInnen am Operation Daywork Aktionstag am 15. April 2016. Dieses Jahr haben wir unser Themenheft in drei Sprachen geschrieben: Deutsch, Italienisch und Englisch. Warum? Perchè conoscere più lingue è una risorsa, weil es neue Möglichkeiten für unsere LeserInnen eröffnet and because OD is international! We hope that also this year many students will change one school day for a working day to support the Comunidad de Paz. Together we can achieve a lot, because together we are strong! Juntos venceremos! Together, we will win! With this statement, a CdP member said goodbye to the OD volunteer group when they left Colombia and we pass it on to all of you: Juntos venceremos! Alles Liebe, Shaana, OD Ausschusspräsidentin

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INDE

INDEX

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COLOMBIA Fast Facts Geschichte Lateinamerikas Storia della Colombia Art & Literature

06 - 11 06 07 08 - 09 10 - 11

COLOMBIA’S CONFLICT Surviving Half a Century of Conflict Attori armati del conflitto Folgen des Konflikts Impunity

12 - 18 12 - 13 14 - 15 16 - 17 18

OD’S HUMAN RIGHTS WINNER: COMUNIDAD DE PAZ Friedlicher Widerstand der Zivilgesellschaft Comunidad de Paz. Storia di coraggio e resistenza Struktur, Prinzipien und Regeln Nichts ist schlimmer, als Hass im Herzen zu tragen. Brigidas Geschichte Importance of Keeping Memory Alive Ledis: due chiacchiere con una giovane della Comunidad Internationale Schutzbegleitung La mia esperienza come volontaria OD Herausforderungen der Comunidad heute

19 - 31 19 20 - 21 22 - 23 24 25 26 27 28 - 29 30 - 31

NATURAL RESOURCES Natural Resources, Neo-Colonisation and Wealth Inequality Multinationale Konzerne Poligrow: sviluppo e sostenibilità? Chiquita: Waffen und Vertreibung

32 - 44 32 - 33 34 35 36


EX

Enel: Green Power? Negative Award an AngloGold Ashanti Arroz y resistencia Popoli indigeni colombiani Mehr Drogen in Europa – mehr Morde in Kolumbien? Watergrabbing: le vene aperte della Colombia

INDEX

37 38 39 40 41 - 42 43 - 44

HUMAN RIGHTS DEFENDERS Comisiòn Intereclesial de Justicia y Paz - Kolumbianische Schutzbegleitung Colectivo Agrario Abya Yala - Giovani per il diritto alla terra Jorge Molano - Il terrorismo di stato non è teoria

45 - 47 45 46 47

BEING ACTIVE Alles Fairtrade mit den Bananen? Siamo disposti a rinunciare al “nostro” a favore di un “di tutti”? Weil die Situation der Flüchtlinge uns ALLE angeht Comic

48 - 54 48 - 49 50 51 52 - 53

OPERATION DAYWORK Attivati con OD! Das OD Jahr OD Menschenrechtspreis SAME For the First Time I Felt European

55 - 59 55 56 57 58 59

IMPRESSIONS

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BIBLIOGRAPHY

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COLOMBIA

FAST FACTS GEOGRAPHY Location: In the North of South America Borders: Ecuador, Peru, Brazil, Venezuela, Panama, Caribbean Sea, Pacific Ocean Area: 1.138.910 km², slightly less than 4 the size of Italy Natural resources: petroleum, natural gas, coal, iron ore, nickel, gold, copper, emeralds, hydropower

PEOPLE AND SOCIETY Population: 86% Mestizo and White 10.6% Afro-Colombian 3.4% Amerindian 0.01% Roma unspecified 2.1% Official language: Spanish Recognised regional languages: 68 ethnic languages and dialects. English is also the official language in the San Andrés, Providencia and Santa Catalina Islands. Religion: Roman Catholic 90% Population: 46,736,728 (in Italy more than 61 million) Refugees and internally displaced persons (IDP): 6,044,200. About 300,000 new IDPs each year since 2000.

POLICY Independence from Spain: declared on 20th July 1810, recognized on 7th August 1819 Administrative divisions: 32 departments Government: Unitary presidential constitutional republic President: Juan Manuel Santos since 2010 Military service obligation: 18 months

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NAME: REPUBLIC OF COLOMBIA MOTTO: “FREEDOM AND ORDER” CAPITAL: BOGOTÁ

ECONOMY Currency: Peso (COP) Population below poverty line: 32.7% Poor/rich gap: The wealthiest 20% of people have more than 62% of the total income. Sanitation access: only 1/3 are covered by social and health insurance


COLOMBIA

GESCHICHTE LATEINAMERIKAS D

er amerikanische Kontinent war schon lange vor dem Jahre 1492 bewohnt. Die Maja, die Inka und die Azteken sind für die nord-, aber auch südamerikanischen Kulturen verantwortlich. Sie galten als herausragende Gesellschaften dieser Zeit und anderen überlegen. Sie verfügten über ein profundes Wissen auf Gebieten der Mathematik und der Astronomie. Diese Kenntnisse über die Welt verliehen ihnen Macht und Ansehen - damals wie heute. Das Leben hat sich in Städten abgespielt und ähnelt einer heutigen staatlichen Ordnung. Religion spielte eine wichtige Rolle. Der Ackerbau und auch der Handel stellten die Lebensgrundlage der Menschen dar. Alle drei Gesellschaften verfügten über eine eigene Schrift und einzigartige Kunst. Das Wohngebiet der Inka umfasste an ihren Höhepunkt Peru, Bolivien und Ecuador, sowie Teile von Argentinien und Chile. Die Azteken - die sich selbst Mexiko nannten - siedelten sich erst im 13. Jahrhundert im mexikanischen Hochland an. Die Mayas waren ebenfalls im heutigen Mexiko, Belize, Guatemala und Honduras beheimatet. Als Christoph Kolumbus 1492 zum ersten Mal den amerikanischen Kontinent betreten hat, bedeutete dies für die dort lebende Bevölkerung den Beginn der spanischen Eroberung ihre Heimat, und die Zerstörung ihrer Kulturen. Christoph Kolumbus wird oft als „Entdecker Amerikas“ bezeichnet, wobei die Angemessenheit dieses Titels fraglich ist, wenn man bedenkt, dass dieser Kontinent bereits seit Jahrhunderten bewohnt war. Diese Betitelung stammt aus der Kolonialzeit, als sich der weiße Mann den anderen Menschen als überlegen ansah und die indianische Bevölkerung nicht als Menschen betrachtet wurde. Der amerikanische Kontinent verdankt seinen Namen jedoch dem Italiener Amerigo Vespucci. Kolumbus war allerdings der, der die Eroberung des

amerikanischen Kontinents durch die Europäer und die Vertreibung der dortigen Bevölkerung einleitete. Hernán Cortés und Francisco Pizarro machten sich im 16. Jahrhundert ins Innere des Kontinents auf, womit die schreckliche Leidenszeit der Indios anfing. Es gab von Seiten der Europäer kein Interesse an der immensen Kultur- und Pflanzenvielfalt, sondern lediglich an Gold, Silber, Diamanten und Smaragden. Tempel und andere Heiligenstädten der Inka, Azteken und Maya wurden geplündert und abgebrannt, Seuchen wurden eingeschleppt, an denen viele Eingeborene starben, die Menschen wurden versklavt und ausgebeutet. Die Sklaverei wurde ein wichtiger, sehr lukrativer Wirtschaftszweig. Der sogenannte atlantische Dreieckshandel verlief über Europa, Afrika und Amerika, von wo aus Waffen, Textilien, Pferde, Alkohol, Silber, Tabak, Zucker und Manufakturen gegen Sklaven getauscht wurden. Adelige Familien an der westafrikanischen Küste profitierten von der Sklaverei. Die nach Amerika gebrachten Sklaven mussten auf Zuckerrohrfeldern, Tabakplantagen und Reisfeldern arbeiten. Aus den Kolonien wurden Tee, Kaffee, Zucker, Baumwolle, Tabak, Gewürze und Edelmetalle nach Europa gebracht. Besonders die mächtigen europäischen Monarchien Portugal, Großbritannien, Niederlande, Frankreich, Spanien, Dänemark, Brandenburg - Preußen und Schweden haben von diesem transnationalen Geschäft profitiert. Die südamerikanischen Unabhängigkeitskriege fanden in der Zeit zwischen 1809 und 1825 statt und richteten sich gegen die europäischen Kolonialmächte. Heute leben die Nachfahren der Inka, Maya und Azteken, der afrikanischen Sklaven, der europäischen Eroberer und der asiatischen Händler in Amerika. Verschiedene Kulturen treffen auf dem Kontinent aufeinander und machen es ihm zu einem einzigartigen Teil unserer Erde.

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COLOMBIA

STORIA DELL

20.000 a.C. PERIODO PRECOLOMBIANO

DAL 1928 BANANERAS E SCIOPERI Iniziano le prime proteste per migliorare le condizioni di lavoro nelle piantagioni di banane, represse nel sangue. La “rivoluzione in marcia” (1934), promossa dai liberali, porta all’attuazione di alcune riforme, tra le quali quella agraria e quella fiscale.

I primi insediamenti sul territorio colombiano risalgono al 20.000 a.C. Nel corso dei secoli si sviluppano diverse civiltà che tuttavia non daranno mai vita a grandi imperi. Tra esse le più importanti sono: San Augustín, Tierradentro, Tayrona e Muisca, legata al mito di El Dorado.

DAL 1499

COLONIZZAZIONE SPAGNOLA

1948

DAL 1810

INDIPENDENZA

Approfittando della difficile situazione della Spagna, i coloni insorgono e dichiarano l’indipendenza, dandosi un assetto federale. Dopo una breve ripresa del territorio, gli spagnoli vengono definitivamente sconfitti nel 1819 a Boyacá dalle truppe guidate da Simón Bolívar, che fonda la Grande Colombia.

DAL 1830 INIZIO SCONTRI TRA LIBERALI E CONSERVATORI Dopo la morte di Bolívar, Ecuador e Venezuela si distaccano e il territorio viene ribattezzato Repubblica di Nuova Granada. Da questo momento la vita politica è caratterizzata dallo scontro tra liberali, che sono federalisti e anticlericali, e conservatori, che vogliono uno Stato centralizzato e contano sull’appoggio della Chiesa. Periodo di governo liberale (1849-1880) in cui vengono attuate alcune riforme, tra le quali l’abolizione della schiavitù e la nuova costituzione che dà vita agli Stati Uniti di Colombia, con assetto federale. Nel paese vi sono molte tensioni che sfociano in episodi di guerra e violenza. Periodo di governo conservatore (1880-1930). Il paese è rinominato Repubblica di Colombia e la nuova costituzione prevede un governo centralizzato, con forti poteri presidenziali. Il cattolicesimo è dichiarato come religione di stato. Nel 1899 una nuova guerra civile provoca la morte di più di 100.000 persone. Nel 1903 Panama con l’appoggio degli Stati Uniti si dichiara indipendente.

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OMICIDIO JORGE ELIÉCER GAITÁN Il leader liberale Gaitán, promettente candidato alla presidenza, viene ucciso a Bogotà. L’episodio provoca tumulti e proteste e dà inizio a un periodo di straordinaria violenza.

Arrivo degli spagnoli e fondazione delle città principali: Santa Marta, Cartagena, Santa Fé de Bogotá. Inizia la decimazione delle popolazioni indigene. L’economia è basata sull’estrazione mineraria in cui vengono sfruttati schiavi africani.

1948-1958

LA VIOLENCIA Decennio in cui la guerra civile si fa particolarmente intensa, con circa 300.000 morti e la migrazione forzata di gran parte della popolazione. Le rivolte nelle campagne vengono duramente represse dall’esercito. Questo periodo pone le premesse per la nascita dei movimenti guerriglieri. Il colpo di Stato del generale Gustavo Rojas Pinilla (1953) propone un’amnistia ai gruppi guerriglieri.

1957-1973

FRENTE NACIONAL Nasce il Fronte Nazionale, patto che prevede per 16 anni l’alternanza di liberali e conservatori alla presidenza del paese. L’accordo provoca uno stato di paralisi nella vita politica e non contribuisce alla risoluzione del conflitto.

1955-1965 REPUBLICAS INDEPENDIENTES L’opposizione armata al governo si concretizza nella nascita di diversi gruppi guerriglieri rivoluzionari. I principali sono EPL, di ispirazione maoista, ELN e FARC di ispirazione marxista-leninista, guidato da Tirofijo, il tiratore.

1968 PARAMILITARISMO La legge 48, che prevede la creazione di pattuglie civili, coinvolge direttamente la popolazione nella lotta controrivoluzionaria, gettando le basi per il fenomeno paramilitare (strategia anticomunista suggerita dagli USA). L’anno successivo verrà pubblicato il primo “manuale di contro-insorgenza”.


COLOMBIA

LA COLOMBIA 1986-1990 “GENOCIDIO POLITICO”

21.02.2005 MASSACRO A MULATOS

Nasce per iniziativa delle FARC il partito Union Patriotica (UP), che ottiene presto molta popolarità. I suoi membri verranno massacrati dai gruppi paramilitari, finanziati anche dai narcos. Si parla di 2000 fino a 3000 omicidi, tra i quali 2 candidati alla presidenza, 8 deputati, 70 consiglieri comunali, decine di sindaci e centinaia di sindacalisti, attiviste e attivisti. Dopo lo sterminio dei membri dell’UP continuano le violenze contro le comunità contadine, accusate di collaborare con i guerriglieri, da parte dell’esercito e dei gruppi paramilitari riuniti nelle Autodefensas Unidas de Colombia (AUC).

23.03.1997 FONDAZIONE DELLA COMUNIDAD DE PAZ

Otto membri della Comunidad de Paz vengono uccisi (vedi pag. 21).

2006

In seguito a ripetuti massacri e sfollamenti, nella regione di Urabá viene fondata la Comunidad de Paz de San José de Apartadó.

15.07.- MASSACRO A MAPIRIPAN 20.07.1997 A Mapiripan, nel dipartimento del Meta, vengono

Il primo accusa l’esercito di esecuzioni extragiudiziali, di aver fatto sparire delle persone, di arresti illeciti e arbitrari, mentre il secondo denuncia le violazioni alla libertà di espressione e il pericolo per giornalisti e politici.

2008 FALSOS POSITIVOS Esce lo scandalo dei falsos positivos, che rivela la pratica dell’esercito colombiano di far passare come guerriglieri i civili innocenti uccisi nel conflitto.

uccisi più di 30 civili dai paramilitari (vedi pag. 35).

1999

PLAN COLOMBIA Pastrana, su pressione e con milioni di dollari dagli USA, avvia il Plan Colombia, teso a combattere il narcotraffico e a rafforzare lo stato. Le offensive si concentrano contro le FARC, mentre nei confronti degli “squadroni della morte” dell’AUC invece si mostra indulgente, garantendo l’impunità.

2005

LEY DE JUSTICIA Y PAZ Nel 2004 l’inviato speciale dell’ONU Rodolfo Stavenhagen scrive un rapporto di denuncia sulle gravi violazioni dei diritti umani in Colombia. Per ripulire l’immagine del paese Uribe promuove la legge di Giustizia e Pace che dovrebbe garantire la smobilitazione dei gruppi paramilitari e la punizione dei colpevoli. Tuttavia le pene previste vanno dai 5 agli 8 anni a prescindere dai crimini commessi e solo 600 persone vengono punite.

RAPPORTI DELL’UNHCR E DI AMNESTY INTERNATIONAL

2011 LEY DE VÍCTIMAS Y RESTITUCIÓN DE TIERRAS Viene firmata la legge 1448, un meccanismo di riparazione delle vittime del conflitto, in particolare comunità contadine, indigene e afro - discendenti, attraverso la restituzione delle loro terre. La messa in atto della legge é lenta e problematica.

2012

INIZIO DEL DIALOGO DI PACE Avvio degli accordi di pace all’Avana. I punti da discutere sono: definizione di un agenda comune; sviluppo agricolo; partecipazione politica; questione della droga; riparazione delle vittime del conflitto; problema delle mine inesplose; cessate il fuoco unilaterale. Il tema dell’appropriazione della terra e dell’estrazione mineraria non vengono toccati. Nel 2015, il governo e le FARC sembrano aver trovato un accordo per porre fine al conflitto. La pace sarà firmata ufficialmente il 23 marzo 2016. Themenheft 2015/2016

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COLOMBIA

ART & LITERATURE T

he beautiful land of Colombia has a rich cultural tradition starting with the indigenous tribes in pre-Colombian times, through hundreds of years of Spanish occupation, to the modern Colombia of today. These circumstances became influences and are reflected in the art, music, crafts, and literature of Colombia. The arts and crafts of Colombia have a long history: they combine influences of Spanish colonialism and indigenous art forms such as precious metal work and textiles. Along with these are contemporary painting, print making, and photography. Colombian art has many faces and is strongly present in the daily life of people.

ro had begun studying painting in Madrid, where he made his living copying paintings and selling them to tourists. Throughout the 1950s, Botero experimented with proportion and size. He began developing his trademark style - round, bloated humans and animals - after he moved to New York City in 1960. The proportions of his figures seem often like an element of political satire, and are painted with bright colors and outlined forms - a nod to Latin - American folk art.

Fernando Botero

Born in Colombia in 1932, Fernando Botero left matador school to become an artist, displaying his work for the first time in a 1948 at the young age of 16. His first one-man show followed two years later in Bogota. Botero’s early work was inspired by pre-Colombian and Spanish colonial art and the political murals of Mexican artist Diego Rivera. Also influential were the works of his artistic idols at the time. By the early 1950s, Bote-

F. Botero, Picnic, 2001

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O. Murillo, Untitled (Mango), 2012

Oscar Murillo

He was born in 1986 and spend his first 10 years in a small colombian village until he and his parents moved to London without knowing any English. In 2012 he earned his Master degree in Fine Art at the Royal College of Art. After that he became one of Colombia’s best artists, in 2013, 24 of his art works earned $4.8 million! Beside his own artwork he is collaborating with schools around the world in a project that involves covering students’ desks with canvases and asking children to draw on them, their creations eventually becoming part of a larger work. The project should also have a positive outcome on the kid’s creativity.


COLOMBIA

Gabriel García Márquez The most celebrated of all Colombian novelists, García Márquez has achieved a level of worldwide fame and popularity which few contemporary novelists can match. He received the Nobel Prize for Literature in 1982 and is considered the writer who kick started the Latin American Literature Boom in the late 1960s with the publication of his Magic Realist novel One Hundred Years of Solitude. Since then he has released many oth-

er successful works, such as the short story collection Strange Pilgrims and Love in the Time of Cholera. His fame dominates in Latin American literature generally and Colombian literature in particular, however many contemporary writers have been strongly influenced by his work and the changes it had caused. He died 2014 at 87 years old.

Quotes: “What does he say?” he asked.

“Things have a life of their own,”

“He’s very sad”, Úrsula answered,

the gypsy proclaimed with a harsh accent.

“because he thinks that you’re going to die.”

“It’s simply a matter of waking up their souls.”

“Tell him,” the colonel said, smiling, “that a person doesn’t die when he should but when he can.”

- One Hundred Years of Solitude

Juan Gabriel Vásquez Juan is a contemporary Colombian novelist, born in 1973, who prefers to engage with the current affairs of the country and the realities of urban life than the largely dramatic and romantic genre of Magic Realism. His works are thrillers; The Informers is a particularly dark and disturbing take on the corruption which was rife in Colombia in the latter half of the 20th century whilst The Secret History of Costaguana is a more light hearted tale. Colombian literature is as varied and changing as the country’s history,

where writers have a tradition of including strong political and cultural opinions in their works. With that being said, Colombian literature is everything other than boring or samey, there is something for everybody. Because after all, the Colombian spirit and power shines through all art pieces: painting, sculptures, crafts, music or literature. Their History brings them together, and that is what makes it unique, isn’t it?

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COLOMBIA’S CONFLICT

SURVIVING HALF A CENTURY OF CONFLICT E

ver since the murder of Jorge Eliécer Gaitán in 1948, Colombia’s history has been one of continuous conflict. Gaitán, the progressive mayor of Bogotá, embodied the hope of the people. His death resulted in La Violencia, a decade of massive popular uproar. Frightened by this sudden “rising of the masses”, in 1958 the two main political parties agreed on a pact that would become known as the National Front. In the 16 years that followed, they alternately took power, thereby excluding all other political voices. As the repression of peasant opposition grew, revolutionary groups such as the FARC (Fuerzas Armadas Revolutionarias de Colombia) started to emerge. Since these groups didn’t see any other ways to achieve political participation and progressive land reform, they aimed to overthrow the incumbent regime and put in place a communist one. In 1974, Colombia returned to electoral competition, although what it ended up with looked more like the continuation of the exclusive democracy under the National Front. To make things worse, a sudden rise in oil prices provided a heavy shock to the economy. The Colombian state sought to relieve this economic

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crisis by taking advantage of the rapidly increasing demand for drugs from the United States, granting virtual immunity to everyone involved in drug trafficking. The traditional elite – landowners, business executives, and government officials –as well as the revolutionary groups, who quickly found themselves in need of money to fund their expensive military activities, started getting involved in the highly profitable narco-trafficking business. The coca plant turned into a political curse for Colombia, replacing pre-conditions for a healthy democracy such as the rule of law and the protection of human rights with epidemic drug-related violence and crime. Soon, however, the Colombian state was pressured to stop leaving the drug trafficking unpunished. Internal motivation came from the fear that, although the Colombian government had collaborated with the drug mafia in training death squads that had freely murdered thousands of trade-union and peasant leaders and other activists for a more democratic Colombia, the drug traffickers threatened the elite’s monopoly of power. Externally, the US government pressured the Colombian state into waging a more effective “War on Drugs” in return for financial and military aid, most notably through Clinton’s 1999 Plan Colombia, a 7,4 billion dollars US aid package aimed at re-conquering the area controlled by the FARC and “helping Colombia promote peace and prosperity and deepen its democracy”. The results were two closely intertwined wars: the “War on Drugs” and the so-called “Dirty War”, waged by an alliance of the military, the security services, drug lords, great landowners and business leaders against Colombia’s radical movement, trade unions, peasant leagues, and ethnic minorities. Both the Colombian military and the CIA were clearly more interested in fighting a leftist resistance movement – the dirty war - than in fighting drugs. The military repeatedly thwarted efforts to achieve a cease-fire with the guerrilla movements and continued its repressive activity – bombardment, disappearances, torture and murder. The majority of the victims


COLOMBIA’S CONFLICT

were not guerrillas but peasants, workers and radical activists. The US, which generously supplied the Colombian military with arms, bore a heavy responsibility for this dirty war: in 1991, the CIA established a new military intelligence network in Colombia, which incorporated illegal paramilitary groups into their ranks and fostered death squads. The Colombian military chose to “outsource” the war, providing the intelligence, transport and weapons for the dirty war but leaving most of the fighting to the paramilitaries, which according to Amnesty International were responsible for 78 percent of the human rights violations in Colombia in 1999. As a consequence of the dirty war, 40 percent of families were fatherless in the 1990s’. Meanwhile, the “War on Drugs” ended up being largely unsuccessful. Besides its military component, Plan Colombia consisted of a coca-eradication campaign and crop-substitution program. These programs, however, largely failed to reduce coca production since it ignored the narco-traffickers and their paramilitary allies and didn’t tackle any of the root causes of the problem; without new policies that provided a viable alternative to growing coca as a cash crop, its cultivation continued, no matter how many fields the government destroyed. For the local population, producing coca leaves and poppies and cooperating with the narco-traffickers was the only way left to escape extreme poverty. By compelling “fair” payment by the drug traffickers to the coca growers for their products and defending peasants against the government’s eradication campaigns and land-grabbing efforts by the new elite, the guerrilla groups gained vast popular support, creating a parallel state structure in the inaccessible, rural areas were the state hadn’t been able to consolidate its presence. The question remains who, then, was to gain from Latin America’s longest, bloodiest, and most expensive civil war. One answer to that question would be the Colombian elite: Plan Colombia funded a realignment of the Colombian political system that

allowed the traditional landed oligarchy to sustain its monopoly of power without compromising with the guerrilla insurgency. However, the main winners turn out to be US companies: Plan Colombia had a strong neoliberal economic component that required Colombia to further restructure its economy, cut government social spending, and privatize state-owned enterprises. A World Bank report, “Doing Business 2011”, ranked Colombia the thirty-ninth “most business friendly environment” in the world. Meanwhile, Colombia’s population was still facing the issues that caused the conflict in the first place: stubbornly high unemployment rates, a persistently high poverty rate that approached 46 percent of the population, grotesque income inequality, inadequate economic infrastructure, rising crime rates, intractable drug violence and last but not least increasing inequality in the distribution of land. In 1954, fewer than twenty-four thousand people (3 percent of landowners) owned 55 percent of the arable land; and, by 2011, some sixteen thousand (0,4 percent) controlled 62 percent of the land. To tackle these issues, current president Juan Manuel Santos proposed more of the same: a counterinsurgency war accompanied by greater liberalization of the economy. Something which changed under Santos’ government, however, is the relation between the Colombian state and the guerrilla groups. Since October 2012, his government is meeting with FARC representatives in Havana, Cuba, in order to negotiate a peace agreement to end the civil war the country has been facing for more than half a century now. However, Parmenio Poveda, head of Fensuagro, a firm workers’ union, lamented that, “despite all the media hype, this political violence is continuing to happen under the Santos government”. He insisted that that, “the only thing that has changed is the tactic Santos is attempting to present himself as someone open to dialogue and negotiation while the assassinations continue.” In conclusion, only time will tell whether the people of Colombia are finally about to get what they deserve: peace.

Guerrilla Groups: Freedom Fighters or Terrorists? Guerrilla (“little war”) warfare appears when a group of people is attacked by a force superior in number and technology. Rather than engaging in direct confrontation, the aim is to overthrow the incumbent regime by outsmarting the enemy in multiple smaller battles (e.g. by cutting off communication and supply lines). Guerrilla wars take place on a large, irregular terrain in the rural interior of the country and can therefore only be won by blending into the local environment and gaining the support of the local population. Guerrilla warfare starts from the idea that fighting violence with violence is a legitimate way to achieve certain aims. It is justified by presenting physical violence and economic suppression as a normal state of being. Guerrilla groups such as the FARC are often – more or less justifiably - characterized as terrorist forces. Although terrorist groups are usually more indiscriminate, have smaller goals and don’t require as much popular support, political evolution might bring guerrillas into the terrorist sphere.

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COLOMBIA’S CONFLICT

ATTORI ARMATI DEL CONFLITTO Esercito I corpi di sicurezza statale sono tutti gli organi esecutivi di uno stato che servono all’esecuzione del suo potere, alla sicurezza interna e a tutelare i cittadini. Oggi si possono non solo provare i loro collegamenti con i paramilitari, ma anche l’attiva partecipazione a innumerevoli crimini. Uno dei problemi piú delicati nei quali lo stato é coinvolto sono i cosiddetti falsos positivos. Per ogni guerrigliero ucciso dall’esercito vengono pagate dallo stato ricompense

o offerti trattamenti di favore come congedi straordinari. Nel 2005 é stato stabilito a quanto ammonta la ricompensa per l´uccisione di un guerrigliero: per i combattenti normali ca. 1500€ e per i combattenti con ruoli chiave fino a 2 millioni di euro. Queste ricompense hanno portato all´assalto e all´uccisione di diversi civili innocenti. I cadaveri dei contadini vengono vestiti con le divise dei guerriglieri per farli sembrare combattenti uccisi in battaglia.

Sfollati a causa del conflitto

Gruppi paramilitari Il termine “Para” proviene dal greco e viene tradotto con il significato di “vicino” e/o “accanto”. I gruppi paramilitari quindi sono gruppi che agiscono e esistono accanto alle forze armate statali e non appartengono realmente ai corpi armati di uno stato. Il paramilitarismo in Colombia si é formato negli anni ‘60, durante la guerra fredda con l’aiuto degli USA e sotto il governo di Valencia. Un documento segreto, ritenuto top-secret per 30 anni, conferma che gli USA hanno forzato il governo colombiano a fondare gruppi di civili e militari per distruggere la minaccia comunista nel paese. 14

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Al popolo colombiano e al pubblico mondiale però come motivazione per la formazione di tali gruppi, sono state formulate ragioni ben diverse, ossia che il paramilitarismo si é formato con l’inizio dei rapimenti ad opera dei guerriglieri. Tuttavia all’inizio degli anni ‘60 i gruppi guerriglieri erano ancora piccoli e non avevano ancora piani di atti violenti su larga scala1. L’obiettivo principale del paramilitarismo è quindi quello di combattere qualsiasi movimento insurrezionale o differente dalla linea governativa. Si qualificano come „gruppi di autodifesa“ e conducono, come tali, massacri di guerriglieri e loro alleati. Con la sua

crescita il movimento paramilitare fonda nel 1997 la confederazione Autodefensas Unidas de Colombia (I gruppi congiunti di autodifesa colombiana - AUC), esercitando le sue funzioni militari per interessi privati, come ad esempio le imprese multinazionali e i cartelli della droga. Il loro compito principale non consiste soalo nel proteggere i terreni, ma anche fare in modo di sfollare o eliminare gli abitanti delle terre proficue per i loro „datori di lavoro“. Particolarmente negli anni ‘80 sempre più rappresentanti statali assegnano compiti ai paramilitari. Un’investigazione nel 2006 ha portato alla luce collegamenti


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fino ai più alti circoli statali. Vengono scoperte elezioni manipolate, ricatti di voto, uccisioni mirate di candidati dell’opposizione e di attivisti sociali, sindacalisti, persone indigene di alto rango e dissidenti politici. Nel 1991

gli USA pubblicano un comunicato contenente una lista di persone coinvolte nel cartello della droga Medellín, con numerosi nomi di paramilitari di alto rango, tra i quali il futuro presidente Àlvaro Uribe Vélez

(presidente dal 2002 al 2010). Come presidente Uribe diviene uno dei più importanti sostenitori dell´America Latina nella politica dell´anti-droga a Washington.

In Colombia il paramilitarismo riguarda oggi una serie di attività tra loro intrecciate: • Omicidi su commissione (sicariato), spesso tra diversi attori armati o bande rivali. • Eserciti privati di allevatori di bestiame, narcotrafficanti, imprese e altre persone benestanti. Questi eserciti servono per l’autodifesa, anche se in realtà si tratta di sopprimere l’opposizione e combattere le insurrezioni. • Strutture di vigilanza e milizie civili equipaggiate dall’esercito, che possono praticare legalmente. • Organizzazioni paramilitari che agiscono come partiti politici. Nel 2002, subito dopo la sua nomina come presidente, Uribe inizia a negoziare con l’AUC. La sua meta è un processo di disarmo su ampia scala, che si sarebbe concluso nel 2005. La base di questo è costituita dalla Ley de Justicia y Paz. I paramilitari sono chiamati a consegnare le armi e a abbandonare le loro attività. In cambio hanno la possibilità di tornare ad essere normali civili e di beneficiare

di amnistia per i reati commessi. Ufficialmente il processo si è concluso con successo nel 2006. Di fatto solo pochi hanno rinunciato alla loro vita criminale e continuano a lavorare nei cartelli della droga. Spesso anche i contadini sono stati ricattati per mostrarsi davanti allo stato come paramilitari che depongono le loro armi. Inoltre sono emerse evidenze di falle nel procedimento del governo, il

quale conduce a errori consapevoli a fini politici e economici. Oggi il paramilitarismo é ufficialmente terminato e oggi ci sono solamente le bacrims (bande criminali), che spesso si rivelano essere gli stessi paramilitari mai disarmati. Addirittura nella regione di Antioquia recentemente è comparso il gruppo Aguilas Negras, che minaccia la popolazione civile e che si é formato dopo il disarmo.

La Guerriglia In Colombia si sono formati diversi movimenti guerriglieri. Le FARC-EP e ELN sono quelli più grandi e attivi. Entrambi sono orientati a sinistra e rappresentano ideali marxisti.

Forze Armate Rivoluzionarie della Colombia Esercito popolare (FARC-EP) Il movimento delle FARC-EP è stato formato nel 1964 da contadine e contadini insorti, che si vogliono difendere dalla oligarchia e dal concentramento del terreno e del potere nelle mani dei più ricchi. Tramite i loro ideali le FARC-EP dispongono di molti membri e negli anni ‘90 vantano già più di 16000 combattenti in tutto il paese. Per coprire le vaste e crescenti spese la FARC-EP poco a poco cominciano a guadagnare tramite il narcotraffico e le estorsioni alle imprese. Nel 1985 le FARC-EP tentano di influenzare la situazione politica, fondando il nuovo partito politico chiamato Unión Patriótica (UP). Come il movimento guerrigliero, anche il partito vanta grande simpatia tra la popolazione. Il successo politico però non è gradito a tutti. La conseguenza furono uccisioni sistematiche di membri del partito tramite paramilitari, servizi segreti statali e cartelli di droga. In tutto sono morti ca. 3000 membri. Nel 2002 il partito si è dovuto sciogliere per mancanza di membri. Dopo numerosi rapimenti, attacchi ed uccisioni di contadini e indigeni che non vogliono collaborare, le FARC-EP subiscono una battuta d’arresto nel consenso popolare. Oggi le FARC-EP si contraddistinguono per la sua strategia

terroristica. La situazione è ulteriormente aggravata dal reclutamento di bambini soldato e la presenza massiccia di mine nel terreno2. Dopo una lunga serie di trattative fallite, il governo e le FARC-EP hanno annunciato di voler rilanciare i negoziati di pace a Cuba, per accordarsi su un conflitto che perdura da 50 anni. Il presidente Santos sostiene che “Siamo avversari, oggi però andiamo nella stessa direzione, la pace.” 3

Esercito di Liberazione Nazionale (ELN) Il movimento guerrigliero secondo di grandezza in Colombia é l’ELN. Nel 1964, differentemente dalle FARC-EP, soprattutto studentesse e studenti si sono uniti all’ELN. Alcuni membri hanno attinto da addestramenti militari da Cuba. Gli studenti sono stati sostenuti da contadine e contadini, così come da numerosi teologi della liberazione. Negli anni ‘70 l’ELN dispone di molta affluenza. Si combatte su 30 fronti. Tutto questo é stato finanziato grazie a riscatti da rapimenti, mentre la coltura di coca é sempre stata rifiutata. L’ELN si é concentrato soprattutto sul riscatto di imprese e l’assunzione di potere in grandi parti del paese, dove sono stati promossi progetti di aiuto che hanno ampliato la previdenza sociale per le famiglie contadine. Negli anni ‘80 l’obiettivo principale è la nazionalizzazione della terra. Sono state prese di mira le multinazionali, con leggendari attacchi di sabotaggio. Come le FARC-EP, anche l’ELN ha subìto una battuta d’arresto nel consenso popolare, ripreso solo dopo il 2010. Tutti e due i movimenti guerriglieri sono stati definiti “organizzazioni terroristiche” dall’Unione Europea4. Themenheft 2015/2016

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FOLGEN DES KONFLIKTS

U

m den bewaffneten Konflikt in Kolumbien erklären zu können, muss tief in die Geschichte des Landes geblickt werden. Viele bezeichnen La Violencia als Ursprung der heutigen Gewaltstrukturen im Land. Der Bürgerkrieg zwischen 1948 und 1958 forderte über 250.000 Todesopfer und prägte die politische Situation des Landes bis heute. Eine zentraler Kern des gewaltvollen Konflikts herrschte jedoch auch vor dem Bürgerkrieg vor und bleibt bis heute erhalten: ein extremer Ausschluss der Bevölkerung in politischen Fragen, extremes Arm-Reich-Gefälle und der ungerechte Zugang zu wirtschaftlichen, aber auch zu lebenserhaltenen Ressourcen. Die ständig wechselnden und neu auftretenden Akteure wie das Militär, die Guerilla, paramilitärische Gruppierungen, Auftragskiller, private Sicherheitskräfte, Drogenkartelle, deren Zusammenarbeit und Nicht-Zusammenarbeit sind eine zusätzliche Gefahr für die zivile Bevölkerung. Ob die Bevölkerung von einem Akteur unterstützt, vertrieben, entführt oder ermordet wird, kann sich täglich ändern1. 16

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Im Juli 2013 veröffentlichte das Centro Nacional de Memoria Histórica den bislang umfangreichsten Bericht über den Bürgerkrieg in Kolumbien. Demnach kamen seit 1958 circa 220.000 Menschen ums Leben, davon waren 81,5% Zivilisten. 59% der Massaker wurden von Paramilitärs durchgeführt. Der Bericht zählt 6000 dokumentierte Zwangsrekrutierungen von Minderjährigen, welche zum Großteil auch auf das Konto des Paramilitärs gehen. Seit 1970 wurden ca. 27.000 Menschen entführt, wobei 25.000 Entführungen auf die Guerillabewegungen zurückzuführen sind. Mit Lösegelderpressungen finanzieren diese ihre „Revolution“. Neben den Entführten gibt es noch unzählige Menschen, welche ohne jede Spur plötzlich verschwinden. In ¡Basta Ya! (Schluss jetzt!) wird von zahlreichen Zeugen eine unvorstellbare Brutalität, meist verursacht vom Paramilitär und unter der Deckung der Regierung, beschrieben. Mit Zwangsamputation, geschändeten Mordopfern und anderweitiger extremer Gewalt wird die Bevölkerung eingeschüchtert und gezwungen, ihr Land zu verlassen.


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Die Geschichte einer Gemeinde in der Konfliktregion Antioquia Die Region Antioquia ist aufgrund mehrerer Faktoren eines der meist umkämpften Gebiete in Kolumbien. Antioquia grenzt an Panama und verfügt über eine Atlantikküste und gilt somit als Tor zu Mittelamerika und ferner zu den USA. Zudem ist das Land reich an Bodenschätzen wie Silber, Gold, Erz, Kohle, Öl und verfügt über sehr fruchtbaren Boden. Dies veranlasst Multinationale zum Anbau von Bananen, Kaffe, Kakao und der Ölpalme. Der Anbau der Koka-Pflanze ist im Norden stark verbreitet. Die Bewohnerinnen und Bewohner der Gemeinde San Francisco mussten im Zuge der Militäraktion Marcial 2002 und 2003 aus ihrer Heimat fliehen. Die Aktion wurde von staatlichen Sicherheitskräften und mit Hilfe von paramilitärischen Gruppierungen zur Bekämpfung von den Guerillagruppierungen FARC und ELN geplant und durchgeführt. Den Einwohnerinnen und Einwohnern wurde vorgeworfen, die Guerilla gezielt zu unterstützen. Die Häuser der Bauern wurden zerstört, unzählige Menschen wurden verletzt. Unter den 20 getöteten guerilleros befanden sich 18 zivile Bauern. Mit Gewalt oder Gewaltandrohung mussten unzählige Familien ihre Häuser, oft innerhalb weniger Tage, verlassen. Zwischen 2003 und 2004 flüchteten über 3.500 Bewohner durch Vertreibung oder durch

die Zerstörung der Existenz, also die Zerstörung von Häusern und landwirtschaftlichen Flächen. Die meisten wurden in Notunterkünften, meist betreut von Internationalen Organisationen, in der nächst gelegenen Stadt untergebracht. Als es nicht mehr möglich war die Geflüchteten zu ernähren, zogen viele in Slumgebiete von größeren Städten wie Medellín, Cali oder auch Bogotá. Andere wagten sich zurück in ihre Heimat und fanden ein völlig vermintes und zerstörtes Land vor. Die Zurückgekehrten siedelten sich erneut im Land an, wenn auch unter schwersten Bedingungen5. 2007 rief der Staat erneut zum Verlassen des Landes auf, da ein Wasserkraftwerk in der Nähe von San Francisco gebaut werden sollte. Die Planung für diesen Staudamm wurde jedoch bereits vor der Militäraktion 2002-2003 gestartet, laut der Regierung stand die Guerilla den Plänen immer im Weg. Nun stellt sich die Frage, ob Marcial wirklich der Bekämpfung der gewalttätigen Guerilleros galt, oder einfach nur ein weiterer Schritt zur Machterweiterung der Regierung war? Nicht selten werden ganze Gemeinden gewaltsam vertrieben, um Platz für Multinationale oder die Regierung zu schaffen6. 2011 wurde das Opferentschädigungs- und Landrückgabe-Gesetz

(Ley 1448 de víctimas y restitución de tierras) verabschiedet. Mit seiner Verabschiedung erkannte der Staat nicht nur formell die Existenz eines bewaffneten Konfliktes innerhalb seiner Landesgrenzen und folglich seine Schutzverantwortung gegenüber Millionen von Konfliktopfern an, sondern er schuf erstmals auch ein einheitliches Verfahren zur Entschädigung aller Gruppen von Opfern und Überlebenden des Konfliktes mitsamt einer eigenen, in großen Teilen völlig neuen Institutionenlandschaft. Am 1. Januar 2012 trat das Gesetz in Kraft. Allerdings beinhaltet das Gesetz mehrere Fehler und Grauzonen, weshalb mehrere internationale Organisationen, u.a. Amnesty International, zu einer Überarbeitung aufrufen7. Eine Freiwillige der Operazione Colomba stellte sich die Frage: „Wie kann es sein, dass die meisten von uns im Westen, kultiviert und demokratisch wie wir sind, zu dem vielen Leid, welches nur für den Erhalt unseres opulenten Lebensstils verursacht wurde, schweigen? Warum werden unsere Stimmen laut und die Barrieren groß, sobald es um Ausländer geht, ohne überhaupt den wirklichen Grund für das Elend, die Angst und Flucht zu suchen. Vielleicht, weil wir entdecken würden, dass wir der wahre Grund dafür sind?“8

Vertreibung und Flucht Eine verheerende Folge des bewaffneten Konflikts, ist die interne Vertreibung und Flucht der Bevölkerung2. Nach dem Sudan weist Kolumbien die weltweit höchste Zahl der Vertriebenen im eigenen Land auf. Die Zahlen variieren hier je nach Institution. Der Staat spricht von ca. 3,7 Millionen Vertriebenen, die NRO CODHES (Consultoría para los Derechos Humanos y el Desplazamiento) von über fünf Millionen3. Neben der gewaltsamen Vertreibung gelten die Gefahr, feindlichen Gruppierungen zum Opfer zu fallen oder einer, für das

gegnerische Lager, feindlichen Gruppierung zugeordnet zu werden als Hauptgrund für Flucht. Wird man einer gegnerischen Gruppierung zugeordnet, erwarten einen meist brutale Konsequenzen wie Entführungen, Zerstörung der Existenz, Folter, Mord oder plötzliches Verschwinden. Weitere Gründe zur Flucht sind Zwangsrekrutierung, auch von Kindersoldaten, extremste Armut und regelmäßige sexuelle Übergriffe meist auf Mädchen und Frauen4.

Ein Vergleich Jeden Tag werden wir auch bei uns mit den Folgen eines gewaltvollen Konflikts und miserabler wirtschaftlicher Situationen konfrontiert: Bilder in den Nachrichten, Reportagen im Radio oder am Bahnhof in Bozen und am Brenner. Jeden Tag stranden bis zu 100 Flüchtlinge hier in Südtirol. Die meisten kommen aus Eritrea, Sudan und Syrien. Ähnlich wie in Kolumbien flüchten diese Menschen vor Verfolgung, Terror und Hunger. Im Jahr 2014 waren es 218.000 Bootsflüchtlinge, welche übers Mittelmeer vor allem nach Italien kamen. 2015 werden es, laut Frontex, 500.000 bis eine Million sein. Die Frage

welche sich Monica Puto, Freiwillige der Operazione Colomba stellt, trifft genau so in diesem Kontext zu. Wer ist es, der vom Konflikt und der Wirtschaftslage in den afrikanischen und asiatischen Ländern profitiert? Hätten Europa und die USA immer noch eine weltweite Vormachtstellung, würden die Ländern in der „dritten Welt“ nicht unterdrückt und ausgebeutet? In Kolumbien werden Menschen von Multinationalen vertrieben, welche für uns zum Beispiel Bananen anpflanzen, Fischer in Westafrika müssen um ihr Überleben kämpfen, da große Konzerne deren Küsten leer fischen. Für wen? Für uns! Themenheft 2015/2016

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IMPUNITY I

n Colombia, Latin America’s oldest democracy, the rule of law continues to be weak and impunity reigns. Impunity, in which human rights abuses like displacement, targeting killings, and disappearances remain unpunished, is a constant presence in this country. Not only are the perpetrators of human rights abuses like massacres and forced displacement not held to account, but those who work to prosecute those perpetrators, including witnesses, lawyers, judges, human rights defenders, families of victims, and prosecutors involved in human rights cases, are regularly threatened and killed. Colombia is the world’s most dangerous country for trade unionists. Despite some advances in some high-profile criminal investigations into human rights abuses, impunity remains the norm and most perpetrators have never been identified, let alone investigated by the courts. It’s important to consider that impunity, more than any other factor, has been responsible for prolonging the human rights crisis1. But why is this phenomenon so widespread in Colombia? Lawyer Jorge Molano explains the phenomenon: “Now think about that from 1965 to 1995 paramilitaries,private groups created by the State, were legally authorised to be supplied with arms and trained by the army. This has caused more than 200,000 victims. Despite the disarmament through the peace and justice law for the delivery of arms by the paramilitaries, the situation hasn’t improved. It was sufficient, for the few people who were disarmed, to appear before a judge saying that they hadn’t committed any crime. In this way the case was closed without any kind of investigation. In this period, impunity in human rights abuses has reached 99,99%.”2 The “Justice and Peace” law provided for significantly reduced prison time for human rights violations and other crimes if the armed individual confesses to his/her illegal activity, and 18

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agrees to disarm. This law has allowed paramilitary members who are responsible for serious human rights violations to be “recycled” into the ongoing Colombian conflict through security-related employment or as military informants3. Furthermore, the “parapolitics” scandal shows how much corruption there is in the government, which will do almost anything to the status quo of power in Colombia. About 80 Members of Congress are under criminal investigation by the Supreme Court of Justice for their alleged illegal links to paramilitaries, and a number of legislators and other elected officials have already been convicted. However, the government has repeatedly sought to undermine the legitimacy of the Court in order to assure impunity. Several magistrates investigating the case have been threatened, placed under surveillance and have had their communications intercepted by state institutions4. One of the most important topics during the Havana negotiations concerns the protection of the victims, because it is fundamental. For the solution of the conflict, to reveal the truth fighting against impunity. There can not be peace without justice.

Short Info: 295 human rights defenders attacked: 1st trimester 20155. 19 human rights defenders killed: 1st trimester 20156. 95% of the roughly 3,000 cases of assassination of union members committed over the last 30 years remain unprosecuted7.


COMUNIDAD DE PAZ

Friedlicher Widerstand der Zivilgesellschaft S

eit über 50 Jahren ist Kolumbien Schauplatz eines bewaffneten Konflikts. Es ist offensichtlich, dass besonders jene Gebiete Kolumbiens betroffen sind, die strategisch wichtige liegen und reich an Ressourcen und fruchtbarem Land sind, demnach wirtschaftliche Interessen dem Konflikt zugrunde liegen, „[...] und in dieser Logik wird Zivilbevölkerung, die über Land verfügt, zum Feind.“¹ Das Vorgehen der Konfliktparteien gegen die Zivilbevölkerung ist rücksichtslos. Sie wird zur Parteinahme und Kollaboration gezwungen und dadurch zum Ziel der anderen Gewaltakteure gemacht. Um dieser erzwungenen Teilnahme am Konflikt zu entkommen, hat die Zivilbevölkerung begonnen, Friedensgemeinden, humanitäre Zonen und Biodiversitätszonen zu gründen. Letztere setzten sich zusätzlich zum Recht auf ein Leben in Würde und Frieden, auch für den Schutz der Umwelt

und die Bewahrung der traditionellen Methoden für die Bewirtschaftung des Landes ein. Es gibt kein Einheitsmodell der verschiedenen Schutzzonen, jedoch haben alle gemeinsam, dass sie aus der Initiative der Zivilbevölkerung entstanden sind und friedlichen Widerstand leisten. Dabei berufen sie sich auf völkerrechtliche Prinzipien, die eine Unterscheidung zwischen den ZivilistInnen und Konfliktparteien vorsieht, sowie auf die kolumbianische Verfassung, die ein Recht auf Frieden garantiert. Unabdingbar in ihrem Widerstand ist die internationale Begleitung, Beobachtung und Solidarität, die die Gewaltakteure von Menschenrechtsverletzungen abhält und die kolumbianische Regierung auffordert ihrer Pflicht nachzukommen, die ZivilistInnen zu beschützen. Neben der Comunidad de Paz gibt es in der Region Urabà weitere acht humanitäre Zonen und 53 Biodiversitätszonen. Themenheft 2015/2016

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COMUNIDAD DE PAZ

L

a regione Urabá, collocata alla confluenza tra i dipartimenti di Antioquia, Cordoba e Chocó, è sempre stata una zona economicamente strategica per la vicinanza ad entrambi gli oceani. In particolare, a partire da fine 1800, il territorio fu invaso dalle imprese bananiere. Negli anni ‘50 nell’area circostante la città di Apartadó, comune principale della regione, ci fu una prima ondata di colonizzazioni da parte di famiglie di campesinos in cerca di una terra fertile da poter lavorare per la propria sopravvivenza. La regione venne pian piano popolata e le coltivazioni di avocado, platano, caffè, cacao iniziarono a dare i loro frutti. La generosità e la ricchezza di questo territorio diventò presto preda degli interessi di gruppi guerriglieri, esercito e paramilitari. Le dinamiche di sfollamenti e massacri di civili colpirono la regione a partire in particolare dagli anni ‘80, rendendo difficile la vita dei contadini. Negli anni ‘90 attorno al centro di San José de Apartadó, grazie anche alla forte presenza di membri del partito di sinistra Union Patriotica, iniziò a svilupparsi un modello di organizzazione sociale contadina, nella forma di una cooperativa, basata su collaborazione, lavoro comunitario e resistenza alle dinamiche del conflitto. Tutto ciò ovviamente andava contro gli interessi dei diversi attori armati ed ebbe presto terribili conseguenze. Dopo un primo massacro nel 1996 si sviluppò una riflessione sulla possibilità di resistenza e nel 1997 un

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nuovo attacco da parte dei paramilitari, seguito dallo sfollamento di più di 5000 contadini dalle veredas (villaggi) della zona, segnò un momento di svolta. Un nucleo di circa 500 persone confluì a San José e qui, il 23 marzo 1997, su suggerimento del vescovo di Apartadó, diede vita alla Comunidad de Paz (CdP), i cui membri, neutrali nel conflitto, rifiutavano il coinvolgimento con qualsiasi attore armato e si opponevano all’allontanamento forzato dalle loro terre. Tra gli obiettivi principali vi era infatti quello del ritorno alle veredas di origine. Alla fine degli anni Novanta la CdP, forte dei propri principi e determinata nei suoi obiettivi organizzò i primi ritorni tra i quali quello a La Union, a La Cristalina e La Esperanza. Fin dalla sua nascita la Comunità venne attaccata su tutti i fronti e accusata dai vari attori armati di essere complice del nemico. Le stragi, le uccisioni mirate, le incursioni a San Josè, la stigmatizzazione mediatica e i blocchi alimentari costellarono i primi anni di vita della CdP, che tuttavia persistette nella sua lotta, grazie anche all’appoggio dei primi accompagnanti colombiani e internazionali. Nel 2000, in seguito a nuovi attacchi a San Josè e a La Union, dove vennero uccise 6 persone, la CdP si rivolse alla Corte Interamericana dei Diritti Umani che istituì una commissione di valutazione dei crimini commessi, ma il processo venne interrotto per le continue minacce ricevute dai testimoni. A quel tempo la CdP aveva anche aperto un


COMUNIDAD DE PAZ

dialogo con il governo di Álvaro Uribe per discutere in particolare della possibilità di costituire una zona umanitaria. Gli incontri si rivelarono delle farse in cui si palesò il totale disinteresse del governo a risolvere la situazione. Il portavoce della CdP nel dialogo era Luis Eduardo Guerra, il quale era anche incaricato di organizzare il ritorno alla vereda Mulatos. Proprio qui il 21 febbraio 2005 Guerra venne ucciso con la compagna e il figlio da un gruppo di paramilitari e militari della Brigada XVII. La morte di Guerra era da tempo premeditata. Lo scopo era distruggere la Comunità, colpendo il suo leader più esposto. Ma nonostante il duro colpo, la CdP si rialzò più forte di prima. Il 21 febbraio fu una data fondamentale perché segnò la rottura con lo stato colombiano, direttamente coinvolto nella strage e l’interruzione di ogni dialogo con l’autorità pubblica. Inoltre La CdP da quel momento si trasferì dal casco urbano di San Josè, dove il governo aveva deciso di installare una nuova base di polizia, ad un terreno vicino, chiamato La Holandita o San Josesito che all’epoca, contava solo otto case. Nonostante le difficoltà di ripartire da capo, gli sforzi e l’impegno dei membri della CdP hanno dato grandi risultati. Negli ultimi dieci anni la presenza della CdP sul territorio è

molto più estesa, quasi tutti i processi di ritorno sono stati realizzati e oggi i membri di comunità sono distribuiti su 12 veredas. L’acquisto di nuovi terreni ha permesso di incrementare le attività agricole come ad esempio quella della coltivazione e lavorazione del cacao. Infine la storia e le continue violazioni dei diritti umani compiute nella regione sono giunte all’attenzione internazionale e oggi la CdP gode del sostegno e dell’appoggio di molti gruppi internazionali accompagnanti come PBI, FOR e Operazione Colomba e altre realtà solidali con la sua lotta. La CdP non perde occasione per raccontarsi e fare memoria, nella speranza che un giorno tutte le vittime, ad oggi più di 200, possano trovare giustizia. I colpevoli infatti continuano a godere di impunità. I pochi processi in corso hanno dato scarsi risultati e nonostante i cambi alla presidenza del paese, lo stato evita di assumersi le proprie responsabilità. Il livello di violenza nel paese oggi è decisamente diminuito ma l’ostilità dello stato, dei gruppi armati e delle imprese multinazionali, interessate in particolare all’estrazione mineraria, permane. Per questo è fondamentale, continuare a raccontare la storia della CdP, fare memoria e affiancarla nella lotta quotidiana.

Commemorazione del massacro

21 Febbraio 2005 - Massacro a Mulatos Luis Eduardo Guerra è ricordato da tutti come un grande leader e un grande uomo. Nel 2005 il ritorno a Mulatos, dove alcuni membri della Comunità possedevano dei terreni, non era ancora stato completato. Il 21 febbraio, nonostante il rischio della presenza di gruppi armati, Guerra, accompagnato dalla compagna e dal figlio, decise comunque di recarsi sui suoi terreni per la raccolta del cacao, la cui vendita gli sarebbe servita per pagare l’intervento alla gamba del figlio, saltato su una mina pochi

mesi prima. La famiglia venne intercettata dai militari della Brigada XVII, affiancati da un gruppo paramilitare, che li trascinarono a Mulatos e qui li massacrarono. Quando la notizia arrivò a San José, tutta la Comunità si mobilitò per raggiungere il luogo prima che venissero occultate le prove. Lo spettacolo che trovarono fu atroce. Intanto i militari si erano spostati alla vereda Resbaloza, dove Alfonso Bolívar venne assassinato con la moglie e i figli. Questi episodi terribili sono l’emblema della violenza che

per anni la CdP ha dovuto subire e che ancora oggi soffre. I luoghi in cui i corpi vennero ritrovati sono oggi spazi di commemorazione per tener vivo il ricordo delle vittime, nella speranza che un giorno sia fatta giustizia. Sul massacro del 2005 è stato aperto un caso giudiziario ma, nonostante le prove del diretto coinvolgimento degli alti comandi dell’esercito, che da tempo sorvegliavano Guerra, sono stati puniti solo alcuni degli esecutori materiali.

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STRUKTUR, PRINZ Neutrality To be neutral is fundamental to the aims of the CdP, but difficult to adhere to. Only giving a glass of water to a guerrilla has been interpreted as supporting them. Therefore, the CdP gave itself various rules to assure its neutrality: no member is allowed to participate directly or indirectly in the conflict, to bear arms, to give information or to collaborate with any participants in the conflict.

No acceptance of injustice and impunity of actions Any violation of human rights will be reported publicly to the international community.

Die Comunidad de Paz de San Josè de Apartadò (CdP) wurde am 23. März 1997 mit der öffentlichen Unterzeichnung ihrer Deklaration durch circa 1.500 Bewohnern des Dorfes San Josè gegründet. Das Leben, oder besser Überleben, in diesem von Guerillas und Paramilitär umkämpften Gebiet - reich an Bodenschätzen und fruchtbarem Land - war schwierig. Die Zivilbevölkerung wurde Opfer von unzähligen Massakern und Vertreibungen. Der Wunsch nach einem Leben in Frieden war groß, weshalb sich die Einwohner von San Josè schließlich zusammenschlossen und sich zur neutralen Zone erklärten. Heute zählt die CdP noch circa 270 Mitglieder, die auf insgesamt 11 veredas (Dörfer) verteilt sind. Die meisten Mitglieder leben in San Josecito oder La Holandita, einer Ansiedlung wenige Fußminuten von San Josè entfernt und eine der wenigen veredas, die mit dem Auto erreichbar ist. Die anderen Niederlassungen sind zwischen zwei und sechs Stunden Fußmarsch oder Ritt auf einem Pferd oder Maultier, entfernt. Strecken, die vor allem während der Regenzeit zu einem Schlammbad verkommen und schwer bewältigbar sind. Trotz der oft beschwerlichen und teilweise gefährlichen Anreise, treffen sich die Mitglieder der CdP alle zwei bis drei Monate. In diesen Vollversammlungen werden Neuigkeiten ausgetauscht und Entscheidungen getroffen.

Prinzipien der CdP

No alcohol With this rule the CdP try to avoid violence and espionage. The paramilitary tried to break their resistance by stopping any food supply to the villages – except alcohol. The consumption of alcohol made the people aggressive and gave the armed forces reasons to intervene “to safeguard the region”. Furthermore, alcohol helps people begin to relax and talk – often with the “wrong” people.

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Die Mitglieder der CdP sind der Überzeugung, dass sie auf ihrem gemeinsamen Weg nicht als „ich und du“, sondern als „uns“ denken und handeln müssen. Entscheidungen werden deshalb immer gemeinsam getroffen, so auch die Festlegung folgender Prinzipien, die ihrem Handeln zugrunde liegen: Freiheit: Jedes einzelne Mitglied kann frei seine Meinung äußern und Entscheidungen treffen. Der Umgang miteinander beruht auf gegenseitigem Respekt. Auch die Entscheidung Mitglied der CdP zu sein, geht aus dem freien Willen jedes Einzelnen hervor und ist jederzeit widerrufbar. Transparenter Dialog: Um in einer Zone des Konflikts zu überleben, scheinen Lügen oftmals die einzige Möglichkeit zu sein. Dennoch hat sich die CdP dazu entschlossen, sich offen und ehrlich zu ihrer Neutralität zu bekennen und jegliche Zusammenarbeit mit allen Konfliktparteien abzulehnen. Respekt der Pluralität: Jeder Mensch, unabhängig von seiner ethnischen, politischen oder religiöser Zugehörigkeit, wird respektiert und kann frei seine Meinung äußern. Der Schutz des Lebens steht über allem. Solidarität: Jeder einzelne setzt seine Kraft für das Wohl der Gemeinschaft ein. Widerstand und Gerechtigkeit: Die CdP leistet Widerstand gegen die existierende Ungerechtigkeit. Sie leistet Widerstand gegen den Hunger und den Tod, und kämpft für ein alternatives Zusammenleben, eine Rückkehr der Menschlichkeit und des sich gegenseitig Unterstützens.


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ZIPIEN & REGELN Der Ausschuss Der Ausschuss ist nach der Vollversammlung das wichtigste Gremium der CdP. Zunächst bestand der Ausschuss aus fünf Mitgliedern, die zunächst für ein Jahr, später für zwei, im Amt waren. Aufgrund des beträchtlichen Arbeitsaufwandes und der Vielfältigkeit der zu bewältigenden Aufgaben, wurde die Anzahl der Ausschussmitglieder bald schon auf acht Personen angehoben, die mittlerweile für vier Jahre gewählt werden. Aktives und passives Wahlrecht haben alle Mitglieder der CdP ab ihrem zwölften Lebensjahr. Insgesamt stellen sich 15 Kandidaten zur Wahl: drei davon werden vom amtierenden Ausschuss vorgeschlagen, während die anderen 12 Anwärter von den Bewohnern der jeweiligen veredas genannt werden. Jedes Mitglied der CdP gibt acht Vorzugsstimmen ab. In den entlegensten veredas liegen bereits vor der Wahl Urnen auf, damit auch jene, die nicht die Möglichkeit haben zur Wahl anzureisen, ihre Stimme abgeben können. Der Kandidat mit den meisten Stimmen wird auch gesetzlicher Vertreter der CdP. Die sieben Kandidaten, die nicht in den Ausschuss gewählt wurden, stehen dem Ausschuss weiterhin zur Seite und haben eine unterstützende und beratende Funktion. Der letzte Ausschuss wurde vor zwei Jahren gewählt und bereits zum zweiten Mal erhielt German Graciano Posso am meisten Stimmen. Mit einem Durchschnittsalter von weniger als 34 Jahren ist dies der jüngste Ausschuss seit Bestehen der CdP. Der Ausschuss trifft sich wöchentlich und ist für die Ausführung der Entscheidungen der Vollversammlung zuständig. Als solcher muss er auch die Einhaltung der Regeln der CdP überwachen und bei Überschreitung die von der Gemeinschaft festgelegten Strafen verhängen. Neben dem Ausschuss hat die CdP auch mehrere Komitees, welche sich um spezielle Bereiche kümmern: Wirtschaft, Kommunikation, Gesundheit, Bildung, Arbeit, Sport, Kultur, Frauen, Weiterbildung etc.

Autonomie Zur Sicherstellung ihrer Unabhängigkeit und Neutralität versucht die CdP alles Notwendige selbst herzustellen: vom Anbau der Lebensmittel, bis zur Herstellung von Kleidung, Möbeln, Nutzgegenständen etc. Durch den Anbau, die selbstständige Weiterverarbeitung und den Vertrieb von Kakao an Fairtrade Organisationen sichern sie sich regelmäßige Einkünfte. Nach dem Massaker vom 21. Februar 2005, in das nachweislich auch der kolumbianische Staat verstrickt war, verweigerte die CdP jegliche weitere Zusammenarbeit mit diesem. Ab diesem Zeitpunkt kümmerten sie sich selbst um die Ausbildung ihrer Kinder und gründeten eigene Schulen. Dort werden neben Lesen, Schreiben und Rechnen auch die Geschichte der CdP, der Schutz und Nutzen der Natur, sowie praktische Fächer wie Anbau von Gemüse, Umgang mit der Machete als Werkszeug etc. gelehrt.

No cultivation of illegal plants In this region in 2007, the cultivation of coca started and became an important source of income for the paramilitary and the guerrillas. To keep their neutrality and to avoid being part of illegal machinations, the CdP decided to add this rule in 2010 and to prohibit any cultivation or picking of coca leaves.

No acceptance of individual reparations for victims from the State With the law of reparation for victims, the State offered monetary compensation for civilians who lost their family members in the conflict. The CdP believes this is an attempt by the State to silence victims, instead of looking for justice by punishing the perpetrators. The CdP refuse to “sell” their fatalities.

Community work This rule has been a necessity, because it is too dangerous to move alone. Being in groups protects them. It also strengthened the feeling of solidarity and is fundamental for being autonomous. Indeed, the members learn from each other and concentrate their power, when they have to realize projects for the community. Finally, through community work they support their members who need it, for example elderly or injured people.

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BRIGIDAS GESCHICHTE I ch bin in einem kleinen, kargen Bergdorf namens Santa Fe de Antioquia geboren , nicht weit von Medellin. 1967 waren wir gezwungen das Dorf zu verlassen und nach San Josè de Apartadò zu ziehen, um fruchtbares Land zu finden. Ich war immer eine campesina, eine Bäuerin. Seit meinem vierzehnten Lebensjahr arbeitete ich aber auch als Haushaltsangestellte bei einer Dame. Sie war der Überzeugung, dass jeder die gleichen Möglichkeiten im Leben haben soll. Auch meine Familie glaubten an die Ideale der Gleichheit und Gerechtigkeit. Meine Mutter widmete sich zwar eher den Gebeten als den politischen Gefechte, aber mein Vater und meine Brüder waren aktive Mitglieder der politischen Partei Union Patriotica, die sich für einen sozialen Wandel einsetzte. Mit 20 Jahren heiratete ich. Da mein Mann gewalttätig war, flüchtete ich mit unserem Sohn und begann auf einer Bananenplantage zu arbeiten, mit weiteren 140 Frauen. Wir arbeiteten täglich von drei Uhr morgens bis tief in die Nacht und Überstunden wurden uns nicht vergütet. Eines Tages fragte ich die anderen, ob sie mit ihrem Lohn zufrieden waren. Viele fügten sich ihrem Schicksal, weil sie verheiratet waren und Kinder hatten. Auch ich hatte einen Sohn, aber deshalb wollte ich diese Ungerechtigkeiten dennoch nicht einfach hinnehmen. Ich begann mich als Mitglied der Gewerkschaft zu engagieren und die anderen für ihre Rechte zu sensibilisieren. Wir haben einige Erfolge erzielt, auch wenn der Besitzer mit der Machete in der Hand drohend durch die Felder zog und Fußtritte verteilte. Bereits in den 60er-Jahren begannen das israelische und amerikanische Heer parallele Truppen zum kolumbianischen Militär zu formen. Das sogenannte Paramilitär stand im Dienst multinationaler Unternehmen und nannte sich „Schwarze Hand“ und „Todesschwadronen“. Es hatten den Auftrag jede Art gewerkschaftlicher Bewegung zu vernichten. Am Höhepunkt der Gewalt wurden 23 Arbeiter der Bananenplantage

getötet. Auch zwei meiner Brüder wurden vom Paramilitär ermordet, während ein anderer Bruder ein desaparecido, ein Verschollener ist. Dies alles geschah in der Zeit der Vernichtung der Union Patriotica, als fast alle ihre Mitglieder systematisch ermordet wurden. Heute lebe ich in der Comunidad de Paz, die ich mitbegründet habe. Wir haben schon viel erreicht. Wir werden international anerkannt und begleitet, haben Gedenkstätten und Schulen errichtet. Dennoch ist es nicht immer einfach hier zu leben. Wir sind Menschen, die aus den unterschiedlichsten Teilen Kolumbiens vertrieben wurden. Was uns verbindet, ist das, was wir aufgrund der Gewalt die uns zuteil wurde, erdulden mussten. Deshalb haben wir uns zusammengeschlossen. Ich glaube an Gott und weiß, dass die Gewalt in den Händen der Menschen liegt und nicht bei Gott. Davon bin ich überzeugt. 2005 habe ich meine fünfzehnjährige Tochter verloren. Sie wurde zehn Tage nach ihrem Geburtstag erschossen. In dieser Zeit habe ich gelernt, dass nichts ist schlimmer, als Hass im Herzen tragen. Man muss sich vom Hass und dem Wunsch nach Rache befreien. Mein Sohn, der noch minderjährig war als er seine Schwester verlor, entschied sich nach ihrem Tod der FARC (Guerilla) beizutreten. Das hat mich traurig gemacht, aber ich konnte ihn nicht überzeugen, mit uns friedlich für Gerechtigkeit zu kämpfen. Vor drei Jahren starb er bei einem Gefecht. Woher ich meine Kraft nehme, weiter zu machen? Der Mango ist ein Baum, der viele Jahre braucht, bevor er Früchte trägt. Wenn du den Samen eines Mangos hast und du weißt, dass er viel Zeit braucht um Früchte zu tragen, würdest du darauf verzichten, ihn zu säen, nur weil du nicht sicher sein kannst, ob du jemals seine Früchte essen kannst? Säe die Samen aus, auch wenn du weißt, dass jemand anderes die Früchte ernten wird!

Nichts ist schlimmer, als Hass im Herzen zu tragen.

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IMPORTANCE OF KEEPING MEMORY ALIVE O

ften we ask ourselves what is the point in conserving photographs, writing diaries or reminding past events all together. Apparently, it may seem something unimportant, even sad, so why is it actually fundamental to keep memory alive? First of all, keeping memory alive means reminding ourselves of happy moments, but also converting a painful memory into an inspirational reason, into re-creation, into a desirable future. Abilio Peña, a Colombian supporter that works with the Comisión Intereclesial de Justicia y Paz answers the question “How can an individual or a community start a new life in such a violent and problematic area, like Colombia?” in this way: “How can we cure moral integrity when it is destroyed by violence? By creating a meeting point in the community where people can recover the victim’s story, where people can commemorate him or her, in a precise memory place. Some examples are monuments of memory and the so-called “house of memory”, with objects that belonged to the victim, where people can celebrate all together and remind all the life projects this person had, so that she or he can always be present in our minds”.1 Secondly, also through art it is possible to keep memory alive, like Brigida, a member of the Comunidad de Paz de San José de Apartadò, who paints the most important events of the community, from the happiest ones, such as the returns of families to their birth villages, to the most painful ones, such as the massacres and injustices. We believe that art is like a bridge, that connects people and helps share and elaborate the trauma of all that pain, at a per-

sonal and community level. This bridge connects new and old generations for the survival and appreciation of memory. For this reason, in the community school, in addition to normal classes and the community working day, also a memory day takes place, where children and young people are told the most important events and stories. This allows elderly people to transmit to the youngsters the memory of the place where they live and also the motivation to choose the non-violent resistance, all together. These narrations, where familiar and community stories are linked together, act like an alternative point of reference for new generations and contribute to the historical variety, which is often manipulated. Keeping memory alive also means putting effort into the fight against the media manipulation. “It is important to promote truthful information because often the army and its mass media manipulate tragic events for their benefit, associating the community leaders with guerrilla warfare. In this way they create a social stigma as if death and devastation were the leaders’ fault, ruining, therefore, the confidence among the community members”.2 Reconstructing the collective memory means helping reconstructing social relationships of the community that existed before those tragic events and the following evacuation: relationships, identity and community projects. Not only is keeping memory alive a reorganising action, but also an important practice of freedom and power. Keeping memory alive means fighting against the oblivion of injustice, “because art is also resistance”.3

Graffiti in Bogotà

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LEDIS Due chiacchiere con una giovane della Comunidad

M

i chiamo Ledis Artaega Guerra e ho 21 anni1. Sono nata a Mulatos, dove ho vissuto fino a che non c’è stato lo sfollamento: da quel momento mi sono spostata dapprima a Peque e poi a San Josè. Per questo motivo dovetti abbandonare lo studio. Ammetto che a quel tempo, come capita a tanti bambini, studiare non mi piaceva. Mi resi conto della sua importanza solamente quando fui costretta a smettere. Poco tempo dopo però, grazie a dei corsi, potei continuare a studiare anche se tanti compagni mi discriminavano a prescindere perché ero di San Josè, come se fosse un delitto, come se fossi una criminale. Più volte mi è capitato di avere problemi con i compagni di scuola proprio per questa ragione. Finiti gli studi mi è stato affidato l’incarico di lavorare il cacao e prepararlo in barrette di cioccolato. Sono ormai sette anni che faccio questo lavoro: è una responsabilità perché ci lavoro da sola, ma è certamente più comodo rispetto al duro lavoro nei campi. Della vita in Comunità mi piace il fatto di condividere tutto come se fossimo un’unica grande famiglia, sappiamo sempre come aiutarci e sostenerci a vicenda. Noi giovani a volte ci dimentichiamo di tutto il lavoro che è stato fatto per creare e portare avanti questa realtà. Per via di tutto quello che dobbiamo passare rischiamo di pensare in negativo e non intendo per le fatiche che comporta il lavoro fisico, ma per tutto il carico che portiamo sulle spalle dovuto alla guerra e alle situazioni che viviamo. Quali sono i miei sogni? Prima i desideri erano tutti per me, da quando è nato mio figlio Matteo i sogni sono rivolti tutti a lui. Spero che possa crescere condividendo con gli altri bambini il percorso comunitario che abbiamo cominciato tanto tempo fa e che non debba mai vivere le ingiustizie che le altre persone hanno dovuto subire. Qui viviamo liberi di scegliere. Vi faccio un esempio: il papà di Matteo non è mai stato membro 26

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della comunità. Quando stavamo insieme mi ero staccata da qui, ma non mi ci volle molto prima di scegliere di tornare. Il fatto è che per me essere parte della Comunità è una vera e propria forma di vita, mi fa stare bene. Una volta tornata feci il così detto “periodo di verifica”, per circa tre mesi, che consiste nel dimostrare alla Comunità di credere nei suoi valori e mantenere l’attinenza alle regole. Sono tornata a credere con tutta me stessa in questa realtà. Vivere qui è anche sinonimo di sicurezza, certo, è proteggersi a vicenda, ma significa anche avere il coraggio di denunciare insieme quello con cui non si è d’accordo, mentre fuori si è portati a decidere se stare da un lato o dall’altro delle parti in conflitto.

“Se non uscite vi bruciamo assieme alla casa!” Ricordo che quando ero piccola in qualsiasi momento poteva capitare di dover iniziare a correre. Una volta, mentre l’esercito dava fuoco a delle case di San Josè i militari gridavano: “Se non uscite vi bruciamo assieme alla casa!”. Mi tornano in mente le esatte parole di mia zia: “Appena aprono la porta, voi iniziate a correre”. La porta l’hanno aperta. Eravamo bambini, ci hanno spinti e strattonati buttandoci fuori casa. D’altro canto, oggi l’esercito non perde occasione per dirci che “ci tiene nel mirino”. È giusto che loro sappiano che noi qua non ci facciamo imporre cosa dobbiamo essere o fare, ma siamo noi che liberamente decidiamo. Questo, probabilmente, è uno dei motivi principali che tiene noi giovani legati alla Comunità, riconosciamo il nostro ruolo e la nostra importanza e tutto questo ci lega e rafforza molto.


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INTERNATIONALE SCHUTZBEGLEITUNG I

nternationale zivile SchutzbegleiterInnen sind weltweit in Konfliktregionen präsent. In Kolumbien sind vor allem drei Organisationen tätig: Operazione Colomba, Peace Brigades International (PBI) und Fellowship of Reconciliation (FOR). Die Mitglieder dieser internationalen Vereinigungen sind hauptsächlich Freiwillige, die mit ihrer Präsenz, als internationale Augenzeugen, versuchen, GewaltakteurInnen von Menschenrechtsverletzungen abzuhalten. Diese Organisationen haben Gemeinsamkeiten hinsichtlich ihrer Aufgaben und Zielsetzung und arbeiten teilweise auch zusammen – zum Beispiel bei der Begleitung von größeren Gruppen – unterscheiden sich aber in ihren Arbeitsmethoden. Hervorzuheben ist, dass es immer die Betroffenen selbst sind, die um Schutzbegleitung anfragen, nie sind es die Organisationen, die sich ihnen aufzwingen. Die Aktivitäten der SchutzbegleiterInnen lassen sich in vier Punkte unterteilen: 1. Schutz der Zivilisten: Schutzbegleitung wird denjenigen angeboten, die dem Risiko ausgesetzt sind, Opfer von Menschenrechtsverletzungen zu werden. Vor allem sind das MenschenrechtsverteidigerInnen, AktivistInnen oder Menschen, die auf Grund ihrer sozialen Stellung einem höheren Angriffsrisiko ausgesetzt sind, wie zum Beispiel Leader von indigenen Stämmen oder die Mitglieder des Ausschusses der Comunidad de Paz (CdP). Durch die neutrale Anwesenheit der internationalen SchutzbegleiterInnen werden GewalttäterInnen abgeschreckt, da sie die Öffentlichkeit scheuen und Angst vor (politischen) Konsequenzen haben. Die Organisationen führen vor einer Schutzbegleitung eine Risikoanalyse der zu begleitenden Strecke durch. Sie sind für alle Akteure klar erkennbar, zum Beispiel durch das Tragen spezieller T-Shirts oder Westen. Die internationalen BegleiterInnen stehen im ständigen Kontakt zur Zentrale für den Fall, dass es zu Komplikationen oder Übergriffen kommt. In diesem Fall wird ein internationales Alarmnetzwerk aktiviert. Das Umfeld, auf dem die Menschen begleitet werden, hängt natürlich von der jeweiligen Tätigkeit des Schutzbedürftigen ab. 2. Advocacy: Staatliche Stellen, internationale Institutionen und einflussreiche Akteure aus Politik, Wirtschaft und der Zivilbevölkerung öffentlich werden über die prekären Situationen informiert und dadurch unter Druck gesetzt. Durch das Aufzeigen von Menschenrechtsverletzungen werden Machtträger an ihre Verantwortung erinnert und zum Handeln aufgefordert.

3. Dialog: Die Organisationen versuchen im Dialog zu allen Konfliktparteien zu stehen, um eine Versöhnung zu fördern. 4. Zusammenleben: Nur einige Organisationen bieten an mit den Schutzbedürftigen zusammenzuleben, die Unbequemlichkeiten, Ängste und Risiken mit ihnen zu teilen. Es geht darum, vor Ort zu sein und sich solidarisch zu zeigen. In Kolumbien gibt es nicht nur internationale, sondern auch kolumbianische Organisationen die Begleitschutz anbieten, wie die Comisiòn Intereclesial de Justicia y Paz. Dennoch ist die Mehrheit der SchutzbegleiterInnen aus dem Ausland, weil ihr Reisepass „mehr“ wert ist als der eines Kolumbianers. Durch die internationale Aufmerksamkeit, die die SchutzbegleiterInnen durch ihren Reisepass erhalten, wird das Gewaltpotential gegenüber ihnen und den Personen, die sie begleiten aus Angst vor diplomatischen Konsequenzen stark verringert. Die internationale Begleitung ist für viele Menschen in Kolumbien, darunter auch für die Mitglieder der CdP, die einzige Möglichkeit, nicht Opfer eines gewaltsamen Übergriffs zu werden. „Internationale Begleitung, Beobachtung und Solidarität stellen für MenschenrechtsverteidigerInnen sowie die zivilen Friedens- und Widerstandsinitiativen in Kolumbien eine wichtige Unterstützung in ihrem Kampf für Gerechtigkeit und den Schutz der Menschenrechte dar, da durch die internationale Begleitung Freiräume für ihre Arbeit geschaffen werden und gewaltfreier Widerstand ermöglicht wird.“1

Operazione Colomba begleiten Mitglieder der CdP

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LA MIA ESPERIENZA Ci hanno chiesto di parlare di loro. Ci hanno chiesto di non dimenticare. Ci hanno chiesto di mostrare alla gente chi sono. E noi parleremo. E noi non dimenticheremo. E noi, assieme a voi, mostreremo alla gente chi sono.

R

icordo di come ci hanno accolti una volta arrivati alla Comunidad de Paz (CdP), quel meraviglioso 18 agosto di questa estate: come fossimo ospiti d’onore. Ricordo la sistemazione che ci hanno dato nella casetta destinata alle visite degli ambasciatori. Attorno c’erano tre chioschi di cui due a nostra disposizione. In uno le amache, pensate al nostro riposo, e nell’altro i fili per stendere i nostri vestiti dei giorni a seguire, un tavolo di legno con le sedie differenti una dall’altra per i nostri incontri e momenti di riflessione. Il nostro preferito e più utilizzato è stato certamente il chiosco con le amache. Tutto ciò che avevano, nelle giornate in cui siamo stati da loro, lo hanno condiviso con noi. Innanzitutto dai sorrisi, di quelli ne ricordo tantissimi e penso siano stati tra i più naturali sorrisi ai quali io abbia mai preso parte. Inizialmente eravamo un po’ scoraggiati dalle difficoltà che incontravamo per quanto riguarda le incomprensioni linguistiche. Poco a poco, però, siamo riusciti a superare questi ostacoli e creare assieme alle persone il giusto equilibrio relazionale che non abbiamo più abbandonato fino alla nostra partenza. Ricordo come i bambini giocassero felici dopo le ore passate a scuola. Il calcio era la passione principale, ogni momento era buono per fare una partita al campetto. A quel punto, anche 28

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per noi era difficile sottrarsi al loro invito. Saltellando e correndo di qua e di là ininterrottamente mostravano tutta la loro energia, quasi come se il mondo esterno alla Comunità non esistesse. Non gli appartenesse. Non fosse la loro quotidiana resistenza. Quei bimbi avevano sguardi innocenti, ricordo, curiosi e vivaci… Sarebbe bello se potessero rimanere bambini ancora per un po’. I pranzi e le cene le facevamo al comedor, mensa utilizzata quotidianamente dagli anziani e dai più piccoli della CdP. In questo caso so che non mi dimenticherò del riso. Non mancava mai, anche se ogni volta era accompagnato da deliziosi contorni di verdure e quant’altro e succhi di frutta dai nomi sconosciuti, intraducibili o difficilmente pronunciabili da noi jóvenes italianos. Come non nominare le mule, poi! Fedeli accompagnatrici nello spostamento dalla Holandita a Mulatos che abbiamo fatto la seconda settimana. Vedere come riuscissero a salire inimmaginabili tratti di sentieri immersi tra fango e rocce e circondati da verdi e fitte foreste con noi in groppa era impressionante. Che esperienza! In certi tratti di sentieri ricordo che chiudevo


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COME VOLONTARIA OD gli occhi, preferivo non vedere cosa mi aspettasse da quanto erano ripide le vie, solamente pregavo tra me e me che la mula non si arrendesse proprio lì. Non è successo anche grazie agli incoraggiamenti che, con dei frustini o semplici fischi, i ragazzi colombiani rivolgevano loro. Ammetto che arrivati a Mulatos eravamo contenti di riappoggiare i piedi a terra e poter confidare nuovamente nelle nostre gambe. D’altro canto, però, è stato inevitabile fare il lungo percorso in groppa alle mule. A piedi, diversamente per noi sarebbe stato inimmaginabile sennonché fisicamente impossibile. Invece, i ragazzi della CdP lo fecero quasi correndo ad occhi chiusi. Quanti contrasti abbiamo vissuto nei tre giorni a Mulatos. Eravamo immersi nella natura più densa, incontaminata, magnifica ma allo stesso tempo intrisa di memoria dovuta al massacro avvenuto proprio in quei luoghi. Ospitati e accolti dalla famiglia di Ghildardo, abbiamo trascorso le serate a giocare all’immancabile domino, anche se allo stesso tempo non ci abbandonavano mai le storie di dolore che quel luogo portava con sé. Alla Resbaloza poi, altra piccola vereda poco distante da Mulatos, luogo dove il massacro si è concluso con i ritrovamenti degli ultimi corpi, il paesaggio circostante era mozzafiato. Ci si trovava sulla cima di una delle colline perse nella foresta. Luogo dove riemergeva il principio fondamentale della resistenza della Comunità di Pace, come memoria d’ingiustizia subita. Luogo dove ora una sola famiglia vive in maniera autosufficiente, circondata dal più cupo ricordo affiancato alla forza e vita che tale paesaggio inevitabilmente trasmette. È difficile per noi concepire come persone possano vivere in posti isolati come quelli. Eppure ci vivono e stanno bene. Hanno i loro campi, i loro animali. Vivono della loro terra amandola, vivono grazie a tutto quello che essa gli può dare. Togliere la terra ai campesinos in Colombia è togliere loro tutto, le risorse,

la loro energia, è negare loro la vita. Nei giorni in Comunità abbiamo condiviso uno spicchio della loro vita e loro hanno fatto di tutto affinché fosse bello. Avevamo il pane fresco la mattina, la Hermana ci dava a disposizione la moka per fare il caffè e la sua cucina per lavare i nostri vestiti, i bambini hanno fatto i braccialetti per noi. Sono riusciti nel loro intento e in questo viaggio ho capito quanto sia importante prendere in considerazione e gioire di ogni piccolo gesto. Dalle azioni quotidiane, dalle cose che a casa mia do per scontato di avere e che quando mancano, invece, te ne accorgi. Questa esperienza mi ha fatto capire molte cose. Mi ha insegnato a fidarmi delle persone ed a conoscere realtà totalmente diverse dalla mia. Mi ha insegnato che quei piccoli gesti, quelle risa dei bambini, quelle strette di mano di ragazzi che ti ringraziano o gli abbracci degli anziani, sono quelli più belli e spontanei che possano nascere dalle persone.

So che ricorderò la Colombia e la Comunità a ritmo di musica, di domino, di sorrisi e di camminate faticose nel verde più immenso. So che la ricorderò a ritmo della loro forza, a ritmo della loro resistenza e determinazione. A ritmo delle loro storie, delle loro memorie e delle parole che hanno descritto i luoghi. La ricorderò anche a ritmo di pioggia, di sole e di sudore. A ritmo di riso e patacònes. A ritmo di sguardi e di gesti. Qualsiasi ritmo io scelga di ricordare lo seguirò creando un concerto di memoria che spero non mi lasci mai. Mi sono sentita onorata ad avere avuto la possibilità di parlare con loro, di conoscerli attraverso i miei e i loro occhi. Ho visto la realtà paradossale della Comunità di Pace come piccola oasi tranquilla circondata da scontri armati e tensioni. In questo, e in tanto altro ancora, ho sentito di aver trovato per la prima volta la vera pace, solcando un luogo di conflitto. Themenheft 2015/2016

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HERAUSFORDERUNGEN DER COMUNIDAD HEUTE

Steine in Gedenken an die Todesopfer der CdP

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enn man den Verlauf der Geschichte betrachtet, so gab es alle zwei bis drei Jahre Übergriffe auf die Comunidad de Paz (CdP). Der letzte fand 2013 statt, bei der ein Mann ermordet wurdeI. Insgesamt hat die CdP seit ihrer Gründung vor 18 Jahren 3700 Menschenrechtsverletzungen gezählt, darunter über 200 Ermordungen. Über die Jahre hat sich die Strategie des Militärs und der paramilitärischen Gruppierungen verändert. Die Massaker und Ermordungen sind seltener geworden, das Ziel jedoch ist dasselbe geblieben: die Unterdrückung der Bevölkerung und die Kontrolle über das Gebiet. „[...] die Vorgehensweise der Staatsgewalt, in diesem Fall der 17. Brigade, ist kein Einzelfall, es ist Teil eines zusammengesetzten Plans (der Regierung und paramilitärischen Gruppierungen), denn ein Kommandant kann ausgetauscht werden, und es sind viele ausgetauscht worden, und jene, die nachgerückt sind, haben exakt die gleiche Politik verfolgt. Diese Tatsache zeigt, dass die höheren Organe stets die gleichen sind.“1 Auch wenn die paramilitärischen Gruppierungen (AUC) seit 2006 offiziell als demobilisiert gelten, sind sie nach wie vor aktiv. Sie wurden „recycelt“ und sind nun im Dienst großer multinationaler Konzerne, des Staates oder der NarcosII. Um ihr Ziel zu erreichen, versuchen sie einen Bruch

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zwischen der Zivilbevölkerung und der CdP, den Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und den Menschenrechtsorganisationen herbeizuführen. Dies geschieht auf unterschiedliche Weise. Um die Bevölkerung ruhig zu halten, werden kleine Zugeständnisse gemacht. So werden Straßen- und Stromnetze ausgebaut und der „Fortschritt“ gebracht. Bei genauem Hinsehen scheinen diese finanziellen Investitionen des Staates und der paramilitärischen Organisation AUC – letztere natürlich inoffiziell – weniger der Bevölkerung zugutezukommen, als vielmehr den Vormarsch der paramilitärischen Gruppierungen und der multinationalen Konzerne zu erleichtern. Zudem stellen die Nutzung des Stromnetzes und die damit verbundene Kosten für Fernsehen, Kühlschrank, usw. für die Bevölkerung erhebliche Zusatzkosten dar. Kosten, die für viele schwer zu decken sind. Durch den so entstehenden finanziellen Druck werden viele Bauern gezwungen ihr Land zu verkaufen oder sich auf den illegalen Kokaanbau umzustellen, da dieser wesentlich ertragreicher ist als zum Beispiel der Anbau von Kakao oder Kaffee. Durch ständiges Monitoring (Beobachten) der Situation hat die CdP erhoben, dass große Landflächen von Zwischenmännern für die paramilitärischen Gruppierungen erworben werden. Das Gebiet um San José ist


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vor allem für den Kohleabbau von großem wirtschaftlichen Interesse für die Konzerne, die nicht davor zurückschrecken die Bevölkerung durch paramilitärischen Gruppierungen gewaltsam vertreiben zu lassen. Denn wer das „Angebot“ für den Erwerb seines Landes nicht annimmt, muss damit rechnen Opfer von Gewalt zu werden. Es hat den Anschein, dass das gesamte Gebiet um San José vorbereitet wird, von Konzernen übernommen und anschließend ausgebeutet zu werdenIII. „In San José selber herrscht eine Kopräsenz von Militär/Polizei, und Guerilla, hier kommt alles durch, vom Gramm Kokain, den verschiedensten Waffen bis zu Munition. Die Zivilbevölkerung ist gezwungen sich für eine der Seiten zu entscheiden oder sich der stärkeren zu unterwerfen.“1 Die Frage ob die geplanten Infrastrukturen (Straßen, Stromnetz usw) wirklich der lokalen Bevölkerung zugutekommen sollen, oder vielmehr den Konzernen einen strategischen Vorteil bieten, scheint deshalb legitim. Die CdP versucht durch ihre Grundstücke und die Rückkehr in die abgelegenen veredas (Dörfer), wie Mulatos, Arenas Alta, La Esperanza, eine Grenze zwischen den von paramilitärischen Gruppierungen und Guerilla kontrollierten Territorien und der Zivilbevölkerung zu ziehen, um einem weiteren Vordringen und einer Übernahme des Gebietes entgegenzuwirken. Auch der von den Schülerinnen und Schülern während des Aktionstags erarbeitete Betrag, soll für den Erwerb eines strategisch wichtigen Grundstückes verwendet werden, um damit die CdP in ihrem Widerstand gegen diesen Vormarsch der paramilitärischen Gruppierungen und der multinationalen Konzerne zu unterstützen. Gerade weil die CdP die wahren Gründe der Investitionen erkennt und den Vormarsch der paramilitärischen Gruppierungen anzeigt, wirft man ihr vor, sie wäre gegen den „Fortschritt“. Sie wird von allen Seiten bedrängt, sei es Politik, Wirtschaft oder Militär. Um die CdP weiter zu schwächen, werden ihre Mitglieder von Seiten des Militärs, der Medien und der Politik immer wieder verleumdet und stigmatisiert. Sie wird zum Beispiel beschuldigt, auf der Seite der Guerilla zu stehen. Die Anschuldigungen gehen so weit, dass sogar die in diesem Gebiet tätigen NGOs verleumdet werden, die FARC zu unterstützen. German Graciano Posso (rechtlicher Vertreter der CdP) wurde vor wenigen Wochen vom Kommandanten der 17. Brigade

in Apartadó öffentlich angeklagt, Mitglied der 5. Front der FARC zu sein. Durch diese Anschuldigung ist German einem hohen Risiko ausgesetzt. Wer als guerillero bezeichnet wird, wird zur lebenden Zielscheibe, denn sie sind nach wie vor Staatsfeinde, deren Bekämpfung begrüßt wird. Aus diesem Grund werden viele Mitglieder der CdP, vor allem aber jene des Ausschusses, von internationalen Organisationen begleitet, wenn sie sich von ihrem Zuhause entfernen müssen, um in die Stadt, auf die weiter entfernten Felder oder Veredas zu gehen. Durch die oben angeführten Beispiele wird gezielt versucht die CdP in ihrem Widerstand zu schwächen, sie sowohl intern zu Fall zu bringen, als auch die Bevölkerung gegen die CdP aufzubringen. Intern achtet die CdP stark darauf, den neuen Generationen ihre Werte, Prinzipien und Regeln zu vermitteln, damit sie deren grundlegende Wichtigkeit für ihren Weg des Widerstands verstehen. Durch die „Entspannung“ der Situation, zum Beispiel durch den Rückgang der bewaffneten Übergriffe, werden manche junge Mitglieder dazu verleitet, die Regeln der CdP etwas lockerer zu sehen und einige davon zu überschreiten (siehe Artikel „Regeln der CdP“). In diesem Fall sind Strafen für die Missachtung vorgesehen, die vom Ausschuss festgelegt werden. Die CdP möchte damit unterstreichen, wie wichtig die Einhaltung der Regeln auch heute für das Fortbestehen der Gemeinschaft und ihren Widerstand ist. Die Problematiken, mit denen sich die CdP heute befassen muss, sind komplexer geworden. Es geht nicht mehr „nur“ ums blanke Überleben, sondern darum, dem aggressiven Vormarsch der Konzerne entgegenzuwirken und sich die Basis für die Existenz der Mitglieder zu sichern: das Land, das sie bewirtschaften. Deshalb versucht die CdP die Bevölkerung für die Vorgehensweisen der Konzerne zu sensibilisieren und ihnen Alternativen zum gängigen Wirtschafts-, Schulund politischen System aufzuzeigen. Trotz der Rückschläge und stetigen Attacken von allen Seiten, weigert sich die CdP, das System zu akzeptieren: ein System des Todes, der Korruption, der Gewalt, der Unterdrückung und der Ungleichheit. Sie setzt sich weiter bedingungslos für den Schutz der Menschenrechte und für ein Leben in Frieden ein: hasta la ùltima piedraIV.

Bei Fertigstellung des Artikels erhielt der Verfasser die Nachricht, dass am 21.09.2015 im Umfeld der CdP ein Mordanschlag auf einen Bauern verübt worden

I

war, der sich weigerte sein Grundstück an die paramilitärischen Gruppierungen zu verkaufen. Siehe dazu: http://www.CdPsanjose.org/node/30 Drogenschmuggler, Drogenkartelle

II

Diese Vorgehensweise der paramilitärischen Gruppierungen wird von den Mitgliedern der CdP schon seit langem beobachtet und so auch dem Verfasser

III

berichtet. Die Berichte werden von den letzten Vorfällen rund um die CdP bestätigt (siehe dazuI) Die CdP schreibt die Namen aller ihrer Toten auf einen Stein, um sie zu ehren und sie nicht zu vergessen. Widerstand „bis zum letzten Stein“ zu leisten,

IV

bedeutet demnach, dass sie sich solange für den Schutz der Menschenrechte und ein Leben in Frieden einsetzen werden, bis sie dies erreicht haben oder kein Mitglied der CdP mehr übrig ist. Themenheft 2015/2016

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NATURAL RESOURCES

NATURAL RESOURCES NEOCOLONISATION AND WEALTH INEQUALITY C

olombia is rich in natural resources. Energywise, it has the largest reserves of coal in Latin America and is the fourth largest exporter of coal in the world. It also has vast oil deposits. Furthermore, due to its mountainous geography it has great potential to develop hydroelectric energy. Like much of Latin America, Colombia also has large amounts of minerals. Gold, silver, iron, nickel and copper are all mined in Colombia, as are emeralds, which Colombia mines more than anywhere else in the world. Agriculture is a decreasing part of the economy of Colombia. This is a problem because around one fifth of the Colombian people currently work in agriculture. The reasons for the decreasing profitability of agriculture are many and varied. One reason is that in comparison to commodities such as oil, coal and iron which have undergone a boom in prices for the last decade (although the boom is now over), agriculture does not seem economically worthwhile. Another issue is that some of Colombia’s largest crops are currently il-

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legal. Indeed, for several decades until 2013, Colombia was the world’s main exporter of cocaine. Cash crops such as this and marijuana are a major export of Colombia, but due to their illegality are not counted in the nation’s official economy. The billions of dollars this trade has brought into Colombia, due to it being from an illegal market, is therefore not taxed or controlled by the government of Colombia. The government is thus unable to use the money from this trade directly, but the money has led to corruption of the government and has also been a major factor in creating a situation of armed conflict between very powerful non-government organisations and the government. While this conflict has decreased recently, many people feel unrepresented by the government which is seen working to increasing economic growth of Colombia but are doing it in ways that benefit foreign corporations and a minority of wealthy Colombians, but not the majority of the people of Colombia. A simple tale told is that a nation’s economic growth is good for the people of that nation. If a nation is experiencing growth it is therefore considered successful. However the reality is more complex, especially for countries which have previously been colonised by Europeans (Europe is, along with the United States, known as the “global north”), such as countries in Africa, Asia and Latin America (which are known as the “global south”). Colonisation refers to a period of time, the 1600’s-1950’s, in which governments of the global north took


NATURAL RESOURCES

control of the global south and used their natural resources and markets for their own enrichment. This period ended after World War 2, but then a new phenomena occurred, called neo-colonisation (which means “new colonisation”). Instead of the governments of the global north physically taking over countries of the global south as with colonisation, during this time of neo-colonisation corporations from the global north invest money and operate in the global south, and then transfer the profits of those ventures back to the global north. This process makes poor countries get poorer while rich countries get richer. It leads to global wealth inequality, which is at historically high levels. It is projected that in the next year, the richest 1% of the global population will together have more wealth than the other 99% of humanity. Most people who are middle class and higher and living in the global north - even though they may not be particularly wealthy when compared with their neighbours - are actually in the top 1% of the global rich list. This fact shows just how effective neo-colonisation is in transferring wealth from south to north. It also shows that economic figures that measure only growth can signal that a country is successful - such as Colombia at the moment - but that this “success” can hide the fact that the majority of people are not becoming wealthier, healthier or happier. Colombia exemplifies the problems of neo-colonisation. Much of the production of Colombia’s natural resources is being mined, manufactured and exported by foreign companies with the help of a tiny minority of very rich Colombians and the Colombian government, who help foreign investment because the rich Colombians profit from it and because the government wants the country’s economic growth to appear good. These foreign corporations have a track record of treating their workers very poorly. At one stage workers tried to unionise, which means to organise together to struggle for better working and living conditions. Oil Companies are said to have colluded with the government to

have the leaders of these unions murdered and to have used the police force to crushed the union activity. They did this ensure the workers keep getting paid minimally, which in turn keeps companies profit margins high and therefore keeps the money flowing from the south to the north. These corporations are also allowed to destroy local environments, which is bad in itself, but also further harms the Colombian agriculture industry. Colombian farmers are becoming impoverished as they are unable to compete with corporate agriculture methods. Foreign owned mines are being built on what was once farmland, which is leading to a lack of jobs and even food in some areas of Colombia. Again, wealth inequality is linked to these issues - in Colombia 70% of arable land is owned by 3% of the population. This unjust state of affairs is a major factor creating the conditions for the long running civil conflict in Colombia, along with the failed global war on drugs discussed earlier. Currently there is a peace process happening between rebel groups and the government. However as the government is actively attempting to increase the process of neo-colonisation, it is making many of the problems faced by the Colombian people worse. While this process of neo-colonisation is taking place it is unclear how a lasting peace that leads to the prosperity, health and happiness of the Colombian people is possible. However there is room for hope. Progressive people in Colombia, the global south and also the global north are recognising the deep unfairness of the current situation and are working to fix these problems. New economic measures which attempt to learn about the happiness and health of people, rather than only measuring economic growth are being introduced. Trade that is “fair” but not “free” is becoming more popular in the global north, which itself has many social problems that’s solution lie in a more equal sharing of wealth. Global wealth equality is possible and is the key to a harmonious and environmentally sustainable future for Colombia, the global south and the global north.

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MULTINATIONALE KONZERNE Was ist ein multinationaler Konzern (TNC: Transnational Corporations)?

Als multinational wird ein Konzern bezeichnet, wenn der Hauptsitz sich im Inland befindet, das Unternehmen allerdings im Ausland mindestens einen weiteren Sitz oder eine Tochtergesellschaft betreibt. Somit arbeitet das Unternehmen grenzüberschreitenden1. Der Begriff „multinationaler Konzern“ wurde bereits im 19. Jahrhundert geprägt, jedoch hat er erst jetzt, durch die fortschreitende Globalisierung, an Wichtigkeit gewonnen. Heute werden diese Unternehmen auch als „Global Players“ oder „Multis“ bezeichnet. Weltweit gibt es circa 35.000 TNCs, welche über zwei Drittel des Welthandels beherrschen. Die meisten haben ihren Sitz in den USA, der EU oder in Japan.

Einfluss der TNCs auf die Politik

Ein neu aufkommender Trend unter den TNCs ist eine branchenübergreifende Unternehmenstätigkeit (Multi-Utility-Unternehmen), d.h. ein Unternehmen ist in mehreren Branchen tätig, die nicht unbedingt zusammenhängen müssen. Ein Beispiel dafür ist das französische Unternehmen Générale des Eaux, das „in der Wasserversorgung, im Bau- und Umweltschutzsektor sowie in den Bereichen Fernsehen, Gastronomie, Bus- und Bahnverkehr, Autobahnen und Stromerzeugung und in der Bildung tätig ist. Zudem hat eine Tochtergesellschaft von Générale des Eaux die nationale Behörde für Arbeitsschutz gekauft.“2 Durch diese branchenübergreifende Unternehmenstätigkeit konstruieren die Konzerne eine extrem stabile wirtschaftliche Machstruktur. Diese Machtstruktur verleiht einem Multi einen großen Einfluss und teilweise sogar ein hohes Drohpotential gegenüber ganzen Staaten. Zudem haben sie meist sehr starke Lobbyorganisationen. Das sind Organisationen, die für die Durchsetzung politischer Interessen zuständig sind, die versuchen, sowohl innerstaatliche als auch internationale Politik, zu ihren Gunsten, mitzugestalten. Bei Verhandlungsrunden der WTO (World Treatment Organisation) nehmen offizielle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der transnationalen Konzerne mit Experten-Status teil. Bei solchen Verhandlungen werden internationale Handelsverträge ausgearbeitet und vorformuliert. Auf politikwissenschaftlicher Ebene werden TNCs heute als neue Machtzentren bezeichnet, nach deren Bedürfnissen sich die Politik zu richten hat. 34

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Korruption und Menschenrechtsverletzungen

In vielen bewaffneten Konflikten spielen TNCs eine große Rolle, vor allem sobald ein Unternehmen im Rohstoffsektor tätig ist. Sehr oft schließen Regierungen in Konfliktländern Verträge mit Multis ab. Meist sind die Regierungen selbst für den Schutz der Firmen zuständig, indem sie gegen Bezahlung private Sicherheitsdienstleister stellen. Viele Multis beteiligen sich auch am illegalen Handel. Die Vereinten Nationen veröffentlichten 2002 eine Liste mit 85 TNCs, die sich durch solche Machenschaften am illegalen Waffenund Diamantenhandel beteiligten. Eine Vielzahl von Konzernen aus dem Transportsektor verdient am illegalen Transport von Waffen und Drogen. Nicht selten sind die Unternehmen aber auch direkt in den illegalen Waffen- und Drogenhandel verwickelt. Mittlerweile decken die TNCs einen Großteil der öffentlichen Dienste ab, d.h. allgemeine Dienstleistungen, Versorgung (Wasser, Energie, Telekommunikation und Transportwesen) und öffentliche Dienste sind privatisiert (im Umweltbereich, Müllabfuhr, Gesundheitswesen, Gefängnisse, Wohnungswesen, soziale Dienste, usw.). Dies führt dazu, dass sich weniger gut verdienende Menschen und Randgruppen in ärmeren Ländern diese Dienste nicht leisten können. Die TCNs fördern mit dieser Methode eine soziale Ungerechtigkeit auf dem gesamten Globus, der Westen behält seine Vormachtstellung und die „dritte Welt “bleibt weiterhin unterdrückt. Für TNCs, und deren Heimatstaaten, zählt grundsätzlich nur der Erfolg. Menschenrechte haben dabei keinen großen Stellenwert und werden selten eingehalten. Vor allem werden folgende Menschenrechte missachtet: das Verbot von Kinderarbeit, Verbot der Zwangsarbeit, Recht auf Sozialversicherung, Gewerkschaftsfreiheit und das Recht auf menschenwürdige Arbeitsbedingungen. Warum wird dies nicht öfter in den Medien angesprochen? Der einfache Grund dafür ist, dass ein Großteil der weltweiten Medien, wie zum Beispiel CNN (größter amerikanischer Nachrichtendienst) von Tochtergesellschaften der Multis geführt werden. Zu den zehn größten TNCs der Welt gehören: Royal Dutch Shell, British Petrol, Volkswagen, Toyota und China National Petroleum. In Kolumbien sind es hauptsächlich: Chiquita, Poligrow, AngloGold Ashanti und Enel.


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POLYGROW:

SVILUPPO E SOSTENIBILITÁ? Ethical living: Negli ultimi anni stiamo assistendo in Europa e in Italia ad una vera e propria rivoluzione nei consumi della gente per condurre uno stile di vita più sano, in linea con il rispetto dei diritti umani e dell’ambiente. Termini come green economy, sostenibilità ambientale ed ethical living sono entrati ormai nel vocabolario quotidiano e le imprese cercano di stare al passo con i tempi rispondendo a questa crescente domanda. Tuttavia pare non sia sempre scontata la messa in pratica di tali principi da parte di queste aziende. Mapiripan è un paese nel nord est della Colombia, che fino a qualche anno fa contava circa mille abitanti. Si trova nel Meta, una zona di forte interesse strategico per la coltivazione della coca e un’importante fonte di guadagno dalla guerriglia1, ai paramilitari e perfino l’esercito. Strategia del terrore: Nel luglio del 1997 avviene una

tragedia immane a danno degli abitanti di Mapiripan: circa 120 membri paramilitari irrompono nel villaggio sequestrando la popolazione e uccidendo 60 persone sospettate di essere membri della guerriglia2. La giornalista colombiana A. Robles descrive la tragedia: “I paramilitari furono portati con aerei dell’esercito dal nord al sud della Colombia e trasportati sempre dall’esercito nel luogo del massacro3. Rimasero lì per 10 giorni facendo a pezzi e violentando le persone, mentre l’esercito impediva a chiunque di entrare o uscire: a causa dell’assedio dell’esercito nessuno poté portare aiuto alla popolazione […]. Un’operazione di terrorismo di Stato dentro la strategia della tabula rasa nei Llanos Orientales, nella quale era coinvolta anche l’amministrazione militare statunitense”.4 Questa tragedia provoca la fuga della popolazione. In questa fase le imprese entrano nelle zone colpite dallo sfollamento per impossessarsi delle terre. Ciononostante a Mapiripan alcuni gruppi di persone, famiglie di contadini e comunità indigene, decidono di ricominciare a vivere sulla loro terra.

tamente violazioni sulle proprie terre ancestrali: “Loro dicono non puoi pescare, e va bene, non puoi tagliare alberi, e va bene, non puoi camminare qui intorno, e va bene, non puoi raccogliere rami per costruire le tue case. Ma cosa vogliamo fare? Noi non vogliamo questo. Non vogliamo che la fonte d’acqua muoia”.8 La monocultura forzata di palma da olio sta provocando un danno ambientale che ha conseguenze gravissime per l’uomo, la flora e la fauna. Si comprende quindi l’obiettivo ultimo di questa strategia del terrore che coinvolge lo stato colombiano e le imprese multinazionali, dalle alte cariche politiche agli esecutori materiali, siano essi membri dell’esercito regolare o paramilitari: guadagnare dalla risorsa terra. Non importa se sulla pelle dei cittadini colombiani, minacciati, sfollati, uccisi e provocando ingenti disastri ambientali.

E oggi in Italia? Con la sua partecipazione a Expo Milano

2015 “con il concept Naturalmente sostenibile la Colombia vuole trasmettere la sua armonia naturale, dimostrando che è possibile assicurare un’alimentazione sostenibile, sana, buona e sufficiente per tutti”.9 Prosegue la promozione: “Ad aiutare il rilancio economico e gli investimenti nell’agroindustria, tre testimonial del mondo economico finanziario: Pascual Martìne, consulente d’investimenti all’estero di ProColombia, che promuove la Colombia in 26 uffici intorno al mondo per attirare investimenti stranieri, Carlo Vigna Taglianti, ceo e direttore generale di Poligrow, che promuove progetti agricoli sostenibili di olio di palma e olio d’oliva nella zona di Mapiripà, e Finagro, una banca d’investimenti nazionale”.10

L’arrivo di Poligrow: questa impresa è una multinazionale

che giunge nel Meta nel 2008 con l’idea di sviluppare grandi progetti agroindustriali e che oggi conta migliaia di ettari di terreno coltivati con palma da olio5. “A Mapiripan abbiamo iniziato nel 2008 un progetto di palma da olio, basato sull’idea di sviluppare un progetto di palma africana basato sulla sostenibilità ambientale e l’inclusione sociale6”. Tuttavia testimoni rivelano che la maggior parte della terra sulla quale Poligrow oggi lavora è stata acquisita attraverso intimidazioni e minacce7, come nel caso di William Aljure, espropriato della propria terra che oggi rivendica, rischiando la vita assieme alla sua famiglia e comunità. Anche le popolazioni indigene Jiw e Sikuani subiscono diret-

Fascicolo denuncia redatto dalla CIJP, 2015

Are you curious? Watch the video: Mapiripan. Between Water and Oil palm on youtube

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CHIQUITA WAFFEN UND VERTREIBUNG

C

hiquita ist weltweit eines der größten Unternehmen im Bananen- und Obsthandel mit enormen politischem und wirtschaftlichem Einfluss. Der Name Chiquita kommt aus dem Spanischen und bedeutet „kleines Mädchen“. Die Plantagen des Konzerns befinden sich heute hauptsächlich in Costa Rica, Guatemala, Panama und Kolumbien. Beim Anbau der Bananen auf riesigen Plantagen, vor allem in Kolumbien, wird auf Menschen und Natur wenig Rücksicht genommen. Das Leben der Arbeiter auf den Plantagen ist oftmals von der Missachtung elementarer Menschenrechte und der Unterdrückung der Gewerkschaften geprägt. Die Arbeiter sind vielfach nicht sozial abgesichert und durch den Einsatz hochgiftiger Pestizide großer gesundheitlicher Gefahr ausgesetzt. Bedenklich ist auch der Raubbau an der Natur. Düngemittel und Pestizide sowie die Rodung der Regenwälder zerstören die Artenvielfalt der Pflanzen und Tiere. Chiquita wurde mehrfach wegen oben genanntem Verhalten angezeigt1. Außerdem belegen Justizdokumente eine enge Zusammenarbeit zwischen dem multinationalen Unternehmen und dem Paramilitär in Kolumbien. 2007 hat das Unternehmen Chiquita nach einem Vergleich mit dem US-Justizministerium, wegen Finanzierung einer Terroristischen Vereinigung, eine Geldbuße von 25 Millionen Dollar entrichtet. Das Unternehmen gab zu, Zahlung

an die AUCI geleistet zu haben, aber nur um sich und seine Angestellten vor Überfällen und Erpressungen zu schützen2. Internationale Konzerne wie Chiquita erwirtschaften jährlich Milliarden Gewinne, beherrschen den Markt und bestimmen den Preis. Sie haben großen Einfluss auf die Regierungen und setzen sich rücksichtslos gegenüber Mensch und Umwelt durch. Daran sollte man denken, bevor man im Supermarkt das Produkt eines multinationalen Konzernes in den Einkaufskorb legt3.

I Autodefensas Unidas de Colombia (Dachverband kolumbianischer paramilitärischer Gruppierungen)

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ENEL?

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GREEN POWER

“E

nel è la più grande società elettrica italiana e la seconda in Europa per potenza installata. Nel 1999 è stata privatizzata ed oggi è quotata in borsa contando 1,2 milioni di azionisti. In parte resta una società pubblica in quanto il 31% è proprietà del Ministero dell’Economia e delle finanze, quindi dei cittadini italiani. Oggi sono 40 i paesi dove Enel opera nel settore dell’energia elettrica e del gas. Nel 2009 con la definitiva acquisizione della società elettrica spagnola Endesa, Enel ha ereditato impianti e progetti in numerosi paesi dell’America Latina. Ad accomunarli è purtroppo un evidente retaggio coloniale, che include legislazioni nazionali anti-democratiche e sistemi di valutazione ambientale chiaramente inadeguati. Nonostante l’immagine verde e di impegno verso la sostenibilità, la realtà è ben diversa”.1 In Italia sul monte Amiata, in Toscana, Enel sta portando avanti un progetto di geotermia, promuovendolo “dietro alla falsa convinzione che la geotermia sia una fonte energetica rinnovabile e pulita”.2 I cittadini si sono riuniti nel coordinamento SOS Geotermia per denunciare l’inquinamento dell’aria e delle falde acquifere, avvelenando così l’ambiente e gli abitanti. In Colombia, nella regione del Huila, si trova un altro esempio calzante: L’impresa colombiana Emgesa sta proseguendo ormai da anni i lavori per la costruzione della diga El Quimbo. Questa compagnia elettrica fa parte del gruppo multinazionale di Enel. Questo ambizioso progetto dovrebbe produrre fino all’8% dell’energia che si consuma in Colombia, portando un “progresso” dalla durata di 50 anni. L’altra faccia della medaglia tuttavia vede la grave violazione dei diritti umani degli abitanti della zona e un enorme disastro ambientale: più di 8 mila ettari di terra verranno sommersi dall’acqua. Oltre

a conseguenze devastanti per l’agricoltura, la flora e la fauna, gli abitanti dovranno abbandonare la zona. Da giugno 2015 è iniziato il riempimento del bacino della diga. Le autorità locali così come la società civile è stata avvisata all’ultimo momento, potendo solo lanciare l’allarme alle famiglie perché lasciassero le case e i terreni. Francisco, abitante della zona, domandò che la sua casa non venisse distrutta finchè non fosse stata pronta quella nuova: “Me ne sono dovuto andare lo stesso e adesso, nella nuova zona abitativa a Montea l’acqua arriva nelle cisterne, non c’è un sistema di irrigazione e inoltre non abbiamo neanche gli atti di proprietà di quanto ci è stato consegnato dall’impresa”.3 Con questa strategia di espropriazione dei contadini dalle loro terre, attraverso lo sgombero forzato, Emgesa sta acquisendo ampie porzioni di territorio da includere nel progetto della diga. Si parla di migliaia di vittime di questo “progresso” per il paese.

Che fare?

L’associazione Re: Common si impegna a sottrarre al mercato e alle istituzioni finanziarie private e pubbliche, come la Banca mondiale e la Banca europea per gli investimenti, il controllo delle risorse naturali, per restituirne l’accesso e la gestione diretta ai cittadini, tramite politiche di partecipazione attiva. L’obiettivo è facilitare la nascita di nuovi meccanismi per il finanziamento pubblico dei beni comuni a livello nazionale e globale attraverso politiche di partecipazione attiva come campagne pubbliche. La campagna Stop Enel. Per un nuovo modello energetico promuove un modello di produzione, distribuzione e gestione dell’energia alternativo a quello dell’imprese Enel.

Obiettivi della campagna internazionale STOP ENEL: • Denunciare e arrestare un modello di sviluppo estrattivista e un modello energetico insostenibile e distruttivo per l’ambiente, che viola i diritti umani ed il diritto alla partecipazione delle comunità coinvolte4. • Promuovere un modello energetico alternativo che metta al centro i diritti umani, la difesa della salute dei cittadini e la difesa del territorio come bene comune • Sostenere unitariamente le rivendicazioni delle comunità locali in Italia e a livello internazionale • Dar vita ad una campagna globale che metta in rete le comunità locali, i movimenti sociali e le associazioni coinvolte nei diversi conflitti. Per aderire alla campagna scrivere a: noenel-adesioni@autistici.org

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NEGATIVE AWARD AN ANGLOGOLD ASHANTI

A

ngloGold Ashanti ist ein südafrikanisches Unternehmen, das seinen Firmensitz in Johannesburg hat. Das Bergbauunternehmen ist auf Gold spezialisiert und betreibt weltweit 20 Goldbergbaubetriebe in 10 Ländern. 2004 ist es aus dem Zusammenschluss der zwei Minenunternehmen Ashanti Goldfiels Corporation und Ashanti Gold, einer Tochtergesellschaft der AngloGold American, entstanden. Seitdem heißt das Unternehmen AngloGold Ashanti und ist im Besitz von Aktiengesellschaftern. 2009 ist das Unternehmen in der Mponeng-Goldmine im südafrikanischen Carletonville nahe Johannesburg bis in eine Tiefe von 3.770 Meter vorgedrungen und hält damit den Tiefen-Weltrekord. AngloGold Ashanti plant 9 Milliarden Rand (730 Millionen Euro) zu investieren, um die Tiefe von 4.300 oder sogar 4.600 Meter zu erreichen. AngloGold Ashanti wird von NGO’s (Nichtregierungsorganisationen) und Nachrichtenmagazinen wegen seiner Geschäftspraktiken in der Goldförderung kritisiert. Sie vermuten, dass die Goldförderung, vor allem in Ghana zu Umweltbeeinträchtigung, Menschenrechtsverletzungen, Beihilfe zur Kinderarbeit sowie der Vergiftung der Bergarbeiter führt. Die Chemikalien, die zur Herauslösung des Goldes verwendet werden, gelangen in Seen und Flüsse. Die Folgen sind vergiftetes Trinkwasser und das Aussterben der Fische und der Lebensgrundlage der lokalen Bevölkerung. Auch das Schweizer Konsumentenmagazin Kassensturz und die Organisation Human Rights Watch werfen dem Unternehmen Kinderarbeit, Umweltverschmutzungen sowie menschenunwürdige Arbeitsbedingungen vor. Die Fachjury der von Greenpeace unterstützten „Public Eye Awards 2011“ vergab aufgrund der genannten Vorwürfe den „Negative Award“ an AngloGold Ashanti, als Musterbeispiel eines rücksichtslosen Unternehmens. Außerdem wird das Unternehmen beschuldigt, seine Beschäftigten wissentlich hohen Konzentrationen von Siliciumdioxiden ausgesetzt zu haben, 38

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Goldwaschen: eine Knochenarbeit

ohne für adäquate Schutzmaßnahmen gesorgt zu haben. Geht das Gold zuneige, verlieren viele und zuletzt alle ihre Arbeit in den Minen. Was zurückbleibt sind Umweltverschmutzungen die durch den jahrelang betriebenen Goldabbau entstanden sind. Alleine der Verbrauch an Wasser ist enorm. Für den Bergbau werden Millionen Kubikmeter an (Trink-)Wasser benötigt, welches der lokalen Bevölkerung schlussendlich fehlt. Die Forderungen der NGO’s an das Unternehmen sind: AngloGold Ashanti muss künftige Verschmutzungen verhindern, die Opfer angemessen entschädigen und sich für die Achtung der Menschenrechte einsetzen. Auch in Cajamarca, Kolumbien, soll eine neue Goldmine namens La Colosa von AngloGold Ashanti erschlossen werden. Mehrere anliegende Dörfer und zivilgesellschaftliche Gruppen lehnen die Erschließung der Mine ab. In einem verbindlichen Referendum des Ortes Piedras waren 99% der 2.995 abgegebenen Stimmen gegen die Fortführung der Arbeiten von AngloGold in der Region. Die EinwohnerInnen fürchten, dass fortwährende Arbeiten in der Goldmine, die Nahrungs- und Wassersicherheit bedrohen. Die örtliche Landwirtschaft und bisherige Lebensgrundlage der Menschen ist gefährdet, da Abbau- und Wasserlizenzen missachtet werden. Es scheint, als ob AngloGold Ashanti kein Interesse an der Einhaltung der von Südafrika ratifizierten Afrikanischen Charta der Menschenrechte und der Rechte der Völker hat, in der festgehalten ist: Alle Völker verfügen frei über ihre Reichtümer und Bodenschätze. Dieses Recht üben sie ausschließlich im Interesse ihrer Bevölkerung aus. In keinem Fall darf ein Volk dieses Rechts beraubt werden. Ein Grundsatz der sowohl von AngloGold Ashanti als auch von vielen anderen Multinationalen Unternehmen missachtet wird.


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ARROZ Y RESISTENCIA C

urvaradò, Chocò, Colombia1. Nei piccoli villaggi, le case di legno sono abitate da famiglie numerose. La dispensa del cibo la vedi solo se alzi gli occhi: mazzi dorati che pendono dal soffitto, arroz! Il riso è il piatto onnipresente: colazione, pranzo, cena. E, proporzionato allo sforzo fisico richiesto dai lavori nei campi, le quantità sono notevoli: un piatto non basta per contenere una buona porzione. Riso, benedizione di queste terre calde. La semina, la raccolta, la lavorazione segnano il ritmo di stagioni e comunità. Con Argenito e sua moglie, partecipo2 al succedersi delle attività necessarie per riempire ogni giorno il piatto degli undici figli. Poco dopo la semina, bisogna controllare che gli uccellacci neri non si portino via le timide piantine. E quando è il momento della raccolta, tutta la famiglia è coinvolta. Falciare, raccogliere, stendere a seccare. E di nuovo, controllare che gli uccelli non si portino via il nostro cibo. Quando il riso è secco, è il momento del pilón: colpi ritmici e sicuri per togliere la scorza dal chicco. La musicalità di questi gesti rende la fatica più sopportabile, e i calli delle mani bruciano un po’ meno di fronte a un piatto di riso nuovo. La gioia del vedere il soffitto di casa pieno di riso non ha prezzo. Soddisfazione che va ben oltre la pancia piena: la “sovranità alimentare” è una rivendicazione quotidiana esplicita in queste comunità, dove la raccolta del riso è minacciata da stormi di uccelli e periodi di siccità, ma soprattutto dalla presenza di gruppi armati e grandi impre-

Campo di riso

se. Produrre palma africana e banane ha un valore commerciale maggiore del riso dei contadini, i grandi imprenditori lo sanno bene. Così come lo sapevano quando si sono alleati con gruppi paramilitari per sfollare gli abitanti di queste regioni3. Oggi, nonostante le ripetute sentenze di condanna contro gli imprenditori4, la situazione non è migliorata. Quando Argenito va nei campi per seminare riso o altri alimenti, sa bene che potrà incontrare uomini armati che vogliono impedirgli di coltivare il cibo per sé e la sua famiglia. Eppure, il titolo (collettivo) della terra è proprio della sua comunità: l’occupazione di queste terre per altri usi è illegale e illegittima sotto tutti i punti di vista. La violenza e gli interessi economici minacciano quotidianamente la sopravvivenza di queste comunità, che si sono organizzate per resistere con metodi nonviolenti. Fra di loro, le persone più visibili, i leader, sono vittime di costanti minacce e attacchi. Tempo fa, prima della violenza, queste famiglie vivevano sparse, nei campi; così potevano proteggere il raccolto dagli animali, ed evitavano tanto trasporto. Oggi, passare la notte lontano dal villaggio è troppo rischioso. Chi ci ha provato ne ha pagato le conseguenze. Per questo, alcune comunità si sono organizzate come “Zone Umanitarie”, e lì rientrano dopo la giornata di lavoro nei campi. Campi? Beh, forse non è proprio la parola corretta. Sono più “territori recuperati”, fra le palme africane; piante di pochi anni, ma che hanno già fatto radici profonde, e non possono essere facilmente rimosse. Per coltivarle, le imprese hanno modificato i corsi d’acqua, rendendo aride varie zone; hanno distrutto l’unico acquedotto della zona; hanno introdotto nuove malattie delle piante e mandato in tilt l’equilibrio ambientale. Quando le contadine e i contadini hanno cominciato ad abbattere le prime palme, gli imprenditori hanno promesso “Per ogni palma tagliata, cadrà una vostra testa”. Purtroppo, effettivamente tante sono state le vittime durante questi anni. Ma la presenza di queste comunità, il colore dorato delle piante di riso da raccogliere, confermano che c’è speranza. Palma africana, banane... Temi e prodotti che riguardano i nostri consumi, i nostri mercati. Dall’altra parte dell’oceano, non possiamo stare a guardare. La resistenza in Curvaradó (così come in tantissime altre parti del mondo) c’interpella e ci chiede a gran voce di prendere una posizione5. Sara Ballardini, volontaria di PBI in Colombia

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POPOLI INDIGENI COLOMBIANI Q

uando si parla di “popolo indigeno” la nostra immaginazione corre immediatamente alle immagini degli Indiani d’America con tanto di ornamenti di piume e indumenti colorati. Che poi indiani non sono, dato che Colombo non era giunto nelle Indie, ma, appunto, nelle Americhe. Il termine oggi utilizzato di “nativo americano” è sicuramente più rispettoso ma comunque non riesce a rappresentare l’immensa varietà e ricchezza culturale di tutti i popoli originari non solo degli Stati Uniti d’America (per es. i Cherokee, Shoshone, Navajo, etc.), ma di tutte le Americhe, nonché di tutto il mondo. Le Nazioni Unite stimano che ci siano almeno 370 milioni di persone che si auto-identificano come indigene o che appartengono ad un popolo indigeno. Tali popoli parlano quantomeno 5.000 lingue diverse e vivono almeno in 70 diversi paesi al mondo, anche in Europa (come i Sami nei paesi nordici). In Colombia vivono circa 1,5 milioni di persone indigene che rappresentano il 3,5% della popolazione totale1. Questa bassa percentuale, tuttavia, non rende giustizia all’immensa ricchezza culturale degli almeno 80 popoli indigeni che vivono in questo paese, soprattutto nella zona amazzonica e nella zona costiera del Cauca. Essisono suddivisi in diverse comunitàe parlano altrettante lingue (per es. Awa, Emberá, Wayuu). La Colombia è un paese meraviglioso dalla gente amabile e cordiale, ma con una lunga triste storia di violenza. Gli scontri fra i gruppi militari statali e quelli paramilitari, così come le FARC (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia), hanno mietuto diverse vittime soprattutto fra le comunità indigene. La Organización Nacional Indígena de Colombia (ONIC) aveva stimato che, prima dell’inizio del processo di pace tuttora in corso, 35 persone indigene venissero

sfollate ogni giorno e che una persona indigena fosse uccisa ogni 40 ore 2. Tuttavia, gli scontri con e tra i gruppi armati sono solo uno dei diversi problemi che affrontano questi popoli. Nonostante la Costituzione colombiana del 1991 tuteli una serie di diritti di questi popoli e vi sia un sistema di matrice coloniale che garantisce loro una sorta di autonomia territoriale (Resguardos indígenas), la vera spada di Damocle che pende su di essi è la corsa alle risorse minerarie ed agli idrocarburi di cui la Colombia è molto ricca. Tradizionalmente, questi popoli hanno vissuto e vivono in aree remote che, quindi, si rivelano oggi essere le zone da sfruttare. Pertanto, tali popoli vengono sfollati o subiscono trasferimenti forzati in altre zone dovendo abbondonare le loro case, ma soprattutto la propria terra, per loro non solo fonte di sussistenza, ma anche luogo sacro. Per rispondere a tali azioni, i popoli indigeni oggi fanno ricorso sempre più ad importanti diritti riconosciuti loro sia a livello internazionale, sia a livello nazionale, come quello alla consultazione e al consenso previo, libero ed informato. L’esercizio di tali diritti riesce quantomeno in parte a contrastare lo sfruttamento delle risorse naturali sulle loro terre da parte di compagnie nazionali, multinazionali o di altri paesi, compresa l’Italia, autorizzate dallo stato colombiano. Inoltre, l’incisiva giurisprudenza della Corte Costituzionale colombiana e della Corte Interamericana dei Diritti Umani dà speranza che, nonostante i quotidiani soprusi sofferti da questi popoli, si possa fornire loro un’adeguata tutela. Alexandra Tomaselli, ricercatrice presso l’Istituto sui Diritti delle Minoranze dell’Accademia Europea di Bolzano-EURAC e la Facoltà di Giurisprudenza dell’Università di Graz.

Popoli indigeni Cosa significa? A livello internazionale non è mai stata adottata ufficialmente una definizione per la difficoltà di poter riunire in un’unica formulazione, e quindi rischiare di limitare, tanta diversità culturale. Le Nazioni Unite parlano piuttosto di un modern understanding, ossia delle caratteristiche comuni di diversi popoli indigeni che includono il loro attaccamento spirituale alla terra, la loro preesistenza alla colonizzazione, una propria cultura e

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lingua, etc. Negli anni ‘80, il Relatore Speciale José Martinez-Cobo compilò assieme ad Augusto Diaz un esteso studio sui popoli indigeni che contiene anche una definizione. Tuttavia, questa definizione s’incentrava sulle Americhe e l’Oceania, tralasciando delle caratteristiche importanti di altre zone in cui vivono popoli indigeni, come l’Asia e l’Africa, dove i processi coloniali sono stati profondamente diversi.

Dove vivono? Dei 370 milioni di persone che si auto-identificano come indigene o che appartengono ad un popolo indigeno stimate dalle Nazioni Unite, più del 50% ora vivono in aree urbane e non indossano indumenti tradizionali se non nelle celebrazioni, ma ciò non significa che abbia perso la loro cultura, che, come per noi, è in continuo mutamento.


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Kinder bei der Kokaernte

MEHR DROGEN IN EUROPA ...MEHR MORDE IN KOLUMBIEN?

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ie Kokapflanze wird in den Anden schon seit Jahrhunderten als Nahrungsmittel, Medizin und für kultische Zwecke verwendet. Sie vertreibt Hunger, Müdigkeit und Kälte und die Menschen kauen ihre Blätter, oder machen Tee daraus. Die Pflanze besteht zu 0,5% aus Alkaloiden und benötigt verschiedene Schritte, um in Kokain umgewandelt zu werden. Ein deutscher Chemiker schaffte es Mitte des 19. Jahrhunderts erstmals, Kokain in kristalliner Form zu isolieren. Angebaut wird die Kokapflanze tief im kolumbianischen Dschungel, wo es etliche unentdeckte Felder gibt, die sich perfekt für den illegalen Anbau eignen. Die ersten Verarbeitungsschritte werden von den Bauern selbst in „Labors“, die meist an die Felder angeschlossen sind, verrichtet. Dort werden die Pflanzen kleingehäckselt und mit Zement, Harnstoffen oder Kalk vermischt. Diese Mischung wird dann mit Benzin übergossen, um die Alkaloide herauszulösen. Es entsteht ein brauner Brei, der dann mit Natriumbicarbonat behandelt wird. Was bleibt ist die Ko-

kapaste, die von Großhändlern gekauft und in gehobenere Labors transportiert wird. Dort wird die Paste durch einen komplizierten chemischen Prozess in das weiße Pulver verwandelt, das wir als Kokain kennen. Aus Südamerika kommen jährlich 150-170 Tonnen Kokain nach Europa, zumeist in Containerschiffen. Eine beliebte Methode, Kokain über die Containerschiffe zu schmuggeln ist, es in Obstkisten, oft unter Bananen oder anderen Früchten, zu verstecken. Es gibt mehrere Routen, die zum Schmuggel der illegalen Ware genutzt werden, zum Beispiel auf direktem Weg nach Europa mit Anlegeplatz in den Häfen Portugals oder Spaniens, oder von Südamerika nach Westafrika, von dort aus über den Landweg nach Gibraltar und dann vom Südwesten in den Norden Europas. Weil der Weg des Kokains nach Europa in so vielen Etappen verläuft, vervielfacht sich sein Wert von Schritt zu Schritt enorm. Der Reinheitsgehalt verringert sich jedoch, weil es häufig in den verschiedenen Etappen „gestreckt“ (mit nicht ganz unbedenklichen Stoffen vermischt) wird. Müsste man eine Geschichte über den Drogenhandel in Kolumbien im 20. Jahrhundert schreiben, so wäre eindeutig Pablo Escobar deren Hauptdarsteller. Er wurde innerhalb kürzester Zeit zum größten Kriminellen des 20. Jahrhunderts und zu einem der reichsten Menschen der Welt. Seine Drogenkarriere begann Mitte der 70er-Jahre. Er war der Anführer des Medellín-Kartells, das in der Industrialisierung der Kokainherstellung und des Kokainhandels an erster Stelle stand. Das Medellín-Kartell steckte hinter 80% des globalen Kokainhandels. Gerade als Escobar das Geschäft mit dem Kokain entdeckte, wurde es in den USA immer beliebter und zu einer „Modedroge“. Diese Entwicklung verhalf ihm zu seinem enormen Erfolg. Hergestellt wurde das Kokain im Urwald, in einer Themenheft 2015/2016

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riesigen Kokainfabrik namens Tranquilandia. Die Dimensionen dieser Fabrik waren erstaunlich: von mehr als 1000 ArbeiterInnen wurden in 10 Kokainküchen jährlich 300 Tonnen Kokain hergestellt. Nach außen waren die Machenschaften Pablo Escobars nicht zu erahnen. Laut der Zeitschrift Semana soll er sich für Menschen, die auf einer Müllhalde lebten, eingesetzt und ein ganzes Stadtviertel für sie gebaut haben. 1984 schaffte es die US-Antidrogenbehörde, das Labor zu finden. Initiiert vom kolumbianischen Minister Rodrigo Lana Bonilla, zerschlugen lokale Einheiten die Kokainfabrik Tranquilandia. Nach diesem Schlag kam es jedoch zu einer dramatischen Wende: Pablo Escobar ließ den Minister erschießen. Nachdem Lara Bonilla ermordet worden war, floh Escobar nach Panama. Schließlich kehrte er zurück in sein Heimatland, wo er 1986 Guillermo Cano, den Chefredakteur von El Espectador töten ließ. Guillermo Cano war der Einzige, der es gewagt hatte, Escobars Machenschaften öffentlich an den Pranger zu stellen. Mit dem Mord an dem Journalisten begann eine Welle von Tod und Gewalt. Das Kartell ließ Tausende von Richtern, Polizisten und auch Unbeteiligten ermorden. Während des Präsidentschaftswahlkampfs 1989 wurde dessen unbestechlicher Favorit Luis Carlos Galán, ein Gegner der Kartelle, ebenfalls umgebracht. Als Kolumbien in diesem Jahr endgültig dem Narco-Terrorismus ausgesetzt war, erklärten die USund die kolumbianische Regierung dem Medellín-Kartell den Krieg. Häuser, Autos und Gelder wurden beschlagnahmt und Mitglieder der organisierten Kriminalität und der Kartelle festgenommen. Unter ihnen war auch Pablo Escobar, der in La Catedral untergebracht wurde, einer Luxusunterkunft, die nach seinen Wünschen erbaut worden war. Auch die „Gefangenschaft“ hielt ihn nicht davon ab, Morde an seinen Konkurrenten anzuordnen. Präsident Gaviria hatte allmählich genug und schickte 1992 ein Großaufgebot an Ordnungskräften in La Catedral, um Escobar endgültig festzunehmen. Doch Pablo Escobar war schneller. Als die Ordnungskräfte eintrafen, war er schon in einen Unterschlupf in Medellín geflohen. Am 2. Dezember 1993, einen Tag nach seinem Geburtstag, führte er von dort aus ein Telefongespräch mit seinem Sohn. Sein Anschluss konnte geortet werden und Escobar wurde gefunden und erschossen. Der Tod Escobars bedeutete leider nicht, dass der Drogenhandel in Kolumbien ein Ende hatte. Die Nachfrage und der Konsum des Kokains in Europa und in den USA sind nach wie vor beträchtlich, was zur Folge hat, dass weiterhin tausende unschuldige Menschen erpresst, bedrängt, verletzt und ermordet werden. Die kalabrische `Ndrangheta gilt als mächtigste Mafia-Organisation Europas. Sie ist in ganz Europa und unter anderem

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auch in Südamerika aktiv und gewann in den 1990er-Jahren stark an Bedeutung. Die `Ndrangheta soll eng mit der AUC, dem rechtsgerichteten Dachverband paramilitärischer Gruppen in Kolumbien verbündet sein. Ihr Kommandant, Salvatore Mancuso, stammt aus Italien. Es wird spekuliert, dass diese Verbindung mit dem vermehrten Kokainkonsum in Europa zusammenhängt. Dank der Beziehungen zu den AUC taten sich für die `Ndrangheta neue Produktionsquellen und Transportrouten auf. „Der Kokainkonsum in Europa und die Ausbreitung des Paramilitarismus in Kolumbien verstärkten sich gegenseitig.“¹ Laut US-Antidrogeneinheit kommt der Drogenhandel allen Akteuren des kolumbianischen Drogenkriegs gleichermaßen zugute und wird auch gleichermaßen bekämpft. Dem ist nicht so. Die 280 bis 500 Millionen US-Dollar, die jährlich im Rahmen des Anti-Drogen-Programms Plan Colombia nach Kolumbien geschickt werden, werden fast ausschließlich für die Bekämpfung der FARC-Guerilla, die linksgerichtete aufständische Gruppe verwendet. Der von der AUC kontrollierte Norden des Landes, wo der strategisch wichtige Teil des Kokaingeschäftes, die Verarbeitung und Verschickung des Kokains erfolgt, erfährt nur eine geringe Aufmerksamkeit. Die AUC soll auch systematische Unterstützung von kolumbianischen Sicherheitskräften bekommen. Auch gibt es Vermutungen, dass der ehemalige Präsident Àlvaro Uribe es nur Dank der Unterstützung des Paramilitärs schaffte, zweimal hintereinander an die Spitze gewählt zu werden. Ein Beispiel mehr, wie komplex und undurchsichtig der Konflikt in Kolumbien ist.


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WATERGRABBING LE VENE APERTE DELLA COLOMBIA L

a Valle del Patia era una delle zone più fertili della Colombia. Le grandi pianure della parte sud occidentale del Paese, bagnato da immense vene d’acqua e i fiumi lenti e larghi che lo scrittore Garcia Marquez raccontava, erano abitate da numerose comunità. Oggi questa regione del paese latinoamericano che guarda verso l’oceano Pacifico è un esempio del vero significato del “modello energetico neoliberista”. Siamo andati nel marzo scorso con una missione di valutazione, nell’ambito del progetto di cooperazione internazionale “Acqua giustizia e pace” che l’associazione italiana Yaku porta avanti assieme alla Comisiòn Intereclesial de Justicia y Paz, per visitare alcune comunità afro colombiane che vivono lungo il Rio Patia, il terzo fiume per dimensioni della Colombia. Galindez e Pilòn sono paesini nati lungo la via panamericana e abitati da afro-discendenti che dopo l’abolizione della schiavitù si sono sistemati lungo le rive di questo grande corso d’acqua. Sono diventati così pescatori e piccoli coltivatori: abitanti di una parte del Paese che quasi non li considera, gente poverissima che forse dalla schiavitù non è mai uscita. Qui centinaia di persone sono senz’acqua. Con le loro baracche di mattoni e lamiera siedono a pochi metri dal fiume. Eppure acqua per loro non ce n’è e nemmeno cibo sufficiente. Nonostante ciò le grandi famiglie latifondiste hanno installato in questa zona le loro fincas agricole, ossia immensi appezzamenti

dedicati per lo più ad allevamenti di vacche. Contraddizioni forti che lasciano grandi interrogativi, ma che hanno spiegazioni precise. Il primo impatto è il calore afoso e maleodorante che avvolge tutto e rallenta i movimenti. Il nostro taxi, fermato più volte dai posti di blocco dell’esercito, termina la sua corsa all’imbrunire nei pressi del Puente Galindez. Per le strade terrose giocano i bambini, mentre le donne siedono fuori dalle loro baracche e qualche uomo in canottiera si fa aria con il cappello. Potremmo essere in Africa o in qualche quartiere di New Orleans. La presenza di afro-discendenti è quasi totale ed è curioso come il Ministero dell’Interno del governo colombiano affermi che qui esistano poche comunità afro discendenti. Ci riuniamo con i rappresentanti dei consejos comunitarios, le istituzioni locali comunitarie, che ci raccontano della loro situazione. Il Rio Patia è completamente avvelenato. I suoi affluenti sono utilizzati dalle multinazionali dell’oro: l’impresa AngloGold Ashanti è una delle più aggressive. Nella regione del Cauca ha installato un numero impressionante di miniere dove gli operai lavano nei fiumi il mercurio e altri metalli pesanti. La gente di questi paesini non ha mai avuto un acquedotto, né una fogna. I municipi dicono che non ci sono soldi e dunque ci si arrangia con il fiume per bere, cucinare, lavarsi. Quest’acqua ora però porta solo malattie e morti lente. Siamo nella Colombia della cosiddetta locomotora minera, la locomotiva mineraria Themenheft 2015/2016

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promossa dall’attuale presidente colombiano Santos, in continuità con il suo predecessore Uribe. Un’economia estrattivista che qui mostra la sua faccia più reale. In nome di un ipersfruttamento delle risorse del Paese per produrre energia, oro, petrolio, ricchezza che non arriva al popolo, il Paese versa in gravissime condizioni ambientali e sociali. Gli sfollamenti interni hanno raggiunto i 10 milioni di persone su una popolazione di 45 e nonostante i negoziati di pace in corso a Cuba fra il governo e le FARC per porre fine a mezzo secolo di conflitto interno, la tensione sociale non diminuisce ma anzi aumenta proporzionalmente alle ingiustizie perpetrate in tutto il Paese. Dietro il desplazamento forzato e massivo c’è la violenza paramilitare e l’impunità di stato, che per oltre mezzo secolo hanno operato in combutta con i grandi latifondi ed il narcotraffico ed oggi con i cartelli economici più aggressivi. Il 40% del territorio colombiano è stato dato in concessione a multinazionali minerarie e l’abbassamento del prezzo del petrolio ha incrementato le trivellazioni petrolifere, che hanno visto la resistenza dei popoli indigeni di etnia Nasa affrontare a mani nude elicotteri e corpi militari. Le coltivazioni intensive di pino, eucalipto, palma da olio, soya e canna da zucchero, oltre che di caffè e banani, si estendono per immense aree e colpiscono in maniera irreversibile le fonti idriche e la biodiversità. La Colombia, terra ricchissima di acqua e di risorse, ha quasi la metà della popolazione senza accesso all’acqua potabile e al di sotto dei livelli di povertà. Eppure i desplazados, gli sfollati interni del Paese, anche grazie all’appoggio delle organizzazioni internazionali per i diritti umani, hanno avviato negli ultimi anni fruttuosi processi di riappropriazione e riorganizzazione dei loro territori. L’associazione Yaku vi partecipa attraverso

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vari percorsi di sostegno per il recupero delle risorse idriche, degli acquedotti comunitari e dei sistemi di raccolta delle acque. Attraverso un percorso di autonomia ed autodeterminazione delle comunità, le scuole locali si riuniscono nella rete delle “scuole dell’acqua”. Oggi il Rio Patia sembra un deserto apocalittico. Le imprese che lo deturpano, in nome del “progresso di un Paese che avanza”, come si legge sui cartelli dei posti militari, corredati di foto che ritrae un soldato che abbraccia un bambino, avrebbero dovuto chiedere il consenso delle comunità locali, secondo quanto prescritto dalla Costituzione. Ma poiché qui non esistono ufficialmente comunità afro-discendenti, la Consulta previa non è stato applicata. “Non sappiamo come andare avanti - dice Donna Helena, nonna allegra e speranzosa, forse l’unica a sognare un futuro per i suoi nipoti - per il governo noi non esistiamo”. Ma non per i paramilitari, che fin dagli anni ‘80 minacciano la popolazione tenendola in ostaggio con il terrore e la paura. Si tratta di eserciti irregolari e senza scrupoli, finanziati dalle famiglie latifondiste e delle multinazionali. Il Rio Patia, come il Rio Magdalena e molti altri fiumi, laghi, falde acquifere e paramos, le preziose torbiere ai piedi delle Ande, è una fotografia rappresentativa delle pratiche di watergrabbing, ossia l’accaparramento delle risorse idriche, che nelle logiche dell’economia finanziarizzata viene svenduto sul mercato globale. Se vogliamo fermare questa continua violazione dei diritti umani e dell’ambiente, è prioritaria la messa in pratica di alternative a questo approccio predatorio che vorrebbe fare della Madre Terra l’ultimo baluardo della speculazione globale.


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COMISIÒN INTERECLESIAL DE JUSTICIA Y PAZ KOLUMBIANISCHE SCHUTZBEGLEITUNG D

ie Comisiòn Intercelestial de Justicia y Paz (CIJP) ist eine Organisation, die sich an den internationalen Menschenrechtsgesetzen und den evangelischen Botschaften orientiert1. Sie besteht aus 55 Mitgliedern, Ordensbrüdern, Laien, gläubige und nicht gläubige Menschen, die sich in einem Versammlungsrat zusammenschließen2. Die Mitglieder verteilen sich auf verschiedene Teams, die sich für unterschiedliche Themen einsetzten. So gibt es zum Beispiel eine Gruppe für psychosoziale und gesetzliche Unterstützung, ein Kommunikationsteam, das sich um einen landwirtschaftlichen Radiosender kümmert und das Land-Team, das den direkten Kontakt zu den Menschen pflegt. Das vordergründliche Ziel all ihrer Bemühungen ist es, die Menschen im Prozess der Rückgewinnung ihres Landes zu begleiten, von dem sie von den Konfliktparteien vertrieben wurden. Sobald sich eine Gemeinde entscheidet auf ihr Land und in ihre Häuser zurückzukehren, steht ihr die Kommission bei und unterstützt sie. Dies geschieht jedoch nur auf Anfrage der Gemeinde, nicht auf Eigeninitiative der Kommission. Die Comunidad de Paz de San Josè de Apartadò begleitet CIJP seit 2002. Auf Anfrage der Friedensgemeinschaft wurde eine Missions-Team gebildet, um ihr zu helfen und ihr zu ermöglichen, auf ihr eigenes Land zurückzukehren. Ein weiterer Fall, in dem sich die Kommission aktiviert hat, betrifft die Gegend von Mapiripan3. Ein Ordensbruder berichtete der Kommission von einem Bauern und seiner Familie, die gemeinsam mit anderen indigenen Gemeinschaften vor Ort, von einem Palmölkonzern wiederholt bedrängt wurden. Die Kommission unterstützt die Menschen nicht nur dabei diese Verbrechen zur Anzeige zu bringen, sondern bietet auch eine psychisch-soziale Begleitung an. Denn vor allem für Familien die Opfer von gewaltsamen Vertreibungen wurden, ist die Wiederherstellung des Vertrauens in sich selbst und in andere fundamental, um die Angst zu besiegen und den Schmerz

der erlittenen Gewalt zu verarbeiten. Die Mitglieder von CIJP verbringen mit diesen Menschen viel Zeit, hört ihnen zu und versuchen ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. Genau dort findet Fabio Aruza, Mitglied des Land-Teams von CIJP, die Kraft seine Arbeit als Schutzbegleiter fortzusetzen: beim Beobachten und Unterstützen des täglichen Widerstands dieser Leute aus nächster Nähe. Zusätzlich zu ihrer Tätigkeit vor Ort, versucht die CIJP die Öffentlichkeit für die Menschenrechtsverletzungen zu sensibilisieren und nimmt an Versammlungen von verschiedenen Vereinen und Organisation teil, um ein Netzwerk von Menschenrechtsakteuren zu bilden. Auf die Frage wie das Leben eines kolumbianischen Schutzbegleiters aussieht, antwortet Abilio Peña: „In Kolumbien Menschenrechte zu vertreten, heißt täglich mit Personen zu tun zu haben, die diese verletzen. Es bedeutet ein Leben mit Erpressungen, manchmal Leben im Exil, versuchten Entführungen, gewaltsamem Verschwinden und Attentaten. Die Unterstützung der eigenen Familie hilft, die Motivation für diese Arbeit aufrecht zu erhalten. Ich persönlich finde die Kraft in meinem Glauben und den Prinzipien des Evangeliums.“ Was können wir hier in Italien dazu beitragen, euch zu unterstützen? „Über die Situation in Kolumbien so viel wie möglich berichten, vor allem darüber was in Mapiripan passiert ist und wer die verantwortliche Firma dafür ist. Die Institutionen, die Aktionäre und Verantwortlichen der Firma in Italien auffordern, den Wert des Lebens zu respektieren und niemanden zu töten, der die Achtung seiner Rechte, seines Landes, den Schutz der Natur und der Tiere einfordert. Ihr von Operation Daywork habt das Glück mit einer wichtigen Basis in Kontakt zu stehen, den Schulen. Dass die Jugendlichen ihre Meinung äußern können ist fundamental: vor allem, dass sie erfahren, was geschieht und wirklich daran glauben, etwas Konkretes tun zu können. Die Jugendlichen sind der bedeutendste Teil der Gesellschaft.“

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COLECTIVO AGRARIO ABYA YALA GIOVANI PER IL DIRITTO ALLA TERRA

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l Colectivo Agrario Abya Yala1 è un’organizzazione nata nel 2009 da un gruppo di circa dieci giovani universitari2, ai quali non bastava studiare le materie tradizionali, bensì informarsi e capire di più il proprio paese dal punto di vista del conflitto legato alla terra. Ci siamo riuniti per organizzare corsi e seminari alternativi rispetto all’offerta formativa tradizionale, proponendo un approfondimento per comprendere la questione della terra in Colombia. Questo seminario ha permesso di analizzare le cause del conflitto, la storia agraria, i forti interessi legati alla politica di estrazione mineraria di carbone e oro. Da qui abbiamo iniziato a informarci di più riguardo l’ordinamento territoriale e la legge per la restituzione della terra alle vittime, perché abbiamo capito che questo è direttamente legato al modello di estrazione su larga scala, alla proprietà e allo sfruttamento della terra che storicamente interessa il nostro paese. Per esempio la costruzione di dighe che causano l’inondazione di territori abitati, con conseguente sfollamento e distruzione dell’ambiente, così come delle tecniche di produzione tradizionale dei contadini. La risposta del governo di fronte a questa ingiustizia è semplicemente quella di risarcire con un indennizzo le vittime e ubicarle in altre zone del paese, reiterando così un modello che vede la proprietà della terra fertile, dell’industria agraria e mineraria ai più ricchi, mentre l’economia contadina che si prende cura dell’ambiente, dà lavoro alla gente locale ed è socialmente equa, ne è esclusa. Ora che siamo quasi tutti laureati, ci siamo attivati per

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lavorare in contatto con il Movimento Regional por la Tierra che è nato in Bolivia ma è presente in tutta l’America Latina. L’obiettivo è quello di riuscire a documentare mille casi nei quali i contadini sono riusciti a tornare e a riappropriarsi della propria terra, oppure di occupare terreni abbandonati. Noi stiamo cercando di contribuire investigando sul territorio colombiano: nelle zone del Huila, del Cauca e a Bogotà. Quando abbiamo iniziato a documentarci sui vari casi, ci siamo resi conto che la gente era molto interessata a saperne di più. Abbiamo quindi promosso una scuola di formazione politica, che si chiama Jovenes por la Tierra per i giovani motivati a confrontarsi e scambiare idee su come proseguire la lotta dei propri genitori. Un’altra nostra iniziativa riguarda anche la rete di sensibilizzazione somosunamerica.org, una piattaforma di comunicazione che promuove informazione e dibattito su proposte alternative al capitalismo globale, promossa da individui e organizzazioni sociali giovanili di tutta l’America Latina. Cosa significa Abya Yala? E’ un’espressione in lingua Kuna, un popolo indigeno colombo-panamense, che significa terra fertile. In realtà questa espressione viene usata quando una donna partorisce e perde sangue, che cade sulla terra e la fertilizza. Pare che così venisse chiamato il territorio prima dell’arrivo di Cristoforo Colombo e della “scoperta” dell’America. Abya Yala significa quindi anche rivendicare un’America diversa, il sogno di un continente sovrano, libero dal dominio straniero.


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JORGE MOLANO IL TERRORISMO DI STATO IN COLOMBIA NON È TEORIA

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accio parte di un’ organizzazione che si chiama DH Colombia1, siamo un team di lavoro molto piccolo: due avvocati, un responsabile della comunicazione e una persona competente per la sicurezza delle informazioni2. Ci occupiamo di rappresentare le vittime di casi emblematici per il paese, ossia che per le loro caratteristiche hanno un impatto sull’opinione pubblica e possono promuovere cambiamenti sociali e politici, alimentando così un processo di coscienza del caso. Seguiamo casi nei quali è colpita la popolazione civile, come omicidi e attacchi alla vita, sparizione forzata, violazione del diritto alla libertà di espressione e violenza contro la donna. Per noi la vittima non è oggetto di attenzione, ma un soggetto attivo nel caso, con la quale si costruisce la strategia del processo. Inoltre per noi è fondamentale risalire tutta la catena di comando per incriminare non solo gli esecutori materiali del reato, ma individuare i massimi responsabili, i mandanti. In Colombia è molto difficile raggiungere questo obiettivo. Nel caso del massacro del 2005 alla Comunidad de Paz de San Josè de Apartadò (CdP), abbiamo dovuto analizzare le politiche governative di quel periodo per scoprire non solo che si è trattata di una tragedia premeditata, ma che ha visto l’attiva collaborazione tra attori militari e governo nella raccolta di informazioni sui membri della CdP in uno specifico manuale. Qui si tratta di una decisione istituzionale di eliminare la CdP, nel quadro di una strategia precisa di soppressione di qualsiasi tentativo di resistenza nonviolenta al conflitto. L’impunità in Colombia? Considerate che dal 1965 al 1995 i paramilitari, gruppi privati creati dagli Stati Uniti, erano legalmente autorizzati ad essere addestrati e armati dall’esercito. Questo ha causato più di 200.000 vittime. Nonostante la desmovilitaciòn, un processo di consegna delle armi da parte dei paramilita-

ri, la situazione non è migliorata. Per i pochi smobilizzati, fu sufficiente presentarsi davanti alla magistratura affermando di non aver commesso alcun delitto. In questo modo veniva archiviato il caso, senza indagini. In questo periodo, l’impunità nei casi di violazione dei diritti umani ha raggiunto il 99,99%. Le fonti governative affermano che oggi in Colombia ci sono circa sei milioni e duecentomila vittime, delle quali la totalità sono sfollate, 95.000 uccise, 130.000 minacciate e 65.000 scomparse. Questi numeri sono maggiori delle vittime in Cile e Argentina, dove ci sono state le dittature, mentre qui c’è sempre stata formalmente una “democrazia”: immaginatevi se fossimo stati sotto dittatura! Attualmente i pochi comandanti paramilitari condannati stanno già uscendo dal carcere, dove continuavano a seguire le loro attività illegali, riassumendo il controllo della terra. Questo modus operandi assomiglia al modello della criminalità organizzata italiana. Dove trovo la motivazione per proseguire nel mio lavoro? Credo che un giorno tutto possa essere diverso e in questo senso mandare un messaggio alla società. Nel mio lavoro di avvocato l’aspettativa è quella di generare precedenti giudiziari, che possano aprire la strada al cambiamento. La vita di un avvocato per i diritti umani in Colombia non è facile: la lista degli amici morti è lunga. Le mie due figlie si sono dovute trasferire all’estero, mentre io mi muovo da anni con un’auto blindata. Il telefono mio e persino della signora che lavora nell’area amministrativa sono continuamente controllati. Il terrorismo di stato in Colombia non è teoria.”

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ALLES FAIRTRADE MIT DEN BANANEN? D

ie Banane ist das meistverzehrte Frischobst der Welt. 90 Prozent stammen aus dem globalen Süden. Bananen schmecken lecker, doch hast du dich jemals gefragt, welchen Weg sie zurücklegen, bis sie zum Verzehr bereit bei dir ankommen? Im Supermarkt erhält man hauptsächlich konventionell angebaute Bananen, in einigen Geschäften gibt es eigene Verkaufsecken, wo man auch Biogemüse und –obst angeboten bekommt. Der Unterschied zwischen konventionellem und Bioanbau dürfte mittlerweile allen bekannt sein. Dabei kommt jedoch die nächste Frage auf: Ist Bio Fairtrade? Fairtrade Bananen werden nur per Schiff transportiert, es gibt keinen Transport über den Luftweg, also ist dies schon mal nachhaltiger für die Natur. Doch was muss ein Obst aufweisen, um die Bezeichnung „bio“ oder „Fairtrade“ zu erhalten, damit wir bewusst nach dem Obst oder Gemüse greifen können, dessen Anbau- und Produktionsweise wir unterstützen wollen? Im Folgenden erklären wir dir einige wichtige Begriffe und Unterschiede, was die Produktion von Bananen betrifft. Beim Anbau gibt es prinzipiell schon mal den gravierenden Unterschied, der sich darin zeigt, dass beim konventionellen Anbau die gepflanzten Bananen mit Pestiziden behandelt werden. Dadurch, dass dies oft mithilfe eigens eingesetzter Flugzeuge geschieht, landet das Gift nicht nur auf den Bananen, sondern auch auf den dort arbeitenden Menschen. Im Bioanbau würde kein Bauer daran denken, sein Feld oder sich und seine Arbeiter mit Gift zu besprühen. Auch wenn er sich mit einer Atemmaske schützt (die in den Anbaugebieten von exotischem Obst selten bis gar nicht zur Anwendung kommt) haben das Pestizid und Herbizid fatale Auswirkungen auf Boden, Pflanzen und Tiere (viele Nützlinge wie Bienen und Schmetterlinge werden ebenfalls vernichtet) und das Grundwasser. Letztendlich nehmen auch wir als Verbraucher dieses Gift in uns auf, da durch das Schälen der Banane nicht garantiert wird, dass die Frucht keine Spuren des Pestizids enthält. Im Gegensatz dazu wird im Bioanbau auf den Einsatz

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von Pestiziden verzichtet und solche Vorgehensweisen gibt es auch im fairen Handel nicht. Kann ich beim Kauf von Fairtrade-Produkten davon ausgehen, dass es sich automatisch um Bioprodukte handelt? Fairtrade steht für ethisches Handeln, Nachhaltigkeit und Transparenz. Festgelegte Kriterien bestimmen, was sich Fairtrade nennen darf (auch dafür kannst du am Produkt den Aufkleber erkennen). Die Bauern vor Ort schließen sich zusammen, gründen Genossenschaften. Verschiedene Produktionsstätten in vielen verschiedenen Ländern stellen ein Produkt her, dabei halten sich alle an die vorgegebenen Vorschriften. Die Arbeitsbedingungen sind genau festgelegt, beim Anbau und bei der gesamten Produktion wird darauf geachtet, dass die Gesundheit der Konsumenten und Produzenten geschützt wird. Es gibt also die Genossenschaft, welches sich rein um das Frischobst kümmert: Bananen, Mangos, Ananas, Avocado, Zwiebel (z.B. aus dem mafiafreien Süditalien). Der konventionelle Anbau hat allzu oft die Ausbeutung der Ressource Mensch als grausames Nebenprodukt. Im fairen Handel ist Kinderarbeit ein absolutes Tabu, die Kinder dürfen gerne auf dem Feld oder wo sie möchten, mithelfen, so wie wir als Kinder auch manchmal zuhause im Haushalt mitgeholfen haben. Der Nachwuchs wird jedoch nicht ausgenutzt, sondern darf Bildung genießen, die Schule besuchen (in manchen Gebieten ist dies für viele ein Luxus). Diese Kriterien für fairen Handel gelten übrigens nicht nur für Bananen, sondern für alle Waren und Produkte, die unter diesem Aspekt hergestellt werden: Den Organisatoren des Fairtrade ist ein direkter Kontakt zu den Produzenten wichtig, z. B. waren einige Vertreter auch hier bei uns in Bozen. Die Importgesellschaften sind zuständig für Kontrolle, Transport und allgemein für die Zusammenarbeit. Für verschiedene Länder sind verschiedene Importgesellschaften zuständig, wobei folgende zu den wichtigsten zählen: CTM, Libero Mondo und CTM Agrofair. CTM ist der Hauptimporteur für faire Produkte in Italien, so wie es die GEPA in Deutschland ist. Die Dachorganisation des fairen Handels nennt sich WFTO (World Fair Trade Organisation). Sie setzt die Kriterien fest, baut mit


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den Produzenten zusammen die Produktion auf und bestimmt die Kontrollen. Fairtrade ist also nicht unbedingt gleichzusetzen mit bio, aber es handelt sich meistens um Bioprodukte. Bio ist also eigentlich nur ein zweites Kriterium, das erste Kriterium ist der Mensch, das heißt, es wird darauf geachtet, dass es dem Arbeiter gut geht. Schlechte Ernten, niedrige Exportpreise und schwankende Weltmarktpreise, Preis- und Wettbewerbsdruck sowie eine starke Machtkonzentration in der Lieferkette auf wenige Handelsunternehmen und Supermärkte wirken sich direkt auf ihre Einnahmesituation aus. Bei uns dient die Banane als Lockvogelangebot und wird als Aktionsware zu günstigsten Preisen angeboten, um Kunden anzuwerben. Der Preisdruck wird in der Lieferkette weitergereicht. Eine Politik mit fatalen Folgen in den Anbauländern – wie zunehmend prekären Lohn- und Arbeitsbedingungen, Umweltbelastungen und fehlender Planungssicherheit. Wichtiges Kriterium ist eine umweltschonende Produktionsweise, der Bauer hält sich an das Verbot von Gentechnik und an die Liste verbotener Substanzen.

Es handelt sich um ein völlig transparentes System durch die unabhängige Zertifizierung und Kontrolle. Weiters werden Fairtrade-Prämien in Projekte für Gesundheit, Bildung und Umwelt investiert. Insgesamt ist es das Ziel, wirkungsvoll Armut zu bekämpfen und eine Welt zu schaffen, in der Kleinbauernfamilien und ArbeiterInnen im globalen Süden ein sicheres und menschenwürdiges Leben führen und dabei ihre Zukunft selbst gestalten können. Fazit: Jeder fördert mit seiner Kaufentscheidung die eine oder andere Richtung, kann mitentscheiden, welche Art von Produktion unterstützt wird. Hinter jedem Produkt steht ein Mensch, jedes Lebensmittel, aber auch andere Ware wie Kleidung, hat einen Hintergrund, wichtig ist es, sich dieser Macht beim Kauf bewusst zu werden. Die Konsumenten leisten durch den Kauf von Fairtrade-Produkten einen direkten Beitrag für die Verbesserung der Lebens-, Arbeitsund Umweltbedingungen der Menschen in den Anbauländern. Auch im Kleinen kann Großes bewirkt werden. Wir als Kunden haben die Macht! Botteghe del Mondo dell’Alto Adige

Diese Vorteile genießt nur ein Fairtrade-Produzent: • Bei einem Ernteausfall erhält der Bauer trotzdem sein Geld • Der Preis für das Obst ist börsenunabhängig (d.h. bei sinkendem Gegenwert der Ware wird dies ausgeglichen) • Die Gelder der Beiträge können in Fort- und Weiterbildung investiert werden • Verbesserte Arbeitsbedingungen, demokratische Organisation und Mitsprache für Angestellte, • Bäuerinnen und Bauern sowie langfristige Handelsbeziehungen

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? SIAMO DISPOSTI A RINUNCIARE AL

“NOSTRO” A FAVORE DI UN “DI TUTTI”

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a 5 anni vivo nella piccola Comunidad de Paz de San Josè de Apartadò (CdP), in Colombia. La vita di questa realtà contadina è semplice ed essenziale, fondata sul lavoro nei campi da cui i contadini ricavano il cibo quotidiano e su una resistenza civile contro le barbarie perpetrate dalle FARC (guerriglia), dai paramilitari e dallo stesso esercito colombiano. Questi attori armati hanno come obiettivo quello di sfollare la gente e lasciare immensi territori sotto il controllo armato finalizzato al narcotraffico (gestito dalla N’drangheta calabrese), al traffico d’armi e all’estrazione mineraria (oro, petrolio, carbone, acqua, ferro, nichel, etc.). Dal 1997 ad oggi sono state uccise più di 200 persone appartenenti alla CdP, tra le quali donne e bambini seviziati e fatti a pezzi. La ragione di tanto orrore trova origine nel fatto che loro hanno sempre denunciato la profonda ingiustizia subita. Andando alle radici di tanta violenza quello che vi troviamo è una forte correlazione tra la loro situazione e la nostra vita. Meglio sarebbe dire che esiste una catena immaginaria che lega le nostre scelte quotidiane alla sopravvivenza dei contadini colombiani. Quando infatti entriamo in un supermercato, quando scegliamo cosa indossare, cosa mangiare o quali strumenti tecnologici acquistare, non facciamo altro che tirare questa catena strozzando molto spesso chi sta dall’altra parte e cioè i più poveri. La povertà la creiamo però noi stessi proprio quando imponiamo leggi di mercato a paesi, come ad esempio la Colombia, estremamente ricchi di innumerevoli risorse minerarie gestite da politiche corrotte e multinazionali senza scrupoli. In questi ultimi anni in cui la crisi economica e politica ha generato una situazione di insicurezza che intacca non solo la struttura sociale ma anche quella interiore, mi chiedo però fino a che punto saremmo disposti oggi a rinunciare al “nostro” a favore di un “di tutti”. La domanda si fa necessaria per capire fino a che punto siamo disposti a consumare, comprare, usare ciò che proviene dallo sfruttamento e dalla schiavitù di altre persone. Forse molti di noi non sentono nessuna responsabilità per ciò che accade al di là dei propri limiti territoriali, ma sicuramente esiste chi sta prendendo sempre più coscienza della necessità di cambiare rotta e opporsi ad una logica di mercato distruttiva a favore di un’economia distributiva delle ricchezze. Attraverso i mezzi di comunicazione oggi è possibile accedere a molteplici informazioni riguardo alla provenienza e alle eventuali implicazioni fraudolente e alle violazioni dei diritti umani a carico di imprese nazionali ed internazionali che in-

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troducono nei nostri mercati ogni genere di bene. Si fa dunque necessario, una volta consapevoli di ciò, reagire ed agire in maniera concreta. Il sistema cerca inevitabilmente di far sentire impotente colui che desidera cambiare, migliorare, essere giusto, perciò diventa d’obbligo per la società civile unirsi ed intervenire in forma efficace. Come? Il primo passo è sicuramente rivolto a sé stessi, ciascuno di noi deve guardarsi bene dentro, individuare tutto ciò che sa provenire dal sopruso di altri e iniziare a modificare le proprie scelte. È indubbiamente utile per esempio aderire alle campagne di boicotaggio, che è caratterizzate da un’azione collettiva o individuale che permette di isolare o ostacolare l’operato iniquo di un’azienda (Coca-Cola, Nestlè, Enel, Del Monte, Chiquita, Nike, etc.), partecipare ad iniziative di sensibilizzazione alle tematiche della “decrescita felice”, cioè la riduzione dei consumi a favore di un miglioramento del benessere, iniziare a conoscere i prodotti del commercio alternativo, l’obiezione fiscale, la finanza sostenibile. Si possono trovare fonti autorevoli e numerosi testi guida e di informazione/ formazione sulle attività di imprese e sulla scelta dei prodotti da acquistare e di altre numerose iniziative che hanno lo stesso obiettivo: la giustizia. La rete Lilliput, che ha tra i suoi promotori Alex Zanotelli, è ad esempio una rete di singoli o associazioni che ha come finalità far conoscere e collaborare le varie realtà locali che hanno a cuore il tema delle disuguaglianze; Francesco Gesualdi che coordina il Centro Nuovo Modello di Sviluppo, un centro di documentazione che si occupa di squilibri ambientali e sociali a livello internazionale, ha pubblicato numerosi testi che offrono a chiunque una panoramica ed un approfondimento su tutte le tematiche fino ad ora descritte nonché suggerimenti pratici per chi volesse decidere di cambiare il proprio stile di vita rispettando così la vita ed il lavoro di altri essere umani che al contrario verrebbero a pagare in prima persona e a volte con la vita, la spregiudicatezza delle leggi di mercato. In Italia esistono molte associazioni e gruppi come Re:Common, Yaku, etc. che lavorano intensamente per organizzare campagne di sensibilizzazione e/o denuncia contro imprese ingiuste. In altre parole non possiamo più dire che non sapevamo o che non centriamo, ma è fondamentale che ognuno di noi faccia la sua parte che, se pur piccola, unita allo sforzo di molti altri genera il cambiamento. Monica Puto, Operazione Colomba


BEING ACTIVE

WEIL DIE SITUATION DER FLÜCHTLINGE UNS ALLE ANGEHT D

icht gedrängt stehen wir gemeinsam mit Familien, Kleinkindern, jungen Männern, Minderjährigen, hochschwangeren Frauen auf Bahngleis 3 am Bozner Bahnhof. Die meisten der Menschen sind aus Eritrea oder Somalia, seit Monaten oder gar Jahren auf der Flucht. Mit angstvollen Augen blicken viele um sich, einige haben außer den Kleidern, die sie am Leib tragen, nichts bei sich. Der junge Mann neben mir schlottert in seinem kurzärmligen T-Shirt. Er möchte nach Deutschland, wie alle hier am Bahngleis. Dort hat er Familie, hofft auf eine bessere Zukunft. Die Hoffnung mit dem Eurocity München zu erreichen zerbricht – Polizisten blockieren die Türen. Trotz gültigem Ticket ist es nicht möglich, diesen Zug zu besteigen. Wir atmen durch. Tränen steigen uns in die Augen. Wir fühlen uns ohnmächtig. Wir können es nicht begreifen. Themen, die wir bislang nur aus Nachrichten kannten, sind nun auch bei uns in Südtirol angekommen. Seither sind Wochen und Monate vergangen. Glück und Leid liegen am Bahnhof eng beieinander. Manchmal können wir nicht mehr tun, als ein bisschen Menschlichkeit zeigen, Gehör schenken oder „einfach nur Dasein“. Wir freuen uns über Jacken, Obst und die vielen helfenden Hände. Manchmal sind wir auch verzweifelt und wütend. Fühlen uns allein oder ohnmächtig. Möchten mehr tun, können es aber nicht. Wir freuen uns über die dankende Umarmung der Menschen, die den Bozner Bahnhof verlassen, und hoffen gleichzeitig, dass sie gut und sicher in ihrem „neuen“ Leben ankommen. Längst schon sind viele Freiwillige nicht mehr nur am Bozner Bahnhof aktiv, sondern auch in den Flüchtlingsunterkünften. Es steht außer Frage, dass die Zuwanderungswelle, die wir in diesen Monaten in Europa erleben, eine große, noch nie dagewesene Herausforderung darstellt: Noch nie waren weltweit so viele Menschen auf der Flucht wie 2015. Bilder von Menschen, die im Mittelmeer ertrinken, lassen uns nicht mehr

Bahnhof Bozen, Frühling 2015

los. Die Solidarität ist groß und doch werden Zäune errichtet, Türen verschlossen, rassistische Äußerungen gepostet. Angst vor dem Fremden. Angst davor, dass uns jemand etwas wegnimmt. Europa versteift sich auf nationalistische Interessen, diskutiert über Quoten und vergessen dabei Grundwerte wie Solidarität und Schutz der Menschenwürde. Wir müssen den Menschen wieder in den Mittelpunkt stellen. Menschlichkeit zeigen und Verantwortung übernehmen. Wie kann ich aktiv werden? Information: Fehlendes Wissen macht ängstlich. Die Flüchtlingsdebatte wird oft von Vorurteile, rassistische Hetze, radikale Stereotypen statt Fakten beherrscht. Es ist wichtig, sich zu informieren und in der „Offline Welt“ wie auch in den sozialen Medien, Stellung gegen rassistische Sprüche und Stammtischparolen zu beziehen. Respekt: Begegne den Menschen auf der Flucht bzw. Asylwerbenden auf Augenhöhe und entdecke den Menschen. Jeder Mensch ist anders. Es gibt nicht DEN Flüchtling! Menschen auf der Flucht sind Menschen in schwierigen Lebenssituationen, die Hilfe brauchen, aber auch sehr viel zurückgeben. Begegnungsmomente: In Südtirol gibt es eine Reihe von Flüchtlingsaufnahmezentren. Vielleicht wird dort eine helfende Hand gebraucht. Frag dort mal nach! Wir von Binario1 / Bahngleis1 (Freiwillige der Zivilgesellschaft) sind BürgerInnen aus ganz Südtirol, welche nicht über einen Verein organisiert sind, aus Eigeninitiative handeln und uns auf unterschiedliche Art und Weise für Menschen auf der Flucht engagieren. Warum wir das machen? Weil die Situation der Flüchtlinge uns ALLE angeht. Wir wollten nicht mehr zusehen, sondern handeln.

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ATTIVATI

CON OD! GIORNATA D’AZIONE – 15 aprile 2016

Cos’è? Una giornata nella quale studentesse e studenti delle scuole superiori lavorano invece di andare a scuola. Attraverso la proposta al datore di lavoro di 51 euro (che comprende 1 euro per l’assicurazione) si contribuirà a sostenere il vincitore del premio diritti umani di OD, la Comunidad de Paz de San Josè de Apartadò in Colombia. Cerca un lavoro! Chiedi all’azienda artigianale dietro l’angolo, nell’impresa dove lavora tua madre, al vicino di casa, in un centro giovani, apri un elenco telefonico e chiama. Attiva la tua fantasia! Se non trovi un lavoro sulla homepage di OD sotto “Borsa di lavoro” trovi diversi posti di lavoro, ancora a disposizione. Come verrà utilizzato il contributo raccolto alla Giornata d’Azione? La Comunidad de Paz lo utilizzerà per acquistare un terreno che possa garantire continuità nella resistenza quotidiana. Una terra che possa essere neutrale e non nelle mani degli attori armati. Perché? Scoprilo leggendo l’articolo: Die Herausforderungen der Comunidad heute.

Ricorda! La tua assenza da scuola è giustificata! Dalle attività non deriva un rapporto di lavoro, poiché l’attività svolta rientra in un programma di formazione della scuola. Se non hai ancora 15 anni puoi lavorare solo in famiglia, come tagliare il prato alla nonna o sistemare il garage dei tuoi genitori. Sei assicurato tramite la scuola in caso di infortuni durante il viaggio di andata e ritorno dal lavoro e da OD durante le attività.

Importante: Hai trovato lavoro? Scarica dal nostro sito, compila e consegna alla scuola e al datore l’accordo per la giornata d’azione + registrati online. Come? Dal sito www.operationdaywork.org segui le indicazioni nella sezione giornata d’azione /Aktionstag: Accordo giornata d’azione 2016 /Arbeitsvertrag 2016 + iscrizione /Anmelden

Gruppi scuola Cos’è? Un gruppo di studenti attivi nella propria scuola per OD. Cosa fa? I membri sono le persone di riferimento per OD nella scuola, promuovono OD e la partecipazione alla giornata

d’azione, ci aiutano a distribuire i giornalini e organizzare la visita degli ospiti. Partecipano ad una formazione specifica a dicembre. Mail: schulgruppen-gruppiscuola@operationdaywork.org Consiglio Cos’è? L‘organo decisionale più importante di OD. I membri sono studenti delle scuole superiori. Cosa fa? Si ritrova settimanalmente per prendere decisioni riguardo le attività da fare e le modalità, partecipa alla Klausur, un full immersion di 3 giorni su OD, fa autoformazione sui temi per ideare e promuovere i workshops nelle scuole, organizza eventi e serate informative, organizza la visita ospiti Mail: ausschuss-consiglio@operationdaywork.org OD Trentino È attivo un nuovo gruppo locale di studentesse e studenti, che promuove OD nelle scuole e centri giovanili, che si autodefinisce: “un gruppo aperto, con un’identità dinamica che parte dalla nostra realtà, passa per l’Europa fino a arrivare, chi lo sa, in tutto il mondo perché ne siamo cittadini attivi! Condividiamo insieme l’obiettivo di fare qualcosa di concreto e utile, per far sentire la nostra voce ed esserci-nel-mondo.” Mail: alessandra@operationdaywork.org OD Cesena Abiti nella zona di Forlì - Cesena e vuoi partecipare? Mail: operationdaywork.cesena@gmail.com Gruppo volontari Cos’è? Un gruppo di volontari motivati a collaborare con OD. Non c’è limite di età per farne parte. Cosa fa? Supporto nella comunicazione e promozione di OD, aiuto nell’organizzazione di eventi e nella campagna di sensibilizzazione, partecipazione al viaggio nel paese del vincitore del premio diritti umani, elaborazione del giornalino. Mail: info@operationdaywork.org …Vuoi votare il prossimo vincitore del premio diritti umani? Partecipa all’assemblea generale a maggio 2016!

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OD MENSCHEN RECHTSPREIS S

eit Bestehen von Operation Daywork (OD) wurde jedes Jahr ein Entwicklungszusammenarbeit (EZA)-Projekt bei der Vollversammlung ausgewählt und von OD unterstützt. Dabei hat es sich als schwierig erwiesen, mit den Projektpartnern im Empfängerland in Kontakt zu bleiben und den Verlauf der Projekte auch nach der Finanzierung weiter zu verfolgen. Durch die Vergabe des Menschenrechtspreises stehen wir nun im direkten Kontakt mit dem Preisträger, welcher für sein bisheriges Engagement ausgezeichnet wird. Mit der Verleihung des Menschenrechtspreises will Operation Daywork den mutigen Einsatz der Preisträger würdigen, die sich unter oftmals schwierigen Bedingungen für die Menschenrechte und für die notwendigen Bedingungen einer würdevollen persönlichen und gesellschaftlichen Entwicklung einsetzen. Durch die Auszeichnung wird nicht nur der persönliche Einsatz der PreisträgerInnen bzw. deren Organisation gewürdigt. Der Preis soll auch dazu beitragen, verschiedene Problemfelder ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken und gefährdete Menschenrechts-Verteidiger durch internationale Aufmerksamkeit zu schützen sowie auch andere zu ermutigen, sich für Menschenrechte zu engagieren.

Was hat sich geändert?

Im Grunde bleibt alles beim Alten! Operation Daywork veröffentlicht weiterhin eine Ausschreibung, wo insbesonders Organisationen und Privatpersonen aus Südtirol, dem Trentino und Cesena aufgefordert werden, einen möglichen Preisträger zu nominieren. Die eingehenden Kandidatenvorschläge werden einer Vorauswahl unterworfen, um sicherzustellen, das sie den von Operation Daywork festgelegten Kriterien entsprechen. Drei bis vier Preisanwärter werden schließlich bei der jährlichen Vollversammlung vorgestellt. Der OD-Menschenrechtspreis wird schließlich von allen anwesenden SchülerInnen aus Südtirol, dem Trentino und Cesena gewählt. Die Kandidaten verpflichten sich, die geplanten Aktivitäten und Projekte, für die sie das Geld benötigen,

anzuführen. Der Menschenrechtspreisträger beteiligt sich auch bei unserer Sensibilisierungskampagne, indem er uns für circa zwei Wochen besuchen kommt und seine Geschichte in Schulen, Jugendzentren und Jugendtreffs erzählt. Oft ist es für die SchülerInnen viel leichter, die Problematik zu verstehen, wenn jemand aus dem Land selbst diese erläutert.

An wen wird der Menschenrechtspreis verliehen?

Der Preis wird an Einzelpersonen, Organisationen, Vereinigungen, Komitees, Verbände, Stiftungen, Bürgerbewegungen und Genossenschaften verliehen, welche keinerlei Gewinnstreben beim Erhalten des Preisgeldes verfolgen und alle Einnahmen, welche in Zusammenhang mit dem jeweils vorgeschlagenen Vorhaben stehen, für ihre Arbeit zum Schutz der Menschenrechte einsetzen. Der Menschenrechtspreis wird mit dem Erlös, der am Aktionstag eingenommen wird, dotiert.

Erster Menschenrechtspreisträger ist….

Der erste OD-Menschenrechtspreis wurde an die Comunidad de Paz de San Josè de Apartadò vergeben, eine Gemeinschaft von Bauern in Kolumbien, die sich bereits seit 18 Jahren friedlich für den Schutz der Menschenrechte und ein selbstbestimmtes Leben in Frieden einsetzen.

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Who are we? SAME stands for “Solidarity Action Day Movement in Europe”.1 This movement includes several European organisations that carry out an annual Action Day. During this day, pupils get the chance to engage in a job of their choice instead of going to school. Their salaries are used to support youth-related projects throughout the whole world. SAME consists of seven member organizations from six different countries: Operasjon Dagsverk (Norway), Operation Dagsværk (Denmark), Schüler Helfen Leben (Germany), Zuiddag (Belgium), Progetto Zattera blu and Operation Daywork (Italy) and Unija Srednjoškolaca Srbije (Serbia). The organisations of Bosnia Erzegovina and Montenegro are organising their first action day. Vision and mission: SAME organizations act on the grounds of human rights. The network stimulates young people worldwide to work together for a sustainable and fair world. SAME enables young people from different backgrounds to learn from each other with the aim of strengthening their sense of social, ecological and economical responsibility as well as their competencies, so as to become active citizens in their societies. SAME organizations spread their message through a variety of channels to reach a broad spectrum of people. The network believes in the power of young people and wants to make their voices heard, so it can influence public opinion and policy making. Our structure: SAME has 3 active working groups (WG), where volunteers from our member organizations work together on projects concerning a certain topic. Publicity is in charge of spreading the word about SAME. They developed our house style and keep our website and social media up to date.

Strategy on the other hand, make proposals for ideological documents like the vision and aims. They are also investigating how we should structure ourselves in order to be both transparent and flexible enough to allow for changes due to new members joining our network. Quality & New Action Day initiatives developed the Quality Guidelines and want to encourage their use, both within the current member organizations and as a tool for new Action Day initiatives that want to join the network. The coordination board is SAME’s informal board. It consists of one main member from each member organization. Summer camp: Every summer, the SAME network organises a Summer Camp (SC) where our volunteers come together to exchange information, have fun and get to know each other. It gives about 50 young people from the member organizations the chance to meet like-minded volunteers from other Solidarity Action Day organizations and new initiatives. News! For the first time in the history of SAME, a general assembly took place. 70 dedicated youngsters from 9 organisations in 8 countries came together to decide on the future of SAME. By approving mandates and statutes, the general assembly took a giant leap towards formalizing structures within SAME. This is the start of a new era, one in which SAME will become more professional. SAME now has a framework on which we can build a better solidarity Action Day Movement. In the coming year we will use the foundation we laid today to build a better and stronger network. Same will have a complex structure: that means that there will be also general assemblies, the council, the secretariat and the summer camp’s group!

The challenge is large! Do you want to take part? Contact us: info@operationddaywork.org

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FOR THE FIRST TIME I FELT EUROPEAN Every summer SAME organizes a Summer Camp (SC) in a different European country where at least one of its associations is located. During these Summer Camps volunteers come together to get to know each other, have fun and exchange best practices. In 2015 the Summer Camp was held in Norway, mainly in Oslo and Brandbu, where our delegation was asked to participate. Personally speaking, I was one of a couple of volunteers chosen to represent Operation Daywork (OD) Italy at the SC. More precisely I was chosen to represent the new OD Italy local group in Trentino which is still a very small meeting point for those living in our region, but has the prerequisites to become more and more appreciated among youngsters. The SC was an amazing experience for me and if I were asked to describe it in four adjectives, I would certainly pick the following ones : Challenging, because SAME took advantage of this meeting to also organize the general assembly (GA), during which many documents, such as the mandates for the four working groups and the statutes of SAME were modified and approved by us. For this reason, I would say that the SC was mentally tiring, especially because there were 50 of us with 50 different opinions about hundreds of different topics. This – obviously - led to many discussions, but, luckily, also to many productive creative solutions. In addition, I managed to choose and join one of the four working groups, the Quality one. I’m really looking forward to starting to give my contribution in order to improve the quality part of SAME. Amusing, because I managed to meet a lot of amazing people, with whom I had a really great time: There are a lot of funny moments that still make me laugh, but the following two are actually the best ones: when we were in Brandbu we decided to

go swimming in a freezing cold lake near our place and there we had the pleasure of testing the real gelid Norwegian water. In addition, every single morning after breakfast, we had to try out a (so stupid!) dance of each delegation all together, in order to wake up mentally and be ready to work hard. It was simply hilarious! Personally edifying, because for the first time in my life I felt European - and not just Italian: the diversity of people there was so evident that I managed to appreciate every single particular of each culture, language and way of communicating of the others , and at the same time I also tried to communicate the peculiarities of my country, in the best way possible to the others. Satisfying, because the SC confirmed all my expectations: I expected to have fun, to test my English, to express what I really am but also to work hard and give my all to improve SAME and its structure. Indeed, when I was returning home by plane, I couldn’t sleep, even if it was (too) early, as I couldn’t stop thinking about how proud I was of myself and of the others: we had managed to do something productive for SAME and even my little contribution was fundamental. To conclude, I would also like to add that the SC was a mixture of positive emotions, experiences and feelings that I will keep in my mind forever. Furthermore, thanks to my participation at the SC, I managed to join the first common Quality and the new action day initiatives physical meeting in Copenhagen in October 2015, where we put into practice everything we had planned during the SC. So guys, if you find all these experiences interesting, the only thing you should do is be active and join our OD group in Trentino or in South Tyrol, because Europe is waiting for you!

SAME Summercamp 2015 Brandbu, Norway

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IMPRESSIONS

Mercato coperto, BogotĂ

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IMPRESSIONS

La Holandita, Comunidad de Paz

Playa Blanca, Cartagena

Mulatos, Comunidad de Paz

Cartagena Themenheft 2015/2016

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BIBLIOGRAPHY

BIBLIOG Fast Facts • https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/co.html • https://en.wikipedia.org/wiki/Colombia Geschichte Lateinamerikas • http://www.lateinamerika-nachrichten. info/themen/geschichte.html • http://www.lai.fu-berlin.de/e-learning/ projekte/caminos/lexikon/sklaverei.html • E. Galeano, Die offenen Adern Lateinamerikas, Die Geschichte eines Kontinents, P. H. Verlag, 2004 • http://www.kidsweb.de/schule/ kidsweb_spezial/indianer_spezial/azteken_maya_inka.htm • http://www.planet-wissen.de/ geschichte/menschenrechte/sklaverei/ pwiesklavenfueramerika100.html Storia della Colombia • G. Piccoli, Colombia, il paese dell’eccesso, Feltrinelli, 2003 • Report di Amnesty International sulla restituzione delle terre in Colombia, 2014 Intervista a Abilio Peña e Fabio Aruza a cura di Operation Daywork, 09.09.2015, Bogotà • W. Hörtner, Kolumbien verstehen, Geschichte und Gegenwart eines zerrissenen Landes, Rotpunktverlag, 2006 Art & Literature • https://de.wikipedia.org/wiki/Kolumbien#Literatur_und_Kunst • http://www.davidzwirner.com/artists/ oscar-murillo/ • https://de.wikipedia.org/wiki/Fernando_Botero • http://www.zeit.de/news/2012-04/18/ kunst-ueppig-und-sinnlich-fernando-botero-wird-80-18135402 • https://de.wikipedia.org/wiki/Gabriel_García_Márquez • https://de.wikipedia.org/wiki/Juan_Gabriel_Vásquez Foto: • F. Botero, Picnic, 2001: http://www. settemuse.it/pittori_scultori_americani/ fernando_botero_2.htm • O. Murillo, Untitled (mango), 2012: https://rfc.museum/om-artwork-images • G. G. Marquez: http://oubliettemagazine. com/2014/05/01/memoria-delle-mieputtane-tristi-di-gabriel-garcia-marquezuna-voce-narrante-ironica-e-vitale/ • J.G.Vàsquez: http://www.telegraph. co.uk/culture/books/fictionreviews/9750124/The-Sound-of-Things-Falling-by-Juan-Gabriel-Vasquez-review.html Surviving Half a Century of Conflict • B. Keen & K. Haynes, Populism, Military Repression and Authoritarian Politics in Colombia - A History of Latin America, Belmont, 2013

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http://frontex.europa.eu/assets/Publications/Risk_Analysis/Annual_Risk_Analysis_2015.pdf • Comic: http://www.tolaymaruja.com/ content/desplazados

Attori armati del conflitto • 1http://www.operazionecolomba.it/ colombia/2430-padre-javier-giraldo-la-vera-storia-del-paramilitarismo.html • 2 W. Hörtner, Kolumbien verstehen, Geschichte und Gegenwart eines zerrissenen Landes, Rotpunktverlag, 2006 • 3 http://www.spiegel.de/politik/ausland/ kolumbien-farc-und-regierung-wollen-friedensvertrag-schliessen-a-1054465. html • 4 W. Hörtner, Kolumbien verstehen, Geschichte und Gegenwart eines zerrissenen Landes, Rotpunktverlag, 2006 • Comic: http://opinaderacronica.blogspot.it/2011/04/radiografia-de-los-falsos-positivos.html • Foto: elsolweb.tv/2013/04/en-colombiase-alberga-el-mayor-numero-de-desplazados-en-el-mundo/

Impunity • 1 http://www.amnestyusa.org/our-work/ countries/americas/colombia/impunity • 2 Interview Jorge Molano ed. Operation Daywork, 10.09.2015, Bogotà • 3 http://www.amnestyusa.org/our-work/ countries/americas/colombia/impunity • 4 Ibidem • 5 Boletin trimestral su somosdefensores.org • 6 Ibidem • 7 http://www.amnestyusa.org/our-work/ countries/americas/colombia/impunity • Comic: Sonia Pulido, La Madeja, Oxfam Intermòn, 2014

Folgen des Konflikts • 1 Amnesty International Report 2012,Kolumbien: https://www.amnesty. de/jahresbericht/2012/kolumbien • 2 N. Faulhaber, Friedensgemeinden, humanitäre Zonen und die Bedeutung der internationalen Begleitung in Kolumbien, Diplomarbeit, 2014: http://othes.univie.ac. at/31570/1/2014-02-10_0649117.pdf • 3 oiip Report, Kolumbien zwischen Gewalt und Hoffnung, 2011: http://www. oiip.ac.at/fileadmin/Unterlagen/Dateien/ Newsletter/Kolumbien_Report.pdf • 4 IDMC, International Displacement Monitoring Center: http://www.internal-displacement.org/americas/colombia/ • 5 oiip Report, Kolumbien zwischen Gewalt und Hoffnung, 2011: http://www. oiip.ac.at/fileadmin/Unterlagen/Dateien/ Newsletter/Kolumbien_Report.pdf • 6 S. Jost, Von Uribe zu Santos: eine Zwischenbilanz der „Unidad Nacional“ in Kolumbien, GIGA Institute, 2011 • 7 FDCL, Kolumbien: Überlegungen zu Strategien der Ressourcensicherung in einem möglichem Post-Konflikt-Szenario: http://www.fdcl.org/wp-content/ uploads/2014/10/Artikel-FDCL_Kol-Postkonflikt1.pdf • 8 Amnesty International, Das Opfer- und Landrückgabe-Gesetz, 2014: http:// kolko.net/wp-content/uploads/2015/01/ Amnesty-International-Kolumbien-Gesetz-1448-von-2011-November-2014.pdf • 9 M. Puto, in Queremos vivir. Un anno di condivisione e lotta nonviolenta nella Comunità di Pace di San Jose de Apartadò, Operazione Colomba, Febbraio 2012, S. 5 • 10 Frontex, Annual Risk Analysis 2015:

Friedlicher Widerstand der Zivilgesellschaft • N. Faulhaber, Friedensgemeinden, humanitäre Zonen und die Bedeutung der internationalen Begleitung in Kolumbien, Diplomarbeit, 2014: http://othes.univie.ac. at/31570/1/2014-02-10_0649117.pdf • 1 N. Faulhaber, Friedensgemeinden, humanitäre Zonen und die Bedeutung der internationalen Begleitung in Kolumbien, Diplomarbeit, 2014, S.35: http://othes.univie.ac.at/31570/1/2014-02-10_0649117. pdf Comunidad de Paz. Storia di coraggio e resistenza • Foto: Operazione Colomba Nichts ist schlimmer, als Hass im Herzen zu tragen. Brigidas Geschichte • 1 Interview mit Brigida Gonzales Lopez durchgeführt von Operation Daywork, 25.08.2015, Comunidad de Paz de San Josè de Apartadò Importance of Keeping Memory Alive • 1 Interview Abilio Peña and his coworker ed. OperationDaywork, 09.09.2015, Bogotà • 2 Ibidem • 3 Interview Brigida Gonzales Lopez ed. OperationDaywork, 25.08.2015, Comunidad de Paz de San Josè de Apartadò Ledis: due chiacchiere con una giovane della Comunidad • 1 Intervista a Ledis Arteaga Guerra, a cura di Operation Daywork, 21.08.2015, Comunidad de Paz de San Josè de Apartadò Internationale Schutzbegleitung • http://www.operazionecolomba.it/ cosa-facciamo.html • http://www.pbideutschland.de/country-groups/pbi-deutschland/wie-arbeiten-wir/internationale-schutzbegleitung/ • http://www.peacebrigades.org/about-

pbi/ • http://justiciaypazcolombia.com/ • http://www.versoehnungsbund.at/ internationale-begleitung/ • 1 N. Faulhaber, Friedensgemeinden, humanitäre Zonen und die Bedeutung der internationalen Begleitung in Kolumbien, Diplomarbeit, 2014, S.80: http://othes.univie.ac.at/31570/1/2014-02-10_0649117. pdf • Foto: Operazione Colomba Herausforderungen der Comunidad heute • 1 Interview mit Arley Tuberquia, Ausschussmitglied der CdP, durchgeführt von OperationDaywork, 31.08.2015, Comunidad de Paz de San Josè de Apartadò • 2 Ibidem

Natural Resources, Neo-Colonisation and Wealth Inequality • J. Doward, 2012, “War on drugs” has failed, say Latin American leaders, 2012: http://www.theguardian.com/ world/2012/apr/07/war-drugs-latin-american-leaders • J. Fox, The economics of well-being, 2012: https://hbr.org/2012/01/the-economics-of-well-being • D. Gagne, Colombia overtakes Peru as world’s top coca producer, 2015: http:// www.insightcrime.org/news-analysis/ is-peru-no-longer-world-top-cocaineproducer • A. Ismi, The spoils of development: Canadian neocolonialism in Colombia, 2015: https://www.policyalternatives.ca/ sites/default/files/uploads/publications/ National%20Office/2015/07/Monitor_July-Aug2015.pdf • K. Nkrumah, Neo-colonialism, the last stage of imperialism, 1965: https://www. marxists.org/subject/africa/nkrumah/ neo-colonialism/introduction.htm • Oxfam, Richest 1% will own more than all the rest by 2016, 2015: https://www. oxfam.org/en/pressroom/pressreleases/2015-01-19/richest-1-will-own-moreall-rest-2016 • R. Smithers, Global fairtrade sales reach £4.4bn following 15% growth during 2015, 2014: http://www.theguardian. com/global-development/2014/sep/03/ global-fair-trade-sales-reach-4-billion-following-15-per-cent-growth-2013 • J. Vidal, Colombian farmers court case against bp nears verdict, 2015:http:// www.theguardian.com/environment/2015/jan/15/colombian-farmerscourt-case-against-bp-nears-verdict Multinationale Konzerne • 1 Der Artikel basiert auf: E. Kreisky, Transnationale Unternehmen, 2005: http:// evakreisky.at/2005/fse05/gruppeH_Trans-


BIBLIOGRAPHY

GRAPHY nationale_Unternehmen.pdf • 2 E. Kreisky, Transnationale Unternehmen, 2005, S. 1-2: http://evakreisky.at/2005/ fse05/gruppeH_Transnationale_Unternehmen.pdf

Poligrow: sviluppo e sostenibilità? • 1 http://www.corteidh.or.cr/docs/casos/ articulos/seriec_134_ing.pdf, p.27 • 2 http://www.verdadabierta.com/masacres-seccion/2131-las-injusticias-de-mapiripan • 3 Masacre de Mapiripán: los paramilitares fueron trasladados en aviones Antonov y DC3 del ejército. Confesó el General Uzcátegui: “¿sabe qué hizo la Brigada militar Móvil2? Colocó un colchón de aire o de seguridad para que salieran los paramilitares. (…) El ejército no sólo tiene vínculos con los paramilitares, no sólo no los combatió, sino que combatió a las FARC para que no golpearan a los paramilitares”, http://vimeo.com/5114407 • 4 http://www.operazionecolomba. it/colombia/2400-azalea-robles-la-pianificazione-del-terrore-di-stato-e-la-strategia-del-confondereq. html, tradotto dall’originale http://www. azalearobles.blogspot.com.es/2015/05/ colombia-la-planificacion-de-terror-estatal-y-la-estrategia-de-confundir. html#more • 5 http://lasillavacia.com/historia/ la-marana-de-tierras-y-empresas-de-poligrow-50391 : “La Silla reconstruyó la red de empresas y propiedades que forman parte del proyecto de Poligrow, una empresa italo-española que llegó a Mapiripán (Meta) en 2008 con la idea de desarrollar grandes proyectos agroindustriales, que hoy tiene al menos 6 mil hectáreas sembradas en palma y que es una de las 13 empresas a las que el Gobierno del presidente Juan Manuel Santos llevó a la justicia por presunta acumulación indebida, un caso que está aún en manos de los jueces.” • 6 C. V. Taglianti, video https://www. youtube.com/watch?v=6q2RU_8RRTc, 3:45’: “In Mapiripan we started a project in 2008, an oil palm project, that was based on the idea of investors –we are a compeletely foreign company- to develop an oil palm project with steps torward environmental sustainability and social inclusion.” • 7 A. Peña, Comisiòn interclesial de Justicia y Paz, video https://www.youtube.com/ watch?v=6q2RU_8RRTc, 4:15’: “We know of very direct cases where paramilitary structures have intervened alongside Poligrow company attorneys to tell landholders that they do not have the right to submit complaints, and that if they complain they will be killed.” • 8 B. Aguilera, of the indigenous Jiw peo-

ple, ibidem, 6:41’: “They said ‘you cannot fish’, alright…’You can’t cut down the trees’, alright… ‘You cannot walk around here’, alright…’You van’t harvest any branches to build your house,’ But, what are we going to do? We don’t want that. We don’t want the water sources to die.” • 9 http://www.expo2015.org/it/latinoamericando--scopri-la-colombia • 10 http://www.expo2015.org/it/news/ il-rilancio-dell-agroindustria-della-colombia-parte-da-expo-milano-2015--parola-di-hernan-roman-calderon--vice-ministro-dell-agricoltura• Foto: Cover Los claro oscuros del grupo palmicultor POLIGROW en Colombia, Comision Intereclesial de Justicia y Paz, Bogotà, agosto 2015 Chiquita: Waffen und Vertreibung • 1 https://en.wikipedia.org/wiki/Chiquita_Brands_International • 2 http://it.peacereporter.net/articolo/7924/Chiquita+in+cerca+di+riscatto • 3 http://web2266.cokom220.konto. name/alteseitehistory/bana_00.html • Foto: Sonia Pulido, La Madeja, Oxfam Intermòn, 2014 Enel: Green Power? • 1 La presentazione di Enel è ripresa da: http://stopenel.noblogs.org/2012/04/20/ appello-per-una-campagna-internazionale-contro-il-modello-energetico-dellenel/ • 2 http://stopenel.noblogs. org/2012/04/27/sos-geotermia-monte-amiata-italia/ • 3 http://www.operazionecolomba.it/ colombia/2436-la-diga-el-quimbo.html • 4 http://stopenel.noblogs. org/2012/04/20/appello-per-una-campagna-internazionale-contro-il-modello-energetico-dellenel/ http://www.recommon.org/ http://www.recommon.org/el-quimbo-amministratore-delegato-emgesa-in-prigione/ • Foto: http://greenreport. it/_archivio2011/index.php?page=default&id=14880 Negative Award an AngloGold Ashanti • http://www.anglogoldashanti.com/en/ Pages/default.aspx http://germanwatch.org/corp/ghana06. pdf • https://amerika21.de/2015/02/112494/ bergbau-kolumbien-volksentsche • http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/ unternehmen/suedafrika-goldschuerfer-im-tiefenrausch-1668227.html • https://www.youtube.com/ watch?v=NXLMPQZXGsc http://www.facing-finance.org/de/

database/companies/anglogold-ashanti-ltd-anglogold-ashanti-ltd-anglogold-ashanti/ • Foto: http://www.bloomberg.com/ news/articles/2013-07-24/colombia-illegal-gold-mines-prosper-in-global-rout

Arroz y resistencia • 1 Per ulteriori informazioni sulle violazioni di Diritti Umani nella zona del Curvaradó, vedi il sito della Comisión Intereclesial de Justicia y Paz http://www.justiciaypazcolombia.com/ • 2 L’articolo riporta esperienze quotidiane vissute durante l’anno trascorso nel Curvaradó, come membro dell’ONG colombiana Comisión Intereclesial de Justicia y Paz • 3 Gli attacchi e i massacri avvenuti fra il 1996 e il 1997 hanno costretto la maggior parte di queste famiglie ad anni di sfollamento. In Colombia, oggi sono oltre 6 milioni gli sfollati interni a causa del conflitto armato e delle sue conseguenze • 4 http://www.verdadabierta.com/luchapor-la-tierra/5543-a-la-carcel-16-empresarios-de-palma-de-choco • 5 Questo articolo è stato pubblicato su Rivista Azione nonviolenta, n. 609 maggio, giugno 2015 • Foto: Sara Ballardini Popoli indigeni colombiani • 1 Dati del DepartamentoNacional de Estadísticas riportati da EfraínJaramilloJaramillo, Colombia, in International Work Group for Indigenous Affairs, The Indigenous World 2015, 2015, pp.126-135, p.126; http://www.iwgia.org/iwgia_files_ publications_files/0716_THE_INDIGENOUS_ORLD_2015_eb.pdf. • 2 Dati riportati da Survival International, Colombia’s most recently contacted tribe violently forced from homes, 2014: • http://www.survivalinternational.org/ news/10207 Mehr Drogen in Europa – mehr Morde in Kolumbien? • http://www.taz.de/Netflix-Serie-Narcos/!5223752/ • http://www.n-tv.de/reise/Touren-in-Medellin-article26123.html • http://www.spiegel.de/einestages/ kolumbiens-drogenmilliardaer-pablo-escobar-der-schneekoenig-a-951320.html • https://it.wikipedia.org/wiki/ Rapporti_tra_%27Ndrangheta_e_altre_organizzazioni_criminali#.27Ndrangheta_narcos_colombiani_e_Autodefensas_Unidas_de_Colombia • https://de.wikipedia.org/wiki/Autodefensas_Unidas_de_Colombia • https://de.wikipedia.org/wiki/’Ndrangheta Narcomafie, no. 9, 2014

• G. Piccoli, Colombia, il paese dell’eccesso, Feltrinelli, 2003 • A. P. Osorno, Die Mörder von Medellín. Todeskult und Drogenhandel, 1993 Comisiòn Intereclesial de Justicia y Paz • 1 http://justiciaypazcolombia.com/ Nuestra-Identidad • 2 Die Informationen und Zitate in diesem Artikel stammen aus dem Interview mit Abilio Peña und Fabio Aruza, durchgeführt von OperationDaywork, 09.09.2015, Bogotà • 3 Für mehr Informationen zum Fall in Mapiripan verweisen wir auf das • Video: https://www.youtube.com/ watch?v=6q2RU_8RRTc und den Bericht von CIJP: http://justiciaypazcolombia. com/Los-claro-oscuros-del-grupo • Logo: http://justiciaypazcolombia.com/ Colectivo Agrario Abya Yala • 1 Per maggiori info: colectivoagrarioabyayala.blogspot.it • 2 Intervista a Marcela Rodríguez Guzmán, membra di AY, a cura di OperationDaywork, 10.09.2015, Bogotà Jorge Molano • 1 Per maggiori info consultare il sito: www.dhcolombia.com • 2 Intervista a Jorge Molano a cura di OperationDaywork, 10.09.2015, Bogotà • Logo: www.dhcolombia.com Alles Fairtrade mit den Bananen? • http://www.banana-fairday.de/fairtrade-bananen/ • http://www.bananen-seite.de/Bananen/ fair.html • http://www.heimatundwelt. de/kartenansicht.xtp?artId=978-3-14-100262-1&stichwort=Reiferei&fs=1 • http://www.tis-gdv.de/tis/tagungen/svt/ svt10/frans/inhalt.htm • Foto: https://www.pinterest.com/ pin/311803974173990811/ Weil die Situation der Flüchtlinge uns ALLE angeht • Foto: Armin Mutschlechner SAME • 1 This article is based on: http://www. same-network.org/ • Logo: http://www.same-network.org/ For the First Time I Felt European • Foto: https://www.facebook.com/ samenetwork/?fref=ts Back Cover • Foto: Christian Mantinger & Operation Daywork

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