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INNSBRUCK JÄNNER 2020.

MOMENTE

DIE ZÄHLEN

ELISA HÄMMERLE

JETZT GEBE ICH NOCHMAL ALLES. Die Olympia-Qualifikation gab der Kunstturnerin neue Motivation.

VISIONSREPORT 2019.


INHALT

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Coverinterview

ELISA HÄMMERLE Vor der Kunstturn-WM Stuttgart 2019.

Highlights

HÖHEPUNKTE IM JAHR 2019 Tokio 2020 Workshop und andere Facts.

STABILITÄT und die resultierende Sicherheit daraus.

Ungewohntes Terrain

START BEI DOLOMITENRUNDFAHRT Die Kooperation mit sport.tirol.at.

Nachwuchsleistungssport

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MEIN KIND IM SPORT Bewegungsaspekte und Warm-up.

Wear2Win

WEARABLES IM EINSATZ Die Pros & Cons diverser neuer Tools.

MIT CAP UND CHARAKTER Roland Luchner im Interview.

News

DIE NEWSRUBRIK AUS DER PAGE Diese Erfolge feierten die AthletInnen.

Wissenschaft

PUBLIKATIONSLISTE 2019 Das ging in die Welt hinaus.

Support

UNSERE SPONSOREN & PARTNER Danke für eure wichtige Unterstützung.

NEU 4 / 2020

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TRAINER SEMINAR TIROL www.trainer-seminar.tirol

IMPRESSUM HERAUSGEBER: CAMPUS SPORT TIROL INNSBRUCK - OLYMPIAZENTRUM, Fürstenweg 185, A-6020 Innsbruck Verantwortlicher für Text und Inhalt: ao. Univ. - Prof. Dr. Christian Raschner REDAKTION: Christoph Ebenbichler, MSc; Ass. Prof. Mag. Lisa Steidl-Müller, PhD FOTOS: GEPA-pictures, ÖOC, ÖSV, OZT, OESV, APA, TT, Red Bull photo content, Bastian Schulte, Matthias Schrader GRAFIK & DESIGN: Christoph Ebenbichler, Msc; Adele Tietgen, BSc DRUCK: Pinxit Druckerei GmbH Der Jahresreport ist ein offizielles Informationsservice und wird via issuu.com und per E-mail versandt. In den Texten dieses Reports kann die männliche Form, wie z.B. Sportler, Athlet, Trainer, etc. auch für die weibliche Form gelten. Begriffe, Bezeichnungen und Informationen sind geschlechtsneutral zu verstehen. TITELBILD: Elisa Hämmerle - © AP/Matthias Schrader Druck- und Satzfehler vorbehalten © 2020, alle Rechte vorbehalten

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EDITORIAL

LIEBE LESERIN, LIEBER LESER. 2019 – EIN SPANNENDES JAHR FÜR DAS OLYMPIAZENTRUM, OBWOHL KEIN GROSSEREIGNIS STATTFAND. zuständig und hat uns im Jahr 2019 mit ihrer Expertise und institutionsübergreifenden Arbeit in vielen Bereichen sehr unterstützt. 85 – dies ist, wenn man das teilbetreute Rodel-Nationalteam miteinbezieht, die aktuelle Zahl unserer akkreditierten Athletinnen und Athleten. Wer hätte dies im Jahr 2011 bei der Gründung des Olympiazentrums für möglich gehalten, dass der Wunsch einer Betreuung durch das Olympiazentrum diese Ausmaße annimmt? Im Zuge einer Olympiazentrumsvorstellung erhoben wir die Anzahl der Olympia-, Welt- und Europameisterschaftsmedaillen, die unsere akkreditierten Athletinnen und Athleten bis dato bereits gewonnen haben und kamen dabei auf die stattliche Zahl von 67 Medaillen. Da waren selbst wir erstaunt! Ein Blick auf die stets aktuelle Homepage oder unseren Instagram-Account (@olympiazentrumtirol) ermöglicht wie immer interessante Einblicke in den täglichen Trainingsbetrieb bzw. die jeweiligen Erfolge unserer Athletinnen und Athleten! Für diese war das Jahr 2019 wiederum das umfassende Betreuungsangebot, welches sich aus den Bereichen Sportwissenschaft, Sportmedizin (ISAG), Physiotherapie, Sportpsychologie (Sportpsychologische Koordinationsstelle des Landes Tirol und ÖBS) und Ernährungswissenschaft zusammensetzt, von größter Bedeutung. Durch eine Sonderförderung von Land Tirol und Stadt Innsbruck war es uns Ende letzten Jahres möglich, einige dringend benötigte Gerätschaften (u.a. Stoßwellengerät für die Physiotherapie, Ausdauertestgerät und ein weiteres Krafttrainingsgerät) anzuschaffen – vielen Dank hierfür.

Man möchte glauben, dass das Jahr 2019 etwas ruhiger verlief. Keine Olympischen Spiele und auch kein Großereignis im eigenen Land könnten zu dieser Vermutung verleiten. Aber nein, auch heuer gelangen unseren akkreditierten Athletinnen und Athleten beachtliche internationale Erfolge und allesamt konnten sie in ihrer sportlichen Entwicklung große Fortschritte erzielen. Diese und viele andere interessante Hintergrundberichte sowie unsererseits initiierte und 2019 durchgeführte Projekte sind nachfolgend in diesem umfassenden Jahresbericht zusammengefasst. Das Wichtigste vorab - mit Jessica Pilz, Elisa Hämmerle und Jakob Schubert sowie David Hussl haben sich im Jahr 2019 bereits vier unserer SportlerInnen für die Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio qualifiziert. Eine Reihe weiterer Athletinnen und Athleten brachten sich in den jeweiligen Weltranglisten in eine vielversprechende Ausgangssituation; womit wir in den kommenden Monaten mit einer stetig anwachsenden Zahl an qualifizierten Tiroler Teilnehmerinnen und Teilnehmern rechnen dürfen. In diesem Zusammenhang fand 2019 bei uns am Campus Sport auch ein zweitägiger Olympic Austria-Workshop statt, bei dem sich die Expertinnen und Experten der österreichischen Olympiazentren zusammen mit dem ÖOC Gedanken machten, wie die Verbände bestmöglich auf die speziellen Rahmenbedingungen in Tokio vorbereitet werden können. Daraus entstand ein auf wissenschaftlichen Fakten basierendes Manual, welches viele hilfreiche Informationen, wie beispielsweise zu den klimatischen Bedingungen, zur Zeitumstellung oder auch zu den japanischen Lebensgewohnheiten enthält. An dieser Stelle ein Dank an das ÖOC und die anderen Olympiazentren für die konstruktive und gewinnbringende Zusammenarbeit. Weiters möchte ich mich an dieser Stelle speziell bei Fr. Dipl. Spl. (Univ.) Gaby Madlener MBA bedanken. Fr. Madlener ist im ÖOC für die Olympiazentren

In diesem Jahresbericht erfahren Sie auch, wie wir unser ÖOC-Projekt Wear2Win weiter ausbauen konnten. Diese Wearables und sportwissenschaftlichen Tools zur Trainingssteuerung liefern wertvolle Hinweise für die Betreuung unserer Athletinnen und Athleten und steigern somit die

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EDITORIAL

Unterstützung der Sportabteilung von Land Tirol unter der Leitung von Mag. Reinhard Eberl, dem Sportamt der Stadt Innsbruck mit Amtsleiter Romuald Niescher, dem Rektorat der Universität Innsbruck, dem Team des ÖOC angeführt von Generalsekretär Dr. Peter Mennel und des Sportministeriums mit Sektionsleiter Philipp Trattner, LL.M., BSc, BSc bzw. der Abteilung Sportwissenschaft und Sportmedizin unter der Leitung von Mag. Ingo Panovsky. Allen sei an dieser Stelle mein herzlicher Dank ausgesprochen, ohne euch wäre dies nicht möglich! Weiters danke an unsere Sponsoren, für die langjährige Zusammenarbeit. Gemeinsam fördern wir Visionen.

Trainingsqualität. Aus aktuellen Anlässen wurden im Jahr 2019 zudem große Anstrengungen in das Projekt Return2Win, welches von uns in Kooperation mit dem ÖSV zur besseren Sportrückkehr nach Verletzungen ins Leben gerufen wurde, gesteckt. Auch unsere langfristig ausgelegten Forschungsbereiche Talententwicklung und -förderung (Base2Win) erfahren eine stetige Weiterentwicklung, womit eine auch zukünftig höchst erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Skischwerpunktschulen Stams und Neustift, dem Nachwuchsleistungssport Tirol (NLST) und den Tiroler Fachverbänden gesichert ist. Ein optimal funktionierendes Netzwerk bzw. interdisziplinär arbeitende Fachgebiete stellen ein wichtiges Qualitätsmerkmal unseres Olympiazentrums dar. Danke an unsere sportmedizinischen, sportpsychologischen und physiotherapeutischen Kooperationspartner für die wie immer perfekte Zusammenarbeit. Um all dies zu ermöglichen, benötigt es viel Engagement und Einsatzbereitschaft der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Olympiazentrums sowie der unerlässlichen

Somit freut es mich sehr, Ihnen geschätzte Leserin und Leser ein weiteres erfolgreiches Jahr des Olympiazentrums in diesem neu gestalteten Jahresbericht nochmals in Erinnerung zu rufen. Viel Spaß beim Lesen!

ao. Univ.-Prof. Dr. Christian Raschner Sportlicher Leiter

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EDITORIAL

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HIGHLIGHTS

FC WACKER TESTUNGEN 2019. ständigen Vergleich mit den Profis haben und dadurch sehen, wo ihre körperliche Entwicklung hingehen soll.

KOOPERATION ZWISCHEN DEM FC WACKER UND DEM CAMPUS SPORT TIROL INNSBRUCK OLYMPIAZENTRUM. Der österreichische Fußball-Bundesliga-Verein FC Wacker Innsbruck kooperiert zukünftig mit dem Campus Sport Tirol Innsbruck Olympiazentrum. Der FC Wacker Innsbruck war zum Testzeitpunkt der einzige Tiroler Vertreter in Österreichs höchster Fußball-Spielklasse. Mit Beginn des Jahres 2019 startete die Kooperation mit dem Traditionsverein, der auf der Suche

Wir freuen uns auf die spannende Aufgabe und wünschen allen Beteiligten eine erfolgreiche Zusammenarbeit.

TOYOTA FREY SPONSORING.

nach einer nachhaltigen und auf neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen basierten Leistungsdiagnostik auf das Campus Sport Tirol Innsbruck - Olympiazentrum, zukam. Gemeinsam mit der sportlichen Leitung und dem Trainerteam des FC Wacker Innsbruck konnte eine, auf den Fußball zugeschnittene und standardisierte Testbatterie ausgearbeitet werden. Diese besteht aus einem 5m-, 10m-, 20m-, und 30m-Sprint, einem fußballspezifischen Change of Direction Run, einem ein- und beidbeinigen Counter Movement Jump, einem einbeinigen Stabilisationstest, dem Y-Balance Test und einem 20m-Shuttlerun.

TOYOTA FREY AUSTRIA MACHT DIE OLYMPIAZENTREN MOBIL. Nach ÖOC und ÖPC sowie ausgewählten Athletinnen und Athleten stattet Toyota Frey Austria die Olympiazentren mit brandneuen Proace Verso aus. „Wir sind stolz und glücklich, dass die Partnerschaften so aktiv gelebt werden und stetig weiter wachsen. Seitens Toyota sind bereits alle Blicke auf die Olympischen und Paralympischen Spiele in Tokio gerichtet und wir freuen uns, als Mobilitätspartner die österreichischen Athletinnen und Athleten auf ihrem Weg zu begleiten“, so Norbert Gall, Marketingleiter bei Toyota Frey Austria. Anfang Jänner 2019 wurden sechs der insgesamt sieben Olympiazentren im Headquarter von Toyota Frey Austria in Wien-Inzersdorf mit einem Toyota Proace Verso ausgestattet. Erhältlich in drei Ausstattungsvarianten und drei verschiedenen Längen mit fünf unterschiedlichen Antrieben bietet der Toyota Proace Verso genug Platz, um bis zu neun Passagiere plus Gepäck komfortabel zu befördern. Ganz gleich, welche Herausforderungen warten, der Alleskönner hat die Lösung und lässt sich dank umfangreicher und flexibler Ausstattung optimal an die verschiedenen Bedürfnisse der Olympiazentren anpassen. Hinzu kommt die umfangreiche Sicherheitsausstattung, die dem Toyota Proace Verso beim Euro NCAP Crashtest-Programm die Bestnote von 5 Sternen eingebracht hat. Alle

Zukünftig sollen sowohl die Spieler der Profimannschaft als auch jene der zweiten Mannschaft regelmäßig zu Beginn der Vorbereitung im Winter (Jänner) und im Sommer (Juli) auf Herz und Nieren untersucht werden. Dies stellt vor allem hinsichtlich einer langfristigen Leistungsentwicklung der jüngeren Spieler einen großen Mehrwert dar, da diese einen 6


HIGHLIGHTS

1. Optimierung der Vorbereitung auf den Tokio-Aufenthalt 2. An- und Abreise 3. Abläufe vor Ort „Wir haben während der zwei Olympic Austria-Workshop-Tage hunderte Vorschläge gesammelt, bisherige Erfahrungen von Trainingslagern in Tokio ausgetauscht. Jetzt gilt es in den nächsten Wochen dieses Material entsprechend aufzuarbeiten, die Erkenntnisse zu vertiefen“, erklärte ÖOC-Generalsekretär Peter Mennel. Schritt eins: Jedes der sieben Olympiazentren beschäftigte sich mit definierten Spezialthemen. Beispiele: Auf der Schmelz in Wien wurden Maßnahmen zur Minimierung von Infektions-Krankheiten ausgearbeitet (am Beispiel der Segel-Nationalmannschaft, die bereits mehrere Trainingsaufenthalte im Olympia-Revier absolviert hat). Das OZ Klagenfurt-Team konzentrierte sich auf die wettkampfgerechte Optimierung der Athleten-Ernährung. In Innsbruck wurde an der Integration von technischen Geräten zur Trainings-Optimierung gearbeitet.

Fahrzeuge sind zudem mit Allrad ausgestattet. „Das ist ein weiterer wichtiger Baustein auf unserem gemeinsamen Weg zu den Olympischen Spielen in Tokio“, erklärt Sebastian Manhart, Leiter des Olympiazentrum Vorarlberg, stellvertretend für die Olympiazentren.

TOKIO 2020 WORKSHOP. STARTSCHUSS FÜR TOKIO 2020 IST ERFOLGT. 40 Spezialisten (Sportwissenschafter, Mediziner, Physiotherapeuten und Ernährungsberater), 3 zentrale Fragen, 6 Arbeitsgruppen und ein knappes Dutzend Diskussionsrunden. Der Olympic Austria-Workshop I am Campus Sport Innsbruck eröffnete für Österreichs sieben Olympiazentren die eigentliche Vorbereitungsphase für die Sommerspiele 2020 in Tokio. Rechtzeitig für die gut 20

Schritt zwei: „Aus hunderten Seiten von Aufzeichnungen, Recherchen, Trainingsprogrammen erarbeiteten wir im März und April ein erstes, möglichst kompaktes Tokio-Handbuch. Wir wollen konkrete Antworten auf die wichtigsten Vorbereitungs-Fragen geben, damit Coaches und Verbände für ihre Athletinnen und Athleten die individuell maßgeschneiderten Maßnahmen setzen können, für die optimale Vorbereitung, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. Die zu erwartende Hitzewelle, die hohe Luftfeuchtigkeit, die besondere Kost bis hin zum immer größer werdenden Erwartungsdruck vor Olympia“, erläutert Gaby Madlener, ÖOC-Olympiazentren-Beauftragte. Schritt drei: Nach der japanischen Test-Event-Serie im vorolympischen Jahr wurden die ersten Richtlinien und Vorschläge mit den Erfahrungen von AthletInnen und Coaches aktualisiert und konkretisiert. Für Februar 2020 (Olympic Austria-Workshop II) wird dann ein finales Manual für die heiße Countdown-Phase erstellt. „Mit besonderem Augenmerk auf Olympia-Debütanten einerseits, Medaillen-Kandidaten andererseits. Zwei Zielgruppen, die bei den Sommerspielen ganz besonders unter Druck stehen“, meint ÖOC-Sportdirektor Christoph Sieber. „Das große Schlagwort in der Vorbereitung ist Routine – es geht darum, individuelle Abläufe, Routinen zu finden, die man

Test-Events im Sommer wurde ein erstes „VorbereitungsManual“ für AthletInnen, BetreuerInnen und Fachverbände zur Verfügung stehen – rund 30 Seiten mit konkreten Vorgaben für die potentiellen Olympia-StarterInnen. Die Experten der sieben Olympiazentren (Olympiazentrum Campus Sport Tirol Innsbruck, Linz/Oberösterreich, Salzburg-Rif, Dornbirn/Vorarlberg, Klagenfurt/Kärnten, Wien-Schmelz, St. Pölten/Niederösterreich) konzentrierten sich auf 3 Aufgabenbereiche: 7


HIGHLIGHTS

während Olympia strikt durchzieht. So spart man Kraft und Konzentration für den eigentlichen Tag X.“ Nachsatz: „Ein Punkt, der uns 2016 in Rio stark beschäftigt hat, waren Erkrankungen und Verletzungen von Coaches. Das lässt dann natürlich auch die Athletin, den Athleten nicht kalt.“ Der Olympic Austria-Workshop I bildete den Startschuss für die heiße Vorbereitungsphase. Peter Mennel: „Je besser die Aktiven und ihr Umfeld vorbereitet sind, desto besser werden am Ende auch die Resultate bei den Sommerspielen in Tokio sein. Der Fahrplan für Tokio stimmt!“. Fakten & Zahlen zum Olympic Austria-Workshop – Österreich verfügt über insgesamt 7 Olympiazentren. Die Olympiazentren bieten den heimischen Top-Athleten sportmedizinische und sportwissenschaftliche Betreuung auf höchstem Niveau. Zur professionellen Rundum-Betreuung in den Olympiazentren gehören u.a. Trainingsdurchführung und -steuerung,Leistungsdiagnostik, medizinische und physiotherapeutische Betreuung, Regeneration, Ernährungsberatung sowie Karriereplanung. – „Wir fördern die gemeinsamen Treffen, den Austausch der Disziplinen und Experten untereinander. Wenn man die Kräfte gezielt bündelt, steigt der Nutzen für alle“, betont ÖOC-Generalsekretär Peter Mennel. – Erstmals beim Olympic Austria-Workshop mit von der Partie war das OZ Niederösterreich, das im Dezember 2018 in den Verbund der Olympiazentren aufgenommen wurde.

hielt einen Vortrag über die aktuelle Leistungsdiagnostik des Österreichischen Paralympic-Skiteams und Lisa Steidl-Müller präsentierte die neuesten Erkenntnisse aus dem Verletzungspräventions-Projekt mit der Ski-Mittelschule Neustift und hielt einen Vortrag mit dem Titel „Training load characteristics in the context of injury and illness risk identification in elite youth ski racing: a prospective study“.

ELTERN IM SPORT. GEFRAGT, GELIEBT, GEFÜRCHTET, ÜBERFORDERT?

ECSS KONGRESS IN PRAG 2019. 24TH ANNUAL CONGRESS OF THE EUROPEAN COLLEGE OF SPORT SCIENCE Der 24te Kongress der European College of Sport Science (ECSS) fand heuer vom 3. bis 6. Juli in Prag statt. Mit über 2700 TeilnehmerInnen aus der ganzen Welt sowie 2184 Vorträgen bzw. Posterpräsentationen war der ECSS auch im Jahr 2019 wieder sehr spannend. Vom Olympiazentrum Tirol nahmen heuer gleich vier Personen am Kongress teil und präsentierten aktuelle Forschungsergebnisse. Roland Luchner präsentierte ein Poster mit dem Titel „Talent development and importance of physical fitness in Austrian youth golf athletes“ und Antonio Pérez-Del Río stellte sein Projekt mit dem Titel „Reliability of power and velocity variables collected during the bench pull exercise“ im Rahmen einer Posterpräsentation vor. Christian Raschner

Der Panathlonclub Innsbruck lud im Juni zu einer Veranstaltung zum Thema: Eltern im Sport – gefragt, geliebt, gefürchtet, überfordert? ein. Ao. Univ.-Prof. Dr. Christian Raschner war als einer der Experten vor Ort und nahm an der Diskussionsrunde zwischen Eltern, Fachverbänden, Vereinen und weiteren Experten teil. Panathlon-Charta der Rechte der Kinder im Sport // Alle Kinder haben das Recht: 1. Sport zu treiben. 2. Sich zu vergnügen, Spaß zu haben und zu spielen. 8


HIGHLIGHTS

3. In einer gesunden Umwelt zu leben. 4. Mit Würde und unter Wahrung der persönlichen Integrität behandelt zu werden. 5. Von kompetenten Personen ausgebildet, trainiert und betreut zu werden. 6. Ein Training zu erhalten, das ihrem Alter, Tempo und ihren individuellen Fähigkeiten entspricht. 7. Mit anderen Kindern gleichen Niveaus an dazu geeigneten Wettkämpfen teilnehmen zu können. 8. Den Sport sicher und ohne Gefahren ausüben zu können. 9. Sich auch ausruhen zu dürfen. 10. Die Chance zu haben, ein Champion zu werden, aber es nicht werden zu müssen.

bestmöglichen Bedingungen zu versuchen, die beiden Herausforderungen Schule und Spitzensport unter einen Hut zu bekommen. Neben der Aufnahme in die Schule, wurden sie ab September auch in das Betreuungsmodel „Nachwuchsleistungsport Tirol“ kurz NLST aufgenommen. Neben der Betreuung durch den Verband soll dieses System den jungen Athletinnen und Athleten ein optimales Trainingsumfeld bieten, um sich auch körperlich bestmöglich auf die Herausforderung Spitzensport vorbereiten zu können.

XI ASPC FORUM IN SPANIEN.

Die Panathlon Bewegung widmet ihre Arbeit seit jeher auch der Fairness im Sport. Ohne faire Mittel und Rahmenbedingungen ist der sportliche Wettkampf wertlos. Fair muss in erster Linie aber auch der Umgang miteinander sein. Der Panathonclub Innsbruck setzte daher 2019 seinen Schwerpunkt zu diesem Thema.

CHRISTIAN RASCHNER BEIM INTERNATIONAL FORUM ON ELITE SPORT IN BARCELONA. Alle zwei Jahre treffen sich die Mitglieder der weltweiten Vereinigung der Olympiazentren bzw. High Performance Center zu einem Symposium. Das Olympiazentrum Tirol ist seit 2014 Mitglied dieser Vereinigung. Nach den Kongressen in Puerto Rico (2015) und in Südafrika (2017) übernahm der FC Barcelona zusammen mit dem CAR Sant Cugat die Organisation des Forums 2019 am Gelände des CampNou Fußballstadions.

WE TEST THE FUTURE. TAEKWONDO NACHWUCHSHOFFNUNGEN ÜBERZEUGEN. Im Rahmen der Sport BORG/HAS Aufnahmeprüfung wurde heuer bereits zum fünfte Mal der „We test the future – Award“ verliehen.

Neben interessanten Vorträgen über Spitzensportfördersysteme unterschiedlichster Länder gaben MitarbeiterInnen des Barca Innovation Hub Einblicke in ihre innovativen Arbeitsfelder. Ein Vormittag war dabei der e-Sportthematik gewidmet. Ein Bereich, der in den letzten Jahren rasant an Bedeutung gewonnen hat. Eine beeindruckende Tour durch das CampNou Fußballstadion durfte dabei natürlich nicht fehlen. Das nächste Forum wird 2021 in Hongkong stattfinden.

Larissa Neuner und Thorsten Singer zeigten unter den insgesamt 52 Sportlerinnen und Sportlern die auffälligsten und komplettesten Leistungen. Ab dem Schuljahr 2019/20 besuchen nun beide Athletinnen und Athleten das Sport BORG in Innsbruck, um dort unter 9


HIGHLIGHTS

OLYMPIC DAY 2019. GANZ NACH DEM OLYMPISCHEN MOTTO: HÖHER, SCHNELLER, STÄRKER. Der „Olympic Day“ wird jedes Jahr am 23. Juni veranstaltet und erinnert an die Gründung des Internationalen Olympischen Komitees im Jahre 1894 in Paris durch den Franzosen Pierre De Coubertin. Zwei Jahre später fanden in Athen die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit statt. „Dabei sein ist alles“ – das wichtigste im Leben ist nicht der Triumph, sondern der sportliche Wettkampf an sich formulierte De Coubertin damals. Österreichs sieben Olympiazentren hielten anlässlich des „Olympia-Tages“ eine Reihe von Veranstaltungen ab. Eine Schulklasse der SportNMS Absam mit 25 sportbegeisterten Kids kam im Olympiazentrum in Innsbruck in den Genuss eines ganz exklusiven Vormittags. Nach einer kurzen Präsentation – Video-Clips inklusive –, einer kleinen Führung und einer gesunden Jause hieß es: Action und noch mehr Action! Nach einer sportmotorischen Testbatterie verausgabten sich die jungen SchülerInnen an 4 Trainingsstationen, die von den Coaches betreut wurden. „Die Begeisterung war unglaublich hoch, der Olympic Day ein voller Erfolg“, war Christian Raschner mehr als zufrieden.

MEIN KIND IM SPORT. VOM GESUNDEN NASCHEN BIS ZUR DOPING- UND GEWALTPRÄVENTION. Von gesundem und sportgerechtem Naschen über Doping- und Gewaltprävention im Sport bis hin zum Erholungsmanagement von LeistungssportlerInnen reichte das Workshop-Angebot bei der Infoveranstaltung des Fördervereins Nachwuchsleistungssport Tirol 2019. „Eltern sowie Trainerinnen und Trainer sind die wichtigsten Bezugspersonen unseres Sportnachwuchses. Sie haben einen großen Anteil an den sportlichen Erfolgen, tragen aber auch Verantwortung für das Wohlbefinden und die Gesundheit der jungen Talente“, weiß Sportlandesrat LHStv Josef Geisler. Der Förderverein Nachwuchsleistungssport Tirol sorgt deshalb nicht nur für ein optimales Trainingsumfeld, sondern bezieht auch das Elternhaus in seine Arbeit mit ein. „Dabei werden im Sinne der Prävention auch Themen wie Doping oder Gewalt und Missbrauch im Sport angesprochen“, setzt Geisler auf Bewusstseinsbildung. Die NADA Austria stand für Fragen zum Thema Anti-Doping zur Verfügung, Sportpsychologin Mirjam Wolf leitete den Workshop zur Sensibilisierung und Prävention von Gewalt und Missbrauch im Sport.

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HIGHLIGHTS

then held by Patterson for coaches, athletes, administrators and sport science students from Beijing Sport University to demonstrate the use of the Lifter in high performance sport.

Sport und Schokolade Zum Thema gesundes und sportgerechtes Naschen informierte Martina Baldauf, ehemalige Ernährungsexpertin im Olympiazentrum Tirol. Sie gab Tipps zur Zubereitung von Müsli, Energiekugeln und Shakes.

Wann braucht es neben dem Schul- und Trainingsalltag sowie Wettkämpfen Erholungsphasen? Wie stellt man anhand von Fehl- oder Schonhaltungen bei Grundbewegungen im Alltag Defizite fest und wie kann man diese gezielt beheben? Auf diese Fragen gaben Esmeralda Mildner und Elisabeth Obermüller Antworten. Speziell an TrainerInnen richtete sich Christoph Ebenbichler vom Olympiazentrum Tirol. Er zeigte, worauf beim Langhanteltraining mit jungen SportlerInnen zu achten ist.

OLYMPISCHE SPIELE 2020. BEREITS IM JAHR 2019 KONNTEN SICH 4 OZ ATHLETINNEN QUALIFIZIEREN.

Mehr Infos zu diesem jährlichen Workshop unter www.nachwuchsleistungssport-tirol.at.

Mit den Olympischen Sommerspielen in Tokio, steht im Jahr 2020 für uns als Olympiazentrum wieder ein absoluter Höhepunkt auf dem Programm. Das Jahr vor den Olympischen Spielen ist immer voll mit Qualifikationswettkämpfen, so auch das vergangene. Mit Elisa Hämmerle, Jessica Pilz, Jakob Schubert und David Hussl haben bereits vier unserer Athletinnen und Athleten das Olympiaticket fix in der Tasche und können schon jetzt mit der Planung für die am 24. Juli 2020 beginnenden Olympischen Sommerspiele in Tokio beginnen. Einige weitere unserer Athletinnen und Athleten sind noch voll im Qualifikationsprozess und so kann davon ausgegangen werden, dass zu den bereits qualifizierten Sportlerinnen und Sportlern noch einige dazukommen werden.

I.M. LIFTER GOES CHINA. CARSON PATTERSON PROMOTING A MECHATRONIC TRAINING DEVICE IN CHINA. Intelligentmotion (I.M.) and Olympiazentrum Innsbruck visited Beijing, China in December. Intelligentmotion, a partner of OZ Innsbruck since 2010, recently sold 5 Lifters, mechatronic training devices which allow athletes to train eccentrically with supramaximal training loads, to the General Administration of Sport of China. Carson Patterson from Olympiazentrum Innsbruck, with Manfred Spandl and Andreas Ottendorfer (both from Intelligentmotion) travelled to the Far East to introduce the Lifter to the training centers. Spandl and Ottendorfer installed and finetuned a device at the Winter Training Center in Shougang Park, Beijing. A workshop was 11


HIGHLIGHTS

MASSAGE & PHYSIOTHERAPIE. REGENERATIONSANGEBOT IM OLYMPIAZENTRUM WEITER VERBESSERT UND ERGÄNZT. Seit den ersten Stunden des Olympiazentrums zählen Physiotherapie und Massage zu den wesentlichen Angeboten, die wir unseren Athletinnen und Athleten bieten. Physiotherapie und Massage spielen im Leben von Spitzensportlerinnen und Spitzensportlern eine zentrale Rolle, um den immer weiter steigenden Belastungen des modernen Hochleistungssports standzuhalten. Mit der Sporttherapie Huber und Mair sowie der Bergfahrt Physiotherapie Gebhart haben wir seit Jahren erstklassige und zuverlässige Partner auf diesem Gebiet. Da aufgrund der stark gestiegenen Zahl an Athletinnen und Athleten während der letzten Zeit auch der Bedarf im Bereich des physiotherapeutischen Angebots stetig gestiegen ist, mussten wir unser Angebot in diesem Bereich ebenfalls kontinuierlich erhöhen. So arbeiten mit Philipp Gebhart (Physiotherapie Bergfahrt) und Lorenz Stöckl (Sporttherapie Huber&Mair) bereits zwei Physiotherapeuten bei uns im Haus. Ergänzt wird dieses Angebot von der Masseurin Veronika Morawek (Sporttherapie Huber&Mair).

Neben dem Ausbau der angebotenen Physiotermine, sind wir stets bemüht, auch in Sachen physiotherapeutischer Hilfsmittel auf dem neuesten Stand zu bleiben. Aus diesem Grund haben wir im Jahr 2019 eine neue Stoßwelle (siehe Bild) angekauft. Diese Neuanschaffung sollen uns dabei

helfen, den Ansprüchen unserer Sportlerinnen und Sportler bezüglich Physiotherapie und Regeneration weiterhin gerecht zu werden.

WSG SWAROVSKI TIROL TESTUNGEN. DAS OLYMPIAZENTRUM KOOPERIERT ZUKÜNFTIG MIT DEM BUNDESLIGA-AUFSTEIGER WSG SWAROVSKI TIROL. Seit Juni 2019 besteht eine neue Kooperation zwischen dem österreichischen Fußballverein WSG Swarovski Tirol und dem Campus Sport Tirol Innsbruck - Olympiazentrum. Die WSG hatte sich in der Saison 2018/2019 nicht nur den Meister-Titel in der 2. Liga gesichert, sondern nach über 50 Jahren auch wieder den Aufstieg in Österreichs höchste Spielklasse geschafft.

Die Mannschaft startete Ende Juni 2019 in die Vorbereitung und absolvierte noch vor dem Trainingsauftakt eine leistungsdiagnostische Testbatterie am Campus Sport Tirol Innsbruck – Olympiazentrum. Die Testbatterie umfasste vom Trainerteam der WSG und MitarbeiterInnen des 12


HIGHLIGHTS

Olympiazentrums ausgewählte Testungen. Der Fokus lag auf einer isokinetischen Beuger-Strecker-Testung der Oberschenkelmuskulatur, welche in der offenen kinetischen Kette durchgeführt wurde und relevante Werte für die Berechnung des Kraftverhältnisses der Hamstring- und Quadrizepsmuskulatur (H/Q-Ratio) liefert. In Sportarten wie Fußball, in denen quadrizepsdominante Bewegungsmuster eine große Rolle spielen, kann dieses Verhältnis in Bezug auf Verletzungsprävention oder Trainingssteuerung wichtige Erkenntnisse schaffen. Zudem beinhaltet die Testbatterie einen einbeinigen Stabilisationstest auf der MFT Challenge Disc sowie einen Nordic Hamstring Test mit dem Gerät NordBord. Der WSG-Headcoach Thomas Silberberger war am Testtag vor Ort und machte sich ein Bild vom Testablauf und den Leistungen seiner Stammspieler und den Neuverpflichtungen.Wir freuen uns auf eine weitere erfolgreiche Zusammenarbeit und wünschen alles Gute für die kommenden Herausforderungen.

ATHLETINNEN & ATHLETEN 2019. DIE DETAILLIERTE LISTE AN BETREUUNGSKOOPERATIONEN IM VERGANGENEN JAHR. Eiskunstlauf - Klotz Natalie Eiskunstlauf - Zandron Maurizio Freeride Skiing - Wallner Nadine Golf - Perthen Pia Golf - Schlauer Daniel Golf - Steinlechner Maximilian Golf - Wolf Christine Judo - Graf Bernadette Judo - Unterwurzacher Kathrin Klettern - Elmer Alexandra Klettern - Hammelmüller Eva-Maria Klettern - Knapp Lukas Klettern - Pilz Jessica Klettern - Posch Jan-Luca Klettern - Posch Katharina Klettern - Schubert Jakob

Kunstbahnrodeln Nationalteam - Egger Reinhard, Egle Madeleine, Frauscher Armin, Gleirscher David, Gleirscher Nico, Kindl Wolfgang, Koller Lorenz, Müller Jonas, Müller Yannick, Prock Hannah, Schulte Lisa, Steu Thomas Kunstturnen - Hämmerle Elisa Kunstturnen - Höck Vinzenz Kunstturnen - Mairoser Johannes Kunstturnen - Arnold Manuel Kunstturnen - Benda Alexander Kunstturnen - Frysak Bianca LA Lauf - Rattinger Tobias Para/Rad - Hoermann Harald Rad MTB - Spielmann Anna Rad Straße - Gamper Florian Rad Straße - Gamper Mario Rad Straße - Gamper Patrick Rad Straße - Schweinberger Christina Rad Straße - Schweinberger Kathrin Rad Straße - Wildauer Markus Ringen - Gastl Daniel Ringen - Kuenz Martina Ringen - Wagner Michael

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Schwimmen - Grünberger Robin Segeln - Hussl David Skeleton - Auer Florian Skeleton - Flock Janine Skeleton - Maier Samuel

Ski Alpin - Astner Nina Ski Alpin - Borgnaes Christian #wesupportvisions Ski Alpin - Brennsteiner Stefan Ski Alpin - Brunner Stephanie Ski Alpin - Dornauer Armin Ski Alpin - Gstrein Fabio Ski Alpin - Haaser Raphael Ski Alpin - Lorenz Bernadette Ski Alpin - Nocker Clemens Ski Alpin - Ortlieb Nina Ski Alpin - Raschner Dominik Ski Alpin - Rueland Simon Ski Alpin - Schneeberger Rosina Ski Alpin - Schragl Stefan Ski Alpin - Venier Stephanie

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HIGHLIGHTS

Ski Freestyle - Wallner Laura

und so wurden gemeinsam einige Skischwünge auf der Olympiaabfahrt von 1964 und 1976 am Patscherkofel eingestreut. Nach der sportlichen Betätigung startete ein gemeinsames Brainstorming im Kongress Igls. Dieses wurde intern moderiert und angeleitet. Hierbei sollten in unterschiedlich zusammengestellten Kleingruppen Schlagworte zu verschiedenen Fragestellungen gesammelt werden. Dabei mussten vor allem Dinge zur Sprache kommen, welche vom Team bisher mehr oder weniger geschätzt wurden und welche unsere Qualität in weiterer Zukunft steigern können. Nach einer Strukturierung der Schlagworte durch die Moderatoren, wurden diese in der gesamten Gruppe besprochen und Lösungsansätze erarbeitet. Diese Lösungsansätze wurden in späterer Folge noch zu Papier gebracht, um einen Leitfaden für unsere Visionen und den konkreten Fahrplan zu erstellen. Vor allem die weiteren Verfeinerungen vieler Prozesse, sowie

Skisprung - Iraschko-Stolz Daniela Skisprung - Schlierenzauer Gregor Snowboard Cross - Dusek Jakob Snowboard Cross - Kocher Hannah Snowboard Cross - Pachner Lukas Snowboard Cross - Pickl David Snowboard Parallel - Schöffmann Sabine Sportschießen - Hofmann Olivia Sportschießen - Peer Franziska Sportschießen - Ungerank Nadine Taekwondo Poomsae - Schneeberger Anna Im Herbst 2019 neu aufgenommene AthletInnen Tennis - Ebster Anna-Lena Triathlon - Früh Magdalena Eisschnelllauf - Petutschnigg Anna Rad MTB - Zangerle Emanuel Kunstturnen - Rudy Ricardo Kunstturnen - Zander Daniel Golf - Spöck Moritz Im Jahr 2019 ausgeschiedene AthletInnen Ski Alpin - Annewanter Manuel Taekwondo - Reimeir Benjamin

VISIONSMEETING KONGRESS IGLS. STETIGER FORSCHRITT, OPTIMIERUNG UND ÖKONOMISIERUNG WAREN DIE SCHLAGWORTE.

die Qualitätssteigerung in der Betreuung der Athletinnen und Athleten standen im Vordergrund. Da dem gesamten Team des Olympiazentrums klar ist, dass wir uns in einem ständig wandelnden Umfeld bewegen, welches kontinuierliche Optimierungsprozesse unumgänglich macht, wurde der gesamte Nachmittag und Abend von den Beteiligten als äußerst gewinnbringend empfunden. Dies konnte folgend mit vollem Elan an die Sportlerinnen und Sportler weitergegeben werden.

Ganz im Zeichen des Leitsatzes unseres Olympiazentrums „Wir fördern Visionen“ und unseres Hashtags #wesupportvisions trafen sich alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Olympiazentrums zu einem Visionsmeeting, um zukünftig richtungsweisende Strategien und Themen für den Spitzensport auszuarbeiten und zu diskutieren. Für den Blick in die Zukunft begaben wir uns zuerst auf die Spuren von Egon Zimmermann und Franz Klammer, 14


HIGHLIGHTS

DAS WAR UNSER KERNTEAM 2019. WIR FÖRDERN VISIONEN. UND DAS MIT STOLZ, PROFESSIONALITÄT UND TEAMGEIST. Die Leitung des Olympiazentrums und die Kontrolle der Betreuung von Hochleistungs- und NachwuchssportlerInnen obliegt dem Institut für Sportwissenschaft der Universität Innsbruck, das mit seinem Know-How und den vorhandenen Testapparaturen die Anwendung der neuesten sportwissenschaftlichen Erkenntnisse sichert. Während sich das Institut für Sport-, Alpinmedizin und Gesundheitstourismus (ISAG) in Natters für die sportmedizinische Betreuung der (potentiellen) Olympioniken verantwortlich zeigt, zieht ein hochkarätiges Team aus SportwissenschafterInnen, PhysiotherapeutInnen, SportpsychologInnen und ErnährungstrainerInnen die Fäden in der täglichen Trainingsarbeit am Campus Sport der Universität Innsbruck. Durch das KnowHow der MitarbeiterInnen können stets die aktuellsten sportwissenschaftlichen Erkenntnisse mit den AthletInnen umgesetzt werden. Nicht umsonst entstanden in den letzten Jahren mit vielen Fachverbänden, Teams oder EinzelsportlerInnen erfolgreiche Kooperationen, die auch

über die Landesgrenzen hinausgehen. Bereits 2011 wurde a.o. Univ. - Prof. Dr. Christian Raschner mit der Sportlichen Leitung beauftragt. Im Jahr 2019 arbeitet ein Team hochqualifizierte SportwissenschafterInnen bestehend aus Carson Patterson MA, Christoph Ebenbichler MSc, Roland Luchner MSc, Antonio Rio del Pérez MSc und Lukas Höllrigl MSc im täglichen Trainingsprozess. Mit Mag. Mirjam Wolf und Mag. Simone Tscherntschitz (Bundesnetzwerk Sportpsychologie), den Sportwissenschafterinnen Bettina Wildauer BSc (Leistungsdiagnostik), Carolin Hildebrandt PhD (Projektmitarbeiterin Verletzungsprophylaxe) und Ass. Prof. Mag. Lisa Steidl-Müller, BSc PhD (Talentforschung), sowie Martina Baldauf BSc MSc (Ernährungswissenschaft), Barbara Saurwein (Administration), Pia Demler BA (Projektmitarbeiterin) und Dr. Hans-Peter Platzer unterstützten acht weitere Personen das Olympiazentrum. Hinzu kommen noch Philipp Gebhart, Veronika Morawek und Lorenz Stöckl im Therapie- und Regenerationsmanagement. 2020 kommt es zu einigen personellen Veränderungen und Adaptationen in der Betreuungsstruktur. Ganz nach dem Motto „every change is a chance“, wird die Arbeit auf höchstem Niveau fortgesetzt und stetig verbessert.

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HIGHLIGHTS

RETURN2WIN UPGRADE 2019. Kooperation mit ÖSV-Trainern bereits erste konkrete Vorschläge aus, wie eine Rückführung zum Wettkampfsport vonstattengehen kann und soll. Erste Details und Prozesse werden aktuell umgesetzt und erprobt. Verletzte Athletinnen und Athleten, welche das R2W-Programm des Olympiazentrums und des Skiverbandes durchlaufen haben, waren sehr dankbar für diese Unterstützung und brachten sich konstruktiv in die Weiterentwicklung und verbesserte Abstimmung ein. So ist gegeben, dass in Zukunft ab Minute 1 nach einer Verletzung noch mehr Sicherheit und Struktur garantiert werden kann und der beschwerliche Rehabilitationsprozess ein wenig erleichtert wird. Verletzungen werden sich nie zur Gänze aus dem Profisport verbannen lassen und deshalb arbeiten wir mit Nachdruck daran, zumindest dieses Puzzleteil passgenau zu legen. Von Seiten des Olympiazentrums Tirol werden wir uns deshalb weiterhin aktiv an diesem Prozess beteiligen und unsere Vision RETRUN 2 WIN vorantreiben.

DIE VOM OLYMPIAZENTRUM TIROL INS LEBEN GERUFENE REHA-STRUKTUR GEHT IN DIE ZWEITE RUNDE. Erstmalig kam in der Wintersaison 18/19 das im Olympiazentrum Tirol entwickelte und von der UNIQA Versicherung unterstützte Konzept „RETURN 2 WIN Rehabilitationsmanagement nach Verletzungen im Sport“ zum Einsatz. Natürlich liegt bei uns im Zentrum Priorität in der vielseitigen konditionellen Vorbereitung unserer Athletinnen und Athleten auf der generellen Verletzungsprävention. Dennoch kann man im Skisport solche Vorfälle nicht zur Gänze ausschließen und so mussten bereits in der vergangenen Saison 18/19 die Reha-Manager Peter Petscharnig und Jan Greisinger 12 ÖSV-Sportlerinnen und Sportler durch die Intensivtherapie und den anschließenden Trainingsprozess begleiten. Noch bis kurz vor der letztjährigen Rennphase bedeutete eine Verletzung oft den Verlust des gewöhnten Kontakts zur Trainingsgruppe und so arbeiteten angeschlagene Athletinnen und Athleten selbständig und ohne genaue Kontrolle und Unterstützung am eigenen Comeback. Fällt eine Verletzung noch dazu in den laufenden Wettkampfzeitraum, ist es den Trainern und Therapeuten des Skiverbandes nur schwer möglich, hier operativ tätig zu werden, da natürlich der geregelte Betrieb aufrechterhalten werden muss. Mitunter fehlen den Trainern dann wichtige Informationen bezüglich Reha- und Trainingsverlauf und es ist auch in den meisten Fällen ungewiss, wann und in welcher konditionellen Verfassung Athletinnen und Athleten wieder in die Verbandsstrukturen eingegliedert werden können. Die im Winter implementierte Lösung für dieses Problem war nun mit einem detailliert geplanten, vom Skiverband organisierten und begleiteten Comeback-Prozess gefunden und eingesetzt. Bei der RETURN 2 WIN - Jahressitzung im Oktober 2019, konnte dann die Kern-Arbeitsgruppe – bestehend aus Jan Greisinger (Sportmed Tirol), Peter Petscharnig, Patrick Riml (beide ÖSV) und Christoph Ebenbichler (Olympiazentrum Tirol) – einen ersten Rückblick liefern und den Status Quo in größerem Rahmen diskutieren. Natürlich stellte diese erste Konzeptstruktur bereits eine Verbesserung der generellen Reha-Abwicklung der vergangenen Jahre dar, dennoch kam man zum Schluss, dass es weiterer Schritte und Optimierungen bedarf, um das R2W-Konzept auszubauen. Vor allem dem passgenauen Belastungsmanagment - nicht nur in Therapie und Training, sondern speziell bei der Rückkehr auf Schnee - soll in Zukunft mehr Beachtung geschenkt werden. Zu diesem Zweck arbeitete das Kernteam in

ein Projekt von

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HIGHLIGHTS

SPORTERNÄHRUNG TIROL 2020. @SPORTERNÄHRUNGTIROL GEHT NEUE WEGE. NICHT NUR AUF INSTAGRAM SONDERN AUCH IM ECHTEN LEBEN.

„Als ehemalige Leistungssportlerin freut es mich sehr, nun meine Erfahrung und mein Wissen an Athletinnen und Athleten weiterzugeben, sie auf ihrem sportlichen Weg zu begleiten und sie dabei zu unterstützen, Bestleistungen abrufen zu können.“

Der Sporternährung Tirol wurde im November 2019 ein neues Gesicht verpasst. Nachdem Martina Baldauf neue Wege einschlug, übernahm Lisa Totschnig die Abteilung Sporternährung.

Die Eigenexpertise ermöglicht ihr, das erforderliche Verständnis für die Athletinnen und Athleten aufbringen zu können, um sie dadurch bestmöglich zu beraten, zu betreuen und zu unterstützen.

Lisa, 23 Jahre, studiert Ernährungswissenschaften und auch Sportwissenschaft in Wien.

Sporternährung in Zukunft als wissenschaftliche Informationsplattform.

So wird seither die Sporternährung Tirol nicht nur mehr aus der ernährungswissenschaftlichen Sicht betrachtet, sondern erhält erstmals auch einen sportwissenschaftlichen Hintergrund. Es wird im Olympiazentrum Tirol, wie auch in anderen Bereichen, in der Ernährung interdisziplinär gearbeitet und Wert auf eine interne sowie externe Zusammenarbeit gelegt.

Sporternährung Tirol erscheint in einem neuen Konzept in den sozialen Medien. So liegt der Fokus auf der Vermittlung von wissenschaftlich fundiertem Wissen. Es stellt nicht nur für die Athletinnen und Athleten eine Informationsplattform dar, sondern genauso für all jene, welche sich für die Sporternährung interessieren.

die letzten Postings im „alten“ Design. get ready for 2.0

Berufserfahrung konnte Lisa bereits in verschiedenen sportwissenschaftlichen Tätigkeitsfeldern sammeln, wie in der Leistungsdiagnostik, Forschung und auch im Bereich der Sporternährung bzw. Nahrungsergänzungsmittelindustrie.

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Auch im Olympiazentrum Tirol konnte sie bereits in anderen Tätigkeitsfeldern angetroffen werden und neben ihrem Ausbildungsweg und der Berufserfahrung aus diversen Praktika, zeichnet sie eines besonders aus: Lisa ist ehemalige Leistungssportlerin im Triathlon.

MaRtina

Dadurch sind ihr beide Seiten bekannt, jene der Betreuung, sowie jene der Athletinnen und Athleten. 17

LISA


ATHLETINNEN & ATHLETEN

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ATHLETINNEN & ATHLETEN

85 #wesupportvisions

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Projekt in Kooperation mit sport.tirol.at

UNGEWOHNTES TERRAIN. dauerbereich gewidmeten Trainingsblocks im Rahmen des Sommertraininings im Olympiazentrum, das einige ÖSV-Athleten in der wettkampffreien Zeit betreut. Die Idee, die obligatorischen Konditionseinheiten mit einem Rennen zu verknüpfen und so einen zusätzlichen Anreiz für die Sportler zu schaffen, kam vom Trainerteam des Olympiazentrums, wobei die Sportwissenschafter Lukas Höllrigl und Chris Ebenbichler die treibenden Kräfte dahinter waren. „Es ging nicht darum, in irgendeiner Form Ergebnisse abzuliefern, sondern darum, gemeinsam etwas zu erleben und dezidiert auf etwas hinzuarbeiten“, erläutert Ebenbichler die Hintergründe. „Das Rennen sollte ein zusätzlicher Ansporn sein, damit die Athleten das Gefühl haben, es lohnt sich, das Trainingsprogramm gewissenhaft zu absolvieren.“ Angeboten hätte sich die Dolomitenrundfahrt dabei vor allem aufgrund ihres Streckenprofils: Die Route sei nämlich nicht allzu schwer, deren Distanz gerade richtig und die Anstiege auch für keine ausgewiesenen Ausdauersportler noch bewältigbar. „Wir hatten den Eindruck, dass das eigentlich ganz gut passen könnte“, erklärt Höllrigl.

WARUM STEPHANIE VENIER UND SECHS ANDERE ÖSV-SPORTLER BEI DER DOLOMITENRUNDFAHRT AN DEN START GINGEN. Text: Simon Leitner, Bild: Olympiazentrum Tirol Die Anfang Juni ausgetragene Dolomitenrundfahrt lockte erneut hunderte Teilnehmer nach Osttirol. Neben Amateur- und Hobbysportlern unterschiedlicher Alters- und Niveaustufen ging bei der diesjährigen Ausgabe des etablierten Radmarathons auch ein ganz spezielles Team in Lienz an den Start – nämlich eine kleine ÖSV-Abordnung rund um Abfahrtsvizeweltmeisterin Stephanie Venier, die gemeinsam mit sechs ihrer Kollegen und unter Anleitung des Innsbrucker Olympiazentrums die 116 Kilometer und über 1.800 Höhenmeter der Rundfahrt in Angriff genommen hat. Das Event bildete den Abschluss eines dem Aus20


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„Also haben wir es unseren Athleten einfach mal vorgeschlagen.“ Und das Vorhaben fand durchaus Anklang, immerhin haben sich letztlich sieben Sportler des ÖSV freiwillig dazu gemeldet – unter anderem auch Stephanie Venier, die, abgesehen von diversen Trainingseinheiten und einer Teilnahme als Jugendliche beim Dreiländergiro, bis dahin keine größeren Erfahrungen auf dem Straßenrad vorzuweisen hatte. „Ich habe mir gedacht, wieso eigentlich nicht“, erläutert Venier ihren Entschluss. „Radfahren gehört sowieso zur Vorbereitung dazu, und so ein Wettkampfformat war mal was anderes. Also habe ich zugesagt.“

deutliche Unterschiede zwischen Skifahrern und erklärten Ausdauersportlern wie etwa Radfahrern, vor allem im Hinblick auf Erfahrung und Leistungsfähigkeit. Nicht zuletzt aus diesem Grund ist die Teilnahme an einem Rennen wie der Dolomitenrundfahrt kein Spaziergang für die sieben ÖSV-Athleten – auch wenn sie als Profis natürlich gut in Form sind und Fahrräder insbesondere während der schneefreien Zeit zu ihren wichtigsten Trainingsgeräten zählen.

Bei einer der vielen gemeinsamen Ausfahrten.

In der Folge wurde ihr, ebenso wie ihren sechs Teamkollegen, ein individueller Trainingsplan vom Olympiazentrum ausgehändigt. Darüber hinaus standen jedoch auch eine Leistungsdiagnostik in Form eines Laktatstufentests sowie mehrere gemeinsame Ausfahrten mit dem Rad auf dem Programm. Durch diese Maßnahmen sollte gewährleistet werden, dass die Athleten für die bevorstehende Herausforderung bereit und bestmöglich darauf eingestellt sind. Stephanie Venier und Lukas Höllrigl beim Laktatstufentest.

DIE BESTANDSAUFNAHME

„Grundsätzlich geht es darum, den Ist-Zustand der Fähigkeit Ausdauer festzustellen“, erklärt Höllrigl den Zweck der Laktatstufentests, für die in der Regel Fahrradergometer zum Einsatz kommen. „Das hilft uns dabei, Intensitätsbereiche zu definieren und das weitere Training der Athleten entsprechend zu steuern.“ Diese müssen nämlich wissen, mit welcher Geschwindigkeit und welcher Herzfrequenz sie die Trainingseinheiten im Sommer absolvieren sollen, damit sie mit möglichst geringem Aufwand einen möglichst großen Effekt erzielen, bis im Herbst das Schneetraining wieder beginnt. Dafür wird am Ergometer die Belastung kontinuierlich erhöht, während gleichzeitig Kapillarblutproben vom Sportler entnommen und dessen Pulswerte gemessen werden. Diese Messungen geben nicht nur Aufschluss über die einzelnen Intensitätsbereiche, sondern auch über mögliche Fort- oder etwaige Rückschritte. Die Prozedur selbst dauert so lange, bis der jeweilige Athlet am Ende seiner Kräfte angelangt ist, das heißt, einfach nicht mehr kann. Im

Der Laktatstufentest mit Venier wurde im Olympiazentrum in Innsbruck durchgeführt. Zuständig dafür war Höllrigl, der sich zwar primär um Ausdauersportler kümmert, fallweise jedoch genauso Athleten aus anderen Bereichen berät. „Wenn es um den Faktor Ausdauer geht, werde ich immer mal wieder für Diagnostiken oder Ratschläge hinsichtlich der Trainingsplanung herangezogen“, berichtet der Experte. „Und gerade der Skisport ist eine hochkomplexe Angelegenheit, bei der viele konditionelle Faktoren zusammenspielen.“ „Der Skisport ist eine hochkomplexe Angelegenheit, bei der viele konditionelle Faktoren zusammenspielen.“ Lukas Höllrigl, Sportwissenschafter Doch obwohl Ausdauer im Skisport eine große Bedeutung zukomme, sei sie nicht die vorrangige Eigenschaft, meint Höllrigl. Folglich bestünden in dieser Hinsicht mitunter 21


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Fall von Venier dauerte es gut eine halbe Stunde, bis dieses Limit erreicht war. Insgesamt hat sie sechs Stufen geschafft und sich gut geschlagen, wie Höllrigl attestiert. Man müsse zwar noch die Auswertung abwarten, könne jedoch schon im Vorhinein sagen, dass die Werte ähnlich wie im Vorjahr, vielleicht sogar leicht verbessert seien. „Und das ist überaus erfreulich“, so Höllrigl.

am langsamsten Fahrer orientiert haben.“ DAS RENNEN In der letzten Woche vor dem Rennen wurde der Fokus hingegen auf aktive Erholung und Aktivierung gelegt, bevor das Team „Olympiazentrum Tirol“, als das die sieben ÖSV-Athleten schließlich antreten sollten, nach Lienz anreiste. Da Höllrigl und Ebenbichler selbst am Rennen teilnahmen, konnten sie während des Rennen nicht auf ihre Schützlinge achtgeben, doch auch so hielten alle ÖSVAsse den Renn- und die Ernährungspläne ein, sich selbst bei Abfahrten möglichst zurück und bis zum Ende durch. Dementsprechend zufrieden zeigten sich die Trainer nach dem Rennen, wobei sie sich am meisten über das Engagement ihrer Sportler freuten, die sich voll auf das Event eingelassen hätten. „Zu Beginn des Projekts meinten einige noch, sie würden das Rennen eher locker angehen“, berichtet Höllrigl. „Aber sobald sie die Startnummer übergestreift hatten, sind sie doch alle wieder an ihre Grenzen gegangen.“ Auch Venier war glücklich über ihre Leistung und der Ansicht, dass sie und ihre Kollegen durchaus stolz auf sich sein könnten. „Gerade die Anstiege waren echt hart, vor allem bei der Hitze“, erzählt die Tirolerin. „Aber ich habe mich an den Rennplan gehalten und gut mit meinen Kräften hausgehalten.“ Die umfassende Vorbereitung auf das Rennen sei ihrer Meinung nach auf jeden Fall nötig gewesen: „Ohne Anleitung hätten wir uns wohl alle extrem schwer getan. Wobei, leichter wird das Ganze ja nie, man wird nur selbst besser.“ Mit ihrer Zeit von knapp über vier Stunden konnte Venier im Übrigen gut leben. Alles in allem, so meinte sie, sei es für sie besser gelaufen

DER PROBEDURCHGANG Neben dem Laktatstufentest trafen sich die Sportler und die Betreuer des Olympiazentrums auch zu mehreren gemeinsamen Ausfahrten mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Dabei stand generell weniger die Trainingsintensität im Vordergrund als vielmehr die Gewöhnung an das Rad und das Kennenlernen der Besonderheiten eines Massenrennens mit hunderten Startern – das heißt, das Fahren im Feld bei hohem Tempo, das richtige Verhalten auf der Straße oder das Einhalten des Ernährungsplans während des Rennens. Diese Hürden stellten nämlich, mehr noch als die körperlichen Anforderungen, die größte Herausforderung für die „Rad-Neulinge“ des ÖSV dar.

Die Anfahrt ins Karwendel.

Nach einigen kleineren Ausflügen stand mit der Karwendelrunde die anstrengendste Probefahrt an. Die Route führte von Innsbruck über Telfs und Mittenwald bis zum Achensee und wieder retour nach Innsbruck. Venier zufolge fühlte sich diese Tour gänzlich anders an als jene, die sie zuvor unternommen hatten: „Die Karwendelausfahrt war um einiges länger, und das merkte man auch“, so die Tirolerin. „Aber es hat gut getan, dass wir mal so lange gefahren sind und viele Höhenmeter gemacht haben, denn so konnten wir uns an die Belastung gewöhnen.“ Und genau das, so Ebenbichler, sei auch das Ziel der Tour gewesen: „Jeder sollte mal an seine Grenzen gehen und möglichst lange Zeit im Sattel verbringen. Dass wir am Ende für die 160 Kilometer ungefähr sechs Stunden benötigt haben, ist gar nicht so schlecht, wenn man bedenkt, dass wir immer zusammengeblieben sind und uns

als erwartet. Im Grunde spielen die einzelnen Ergebnisse aber ohnehin keine allzu große Rolle, denn letztendlich sei es nicht das Ziel gewesen, die Athleten so zu konditionieren, dass sie möglichst gut beim Rennen abschneiden würden. Wichtig sei einzig und allein, dass sie möglichst lange von der Vorbereitung und der Erfahrung profitieren, so Ebenbichler. Ohne ein konkretes Ziel vor Augen wäre das vielleicht nicht ganz so einfach zu vermitteln gewesen. 22


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mehr Informationen zu dieser Story und der Kooperation unter sport.tirol.at

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COVERINTERVIEW

DER TRAUM VON OLYMPIA. chend Schlaf und ausgewogener Ernährung, versuche ich auch mein Training so effizient wie möglich zu gestalten, sprich weniger Wiederholungen, dafür diese mit maximaler Konzentration. Alexander: Aufgrund von Verletzungen, habe ich gelernt, dass ich mehr auf meinen Körper hören muss. So lege ich nun mehr Wert auf aktive Pausen und nehme auch häufiger Physiotherapie und Massagen in Anspruch.

DIE KUNSTTURN-WM IN STUTTGART STELLTE UNSERE ATHLETEN & -INNEN VOR EINE GEMEINSAME CHALLENGE. Um ihre Träume zu verwirklichen, haben unsere drei AthletInnen ihren Heimatort verlassen, um die Möglichkeiten vom Österreichischen Turnverband und auch vom Olympiazentrum in Innsbruck in Anspruch zu nehmen. Elisa Hämmerle wagte darüber hinaus dieses Jahr den noch größeren Schritt, sie entschied sich für eine internationale Trainingsgruppe in Hoofddorp/Niederlande.

Vinzenz: Mein größtes Geheimrezept ist, so gut wie möglich auf meinen Körper zu hören und ihm auch einmal eine kurze Pause zu gönnen. Ein weiteres gutes Rezept ist genug Schlaf. Ich bin der Meinung, nur mit ausreichend Schlaf kann man Höchstleistungen erbringen und sich vor allem gut genug für den nächsten Trainingstag regenerieren.

Hier stellen wir die Starter bei der „WORLD CHAMPIONSHIPS – ARTISTIC GYMNASTIC – Stuttgart 2019“ genauer vor:

DER INTERNATIONALE VERGLEICH

Elisa Hämmerle (23 Jahre), ist 19-fache Staatsmeisterin. Sie konnte bereits einige internationale Erfolge feiern, so war sie bereits sechs Mal bei der Europameisterschaft und fünf Mal bei der Weltmeisterschaft dabei. Weiters konnte sie bereits vier Medaillen bei Weltcups gewinnen. Bei den olympischen Jugendspielen 2010 belegte sie den 12. Platz. Auch sie legte ihren Fokus auf den Mehrkampf*.

Welche Platzierungen konntet ihr bisher bei Weltmeisterschaften in den vergangenen Jahren erreichen?

Alexander Benda (22 Jahre), auch Xandi genannt, hat seinen Fokus vor allem auf den Mehrkampf* gelegt. Er ist 7-facher Staatsmeister, weiters konnte er bereits einen 10. Platz im Weltcup erreichen.

Alexander hatte bei der Weltmeisterschaft 2017 in Montreal keinen guten Tag erwischt, so blieb er auf allen drei Geräten, auf denen er angetreten ist, deutlich unter seinem Leistungsniveau.

Vinzenz Höck (23 Jahre), bestreitet genauso den Mehrkampf*, ist jedoch vor allem auf den Ringen unterwegs. Als seinen größten Erfolg nannte er die Silbermedaille bei der Universiade 2019. Weiters konnte er bereits 2017 im Weltcup einen 2. Platz erreichen, auch 2019 ist ihm ein 3. Platz gelungen.

Vinzenz hingegen lief es bei dieser Weltmeisterschaft deutlich besser, so konnte er 2017 in Montreal den 17. Platz erreichen.

Elisa nahm bereits fünf Mal bei den Weltmeisterschaften teil, sie konnte sich in den vergangenen Jahren im Mehrkampf stets im vorderen Drittel bzw. im guten Mittelfeld positionieren.

Was sind eure Erwartungen an die bevorstehende Weltmeisterschaft?

*Qualifikationskriterien sind von den Leistungen unserer Turner und Turnerinnen abhängig und von den Leistungen aller anderen Turner und Turnerinnen, so spielt es auch eine Rolle, welche bereits qualifizierten TurnerInnen die vorderen Plätze belegen.

Elisa: Zum Einen ist es mein Ziel, einen fehlerfreien Wettkampf zu turnen, zum Anderen habe ich die letzten Monate sehr hart an der Ausführung und Präzision meiner Übungen gearbeitet. So hoffe ich, dass sich das bezahlbar macht und sich in den Bewertungsnoten widerspiegeln wird.

GEHEIMREZEPT VERLETZUNGSFREI Was ist euer Geheimrezept, um verletzungsfrei zu bleiben?

Alexander: Ich erwarte mir eine super Stimmung in der Halle. Freue mich schon darauf, dass ein großer Teil meiner Familie zuschauen kommt. Aber vor allem passt mein Trainingsaufbau sehr gut und ich erwarte mir von mir selbst trotz der Olympiaqualifikation im Hinterkopf eine Top-

Elisa: Ein zentraler Punkt, um verletzungsfrei zu bleiben, ist meiner Meinung nach, auf die Signale des eigenen Körpers zu hören und diesen auch treu zu bleiben. Neben ausrei24


COVERINTERVIEW

Elisa Hämmerle löste bei der WM in Stuttgart ihr Ticket für Tokio 2020.

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COVERINTERVIEW

Körpers ignoriert und dessen Grenzen zu oft überschritten habe. (Elisa hatte sich vor der Olympiaqualifikation für Rio 2016 die Achillessehne gerissen.) Außerdem empfinde ich es weniger als Druck, sondern eher als positiven Ansporn, die Favoritenrolle zugeschrieben zu bekommen. Der größte Druck sowie die meisten Erwartungen kommen, glaube ich zumindest, meist von einem selbst.

Leistung zu erbringen und meinen Mehrkampf so fehlerfrei wie möglich zu turnen. Vinzenz: Dieses Jahr werden die Olympiatickets bei der WM vergeben, aus diesem Grund liegt der Fokus dieses Jahr vor allem auf dem Ergebnis vom Mehrkampf, wo ich die Top 50 erreichen möchte. An den Ringen hoffe ich, dass ich mein bisher bestes Ergebnis toppen kann und unter die Top 15 der Welt turnen kann.

BITTE SCHWINDELFREI Alexander und Vinzenz frischten die Sportpressemeldungen mit spektakulären Bildern vom Fotoshooting für die Werbekampagne für die Staatsmeisterschaft in Graz auf.

DER TRAUM VON OLYMPIA Alexander, wie sehr träumt man von Olympia?

Wie fühlte es sich in solch einer Höhe auf den Ringen an?

Seit ich dieses Jahr realisiert habe, dass es nun auch bei mir an der Zeit ist, dass es um Olympia geht, geistert es ständig durch meinen Kopf, motiviert mich immens in meinem Training und es gibt für mich derzeit in meinem Leben kein größeres Ziel als die 5 Ringe!!!!

Alexander: Es war eines der coolsten Erlebnisse, die ich je hatte!! Grundsätzlich muss man einmal sagen, dass Ringe ein Gerät sind, auf dem man zwar natürlich auch Fehler macht aber nie runter fällt. Und als wir in weniger Höhe unterwegs waren, hatten wir Matten darunter und keine schweren Übungen gemacht. Als wir dann aber auf über 30m waren haben wir uns mit Seilen die Handgelenke an den Ringen, fest gebunden! Angsteinflößend war es trotzdem, aber gleichzeitig einfach nur geil!!!

Vinzenz, wie schätzt du deine Chancen für die Olympiaqualifikation ein? Wenn ich beim Mehrkampf alle 6 Übungen ohne einen Fehler zeigen kann, habe ich sehr gute Chancen denke ich, dementsprechend versuche ich so selbstbewusst wie möglich in den Wettkampf zu gehen.

Vinzenz: Das Fotoshooting neben dem Grazer Wahrzeichen war auf alle Fälle etwas Spektakuläres und Außergewöhnliches, vor allem da wir die ersten waren, die ein Ringe Gerüst mithilfe eines Krans in solche schwindelerregenden Höhen befördert haben.

Wie bereitet sich ein Turner für die Olympischen Spiele in Tokio 2020 vor?

EINFACH MAL DANKE SAGEN

Alexander: Ich habe versucht, hartes Training und gute Erholung zu vereinbaren, um verletzungsfrei zu bleiben, aber auch nicht unter meinen Möglichkeiten zu bleiben. Und in Stuttgart wird sich zeigen, ob dies funktioniert hat. Weiters ermöglicht mir das Olympiazentrum die Unterstützung durch eine Sportpsychologin, wovon ich meiner Meinung nach sehr profitiere.

Elisa: Besonders möchte ich meinen Eltern danken, die mir immer zur Seite gestanden sind, mich einerseits meine eigenen Entscheidungen treffen lassen und diese auch unterstützt haben. Des Weiteren möchte ich meinem alten Trainer, Laurens Van der Hout, mit dem ich von 2012-2016 trainiert habe, danken. In dieser Zeit hat sich das Turnen erst richtig zu meiner Leidenschaft entwickelt. Eine weitere prägende Person in meiner Turnlaufbahn ist Christoph Ebenbichler, der mir geholfen hat, den schwierigsten Punkt meiner Karriere zu überwinden und den Anschluss an die internationale Turnbühne wiederzufinden. Ein großes Dankeschön gilt auch meinen zwei Trainern hier in Holland, Patrick Kiens und Daymon Jones, die meinem Turnen einen neuen Charakter verpasst haben und durch die ich nun top vorbereitet an die WM gehen kann. i Alexander: Am meisten Dank gilt meinen Eltern, die mir, vor allem in jungen Jahren, immer die richtige Mischung aus Motivation aber kein Druckgefühl gaben. Natürlich gilt auch viel Dank meinem Juniorentrainer Benno Poduschka

Vinzenz: Das kann ich hoffentlich nächstes Jahr beantworten! Elisa, welcher Druck lastet auf dir vor der Olympiaqualifikation, vor allem weil du zu den österreichischen Favoritinnen zählst? Heute versuche ich mich von diesem „Olympia-Hype“ nicht mehr so sehr unter Druck setzen zu lassen und mich mental mehr davon abzuschirmen. Damals meinte ich, nur durch die Olympiateilnahme ist meine Turnkarriere von Bedeutung. Das Leitenlassen durch diese Emotionen hat wahrscheinlich dazu geführt, dass ich die Signale meines 26


COVERINTERVIEW

und meinem jetzigen Trainer Petr Koudela, genauso auch meinem Trainer beim Olympiazentrum Carson Patterson, aber nicht zu vergessen meinen Trainingskollegen ohne die das Trainingsklima nicht so wäre wie es ist!! Dennoch ist für einen Sportler immer sein familiärer und freundschaftlicher Rückhalt eine der wichtigsten Sachen.

hat. Meinen aktuellen Trainern Petr Koudela und Carson Patterson danke ich auch, die mich zurzeit täglich begleiten und unterstützen. Auch wenn Turnen eine Einzelsportart ist, ist eine motivierte und zielstrebige Trainingsgruppe unabkömmlich, aus diesem Grund möchte ich mich hier bei meinem Wegbegleiter und Teamkollegen Alexander Benda bedanken für die etlichen Stunden, die wir in der Turnhalle miteinander verbracht haben. Die Liste könnte noch ewig weiter gehen, ich möchte mich hier an dieser Stelle jedoch bei meinem Verein (ATG), Verband (ÖFT) und dem OZ Tirol für die unglaublichen Trainingsmöglichkeiten, Therapiemöglichkeiten und Unterstützungen bedanken, die ich von allen erhalten habe.

Vinzenz: Ich kann mich glücklich schätzen, dass ich sehr viele Leute hinter mir habe, auf die ich zählen kann. Ganz besonderes muss ich vor allem meiner Familie, meinen Eltern und meiner Freundin danken, die mich vor allem in schwierigen Zeiten zum Durchhalten und Weitermachen motivieren. Weiters danke ich meinem ersten Trainer Benno Poduschka, der mir die Liebe zum Turnsport mitgegeben

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SICHERHEIT DURCH STABILITÄT. sportmotorischen Leistungsdiagnostik der Athletinnen und Athleten) zu schade, diese sinnfrei totzuschlagen. Einige Studien in sämtlichen Teilbereichen mussten deshalb daran glauben, weiters suchte ich die Gespräche zu MitarbeiterInnen und verfolgte die ein oder andere Trainingseinheit im Kraftraum. Schnell begann ich zu begreifen, dass es mehr zu holen gibt, wenn du dich von deinem Praktikantsein löst und dir durch Wissbegierde und Engagement einen Weg in die tägliche Arbeit der WissenschafterInnen und TrainerInnen bahnst. Schon früh hegten Trainer Interesse an einer möglichen Zusammenarbeit. Dank vollem Vertrauen erhielt ich infolgedessen die Möglichkeit, im konditionellen Bereich Trainingseinheiten zu übernehmen. Für mich war diese Bereitschaft zur Zusammenarbeit alles andere als selbstverständlich, wodurch mein Hauptaugenmerk ab sofort diesen Einheiten gewidmet war. Neben Unterstützung in der Leistungsdiagnostik in verschiedensten Sportarten war ich demnach ab sofort auch im aktiven Training involviert. Diese Zeit zeigte mir, dass Vertrauen auf einer engen Beziehungsbasis beruht und eine Menge Potenzial enthält. Durch diese praktischen Erfahrungen entdeckte ich für mich außerdem eine neue Thematik, in die ich ab diesem Zeitpunkt viel Zeit investierte. Zu meinem Glück durfte ich auch in diesem Gebiet wöchentlich mit AthletInnen arbeiten. Eine unermessliche Erfahrung war das Erarbeiten und Halten einer teaminternen Fortbildung, welche mich durch rege Diskussionen um eine sehr wertvolle Erfahrung bereicherte. Meine Bereitschaft bot ihnen die Möglichkeit, Aufgaben abzugeben und neuen Input zu erhalten. Ihr Vertrauen gab mir die Möglichkeit, mich zu entfalten und Erfahrung zu sammeln.

GEDANKEN UNSERES PRAKTIKANTEN HANNES SCHUCHARDT ZUM THEMA „NEURO-TRAINING“ IM LEISTUNGSSPORT. Es ist einfach zu behaupten, dass ein Unternehmen in Form und Struktur gut funktioniert. Dies zu behaupten, kostet eine beträchtliche Portion Mut. Denn nicht Quantität und Umsatzzahlen sind die entscheidenden Faktoren, die zu einem erfolgreichen Gebilde verhelfen. Es gibt ein weit wichtigeres, dem Strukturerhalt dienendes Kriterium: Die qualitative, sozial-umgängliche Komponente. Auch diese Eigenschaft ist schnell beteuert, doch was dahinter steckt ist ein hochkomplexes Zusammenspiel im System von Normen und Werten. Ein Kollektiv wirkt nur dort, wo Anteilnahme, Kommunikation, Kooperation, Respekt und Vertrauen herrschen. Du hast mit Sicherheit schon einmal in einer Gruppe oder in einem Team mit anderen Menschen zusammengearbeitet oder warst mit ihnen im Sport aktiv. Frage: Würdest du eher mit Leuten zusammenarbeiten, die nicht deiner Vorstellung entsprechen oder doch lieber mit Menschen, mit denen du dich gut verstehst? Wie heißt es so schön: Ein Team ist nur so gut wie sein schwächstes Glied. Es steckt jedoch mehr dahinter. Durch die Akzeptanz und Integration aller Mitglieder werden Schwachstellen überwunden und zusätzlich die Fähigkeiten aller Individuen vollkommen ausgeschöpft. Erst mit Erreichen ebendieser Dynamik im gesamten System, entstehen Motivation sowie Zusammenhalt, welche einen großen Einfluss auf die Funktion des Zusammenschlusses haben. Ich heiße Hannes Schuchardt, studiere Sport und Leistung in Köln und war Praktikant im Olympiazentrum Innsbruck/Tirol von März bis Juli 2019. Als ich am ersten Tag im Olympiazentrum ankam, sprühte ich vor Erwartungen, war voller Neugier und hatte große Ehrfurcht gegenüber den aktiven Athletinnen und Athleten. Vorab: meine Neugierde stieg mit der Zeit kontinuierlich an und was die akkreditierten Sportlerinnen und Sportler angeht, flachte die Ehrfurcht zwar ab, der Respekt gegenüber den berufstätigen SportlerInnen schoss jedoch in die Höhe.

Dank der optimal verflochtenen Beziehungen im Team des Olympiazentrums herrscht untereinander ein diskursiv-respektvoller Austausch aktueller, brisanter und umstrittener Themen. Ich für meinen Teil wage zu behaupten, dass diese Einrichtung - abgesehen von den vielen sportlichen Erfolgen - durch ihr persönliches Verbundsystem eine äußerst erfolgreiche ist. Blogbeitrag von Hannes Schuchardt

Doch was erwartete mich dort wirklich? Um ehrlich zu sein, allzu hohe Erwartungen konnte ich als einfacher Praktikant eigentlich nicht stellen. Anfänglich galt es tatsächlich, sich in den Alltag einer unterstützenden Kraft einzuleben. In den ersten Tagen war es herauszufinden, wie du dir selbst am besten verhilfst. Für meinen Teil war mir von Beginn an die leere Zeit (vor den „Test“-Phasen der 28


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MEIST MIT CAP, ABER IMMER MIT CHARAKTER.

lichen Austausch mit den MitarbeiterInnen, welche allesamt ExpertInnen in ihren Bereichen sind. Dadurch bekommt man ständig neue Informationen, die man in die Arbeit mit seinen Athletinnen und Athleten einfließen lassen kann. Zu guter Letzt ist die Sportartenvielfalt zu erwähnen, welche die Arbeit im Olympiazentrum sehr spannend macht. Hiervon profitieren nicht nur wir Trainer, sondern auch die Athletinnen und Athleten bei uns im Haus. Der ständige Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Sportarten ermöglicht einen sehr wertvollen, sportartübergreifenden Erfahrungsaustausch und stellt einen der größten Benefits des Systems Olympiazentrum dar.

ROLAND LUCHNER IST SPORTWISSENSCHAFTER UND SEIT 2011 FESTER BESTANDTEIL DES TRAINERTEAMS. Vor seiner Tätigkeit am Olympiazentrum war er unter anderem beim HC Innsbruck (Eishockey) sowie der WSG Wattens (Fußball ehemalige 3. Liga) als Konditionstrainer tätig. Zudem hatte er die sportwissenschaftliche Betreuung des Sport BORG und der Sport HAS in Innsbruck inne. Heute zählen neben Golferinnen und Golfern, Sportschützinnen und Sportschützen vor allem Alpine Skirennläuferinnen und Skirennläufer zu seinem Athletenpool.

Alpiner Skirennlauf gilt als Hochrisikosportart. Was sind diesbezüglich deine Erfahrungen?

WORDRAP

Natürlich ist allen Beteiligten klar, dass es sich beim Alpinen Skirennlauf um eine Hochrisikosportart handelt, bei der es immer wieder zu schweren Verletzungen kommt. Dennoch versucht man das Risiko so gut es geht zu minimieren. Ein großer Teil dieser präventiven Arbeit besteht darin, die Athletinnen und Athleten im konditionellen Bereich so gut es geht auf die Belastungen auf den Skiern vorzubereiten. Hierbei befindet man sich stets auf einem sehr schmalen Grat zwischen dem Aufbau einer entsprechenden Belastungsverträglichkeit und einer möglichen Überbelastung. Hier ist der ständige Austausch zwischen dem Athleten/ der Athletin und dem Trainer der wesentliche Schlüssel zum Erfolg. Durch unsere enge Kooperation mit unserem Physiotherapeuten im Haus, Philipp Gebhart, der Sporttherapie Huber und Mair, sowie dem Ärzteteam der

Was schätzt du am meisten am Olympiazentrum? Zum einen interessiert mich die Arbeit mit Athletinnen und Athleten aus dem Leistungssport, welche in dieser Form außerhalb des Olympiazentrums in Tirol schwierig möglich ist, da ein Großteil der in Tirol lebenden Nachwuchs- und SpitzensportlerInnen durch das Olympiazentrum versorgt sind. Es ist wahnsinnig spannend und herausfordernd, mit ihnen gemeinsame Visionen auszuarbeiten, einen Plan für das Erreichen ihrer Ziele zu erstellen und mit konsequenter und harter Arbeit den gesteckten Zielen Schritt für Schritt näher zu kommen. Zum anderen schätze ich die Arbeit im Team und den täg30


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Sport- und Gelenkchirurgie „Gelenkpunkt“ ist über die letzten Jahre ein sehr großes Know-How entstanden. Da es trotz aller akribischer Arbeit immer wieder zu Verletzungen kommt, ist während der letzten Jahre ein Leitfaden zur Rehabilitation von Kreuzbandverletzungen entstanden, anhand dem wir versuchen, unsere verletzten Athletinnen und Athleten bestmöglich zu therapieren und anschließend wieder in das Wettkampftraining zu integrieren. Dieses Reha-Konzept steht nicht nur den in Innsbruck akkreditierten Athletinnen und Athleten zur Verfügung, sondern wird zukünftig im Zuge des „RETURN2WIN“ Konzepts, welches in Zusammenarbeit mit der Sport- und Gelenkchirurgie „Gelenkpunkt“, der Sporttherapie Huber und Mair und dem österreichischen Skiverband ins Leben gerufen wurde, sämtlichen ÖSV Athletinnen und Athleten zugängig gemacht.

ermöglichen. Du hattest selbst schon schwere Knieverletzungen und bist neben dem Eishockeyspielen sehr aktiv auf Skiern unterwegs. Hast du das hohe Verletzungsrisiko dieser Sportarten im Hinterkopf? Ich habe mir zweimal beim Skifahren und einmal beim Fußballspielen das vordere Kreuzband gerissen. Durch diese Verletzungen weiß ich auch in gewisser Weise, was in der Phase nach einer Verletzung auf die Athletinnen und Athleten zukommt. Mich persönlich beeinflusst das aber nicht wirklich in meinem Handeln im Sport. Beim Skifahren komme ich aber schon hin und wieder in Situationen, in denen ich mir im Nachhinein denke: „Puh, das war knapp“. Aber sobald wiederholt der Gedanke aufkommt, dass das, was ich hier mache, gefährlich ist und ich mich unter Umständen dabei verletzen könnte, muss ich damit aufhören. Denn dann fehlt mir die letzte Konsequenz in meinem Handeln und das Verletzungsrisiko würde dadurch extrem ansteigen.

Durch verschiedene Kooperationen ist hier sehr fundiertes Know-How zu Knieverletzungen entstanden. Dies betrifft in erster Linie den alpinen Skirennlauf. Besteht die Absicht, in Zukunft auch Rehabilitationsprojekte in anderen Sportarten zu starten? Ja es gibt Überlegungen, dieses Angebot auch in anderen Bereichen anzubieten. Es gibt Verbände, die an uns herangetreten sind und angefragt haben, ob es möglich ist, ihre AthletInnen während ihrer Reha-Zeit im Olympiazentrum betreuen zu lassen, da verbandsintern oft nicht die nötigen Kapazitäten zur Verfügung stehen, um einerseits den täglichen Wettkampf- und Trainingsbetrieb zu betreuen und zeitgleich einer Athletin oder einem Athleten eine entsprechende Betreuung im Zuge der Rehabilitation zu

Ist es für dich leicht, das Berufliche vom Privaten zu trennen oder beschäftigen dich solche schwierigen Situationen, in denen sich die SportlerInnen nach einer Verletzung befinden, auch in deiner Freizeit? Generell ist es in unserem Job schwierig abzugrenzen, was ist Beruf und was ist privat. Als Trainer stehe ich meinen Athletinnen und Athleten im Grunde 24/7 zur Verfügung. Das ist jetzt natürlich überspitzt formuliert, aber mit deinen

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„DA SCHAU HER“

Gedanken und Überlegungen bist du im Grunde von morgens bis abends bei deinen Jungs und Mädels und überlegst, wie du sie weiterbringen kannst. Wenn du dann von Verletzungen deiner Athletinnen und Athleten erfährst, dann berührt dich das natürlich auch emotional, da du zu ihnen über die Jahre der gemeinsamen Arbeit natürlich ein sehr enges Verhältnis aufbaust (viele von ihnen sehe ich vermutlich öfter als meine Frau ;-)), dennoch ist es wichtig, ihnen gerade in diesen Situationen das Gefühl zu geben, dass eine Verletzung nicht das Ende der Welt bedeutet. Ich versuche dann sehr schnell auf die sachliche Ebene zurück zu kommen und plane die ersten Schritte des Reha-Prozesses mit ihnen. Auf diesem Weg möchte ich ihnen das Gefühl vermitteln, dass wir auf solche Situationen vorbereitet sind und sie sich zu 100% darauf verlassen können, dass wir gemeinsam den Weg zurück finden werden. Ein oft verwendeter Spruch von mir lautet: „Die aktuelle Situation ändert nichts an dem, wo wir in ein paar Jahren sein wollen“. Soll heißen: nur weil du dich jetzt verletzt hast, heißt das nicht, dass du nicht 2022 in Beijing eine olympische Medaille holen kannst. Da ich mit sehr vielen jungen Athletinnen und Athleten arbeite, ist es wichtig, dass sie aufgrund einer Verletzung nicht den Blick auf ihre langfristigen Ziele verlieren.

Grundsätzlich habe ich meine Grundidee, wie ein Training aussehen sollte. Hier verfolge ich die Philosophie: Keep it simple! Mache zunächst deine Hausaufgaben und festige deine Basics. „Keep it simple“ darf aber nicht mit „nicht fortschrittlich“ verwechselt werden. Die Anwendung moderner Trainings- und Messgeräte ermöglicht es uns, Dinge, die wir häufig glauben, mit dem freien Auge qualitativ beurteilen zu können, quantitativ zu erfassen. Das ermöglicht uns, effektiv zu arbeiten. Effektivität darf dabei nicht mit Effizienz verwechselt werden. Effizienz bedeutet, sich beispielsweise eine Technik anzueignen, um eine Leiter schnellstmöglich hochklettern zu können, um einen Apfel vom Baum zu pflücken. Effektivität bedeutet, die Leiter an den Apfelbaum zu lehnen und nicht an den Kastanienbaum. In welchem Stadium der Reha befinden sich Stephanie, Bernadette und Dominik? Was sind die nächsten Schritte?

Stephanie Brunner erlitt nach ihrem sehr erfolgreichen Comeback im Herbst des vergangenen Jahres im Jänner leider neuerlich einen Riss des linken vorderen Kreuzbandes. Stephanie hat durch die vorhergegangene KnieverletWas ist deine Meinung zum hohen Verletzungsrisiko im zung sehr viel gelernt. Sie weiß nun, dass Dinge nicht von alpinen Skirennsport? Wo kann man ansetzen? heute auf morgen passieren können, sondern dass sie Zeit brauchen. Durch ihre sehr gelassene Art, an diesen Dieses Thema ist natürlich auch bei uns im Haus ein viel Reha-Prozess heranzugehen, hat sie bereits in den ersten diskutiertes. Vor allem wenn es Athletinnen und Athleten Wochen sehr große Fortschritte erzielt. Im Grunde sind betrifft, die von uns betreut werden. Meistens werden dann wir im Trainingsprozess kaum noch eingeschränkt. nochmals alle leistungsdiagnostischen und sportmedizini Bernadette Lorenz hat sich im Jänner das vordere schen Testergebnisse der letzten Jahre herausgeholt und Kreuzband auf der rechten Seite eingerissen. Nach einer man schaut nochmals genau, ob man vorab nicht doch 6-wöchigen Reha-Phase und einer anschließenden Leisirgendetwas übersehen hat. Zweifel an der eigenen Arbeit tungsdiagnostik wurde sie für das Rennfahren freigegeben. treten häufiger auf, als man das vielleicht oft zugeben Nach wenigen Tagen auf Schnee brach sie den Comemag. Nüchtern betrachtet ist aber oft festzustellen, dass back-Versuch jedoch ab, da sind nicht die 100%ige Stabilität das sportmedizinische und sportmotorische Leistungsverspürte, die es für das rennmäßige Skifahren braucht. Sie profil der Verletzten unauffällig ist. Unauffällig bedeutet beendete daraufhin die Saison. Beim Freifahren riss sie sich gut, denn dann sind keine großen Schwachstellen bzw. wenige Tage später auf der linken Seite das vordere KreuzDefizite zu erkennen. Die körperlichen Voraussetzungen band. Um die entsprechende Stabilität auf beiden Knien sind im Spannungsfeld der Risikofaktoren aber nur ein zu gewährleisten, wurde entschieden, dass sie im Zuge des kleiner Bestandteil. Die Analyse dieser Faktoren gestaltet Reha-Prozesses auch noch das eingerissene Kreuzband auf sich wesentlich komplexer als man auf den ersten Blick der rechten Seite operieren lässt. Somit stehen uns in den glauben mag. Themen wie Material, Pistenbeschaffenheit, nächsten Wochen und Monaten die Rehabilitation von zwei Reisestrapazen, Rennkalender, Ermüdung oder psychologioperierten Knien bevor. sche Faktoren tragen alle ihren Teil dazu bei. Demnach ist Dominik Raschner riss sich knapp vor Weihnachten es schwer fest zu machen, wo der sprichwörtliche Hund 2018 zum ersten Mal das Kreuzband. Er ist in einem bislang begraben liegt. Definitiv ist es die Summe aus vielen Kleinig- komplikationslosen Reha-Verlauf schon sehr weit. Er ist keiten, die unterm Strich nicht mehr bewältigbar sind. ähnlich wie Stephi, im konditionellen Bereich praktisch nicht mehr eingeschränkt. Wir befinden uns hier quasi auf der Zielgerade der Reha. Der Einstieg in das Schneetraining im Im Olympiazentrum gibt es sehr fortschrittliche TraiJuli gilt zum jetzigen Zeitpunkt als sicher. nings- und Messgeräte, die es ermöglichen, eine Vielzahl an Daten und Parametern zu bestimmen. Was ist deine Blogbeitrag von Daniel Saffertmüller Meinung dazu? 33


MEIN KIND IM SPORT

AUFWÄRMEN VOR DEM KRAFTTRAINING. BEWEGUNGSASPEKTE UND WARM-UP STRATEGIEN PRÄSENTIERT BEIM WORKSHOP „MEIN KIND IM SPORT“ DES NLST.

in beherrschen sollte: 1. Vertikale Drückbewegungen (Schulterdrücken, Ausstoßen,...) 2. Vertikale Zugbewegungen (Klimmzug, Latziehen,...) 3. Horizontale Zugbewegungen (Bankziehen, vorgebeugt Rudern,...) 4. Horizontale Drückbewegung (Bankdrücken, Liegestütz,...) 5. Kniebeugebewegungen (Kniebeugen, Aufsteiger, Ausfallschritte, ...) 6. Hüftstreckbewegungen (Kreuzheben, Kettle Bell Swing, ...) 7. Gewichte-Tragen (beidarmig, einarmig,...)

Alternative Bewegungsaspekte in den Trainingsprozess zu integrieren ist oftmals eine Herausforderung. Was man in die Aufwärmroutine implementieren sollte, um die Gesundheit zu erhalten und die Leistungsbereitschaft zu verbessern, hat viel mit Bewegungsgrundlagen und alternativen Bewegungsformen zu tun. Ohne einen, in den meisten Fällen langjährig verinnerlichten und gewohnten, Trainingsablauf von AthletInnen abrupt zu durchbrechen und von Grund auf zu verändern, können neue Bewegungsimpulse im Warm-up gesetzt werden. Letztlich ist Konditionierung ein Mittel zum Zweck, wenn wir sportartspezifische Fähigkeiten und Fertigkeiten optimieren wollen.

Am Ende dieser Aufwärm-Kaskade bsteht ein optimaler Aktivitätslevel für die bevorstehende Krafttrainingseinheit. Immer mit dem Gedanken im Hinterkopf: Erst wenn der Athlet in der Lage ist, seine – durch klassische Trainingsformen – gesteigerte Maximalkraft in der Zielsportart und der spezifischen Bewegung optimal zu integrieren und aus dem Vollen seine Bewegungsfundus zu schöpfen, kann eine lückenlose Konditionierung erzielt werden.

Diese Konzept wird in Abbildung 1 am Beispiel der Vorbereitung auf eine Krafttrainingseinheit eines Skirennläufers: mit der Hauptübung Kniebeuge, könnten neue Inputs und Ergänzungen in den Aufwärmprozess integriert werden. Nach einer klassischen Erwärmung (z.B. am Fahrradergometer) mit dem Ziel, den Stoffwechsel zu aktivieren und gegebenenfalls erhöhte Stresslevel zu senken, kann mit gezielten Atem-Protokollen, diversen Übungen für AugeHand/ Fuß-Koordination und komplexeren koordinativen Abläufen eine verbesserte neuronale Aktivierung erreicht werden. Der Athlet wird dazu gezwungen, präsent zu sein und sein Informationsverarbeitungssystem „hoch zu fahren“. Nur dann ist es ihm möglich, im weiteren Verlauf eine Art Selbstprüfung durchzuführen. Fragen dazu können sein: • Wie ist mein aktueller Status Quo? • Wie bewegen sich meine Gelenke? • Über welche Bewegungsweite erstreckt sich mein momentanes Repertoire?

© www.nachwuchsleistungsport-tirol.at; Auszug aus REVIEW #04-2019, Fotos: Bastian Schulte

Dann werden von essentiellen Bewegungsbasics, wie zum Beispiel einem sauberen Gangbild oder diversen Sprungvariationen, über komplexere Bewegungsabläufe, wie dem Nachahmen von Fortbewegungsmustern einzelner Tiere (sogenannte „animal-walks“), bis hin zu grundlegenden Bewegungsfertigkeiten, wie einem Pistol- oder Sissy-Squat, essentielle Informationen gesammelt, Intensitäten erhöht und Muster erweitert.

Leitung Workshop: Christoph Ebenbichler, Msc., ist Trainer am Olympiazentrum Innsbruck und Lehrender am Institut für Sportwissenschaft der Universität Innsbruck. Nach einer Verletzung kurz vor den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver entschied sich der Skicrosser und Sportwissenschafter für neue berufliche Wege und betreut seitdem im Olympiazentrum Innsbruck AthletInnen. Seine persönlichen Erfahrungen aus der Sportkarriere sind dafür sehr hilfreich.

Sieben Basic Movements, die jede/r Nachwuchssportler/ 34


MEIN KIND IM SPORT

Abbildung 1: Auszug aus einem mรถglichen Warm-Up Prozess.

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LEISTUNGSDIAGNOSTIK

ANFORDERUNGSPROFIL LEISTUNGSDIAGNOSTIK TRAINING. Fachverbandstrainerinnen und -trainern entwickelte langfristig ausgerichtete und nach Alter bzw. Leistungsstand abgestimmte Testbatterien verweisen. Diese werden teils seit mehr als 20 Jahren zweimal pro Jahr durchgeführt. Beginnend mit den 10-/11jährigen jungen Talenten aus den Bezirken, Leistungszentren bzw. Tiroler Landeskadern über die sportlichen Schwerpunktschulen (Skimittelschule Neustift, Skigymnasium Stams oder Sport-BORG und Sport-HAS) hin bis zu den Nachwuchskadern und Nationalmannschaften der beiden Fachverbände, liefern die jeweiligen Testbatterien wichtige Erkenntnisse für die Talententwicklung und individuelle Leistungsoptimierung bzw. Verletzungsprophylaxe.

SÄULEN, AUF DENEN EINE SPEZIFISCHE KONDITIONELLE ENTWICKLUNG AUFGEBAUT IST. Die systematische Abfolge Anforderungsprofil – Leistungsdiagnostik – Training muss in der konditionellen Vorbereitung die Grundlage jeder zielgerichteten körperlichen Vorbereitung einer Nachwuchs- und Spitzensportlerin bzw. eines Nachwuchs- und Spitzensportlers sein. Dies bedeutet, dass jede Trainerin bzw. jeder Trainer ein möglichst wissenschaftlich abgesichertes Fachwissen über das Anforderungsprofil der jeweiligen Sportart haben sollte. Hierfür liefern biomechanische und physiologische Analysen von Bewegungsabläufen und Belastungsanalysen der Wettkampfbewegung die nötigen Informationen. Darauf aufbauend müssen sich Expertinnen und Experten über sportartspezifische Leistungsdiagnostiken, sprich Testbatterien, Gedanken machen. Meist bestehen solche Testbatterien einerseits aus allgemeinen Testungen leistungsrelevanter sportmotorischer Eigenschaften, andererseits aber auch aus möglichst sportartspezifischen Testverfahren, um die Stärken und Schwächen der Athletinnen und Athleten bestmöglich erfassen zu können. Die dabei zum Einsatz kommenden Testgeräte bzw. Testverfahren müssen den wissenschaftlichen Gütekriterien entsprechen. Nicht jeder Test ist geeignet, körperliche Defizite aufzuzeigen bzw. mit der nötigen Genauigkeit zu erfassen. Entscheidend ist zudem eine Differenzierung der durchgeführten Untersuchungen hinsichtlich Alter bzw. Leistungsniveau, um in weiterer Folge alters- und geschlechtsspezifische Normwerte der jeweiligen Sportart erstellen zu können. Aufbauend auf den Erkenntnissen dieser regelmäßig durchgeführten Leistungsdiagnostik kann dann die individuelle Trainingsplanung zur Verbesserung der körperlichen Vorbereitung stattfinden. Eine stetige kritische Auseinandersetzung mit dieser Thematik (z.B. gibt es Änderungen im Anforderungsprofil einer Sportart oder gibt es neue Testgeräte bzw. Überlegungen zur Optimierung von Testungen) ist nötig, um fortwährend ein Training mit höchster Qualität zu ermöglichen. Die Gründung des Olympiazentrums hier in Innsbruck (vormals Trainingswissenschaftliches Zentrum) beruht auf der international anerkannten langjährigen Expertise der sportmotorischen Leistungsdiagnostik. Exemplarisch wird nachfolgend kurz auf die Sportarten Skirennlauf und Kunstbahnrodeln eingegangen: Beide Sportarten können auf eine mit den Expertinnen und Experten des Olympiazentrums und den

ÖSV-Athlet Stefan Schragl in der Contrex Leg Press.

Inhalte der ÖSV- und ÖRV-Testbatterien sind unter anderem ein- und beidbeinige sensomotorische Testungen, isokinetische oder isometrische Maximalkraftdiagnostiken der Rumpf- und Beinmuskulatur sowie Sprungkraft- und Reaktivkrafttestungen. Weiters werden je nach Sportart Agility- und Gewandtheitstestungen, Beweglichkeitssowie Kraftausdauertests durchgeführt (siehe dazu auch die Beispielfotos). Ein Beispiel einer sportartspezifischen Leistungsdiagnostik ist der Rodelstarttest. Auf einem selbst entwickelten Indoor-Rodelstart werden mittels Kraftsensoren die Abzugskräfte des rechten und linken Arms und mittels Wegsensor die Rodelgeschwindigkeit 36


LEISTUNGSDIAGNOSTIK

gemessen, sowie die Startbewegung mit einer High-Speed Videokamera aufgenommen. Aus den dynamisch und kinematisch erfassten Daten lassen sich dann, wie aus der Abbildung ersichtlich, rodelrelevante Startparameter (z.B. unilateraler Abstoßimpuls oder die Rückschub- und Abstoßgeschwindigkeit) ermitteln. Zusammen mit dem Videobild kann die Startbewegung somit bis ins kleinste Detail analysiert werden. Im Nachwuchsskirennlauf werden neben den regelmäßig durchgeführten Testungen weitere für die Talententwicklung höchst relevante Informationen in unserer TAMI Datenbank (Tiroler Athleten Monitoring) bzw. INNjury Datenbank dokumentiert. Ereignen sich zum Beispiel in der Skimittelschule Neustift Verletzungen

oder Überbelastungen von Schülerinnen oder Schülern oder treten Krankheiten auf, so werden diese konsequent dokumentiert. Weiters werden von den Trainerinnen und Trainern die relevanten Informationen aller durchgeführten Trainingseinheiten (Schneetraining und Konditionstraining) bis ins letzte Detail in die Datenbank eingegeben. In Summe ermöglicht uns die Zusammenführung all dieser Informationen eine einzigartige Auswertemöglichkeit im Bereich Verletzungsprävention (z.B. Erfassung Risikofaktoren), die international bereits hohe Anerkennung und großes Interesse erlangt hat. Diese Möglichkeiten des Olympiazentrums gilt es in den kommenden Jahren für weitere Zielgruppen und Sportarten auszubauen.

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WEAR2WIN

WEAR2WIN UPDATE 2019.

ein Projekt des

Baseline-Messung auf dem Straßenrad durchgeführt. Diese Baseline-Messung diente als Referenz für alle anderen Messungen, welche anschließend bei unterschiedlichen Radeinstellungen auf dem Zeitfahrrad durchgeführt wurden. Alle Testläufe wurden auf einem Rollentrainer bei wettkampfspezifischer Intensität gefahren und dauerten drei Minuten. Während der Testläufe wurden am rechten Bein an zwei Muskeln (m. vastus lateralis & m. gastrocnemius) die muskuläre Sauerstoffsättigung (SmO2) und die „totale Hämoglobinmenge“ (Thb) im Muskel laufend ermittelt. Diese Werte wurden mittels zweier Moxy-Sensoren an eine Garmin Fenix 3 Uhr übermittelt und dort aufgezeichnet. Die Files wurden nun automatisch in WKO4 (siehe Foto) synchronisiert und ausgewertet. Durch diese Messungen konnten kleine Änderungen am Setup des Zeitfahrrades vorgenommen werden, welche einen besseren Performance-Output ermöglichen. Diese Änderungen hatten subjektiv betrachtet keine negativen Folgen auf die aerodynamischen

MOXY ÜBERWACHUNG BLUTFLUSS IN ARBEITENDER MUSKULATUR BEIM RADRENNFAHRER. Das Zeitfahren beschreibt im Radsport jene Disziplin, in welcher der Sportler alleine „im Kampf gegen die Uhr“ antritt. Hierbei treten mannschaftstaktische Aspekte in den Hintergrund, da der Athlet solo versucht, so schnell wie möglich eine Strecke zu bewältigen. Aus diesem Grund „steht“ der Fahrer während des gesamten Rennens im Wind. Darum werden Fahrräder sowie sonstiges Material (Anzüge und Helme etc.) auf maximale Aerodynamik getrimmt. Da der Luftwiderstand der entscheidendste zu überwindende Widerstand ist, können in diesem Bereich sehr große Verbesserungen erzielt werden. Die größte für den Luftwiderstand verantwortliche Angriffsfläche stellt der Fahrer selbst dar. Deshalb macht es natürlich Sinn, die Sitzposition des Sportlers auf dem Rad so „kompakt“ wie möglich zu halten. Dieser Vorgang hat allerdings auch eine negative Seite, da häufig Positionen als aerodynamisch günstig angesehen werden, welche im physiologischen Sinne keinen optimalen Performance-Output ermöglichen. So kann es beispielsweise vorkommen, dass die Atmung durch eine zu enge Haltung im Schultergürtel (aerodynamisch günstig) negativ beeinflusst wird. Oder, dass ein zu spitzer Hüftwinkel beispielsweise durch ein tief adjustiertes Cockpit oder eine zu lange Kurbel einen negativen Blutfluss in der arbeitenden Beinmuskulatur zur Folge hat. Und genau solche negativen Einflüsse können durch die Messung der muskulären Sauerstoffsättigung sowie des Blutflusses mittels NIRS-Technologie ermittelt und folgend vermieden werden.

Eigenschaften des Gesamtsystems. Weitere Messungen dieser Art im Feld werden noch vorgenommen, hierbei geht es vor allem darum, ob der Sportler die ideale Position auch über einen längeren Zeitraum halten kann, und so eine optimale Hämodynamik über einen gesamten Wettkampf gewährleisten kann.

Konkret wurde eine solche Messung mit dem am Olympiazentrum akkreditierten Radsportler Patrick Gamper durchgeführt. Diese Messung war in die Vorbereitung auf das WM Zeitfahren Ende September in Yorkshire integriert. Hierfür wurde zu Beginn eine 38


WEAR2WIN

LOADSOL ANALYSIERTE BELASTUNGSPROFILE VERLETZER ATHLETEN. Loadsol Druckmesssohlen der Firma Novel helfen uns - im tagtäglichen Gebrauch - bei der kontrollierten Rückführung nach Verletzungen. Es handelt sich um ein innovatives Messsystem in Form von Einlegesohlen, die Rückschlüsse über Druckbelastungen an der Unterseite der Fußsohlen geben. Hoch sensible Drucksensoren ermöglichen eine präzise Rückmeldung über den Belastungsgrad im Bereich des Vorfußes und der Ferse. Durch dieses Feedback in Echtzeit ist es uns möglich, die Intensitäten besser abzustimmen und zu kontrollieren. Im Falle der am Sprunggelenk verletzten, jungen Athletin des Österreichischen Skiverbandes konnten mit Hilfe der Daten der Loadsol Messung die Trainingseinheiten besser gesteuert werden. Zu Beginn der trainingstherapeutischen Maßnahmen wurden die Drucksohlen zur Verbesserung des - nach der Operation stark gestörten - Gangbildes verwendet. Detaillierte Infos über Rhythmus, Kontaktzeiten, Abrollverhalten und Gewichtsverteilung erleichterten die Interventionen. Als dieser Teilabschnitt abgeschlossen war, kamen die Sohlen bei typischen Kraftübungen auf stabilem Untergrund zum Einsatz. Dort wurden ebenfalls Rückschlüsse über die wirkende Druckbelastung gewonnen und man konnte die Belastung der verletzten Strukturen besser nachvollziehen. Abschließend versuchten wir Kombinationen unterschiedlicher Trainingsgeräte zu veranschaulichen. Im konkreten Fall absolvierte Rosina Schneeberger

eine Krafttrainingseinheit am Active-Motion Gerät bei uns im Olympiazentrum. Das Active-Motion ist ein luftdruckbetriebenes Trainingsgerät, welches Impulse auf mehreren Bewegungsebenen setzt und somit ein Gleichgewichts- und Stabilitätstraining in unterschiedlichen Freiheitsgraden ermöglicht. Natürlich muss eine solche Belastungsform im Kontext eines laufenden Reha-Prozesses dosiert und äußerst kontrolliert durchgeführt werden. Deshalb wurde entschieden, die ersten Einheiten mit Loadsol-Messungen zu überprüfen und einzuordnen. Somit ist ein progressiver Belastungsverlauf jederzeit gegeben.

GYMAWARE PROGNOSTIZIERTES 1RM DURCH EIN KRAFT-GEWSCHINDIGKEITSPROFIL. Heutzutage gibt es mehrere Möglichkeiten, um das 1RM (1 repetition maximum, d.h. die maximale Menge an Gewicht, die innerhalb einer Wiederholung – mit der richtigen Technik - bewältigt/bewegt werden kann) verschiedener Übungen in unserem Olympiazentrum zu kalkulieren. Die erste Variante wäre ein maximaler Wiederholungstest, d.h. die Durchführung eines maximalen Krafteinsatzes, um das Gewicht zu bewegen. Anschließend wird ein Wiederholungsmaximum auf Grundlage der Anzahl der Wiederholungen bis zum Muskelversagen (bei einem gegebenen Gewicht) ermittelt (Kraft-Ausdauer-Verhältnis). Die letzte und wichtigste Variante bezieht sich auf die Kalkulierung eines Wiederholungsmaximums durch das Belastung-Geschwindigkeits-Verhältnis, welches wir die letzten Jahre im Olympiazentrum durchgeführt haben. Daher sind die für unsere AthletInnen wichtigsten Übungen Kniebeugen (Ski) sowie Bankdrücken und Klimmzüge (Klettern). Das Protokoll, um ein Wiederholungsmaximum zu kalkulieren (ohne an das klassische Limit zu kommen), gestaltet sich als sehr simpel. Unser Linearwandler 39


WEAR2WIN

(Linear Positional Transducer = LPT) misst die mittlere Geschwindigkeit der konzentrischen Phase der gewählten Übungen. Der Parameter „mittlere Geschwindigkeit“ (MV) (Mean Velocity) stellt die Fähigkeit des Athleten dar, die Last durch die gesamte konzentrische Phase zu bewegen. Die MV nimmt mit zunehmender Belastung linear ab, was die mathematische Analyse erleichtert. Alle Übungen folgen dem gleichen Protokoll. Nach dem Aufwärmen benötigen unsere Athleten fünf Messungen mit unterschiedlichen Belastungen der Bewegung. Jeder Satz muss mit der maximalen Geschwindigkeit durchgeführt werden, um die maximal mögliche Leistung zu erzeugen. Der erste Satz des Protokolls muss schneller als 1,0 m/s sein und der letzte Satz sollte nicht unter 0,5 m/s liegen. Sobald dies geschehen ist, ist das Protokoll abgeschlossen und die Software beginnt mit den Berechnungen. Außerdem ist es

Ein weiterer Vorteil ist, dass ein Training geändert werden kann, wenn unser Athlet müde und nicht im Stande ist, seine Leistung abzurufen. Außerdem wäre es möglich, wenn der Athlet Verbesserungen zeigt, dass der Trainer das Kraftgeschwindigkeitsprofil (Force-Velocity Profile) erneut testet und neue Belastungen vorschreibt, um den Zweck des Trainings zu erreichen.

TRAININGPEAKS EINSATZ DER AUSDAUERSOFTWARE IM OLYMPIAZENTRUM TIROL. Um bei Großveranstaltungen (OS, WM) erfolgreich zu sein, muss die Qualität der täglichen Trainingsbetreuung bei vielen AthletInnen internationalen Standards angepasst werden. Dabei helfen heutzutage für den Spitzensport entwickelte Wearabels und spezifische Softwaretools. Bei der Software „TrainingPeaks“ handelt es sich um eine online basierte Lösung zur Planung, Überwachung und Analyse von Ausdauerinhalten für EliteathletInnen. Das Programm, welches von vielen Top Teams bzw. AthletInnen verwendet wird, ermöglicht eine vollständige Planung sowie ein Monitoring in verschiedensten Ausdauerdisziplinen wie dem Radsport, Lauf oder Triathlon, aber auch dem Langlauf oder Skibergsteigen. Es erscheint jedoch auch als höchst sinnvoll, die Ausdauerinhalte in weniger ausdauerdominierten Sparten wie beispielsweise dem alpinen Skirennlauf, Snowboard oder auch Kampfsportarten auf diesem Wege zu koordinieren. Für die Nutzung einer solchen kostengünstigen Softwareanwendung an einem Olympiazentrum ist es besonders relevant, dass mit dieser mehrere Sportwissenschafter mit einem Athleten vernetzt werden können. So ist es beispielsweise möglich, dass zwei Trainer für unterschiedliche Trainingsinhalte einer Athletin oder eines Athleten zuständig sind, und diese örtlich ungebunden in den Trainingsplan laden können. Somit kann auch olympiazentrumsübergreifend gearbeitet werden. Wenn die Trainingseinheiten in den Kalender der Software geladen werden, sind diese unmittelbar vom Athleten einsehbar. Diese können über die Smartphone App oder die Desktop Anwendung eingesehen werden, auch ein automatischer Export in Kalenderformate wie „iCal“ ist möglich. Die Trainingseinheiten können anschließend vom Sportler auf Wearables wie Pulsuhren, oder Radcomputer geladen werden. Dieser kann dann direkt beim Training das Protokoll der Trainingseinheit einsehen und absolvieren, dies ist zum Beispiel bei komplexeren Intervallformen, bei denen sich Sportler

unnötig, sehr hohe Lasten zu verwenden, jedoch der Abfall der MV zwischen den leichtesten und den schwersten Lasten sollte mindestens 0,5 m/s betragen. Dies ist für unsere Athleten von entscheidender Bedeutung, da das hohe Verletzungspotenzial durch die Durchführung eines traditionellen 1RM-Tests auf ein Minimum reduziert wird.

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WEAR2WIN

früher kleine Zettel geschrieben haben, sehr hilfreich. Sobald eine Trainingseinheit absolviert ist, wird diese als „fit. Datei“ meist via Bluetooth und das Smartphone auf die unterschiedlichen Onlineplattformen der WearebleHersteller (Garmin, Polar, Suunto…) geladen. Diese Onlineplattformen sind mit dem TrainingPeaks-Acount des Athleten synchronisiert und die Trainingseinheit ist somit sofort vom betreuenden Coach einsehbar. Zur besseren Überschaubarkeit werden die Trainingseinheiten je nach Compliance in Form eines Ampel-Systems markiert, korrekt durchgeführte Einheiten werden grün hinterlegt, verabsäumte hingegen rot, inkorrekte Einheiten werden gelb bzw. orange dargestellt

ein Projekt von

Trainingseinheiten können vorab definiert und in einer Bibliothek abgelegt werden, auch das „sharing“ dieser Einheiten zwischen den betreuenden Personen stellt kein Problem dar. Da die Intensitäten der Einheiten als Relativwert zur jeweiligen anaeroben Schwelle definiert werden, müssen idente Einheiten von einem Athleten zum anderen auch nicht modifiziert werden. Speziell für Ausdauersportler kann das gesamte Training über die Software organisiert und abgewickelt werden. Dies beginnt bei der Jahrestrainingsplanung bis hin zur Auswertung und Analyse von Trainingseinheiten, Perioden und auch eines ganzen Trainingsjahres. Im Generellen kann festgehalten werden, dass durch die Nutzung dieser Softwarelösung das Training genauer und ökonomischer gesteuert und analysiert werden kann. Es können schnellere und zielgerichtetere Modifikationen vorgenommen werden, wodurch die Qualität und Effektivität des langfristigen Trainingsprozesses gewährleistet werden kann.

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NEWS 2019

EM-GOLD DAHEIM FÜR JANINE FLOCK Sechster Weltcupsieg, dritter Europameistertitel und erster Heimtriumph! Janine Flock gewann zum dritten Mal die Skeleton-EM. Schon im ersten Heat gelang ihr mit einer Zeit von 54,34 sec. ein Traumlauf. Am Ende hieß es mit einer Zeit von 54,30 sec. Laufbestzeit, Weltcup-Sieg und EM-Gold!

ERSTES ABFAHRTSSTOCKERL FÜR VENIER Stephanie Venier zeigte eine klasse Leistung in der ersten von zwei Abfahrten in Cortina d‘Ampezzo und wurde mit dem dritten Platz belohnt. Teamkollegin Ramona Siebenhofer sicherte sich ihren ersten Weltcup-Sieg, Ilka Stuhec fuhr auf Rang 2.

DRITTER PODESTPLATZ FÜR SCHÖFFMANN Sabine Schöffmann hat beim Weltcup-Parallelslalom in Moskau einen Podestplatz für die ÖSV-Raceboarder geholt! Nach Bestzeit in der Qualifikation musste sich die Kärntnerin im großen Finale der Schweizerin Julie Zogg um 16 Hundertstelsekunden geschlagen geben.

ERFOLGREICHE WM FÜR DIE RODLER Egger raste im Herren-Einsitzer ebenso zu Silber, wie das ÖRV-Team in der Team-Staffel. Im Sprint gab es Gold (Jonas Müller) und Bronze (Steu/Koller) zu bejubeln, in der allgemeinen Klasse sicherten sich Egger und Hannah Prock Silber, Steu und Koller eroberten im Disziplinenrennen ihre zweite Bronzemedaille.

VENIER FEIERT ERSTEN WELTCUPSIEG Die Tirolerin gewann die Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen und holte sich damit den ersten Weltcupsieg ihrer Karriere. Venier erwischte von allen die beste Linie und sicherte sich Platz eins vor der Italienerin Sofia Goggia (+0,25 sec.) und der deutschen Kira Weidle (+0,54 sec.).

MIT PODESTPLATZ INS JAHR 2019 Zweiter Platz bei der Skiff-Midwinter-Regatta für die Segler Benjamin Bildstein und David Hussl in Miami. Bei den darauffolgenden Weltcup-Tagen in Miami kam es aufgrund einer erhöhten Teilnehmerzahl zu neuen Heruasforderungen. Bildstein und Hussl meisterten diese und sicherten sich den sechsten Gesamtrang. 42


NEWS 2019

ZWEI PODESTPLÄTZE FÜR SCHÖFFMANN Das ÖSV-Parallel-Team durfte sich über fünf Stockerlplätze beim Weltcup-PGS in Pyeongchang freuen. Sabine Schöffmann wurde am ersten Wettkampftag Dritte. Beim siebten Saisonrennen fuhr sie mit Rang zwei bereits zum fünften Mal auf das Podest.

GRAF SIEGT BEI DEN EUROPEAN OPEN Gleich zwei österreichische Judoka durften beim Heimturnier, den Eurpean Open in Oberwart, jubeln. Bernadette Graf und Michaela Polleres schafften es auf die Spitze des Podests. Graf machte ihren Triumph mit einem Finalerfolg über die zweifache Weltmeisterin Aguiar im Golden Score perfekt.

PLATZ 2. FÜR VENIER IN DER ABFAHRTSWERTUNG Beim Weltcupfinale in Soldeu kam es zu einem historischen Dreifach-Erfolg für die ÖSV-Damen. Nach 2007 ging die kleine Kristallkugel in der Abfahrt erstmals wieder nach Österreich, mit Nici Schmidhofer als Disziplinsiegerin, vor Stephanie Venier und Ramona Siebenhofer.

BLECH, DAS GLÄNZT WIE GOLD Die Prinzess-Sofia-Regatta läutete wie jedes Jahr die europäische Regattasaison ein. Bildstein und Hussl konnten bei einem Rekord-Starterfeld mit der Anwesenheit aller Spitzenteams mit einem guten vierten Platz mehr als zufrieden sein.

GRAF WIEDER AM STOCKERL Bernadette Graf holte in Jekaterinburg in der Gewichtsklasse bis 87 Kilogramm den bereits zweiten Grand-Slam-Podestplatz in der Saison. Wie schon zuvor in Düsseldorf wurde die 26-Jährige Dritte.

PEER HOLT EM-BRONZE MIT LUFTGEWEHR Einen großen Erfolg durfte Franziska Peer im Luftgewehr-Finale der Frauen der Eurpameisterschaft für Luftdruckwaffen in Osijek feiern. Die 31-jährige Tirolerin holt in einem packenden Match EM-Bronze.

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NEWS 2019

MARTINA KUENZ IST VIZE-EUROPAMEISTERIN Der Erfolgslauf von Martina Kuenz ging weiter. Nach EMund WM-Bronze im Vorjahr kürte sich die Tiroler Ausnahmeringerin in Bukarest zur Vize-Europameisterin.

STAATSMEISTERTITEL FÜR DIE SCHÜTZINNEN Mit ihren hervorragenden Qualifikationsergebnissen holten Hofmann, Peer und Ungerank den Staatsmeistertitel in der Mannschaft erneut nach Tirol und erzielten als Draufgabe einen österreichischen Rekord von 1878,4 Ringen. Olivia Hofmann setzte sich zusätzlich im Luftgewehrbewerb durch.

GELUNGENER START IN DIE KLETTERSAISON Jessica Pilz sicherte sich souverän beim dritten Boulder-Weltcup der Saison den dritten Rang, Jakob Schubert boulderte beim vierten Boulder-Weltcup ebenfalls zu Bronze und Alexandra Elmer gewann beim Speed-Bewerb der European Open in Innsbruck die Silbermedaille.

ERFOLG FÜR KATHRIN SCHWEINBERGER Dank guter Teamarbeit im Health Mate Ladies Team gelang es Kathrin Schweinberger, das Rennen bei der 13ten Trofee Maarten Wynants als Fünftplatzierte zu beenden. Für das Health Mate Ladies Team war neben Kathrin auch ihre Schwester Christina am Start.

ROBIN BRINGT SPRINT-KRONE INS TROCKENE Robin Grünberger setzte sich im K.O.-Finale über 50m Freistil beim vom Tiroler Wassersportverein veranstalteten 6. Innsbrucker Schwimmmeeting im Tivoli-Freibad durch. Beim ATUS-Meeting Ende April stellte Robin Grünberger einen neuen Tiroler Rekord über 50 m Kraul (22,82 sec.) auf.

GAMPER GEWINNT DEN GP MARMO Der 22-jährige Tirol-Team-Fahrer Patrick Gamper gewann mit einer Soloankunft den Gran Premio Industrie del Marmo, ein Ein-Tages-Rennen in Italien (Europe Tour). Markus Wildauer schaffte es auf den vierten Rang.

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NEWS 2019

SILBER FÜR BILDSTEIN/HUSSL Beim Weltcup-Finale von Marseille hatten die 49er Benjamin Bildstein und David Hussl als Zweitplatzierte die beste Ausgangspostion. Im Medal Race kontrollierte das Duo seine Gegner und verteidigte schlussendlich die Silbermedaille.

ÜBERRAGENDER SCHUBERT IN MÜNCHEN Jakob Schubert legte beim fünften von sechs Boulder Weltcups in München einen fantastischen Auftritt hin und holte sich seinen dritten Weltcup-Sieg im Bouldern.

ERFOLGE FÜR SCHWEINBERGER UND GAMPER Patrick Gamper wurde neuer U23-Staatsmeister im Zeitfahren und Vize-Staatsmeister bei der Elite und bestätigte erneut sein Talent im Kampf gegen die Uhr. Kathrin Schweinberger fuhr beim Swiss Ever GP Cham Hagendorn mit Rang drei aufs UCI-Podium.

BRONZE FÜR DAS MIXED-TEAM BEI EUROPEAN GAMES Das österreichische Team hat bei der EM im Rahmen der Europaspiele sensationell die Bronzemedaille im ab 2020 olympischen Mixed-Teambewerb gewonnen. Es ist die erste österreichische EM-Medaille in diesem Format.

SILBER FÜR PEER UND PICKL Franziska Peer und Bernhard Pickl schossen sich bei den European-Games sicher ins Finale. Nach einer tollen Performance gewannen sie im KK-Liegend-Mixed-Team die Silbermedaille.

STEINLECHNER HOLT PLATZ 3 BEI HEIM-EM Der österreichische Nationalteamspieler Maximilian Steinlechner sicherte sich im Diamond Country Club den dritten Platz, neuer Europameister wurde Matthias Schmid.

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NEWS 2019

SCHLIERENZAUER SPRINGT AUFS PODEST Der Weltcuprekordsieger Gregor Schlierenzauer musste sich beim Sommer-Grand-Prix nur dem Lokalmatador Geiger geschlagen geben. Dritter wurde deutlich hinter Schlierenzauer Richard Freitag.

UNIVERSIADE-SILBERMEDAILLE FÜR HÖCK Vinzenz Höck gelang im Finale der Universiade in Neapel seine bislang deutlich beste Kür an den Ringen. Mit 14.800 Punkten gewann der 23-Jährige Grazer ex aequo mit dem Türken Ibrahim Colak die Silbermedaille.

ERFOLGREICHE STAATSMEISTERSCHAFTEN Markus Wildauer sicherte sich im Karwendelmassiv bei der Gramai-Alm erstmals den Meistertitel am Berg in der Eliteklasse. Beim Straßenrennen über 200km wurde Wildauer in der U23-Wertung Zweiter. Kathrin Schweinberger konnte im Eliterennen auf Rang 3 fahren, ihre Schwester Christina wurde Siebte.

SCHUBERT HOLT WM-SILBER IM BOULDERN Jakob Schubert erwischte einen glänzenden Auftakt in die Kletter-WM in Hachioji in Japan und holte im Bouldern die Silbermedaille.

BILDSTEIN-HUSSL GEWINNEN SILBER BEI WC Beim Weltcup in Japan sind Bildstein/Hussl als Gesamtdritte in das abschließende 49er-Rennen gegangen. Am Ende mussten sie sich nur den punktgleichen Ersten Peters/Sterritt aus Großbritannien geschlagen geben und eroberten so Rang zwei.

WELTCUP-BRONZE FÜR HÖCK Kunstturner Vinzenz Höck gewann in Szombathely seine zweite Weltcup-Medaille nach Varna 2017. Die Taktik auf die Ausführung zu setzen, und nicht die schwierigste Kür zu zeigen, ging auf und er erhielt mit 8,666 Punkten seine bislang höchste Ausführungsquote.

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NEWS 2019

GAMPER GEWINNT DIE 2. ETAPPE DER GIRO FRIULI Die zweite Etappe hätte für das Tirol KTM Cycling Team nicht besser laufen können. Patrick Gamper war den ganzen Tag Teil der 5-köpfigen Spitzengruppe und konnte den Schlusssprint für sich entscheiden.

DOPPEL-GOLD BEIM GRAND PRIX Gleich zweimal Gold gab es beim Grand Prix in Taschkent. Sowohl Kathrin Unterwurzacher, als auch Bernadette Graf siegten und legten damit jeweils kräftig für das Olympiaranking vor.

SCHLIERENZAUER MELDET SICH ZURÜCK Platz vier beim Weltcup in Nizhny Tagil, Russland für Gregor Schlierenzauer. Schlierenzauer erreichte im dritten Einzelbewerb der Saison mit 133,5 m den weitesten Sprung des zweiten Durchgangs und konnte sich damit vom zehnten Zwischenrang auf Platz vier verbessern.

HISTORISCHER ERFOLG FÜR TIROLERIN WOLF Christine Wolf feierte in Indien ihren ersten Sieg auf der Golf-Europa-Tour der Damen. Sie entschied die Hero Indian Open in Gurgaon nach einer souveränen Vorstellung auf der vierten Runde mit drei Schlägen Vorsprung für sich.

SIEG FÜR KATHRIN UNTERWURZACHER Kathrin Unterwurzacher entschied die Oceania Open in Perth für sich und sammelte damit weitere wichtige Punkte für die Olympiaqualifikation.

SILBER BEI DEN MILITÄR-WELTMEISTERSCHAFTEN Patrick Gamper belegte im Einzelzeitfahren der Militärweltmeisterschaften, welche in Wuhan (China) ausgetragen wurden, den zweiten Rang und eroberte damit die Silbermedaille in seiner Spezialdisziplin.

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NEWS 2019

EISKUNSTLÄUFER ZANDRON SIEGT IN SOFIA Der Tiroler Maurizio Zandron hatte in Sofia gleich doppelten Grund zur Freude. Der Tiroler gewann in Bulgarien den Denkova Staviski Cup mit 212 Punkten und sorgte somit für einen neuen Punkterekord bei internationalen Bewerben aus heimischer Sicht.

BILDSTEIN/HUSSL LÖSEN OLYMPIATICKET Das 49er-Duo Bildstein/Hussl belegte bei den Klassen-Weltmeisterschaften vor Auckland den sechsten Gesamtrang und buchte damit den dritten Olympia-Quotenplatz für das österreichische Segel-Nationalteam. Ein krönender Abschluss zu einer nahezu perfekten Saison.

KUNSTTURN-STAATSMEISTERSCHAFT IN GRAZ Höck gewann die Mehrkämpfe vor seinem Trainingskollegen Benda. Bei den Frauen gewann Mader vor Männersdorfer und Frysak. Benda holte sich dreimal Gold in den Einzeldisziplinen, Höck und Frysak sicherten sich jeweils zwei weitere Siege. Die Grazer Lokalmatadore gewannen zudem die Teamwertung der Männer.

GELUNGENER SAISONSTART FÜR DIE RODLER Österreichs Top-Rodler starteten mit elf Schlitten beim Weltcupauftakt in Igls. Thomas Steu und Lorenz Koller unterstrichen mit Rang drei ihre Klasse, die 18-jährige Lisa Schulte ließ bei den Damen mit Rang sechs aufhorchen.

JANINE FLOCK BEIM WELTCUP-AUFTAKT ZWEITE Die Tirolerin Janine Flock startete beim Auftakt in Lake Placid, USA als Zweite in die neue Skeleton-Weltcup-Saison. Sie musste sich nur der Deutschen Jacqueline Lölling um 0,24 Sekunden geschlagen geben.

GELUNGENER AUFTAKT FÜR VENIER UND ORTLIEB Die beiden Tirolerinnen überzeugten beim Saisonauftakt der Speed-Damen in Lake Louise mit starken Leistungen. Stephanie Venier wurde Dritte, Nina Ortlieb überraschte als Vierte mit einer Karrierebestleistung. Beim Super-G unterstrich Venier ihre gute Leistung und landete auf Platz vier. 48


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WISSENSCHAFTLICHE PUBLIKATIONEN. PUBLIKATIONEN IN ZEITSCHRIFTEN UND BUCHBEITRÄGE 2019 Steidl-Müller L. (2019). Joseph Baker & Nick Wattie – new insights into the concept of innate talent in sport. Current Issues in Sport Science, 4, 107. Steidl-Müller L, Müller E, Hildebrandt C, Raschner C. (2019). Did the Relative Age Effect Change Over a Decade in Elite Youth Ski Racing?. Frontiers in Sports and Active Living, 1, 55. Schlemmer P, Falkner F, Müller L, Raschner C, Schnitzer M. (2019). How important is a bike park visit for the overall tourist destination experience?. Cogent Social Sciences, 5, 1613027. Pfleiderer LM, Steidl-Müller L, Schiltges J, Raschner C. (2019). Effects of synchronous, auditory stimuly on running performance and heart rate. Current Issues in Sport Science, 4, 005. Steidl-Müller L, Hildebrandt C, Raschner C, Müller E. (2019). Challenges of talent development in alpine ski racing: A narrative review. Journal of Sports Sciences, 37(6), 601-612. 52


PUBLIKATIONEN

Niedermeier M, Pocecco E, Hildebrandt C, Raschner C, Federolf P, Kopp M, Ruedl G (2019). Effects of Visual and Auditory Perturbations on Ski-Specific Balance among Males and Females — A Randomized Crossover Trial. International Journal of Environmental Research and Public Health, 16(15), 2665. Patterson C, Platzer HP, Raschner C. (2019). The 2 Minute Repeated Jump Test: Longitudinal Anaerobic Testing in Elite Alpine Ski Racers. Journal of Sports Science & Medicine, 18(1), 128-136. Csapo R, Hoser C, Gföller P, Raschner C, Fink C. (2019). Fitness, knee function and competition performance in professional alpine ski racers after ACL injury. Journal of Science and Medicine in Sport, 22(Suppl 1), 39-43.

ABSTRACTS VON KONGRESSUND VORTRAGSTÄTIGKEIT 2019 Steidl-Müller L, Hildebrandt C, Müller E, Raschner C. (2019). Training load characteristics and change in physical performance parameters as injury and illness risk factors in elite youth ski racing. 11th European Congress of Sports Medicine, Portoroz, Slowenien. Medicine dello Sport, Vol 72, Suppl 1, Nr. 3, p. 73. Hollaus B, Raschner C, Mehrle A. (2019). Precise auomated passing in American football. In: Bunc V, Tsolakidis E. 24th Annual Congress of the European College of Sport Science, Book of Abstracts, Prague, 65. Luchner R, Steidl-Müller L, Raschner C. (2019). Talent development and importance of physical fitness in Austrian youth golf athletes. In: Bunc V, Tsolakidis E. 24th Annual Congress of the European College of Sport Science, Book of Abstracts, Prague, 83. Perez-Del Río A, García-Ramos A, Höllrigl L, Pérez-Castilla A, Patterson C, Raschner C. (2019). Reliability of power and velocity variables collected during the bench pull exercise. In: Bunc V, Tsolakidis E. 24th Annual Congress of the European College of Sport Science, Book of Abstracts, Prague, 384. Raschner C, Hildebrandt C, Ebenbichler C, Luchner R, Perez A, Patterson C, Höllrigl L, Steidl-Müller L. (2019). Current performance testing in elite paralympics Austrian alpine ski racers. In: Bunc V, Tsolakidis E. 24th Annual Congress of the European College of Sport Science, Book of Abstracts, Prague, 497. Steidl-Müller L, Hildebrandt C, Müller E, Raschner C. (2019). Training load characteristics in the context of injury and illness risk identification in elite youth ski racing: a prospective study. In: Bunc V, Tsolakidis E. 24th Annual Congress of the European College of Sport Science, Book of Abstracts, Prague, 351. Steidl-Müller L, Hildebrandt C, Müller E, Raschner C. (2019). Training load characteristics and injury and illness risk identification in elite youth ski racing: a prospective study. In: Karczewska-Lindinger M, Hakkarainen C, Linnamo V, Lindinger S. 8th International Congress on Science and Skiing, Vuokatti, 65. Raschner C., Hildebrandt C, Steidl-Müller L. (2019). Talent development in ski racing – current trends and practical applications. In: Karczewska-Lindinger M, Hakkarainen C, Linnamo V, Lindinger S. 8th International Congress on Science and Skiing, Vuokatti, 62. Raschner C, Patterson C, Ebenbichler C, Luchner R, Perez A, Steidl-Müller L. (2019). Development of mechatronic driven training devices for performance optimization and injury prevention in elite alpine ski racers. In: Sperlich B., Kunz P., Düking P. German Exercise Science & Training Conference (GEST19) of the German Society of Sport Science, Book of Abstracts, Würzburg, 6. Steidl-Müller L, Hildebrandt C, Müller E, Fink C, Raschner C. (2019). Assessment of limb symmetry index as an injury risk factor in youth alpine ski racing. In: Sperlich B., Kunz P., Düking P. German Exercise Science & Training Conference (GEST19) of the German Society of Sport Science, Book of Abstracts, Würzburg, 7.

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