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Foto: Die Grünen OÖ

MARIA BUCHMAYR

HOCHWASSER

Qualitätsvolle Arbeit, Naturschutz und Jugend­politik. Die Grünen sollen sich in den nächsten Jahren thematisch verbreitern. Die neue Landessprecherin der Grünen Oberösterreich im Geh-spräch. Seite 3

„Wieder mehr Platz für die Flüsse“, sind für Markus Reitsamer eine der Lehren aus der Hochwasserkatastrophe des heurigen Jahres. Seite 4

T E N A L O Ö. P ERÖSTE B O R Ü F G ITUN GRÜNE ZE

CROWDFUNDING Viele kleine und mittlere Unternehmen bekommen von den Banken immer schwerer Geld für notwendige Investitionen. Mehr darüber auf Seite 7

31264 M .B. | GZ 02Z0 02/2013 | P.B . NR MT: 4020 LINZ T TA NE OS LA SP AG OÖ.P ABE- & VERL FG AU | 1,– PREIS: €

9 .7 R N E B A G S AU ANG | SOM M E R 2013 16 . JA H R G

RREICH

Wer hätte sich das zu Jahresbeginn gedacht: Vier Landtagswahlen, vier Siege für die Grünen, noch dazu in der Stadt Salzburg und in Innsbruck stimmenstärkste Partei. Was ist los?

 BIRGIT BERGHAMMER

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Foto: Marco Vanek

Am Puls der Zeit

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Angelobung der neuen Salzburger Landesregierung stellen die Grünen in der LandesumwelträtInnenkonferenz mit vier VertreterInnen die stärkste Fraktion.

Mit nun fünf Regierungsbeteiligungen stehen nun acht Grüne in Österreichs Bundesländern in Regierungsverantwortung, davon alleine drei in der Salzburger Landesregierung. Und seit der

Die Wahlerfolge sind kein Zufall, sondern Ergebnis einer kontinuierlichen Entwicklung. Vor zehn Jahren waren die oberösterreichischen Grünen die ersten, die den Weg in die aktive Gestaltungspolitik gesucht haben und eine Regierungszusammenarbeit auf Landesebene eingegangen sind – nicht ohne Murren und Widerstände in den eigenen Reihen. Mittlerweile haben sich die Grünen in ganz Österreich von der Protest- zur Programmpartei entwickelt.

erade ändert sich etwas Grundlegendes. Die Grünen Wahlerfolge bei den Landtagswahlen mit den 20 Prozent im Bundesland Salzburg als Höhepunkt haben in sehr vielen Köpfen einen Schalter umgelegt. Grün ist dabei, in der Mitte der Gesellschaft anzukommen. Grüne gestalten nun in fünf Landesregierungen mit. Und auch bei der kommenden Nationalratswahl haben sie die Chance auf Regierungsbeteiligung.

Umgekehrt sind aber auch die Themen der Grünen die brennenden und wichtigen Fragen der Zeit. Das haben auch die vier Landtagswahlen im heurigen Frühjahr gezeigt: Immer mehr Menschen haben genug von Korruption, Spekulation und Stillstand. Immer mehr haben das Bedürfnis nach einer anderen politischen Kultur in Österreich. Es hat sich in Österreich ein Grundgefühl für Transparenz und Ehrlichkeit entwickelt. Wer permanent vertuscht und belügt, der wird spätestens bei den Wahlen dafür bestraft. Und überall dort, wo Grüne in Regierungsverantwortung kamen, stehen die Zeichen für eine sachliche Zusammenarbeit und einen politischen Neustart.

GRÜNE MEINUNG

MAGAZIN

10 Jahre Umbau Oberösterreichs

Grillen

 RUDI ANSCHOBER

m Oktober 2003 tat sich Unglaubliches: erstmals in Österreich zogen die Grünen in eine Regierungskoalition ein. Fast zehn Jahre sind vergangen – im kommenden Herbst wird gefeiert. Denn es gibt Grund zu feiern: wurden am Beginn Wetten angenommen, ob diese Koalition drei oder fünf Monate hält, so ist diese Koalition heute österreichweit die mit Abstand beliebteste. Waren wir Grünen selbst uns vor zehn Jahren sehr unsicher, ob wir grüne Konzepte in dieser Koalition durchsetzen können, so können wir heute stolz darauf sein, dass Oberösterreich heute europaweit die Modellregion der Energiewende ist. Wir haben es geschafft, in Sachen Gentechnik Europa von unten zu verändern

und Zwangszulassungen von GVOSaatgut zu stoppen. Wir haben eine völlige Neuausrichtung hin zu einem ökologischen Hochwasserschutz durchgesetzt. Und wir sind europaweit die Nr. 1 bei den neuen grünen Jobs – 45.000 sind es mittlerweile in unserem Land. Wir haben in diesen zehn Jahren Oberösterreich weiterentwickelt, auf grünen Kurs gebracht. Aber noch sehr viel ist zu tun: für die notwendige Ernährungswende, für die Verbesserung der Bildungspolitik, für die weiteren grünen Jobs, für Qualität am Arbeitsplatz, für die überfällige Verkehrswende. Viel ist gelungen, viel ist noch zu tun. Und dafür wollen wir 2015 einen noch viel deutlicheren

Auftrag der WählerInnen bei den Landtagswahlen. Schon geschehen ist dies in diesem Jahr in Kärnten, Tirol, Salzburg – heute werden bereits fünf Bundesländer grün regiert. Und nach acht Jahren meiner Arbeit als Ein-Per­ sonen-Fraktion in der Landesumweltreferentenkonferenz sind wir heute die stärkste Fraktion und können damit den Druck auf die desaströse Umwelt- und Energiepolitik verstärken. Der Weg der Grünen in die Bundesregierung führt über Erfolgsmodelle in den Ländern. RUDI ANSCHOBER IST LANDESRAT FÜR UMWELT, ENERGIE WASSER UND KONSUMENTINNENSCHUTZ

Mit dem Grillen bricht etwas übers Kochen herein, das nichts mit dem Kochen zu tun hat. Eine Männersache! Oder doch nicht? Das Magazin taucht ein in die Genusswelt abseits von Käsekrainer und Grillkoteletts. Seite 9 bis 13.


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POLITIK

EDITORIAL

Wir wollen kein Gift in unserem Essen

OÖ.PLANET #79 | SOMMER 2013

Konsequenzen aus der Flut

 MARCO VANEK

… MEINT MARCO VANEK, CHEFREDAKTEUR LESERINNENZUSCHRIFTEN AN:  MARCO.VANEK@GRUENE.AT

TIPPS Rettet die Bienen – was kann ich tun?  Kaufen Sie Honig aus Ihrer Umgebung!  Schaffen Sie Nahrungsquellen für Bienen! Pflanze Wildblumen und -Kräuter wie z.B. Minzearten, Margeriten, Goldrute, Lavendel, Ysop, Thymian, Sonnenblume, Narzissen, Königskerze oder Mohn!  Kaufen Sie keine pestizidbelasteten Pflanzen aus dem Supermarkt!  Geben Sie Bienen Wasser! Stellen Sie eine Schale Wasser auf den Balkon oder im Garten auf!  Kaufen Sie Bio-Produkte!  Wenn Sie einen Garten haben, pflanzen Sie Sträucher wie z.B. Dirndl­ sträucher, Himbeeren und Wildrosen!  Schaffen Sie Unterschlüpfe für Bienen! Sandhaufen, totes Holz, Steinmauern oder Reisighaufen sind begehrte Wohnräume für Bienen.  Lassen Sie eine Blumenwiese in ihrem Garten wachsen!  Vermeiden Sie Pflanzenschutzmittel!  Unterschreiben Sie die Petition: „Neonicotinoide in Österreich verbieten!“ Näheres dazu auf  www.gruene.at

Foto: Markus Reitsamer

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lyphosat und die Neonicotinoide: In den letzten Wochen standen zwei Pestizide im Mittel­ punkt der politischen Diskussionen. Glypho­ sat wird neben der konventionellen Landwirtschaft (Acker, Wein- und Obst­ bau) auch in Hausgärten eingesetzt, die Neonics um die industrielle Monokultur (Raps, Mais) auf Höchstleistung zu trim­ men. Bei beiden Giften verdichteten sich zuletzt die Hinweise, dass sie für Mensch und Umwelt gefährlicher sind als bisher angenommen. Die Neonics sind mit­ verantwortlich für das weitverbreitete Bienensterben. Doch Agrar- und Um­ weltminister Berlakovich stand bei den Diskussionen immer auf der Seite der bäuerlich-industriellen Lobby. Zunächst verneinte er jegliche erhöhten Risiken. Als dann aber der öffentliche Druck immer stärker wurde, gab er klein bei und konnte gewisse Einschränkungen im Einsatz der Gifte vorstellen. Eines zeigte sich aber deutlich: Auf den derzeitigen Umweltminister ist kein Verlass, wenn es um den Schutz unse­ rer Umwelt geht. Solange bäuerliche Interessen betroffen sind, steht er im­ mer stramm hinter der Agrarlobby. Da nützt nur weiterhin öffentlichen Druck auszuüben und am 29. September den AnhängerInnen des agroindustriellen Komplexes eine Abfuhr zu erteilen,

Eine Doppelstrategie von nachhaltigem Hoch­ wasserschutz und Maßnahmen gegen den Klimawandel ist das Gebot der Stunde.

 CHRISTIAN KRALL

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ie Menschen, die direkt von den Überflutungen geschädigt worden sind, werden die Ereignisse ihr Leben lang nicht vergessen. Die Politik ist nicht nur aufgefordert zu helfen, sondern auch nach den Konsequenzen für die Zukunft zu fragen. Das zweite JahrhundertHochwasser innerhalb von 11 Jahren hat noch größere Wassermassen und höhere Pegel­ stände als 2002 gebracht. Trotzdem haben die damals in Oberösterreich eingeleiteten Maßnahmen gegriffen. Hatte es 2002 noch Schäden in Höhe von 500 Millionen Euro gegeben, werden sie heuer auf 25 Millionen geschätzt. Besonders der Machlanddamm hat dabei seine Sinnhaftigkeit und Belastbarkeit eindrucksvoll bewiesen.

Anschober fordert Ursachen-Bekämpfung Aber die ExpertInnen sind sich einig: Die Wetterextreme werden in Folge des von uns Menschen verursachten Klima­ wandels weiter zunehmen. Fatih Birol, Chefökonom der Internationalen Energieagentur, warnt bereits vor einer Temperaturerhöhung um dramatische 5,2 Grad bis Ende des Jahrhunderts, falls die Emissionen nicht gestoppt und der Klimaschutz nicht voran getrieben wird. „Um dem Klimawandel entgegenzuwirken, braucht es zweierlei: Klimaschutz und eine Anpassungsstrategie“, appelliert Umweltlandesrat Rudi Anschober. „Wir müssen uns also nicht nur vor den Auswirkungen schützen, sondern auch die Ursachen bekämpfen und

endlich Klimaschutz zum zentralen Thema der Politik machen.“ Angesichts des im Frühjahr Erlebten fordert Anschober einen Neubeginn für einen ehrlichen, engagierten Klimaschutz. Denn Anpassungen an den Klimawandel können überhaupt nur erfolgreich sein, wenn der Klimawandel auf ein verträgliches Maß beschränkt wird. Grüne setzen auf Modell Oberösterreich Seit 2002 besteht ein eigenes Forschungsprogramm und wurde in Oberösterreich als erstem Bundesland der Fachbereich Klimawandel-Anpassung etabliert. Seit 2005 wird an der Umsetzung des größten Hochwasserschutzprogrammes der Landesgeschichte gearbeitet – mit mehr als 500 bereits fertig gestellten Projekten und Investitionen von 427 Millionen Euro. Im Regierungsübereinkommen wurde die Erstellung einer Klimawandel-Anpassungsstrategie vereinbart. Sie wird

Zeitkritik und Zeitpolitik Die Grüne Sommerakademie tagt auch heuer vom 22. bis 24. August in Goldegg.

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chneller, immer schneller – das ist der Siamesische Zwilling des immer Mehr. Unsere Art zu wirtschaften, zu arbeiten, zu leben stößt an ihre sozialen und ökologischen Grenzen. Die gehetzte Politik schafft gerade noch aktionistische Symptombekämpfung – für grundlegende Problemlösung fehlt die Zeit. Die Probleme sind mehr als drängend: Folgen wir der Klimaforschung, dann braucht es gerade viel zu lange, bis Politik und Verwaltungen endlich handeln und eine ganze Gesell-

schaft ihren Lebensstil und die Wirtschaftsweise ändert. Die damit verbundenen Auseinandersetzungen und Widersprüche sind auch ein Kampf um Zeit - und das ist das Thema der diesjährigen Grünen Sommerakademie. Gerade weil die Probleme so grundlegend und gleichzeitig drängend sind, braucht es Zeit für die Auseinandersetzung, für die Entwicklung von Alternativen und das Ausprobieren von Neuem. Im sommerlich erholsamen Rahmen referieren und diskutieren im Schloss Goldegg

(Salzburg/Pongau) der Ökonom Tomáš Sedláček, der Pädagoge Wolfgang Vogelsaenger, die Jugendforscherin Beate Großegger, der NachhaltigkeitsExperte Peter Heintel, der grüne Finanzsprecher im Nationalrat Werner Kogler und viele andere über die Problematik der Entschleunigung in Politik und Gesellschaft. Parallel dazu gibt es auch eine Kinder-Sommerakademie für 8- bis 13-jährige mit der Möglichkeit, Ideen einzubringen und gemeinsame Abenteuer zu erleben. Konzert, Filmabend und Fest runden das Programm ab. Weitere Infos und Anmeldung:  www.gbw.at

den ersten konkreten Umsetzungsvorschlag innerhalb der Österreichischen KlimawandelAnpassungsstrategie darstellen. Die Erfahrungen aus Oberösterreich werden somit den anderen Bundesländern zugute kommen.

OÖ: Vorzeigemodell für ökologischen Hochwasserschutz Das soll in Sachen Hochwasserschutz insgesamt so sein, wenn es nach dem Willen der Bundesgrünen geht! Die oberösterreichischen Schutzmaßnahmen der vergangenen Jahre wurden zum Vorzeigemodell für ökologischen Hochwasserschutz erklärt. Konsequente Absiedlung von Objekten aus Gefahrenzonen – im Machland immerhin 253 Stück. Und Schaffung von Rückhaltebecken für das Wasser. Zu diesem Zweck wurden die Dämme weit vom Ufer zurück gesetzt, die zur Überschwemmung frei gegebenen Flächen vom Land angekauft.

B I O M AC H T LICH G L ÜUCENK E. AT/B IO O O E.G R

GEWINNSP

IEL

REEN W IN A GIN G L G R IL TEAM


POLITIK

OÖ.PLANET #79 | SOMMER 2013

„Auffi muaß i!“

KURZMELDUNG Wehmütige Übergabe

Ein „Geh-Spräch“ mit Maria über die Mühen der Ebene und die Faszination der Berge. Im Mai wurde die Linzerin zur neuen Landessprecherin der Grünen Oberösterreich gewählt.

Insgesamt 15 Jahre lang stand Rudi Anschober an der Spitze der Grünen Oberösterreich. „Der Schritt ist mir nicht leicht gefallen“, gestand Anschober auf seiner letzten Rede als Landessprecher vor der Landesversammlung. Die personelle Verbreiterung sei aber eine Chance für die Grünen. „Das wird uns stärker machen“. Er betonte noch einmal, dass diese Entscheidung kein Abschied sei, sondern eine Veränderung. „Ich bleibe ja weiterhin in der Landesregierung“.

oö.planet: Nochmal zur Wahl, bei der du „nur“ 55% be­ kommen hast. Warst du da enttäuscht? Buchmayr: Im ersten Moment ja, weil man sich doch als Mensch bewertet fühlt. Aber die großartige Reaktion der Delegierten nach der Wahl, die unzähligen Glückwünsche, haben mich dann

ZUR PERSON Geboren 1970 in Linz; Studium Geografie und Regionalforschung/Wien; drei Kinder. Gemeinderätin in Linz (2003-2009); Seit 2009 sitzt sie bereits als Abgeordnete im OÖ Landtag und vertritt dort die Grünen vor allem in den Themen Arbeitsmarkt, Frauen, Jugend Migration & Menschenrechte und Kultur.

Foto: Hadmar Hölzl

Rudi Anschober wird als Landessprecher mit einem ganz persönlichen Rezeptbuch verabschiedet

„Wie sind die Arbeitsbedingungen und die Qualität der Arbeit?“, Maria Buchmayr auf Betriebsbesuch in einer Textilfabrik. immens gefreut und motiviert. Außerdem zeigt das Ergebnis, dass wir großes Nachwuchspotential bei den Grünen haben. Von da her sehe ich es positiv. (Anm: Gegenkandidat war Stefan Kaineder, Grüner Bezirkssprecher in Steyr).

berg, wo ich sicher drei- bis viermal im Jahr bin. Als zweites fällt mir der Sternstein ein: von Bad Leonfelden aus weg über Vorderweißenbach. Da erlebt man das Mühlviertel in allen Facetten. Das Tote Gebirge ist ein wunderbares Stück Oberösterreich. Und

„Ich möchte, dass die Grünen die Partei für junge Menschen sind.“

 MARIA BUCHMAYR, GRÜNE LANDESSPRECHERIN oö.planet: Auf wen hörst du? Buchmayr: Je nachdem worum es geht. Von den vielen engagierten Grünen in den Bezirken bekomme ich die Rückmeldungen, was im Land wichtig ist und verstärkt gehört. Natürlich auf meine KollegInnen im Klub und Leitungsteam, die ich sehr schätze, weil sich dort viel politische Erfahrung versammelt. Wenn es um Vermittlungsfragen geht sind mir die zuständigen Grünen MitarbeiterInnen sehr wichtig. Von meinen Kindern kriege ich auch ganz unmittelbar ganz viel mit, was sich im Bereich Schule, Uni und öffentlicher Raum tut. oö.planet: Apropos öffentlicher Raum: Was sind deine Lieblingswandertipps für Oberösterreich? Buchmayr: Auch wenn`s kitschig klingt – der Traunstein ist mein Lieblingsberg. Über den Naturfreundesteig hinauf und runter über den Herndlersteig oder die Mairalm. Das ist mein Nachdenk-

dann mag ich sehr gerne das Aisttal – von Pregarten entlang der Aist wandern. oö.planet: Wandern und Bergsteigen sind also deine Möglichkeiten aufzutanken? Buchmayr: Absolut. Sobald ich ein Zeitfenster hab`, muss ich raus. Und wenn es nur die zwei Stunden von mir daheim in Dornach rauf nach Oberbairing und retour sind. Ich gehe am liebsten alleine, ein paar Mal in der Woche laufe ich an der Donau. Bergsteigen ist meine größte Leidenschaft, in Klettersportgeschäften kann ich Stunden mit Karabinerauswahl verbringen… oö.planet: Und passiert es dir bei diesen Aktivitäten schon öfter dass du „erkannt“ und angesprochen wirst? Buchmayr: Im Linzer Umfeld ab und zu. Das kommt auch noch aus meiner Zeit als Gemeinderätin in Linz. Es hält sich derzeit noch in Grenzen, nimmt aber zu.

oö.planet: Bei deiner Wahl hast du angekündigt, Menschen für Grün begeistern zu wollen. Wie gelingt das? Buchmayr: Das wird von den Themen abhängen die die Menschen mit Grün verbinden, Themen die mitten im Leben sind. Unser Biolebensmittelschwerpunkt ist so ein Beispiel. Bei den Infoständen merken wir, dass das viele anspricht. Sie wollen Lebensmittel auf der Region, auf die sie sich verlassen können. Anderes Thema ist die Mobilität, das betrifft mich täglich. Der öffentliche Verkehr muss ausgebaut werden, er muss leistbar sein. Ein schönes Signal ist das neue Jugendticket. Also Themen aus dem Leben, präsent sein bei den Menschen – nicht Politik vom Schreibtisch! oö.planet: Welches tagespolitische Thema beschäftigt dich gerade am meisten? Buchmayr: Das Naturschutzgesetz, das gerade novelliert wird. Hier suche ich viele Kontakte zu ExpertInnen – da gibt es auch grünintern viele. Ich möchte den Naturschutz wieder in den Vordergrund stellen. Mich ärgern immer wieder die unsachlichen Diskussionen rund um neue Asylwerberheime. Da werden Menschen vor Ort von Entscheidungen überrollt und der Streit wird am Rücken derer ausgetragen, die am wenigsten dafür können.

Webtipp: ooe.gruene.at/maria-buchmayr

Der wohl prägendste Moment in seiner Zeit als Parteichef war für Anschober als sich der Durchbruch bei der Bildung der schwarz-grünen Koalition 2003, abzeichnete. „Damals war ich mir nicht sicher, ob unsere Gremien das Ergebnis annehmen und dass die Koalition so lange Bestand hat“, sagt Anschober heute. „Ich bin stolz darauf Rudi Anschober in dieser Funktion nachfolgen zu dürfen und danke ihm für all seine bisherige Arbeit, so Maria Buchmayr. „Er war, ist und bleibt eine prägende Figur auf dem erfolgreichen Weg der Grünen Oberösterreich und wird auch als Landesrat unsere Politik weiter maßgeblich bestimmen. Seine Visionen, Ideen und konkrete Politik waren und sind maßgeblich für die Grünen und das Land Oberösterreich und gemeinsam werden wir das Grüne Erfolgsprojekt weiterführen“.

Foto: Die Grünen OÖ

oö.planet: Was geben dir zu diesem Thema deine drei Kinder mit? Buchmayr: Viel. Bei einem meiner Kinder war nach der Schulpflicht die Frage: „Wie geht`s weiter?“ ganz stark da. Das war ein großer Diskussionsprozess in der gesamten Familie und hat mir einige schlaflose Nächte beschert. Ich hab gemerkt, dass es da oft Orientierungslosigkeit gibt und es wichtig ist, hier Impulse zu setzen.

Foto: Marco Vanek

 CLAUDIA HÖSSINGER oö.planet: Du bist jetzt für zwei Jahre zur Landessprecherin gewählt – woran möchtest du dich am Schluss dieser Zeit messen lassen? Buchmayr: Die Nationalratswahl liegt dann hinter uns und wir werden vor der nächsten Landtagswahl stehen. Ich möchte, dass in dieser Zeit eine deutliche thematische Erweiterung passiert. Zusätzliche Themen müssen mit Grün verbunden werden, z.B. im Bereich Arbeitsmarktpolitik: Wie sind die Arbeitsbedingungen der Menschen und die Qualität der Arbeitsplätze? Damit eng verbunden ist die Jugendpolitik. Welche Ausbildungsmöglichkeiten und Arbeitsplätze gibt es für sie? Ich möchte das Bild schärfen, dass die Grünen die Partei für junge Menschen sind.

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WORDRAPP Maria Buchmayr Mit zunehmendem Alter werde ich… toleranter dem Leben gegenüber. Zum Lachen bringen mich… gute FreundInnen und KollegInnen, wenn in guter Stimmung einfach ein Schmäh den anderen ergibt. Als Frau freut mich besonders… dass wir Grünen in ganz Österreich so viele Frauen in Spitzenfunktionen haben! Ein/LieblingsautorIn – meine Buchempfehlung: Lily Brett: Einfach so


POLITIK

KOMMENTAR

Die Lehren aus der Flut 2013

D

ie Geschehnisse des ersten Juni Wochenendes gehen als Jahrhun­ dertflut Nummer 2 in die Geschichte Ober­ österreichs ein. Die Wassermassen sind Vergangenheit. Was bleibt sind Schäden, tragische Schickale und heldenhafte Geschichten, kollektive und ganz persönliche Erinnerungen und viele tiefe Narben bei den Betroffenen. Und es bleiben auch klare Aufgaben und Erkenntnisse Erstens: Oberösterreich hält zusam­ men. Der Einsatz der Feuerwehren, aller HelferInnen, die Hilfsbereitschaft der Menschen in den betroffenen Gebieten bis hin zur Spendenbereitschaft aller MitbürgerInnen – alles dies war einmal mehr überwältigend und beweist den sozialen Automatismus in unserem Land, in solchen Situationen einfach zu helfen, zu handeln, und füreinander einzustehen. Zweitens: Naturgewalten sind nur be­ grenzt vorhersagbar. Deren Ausmaß hat trotz aller möglichst genauen Vorhersa­ gen immer das letzte Wort. Eine extre­ me Flut lässt sich kaum als singuläres Er­ eignis pro Jahrhundert festlegen, umso weniger, als durch den Klimawandel die Wetterextreme zunehmen dürften.

„Oberösterreich hält nach der großen Flut zusammen. Der Einsatz aller Hilfskräfte war überwältigend.“ Drittens: Der Hochwasserschutz wird daher noch bedeutsamer. Oberöster­ reich hat aus der Flutkatastrophe 2002 gelernt. Das von Landesrat Rudi An­ schober initiierte größte Hochwasser­ schutzprogramm der Landesgeschichte mit rund bereits 500 umgesetzten Pro­ jekten hat gewirkt und noch viel Ärgeres verhindert. Leider haben Einsparungen des Bundes wichtige Projekte verzögert. Das ist natürlich der völlig falsche Weg. Der Hochwasserschutz wird in Ober­ österreich weiter massiv ausgebaut, hat Toppriorität und hier müssen der Bund, Land und Gemeinden finanzielle Verantwortung wahrnehmen. Denn der Schutz des Landes und seiner Menschen steht ohne Wenn und Aber an allererster Stelle.

 GOTTFRIED HIRZ KLUBOBMANN

DER GRÜNEN IM OÖ.LANDTAG  GOTTFRIED.HIRZ@GRUENE.AT

WEBTIPP Ideen für die Zukunft:  www.anschober.at/hochwasser

OÖ.PLANET #79 | SOMMER 2013

Mehr Platz für die Flüsse Besonderes Augenmerk sollte in Zukunft auf die Flussläufe im alpinen Raum gelegt werden. Der Grüne Sicherheitssprecher Markus Reitsamer zieht erste Lehren aus der heurigen Hoch­ wasserkatastrophe.

 MARCO VANEK

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ei der diesjährigen Hochwasserkatastrophe waren neben den Gemeinden entlang des Inns und der Donau auch inneralpine Regionen im Salzkammergut betroffen. Besonders dramatisch war es in Ebensee, wo die Traun weite Teile des Stadtzentrums überflutete. „Die Flüsse brauchen auch in den Bergen wieder mehr Platz“, resümiert Markus Reitsamer. Der Grüne Gemeinderat aus Bad Ischl und Landtagsabgeordneter hat die Auswirkungen des Hochwassers selber miterlebt. „Ich habe in meiner Heimatgemeinde über

Bad Ischl hier in den letzten Jahren stark aufgeholt und sich auch auf seine Initiative hin intensiv mit Katastrophenszenarien beschäftigt. Katastrophenschutzseminare für BürgermeisterInnen So nahmen immer mehr Mitarbeiter Innen vom Stadtamt an den Katastrophenschutzseminaren des Landesfeuerwehrverbandes teil. Dass dies leider noch immer nicht in allen Gemeinden selbstverständlich ist, weiß Reitsamer aus seiner Funktion als Vizepräsident des

„Weil die Katastrophen immer mehr und auch schlimmer werden, braucht es auch in der Bevölkerung ein größeres Bewusstsein für Eigenvorsorge“, Markus Reitsamer. mehrere Tage an den Sitzungen des eingerichteten Krisenstabes teilgenommen. Da habe ich live miterlebt, wie innerhalb von wenigen Stunden das Wasser der Traun und der Ischler Ache um fast das Dreifache angestiegen ist. Da hat es nur eine ganz kurze Vorwarnzeit gegeben.“ Trotzdem hat aus seiner Sicht der Katastropheneinsatz der verschiedenen Einsatzorganisationen wir Feuerwehr, Rotes Kreuz oder Bundesheer fast optimal funktioniert. So hat etwa die Stadtgemeinde

OÖ Zivilschutzverbandes (ZSV). „In Normalzeiten gibt es von den BürgermeisterInnen und ihren Stäben wenig Interesse an diesen Seminaren des Landesfeuerwehrverbandes “. Im Katastrophenfall sind aber die BürgermeisterInnen die behördlichen EinsatzleiterInnen, die im Bedarfsfall dann die technischen Hilfsdienste wie Feuerwehr oder Rettungsdienste anfordern und koordinieren müssen. Damit die BürgermeisterInnen in Zukunft hier noch mehr

Foto: Die Grünen OÖ

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Markus Reitsamer: „Nicht nur begradigen, sondern Ausweichräume für Flüsse auch in den alpinen Regionen schaffen.“ Unterstützung bekommen, ist der Zivilschutzverband gerade dabei, ein praxiserprobtes Sofortschutz-Tool zusammenzustellen. „Das wird ein Katastrophenschutz-Koffer mit Checklisten, Telefonnummern und vielen anderen praktische Dinge. Es ist aber notwendig, dass die OrtschefInnen diesen Koffer nicht nur griffbereit im Büro stehen haben, sondern auch darauf eingeschult sind. Bei Eintritt der Katastrophe sind sie erste Ansprechperson und müssen wissen, was zu tun ist. Weil die Katastrophen immer mehr und auch schlimmer werden, braucht es auch in der Bevölkerung ein größeres Bewusstsein für Eigenvorsorge. Um diese Bildungsarbeit haben sich die regionalen Zivilschutzzentren angenommen. Mittels Veranstaltungen wie der Kindersicherheitsolympiade, verschiedenen Schulungen und Exkursionen versucht der ZSV die Bevölkerung zu erreichen.

Mehr Rückhaltebecken Das gilt auch für den Hochwasserschutz: „Wir brauchen mehr Rückhaltebecken, um die Spitzen des Hochwasser schon im Oberlauf der Flüsse abzufangen“, meint Reitsamer. „Wo diese nach dem 2002er Hochwasser bereits errichtet wurden, haben sie auch funktioniert.“ Mit Blick zurück auf das Hochwasser in Bad Ischl und Ebensee wünscht sich der Grüne Sicherheitssprecher mehr solcher Becken in den alpinen Regionen. „Früher wurden die Wildbäche begradigt, damit sie rinnen können. Jetzt sieht man, dass dies nicht immer der richtige Weg ist. Bei solchen Ereignissen sind im alpinen Raum viel öfters Siedlungen betroffen, als draußen im flachen Land. Da sind die mobilen Schutzwände nicht immer die richtige Antwort. Die Flüsse brauchen deshalb auch in ihren Oberläufen mehr Platz“.  ooe.gruene.at/ markus-reitsamer

Aus für den Landessicherheitsrat Wegen eines Streits zwischen SPÖ und FPÖ wurde Oberösterreichs Sicherheitsgremium aufgelöst, trotz genug Arbeit durch die Hochwasserkatastrophe

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öllig unverständlich ist für die Grünen die Auflösung des Landessicherheitsrats. „Nur die Grünen haben bei dem Parteiengespräch am 10. Juni 2013 gegen das Aus für dieses wichtige Gremium gestimmt, dessen spezielle Aufgabe es ist, sich mit dem Schutz und der Sicher­heit

des Landes und seiner BürgerInnen auseinanderzu­setzen. Und gerade jetzt nach der Hoch­ wasserkatastrophe wäre dieses Gremium extrem wichtig gewesen“, betont der Grüne Klubobmann Gottfried Hirz. Die Auflösung des Landessicherheitsrats folgt einem Streit zwischen der SPÖ und der FPÖ über Einladungslisten zum weiteren Vorgehen gegen den Rechtsextremismus. Nachdem die FPÖ einer Einladungsliste der SPÖ nicht zugestimmt hat, hat sich der SPÖ OÖ-Vorsitzende Ackerl aus dem Landessicherheitsrat zurückgezogen, obwohl er selbst

das Einstimmigkeitsprinzip vor einigen Jahren mitbeschlossen hat. Wegen dieser Uneinigkeit in nur einem Themenbereich muss Oberösterreich also künftig auf dieses wichtige Gremium verzichten. Dabei haben die Grünen sogar den Kompromissvorschlag eingebracht, statt der Einstimmigkeit ein ExpertInnen-Nominierungsrecht für die Fraktionen einzuführen. „Aber auch das ist vor allem von der FPÖ abgelehnt worden. Da muss man sich schon fragen, ob das Aus für den Landessicherheitsrat politisch nicht ohnehin auf breiter Basis gewollt war“, kritisiert Hirz.

Aber der Landessicherheitsrat ist natürlich nicht nur auf das Thema Rechtsextremismus beschränkt, sondern umfasst alle Fragen der Landessicherheit und somit etwa auch die Folgen der jüngsten Jahrhundertflut. Während der Einsätze hat das Landeskrisenkoordinationsgremium hervorragende Arbeit geleistet. Hirz: „Nun geht es darum die weiteren Maßnahmen, die weiteren Schritte zu bündeln und von Reaktion zur Prävention zu gehen. Das wäre die Aufgabe des Landessicherheitsrats gewesen, nicht umsonst sind dort alle Einsatzkräfte und somit auch die Feuerwehren vertreten“.


POLITIK

OÖ.PLANET #79 | SOMMER 2013

„Wir steuern auf ein Fiasko zu“

KURZMELDUNG Nein zu Einschnitten bei Wohnbauhilfe

Foto: Die Grünen OÖ

Der HausärztInnen-Mangel gefährdet die Gesundheitsversorgung in den ländlichen Regionen. Was sind die Rezepte, damit es wieder mehr LandärztInnen gibt? Ein Gespräch mit der Grünen Gesundheitssprecherin Ulrike Schwarz.

 MAX GUSENBAUER

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elbstverständlich und umfassend soll sie sein, von höchster Qualität und sicher – unsere Gesundheitsversorgung. Ob und wie das künftig weiter funktioniert, über Grüne Rezepte und die Scheu vor der Allgemeinmedizin hat der Planet mit der stellvertretenden Grünen Landessprecherin und Gesundheitssprecherin LAbg. Ulrike Schwarz gesprochen. Die bundesweite Gesundheitsreform ist nun beschlossen worden, was soll sie bringen, wie geht’s voran? Ulrike Schwarz: Es geht um ein gemeinsames und abgestimmtes Vorgehen der Krankenkassen und von Bund und Länder bei der Gesundheitsversorgung. Es geht um eine effektive Verschränkung von Spitals- und niedergelassenem Bereich und hier sollen gemeinsame Ziele und Maßnahmen festlegt werden. Wir sind auch in Oberösterreich gerade bei der Umsetzung. Wo sehen Sie den Dreh- und Angelpunkt dieser Gesundheitsreform? Ulrike Schwarz: Alle Räder müssen optimal ineinandergreifen, alle an der Gesundheitsversorgung Beteiligten zusammenwirken, das ist die Grundbedin-

gung. Mit der laufenden OÖ. Spitalsreform optimieren wir gerade den Krankenhausbereich als ein wesentliches dieser Räder, jetzt müssen wir uns noch stärker auf den niedergelassenen Bereich als weiteres Rad konzentrieren. Das scheint auch überfällig, denn dort droht Ärger, genauer gesagt ein Mangel bei den AllgemeinmedizinerInnen, Tatsache oder übertrieben? Ulrike Schwarz: Wir haben in diesem Bereich, bei den HausärztInnen tatsächlich ein ganz gravierendes Problem. Gerade in den Regionen können immer weniger Praxen nachbesetzt werden, gibt es kaum BewerberInnen. Wenn hier nicht baldigst gehandelt wird, steuern wir auf ein gesundheitspolitisches Fiasko zu und das auf Kosten der Bevölkerung. Das klingt doch etwas sehr drastisch. Ulrike Schwarz: Das ist es aber auch. Ich sehe die HausärztInnen als Rückgrat der Gesundheitsversorgung gerade in den Regionen. Sie sind die ersten AnsprechpartnerInnen, die Vertrauenspersonen für die PatientInnen. Wenn wir die teuren Spitalsambulanzen entlasten wollen, müssen wir die Arbeit der HausärztInnen sichern und

ausbauen. Wir brauchen eine starke Allgemeinmedizin und auch FachärztInnen für eine effektive Vernetzung eben mit den Spitälern aber auch mit den mobilen Diensten. Wenn eine Säule wankt, wackelt das ganze System. Wo liegt das Problem, warum wollen immer weniger junge MedizinerInnen als Hausärztin, als Hausarzt arbeiten? Ulrike Schwarz: Da gibt’s mehrere Gründe. Diese Arbeit ist enorm belastend: verlangt werden immer flexiblere Ordinationszeiten, viele Nacht-, Sonnund Feiertagsdienste, dazu kommen mangelnde Unterstützung durch fehlende mobile Angebote. Es liegt aber auch daran, dass es keine PraxisAusbildung für Allgemeinmedizin gibt. Genau diese konkrete Ausbildung müssen wir aber anbieten und endlich wie in allen anderen europäischen Ländern eine bezahlte und verpflichtende Lehrpraxis einführen. Wie kann man sich das Modell dieser Lehrpraxis vorstellen? Ulrike Schwarz: Diese soll ein Jahr dauern. In dieser Zeit erleben die MedizinerInnen hautnah den Alltag in einer HausärztInnen-Praxis – mit welchen Diagnosen ist man konfrontiert, was

sind die schönen Seiten, aber auch die Herausforderung in diesem Job. Sie werden bestens auf ihre Tätigkeit vorbereitet, sammeln wertvolle Erfahrungen und sie sehen durch die Reaktion der PatientInnen, wie wichtig sie für die Menschen sind, das begeistert und motiviert. Warum gibt’s die Lehrpraxen noch nicht? Ulrike Schwarz: Das Argument ist wieder einmal das Geld und leider wurde auch bei der jetzigen Reform der ÄrztInnenausbildung keine Lösung gefunden. Wir brauchen aber diese Lehrpraxen und sowohl Bund als auch Land müssen dafür jetzt rasch die nötigen Finanzmittel in die Hand nehmen. Ausbildung und Lehrpraxen können aber wohl nur ein Instrument gegen ÄrztInnenmangel und die Folgen sein? Ulrike Schwarz: Es sind ganz wesentliche, aber richtig: natürlich müssen im niedergelassenen Bereich weitere Maßnahmen verstärkt werden, um die Versorgungssicherheit zu garantieren. Etwa eine Bündelung von Nachtdiensten, wie sie ja bereits teils umgesetzt wird. Und natürlich sollten Ordinationsgemeinschaften weiter ausgebaut werden.

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Linz war sie Gast beim Grünen Sommerfest am Linzer Hauptplatz. In diesem Rahmen haben die Grünen über die die Vorteile von Bio, den Grünen Bio-Kurs, die Zukunft des Essens und die Ursachen der Lebensmittelskandale informiert und mit den BürgerInnen diskutiert. Auch wenn an diesem schönen Sonnentag viele das Fest zum Relaxen und Genießen nutzten, war auch hier die Jahrhundertflut ein dominierendes Thema. Webtipp: gruene.at/sommertour

Foto: Die Grünen OÖ

Sommertour mit Eva Glawischnig uf ihrer Besuchsreise durch Österreich machte Eva Glawischnig und das grüne Team auch Halt in Eferding und Linz. Zwar dem Thema Bio gewidmet, standen bei den Besuchen in Eferding und Linz vor allem die dramatischen Hochwasserereignisse und deren Folgen im Vordergrund. So hat sich Eva Glawischnig im Rahmen ihres Besuchs beim Festival der Regionen in Eferding ein Bild von der aktuellen Lage in der Region und den großen Herausforderungen für die Bevölkerung gemacht. In

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Klar abgelehnt haben die Grünen im jüngsten Landtag die Novelle zur Wohnbauförderung von FP Wohnbaulandesrat Haimbuchner. Denn die Grünen sehen die von der ÖVP mitgetragene Novelle als „inakzeptables, unsoziales Belastungspaket“, wie die Grüne Wohnbausprecherin LAbg. Maria Wageneder betont. Für sie „treffen die nun leider beschlossenen Einschnitte gerade solche Menschen, die ohnehin vor großen Hürden stehen und großem finanziellem Druck ausgesetzt sind. Sie werden nun weiter in die Armutsfalle gedrängt“. Etwa die Alleinerziehenden durch Einrechnung des Kindesunterhalts ins Haushaltseinkommen. „36 Prozent der Alleinerziehenden sind bereits jetzt armutsgefährdet. Nun kommt eine weitere Belastung auf sie zu“, warnt Wageneder.

„Keine Wohnbauförderung mehr für StudentInnen, die keinen Anspruch auf Studienbeihilfe haben.“

MARIA WAGENEDER  WOHNBAUSPRECHERIN DER GRÜNEN OÖ Klare Einschnitte auch bei den Studierenden. Es gibt künftig keine Wohnbauförderung für StudentInnen, die knapp keinen Anspruch auf Studienbeihilfe haben, aber dennoch Vollzeit studieren und daher kaum nebenbei arbeiten können. Belastet werden auch Drittstaatsangehörige. Sie müssten künftig zum fünfjährigen Hauptwohnsitz in Österreich auch noch 36 Einkommensmonate nachweisen. Das trifft insbesondere AsylwerberInnen, deren Verfahren teils sehr lange dauern und während dieser sie aber keine Beschäftigungsbewilligung bekommen. „Das ist keine Politik im Sinne jener Menschen, die ohnehin mit wenig Geld auskommen müssen. FP Landesrat Haimbuchner fährt hier wieder einmal einen klaren Belastungskurs“, kritisiert Wageneder.


GRÜNES

OÖ.PLANET #79 | SOMMER 2013

KURZMELDUNGEN

Foto: Margit Greinöcker

Gefangen in der Kreditklemme Viele kleine und mittlere Unternehmen bekommen für Investitionen kein Geld mehr von den Banken. Crowdfunding könnte ein Ausweg sein. Aber dafür braucht es Gesetzesänderungen.

Margit Greinöcker heißt die Gewinnerin des diesjährigen Gabriele Heidecker Frauenkunstpreis. Die Linzer Künstlerin konnte heuer die Jury von ihren Arbeiten, vor allem mit ihrem Projekt „Kopftücher - in ‚traditionell‘ österreichischer Bekleidung unterwegs im Stadtteil Fatih in Istanbul“ überzeugen. Dabei begab sich die Linzerin mit Dirndl und Kopftuch nach Istanbul und beobachtete und dokumentierte dabei die Reaktionen der örtlichen Bevölkerung. Der von Eva Schobesberger gestiftete Frauenkunstpreis ist mit 5000 Euro dotiert und wurde von den Grünen Linz heuer bereits zum dritten Mal vergeben.

Neues Linzer Umweltticket: um 100 Euro günstiger! Ab 1. Juli 2013 gibt es das neue Linzer Umweltticket: Auf Grüne Initiative wird die Jahreskarte für alle HauptwohnsitzLinzerInnen nur noch 285 statt 385 Euro kosten und ist damit die günstigste Jahreskarte im österreichweiten Vergleich. „Mit dem vergünstigten Umweltticket wollen wir noch mehr Menschen für die öffentlichen Verkehrsmittel begeistern. Das bringt mehr Lebensqualität für alle“, so die Grüne Umweltstadträtin Eva Schobesberger.

Foto: Gerhard Niederleuthner

Margit Greinöcker gewinnt Frauenkunstpreis 2013

 EDELTRAUD KLOSE UND MARCO VANEK

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er Waldviertler Schuhfabrikant Heini Staudinger ringt seit einem Jahr mit der Finanzmarktaufsicht (FMA) um eine Lösung seiner verzwickten Situation: Im Jahr 1999 haben ihm 192 Private insgesamt drei Millionen Euro geborgt, die er ins Unternehmen investierte. Staudinger nannte diese Aktion ursprünglich „Sparverein“. Die Finanzmarktaufsicht sieht nun darin ein verbotenes Bankgeschäft und erließ Strafbescheide samt Gefängnisdrohung. So wie ihn gibt es viele Unternehmen, NGOs, BetreiberInnen von Energieprojekten, die investieren wollen und von Privaten Geld dafür nehmen möchten. Doch die derzeitige Gesetzeslage lässt solche Geschäfte ab 100.000 Euro nur unter hohen Auflagen und Kosten zu. Crowdfunding als Ausweg? Bereits vor einem halben Jahr forderte deshalb die Grüne Wirtschaft eine Vereinfachung und eine Erweiterung des Finanzierungsrahmens bei der Schwarmfinanzierung, dem Crowdfunding. Das Problem dabei ist: Die GläubigerInnen müssen die Nachrangigkeit ihres

Gmundner Hotel ein Fall für die Justiz?

GRÜNER FUSSBALL

Foto: Marco Vanek

Seit Jahren wehren sich die Grünen Gmunden gegen das Mega-Hotelprojekt Lacus Felix der Firma Asamer am Traunseeufer. Schon beim Verkauf des gemeindeeigenen Seegrundstücks zu einem Preis weit unter dem ortsüblichen stimmten die Grünen vor Ort dagegen. Nun brachten die Gmundner Grünen eine Sachverhaltsdarstellung bei der Korruptionsstaatsanwaltschaft in Wien ein mit der Bitte um Prüfung, ob ein strafrechtlicher Tatbestand (wie z.B. Untreue) gegeben ist: „Die Gemeinde hat ihr Vermögen schlecht und fahrlässig verwaltet und auch auf zwei Millionen Konventionalstrafe der Firma Asamer verzichtet.“ so die Gmundner Grünen. Der Bürgermeister (VP) hat inzwischen in der Presse kundgetan, dass er das Grundstück rückkaufen möchte. Ob ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wird, ist derzeit noch offen.

Nach 14 Jahren hat es wieder geklappt: Lokomotive Linz wurde dank personeller Unterstützung eines anderen Fußballteams Grüner Fußball-Landesmeister 2013.

gegebenen Darlehens bestätigen. Im Insolvenzfall schauen sie daher weitgehend durch die Finger.

Heini Staudinger – Aushängeschild der Crowdfunding-Bewegung

Im Frühjahr gab es einige Gesprächsrunden mit ExpertInnen der Finanzmarktaufsicht, Wirtschafts- und Arbeiterkammer um die Rahmenbedingungen für Investitionen in kleine und mittlere Unternehmen, Energieprojekten und Start Ups zu erleichtern. „Angestrebt wird dabei eine Lösung noch vor dem Herbst, doch die SPÖ blockiert diese nach wie vor im Parlament“, sagt die Grüne Nationalratsabgeordnete und Wirtschaftssprecherin Ruperta Lichtenecker.

In den letzten Krisenjahren haben viele Leute Geld verloren: in der dritten Säule ihrer Pensionsvorsorge, ganz real in Gehaltsverlusten, durch die Preissteigerung bei Nahrungsmitteln, Mieten, dem täglichen Bedarf. Das Geld, das diese Menschen dennoch sparen, wollen sie vertrauensvoll anlegen. Beteiligungsprojekte wie jene von Heini Staudinger kommen hier gerade recht: diese Investitionen gehen in die regionale Wirtschaft, sichern Arbeitsplätze, das Geld wird für eine

Geld borgen ist Vertrauenssache

INFOS ZU CROWDFUNDING Mit Crowdfunding können Projekte, , die Umsetzung von Geschäftsideen, die Erweiterung bestehender Betriebe und vieles andere mit Eigenkapital versorgt werden. Eine Auswahl an Projekten, die Crowdfunding betreiben: GEA/Waldviertler Schuhwerkstatt, Grüne Erde, Göttin des Glücks, Wohnwagon, conda.at, 1000x1000.at, SERI, maran

vegan, EZA-fairer Handel. Im Energiebereich sind das z. B.: Helios Sonnenstrom und die PV-Austria. Mehr unter www.gruenewirtschaft.at Infos über legale Beteiligungsmöglichkeiten: www.fma.gv.at/de/ sonderthemen/ information-zu-buerger beteiligungsmodellen.html

aussichtsreiche Entwicklung des Unternehmens herangezogen. Crowdfunding lebt von Vertrauen, ist sympathisch und eine Möglichkeit der BürgerInnenbeteiligung in der Region. Kürzlich präsentierte die Junge Wirtschaft eine Umfrage des Market Instituts, die bestätigt, dass 56 Prozent sich an der Finanzierung eines konkreten Projekts beteiligen würden. Den Befragten ist durchaus das Risiko des Totalverlustes des eingesetzten Kapitals bewusst. Im Schnitt würden rund 750 Euro pro Person bereit stehen. Crowdfunding & Energiewende „Derzeit sind viele Projekte, gerade im Bereich alternative Energieerzeugung, an der Startrampe. Diese warten nur darauf, dass die rechtlichen Bedingungen klar, einfach und eindeutig sind. So gibt es viele Menschen, die bereit sind, sich an einer gemeinsamen Photovoltaikanlage in ihrer Gemeinde mit kleineren Beträgen zu beteiligen. Das Kapital ist auf der Suche nach sinnvollen, regionalen Projekten! Es braucht jetzt die entsprechenden Gesetzesänderungen.

Grüne Erde wehrt sich

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ie Firma „Grüne Erde“ aus dem Almtal bekam die Kreditklemme am eigenen Leib zu spüren. „Die Forderungen der Geldinstitute zur Sicherstellung von Krediten wurden in den letzten Jahren immer unverschämter“, sagt Kuno Haas, einer der beiden Eigentümer und Geschäftsführer. Um ihre Rohstoffe, das Warenlager oder Investitionen in Betriebsgebäude finanzieren zu können, braucht das Unternehmen entsprechende Finanzierung. Die real vorhandenen Werte wie eben Rohstoffe, Halb- und Fertigwaren werden von den meisten Banken als

Besicherung für Kredite nicht mehr akzeptiert. Zur weiteren Sicherstellung empfahlen die Banken daher entweder die Marke „Grüne Erde“ sowie die Kundenadressen zu verpfänden oder Teile des Unternehmens an internationale Investmentfonds zu verkaufen. Die Eigentümer lehnten dies aber ab und entschieden sich fürs Crowdfunding. Je nachdem, wie viel Private investieren möchten, gibt es drei Möglichkeiten: Bereits mit 200 Euro gibt es den Grüne-Erde-FreundeskreisBaustein, zwischen 2.000 und 25.000 Euro können Private der Grünen Erde ein Darlehen mit

Foto: Gerhard Niederleuthner

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einer jährlichen Verzinsung von 6 Prozent gewähren und über 25.000 Euro kommen andere Finanzierungsmodelle in Frage. Gottfried Hirz (links am Bild mit Kuno Haas) hat sich für die Darlehensvariante entschieden und unterzeichnet kürzlich den Vertrag. Diese Aktion läuft in der Form noch bis Mitte Juli.


REGIONAL

OÖ.PLANET #79 | SOMMER 2013

Biokiste statt verschwenden

KURZMELDUNGEN Hochwasserschäden bei Achleitner

Die Gurke zu krumm? Die Kartoffel zu schrumpelig? Und der Sauerrahm kurz vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums? Dann ab in den Müll damit! Freilich, das muss nicht sein. Der Biohof Achleitner zeigt, dass es auch anders geht.

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Das Konzept des geschlossenen Kreislaufs wurde bereits mehr-

fach ausgezeichnet. Es besagt, dass der Konsument einerseits stets frische und einwandfreie Bio-Lebensmittel auf den Tisch bekommt und andererseits, dass keine Lebensmittel im Müll landen. Ein Augenschein am Biohof macht das System deutlich: Landwirte aus der Umgebung bringen im Laufe des Vormittags frisch geerntete Salate, Gemüse und Obst. Die Ware wird begutachtet, verpackt und zum Weitertransport vorbereitet. Obst und Gemüse, das der Qualitätskontrolle nicht standhält, wird nicht einfach weggeworfen oder dem Biobauern retourniert, sondern im Haus durch eigenes Personal händisch aussortiert. So wird vermieden, dass Komplettchargen wie im Lebensmittelhandel üblich – einfach vernichtet werden.

Foto: Thomas Hartl

 THOMAS HARTL ehr als 40 Prozent unserer Lebensmittel werden weggeworfen. Unmengen von Obst und Gemüse schaffen es nicht einmal in die Supermärkte, weil sie erst gar geerntet werden. Der Grund: Sie entsprechen nicht der Norm oder sind leicht beschädigt. Ein notwendiges Übel einer Wegwerfgesellschaft könnte man meinen. Stimmt nicht. Denn es geht auch anders. Ein Vorzeige-Beispiel dafür liefert der Eferdinger Biohof Achleitner. Hier arbeitet man nach einem selbst ausgetüftelten System, das einen geschlossenen Kreislauf garantiert. „Bei uns landet keine Gurke im Müll, kein Salat und kein Krumen Brot“, erklärt Geschäftsführer Günter Achleitner. Der Landwirt hat seinen Hof bereits vor 23 Jahren auf Bio umgestellt, im kleinen Hofladen verkaufte er das, was auf den Feldern wuchs. Aus dem kleinen Laden wurde ein Mittelständisches Unternehmen, das 130 Menschen Arbeit verschafft und 15 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet. Zum Schritt ins Wagnis Bio wurde Achleitner von seinem Onkel motiviert, dem Mühlviertler Bio-Pionier Hans Galleitner.

„Das Hochwasser hat uns und unsere Bauern leider nicht verschont. Obwohl wir unsere Anbauflächen bewusst auf mehrere Gebiete im Eferdinger Becken aufgeteilt haben, hat es zwei der vier Standorte stark getroffen. Besonders beim Kohlgemüse haben wir starke Einbußen. Auch die Lagerkarotten sind betroffen – hier können wir aber schnell wachsende Sorten nachsetzen. Bei den Salaten wurden wir Gott sei Dank verschont, da wir auf höher gelegene Flächen bzw. auf Anbauflächen unseres stv. Betriebsleiters Martin Eisenhuber zurückgreifen können. Langzeitschäden sind derzeit noch nicht abschätzbar. Dies hängt u.a. stark von den Witterungsverhältnissen der nächsten Wochen ab. Generell müssen wir uns darauf einstellen, dass regionale Ware insgesamt knapp sein wird, da beispielsweise auch unsere Partnerbetriebe stark betroffen sind“, schrieb Günther Achleitner dem oö.planet.

Günther Achleitner: „Durch die Vorbestellungen wird Abfall reduziert“.

Jugendticket in OÖ um 60 Euro

und Gemüse findet den Weg in die hofeigene Kompostanlage, mit der nahezu der gesamte Kompostbedarf der eigenen Landwirtschaft gedeckt wird. So werden auch Lebensmittelabfälle sinnvoll verwertet“, erklärt Achleitner stolz. Damit wird klar: Kein Stück Paprika, kein Salatkopf und kein Büschel Schnittlauch landet im Mülleimer.

„Mehr Grün/e in die AK“

Abfälle sinnvoll verwertet Genießbare Produkte werden weiter verarbeitet, so stellt das Küchenteam z.B. Chutneys und Marmeladen her. Außerdem besteht eine Kooperation mit dem Sozialmarkt Eferding, dem Produkte mit knappem Mindesthaltbarkeitsdatum zur Verfügung gestellt werden. Auch Mitarbeiter können die aussortierte Ware kostenlos mit nach Hause nehmen. Und der Rest? „Nicht mehr verwendbares Obst

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Rund die Hälfte des Erfolgsmodells Biohof Achleitner macht die „Biokiste“ aus. 7000 Haushalte in ganz OÖ und den angrenzenden Bundesländern lassen sich wöchentlich eine oder auch mehrere Biokisten frei Haus liefern. Wie das geht? Man sucht sich die passende aus zehn verschiedenen Biokisten (Gemüsekiste, Obstkiste, Regionalkiste, Bürokiste …) aus oder stellt sich eine Kiste nach seinen eigenen persönlichen Wünschen

zusammen und bestellt sich die Zustellung einmal pro Woche oder auch 14-tägig (Infos unter www.biohof.at). Auch hier ist Logistik Trumpf: Durch die Vorbestellungen weiß man im Biohof bereits im Voraus, welches Obst und Gemüse wann gebraucht wird und genau diese Mengen werden dann von den Landwirten zum richtigen Zeitpunkt geerntet und geliefert. „Dadurch können auch Zusatzprodukte wie Fleisch, Milch oder Brot 100% genau bestellt werden und Sicherheitsbestände sind nicht notwendig. Das schließt eine Lebensmittelverschwendung bereits in der Planungsphase aus. Und auch wichtig: Um bei der Zustellung lange Wege und damit CO2 zu sparen, fahren wir jedes Gebiet nur einmal pro Woche an“, erklärt Achleitner.

Ab 1. September gibt es die Jahresnetzkarte für alle öffentlichen Verkehrsmittel in ganz Oberösterreich um 60 Euro. Alle oberösterreichischen SchülerInnen, und Lehrlinge bis zum 24. Lebensjahr können es in Anspruch nehmen. Anträge dafür können wie bei der SchülerInnen- und Lehrlingsfreifahrt über die Ausgabe­ stellen aller Verkehrsunternehmen abge­geben werden.

„Eine herzliche Einladung zum Mitmachen“ kommt vom neuen Landessprecher der Alternativen und Grünen GewerkschafterInnen Oberösterreich, Martin Gstöttner. Anlass zu diesem „Apell mit offenen Armen an alle grünen ArbeitnehmerInnen“ ist die AK-Wahl im Frühjahr 2014. Die interne Listenwahl dazu ist für Mitte September 2013 angesetzt. „Alle, die mehr Grüne in der AK und mehr Grün in der Arbeitswelt wollen, können sich umgehend informieren: office@auge-ooe.at, 0732 739 840 oder 0699 15 10 32 78.

Krumme Karotten in den Kochtopf

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ährlich landen Lebensmittel im Wert von 277 Euro im Mülleimer jedes oberösterreichischen Haushaltes. Um zu zeigen, wie man diese enorme Menge verringern kann, tourt Umwelt-Landesrat Rudi Anschober noch bis Herbst durchs Land und präsentiert seine Kochshow unter dem Motto „Kochtopf statt Mistkübel.“ „Helfen auch Sie mit, dieser Verschwendung ein Ende zu setzen! Bei unseren Kochshows erfahren

Sie, wie genussvoll ein verantwortungsvoller Umgang mit unseren heimischen Lebensmitteln sein kann“, so Umwelt-Landesrat Rudi Anschober. Alles, was bei der Tour im Kochtopf landet, ist zu 100 Prozent fleischfrei. Die Zutaten liefern Bauern aus der Region, saisonal, regional und aus biologischer Landwirtschaft. Viele Lebensmittel kommen allerdings nicht einmal in das Supermarktregal oder gar in den Kochtopf. Sie entsprechen nicht den Normen und Standards und werden daher erst gar nicht geerntet oder werden vorab

aussortiert. Anschober will eine Änderung dieser Standards erreichen und appelliert auch an die KonsumentInnen, mehr Vielfalt beim Einkauf zu akzeptieren, ja bewusst Vielfalt einzukaufen. „Beim Kauf von Lebensmitteln sollten wir nicht nur auf die Haltbarkeit oder den Preis achten. Das Herkunftsland sagt oft viel mehr, lange Transportwege, ewig lange Lagerzeiten im Vorhinein. Frisches, regionales Obst und Gemüse ist sicher die beste Wahl, oft auch die preislich günstigere – und vor allem die gesündere“, appelliert der Umweltlandesrat.

TOURDATEN Foto: Büro LR Anschober

Rudi Anschober verkocht Lebensmittel, die aus der Norm fallen.

Kochshows im Spätsommer Sa, 14. Sept. Wels & Do, 19. Sept.Linz  www.fleischfrei-tag.at  www.facebook.com/ KochtopfStattMistkuebel


GRÜNES

BUCHTIPP

Liebe unter Fischen Der kürzlich erschienene Roman von René Freund hat die besten Voraussetzungen für einen Bestseller.

 BARBARA VANEK

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öllig bizarr ist es schon, dass Alfred Firneis ausgerechnet mit Lyrik 150.000 Bücher verkauft hat, doch das hat ihn offenbar völlig ausbrennen lassen. Seine Verlegerin, die ihn lange nicht erreicht, ist völlig entnervt und will ihren wichtigsten Autor zum Schreiben überreden, um den angeschlagenen Verlag zu retten, doch der Dichter weigert sich, müllt seine Berliner Wohnung zu und gibt sich dem Suff hin. Eine abgelegene Almhütte irgendwo in Österreich soll den Autor auf andere Gedanken bringen. Vor allem kommt jetzt Mara ins Spiel. Eine Fisch-Forscherin, die über phoxinus phoxinus, eine Elritze und deren Sexualverhalten im Schwarm dissertiert. Doch Mara kann noch mehr als das. Der Förster August bringt dem vor Selbstmitleid triefenden Alfred Firneis das Jodeln bei und Haltung. Und Alfred entdeckt in der abgelegenen Hütte das Putzen. „Liebe unter Fischen“ hat wirklich die besten Voraussetzungen für einen Bestseller, ein selbstironisch geschriebener Roman, der die Liebe zur Sprache und zur Natur thematisiert, dabei aber auf den üblichen Heimatroman-Kitsch verzichtet. Amüsant ist nicht nur das Veräppeln der Verlagsbranche und der Verhaltensforschung. Firneis braucht nur einen Monat, um ein Mensch ohne Bedürfnis nach Alkohol oder Drogen zu werden, Ordnung zu halten und glücklich zu werden. Eine höchst gelungene Satire auf das Leben an sich!

RENÈ FREUND „Liebe unter Fischen“ erschienen bei Deuticke, 205 Seiten, gebunden, Preis: 18,40 Euro auch als E-Book erhältlich; eine Hörbuchversion erscheint bei Random House Audio

KURZMELDUNG 6 gute Gründe für 6 Wochen Urlaub für alle 1. Jüngere ArbeitnehmerInnen sind durch kurze bzw. prekäre Dienstverhältnisse stark benachteiligt. 2. 6 Wochen Urlaub sind gesünder als 5. 3. 6 Wochen Urlaub sind besser fürs soziale Leben als 5. 4. 6 Wochen Urlaub sind mehr vom Kuchen als 5, vor allem solange direkte monetäre Verbesserungen zum großen Teil wieder von der Lohnsteuer gefressen werden. 5. 6 Wochen Urlaub sind eine Woche mehr Selbstbestimmung pro Jahr. 6. Mit den Produktivitätssteigerungen der letzten 10 Jahre haben wir die 6. Woche längst erwirtschaftet.  www.auge-ooe.at

OÖ.PLANET #79 | SOMMER 2013

Windenergie bekommt Rückenwind Die Windenergie ist eine wichtige Säule beim Ausstieg aus der Stromerzeugung aus Öl und Gas. Nach einem jahrlangen Baustopp werden in Oberösterreich wieder Windkraftanlagen geplant und auch gebaut.

 MARCO VANEK

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och in der zweiten Hälfte der 90er Jahre war Oberösterreich Vorreiter in Sachen Windenergie. Zwischen 1996 und 1999 wurden 12 Großanlagen in Eberschwang, Laussa, Schenkenfelden und Spörbichl errichtet. In den darauffolgenden Jahren kamen noch weitere Anlagen im Mühlviertel und im Innviertel dazu. Dann war es Schluss mit dem Ausbau der Windenergie. Seit 2005 wurde kein einziges Windkraftwerk mehr in Betrieb genommen. Windmasterplan unterstützt Planung Erst als 2011 auf Initiative von Rudi Anschober der Windmasterplan erstellt wurde, bekam die Windenergiebranche im Land wieder Rückenwind. Der Windmasterplan teilte das Land in sogenannte Vorrangund Ausschlusszonen ein. Ein striktes No-Go gibt es etwa im Nationalpark Kalkalpen oder in ausgewiesenen Vogelschutzzonen wie zum Beispiel bei Molln. Die Vorrangzonen sind vor allem in Wirtschaftswäldern des Ennstales, des Mühlviertels und im Hausruck ausgewiesen. Doch dieser Plan ist keine bindende Verordnung, sondern eine Hilfestellung für potentielle Projektwerber und der beteiligten Behörden. Das heißt aber nicht, dass Projekte in Vorrangzonen automatisch umgesetzt werden

können. Sie müssen sich wie alle anderen großen Bauprojekte einem aufwändigen Prüfungsund Begutachtungsverfahren unterziehen. Und vor allem die betroffenen Gemeinden müssen Flächenwidmungen für Energieanlagen vornehmen. Ohne Zustimmung der Gemeinderäte können keine Windräder aufgestellt werden. Wird das Ennstal zur Windkraftregion?? In den letzten beiden Jahren sind 13 potentielle Projekte bekanntgeworden, zwei davon – Munderfing mit 5 Anlagen und Sternwind mit 2 Anlagen - sind bereits behördlich genehmigt. Zehn Projekte in ganz Oberösterreich laufen zurzeit verschiedene Projektentwicklungsstadien durch. Die meisten davon befinden sich im Ennstal zwischen Garsten und Weyer. Welche schließlich das behördliche Okay erhalten, ist erst nach Ende der Verfahren abzusehen. Doch drei dieser Projekte (in den Gemeinden Molln, Ternberg und Reichraming) haben es besonders schwer, liegen sie gänzlich oder teilweise in Ausschlusszonen.

Ulrich gibt es besonders heftige Diskussionen. Rudolf Forster, einer der Errichter der Windräder in Laussa, möchte im Wirtschaftswald der Bundesforste einen Windpark errichten. In der Endausbaustufe sollen die 15 Windräder elektrischen Strom für etwa 25.000 Privathaushalte liefern. Doch eine BürgerInneninitiative wehrt sich dagegen, befürchtet sie doch die Zerstörung des Wandergebietes etwa durch neue Straßen. Besonders störend empfinden die GegnerInnen die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes durch die Windräder. Auch der Schutz des dort lebenden Schwarzstorches und anderer gefährdeter Vögel ist ihnen wichtig. In der Initiative „Aufwind SteyrLand“ haben sich hingegen die BefürworterInnen dieses Windparks zusammengeschlossen. Sie weisen auf die Vorteile der Nutzung der Windenergie hin: „Um die gleiche Menge Strom zu erzeugen, müssten in einem

Neue Windparks sollen vor allem im Ennstal und im Kobernaußerwald errichtet werden. Einige Projekte werden über die Planungsphase nicht hinauskommen, weil entweder die Gemeinden ihre Zustimmung verweigern oder weil ökologische und wirtschaftliche Kriterien nicht erfüllt werden können. Abgeschlossen: Windpark Munderfing (5 Anlagen) und Sternwind III (2 Anlagen)

Um die geplanten Windanlagen am Damberg in den Gemeindegebieten Garsten und St.

noch im energierechtlichen Verfahren: Erweiterung

Zahlen und Daten

Bis zu 140 weitere Anlagen mit etwa 420 MW Leistung gehen bis Ende 2013 in Betrieb

Windparkprojekte in verschiedensten Planungs­ stadien (Entwicklung, Projektinformation, Windmessung, Vogelgutachten, im Widmungsverfahren, strategischer Umweltprüfung…)  in Vorrangzonen: 6 Projekte mit 45 Anlagen  in der neutralen Zone (weder Vorrang- noch Ausschlusszone): 1 Projekt mit 9 Anlagen  in der Ausschlusszone: 3 Projekte mit 20 Anlagen

OÖ: 23 WIND VS. WASSERKRAFTWERK

2013: +140

Windpark Munderfing: (1 Anlage)

NÖ: 376

Windenergie in Österreich

Gesamtzahl von Windkraftanlagen mit einer Leistung von 1.378 MW

Kraftwerk 33 Millionen Liter Öl verbraucht werden“, sagt Thomas Schönberger. „Windstrom ist ein Beitrag zum Klimaschutz, da beim Windstrom keinerlei Treibhausgas und CO2 anfällt. Außerdem ist Wind ein kostenloser Rohstoff, von dem wir reichlich haben“.

NEUE WINDPARKS IN OÖ

Diskussionen um Windpark bei Steyr

2012: 763

Land OÖ/Schenkenfelden

08

3,2 Mrd.

Kilowattstunden

Alle Windkraftanlagen in Österreich erzeugen so viel Elektrizität wie drei Donaukraftwerke

BGL: 213


© ALEXANDRA SCHUBERT / SCHIRNER VERLAG

GRILLEN AUF VEGANE ART

GRÜNER MENSCH

BIOHONIG

Statt Fleisch liegen allerlei Pflanzen am Grillrost. Das ökologische korrekte Grillen ganz ohne Tierleid findet immer mehr AnhängerInnen. Ein Kochbuch macht Lust auf eine ganz andere Grillkultur. Seite 11.

Rositza Ekova-Stoyanova nahm früher für Bulgarien an drei Olympischen Spielen teil. Heute macht sie Politik für die Grünen Interkulturell. Seite 14

Wir können uns darauf verlassen: Honig von heimischen Bioimkern ist garantiert frei von giftigen Rück­ ständen. Mehr darüber auf Seite 15

.79 AU S G A B E N R MAGAZIN IN

M AG A Z

NG 16 . JA H R G A

0 13 | SOMMER 2

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Leben mit Streifen Sommer wird’s, und alle müssen grillen wollen. Wer nicht mit macht, ist ein Spielverderber. Elf unhaltbare Thesen zum Grillen.

TEXT CHRISTIAN KRALL

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Grillen ist eine nach wie vor nicht restlos aufgeklärte Kernfusion von männlichem Autowahn (Heckspoiler, Geländewagen, Bremsstreifen, Drittauto, Cabrio) und dem Bedürfnis nach Nahrung. Da bricht etwas übers Kochen herein, das nichts mit dem Kochen zu tun hat, so wie über das Bedürfnis, sich fort zu bewegen, die Motorisierung gekommen ist. Eine Männersache. Grillen ist Männersache, was sonst (Mutti lass mich das, hol mir ein Bier …).

2 3 4

Aus der Sicht des Grillgutes gleicht das Verfahren dem Versuch, sich vor dem heran peitschenden Regen hinter einer Brunnenfontäne verstecken zu wollen. Aber das Grillgut wird gar nicht gefragt. Die Wahrheit ist die: Dem Reiz paralleler Linien können sich nur die wenigsten Menschen entziehen. Auf Lebensmitteln schon gar nicht (siehe Mannerschnitten, oder auch nicht, je nach Geschmack). Parallele Linien, das wissen wir aus der Schule, sind solche, die sich erst in der Unendlichkeit schneiden. Aber so lange und weit wollen wir Menschen nicht warten – und schon sticht die Gabel und schon beißen wir zu. So einfach ist das erklärt.

5

Von Zebra-Steak ist abzuraten – zumeist wird man beschissen (doch nur ein Fohlen gewesen). Oder es geht einem (GPS-los in Kochangelegenheiten) die Orientierung verloren und man riskiert dass man Quer-Gegrilltes erzeugt; und Kleinkariertes schmeckt zäh, wie man weiß.

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Querstreifen, heißt es, machen dick, Längsstreifen schlank; daraus eine Reduktions-Grill-Diät ableiten zu wollen, ist nach ExpertInnen-Meinung verfrüht.

DAS LIEBSTE GRILLGUT IST DIE KÄSEKREINER. UND FAYMANN, VERMUTEN WIR, GRILLT MIT DEM FÖHN.

Hinlänglich bewiesen ist aber die Tasache, dass unter der Matratze der Lattenrost quer zu den Schlafenden liegt. Weswegen geraten ist, mit niemadem sein/ihr Bett zu teilen, der/die behauptet, er/sie würde „im Schlafen abnehmen“ – es kann sich nur um eineN QuerliegerIn handeln und dürfte unbequem werden (außer man landet gerne am Bettvorleger oder in der Badewanne … nach dem Motto, alles besser als am Grill; was zweifellos stimmt).

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Faymann, vermuten wir, grillt mit dem Föhn. Arnie, ebenfalls vor dem Spiegel, mit einem einfachen „Cheese“.

Die Nobel-Form, dem Grillkult nachzugehen, ist der Nadelstreif. Da konnte nichts anbrennen bisher. Bisher! Die neuesten Urteile zeigen: der Abstand der Streifen kann schnell etwas größer werden, die feine Zeichnung wird derb … (mit dem unangenehmen Ergebnis des Doppelstreifs von Gitterstäben und Sträflingskluft).

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Das liebste Grillgut ist die Käsekrainer.

Dass Männer das Grillen nicht aus der Hand geben wollen, hat mit Ängsten zu tun, was passiert, wenn die letzte Käsekrainer verzehrt ist, aber der Hunger der Meute noch nicht gestillt …


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MAGAZIN: GRILLEN

OÖ.PLANET #79 | SOMMER 2013

Gruß des Höhlenmenschen „Salate und Dips kannst du vorbereiten, aber Grillen tu ich.“ Wem solche deutlichen Worte – aus vorwiegend Männermündern – bekannt vorkommen, sei zumindest zur Beruhigung gesagt: Alleine sind Sie damit nicht. Eine Zeitreise durch die „Kulturgeschichte des Zündelns“ erklärt die Motive dafür.

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enn am Grill darf der Mann noch das sein, was er in vielen anderen Bereichen nicht mehr verkörpert, und das kostet er heute immer noch aus: Der „Höhlenmensch“, dem am Grillrost der letzte Platz geblieben ist, um mit dem rohen Fleisch in anarchische Urinstinkte zurückzufallen. Reist man zurück zu den „Ursprüngen“ des Grillens, landet man gut zwei Millionen Jahre in die Vergangenheit. Man stelle sich folgendes Szenario vor: Menschliche Urahnen wurden im heutigen Afrika

ABOUTPIXEL.COM

Status-Symbol Feueranzünden Bis zum Aufstellen des hauseigenen Gartengrills und dem Anlegen peinlich illustrierter Schürzen sollte es aber noch so einige Jahrtausende dauern. Doch auch in der Antike, im alten Ägypten oder auch in Rom wurden zahlreiche „Grillabenteuer“ überliefert – mit gar skurrilen Gerichten: So sollen etwa neben Krokodilen und Hyänen auch Flamingos oder Siebenschläfer auf dem Speiseplan gestanden haben. Und selbst die wilden Mongolen, die im 13. Jahrhundert durch die Steppen Ost- und Zentralasiens ritten, sollen sich durch die Mitnahme einer „mobilen“ Grill-Möglichkeit ausgezeichnet und so gestärkt haben. Als Christoph Kolumbus sich ab dem 15. Jahrhundert daran machte, die neue Welt zu erobern, fanden er und seine Nachfolger die Ureinwohner Amerikas, der Karibik und Südamerikas bereits – jawohl – grillend vor. Im Laufe der Zeit ging man dazu über, das Fleisch nicht direkt über das offene Feuer zu halten, sondern seitlich davon zu garen. So verbrannte es nicht mehr so leicht, sondern blieb saftig und würzig. Für diese Zubereitungsart wurde die Bezeichnung „Barbecue“ (oder BBQ) salonfähig, der sich vom spanischmexikanischen Begriff „Barbacoa“ ableitete. Die Grillleidenschaft, wie wir sie kennen, entflammte nach dem Zweiten Weltkrieg von den USA aus, in denen das Barbecue zum fixen Bestandteil des „American Way of Life“ gehörte. Damals wie heute

war es der Mann, der am Grill das Sagen hatte. „Am Grill wird mit der Beute hantiert, die mit eigenen Händen in freier Natur zubereitet wird“, weiß Nina Degele, Professorin an der Freiburger Universität, die das Forschungsprojekt „Grillen und Lebensstil“ leitete und zu diesem Thema forscht. Die Männer am Grill führen sich in die Rolle des Jägers und „Höhenmenschen“ zurückversetzt. Degele spricht vom „wilden Mann, der für die Nahrungsaufnahme hart arbeiten muss und der für die Versorgung der ganzen Gruppe verantwortlich war.“ Auch die Rolle in der Gesellschaft wurde am Grill entschieden. „Wer Feuer anzündet, steht in der Sozialhierarchie ganz oben.“ Grillen betont Gemeinsamkeit Warum Grillen gerade heute wieder so im Trend liegt, ist leicht erklärt: Das Grillen betont in einer sonst so schnelllebigen Zeit die Gemeinsamkeit und erinnert an Zeiten, in denen an Feuerstellen gemeinsam das Essen zubereitet und zu sich genommen wurde. Dazu kommt, dass Männer eher Dinge draußen tun, die sichtbar sind, dies sei prestigeträchtiger als die Arbeit hinter Fenstern und Türen“, betont Degele. Während aber der Mann am Grill der Chef ist und im Mittelpunkt des Geschehens steht, hält sich das Interesse in Grenzen, wenn es um die Zubereitung der Salate

oder den Abwasch nach dem Grillen geht. Spätestens dann sind dann doch wieder die Frauen gefragt. Zeit für eine Feminismus-Debatte? Jederzeit, aber bitte nur nicht, wenn es ums Grillen geht. Nicht zuletzt, wo doch Frauen nachweislich ohnehin wenig Lust empfinden, am Grillrost zu stehen. Lassen wir „ihm“ doch den Spaß…

Kommentar

Tipp

„Treffen sich zwei Ideologien beim Griller, sagt die eine zur anderen …“

„Solargriller als Ökoalternative?

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s gibt kaum ein Ereignis, das mehr Diskussionen rund um Fleischgenuss und Tierliebe auslöst als ein geselliger Grill­ abend. Da prallen Welten aufeinander. Ich pflege die Frage, warum ich denn Vegetarierin sei zuerst mal nur mit „weil ich so gerne im Mittelpunkt stehe“ zu beantworten. Das lässt das Gegenüber kurz verstummen und mir die Chance, mich mental auf die nun folgende Diskussion einzustellen: das gesundheitliche Für & Wider, die ethische Komponente, der evolutionäre Aspekt, Dogma versus Freiheit und zu guter Letzt natürlich die Genussfrage. Ich mag einfach keine Tiere essen, aus vielerlei Gründen. Ich will auch niemanden dazu

überreden, doch zu überzeugen versuche ich schon, und zwar mit dem bisher wirkungsvollsten aller Argumente: dass vegetarische Küche einfach verdammt gut schmeckt. Und während der gute Freund – ja, die Gesprächspartner sind hier zu 90% männlich – provokant den Knochen vom T-Bone-Steak abnagt, schlendere ich zum Grill, schubse den Grillmeister zur Seite und lege los. Wenn dann ein Teller mit den wundervollsten und unterschiedlichsten fleischlosen Köstlichkeiten am Tisch steht, ist der gute Freund zum zweiten Mal an diesem Abend sprachlos. TEXT CLAUDIA KOLB

Ursprünglich für den Einsatz in Indien und Afrika entwickelt um Brennholz zu sparen, steht dieser Parabolspiegel auch vereinzelt in heimischen Gärten. Je nach Sonnenintensität beginnt ein Wassertopf bereits nach einer Viertelstunde zu kochen. Ebenso geeignet ist dieser Solarkocher fürs Grillen von Fleisch und Gemüse. Nach Sonnenuntergang müssen GrillfreundInnen aber aufs offene Feuer umsteigen. Es ist halt romantischer am knisternden Feuer zu sitzen als vor der dann nicht mehr funktionstüchtigen Öko-Alternative. (mv) Bauanleitungen (in Englisch):  www.solarcooking.org/plans/default.htm Erfahrungsberichte unter:  www.sunpod.de/category/solarkocher/

MARCO VANEK

von einem starken Gewitter heimgesucht. Angefacht durch Blitze und Wind entstand ein Buschfeuer, vor dem sie flüchten und erst nach dem Erlöschen der Feuersbrunst zurückkehrten. Dort findet man von den Flammen „gegrillte“ Tiere vor, die sich nicht vor dem Feuer in Sicherheit bringen konnten. Wer das Fleisch so probierte, stellte rasch fest, dass es viel schmackhafter, bekömmlicher war als das bisher immer roh verzehrte Fleisch. Der Anfang der Grill-Hysterie, wenn man das so sagen darf, war gemacht.

TEXT JÜRGEN AFFENZELLER


MAGAZIN: GRILLEN

OÖ.PLANET #79 | SOMMER 2013

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Seitan-Tandoori statt Grillwürstel Veganes Grillen ist dank kreativer KochbuchautorInnen längst zu einem Thema am Buchmarkt geworden. Die Köstlichkeiten für den Grill reichen dabei zum Beispiel von Cevapcici (aus Seitan) mit geschmortem Gemüse und Preiselbeermarmelade, Gefüllte Rote Bete auf weißer Pfefferpolenta mit Balsamicobutter, Auberginenburger über Seitan-TandooriSpieße oder Gegrillte Avocado mit Tomatensalsa bis hin zu Himbeeren im Reisblatt mit Himbeermark als süßem Abschluss.

TEXT CLAUDIA KOLB

M

TIPPS:  rolandrauter.wordpress.com/ Sehr empfehlenswert ist überdies der Blog von Roland Rauter Roland Rauter: einfach vegan – draußen kochen. Von Grillen bis Picknick. Schirner Verlag 2013, ISBN 3-8434-1105-0, 20,60 Euro  www.schirner.com

INFO:

© ALEXANDRA SCHUBERT / SCHIRNER VERLAG

enschen, die schon viele Jahre vegetarisch oder vegan leben, staunen immer wieder, was sich zurzeit hier tut. Mühten sich VegetarierInnen in Lokalen ehemals mit „einmal nur Beilagen bitte“, der zur Tode gekochten „Gemüseplatte mit Ei“, oder dem unter „Vegetarische Gerichte“ geführten „Salat mit Putenstreifen“ (!) ab, sieht die Welt heute anders aus. Auch zuhause kann man dank der kreativen Auseinandersetzung einiger Köche wunderbar abwechslungs- und einfallsreiche vegetarische und vegane Köstlichkeiten genießen. Vom Öko-Fundi-Schick der 1990er Jahre ist dabei nicht mehr viel über, was ein Blick auf den aktuellen Kochbuchmarkt beweist. Selbst in Mainstream-Buchhandlungen ist ein ganzer Tisch mit vegetarischen und veganen Kochbüchern keine Seltenheit mehr. Gut so. Einer der ambitioniertesten Köche in diesem Bereich ist Roland Rauter, den viele durch seine „einfach vegan“ Kochbücher kennen. Rauter ist gelernter Koch und seit Jahren Veganer aus Überzeugung. Nach der Kochlehre zog es ihn durch Küchen im In- und Ausland, wobei er auch in der Spitzengastronomie gearbeitet hat. Nun hat er sich einem ganz besonderen Thema angenommen, dem vegan Kochen im Freien. Was er in seinem neuen Buch „einfach vegan – draußen kochen“ präsentiert, hat nichts damit zu tun, verschämt etwas Gemüse auf den Griller zu legen. Seine Rezepte zum Grillen, Picknicken oder Kochen über dem Lagerfeuer begeistern durch Einfallsreichtum und mitunter gewagt anmutende Kombinationen, die aber im Selbstversuch ganz wunderbar gelingen.

Aber auch zur legendären Picknick-Essigwurst gibt es faszinierend kreative Alternativen, wie etwa Spinattaschen, Erdäpfelkas, Karottenhummus und Schokokuchen im Glas. Bei der scharfen Nudelpfanne aus dem Lagerfeuer wird einem Magen und Herz warm, und das Stockbrot weckt die schönsten Kindheitserinnerungen.

Seitan wurde ursprünglich von Zen-Buddhisten entwickelt und an Stelle von Hühner- und Schweinefleisch verwendet.

Gegrillte Pfefferpolenta mit Erbsencreme

Mitgliederaktion Spezielle Vorteile für Grüne Mitglieder KULTUR Moviemento und City Kino Linz Dametzstraße 30, 4020 Linz www.moviemento.at Vorteil für Grüne Mitglieder: Freikarten (Mindestens halbjährlich werden 10 Freikarten unter Grünen Mitgliedern verteilt.) 10er Haus - Galerie Kirchengasse 10, 4810 Gmunden www.galerie-10erhaus.at Vorteil für Grüne Mitglieder: 10 Prozent Rabatt ( auf alle Einkäufe)

MODE, BEATY & WELLNESS LightWear – natur fair tragen Fachgeschäft für bio-faire Mode Vorstadt 8, 4840 Vöcklabruck Tel.: 07672 – 72 1 27 office@lightwear.at www.lightwear.at Vorteil für Grüne Mitglieder: 5 % Ermäßigung auf das gesamte Sortiment Sanfte Pflege „Gute Laune“-Parfümerie für Naturkosmetik Rathausgasse 2, 4020 Linz Tel.: 0732 – 78 20 73 parfumerie@ sanfte-pflege.com www.sanfte-pflege.com Vorteil für Grüne Mitglieder: 5 Prozent Rabatt (auf alle

Einkäufe) COACHING anima serva – die freie Seelsorge Mag.a Eva Maria Greiner Zeughausstraße 12, 4484 Kronstorf Angebote von anima serva sind: Supervision, Coaching, Sozial- und Psychohygiene, Seelsorge, Spirituelle Sterbebegleitung, Willkommensfeiern zur Geburt des Kindes, Freie Trauungen, Verabschiedungen nach Ihren Wünschen am Ende des Lebens … www.anima-serva.com Vorteil für Grüne Mitglieder: 5% Ermäßigung auf alle Angebote

Markus Pühringer – Supervision, Coaching und Moderation Steingasse 17, 4040 Linz Alle Menschen wollen „gut leben“. Häufig finden wir uns aber wieder in Verstrickungen, Stress und „Sachzwängen“. Mit Supervision oder Coaching kann der Blick aufs Wesentliche – im Beruf und im Alltag – geschärft werden. Dabei begleite ich Sie gerne! www.markuspuehringer.at Vorteil für Grüne Mitglieder: 10% Ermäßigung auf alle Angebote Eine Welt Laden Heinz Grand Schlossergasse 2-4, 4070 Eferding Vorteil für Grüne Mitglieder: 5 Prozent Rabatt auf alle

Einkäufe (Lebensmittel, Kaffee, etc.) 10 Prozent Rabatt auf alle anderen Artikel (Kunsthandwerk, Geschenke, etc.) oXXenhof in Schärding Restaurant - Bar - Wein Ludwig Pfliegl Gasse 23, 4780 Schärding www.oxxenhof.at Vorteil für Grüne Mitglieder bei Vorlage der Greencard: 10% auf die Gesamtrechnung bei jedem oXXenhof Besuch (ausgenommen Sonderaktionen und Zigaretten). Öffnungszeiten: Donnerstag bis Samstag: ab 17.00 Uhr / Sonntag: 11.00 Uhr bis 14.00 Uhr

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GREEN CARD Grüne Mitglieder genießen spezielle Vorteile bei mittlerweile 39 ökologisch und sozial wirtschaftenden Betrieben und bei acht kulturellen NahversorgerInnen in ganz Oberöster­ reich. In dieser Ausgabe stellen wir Mitgliedsfirmen der Kategorie Kulturinitiativen und Betriebe vor. Die Liste mit allen Mitglieds­organisationen finden Sie unter ooe.gruene.at/ mitmachen/mitglied-werden


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MAGAZIN: GRILLEN

OÖ.PLANET #79 | SOMMER 2013

Grillen verbindet Das ursprüngliche Verlangen, sich um das Feuer zu sammeln und zu wärmen, führte zwangsweise zu dem Wunsch, dabei an etwas (Gegrilltem) zu knabbern. Heute ist Grillen weltweit viel mehr als nur Zubereitungsart. Art des Fleisches; der Sauce, die dazu gereicht wird; dem Zeitpunkt, wann die Gewürze dazugegeben werden; der Rolle des Rauches bei der Zubereitung; der Ausrüstung des Brennstoffes; und natürlich wie viel Zeit gebraucht wird.

TEXT BIRGIT BERGHAMMER

G

rillen ist trendy, vermittelt Lebensgefühl und Unabhängigkeit … und ist eine der weltweit beliebtesten sozialen Freizeitformen, die kulturell sehr unterschiedlich sind. Die ersten, die das Grillen als Freizeitvergnügen perfektionierten, waren unbestritten die Amerikaner. Um die 1950er Jahre wurde das gemeinsame Barbecue (BBQ, die amerikanische Grillkultur) dort quer durch alle „WENN ICH GUT GEGESSEN HABE, Gesellschaf tsschichten IST MEINE SEELE STARK UND UN- zum Trend. Man verband Werte wie Freiheit ERSCHÜTTERLICH; DARAN KANN damit und den Pioniergeist der AUCH DER SCHWERSTE SCHICKSALS- Gründertage. Die Idee SCHLAG NICHTS ÄNDERN.“ (MOLIÈRE) aber über einer offenen Feuerstelle Speisen zuzubereiten, ist freilich schon viel älter. Grillen ist die älteste und universellste Methode des Kochens, die ursprünglichste Art des Garens von Lebensmitteln. Wie bei den meisten Erfindungen der Vor- und Frühgeschichte, entwickelte sich aber auch die Kunst des Grillens an vielen Orten gleichzeitig. So wurde z.b. auch schon bei den Indios in Südamerika früh gegrillt. Dort verwendete man allerdings nicht Metall, sondern Holzroste, die vorher in Wasser getaucht wurden.

Steven Raichlen: „Planet Barbecue – Meine Grill-Weltreise“ 528 Seiten, Verlag: h.f. ullmann 14,99 Euro Erhältlich im Buchhandel Steven Raichlen gilt als „GrillPapst“ der USA. Für sein Buch „Planet Barbecue“ bereiste er 53 Länder und spürte den verschiedenen Grillkulturen nach. Auch mit dabei: Vegetarische Rezepte. „In Indien etwa gibt es vier Millionen Vegetarier, sie haben eine sehr hoch entwickelte Barbecue-Tradition ganz ohne Fleisch“, weiß Raichlen. Auch das „asiatische Grillen“ überrascht mit vielen gesunden Zutaten: „Nur ein bisschen Fleisch und viel Gemüse, Reisnudeln, Salatblätter und Kräuter – eine sehr gesunde Art zu grillen“. Einen Geheimtipp hat der „Grill-Papst“ auch parat: „Packt nicht zu viel Essen auf den Grill. Ich lasse stets 30 Prozent des Grills frei, so dass ich Platz habe, etwas umherzubewegen, wenn es anbrennt.“ Anmerkung: Alle Rezepte auf dieser Seite stammen vom Buch „Planet Barbecue“.

Zum Nachgrillen Rezept I – Gegrilltes Käsesandwich aus Südafrika („Rooster Brood“) Zutaten: (für 4 Personen)8 Scheiben weißes Sandwichbrot oder Weißbrot, 4 EL zerlassene Butter, 175 g ObstChutney, 225 g würziger Cheddar (in dünne Streifen geschnitten), 2 mittelgroße Tomaten (in dünne Scheiben geschnitten), ½ mittelgroße milde Zwiebel, in hauchdünne Scheiben geschnitten Zubereitung: Die Brotscheiben mit zerlassener Butter bestreichen. Auf der Hälfte der Brotscheiben Chutney verteilen und darauf die Käsestreifen legen; darauf Tomaten- und Zwiebelscheiben legen und dann eine der restlichen Brotscheiben. Die Oberseite der nun doppelten Sandwiches mit der restlichen zerlassenen Butter bestreichen und dann auf jeder Seite ca. 2-4 Minuten grillen, bis das Brot gebräunt und der Käse geschmolzen ist.

Arabisch Grillen

SOS-MENSCHENRECHTE

BUCHTIPP

Die Geschichte des Grillens geht weiter Trotz (oder wegen?) Mikrowellen und Induk­ tionskochfeldern grillen viele Menschen gerne. Die „Feuerstellen“ werden optimiert und dem Zeitgeschmack angepasst. Auch das Grillgut passt sich dem Zeitgeist an: wurden vor Jahren nur Fleisch und Würstchen gegrillt, findet man heutzutage immer mehr Gemüse, Grillkäse, Obst und Fleisch­ ersatzprodukte auf dem Grill. Wie man grillt, das ist in den Kulturen dieser Welt aber verschieden. Die Variationen basieren auf folgenden Faktoren: der

Weit verbreitet ist inzwischen das BBQ. Eine Tradition des Grillens, das aus der Karibik über den Süden in die USA und dann nach Europa gekommen ist. In Australien ist hingegen das

Meeresfrüchte-BBQ sehr beliebt. Aber auch in Hongkong ist das BBQ sehr beliebt und ein wichtiger Bestandteil von Ausflügen in die Natur, die zahlreich unternommen werden. Im (süd-)europäischen Raum ist hingegen der Holzkohlegrill die bevorzugte Grillart.

Rezept II – Gegrillter Fisch aus Laos Zutaten: (für 4 Personen)4 ganze Flussfische (z.B. Forelle) oder 4 Fischfilets (175 – 250 g), 4 Knoblauchzehen fein gehackt, ca. 2 EL grobes Salz, ca. 1 EL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer, ca. 125 ml chinesische Austernsauce, Zitronenhälften zum Servieren; Optional: Fischgitter (zum Grillen) und Bananenblätter (zum Servieren) Zubereitung: Den ganzen Fisch mit einem scharfen Messer auf beiden Seiten des Fisches in Abständen von 1,5 cm eine parallele Reihe diagonaler Schnitte setzen (bis zu den Gräten), damit er gleichmäßig gart und die Gewürze gut einziehen können.Knoblauch in einer Pfanne mit heißem Öl anbraten, bis er leicht gebräunt ist. Fischgitter und Grillrost mit Öl einpinseln; die Fische von beiden Seiten mit etwas Knoblauchöl beträufeln und einpinseln, mit Salz und Pfeffer würzen. Ein wenig Austernsauce über beide Seiten des Fisches geben und verteilen. Den Fisch auf heißem Rost ca. 4-6 min von jeder Seite grillen (bis er schön gebräunt ist) – auf dem Teller (oder Bananenblatt) das restliche Knoblauchöl und die Austernsauce auf dem Fisch verteilen, nochmals salzen und pfeffern. Sofort mit Zitrone servieren.

Grilling Team Falsch gekennzeichnetes Fleisch, Billigware aus Agrarfabriken und Gifte in der Nahrung. Mit jedem Skandal wird das Vertrauen von uns KonsumentInnen in Versprechungen der Lebensmittelindustrie erschüttert. Unsere Lebensmittel, die wir genießen wollen, sind für andere nur ein Mega-Geschäft. Nur mit strengen Gesetzen und lückenlosen Kontrollen gelingt es, uns dauerhaft vor unsichtbaren Gefahren und Schadstoffen im Essen zu schützen. Essen muss Genuss sein! Wir wollen die gesündesten Lebensmittel für uns und unsere Kinder, und das leistbar. Wir wollen fruchtbare Böden, artgerechte Tierhaltung, sauberes Trinkwasser und den Verzicht auf Gentechnik und Chemie. Deshalb kämpfen wir mit aller Kraft für Bio und regionale Produkte! Die Grünen OÖ verlosen drei Grillereien mit Grillgut (biologisch, vegetarisch und Biofleisch) im Wert von je 300€ und viele weitere Preise! Das Gewinnspiel läuft bis 31. Juli 2013

GEWINNSPIEL

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MAGAZIN: GRILLEN

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Lamm & Gemüse auf Spießen Die Grillkultur des Nahen Ostens unterscheidet sich nur in feinen Nuancen von jener in Mitteleuropa. Ein Gespräch mit einem Ehepaar aus Palästina über ihre Grillgewohnheiten.

D

ank der starken Verbreitung der KebabImbissstuben und –restaurants wurde die arabische Art zu grillen [‫ىوش‬ -Noum n] auch bei uns in Mitteleuropa bekannt. Bei der Vorbereitung des Grillguts und beim eigentlichen Grillvorgang wird kein übermäßiger Aufwand betrieben. Das Fleisch (meist Lamm) wird faschiert, gewürzt, mit saisonalem Gemüse auf einen Spieß gesteckt und schließlich auf einem Grillrost über dem Feuer gegrillt. SOS-Menschenrechte und Slow Food Linz luden kürzlich zu einem interkulturellen Abend ein, bei dem Flüchtlinge aus dem Nahen Osten beim Wirt im Graben verschiedene Grillspeisen zubereiteten. Mit dabei waren auch Saida und ihr Mann, die 2006 ihre Heimatstadt Jenin in Palästina verlassen mussten. Sie haben in Österreich um Asyl angesucht und warten noch auf den Ausgang. Sie wohnten jahrelang im Flüchtlingswohnheim von SOS-Menschenrechte, heute wohnen sie in einer eigenen Wohnung. In Jenin auf der Westbank haben sie ein kleines Restaurant betrieben.

Was ist ein typisch palästinensisches Grillgericht: Wir grillen Köfte, das ist faschiertes Fleisch meist vom Lamm mit Gemüse auf Spießen. Aber auch Laibchen auf Burger-Art ist bei uns sehr beliebt. Was grillt ihr sonst noch? Rinder- und Hühnerleber, aber auch Fisch. Bei uns wird der ganze Fisch samt Kopf auf den Grill gelegt. Welche Gewürze nehmt ihr? Wir haben die Gewürze immer schon abgemischt im Geschäft gekauft. Aber die Petersilie kommt vom eigenen Garten. Verwendet ihr Olivenöl für die Marinade? Ja, das kommt vom eigenen Garten. Fast jedes Haus hat bei uns in Jenin einen Olivengarten. Jede Familie presst das Öl selber für ihren Eigenbedarf. Ist der Olivengarten größer und es bleibt Öl übrig, wird es verkauft. Doch viele Palästinenser auf der Westbank sind durch den israelischen Grenzwall von ihren Gärten abgeschnitten worden und können ihre Oliven nicht mehr ernten. Zum Glück ist Jenin vom Grenzwall nicht so betroffen.

SOS-MENSCHENRECHTE

TEXT MARCO VANEK / ÜBERSETZUNG HANIN M.

SOS-Menschenrechte und Slow Food luden zum grenzenlosen Grillen ein.

Pflanzen auf den Grill! TEXT RAINER TROPPMANN

E

ine Runde EnnserInnen wollte am eigenen Leib erfahren, ob Tofuwürstl und Seitangriller als Ersatz für Käsekrainer und Schopfkotelett taugen. Das Testteam war voller Erwartung, als das erste Fleischimitat serviert wurde: vegetarische Burger. Optisch und geschmacklich fast wie Fleisch – das reichte am Ende für den ersten Platz in der Gesamtwertung.

Das nächste Schummelfleisch – vegane Cevapcici – bekam deutlich schlechtere Noten und Kommentare („gatschig“). Die darauffolgenden Bratwürstl sind komplett durchgefallen. Warum muss etwas Pflanzliches unbedingt wie eine Wurst aussehen? Noch dazu, wenn das Geschmackserlebnis ein gänzlich anderes ist. Danach – es konnte jetzt ja nur noch besser werden – kamen Seitan-Griller auf den Tisch. Nicht übel, aber für manche zu scharf. Zum Abschluss noch Tofu: einmal als Laibchen in der Variante „Mexican“ - sehr scharf, doch auch

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ENERGIE

GARTEN & WOHNEN

AAE Naturstrom Vertrieb GmbH 9640 Kötschach 66 www.aae.at Vorteil für grüne Mitglieder: einmalige Gutschrift für 100 kWh Freienergie bei Umstieg auf Naturstrom Formular zum Umstieg: www.aae.at/html/ Vertrag_Haushalt.PDF

IFAU - Institut für Angewandte Umweltbildung, Technisches Büro für naturnahe Freiraumgestaltung Wieserfeldplatz 22, 4400 Steyr; www.IFAU.at Vorteil für Grüne Mitglieder: 10 prozentige Ermäßigung auf alle Kurse und Seminare von IFAU Towanda Frauentischlerei Zamenhofstraße 1, 4020 Linz www.towanda.co.at Vorteil für Grüne Mitglieder: Ein passendes Geschenk zu jedem Auftrag

oekostrom AG für Energie­ erzeugung und – handel Mariahilferstraße 89, 1060 Wien www.oekostrom.at Vorteil für Grüne Mitglieder: einmalige Gutschrift in der Höhe von 100 kWh beim Um-

stieg auf oekostrom (Bitte den Vermerk „greencard“ auf den oekostrom-Vertrag schreiben.)

VERMISCHTES eMoC GmbH – eMotionCompetence Klimtstraße 2, 4060 Leonding eMotionCompetence ist ein Mechatronik-Betrieb, der auf Mobilitätslösungen in folgenden Bereichen spezialisiert ist: (E-)Bikes und Elektrokleinfahrzeuge, Fitness- und Freizeitgeräte und Mobilitätsbehelfe (Rollstühle, Treppenlifte, etc.) – das Angebot reicht dabei von Service über Reparatur bis zu Verkauf www.emoc.at Vorteil für Grüne Mitglieder:

sehr breiig, und einmal in Blockform mit Basilikum - wenig appetitlich anzusehen, aber geschmacklich überraschend gut. Der „grünliche Ytong-Ziegel“ unternahm nicht einmal annähernd den Versuch, ein Stück Fleisch vorzutäuschen. Diese Ehrlichkeit wurde bei der Bewertung honoriert. Es muss nicht immer Fleisch sein, darin waren wir uns einig. Das Angebot an pflanzlichen Alternativen ist vielfältig und lädt zum Durchkosten ein. Probieren Sie es aus - wir hatten eine Menge Spaß dabei.

5% Ermäßigung auf alle Käufe, Reparaturen und Services

NEUE BETRIEBE PERSONAL GARDENER Gartendesign Neudorf 44, 4845 Rutzenmoos Personal Gardener Gartendesign ist der Spezialist für Gartengestaltung, Schwimmteiche und Beleuchtung. So vielfältig und individuell die von Personal Gardener gestalteten Gärten sind, so umfangreich sind auch die Angebote an Produkten und Dienstleistungen für den Garten. Vom ersten Kennenlernen bis hin zur langfristigen Nach-

betreuung ist ein ehrlicher, offener und wertschätzender Umgang miteinander ein Anliegen und soll für die Kunden immer spürbar sein … Mehr unter www.gartendesign.at Als Green-Card-InhaberIn gibt es daher ab sofort nachfolgende spezielle Ermäßigung:  10 Prozent Rabatt auf heimische, winterharte Bäume, Sträucher und Stauden  5 Prozent Rabatt auf Gartenprodukte  Kostenlose Gartenberatung im Gartendesigncenter Therapieoase Reiter 4845 Rutzenmoos Die Therapieoase Reiter ist

REZEPTE Rezept III – Gegrillte Köfte (Spieße mit Faschiertem) Zutaten: (für 4 Personen) 500g Lamm- oder Rinderfaschiertes, 1 Zwiebel, 1 Knoblauchzehe, 2 EL Walnüsse, 1 Bund Petersilie, 1 EL Paniermehl, 1 Ei, 1 TL Paprika­pulver, 1 TL Zimtpulver, 1 TL Muskat, Salz und Pfeffer, Cayennepfeffer, Öl Zudem: Spieße Zubereitung: Zwiebeln und Knoblauch fein würfeln. Walnusskerne und Petersilie hacken. Zwiebeln, Knoblauch, Walnüsse, Petersilie, Paniermehl und das Ei mit dem Faschierten mischen, mit Salz, Pfeffer, Cayennepfeffer, Paprikapulver, Muskat und Zimt würzen und gut verkneten. Hackmasse in 12 - 16 gleiche Portionen teilen, diese Teile zu Würsten formen und in jedes Stück zwei Holzspieße stecken. Köfte mit dem Öl bestreichen und nach Geschmack grillen. Die Köfte schmecken sowohl warm als auch kalt.

eine ganzheitlich bioenergetische Gesundheitspraxis und eine baubiologische Beratungsstelle … es werden Blockaden, Unverträglichkeiten und Energieräuber aufgespürt, chronische Beschwerden mit bioenergetischen Therapieverfahren aufgelöst, uvm. Dazu gehören bei Bedarf auch die baubiologische Austestung und Entstörung von Schlafund Arbeitsplatz. Mehr unter www.therapieoase.at Als Green-Card-InhaberIn gibt es daher ab sofort nachfolgende spezielle Ermäßigung:  10 Prozent auf Therapie und Austestung von Schlaf- und Arbeitsplatz


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POTPOURRI

OÖ.PLANET #79 | SOMMER 2013

Grün statt negativ Mag.a Rositza Ekova-Stoyanova hat als Leichtathletin an drei Olympiaden teilgenommen. Nun widmet sie ihre Zielstrebigkeit und ihre Energien der Politik. Als Obfrau der Grünen Interkulturell und im Vorstand der Grünen Frauen. der Grünen Interkulturell, wo ich nun seit über einem Jahr die Funktion der Obfrau inne habe.

TAMARA GEYERHOFER

Grün statt … ? Grün statt negativ denken. Die Zukunfts- und Umsetzungsorientierung der Grünen und die Möglichkeit, hier Visionen umzusetzen, sind die Beweggründe für mein Engagement.

Rositza Stoyanova: „Jeder Mensch kann zu anderen Menschen Brücken bauen!“

WEITERLESEN *PETER FISCHLI / DAVID WEISS: FINDET MICH DAS GLÜCK? Köln 2002. 168 S., 9,95 €

VERLOSUNG oö.planet verlost 5 x 2 Freikarten

KONZEPT: CHRISTIAN KRALL

Mein Steckbrief: 1961 in Bulgarien geboren, Studium der Sportwissenschaften. 1980, 1984, 1988 Olympiateilnahme Leichtathletik. 1989 Übersiedlung nach Öster­ reich, 2 Kinder (23 und 20 Jahre). Seit 16 Jahren bin ich im Kulturbereich tätig. Seit 13 Jahren leite ich gemeinsam mit meinem Mann unsere TheaterBallettschule MAESTRO in Linz. Vor 8 Jahren kam ich zu den Grünen Oberöster­ reich und wurde bald darauf Mitglied im Vorstand

Die Fragen von Fischli und Weiss?* „Ist alles halb so schlimm?“ Zu jeder negativen Sache lässt sich auch es eine positive Sichtweise finden. Und Niederlagen bergen immer auch ein Lernpotenzial. – „Was im Hund genießt es, an der Sonne zu liegen?“ Wenn man im Leben eine schöne positive Erfahrung hat und man vermag, dies bewusst zu spüren, so bringt dies auch die nächste positive Erfahrung mit sich.

Mein liebstes technisches Gerät? Die Nähmaschine. In unserer Ballettschule haben wir viele Tänzerinnen und Tänzer, die viele unterschiedliche Veranstaltungen tanzen. Daher werden viele Kostüme und auch viel DekoraAuf einem Laufmeter tion benötigt, welche DIE WELT BEWEGT SICH STÄNDIG Regal? ich selber produziere. IN ALLEN FACETTEN. ÖSTERREICH Jeweils das Buch, das ich Zum Beispiel tanzen BEWEGT SICH AUS MEINER SICHT gerade lese und ein Blumendie Schülerinnen und topf mit einer Grünpflanze. IMMER EINE HALBE SEKUNDE Schüler derzeit „Don Quijote“ – dafür sind Darf ich stolz sein? HINTERHER. 163 Kostüme im EinJa, ich darf! Besonders auf satz. Bei unserem jährlichen „Nussknacker“ in meine Familie und auf meinen Lebenskreis. der Adventzeit sind es über 200 Kostüme. Meine Alternative zu Beruf und Burn-Out? Mein liebstes Stück Natur? Laufen. Der Wald, hier fühle ich mich wie zuhause. Ich habe eine persönliche Beziehung zu Kräutern, Was uns in Österreich fehlt? meine Oma war eine „Kräuterhexe“. Innovation. Die Welt bewegt sich ständig in allen Facetten. Österreich bewegt sich aus meiner Sicht Das Erstaunlichste am Menschen? immer eine halbe Sekunde hinterher. Die „unbegrenzten“ Möglichkeiten in jedem von uns. Wen ich würdigen möchte? Maria Buchmayr! Weil sie sich engagiert zu ihrer Das Wichtigste in der Politik? Meinung steht, etwas weiterbringt und dabei imAuf die Lebensqualität der Menschen auf allen mer menschlich bleibt.

Gewinnspiel LeserInnenbriefe

Teilnahme am Gewinnspiel InteressentInnen schreiben bis So, 28. Juli 2013 ein Mail an gewinnspiel@ooeplanet.at

oö.planet verlost 3 Exemplare des Buches „Die Akte U. Das Protokoll des Untersuchungsausschusses“

Der Gewinner/die Gewinnerin wird verständigt.

53 Sitzungstage, 132 Zeugen und 1,6 Millionen Aktenseiten – während der Arbeit des U-Ausschusses im österreichischen Parlament kamen ununterbrochen neue Korruptionsaffären ans Licht der Öffentlichkeit. Untrennbar mit dem Ausschuss verknüpft ist die Arbeit von Gabi Moser, die ihn neun Monate lang geleitet hat und so das Gesicht der politischen Aufklärung in Österreich geworden ist. Gemeinsam mit der Journalistin Katharina Schmidt zieht nun die ehemalige Vorsitzende des Korruptions-U-Ausschusses in ihrem Buch Bilanz und erzählt dabei anekdotisch die Geschichten der BUWOG-Recherchen, wobei Gabi Moser bei alle dem nicht mit Persönlichem spart.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Ebenen zu achten. Auf ein menschliches Umfeld zu achten. Und den Menschen Hoffnung und positive Orientierung zu geben!

„Die Akte U“ (Gabriela Moser mit Katharina Schmidt) gewährt einen spannenden Insider-Blick auf die größten Korruptionsaffären der letzten Jahre. – Mehr Informationen dazu finden Sie unter www.gruene.at/themen/ justiz/moser-ermitteltdas-interview-zum-buch

oö.planet Nr. 78 – Magazin „Echte Weibsbilder“ Liebe Redaktion, der Artikel von „Frau Rosa“ lässt mich an der grünen Frauenpolitik ziemlich (ver)zweifeln. Allein das Wort „Frauenthemen“ zeugt von großem Unverständnis va. in Zusammenhang mit dem internationalen Frauentag. Es geht um Frauenrechte bzw. Gleichstellung und da braucht es keine Imagekorrektur sondern endlich politische und gesellschaftliche Durchsetzung. Zum Selbstbewusstsein der (jungen) Frauen trägt (die Chance auf) eigenständige Existenzsicherung und selbstbestimmtes Leben bei und genau da erwarte ich Positionierungen und politische Vorschläge und nicht das Schönreden oder Kleinreden von Konflikten, weil das Leben ist ja eh schön..... Mit freundlichen Grüßen Hilde Stockhammer Sehr geehrte Frau Rosa, erstmals nachträglich alles Gute zum Geburtstag. Aber das ist nicht der einzige Grund warum ich Ihnen heute schreibe. So einiges hat mich bei der Lektüre ihres Textes zu den „echten Weibsbildern“ irritiert. Vor allem ihre etwas fragwürdige Conclusio: „… weil es den Frauentag nicht mehr braucht, weil das Ziel erreicht ist…“. Neben so machen anderen frauenpolitisch meiner Ansicht nach etwas unreflektierten Aussagen, die ich hier gar nicht alle nennen möchte, ist das meiner Meinung nach wohl der größte Unsinn den sie geschrieben haben. (…) Martina Traxler

(…) Ich bin auf jeden Fall jenen selbstbewussten Frauen dankbar, die sich uneigennützig als Sprachrohr für diese Frauen einsetzen. Diverse Lächler und Genervtheit zeugen davon, dass viele unserer Zunft vergessen haben, dass der Kampf noch lange nicht gewonnen ist, bzw. gar nicht wissen, was mit Gleichberechtigung überhaupt gemeint ist. Ich wünsche auch Ihnen in Zukunft mehr Selbstvertrauen, und sei es nur, dass Sie sich Ihre Meinung nicht nur als Frau „Rosa“ sondern stolz unter Ihren eigenen Namen zu veröffentlichen trauen. Silke Rohm

oö.planet Nr. 78 – „Wenn Geiz zum Gaul wird“ Schöner Leitartikel! Ich finde auch immer, es ist zu einfach, immer nur an die „Macht des Konsumenten“ zu appellieren. Ohne politische „Einmischung in die eigenen Angelegenheiten“ gehts nicht. Peter Prack

Die Redaktion behält sich die Kürzung der LeserInnenbriefe vor. LeserInnenbriefe: Mail an marco.vanek@gruene.at


GRÜNES LEBEN

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Biohonig aus „gelobtem Land“ Ob bio oder konventionell: Honig ist und bleibt ein süßes Naturprodukt. Es gibt aber doch entscheidende Unterschiede.

Als Bio-Iimker macht er sich große Gedanken ums Bienensterben. War es zuerst die Varroamilbe, die den Bienenvölkern den Garaus machten, sind es heute zusätzlich die landwirtschaftlichen Pestizide und Beizmittel. Doch auch die heimischen Umweltbedingungen verändern sich zu Ungunsten der Bienen: „Hier im Ennstal gibt es immer weniger der blütenreichen Magerwiesen. Auch die Wiesenstreifen entlang der Wälder oder zwischen den Äckern verschwinden immer mehr.“ Selbst in den Kleingärten geht das Blütenangebot merkbar zurück. Mit vielen der neu-modernen, aus anderen Kontinenten eingebrachten Pflanzen können

Was machen Bioimker anders? So wie in anderen landwirtschaftlichen Bereichen gibt es auch in der Imkerei strenge Richtlinien, an die sich alle BioimkerInnen halten müssen. „Wir werden auch jährlich überprüft“. Bioimker dürfen keine Plastikbehältnisse verwenden. „Diese gasen nichtpolymisierte Ausgangsstoffe aus. Die Weichmacher kommen dann auch noch dazu.“ Auch die Varroamilbe darf nur mit organischen Säuren wie der Ameisensäure oder Oxalsäure bekämpft werden. So wie seine BioKollegInnen wählt Sperlbauer seine Standorte nach ökologischen Gesichtspunkten aus. Er schaut drauf, dass in der unmittelbaren Umgebung seiner Bienenstöcke keine Spritz- oder Beizmittel ausgetragen werden. Die Fütterung im Winter erfolgt ausschließlich mit Biozucker. Ein Tabu ist für ihn auch das Zusammenstutzen der Flügel bei den Königinnen, um das Ausschwärmen zu erschweren. Alle diese Maßnahmen tragen dazu bei, dass es sei-

Kostnotizen: Mühlviertler Bio-Weißbier Vor fast zwei Jahren ist die Neufeldner Brauerei wieder gestartet und hat ihr gesamtes Sortiment auf Biobiere umgestellt. Neben den klassischen Vollbieren wie dem s‘ Hopferl und dem s’Zwickerl wird in der Mühlviertler Brauerei auch obergäriges Bier gebraut. Mit 12,8° Stammwürze und 5,4 % Alkohol ist es etwas stärker eingebraut. Beim Hineinriechen entfaltet es ein typisch fruchtiges Aroma, ist aber nicht allzu süß. Weil wenige Bitterstoffe enthalten sind, passt es auch ganz gut zu Fischgerichten.  www.biobrauerei.at

Gute und bittere Schokolade Steckt in meiner Lieblingsschokolade Kinderarbeit? Das fragen sich immer mehr KonsumentInnen. Denn Kinder werden gezwungen, nicht nur in Steinbrüchen oder in Textilfabriken, sondern auch auf Kakaoplantagen zu arbeiten. Auf den wenigsten Produkten finden sich Angaben über die Produktionsbedingungen. „Aufgrund der Intransparenz entlang der Wertschöpfungskette können wir nicht ausschließen, dass Schokolade-produzierende Unternehmen die Ausbeutung von Kindern bewusst in Kauf nehmen, um zu preisgünstigen Bedingungen

IMPRESSUM oö.planet. 02/2013 Zulassungsnr.: GZ 02Z031264 M Medieninhaberinnen: Die Grünen OÖ und die Grüne Bildungswerkstatt, beide 4040 Linz, Landgutstraße 17 Herausgeberinnen: Die Grünen OÖ, Die Grüne Bildungswerkstatt OÖ und der Klub der Grünen im oö. Landtag. Die grundlegende Richtung: Informiert über

nen Bienenvölkern gut geht. Bio-Honig ist zwar um etwa 10 Prozent teurer als konventioneller Honig, weil Bioimkern aufwändiger ist. Es lässt sich bestimmt darüber streiten, ob es im Geschmack Unterschiede zum konventionellen Honig gibt. Denn süß sind beide. Faktum ist aber: Bio-Honig enthält nachweislich keine Rückstände von chemischen Bienenmedikamenten, keine Pollen aus gentechnisch veränderten Pflanzen und keine Rückstände aus Pestiziden oder Insektiziden.

Hot-Pot Kakao für die Weiterverarbeitung zuzukaufen“ kritisiert Bernhard Zeilinger, Leiter der neuen Südwind-Kampagne „Make Chocolate Fair!“.

Kauf-Tipp: „Gute“ Schokolade

Wer mit gutem Gewissen Schokolade genießen möchte, soll zu Produkten mit entsprechendem Gütesiegel greifen: Sechs Produkte sind laut marktcheck.at aus sozialer Sicht empfehlenswert, fünf davon tragen das Fairtrade-Siegel, eines das Hand-in-Hand-Siegel von Rapunzel. Alle anderen Siegel in diesem Bereich wie zB. UTZ certified zeigen gewisse Bemühungen der Hersteller um menschenwürdige Produktionsbedingungen. An die Standards von Fairtrade reicht dieses Zertifikat allerdings nicht heran. „Gute“ Schokolade laut marktcheck.at vom November 2011: Diese sind top in den Kategorien Ökologie, Tierschutz, Soziales  EZA-Bioschokolade  Zotter Schokolade  Maestrani Schweizer Schokolade  Naturata  Rapunzel  www.suedwind.at Im Dokumentarfilm „Bittere Schokolade“  www.marktcheck.at

das politische Geschehen in Oberösterreich aber auch über globale gesellschaftspolitische Entwicklungen. Die Blattlinie orientiert sich an den Grundsätzen der Grünen wie ökologisch, basisdemokratisch, gewaltfrei, solidarisch, feministisch und selbst-bestimmt. Die Redaktion: Mag. Marco Vanek (Chefredakteur), Heidi Obermaier, Mag.a Elke Mayerhofer, Birgit Berghammer Bakk.Komm., Mag.a Claudia Kolb, Dr. Christian Krall, Mag. Markus Gusen­ bauer, Mag.a Petra Danhofer, Mag. Hadmar Hölzl Redaktionsadresse: oö.planet, Landgutstraße

Alfred Pointner gibt seinen Senf dazu... Bio-Produkte für die Zukunft, Genussland ist Sentimentalität!

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TAMARA GEYERHOFER

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it etwa 50 Völkern zählt Heinz Sperlbauer aus Ternberg zu den kleineren Erwerbsimkern in Oberösterreich. „Ich bin froh, dass ich meine Bienen im Ennstal aufstellen kann. Hier gibt es noch unvergiftete Böden.“ Im Frühjahr fliegen seine Bienen in der hügeligen Landschaft des Alpenvorlandes aus, im Sommer wandert er mit ihnen weit hinein in den Nationalpark Kalkalpen. So bekommt er verschiedene Honigsorten wie den Blütenhonig und den Waldhonig.

unsere Bienen kaum noch etwas anfangen. Deshalb bringt Sperlbauer einen Teil seiner Völker ins Reichraminger Hintergebirge. „Dort herrschen noch Bedingungen als wäre es das gelobte Land“, schwärmt er.

BILDERBOX.AT

TEXT MARCO VANEK

ls Antwort auf die industrielle Revolution in der Landwirtschaft wurde für heimische Betriebe ab den 80-er Jahren der ökologische Landbau propagiert. Angetrieben von ÖKO-Pionieren wurde der Ab-Hof Verkauf salonfähig gemacht und ein beachtlicher Zwischenhandel aufgebaut.

Beides stagniert, nur der Einstieg eines bedeutenden Diskonters in den BioMarkt bescherte nochmals Zuwächse. Neues Liebkind von Bezirks-, Landesund sonstigen BerufspolitikerInnen, sowie von AgrarfunktionärInnen ist die (Er-) Schaffung von „Genussregionen“. Abgekupfert von der SLOW FOOD Bewegung wird ein „Heimatlogo“ auf ein Marketingkonzept montiert und samt finanziellen Anreizen Betrieben schmackhaft gemacht. Diese Betriebe bieten dann auf Märkten, Ab-Hof aber auch für WiederverwerterInnen ihre Produkte an. Der Qualitätsanspruch reduziert sich zumeist auf Regionalität und teils auf „handwerkliche Tradition“. Ob jetzt konventionell mit Chemie/Pestizideinsatz oder biologisch gearbeitet wird ist unerheblich, denn mit „Heimat“ wird geworben. Direktvermarktung ist „hart verdientes Brot“ und darf finanziell gefördert werden. Nur sind diese Produkte niemals ein Ersatz für ökologisch produzierte. Und die entworfenen Regio-Konzepte bedienen sich einer Traditionalität, die rückwärtsgewandt ist. Alfred Pointner ist Küchenchef im Linzer Restaurant „Gelbes Krokodil“.

17, 4040 Linz, Tel.: 0732/73 94 00 Elektronische LeserInnenreaktionen an marco.vanek@gruene.at MitarbeiterInnen und AutorInnen: Margit Kern, Dr. René Freund, Dr. Thomas Hartl, Gottfried Hirz, Jürgen Affenzeller, Mag. a Edeltraud Klose, Alfred Pointner Korrektorat: Mag. a Barbara Vanek Fotos: www.bilderbox.com, istockphoto, Grünes Archiv, Mag. Marco Vanek, Mag. Gerhard Niederleuthner, private Archive, Josef Limberger Karikatur: Mag. Michael Schneider

Gestaltung: agentur g+, Mag. Gerhard Niederleuthner und Gernot Wartner Produktion: Mag. Marco Vanek, Mag. Gerhard Niederleuthner Adressenverwaltung: Nina Bikic, Tel.: 0732/73 94 00-45, nina.bikic@gruene.at Druck: Wimmer Medien Druck, Linz Verbreitete Auflage: 22.000 Stück Die nächste Ausgabe des oö.planet erscheint am 19. September 2013


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TERMINE

OÖ.PLANET #79 | SOMMER 2013

Über „Erziehung“

Termine JULI Jeden 1. Mi. im Monat: Baby-Kino Treffpunkt für FilmfreundInnen mit Babys! 09.30-11.30 Uhr „Gambit – Der Masterplan“ und 10.00-12.00 „Lügen auf Kubanisch“ Ort: City Kino, Graben 30, Linz Fr. 5.7., 15.00 Uhr Grüne Radrettung in den Linzer Stadtteilen Lass dein Rad checken! Nähere Infos: www.linz.gruene.at/radrettung Ort: Andreas-Hofer-Park, Linz Fr. 5.7., 18.00-19.30 Uhr Trommelworkshop mit Felix Doku Ort: Volkshaus Ferdinand-MarklStraße, Linz Jeden 3. Dienstag im Monat: planetarium auf 103,1 und 107,1 MHz Di. Das Bildungsradio der Grünen Bildungswerkstatt OÖ 19.00-20.00 Ausstrahlung über Freies Radio Freistadt www.frf.at

AUGUST Fr. 2.8. bis So. 4.8. Pragser Wildsee Eine zeitgeschichtliche Bildungs­ wanderung zur Perle der Dolomiten Ort: Naturpark Fanes-Sennes-Prags. Anmeldeschluss: 10.7.2013 www.ooe.gbw.at Fr. 2.8. bis So. 4.8. Genusswandern am Fuße des Dachstein (Siehe unten) Mi. 14. bis So. 18.8. Grünalternatives Sommercamp 2013: AUSGEBREMST? - Junge Menschen in Europa Ort: Wagrain bei Salzburg. Nähere Infos und Anmeldung: www.sommercamp.me

Jeden 3. Dienstag im Monat: planetarium auf 103,1 und 107,1 MHz Di. Das Bildungsradio der Grünen Bildungswerkstatt OÖ 19.00-20.00 Ausstrahlung über Freies Radio Freistadt www.frf.at

Erziehung ist ein hässliches Wort, es klingt nach Gehrock und Rohrstab. TEXT RENÉ FREUND

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enschen sind nun mal verschieden, und sie zu „ziehen“ wie eine Pflanze im Spalier scheint mir ein abscheulicher Gedanke. Überhaupt, immer diese Sorge, was „die anderen“ sagen. Ich finde gesellschaftliche Konventionen im Prinzip lächerlich und meine, man sollte seine Kinder nicht mit diesem Kram beengen. Allerdings scheint es mir eine Pflicht zu sein, sie darauf hinzuweisen, dass es diese Konventionen gibt. Ich sage also Dinge wie: „Mir macht es nichts aus, dass du in der Nase bohrst, denn das gehört zu den größten Freuden des Lebens, aber ich weise dich darauf hin, dass Nasebohren in der Öffentlichkeit kein hohes Ansehen genießt.“

Mi. 21. bis Mi. 28.8. GAJ-GRAS-Sommercamp Ort: Faak am See. Nähere Infos und Anmeldung in Kürze unter: www.graslinz.at und www.gaj-ooe.at Do. 22. bis Sa. 24.8. Grüne Sommerakademie 2013 Burn out? Slow Down! Zeit für eine radikale Wende Ort: Schloss Goldegg, Salzburg/ Pongau. Anmeldung und nähere Infos: www.gbw.at Fr. 23.8., 14.30-16.00 Uhr Wo Brauen noch Tradition hat! Besuch der Landesausstellung Freistadt Ort: Braucommune Freistadt, Brauhausstr. 2, Freistadt. Anmeldung: 0732 739400-507

Oder zum Beispiel das Aufstehen während des Essens. Manchmal kommt es mir vor, wir würden uns nicht in einem Esszimmer befinden, sondern in einer Turnhalle oder in einem Hotelfoyer, wo auch ständiges Kommen und Gehen herrscht. Und erst die Tischmanieren. Die Speisenfolge lässt sich auf der Hose des Nachwuchses mühelos ablesen, denn Servietten sind bestenfalls zum Schnäuzen da. Und wenn der Große müde aus der Schule heimkommt und sich zu seinem späten Mittagsmahl setzt, könnte man meinen, einen Waldarbeiter aus einer entlegenen Gebirgsregion vor sich zu haben, wo man Messer und Gabel noch nicht kennt. Seine linke Hand hängt schlapp am gebeugten Körper, den Löffel in der rechten verwendet er als Schuber, um sich – der Teller befindet sich eh auf Mundhöhe – Nahrung ins Maul zu stopfen. Da mach ich dann doch eine klitzekleine Anmerkung.

Mi. 28.8., 18.00 Uhr Der Grüne frauen.polit.tisch Ort: Cafe gonara´s, Pfarrplatz 10a, Linz Do. 29.8., 16.30-17.30 Uhr Hinter die Kulissen von Funk und Fernsehen. Besuch des ORF Landesstudio OÖ Ort: ORF Oberösterreich, Europaplatz 3, Linz. Anmeldung: 0732 739400-507 Fr. 30.8., 15.00-18.00 Uhr Wir essen die Linzer Stadtnatur! Wildkräuterwanderung mit Susanne Pust Nähere Infos und Anmeldung: www.frauen.ooe.gruene.at oder 0732 739400-430

Manchmal benehmen sich die Kinder auch gut. Ich behaupte, aus Rache für die permanenten Versuche, ihnen gesittetes Benehmen zu vermitteln. Als wir einmal bei Bekannten zum Mittagessen eingeladen waren, saßen sie die ganze Zeit in geradezu beunruhigender Weise kerzengerade bei Tisch. Serviette am Schoß, die Gabel wird zum Mund geführt, haben sie Fieber? Das Schlimmste kam nach dem Essen. Sie legten Messer und Gabel schön parallel auf den Teller, tupften sich den Mund ab, und fragten im Chor wie dressierte Affen: „Darf ich bitte aufstehen, es hat mir gut geschmeckt?“ Der Verdacht von Kindesmissbrauch und schwerer Züchtigung lag klar in der Luft, und nie werde ich die Blicke vergessen, die mir unsere Gastgeber zuwarfen. René Freund lebt als Schriftsteller in Grünau im Almtal. Im Februar ist sein neues Buch erschienen: „Liebe unter Fischen“. Mehr unter www.deuticke.at

Sa. 31.8., 14.00-18.00 Uhr Grünschnabel Sommerfest Ort: Martin-Luther-Platz, City-Park, Linz

Ist die Samenspende in Zukunft noch erlaubt? Oder müssen KleingärntnerInnen, die unter einander tauschen mit hohen Lizenzstrafen rechnen? Die Grüne Bildungswerkstatt besucht am 31. August den Schaugarten des Vereins Arche Noah in Schiltern. Die TeilnehmerInnen werden zunächst durch den Schaugarten geführt und können dabei die Vielfalt an Gemüsesorten und Obstbäumen bestaunen.

Danach gibt es für Neu­ einsteigerInnen einen Workshop über die Kunst der Saatgutvermehrung und Informationen darüber, welche Form der Samenweitergabe in Zukunft erlaubt bzw. verboten werden soll. Samstag, 31. August, Fahrt mit dem Bus ab Linz um ca. 8.30h; Achtung: beschränkte TeilnehmerInnenanzahl Anmeldungen und Infos unter www.ooe.gbw.at, Tel.: 07674 64218

See, Berge und mehr

Genusswandern am Fuße des Dachsteins

Wandern, Baden, Herumtollen und vieles mehr steht am Programm der Aktivwoche für Kinder in Begleitung ihrer Eltern bzw. Großeltern. Grünschnabel – die Infoplattform für Eltern lädt wieder zu dieser Familienwoche am Wolfgangsee ein, die heuer vom 18. bis 23. August stattfindet. Zu Redaktionsschluss waren noch Restplätze frei. Nähere Infos und Anmeldungen unter www.gruenschnabel.at

Eine Sonnenuntergangswanderung, Eintauchen in die Stille der Hochebene, die wunderbare Bergkulisse betrachten. Stattfinden werden die Wanderungen vom 2. bis 4. August. Nähere Infos und Anmeldungen unter planetreisen.at. Eine gemeinsame Veranstaltung mit den Grünen 50+. (Bild: Modereckalm, heute nur mehr Notunterkunft)

KARIKATUR: MICHAEL SCHNEIDER

Auf Besuch im Schaugarten der Arche Noah

KONTAKT Die Grünen OÖ – Die Grüne Alternative Landgutstraße 17, 4040 Linz Tel. 0732/73 94 00 Fax DW -556 Mail ooe@gruene.at Web www.ooe.gruene.at Die Grüne Bildungswerkstatt OÖ Dr.-Karl-Renner-Plz. 5, 4800 Attnang-Puchheim Tel. 07674/64 218 Fax DW -4 Mail office.ooe@gbw.at Web www.ooe.gbw.at

REDAKTION oö.planet – Grüne Zeitung für OÖ Landgutstr. 17, 4040 Linz Tel. 0732/73 94 00 Fax 0732/73 94 00-556 LeserInnenzuschriften: Mail marco.vanek@gruene.at Abo­verwaltung: Nina Bikic Tel. 0732/73 94 00-429 Mail service.ooe@gruene.at oö.planet online: www.ooeplanet.at


ooe.planet Nr. 79