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INNSBRUCK JÄNNER 2021.

MOMENTE

DIE ZÄHLEN

PATRICK GAMPER

DIE WORLD TOUR WAR EINE ERLÖSUNG. Nach langem Warten löste der Tiroler das Ticket in ein neues Abenteuer.

VISIONSREPORT 2020.


INHALT

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Coverinterview

PATRICK GAMPER Der Wechsel in die World Tour.

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Highlights

HÖHEPUNKTE IM JAHR 2020 Olympic Day 2.0 und andere Facts.

HOMEWORKOUTS Training im Lockdown.

Sport und Wissenschaft

LISA STEIDL-MÜLLER IM TALK 8,5 Jahre Teil im Team des Olympiazentrums.

Sporternährung Tirol

... UND WEIT DARÜBER HINAUS Informationsplattform für Ernährung.

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Wear2Win

EIN INNOVATIVES PROJEKT Support von technischen Hilfsmitteln.

STILLE IM SPORT Zwangspause im Profisport?!

News

NEWSRUBRIK DER HOMEPAGE Diese Erfolge feierten die AthletInnen.

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Wissenschaft

PUBLIKATIONSLISTE 2020 Das ging in die Welt hinaus.

Support

UNSERE SPONSOREN & PARTNER Danke für eure wichtige Unterstützung.

BEHIND THE SCENCES Social Media mit dem Team.

IMPRESSUM HERAUSGEBER: CAMPUS SPORT TIROL INNSBRUCK - OLYMPIAZENTRUM, Fürstenweg 185, A-6020 Innsbruck Verantwortlicher für Text und Inhalt: ao. Univ. - Prof. Dr. Christian Raschner REDAKTION: Christoph Ebenbichler, MSc; Bettina Wildauer, BSc; Adele Tietgen, BSc; FOTOS: GEPA-pictures, ÖOC, ÖSV, OZT, OESV, APA, TT GRAFIK & DESIGN: Christoph Ebenbichler, MSc DRUCK: Pinxit Druckerei GmbH Der Jahresreport ist ein offizielles Informationsservice und wird via issuu.com und per E-mail versandt. In den Texten dieses Reports kann die männliche Form, wie z.B. Sportler, Athlet, Trainer, etc. auch für die weibliche Form gelten. Begriffe, Bezeichnungen und Informationen sind geschlechtsneutral zu verstehen. TITELBILD: Patrick Gamper - © GEPA Pictures Druck- und Satzfehler vorbehalten © 2021, alle Rechte vorbehalten

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EDITORIAL

LIEBE LESERIN, LIEBER LESER. DASS 2020 WELTWEIT DURCH EINE PANDEMIE SO EIN HERAUSFORDERNDES JAHR WIRD, HÄTTE VOR ZWÖLF MONATEN NIEMAND VERMUTET. So hat Lisa Steidl-Müller (*) im Februar 2020 ihr Habilitationsverfahren mit der Thematik Talententwicklung und Verletzungsprophylaxe im Nachwuchsleistungssport am Beispiel des alpinen Skirennlaufs mit Bravour abgeschlossen. Lisa ist somit die erste Frau, die sich bei uns am Institut für Sportwissenschaft der Universität Innsbruck, habilitiert hat! Weiters hat Carolin Hildebrandt, promovierte Sportwissenschafterin und seit Beginn meiner Tätigkeit hier in Innsbruck eine meiner unverzichtbaren Mitarbeiterinnen, ihr Medizinstudium erfolgreich abgeschlossen. Obwohl sie seit Beginn 2021 als Ärztin in einer Rehaklinik arbeitet, bleibt sie uns weiterhin mit ihrer trainingswissenschaftlich/medizinischen Expertise als Beraterin erhalten. Lisa Totschnig, unsere Expertin im Bereich der Ernährung, studiert(e) sowohl Ernährungswissenschaften als auch Sportwissenschaft an der Universität Wien und schloss eines ihrer Bachelorstudien ebenfalls 2020 ab. Der Abschluss des Zweitstudiums steht unmittelbar bevor. Die Kombination der beiden Fachgebiete ist für uns natürlich ein Glücksfall, da in der Ernährungsberatung auch der trainingswissenschaftliche Aspekt mitberücksichtigt werden muss. Carson Patterson, Sportwissenschafter der ersten Stunde des damaligen Trainingswissenschaftlichen Zentrums und des jetzigen Olympiazentrums mit enormer internationaler Erfahrung und Knowhow im Krafttraining, hat mit seiner letzten Publikation sein Doktoratsstudium ebenfalls 2020 abgeschlossen. In seiner Doktorarbeit beschäftigte er sich mit unterschiedlichen skirennlaufspezifischen Schnellkraft- und Kraftausdauerverfahren inklusive des Zusammenhangs mit der Wettkampfperformance. Allen vier MitarbeiterInnen herzliche Gratulation! Dieses geballte Wissen lässt uns im Olympiazentrum sowohl in der Talentförderung, als auch in der Spitzensportbetreuung stets „State of the Art“ - also nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen - einen Schritt nach vorne machen.

Natürlich hatte dies auch gravierende Folgen für den Spitzensport und unsere Arbeit mit den AthletInnen im Olympiazentrum. Mit dem ersten Lockdown mussten wir unsere Betreuung kurzfristig auf digitalem Weg sicherstellen, das Olympiazentrum war drei Wochen geschlossen. Die akkreditierten AthletInnen konnten sich in dieser Zeit alle nötigen Gerätschaften wie Hanteln, Ergometer, Medizinbälle oder dergleichen vom Olympiazentrum für ihr Heimtraining abholen. Zudem erstellten wir 27 athletenspezifische Videoclips, die wir zusätzlich für das tägliche Hometraining bereitstellten. Insgesamt wurden diese von unseren SportlerInnen in der Zeit des Lockdowns knapp 2000 Mal aufgerufen. So konnte die Zeit ohne nennenswerte Einbußen der körperlichen Fitness bestmöglich genutzt werden. Durch den Einsatz des Sportministeriums unter der Leitung von Sektionschef Philipp Trattner wurde dann umgehend ein Weg gefunden, dass akkreditierte und vom Ministerium freigegebene AthletInnen noch in der Zeit des Lockdowns unter äußerst strengen Auflagen wieder vor Ort im Olympiazentrum trainieren durften. Neben vielen anderen Maßnahmen, war dabei die Kontingentierung der Anzahl an gleichzeitig im Olympiazentrum trainierenden AthletInnen eine wichtige präventive Vorgabe. Durften zu Beginn in einem Trainingsslot von zwei Stunden nur zwei AthletInnen samt Trainer im Kraftraum trainieren, konnte dies step by step bis zum Sommer auf acht AthletInnen gelockert werden. Damit war gewährleistet, dass unsere SportlerInnen zu allen Zeitpunkten ihre trainingswissenschaftlich begleiteten Einheiten in bewährter Form absolvierten. Dies war Dank der schnellen und unbürokratischen Vorgaben des Sportministeriums im Sinne der Spitzensportbetreuung in einem Olympiazentrum möglich. 2020 war aber auch ein Jahr der Freude durch besondere Leistungen von MitarbeiterInnen des Olympiazentrums!

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EDITORIAL

Mit Fabian Ebenhoch konnten wir mit Jahresbeginn 2020 einen neuen Sportwissenschafter/Trainer im Olympiazentrum begrüßen. Fabian, Absolvent des Instituts für Sportwissenschaft hier in Innsbruck, war jahrelang als erfolgreicher Trainer im Elite-Damenskisprungbereich bei unterschiedlichen Nationen tätig. Seine Erfahrung im Schnellkrafttraining sowie der Neuroathletik ist eine tolle Erweiterung der bereits bestehenden Expertisen der MitarbeiterInnen des Olympiazentrums.

Trainingslagern weitergeht; gerade da ist das Olympiazentrum mit seiner interdisziplinären Betreuung eine wichtige Stütze und Anlaufstelle, die von den AthletInnen auch sehr geschätzt wird. Abschließend geht wiederum mein/unser Dank an die Sportabteilung des Landes Tirols mit Reinhard Eberl, dem Sportamt der Stadt Innsbruck mit Romuald Niescher und die Universität Innsbruck, die der Idee eines Olympiazentrums zur Betreuung von Nachwuchs- und ElitesportlerInnen hier am Campus Sport vor nunmehr 10 Jahren so positiv gegenüberstanden und seither den jährlichen Betrieb sicherstellen. Weiters danke an alle hier nicht namentlich genannten MitarbeiterInnen des Olympiazentrums sowie Kooperationspartner, ohne deren täglichen Einsatz rund um die Uhr und ihrer fachlichen Expertise viele Erfolge unserer AthletInnen nicht möglich gewesen wären, davon bin ich fest überzeugt.

2020 war auch ein Jahr, in dem ein weiterer wichtiger Schritt in eine hoffentlich langfristig abgesicherte Spitzensportbetreuung gelungen ist. Im kommenden Jahr können die Olympiazentren, so auch wir, über eine erweiterte Fördervereinbarung mit dem Österreichischen Olympischen Comité bzw. dem Sportministerium, das Betreuungsverhältnis AthletIn versus TrainerIn optimieren. Dass dies in aktuell schwierigen Zeiten möglich wurde, verdanken wir mehreren Personen, die über das ganze Jahr hinweg an diesem Projekt gearbeitet haben. Ein großer Dank gilt dabei Gaby Madlener, Anna Pollany und Generalsekretär Peter Mennel vom ÖOC und Ingo Panovsky, Dietrich Helml und Sektionschef Philipp Trattner vom Sportministerium sowie allen weiteren Personen, die im Hintergrund an dieser Vereinbarung gearbeitet haben.

2021 wird hoffentlich in vielen Belangen ein erfolgreiches und gutes Jahr! Wir planen, das 10jährige Bestehen des Olympiazentrums, im Herbst dann auch gebührend gemeinsam zu feiern. In diesem Sinn alles Gute, viel Spaß beim Lesen und bleiben Sie gesund!

Sportlich gesehen war natürlich die Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio auf Sommer 2021 die gravierendste Änderung für jene AthletInnen, die sich bereits qualifiziert haben bzw. noch qualifizieren wollen. Ich bin mir aber sicher, dass SpitzensportlerInnen gewohnt sind, unerwartete Herausforderungen zu meistern und der Fokus sehr schnell auf diese neue Situation angepasst werden konnte. Für viele andere AthletInnen gab es Monate der Ungewissheit, wie es mit den Wettkämpfen und (*)

Christian Raschner Sportlicher Leiter

Aus Gründen der Lesbarkeit wurde im Editorial auf akademische Grade verzichtet.

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EDITORIAL

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HIGHLIGHTS

WE TEST THE FUTURE. Sicht eines Sportwissenschaftlers, Trainers und Vater eines erfolgreichen Skifahrers mit auf den Weg. Die Awards wurden von Roland Luchner virtuell übergeben.

AWARD WURDE 2020 VIRTUELL IN KOOPERATION MIT NACHWUCHSLEISTUNGSSPORT TIROL VERGEBEN. Aktuell sind an die 75 AthletInnen am Olympiazentrum akkreditiert – Madeleine Huber und Paul Haider könnten in 5 Jahren vielleicht auch dazu gehören! Die zwei neuen SportBORG-Schüler wurden heuer mit dem „we test the future Award“ ausgezeichnet. Diese Auszeichnung wird jedes Jahr vom Olympiazentrum Innsbruck für den besten sportmotorischen Aufnahmetest vergeben. Das Olympia-

Wir danken allen, die den Nachwuchstalenten zur Seite stehen, allen voran den Eltern und Trainern. Wir wünschen Madeleine und Paul alles Gute für die Zukunft und freuen uns sie auf dem Weg begleiten zu können.

zentrum führt den Aufnahmetest unter der Leitung von Ao.Univ.-Prof. Ing. Dr. Chrisian Raschner alljährlich für die Schulen mit leistungssportlichem Schwerpunkt durch.

RENOMMIERTE AUSZEICHNUNG.

Madeleine Huber betreibt Leichtathletik Mehrkampf, startet für die TU Raika Schwaz und kommt aus Aschau im Zillertal. Gemeinsam mit ihrem Trainer Christian Heiss konnte Madeleine bei der diesjährigen Österreichischen Meisterschaft den Vizemeistertitel im Mehrkampf gewinnen. Aktuell trainiert sie 15h/Woche und möchte langfristig an der U18-Europameisterschaft teilnehmen.

HIGHER DEGREE RESEARCH STUDENT PRIZE DER INTERNATIONAL SPORTS ENGINEERING ASS. FÜR BERNHARD HOLLAUS.

Paul Haider ist Kletterer und sein Heimatverein ist der Alpenverein Hall. Der Aldranser ist der erste Kletterer überhaupt, der die Gesamtwertung beim Aufnahmetest der Leistungssportschüler gewinnen konnte. „Insgesamt habe ich nun mehr Zeit für mein Training im Leistungszentrum“, meinte Paul auf die Frage, was sich mit dem Schulwechsel an das SportBORG für ihn geändert hat. Dies dürfte auch Paul Haiders Trainer vom Tiroler Kletterverband Fabian Leu freuen.

Bernhard Hollaus, Mitarbeiter am MCI und gleichzeitig PhD Student bei Prof. Christian Raschner am Institut für Sportwissenschaft und Prof. Andreas Mehrle vom MCI, bekam für seinen online gehaltenen Vortrag über “Development and Verification of a Highly Accurate and Precise Passing Machine for American Football” den renommierten Higher Degree Research Student Prize. Gerechnet hat Bernhard Hollaus mit der Auszeichnung nicht: „Die Konkurrenz war groß und mit dem ersten Konferenzbeitrag auf der wichtigsten Sports Engineering Konferenz der Welt ist man eigentlich einfach froh dabei zu sein. Dass es dann so gut läuft, hätte ich mir nicht gedacht.“

Aufgrund der aktuellen Situation mit COVID-19 wurde der Award virtuell übergeben. Beim Onlinemeeting waren neben den Athleten auch deren Eltern und Trainer anwesend. Prof. Raschner gab den ein oder anderen Tipp aus 6


HIGHLIGHTS

präsentierte man sich folgendermaßen: „Wir haben im Corona-Shutdown Videos mit Kurz-Workouts abgedreht und diese allen unseren Athletinnen und Athleten auf einem eigenen Video-Channel exklusiv zur Verfügung gestellt“, sagt Christian Raschner, Sportlicher Leiter des Olympiazentrums Campus Sport Tirol Innsbruck. „Neben diesen Videos haben wir auch welche für die breite Bevölkerung zum Training daheim gedreht.“

Gratulation an Bernhard, der mit seiner fachlichen Expertise aus dem Bereich der Mechatronik auch das Olympiazentrum Tirol unterstützt. Diese Zusammenarbeit zwischen dem MCI und dem Olympiazentrum soll in Zukunft noch ausgebaut werden.

Der Olympic Day wird normalerweise mit einer Schulklasse gefeiert, die in den Genuss von Sporttestungen kommt. In diesem Jahr gibt es eine Online-Challenge mit dem Motto „Miss dich mit den Sportstars“. SkisprungRekordsieger Gregor Schlierenzauer, Kletter-Weltmeister Jakob Schubert und Co. zeigen auf den Social Media-Kanälen, was sie können. Auch wenn die Latte hoch liegt, sind die Challenges definitiv zur Nachahmung empfohlen.

OLYMPIC DAY 2.0. OLYMPIAZENTREN FEIERN DIGITALEN OLYMPIC DAY 2020.

TRAINER SEMINAR TIROL.

Normalerwiese werden am 23. Juni, dem Jahrestag der Olympischen Bewegung, tausende Kinder in Österreichs sieben Olympiazentren von Vorarlberg bis Wien bewegt. In Zeiten von Corona wird digital nach dem internationalen Motto „MOVE - LEARN - DISCOVER“ gefeiert. Ein Überlick: 1894 legte der Franzose Pierre de Coubertin in Paris den Grundstein für die Olympischen Spiele der Neuzeit. Das Team Austria feiert mit seinen Olympiazentren den „Olympic Day“ in diesem Jahr coronabedingt in einer digitalen 2.0-Version.

AUFGESCHOBEN IST HEUER SICHER NICHT AUFGEHOBEN. Leider mussten wir nach mehrmaligem Verschieben und großem Bemühen das Seminar abzuhalten, akzeptieren, dass das Trainer Seminar Tirol aufgrund der Covid-19-Pandemie 2020 nicht stattfinden konnte. Wir werden die Zeit in den nächsten Wochen und Monaten dazu nutzen, weitere neue, interessante Inhalte auszuarbeiten, um euch im Jahr 2021 ein spannendes und abwechslungsreiches erstes Trainer Seminar Tirol zu bieten. Weiter Informationen findet ihr unter: www.trainer-seminar-tirol.at

„Die Olympiazentren haben nach dem Lockdown sehr schnell digitale Angebote hochgefahren und umgesetzt. Die Sportstätten waren zwar geschlossen, aber die interdisziplinäre Betreuung von Ernährung, Leistungsdiagnostik, Physiotherapie und Regeneration, über Sportpsychologie bis hin zu Sportmedizin wurden online angeboten. Das war beeindruckend!“, lobt ÖOC-Generalsekretär Peter Mennel. Diese Online-Kompetenzen der Olympiazentren kommen jetzt auch nach der Öffnung der Trainingsstätten für den Spitzensport zum Tragen. Mennel: „So können wir gemeinsam den Olympic Day mit virtuellen Angeboten feiern und auf diese Weise die Wichtigkeit und Aktualität Olympischer Werte wie Leistung, Fair Play, Respekt und Frieden hervorstreichen.“ Im Olympiazentrum Campus Sport Tirol Innsbruck 7


HIGHLIGHTS

HOMETRAINING IM LOCKDOWN.

Innsbruck auch SpitzensportlerInnen, die sich allein in einem WG Zimmer fit halten sollten. Wer es gewohnt ist, ständig auf perfekte Infrastruktur von Verbandseite oder im Olympiazentrum zurückgreifen zu können, hat üblicherweise nicht den Bedarf an vielen DAS OLYMPIAZENTRUM TIROL Trainingsgeräten in den eigenen vier Wänden. Dieser BETREUTE DIGITAL UND ausgewählten AthletInnengruppe musste unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen Trainingsmaterial zur Verfügung INDIVIDUELL, UND STELLTE gestellt werden: Von Trainingsbändern und Kurzhalten TRAININGSMATERIAL ZUR über Langhanteln mit hunderten Kilo Gewichtsscheiben VERFÜGUNG. für ein Training in der Garage oder im Fahrradkeller Wie jeden anderen traf der Lockdown I im März auch bis hin zu Radergometern wurde alles verteilt. Dem unsere SpitzensportlerInnen mit voller Wucht. Den Trainingsequipment des Olympiazentrums wurde also WintersportlerInnen wurden die Wettkämpfe gestrichen keine Auszeit gewährt, damit alle die Möglichkeit hatten und die Saison war somit frühzeitig beendet. Die alleine und absolut sicher zuhause zu trainieren. Als SommersportlerInnen, die am Ende ihrer Vorbereitungszeit Anfang Mai die ersten BerufssportlerInnen wieder ins bereit für die ersten Bewerbe oder Testwettkämpfe waren, Olympiazentrum kommen durften, blieb es dennoch ruhig. wurden jäh eingebremst. Während die WintersportlerInnen Nur ein Bruchteil der üblichen Personenanzahl war in den sich „nur“ über eine verfrühte Zwischensaison retten Trainingsräumlichkeiten zugelassen. Dieser vermeintliche mussten, waren die SommerathletInnen wie vor den Kopf Nachteil konnte von den anwesenden SportlerInnen gestoßen. Wann und wie würde es weitergehen? Mussten jedoch perfekt genutzt werden, um, direkter und exklusiver sie ihre aktuelle Form halten, und, wenn ja, wie und wie von ihren TrainerInnen betreut, noch präziser an Details zu lange? Diese und viele weitere Fragen beschäftigten die feilen. AthletInnen und TrainerInnen zu Beginn der Pandemie. Die Zukunft war ungewiss, aber es war auch klar, dass weiter trainiert werden sollte. Vom Homeoffice aus musste zunächst für jede/n einzelne/n akkreditierte/n SportlerIn des Olympiazentrums Tirol ein Ist-Stand erhoben werden, welche Trainingssituation zuhause vorherrschte und wie in diesem Umfeld trainiert werden konnte. Nach vielen Stunden am Telefon war allen Beteiligten klar, dass das Training sehr individuell gestaltet werden musste. Nicht eine Lebenssituation glich der anderen. Vom privaten Fitnessraum im Keller bis hin zum leeren WG-Zimmer ohne Gartennutzung war alles vorhanden. Ferner benötigten die AthletInnen zur Überbrückung im Hometraining auch digitale Hilfestellung. Innerhalb von zwei Tagen wurden daher über 20 Videoclips gedreht. Diese konnten dann als Trainingsbaustein von allen 74 AthletInnen genutzt werden. Der Großteil der Trainingsplanung wurde über die online Plattform TrainingPeaks abgewickelt. Mit der Plattform konnten die Wochen der Isolation sehr übersichtlich geplant, mit digitalen Inhalten verknüpft und die Kommunikation zu allen AthletInnen aufrecht erhalten werden. Zusätzlich zu den Videos für die SpitzensportlerInnen wurden auch Videos für die Bediensteten des Landes Tirol aufgenommen, um auch ihnen Ideen und Werkzeuge mit an die Hand zu geben, um diese herausfordernde Zeit gesund zu überstehen. Dieser neue Weg der MitarbeiterInnenmotivation fand großen Anklang und wurde gerne angenommen. Wie bereits erwähnt, gab es in der Studentenstadt

Homeworkouts für Landesbedienstete auf YouTube.at

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HIGHLIGHTS

Impressionen der Heimtrainingsstätten unserer AthletInnen

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HIGHLIGHTS

COVID-19 IM SPITZENSPORT. DIE MEDIZINISCHE HERAUSFORDERUNG DER LETZTEN MONATE. Ein Gastbeitrag von Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Schobersberger, ISAG Tirol Kliniken und ISAG UMIT Hall. Die COVID-19 Pandemie hat die gesamte Bevölkerung weltweit seit Monaten leider fest im Griff, mit der nun möglichen Impfung hoffen wir alle, die Infektionen eindämmen zu können. COVID-19 hat auch das ISAG maximal belastet und es waren bzw. es sind nach wie vor große Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt. War das ISAG im ersten Lockdown über einen Monat komplett gesperrt, da das gesamte medizinische Fachpersonal in der Universitätsklinik Innsbruck für das COVID-19 Management eingesetzt wurde, so konnten wir danach unter größten Vorsichtsmaßnahmen für AthletInnen und ISAG Personal unseren sportmedizinischen Untersuchungen nachgehen. So konnten wir immerhin die Zahl der leistungsdiagnostischen Untersuchungen für Kader-AthletInnen mit 1040 im Jahr 2020 hochhalten, der zahlenmäßige Ausfall betrug nur knapp 100 Tests.

nach COVID-19 hauptsächlich erfahrungsbasiert. Im letzten Dezember haben sich die sportmedizinischen Institute in Salzburg (Prof. Niebauer), Wien (Prof. Scharhag) und wir als ISAG entschlossen, einfache, transparente und gut umsetzbare Empfehlungen für den Wiedereinstieg in den Sport nach COVID-19 zu erstellen (siehe Abbildung). Diese basieren auf einem Ampelprinzip je nach Symptomatik. Bislang haben wir an allen drei Instituten über 100 AthletInnen nach diesem Ablaufschema untersucht und konnten feststellen, dass es sich bei unseren Empfehlungen um ein sehr brauchbares Instrument nicht, nur für die AthletInnen, sondern auch für das Betreuerteam handelt. Hierbei darf die Sportmedizin nicht entkoppelt und isoliert angesehen werden, sondern es hat sich gezeigt, dass die Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Trainerteam ein wichtiger Eckpfeiler für die Rückkehr in den Spitzensport ist. Sehr aktuell und brisant ist die beginnende Impfkampagne in Österreich. Es ist sehr zu hoffen, dass es nicht nur zeitnahe Impfstoff für die Teams gibt, sondern sich wirklich sehr viele Personen auch impfen lassen. Ob es zukünftig internationale Sportevents - wie schon international debattiert - geben wird, wo eine erfolgte COVID-19 Impfung für die Teilnahme nachzuweisen ist, ist noch völlig offen.

Seit Beginn der Pandemie sahen wir es als unsere Aufgabe an, umfassendes aktuelles Fachwissen zu COVID-19 zu generieren und allen SportlerInnen und deren Betreuerteams weiterzuleiten. Eine neue Aufgabe ergab sich für das ISAG, durch die Einbindung von Dr. Jana Schellenberg und Prof. Wolfgang Schobersberger, in alle vom ÖSV organisierten Wintersportveranstaltungen als medizinisches COVID-19 Expertenteam. Wir waren bzw. sind für die noch ausständigen Weltcups mit verantwortlich für den medizinischen Teil des umfassenden COVIDSicherheitskonzepts, welches beim ersten Weltcuprennen in Sölden am 17./18.10.2020 erfolgreich eingesetzt und von den meisten Veranstaltern übernommen wurde. Bedingt durch die seit Herbst wieder steigende Zahl an COVID-19 Infizierten, war zwangsläufig auch eine beträchtliche Zahl an SpitzensportlerInnen betroffen. Glücklicherweise sind uns keine sehr schweren Fälle mit stationärem Aufenthalt bekannt, allerdings zeigte die Mehrheit der positiv getesteten Personen zumindest leichte Symptome, die vorübergehend die Ausübung von Spitzensport beeinträchtigten. Seit Monaten arbeiten nationale und internationale Expertenteams zur Thematik der Rückkehr nach Sport nach COVID-19 Erkrankungen. Im Gegensatz zu anderen Erkrankungen, wo unzählige Studien in Konsensus Statements eingepflegt werden, ist nach wie vor die wissenschaftliche Datenlage zu Sport und COVID-19 spärlich. Deshalb sind diverse Empfehlungen bezüglich Rückkehr in das Training sowie in den Wettkampf

Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Schobersberger

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HIGHLIGHTS

KONSENSUS

www.sportmedizin.or.at

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HIGHLIGHTS

DAS WAR UNSER KERNTEAM 2020. WIR FÖRDERN VISIONEN. UND DAS MIT STOLZ, PROFESSIONALITÄT UND TEAMGEIST. Die Leitung des Olympiazentrums und die Kontrolle der Betreuung von Hochleistungs- und NachwuchssportlerInnen obliegt dem Institut für Sportwissenschaft der Universität Innsbruck, das mit seinem Know-How und den vorhandenen Testapparaturen die Anwendung der neuesten sportwissenschaftlichen Erkenntnisse sichert. Während sich das Institut für Sport-, Alpinmedizin und Gesundheitstourismus (ISAG) in Natters für die sportmedizinische Betreuung der (potentiellen) Olympioniken verantwortlich zeigt, zieht ein hochkarätiges Team aus SportwissenschafterInnen, PhysiotherapeutInnen, SportpsychologInnen und ErnährungstrainerInnen die Fäden in der täglichen Trainingsarbeit am Campus Sport der Universität Innsbruck. Durch das KnowHow der MitarbeiterInnen können stets die aktuellsten sportwissenschaftlichen Erkenntnisse mit den AthletInnen umgesetzt werden. Nicht umsonst entstanden in den letzten Jahren mit vielen Fachverbänden, Teams oder

EinzelsportlerInnen erfolgreiche Kooperationen, die auch über die Landesgrenzen hinausgehen. Bereits 2011 wurde a.o. Univ. - Prof. Dr. Christian Raschner mit der sportlichen Leitung beauftragt. Im Jahr 2020 arbeitet ein Team hochqualifizierter SportwissenschafterInnen bestehend aus Carson Patterson PhD, Christoph Ebenbichler MSc, Roland Luchner MSc, Lukas Höllrigl MSc, Frederik Krassnitzer BSc und Mag. Fabian Ebenhoch im täglichen Trainingsprozess. Mit Mag. Mirjam Wolf und Mag. Simone Tscherntschitz (Bundesnetzwerk Sportpsychologie), den Sportwissenschafterinnen Bettina Wildauer BSc (Leistungsdiagnostik), Carolin Hildebrandt PhD (Projektmitarbeiterin Verletzungsprophylaxe) und Ass. Prof. Mag. Lisa Steidl-Müller BSc PhD (Talentforschung), sowie Lisa Totschnig BSc (Ernährungswissenschaft), Barbara Saurwein (Administration), Adele Tietgen (Projektmitarbeiterin) und Dr. Hans-Peter Platzer unterstützten acht weitere Personen das Olympiazentrum. Hinzu kommen noch Philipp Gebhart von Bergfahrt Physiotherapie und Veronika Morawek, sowie Lorenz Stöckl von der Sporttherapie Huber & Mair im Therapie- und Regenerationsmanagement.

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HIGHLIGHTS

ATHLETINNEN & ATHLETEN 2020. DIE DETAILLIERTE LISTE AN BETREUUNGSKOOPERATIONEN IM VERGANGENEN JAHR. Eiskunstlauf - Klotz Natalie Eiskunstlauf - Zandron Maurizio Golf - Perthen Pia Golf - Spöck Moritz Golf - Steinlechner Maximilian Golf - Wolf Christin Inline Skating - Petutschnigg Anna Judo - Graf Bernadette Klettern - Elmer Alexandra Klettern - Hammelmüller Eva-Maria Klettern - Knapp Lukas Klettern - Pilz Jessica Klettern - Posch Jan-Luca Klettern - Schubert Jakob Klettern - Uznik Nicolai Kunstbahnrodeln Nationalteam - Egger Reinhard, Egle Madeleine, Frauscher Armin, Gleirscher David, Gleirscher Nico, Kindl Wolfgang, Koller Lorenz, Müller Jonas, Müller Yannick, Prock Hannah, Schulte Lisa, Steu Thomas Kunstturnen - Hämmerle Elisa Kunstturnen - Höck Vinzenz Kunstturnen - Mairoser Johannes Kunstturnen - Arnold Manuel Kunstturnen - Benda Alexander Kunstturnen - Frysak Bianca Kunstturnen - Rudy Riccardo Kunstturnen - Zander Daniel Leichtathletik - Klotz Riccardo Rad Straße - Zangerle Emanuel Rad Straße - Gamper Florian Rad Straße - Gamper Mario Rad Straße - Gamper Patrick Rad Straße - Schweinberger Christina Rad Straße - Schweinberger Kathrin Rad Straße - Wildauer Markus Ringen - Gastl Daniel Ringen - Kuenz Martina Ringen - Wagner Michael Segeln - Hussl David

Ski Alpin - Borgnaes Christian Ski Alpin - Brennsteiner Stefan Ski Alpin - Brunner Stephanie Ski Alpin - Dornauer Armin Ski Alpin - Gstrein Fabio Ski Alpin - Hörhager Lisal Ski Alpin - Lorenz Bernadette Ski Alpin - Nocker Clemens Ski Alpin - Ortlieb Nina Ski Alpin - Raschner Dominik Ski Alpin - Rueland Simon Ski Alpin - Schneeberger Rosina Ski Alpin - Schragl Stefan Ski Alpin - Sturm Joshua Ski Alpin - Venier Stephanie Ski Freestyle - Wallner Laura Ski Freeride - Wallner Nadine Skisprung - Iraschko-Stolz Daniela Skisprung - Schlierenzauer Gregor Snowboard Cross - Dusek Jakob Snowboard Cross - Kocher Hannah Snowboard Cross - Pachner Lukas Snowboard Cross - Pickl David Snowboard Parallel - Schöffmann Sabine Sportschießen - Hofmann Olivia Sportschießen - Ungerank Nadine Sportschießen - Köck Rebecca Taekwondo Poomsae - Schneeberger Anna Tennis - Ebster Anna-Lena Tennis - Wurm Sophia

Im Herbst 2020 neu aufgenommene AthletInnen Eisschnelllauf - Odor Gabriel Klettern - Stöckler Laura Paraclimbing - Plank Jasmin Parasnowboard - Eckhart Rene Ski Freeride - Kreibich Tao Tennis - Erenda Sara Tennis - Erler Alexander

Im Jahr 2020 ausgeschiedene AthletInnen Golf - Schlauer Daniel Judo - Unterwurzacher Kathrin Klettern - Posch Katharina LA Lauf - Rattinger Tobias Para/Rad - Hoermann Harald Rad MTB - Spielmann Anna Schwimmen - Grünberger Robin Ski Alpin - Haaser Raphael Sportschießen - Peer Franziska Triathlon – Früh Magdalena

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Skeleton - Auer Florian Skeleton - Flock Janine Skeleton - Maier Samuel Ski Alpin - Astner Nina 13

#wesupportvisions


ATHLETINNEN & ATHLETEN

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COVERINTERVIEW

DER WECHSEL IN DIE WORLDTOUR. staatsmeister im Zeitfahren, nachdem er sich mit dem Topzeitfahrer Matthias Brändle (Israel Start-Up Nation) einen wahren Krimi geliefert hatte. Die Giro d’Italia musste er leider wegen eines Sturzes frühzeitig beenden.

PATRICK GAMPER, LANGJÄHRIG AKKREDITIERTER ATHLET IM OLYMPIAZENTRUM, WECHSELTE ZU BORA - HANSGROHE. Im Herbst 2012 wurde der 23-Jährige Tiroler Radrennfahrer Patrick Gamper am Olympiazentrum Tirol akkreditiert. In den letzten Jahren wechselte er ein paar Mal sein Radteam: seit 2016 fuhr im Tirol KTM Cycling Team, 2018 stand er beim spanischen Team Polartec-Kometa unter Vertrag, Anfang 2020 dann der Wechsel zum deutschen, professionellen Radsportteam BORA – hansgrohe. Die trainingswissenschaftliche Betreuung am Olympiazentrum blieb dabei über die Jahre hinweg eine beständige und hilfreiche Unterstützung. Sein neuester Wechsel ins Team der BORA – hansgrohe bedeutet für Patrick Gamper erstmalig den Wechsel in die WorldTour!

WORDRAP Patrick, wie hast du den Wechsel zu BORA- hansgrohe und in die WorldTour erlebt? Ein bisschen wie eine Erlösung – ich habe sehr lange auf den Bescheid warten müssen, da war es am Ende sehr erleichternd zu wissen, wie es sportlich weiter geht. Nach dem Bescheid ging dann alles sehr schnell, das erste Teammeeting war sogar bereits gewesen, bevor ich überhaupt meinen Vertrag in der Hand hatte. Durch die familiäre Stimmung im Team und dem geringen Kulturunterschied zwischen Deutschland und Österreich ist der rasche Wechsel aber zumindest auf der persönlichen Ebene echt super gut gegangen.

Die Verpflichtung bei BORA – hansgrohe war für Patrick eine wunderschöne Überraschung, wenngleich der Karrieresprung zu den Profis mit Blick auf Patrick Gampers Erfolge 2019 (Sieger beim Grand Prix del Marmo in Italien, Sieger bei einer Etappe des Giro del Friuli, Staatsmeister im Zeitfahren der U23…) nicht gänzlich unerwartet kam. Dass er allerdings gleich seinen ersten Profi-Vertrag direkt bei seinem absoluten Wunschteam unterzeichnen können würde, hat er nicht zu träumen gewagt. Mit dem Wechsel zu einem der besten Teams der Welt hat Patrick einen Meilenstein in seiner noch jungen Karriere gelegt und eines seiner größten Ziele erreicht.

Wie gut ist dir bislang die Anpassung an das neue Niveau in der WorldTour geglückt? Das erste Jahr in der WorldTour ist sportlich meist recht schwierig und die Corona-Pandemie und die damit einhergehende lange Rennpause haben mir den Einstieg definitiv nicht einfacher gemacht. Insgesamt waren es 6 Wochen Rennpause für mich, da fällt es schwer sich zu orientieren und das Niveau richtig einzuschätzen. Am Ende hat es dann aber doch ganz gut gepasst und ich habe viele Erfahrungen sammeln und dazu lernen können.

Patrick Gamper ist der vierte Tiroler und fünfte österreichische Fahrer, der im Team BORA – hansgrohe unter Vertrag steht. Insbesondere seine guten Qualitäten als Roller im flachen Gelände zeichnen Patrick aus. Diese Stärke kann er durch die Erfahrungen in der WorldTour künftig weiter ausbauen und nutzen, um den BORA – hansgrohe Sprintzug zu verstärken.

Wenn du dein erstes Jahr bei BORA – hansgrohe Review passieren lässt, wofür bist du besonders dankbar? Definitiv für die ganze Unterstützung, das Vertrauen, welches mir entgegengebracht wurde, und dafür, dass ich direkt so gut aufgenommen wurde. Ich habe gedacht, dass ich deutlich länger brauchen würde, um meinen Platz im Team zu finden, das ist aber erfreulicherweise tatsächlich recht schnell gegangen. Dass ich im ersten Jahr direkt so viel Vertrauen vom Team genießen durfte und mit der Giro d’Italia sogar schon mein erstes großes Highlight bekommen habe, hat meine Erwartungen weit übertroffen. Außerdem weiß ich die positive Grundstimmung und den Zusammenhalt im Team sehr zu schätzen. Besonders zu so schwierigen Zeiten wie heuer ist es cool, Teil soeines familiären Teams zu sein!

Trotz der schwierigen Umstände durch die Covid-19 Pandemie konnte Patrick heuer schon an einigen Rennen in der WorldTour teilnehmen, wichtige Erfahrungen sammeln und bereits erste Erfolge mit und für das Team der BORA – hansgrohe feiern. Nachdem im Frühjahr lediglich online Rennen stattfinden konnten, wurde im Laufe der Saison unter anderem die Austrian Time Trial Series ausgetragen, bei welcher Patrick Gamper das zweite Rennen für sich entscheiden konnte. Am Salzburgring setzte er sich gegen knapp 90 Teilnehmer durch und sorgte in weniger als 15 Minuten für einen weiteren Erfolg des deutschen WorldTeams. Außerdem wurde er österreichischer Vize16


COVERINTERVIEW

Patrick Gamper im neuen Team-Trikot 2021

Langfristig wäre es mein Traum, mich als Profi zu etablieren, meinen Platz finden und mich sportlich weiter zu entwickeln. Die Giro d’Italia Nominierung war eine große Motivation für mich, das hat einfach brutal viel Spaß im Team gemacht und mir gezeigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Schade nur, dass ich die Tour unfallbedingt abbrechen musste.

Gibt es ein Ziel, das du fest vor Augen hast und mit der Unterstützung von BORA-hansgrohe und dem Olympiazentrum Tirol erreichen möchtest? Primäres Ziel wird eine Vertragsverlängerung sein, da ich mich eben sowohl auf der persönlichen Ebene sehr wohl, als auch auf der sportlichen Ebene bei BORA - hansgrohe sehr gut betreut fühle. 17


DA SCHAU HER

LIEBE ZUM SPORT UND DER WISSENSCHAFT. zu beschäftigen. Ihre Forschungsergebnisse prägen nicht nur ihre persönliche wissenschaftliche Laufbahn, sondern beeinflussen auch die Talentsichtung im alpinen Skirennlauf. Der Fokus ihrer wissenschaftlichen Arbeit liegt seither entsprechend sowohl in der, von Prof. Christian Raschner seit mehreren Jahrzehnten laufenden Talentforschung im Skirennlauf, als auch in einem in einem von Lisa initiierten, großangelegten Projekt zur Verletzungsprävention im Nachwuchsskirennlauf in Zusammenarbeit mit der Ski-Mittelschule Neustift. Als leidenschaftliche Skifahrerin schätzt Lisa die Möglichkeit, sich auch wissenschaftlich mit dem Ski-Sport auseinanderzusetzen. In der Lehre am ISW konzentriert sie sich unter anderem auf die Fachdidaktik des Schulsports, auf die Vermittlung von wissenschaftlichem Arbeiten und im Rahmen des Bachelorseminars auf die Betreuung der Bachelorkandidaten.

SEIT 8,5 JAHREN ARBEITET LISA STEIDL-MÜLLER NUN SCHON IM TEAM DES OLYMPIAZENTRUMS TIROL. Angefangen hat sie 2011 als studentische Mitarbeiterin. Seither hat sich sehr viel entwickelt: Sponsion, Promotion, Post-Doc Stelle, Publikationen, Habilitation, Lehre am ISW und seit 1,5 Jahren eine Stelle als Assistenzprofessorin. Während des Studiums fuhr Lisa zweigleisig und absolvierte sowohl das Diplomstudium Lehramt (Italienisch sowie Bewegung und Sport), als auch den Bachelorstudiengang Gesundheits- und Leistungssport. Damals war es noch gänzlich offen, ob ihre berufliche Perspektive eher in der Schule oder in der Wissenschaft liegen würde.

Aus beruflicher Perspektive war das Freiwerden der studentischen Mitarbeiter-Stelle am Institut für Sportwissenschaft im Bereich Trainingswissenschaft bei Prof. Christian Raschner, und somit die Möglichkeit, im Team des Olympiazentrums mitzuwirken, der Türöffner zu ihrer bislang sehr erfolgreichen, wissenschaftlichen Karriere. Bei der Erinnerung an die Anfangszeit muss Lisa lächeln und sich nochmals kurz bei Roland Luchner bedanken, der die Stelle

Das Probejahr in der Schule hat Lisa noch erfolgreich absolviert. Auf dem Weg in den Einstieg in den Lehreralltag kam ihr aber dann die Liebe zur Wissenschaft dazwischen. Diese hatte sie bereits beim Schreiben ihrer Diplomarbeit entdeckt und ergriff dann die großartige Möglichkeit, sich im Rahmen der Dissertation weiterführend mit der Thematik des relativen Alterseffekts im alpinen Skirennlauf 18


DA SCHAU HER

damals „frei“ gemacht hatte. Heute sitzen beide gemeinsam du eine Schwäche, die du verraten willst? Meine Schwäche ist definitiv: Ich bin Perfektionistin. Ansonsin einem Büro und blicken bereits auf viele konstruktive und produktive als auch unterhaltsame Arbeitstage zurück. ten habe ich eigentlich das Gefühl, dass ich meine Talente nicht verberge. Ich sportle, koche, backe und nähe unglaublich gerne und bereite anderen gerne mal eine Freude. Aber das kann man vielleicht nicht als Talent sehen… (Roland wirft prompt von gegenüber ein, dass er es definitiv als Talent ansehen würde). WORDRAP Seit Anfang 2019 hast du eine Stelle als Assistenzprofessorin an der Universität und bist im Team des Olympiazentrums. War es für dich eine Entscheidung für die Wissenschaft oder gegen den Lehramtsberuf? Definitiv für die Wissenschaft! Es gibt für mich nicht wirklich einen Grund gegen den Lehramtsberuf, aber so lange ich die freie Wahl habe, gebe ich der Wissenschaft den Vorrang. Zumal ich durch die Lehre in der Uni auch meine „Schüler“ habe und unterrichten kann (und mir der Ärger mit den Eltern erspart bleibt).

Wie sieht dein Arbeitsalltag im Team des OZ aus? Durch die vielen verschiedenen Bereiche ist mein Arbeitsalltag unglaublich abwechslungsreich und nie langweilig. Die Koordination der Leistungsdiagnostik am OZ und die damit einhergehende Terminverwaltung nimmt viel Zeit in Anspruch, genauso wie die PraktikantInnen-Betreuung. In der Forschung kann ich recht frei arbeiten und überlege mir gemeinsam mit Carolin Hildebrandt und Christian Raschner, was die nächsten Schritte sein können. Hier gilt es, stets auf dem aktuellen Stand der Literatur zu sein, Daten zu erheben und auszuwerten, Publikationen Was fasziniert dich an der wissenschaftlichen Arbeit? zu schreiben und die eigenen Forschungsergebnisse auf Insbesondere reizt es mich, unerforschte Dinge herKongressen oder Fortbildungen weiterzugeben. Neben der auszufinden, sich Themen anzunehmen und Expertise Forschung nimmt auch die Lehre einen großen Teil meiner aufzubauen. Mich freut es, wenn man mit Forschung etwas Arbeit ein. In die Lehre stecke ich recht viel Energie und in der Praxis bewirken kann, wie zum Beispiel zu mehr Fair- versuche mich immer daran zu erinnern, was ich selbst als ness oder zur Verletzungsprophylaxe beitragen zu können. Studentin gerne bekommen hätte in den Lehrveranstaltungen und versuche, das umzusetzen. Ich möchte mit den StudentInnen und nicht gegen sie arbeiten. Einer deiner Forschungsschwerpunkte ist die TalentforGrundsätzlich ist der Alltag schon sehr stressig, aber ich schung. Was begeistert dich an der Talentforschung? schaue immer, dass mein Sport nicht zu kurz kommt und Mir gefällt die Arbeit mit den NachwuchsathletInnen. das Privatleben auch nicht. Aber Wissenschaft macht am Durch Ungerechtigkeit in der Talentsichtung werden zum Wochenende eben keine Pause… Teil Träume zerstört. Es gibt verschiedene Einflussfaktoren und manchmal kommt es zu Selektionsfehlern. Sich mit der Talentforschung weiter zu beschäftigen, ist zumindest An welchen spannenden Projekten arbeitest du zurzeit? der Versuch zu mehr Fairness beizutragen. Zudem ist es Oder ist das noch top-secret? natürlich die Freude darüber, die Entwicklung der AthletIn- Zum einen arbeite ich fortlaufend an einem langfristigen nen mitzuerleben und vielleicht einen kleinen Beitrag dazu Projekt zur Verletzungsprävention mit der Ski-Mittelleisten zu können. In dem Forschungsbereich bin ich noch schule Neustift. Hier haben wir gerade einen Artikel immer glücklich. publiziert über eine Studie, in der wir uns den Einfluss von Trainingsbelastungsmerkmalen auf das Verletzungs- und Krankheitsrisiko angeschaut haben. Des Weiteren habe Nachdem du dich so viel mit der Talentforschung ich vor Kurzem einen Artikel über die Veränderungen in beschäftigt hast, gibt es für dich eine ganz persönliche der sportmotorischen Leistungsfähigkeit sowie der anthDefinition von Talent? ropometrischen Daten über eine Saison als mögliche Für mich ist Talent ein Zusammenspiel aus einer hohen Verletzungsrisikofaktoren publiziert. Dort konnte gezeigt intrinsischen Motivation, der körperlichen Voraussetzung für werden, dass SportlerInnen, welche sich in ihrer Sprungeine Sportart und vor allem einem großen Entwicklungskoordinationsfähigkeit mehr verbessern konnten innerhalb potential. Leistung muss immer im Zusammenhang mit einer Saison, ein geringeres Verletzungsrisiko aufwiedem aktuellen Entwicklungsstand gesehen werden. Zudem sen. Außerdem zeigte sich, dass AthletInnen mit großen gehört eine hohe Anpassungsfähigkeit und eine hohe Wachstumsschüben vorübergehend einem größeren Lernbereitschaft zur sportlichen Weiterentwicklung. Ohne Verletzungsrisiko ausgesetzt sind. Vor Kurzem wurde auch eigene Motivation geht es jedoch nicht. ein Artikel akzeptiert, in welchem wir uns die Entwicklung des sportmotorischen Leistungsniveaus von NachwuchsskirennläuferInnen im Vergleich von vor 15 Jahren und Verrätst du mir ein geheimes Talent von dir? Oder hast heute angeschaut haben. Hier sind klare Tendenzen zu 19


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erkennen, dass die heutigen NachwuchsskirennläuferInnen deutlich bessere Rumpfkraftwerte aufweisen als jene, die vor 15 Jahren getestet wurden, was sich durch diverse Trainingstrends und diverse Verletzungsstudien, in denen die Bedeutung der Rumpfkraft in der Verletzungsprävention aufgezeigt wurde, in den letzten Jahren erklären lässt. Zudem startet ein Projekt, welches den Einfluss des biologischen Entwicklungsstandes bzw. diverser anthropometrischer Parameter auf das Verletzungsrisiko untersuchen wird. Hier sind schon klare Tendenzen zu erkennen, dass weniger weit entwickelte Kinder ein höheres Verletzungsrisiko haben, da die Trainingsintensitäten nicht genügend differenziert werden. Darauf aufbauend sollen dann noch weitere Risikofaktoren im Nachwuchsskirennlauf untersucht werden. Im Herbst wird zudem das Klug und Fit Projekt fortgesetzt. In Kooperation mit der Uni Salzburg wird dabei die sportmotorische und kognitive Leistungsfähigkeit der österreichischen Schuljugend untersucht.

halten Lehrveranstaltungen und können so ihre Erfahrungen direkt an die StudentInnen weitergeben. Außerdem ist es für die Studierenden von Vorteil, dass sie im Zuge eines Praktikums im Olympiazentrum die Möglichkeit haben, das im Studium Gelernte in der Praxis anwenden zu können bzw. beobachten zu können. Du hast schon früh angefangen Tennis zu spielen. Wer war damals größer, du oder der Tennisschläger? Viel wird da tatsächlich nicht gefehlt haben. Allerding spiele ich schon seit ich denken kann Tennis und habe daher keine genaue Erinnerung an die ersten Tage auf dem Tennisplatz. Ich glaube ich war zwei Jahre alt, als mir meine Familie das erste Mal einen Schläger in die Hand gegeben hat. Hast du Vorbilder oder Leute, die dich inspiriert haben bzw. inspirieren? Meine Eltern, sie haben mich sowohl beruflich als auch menschlich inspiriert und mir gezeigt, dass man Beruf und Familie sehr wohl gut unter einen Hut bekommen kann.

Was schätzt du am meisten an der Arbeit am Olympiazentrum? Definitiv das Team und die feine Atmosphäre am Olympiazentrum. Zudem schätze ich die Wertschätzung und Eigenständigkeit. Meine Arbeit besteht nicht in einem Abarbeiten einer to-do Liste, sondern ich kann meine eigenen Vorstellungen verwirklichen.

Gibt es eine sportliche Karriere, vor der du besonders Hochachtung hast und welche du besonders viel verfolgst oder verfolgt hast? Ja, bei Marcel Hirscher hat mich immer die Konsequenz fasziniert, mit welcher er seiner sportlichen Karriere nachgegangen ist. Er war wahrhaftig ein vollkommener Athlet und sicherlich für viele Nachwuchssportler ein Vorbild. Die Entwicklung von Anna Stöhr habe ich ebenfalls sehr nah mitbekommen, da auch ein persönlicher Kontakt vorliegt. Sie hat sehr viel erreicht und durch ihre beeindruckende Karriere und ihr sympathisches Auftreten den Klettersport in Österreich vorangetrieben.

Worin siehst du die Vorteile und (Nachteile?) der Zusammenarbeit des Instituts für Sportwissenschaft und des Olympiazentrums? Hauptsächlich sehe ich Vorteile, vor allem in der Verknüpfung zwischen Theorie und Praxis. Durch die enge Zusammenarbeit kann die tägliche Forschung in die tägliche Praxis übertragen werden. Viele der Trainer am OZ

Lisa Steidl-Müller im Gespräch mit einer Studentin

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© Sport.Tirol Text: Simon Leitner, Eva Schwienbacher, Headerbild: Elisa Haumesser Bild: GEPA – Jasmin Walter

PLÖTZLICHE STILLE IM SPORT. WIE WIRKTE SICH DIE CORONABEDINGTE ZWANGSPAUSE AUF PROFISPORTLER AUS?

Lukas, wie hast du die vergangenen Monate als Trainer erlebt? Es war so, dass die Rennen im Profiradsport ebenso wie im U23-Bereich schon gestartet haben und man sich gewissermaßen schon in der heißen Phase befand, als man durch die Coronakrise abrupt zum Stillstand gezwungen wurde. Die Sportler kamen quasi gerade aus dem Winterschlaf, waren wirklich heiß auf die Wettkämpfe – und dann war alles nach wenigen Rennen schon wieder vorbei. Da war die Enttäuschung bei dem einen oder anderen natürlich ziemlich groß.

Wie motivierten sie sich während des Lockdowns? Und hatte das Ganze auch Positives? Unser Trainer Lukas Höllrigl und unser Athlet Markus Wildauer berichteten bei sport.tirol gemeinsam mit Sportpsychologe Christopher Willis über ihre Erfahrungen.

Wie hat sich das auf den Alltag der Sportler ausgewirkt? Man muss das Ganze in zwei Phasen unterteilen. In der strengeren Phase mit dem Lockdown war es für die Athleten schwierig, sich bei Laune zu halten. Wenn ein Radfahrer nicht auf sein Rad kann, leidet natürlich die Motivation. Als Trainer muss man versuchen, sich Dinge einfallen zu lassen, damit die Fahrer trotzdem was zu tun haben. Sie sagen: Okay, ich habe zwar im Moment nicht die Möglichkeit, aufs Rad zu steigen, dafür arbeite ich aber an Bereichen, die sonst vielleicht auf der Strecke bleiben, etwa ganz allgemein am Bewegungsapparat oder an der Mobilisation. Dann gab es die andere Phase, in der Wettkämpfe zwar nicht abseh-

ERFAHRUNGEN HÖLLRIGL – Lukas Höllrigl ist als Trainer und Leistungsdiagnostiker bei uns am Olympiazentrum Tirol Innsbruck tätig. Unter anderem betreut er Fahrer des Tirol KTM Cycling Teams, des Innsbrucker Nachwuchs-Rennstalls für angehende Radprofis aus dem U23-Bereich. Durch den Ausbruch von Covid-19 wurde dem heimischen Radsport eine längere Zwangspause verordnet. 21


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bar waren, man aber zumindest wieder Rad fahren konnte, wenn auch nur in Österreich und nicht über die Grenzen hinaus. Da war alles schon wieder um einiges einfacher. Was waren für dich als Trainer die größten Herausforderungen während dieser Zeit? Naja, natürlich fällt man auch als Trainer erst mal in ein Loch. Man hat sich den ganzen Winter über Gedanken über Trainingsinhalte gemacht, damit man die Athleten weiterbringt und sie eine erfolgreiche Saison haben, und dann schmeißt Corona alles über den Haufen. Wir mussten viel mit Was-wäre-wenn-Szenarien arbeiten. Das war, glaube ich, die größte Challenge aus Trainersicht, mit dieser unklaren Situation umzugehen und dabei trotzdem analytisch und nüchtern zu bleiben. Wie sieht es momentan aus? Herrscht mittlerweile wieder etwas mehr Klarheit? Ja, die offenen Variablen werden immer weniger. Wir kommen langsam zu den Wettkämpfen hin, haben auch schon Termine, und es gibt keine großen Fragezeichen mehr. Im Grunde bereiten wir nun einen standardmäßigen Trainingsaufbau vor, wie man das sonst im Frühjahr macht. Insofern hat sich die Saison für uns durch den Lockdown und die Folgen eigentlich nur um ein paar Monate nach hinten verschoben. Siehst du diese erzwungene Pause eher als Vor- oder als Nachteil? In Bezug auf das Training hatte das Ganze sicher auch positive Effekte. Ich habe bei vielen unserer Radsportler gemerkt, dass sie die Zeit wirklich effektiv genutzt und in gewisser Weise auch genossen haben. Sie konnten etwa lange Grundlagentrainings, die man normalerweise im Winter in einem Trainingslager im Ausland macht, zu Hause absolvieren. Das hat den Athleten die Möglichkeit eröffnet, klassische längere Routen oder große Genussrunden in Tirol zu fahren, wofür es im Sommer im Normalfall kaum Gelegenheit gibt. Das hat vielen gut getan. Zudem konnte man auch mal neue Dinge ausprobieren. Was die Wettkämpfe selbst betrifft, kann ich mir aber vorstellen, dass es für den einen oder anderen nun schwer werden dürfte, nicht zuletzt im Hinblick auf die nächste Saison.

anderen Seite haben junge Fahrer dadurch aber vielleicht größere Chancen. Ich glaube jedenfalls, dass da einiges passieren kann.

DIE SICHT DES ATHLETEN – Markus Wildauer (22) hat seine Rennradkarriere mit 14 Jahren beim RC Tirol aus Vomp begonnen. Seit 2017 fährt er für das Tirol KTM Cycling Team. Er gilt als Allrounder, sprich er kann bergauf schnell fahren und hält auch im Flachen beim Zeitfahren mit. Seine zwei größten Erfolge erzielte er 2018 mit dem Etappensieg beim Giro Ciclistico d’Italia (Baby-Giro) und dem dritten Platz bei der EM im Einzelzeitfahren. Wildauer lebt im Zillertal. Sein großes Ziel ist, den Sprung in eine Profimannschaft zu schaffen. Wie hat sich die Corona-Pandemie auf die Ausübung deines Sports ausgewirkt? Der Alltag im Lockdown war ziemlich monoton. Ich habe darauf geachtet, dass ich den Trainingsumfang reduziere, aber intensiver trainiere, um die Form zu halten. Auch Abwechslung versuchte ich reinzubringen, um nicht stundenlang nur indoor auf der Rolle zu sitzen. Was war die größte Herausforderung während des Lockdowns? Eine Herausforderung war, die Motivation nicht zu verlieren. Speziell am Anfang, als die Infektionszahlen immer weiter und weiter gestiegen sind, folgte eine Rennabsage der anderen. Plötzlich waren keine Rennen mehr in Aussicht. Ich motivierte mich mit langfristigen Zielen. Mein größtes Ziel ist, den Sprung in die Profiliga zu schaffen.

Inwiefern erschwert Corona die Verwirklichung dieses Traums? Als Nachwuchssportler wäre es gut, sich bei internationalen Rennen präsentieren zu können und gute Ergebnisse einzufahren. Ohne Rennen ist das denkbar schwierig. Meine Hoffnung liegt in den internationalen Rennen, wie dem Baby-Giro, nachdem ja ganz kurzfristig auch die Tour de l’Avenir abgesagt worden ist. Bezüglich der EuropameisterInwiefern? schaft im französischen Plouay, die für August geplant ist, Durch die Zwangspause finden viele Rennen ja später als hoffen wir noch. Dort würde ich mich gerne stark präsensonst und folglich sehr komprimiert im August, September tieren. Voraussetzung ist, dass sie stattfindet. Eine gewisse und Oktober statt. Die Saison ist insgesamt länger, und man Unsicherheit herrscht nach wie vor. Kommt eine zweite muss sich die Frage stellen, wie man darauf reagiert – ob Welle? Wie schaut es mit den Auflagen aus? man also beispielsweise die Winterpause verlängert oder nicht. Gerade für arrivierte Fahrer mit alten, seit Jahren bewährten Mustern könnte das ein Problem darstelWie gelingt es dir, die Motivation nicht zu verlieren? len, wenn sie jetzt einen solchen Bruch erleben. Auf der Derzeit finden ja einige der wichtigsten Radrennen statt. 22


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Empfehlungen und versuche, das Risiko einer Ansteckung zu minimieren. Ich vermeide beispielsweise Einkaufzentren oder Bars.

Das spornt mich an. Da will ich zeigen, dass ich gut bin und es wirklich will. Während des Lockdowns war auch der telefonische Kontakt zu Mannschaftskollegen wichtig. Wir tauschten uns aus und bauten uns gegenseitig auf. Wirken sich die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Rennabsagen auf deine finanzielle Situation aus? Ich habe das große Glück, als Heeressportler nicht von Prämien und Sponsorengeldern abhängig zu sein. Ich bin sehr dankbar, in dieser Zeit weiter Unterstützung zu bekommen. Wie sieht die aktuelle Situation aus? Trainiert ihr wieder in der Mannschaft? Seit es wieder erlaubt ist, trainieren wir wieder in der Gruppe. Das macht definitiv mehr Spaß als alleine. Die Zeit vergeht viel schneller. Gerade nach der langen Periode, in der man sich nicht sehen konnte, hat man viel zu besprechen. Wie schaut es mit Sorgen um deine Gesundheit aus? Hast du Angst, dich mit dem Virus zu infizieren? Angst würde ich es nicht nennen, aber klar macht man sich Gedanken. Eine Ansteckung würde bedeuten, Zeit zu verlieren, kein Training, kein Kontakt zu anderen, möglicherweise keine Rennen. Ich halte mich an die allgemeinen

Hast du in den letzten Wochen jemals ans Aufgeben gedacht? Nein, aufgeben war nie Thema für mich. Ich möchte noch viel erreichen.

Markus Wildauer beim Heimtraining auf der „Rolle“

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Anna Schneeberger beim Training im Olympiazentrum

ONLINE EM IM POOMSAE. AUCH IM LEISTUNGSSPORT BLIEBEN EINIGE UMSTRUKTURIERUNGEN NICHT AUS.

Neues. Man konnte sich seine eigene Location basteln und war nicht an den üblichen Turniermodus gebunden. Das bekannte Turniergefühl war schon nicht ganz so ausgeprägt, aber gerade dadurch war es auch echt spaßig.

Der europäische Taekwondo Verband reagierte gekonnt auf die neuartige Situation und ermöglichte die Austragung einer offenen Europameisterschaft im Poomsae (Formenlauf) mit über 1200 TeilnehmerInnen aus 75 verschiedenen Ländern. Dabei wurden die Technikdisziplinen gefilmt und anschließend von den Kampfrichtern bewertet. Anna Schneeberger konnte sich dabei den 20. Platz in der allgemeinen Klasse sichern – eine großartige Leistung bei einem Teilnehmerfeld von über 110 Sportlerinnen aus 42 Nationen.

Wie genau lief diese Online-Europameisterschaft ab? Wir haben eine Deadline bekommen, bis zu der wir Videos auf YouTube hochladen mussten. Insgesamt hatten wir 24 Stunden Zeit sechs Formen am Stück vor laufender Kamera durchzuführen. Auch während der Pausen mussten wir im Bild bleiben. Dann wurden die Videos von Kampfrichtern angeschaut und bewertet. Dies wurde live übertragen, so dass wir die Bewertung entspannt vor dem Fernseher anschauen konnten. Wobei so entspannt war es dann doch nicht, ich war schon sehr angespannt, als es dann zu meiner Bewertung kam und meine ganze Familie hat mitgefiebert.

WORDRAP

An dieser Stelle auch von uns noch einmal herzlichen Glückwunsch zu deiner großartigen Platzierung. Waren die Emotionen insbesondere nach deinem Erfolg dieselben? Es war schon anders, als wenn man direkt auf der Matte steht. Vor allem war diesmal ein größerer zeitlicher Abstand

Anna, du hast erfolgreich an dieser neuen Form der Europameisterschaft teilgenommen. Wie hast du die Teilnahme selbst erlebt? Es war eine sehr interessante Erfahrung, etwas komplett 24


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zwischen der erbrachten Leistung und der Bewertung. Dadurch war alles schon so fix, man hatte es nicht mehr in der Hand und konnte keinen Einfluss mehr nehmen. Die Freude über den Erfolg war aber auf jeden Fall riesig!

angenommen. Zuerst hatten die Veranstalter Sorge, es würden auf Grund der besonderen Veranstaltungsart zu wenig Teilnehmer geben und ließen deshalb AthletInnen aus allen Nationen zu. Tatsächlich ist aber das Gegenteil eingetreten. Die online Austragung hat vielen AthletInnen eine Teilnahme überhaupt erst ermöglicht, da sie ansonsten vielleicht nicht die finanziellen Mittel gehabt hätten zum Austragungsort zu reisen. Alle hatten durch diesen leichten Zugang also die gleichen Chancen – viele Talente konnten sich dadurch zeigen!

In deinem Video sieht man zwischendurch Jemanden den Rasen mähen. Was hat es damit auf sich? Mein Trainer hatte die Idee mit den Videos einen Wiedererkennungswert für die nächsten Turniere zu schaffen. Unser Ziel war es, dass die Videos im Kopf bleiben und ich auf den nächsten Turnieren mit ihnen assoziiert werde. Wir haben also gewissermaßen versucht die Videos zur Vermarktung zu nutzen und haben uns deshalb Gedanken über die Location gemacht und Flaggen aufgehängt. Mein Trainer hatte dann noch die witzige Idee mit der lustigen Pausengestaltung zwischen den Formläufen. Das hat sehr gut funktioniert, auch wenn die Pausen zum Teil zu witzig waren, weil ich mich ja noch auf meine nächste Runde konzentrieren musste.

Wie geht die Saison für dich jetzt weiter? Welche Ziele hast? Mein Wunsch ist es, bald wieder Wettkämpfe machen zu können. Bei all dem Training gehen einem die Turniere schon ab, irgendwann will man sich auch wieder beweisen. Im Oktober stehen die Staatsmeisterschaften an, auf die freue ich mich schon sehr. Das langfristige Ziel bleibt aber eine WM- oder EM-Medaille. Die online-Europameisterschaft war nur ein kleiner Trost für die ausgefallene WM heuer in Dänemark. Sie wird nun auf 2022 verschoben und in Korea stattfinden.

Was sind aus deiner Sicht die Vor- und Nachteile einer solchen online Veranstaltung? Ein Vorteil ist auf jeden Fall, dass man sich selbst und auch allen anderen zuschauen kann. Bei den Turnieren ist man oftmals so auf sich konzentriert und fokussiert, dass man nur wenig von den anderen mitbekommt. Diesmal konnte man echt alle Leistungen in Ruhe anschauen und auch würdigen.

Kannst du dich durch die zeitliche Verzögerung der WM nochmal anders und vielleicht auch besser vorbereiten? Die gewonnene Zeit kommt mir eigentlich wirklich zugute. Es wäre sicherlich dieses Jahr eine tolle Erfahrung gewesen dabei zu sein, aber bei der nächsten WM kann ich bestimmt noch andere Platzierungen ins Auge fassen, als ich es dieses Jahr gekonnt hätte. Es ist schon ein Jahr, das ich dazu geschenkt bekommen habe.

Siehst du Potential in dieser Wettkampfsform? Ja, diese online Veranstaltung wurde ja zumindest sehr gut

Anna beim Formenlauf der Em 2020

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SOCIAL MEDIA

BEHIND THE SCENES ... OF SOCIAL MEDIA. durchgesetzt. Für Videoclips eignet sich zusätzlich Vimeo sehr gut. Die Basis bildet allerdings die Homepage auf der alle Informationen sowie sportliche Neuigkeiten und Erfolge zu finden sind und zudem interessante Blogbeiträge geteilt werden. Einmal pro Jahr veröffentlichen wir einen Jahresabschlussbericht, unseren #visionsreport, in dem nochmal alle Highlights des vergangenen Jahres anschaulich dargestellt werden. Dieser wird gedruckt und online über issuu.com veröffentlicht.

FÜR ZAHLREICHE BEREICHE SIND DIE SOZIALEN MEDIEN SEIT LANGEM DER REICHWEITENSTÄRKSTE KANAL UND DER SPORT IST DAVON NICHT AUSGENOMMEN. Möchten sich AthletInnen öffentlich wirksam platzieren, um zum Beispiel Sponsoren zu bekommen, so kommen sie um ein gutes Auftreten bei Instagram, Facebook, Twitter und Co. nicht herum. Lisa Totschnig und Adele Tietgen gewähren Einblicke hinter die Kulissen der Öffentlichkeitsarbeit am Olympiazentrum Tirol und berichten über den Nutzen von Social Media aber auch die Schwierigkeiten, die mit der Präsenz von Sportlern auf den sozialen Medien einhergehen.

Adele, was ist dir bei der Öffentlichkeitsarbeit am Olympiazentrum persönlich besonders wichtig? Im Vordergrund steht für mich die Anerkennung und Würdigung der (sportlichen) Leistungen der AthletInnen und das gänzlich unabhängig von der ausgeübten Sportart oder dem Geschlecht der/des AthletIn. Ich möchte den SportlerInnen auf den sozialen Medien einen Platz und eine Stimme geben und beziehe sie daher direkt in die Gestaltung der Beiträge mit ein. Außerdem möchte ich den Followern und LeserInnen Einblicke in die Arbeit von und mit SpitzensportlerInnen gewähren. Dahinter steckt nämlich eine weitaus vielfältigere Arbeit als man mitunter denken mag.

WORDRAP Wo seht ihr den Nutzen, aber auch die Nachteile von Social Media? An den Instagram-Account eines Athleten/einer Athletin beispielsweise werden von verschiedenen Seiten unterschiedliche Erwartungen und Ansprüche gestellt. Fans sind natürlich an den Erfolgen ihrer LieblingssportlerInnen interessiert, wollen zugleich aber auch über die sozialen Medien einen Einblick in das persönliche Leben des/der AthletIn bekommen und wünschen sich eine gewisse Authentizität. Parallel müssen aber auch Erwartungen von Sponsoren erfüllt werden, welche oft die Repräsentation der eigenen Marke oder Produkten einfordern und sich eine Steigerung der Markenbekanntheit erhoffen. Gerade bei Sportarten, wo weder die Preisgelder sehr hoch, noch hohe Sendezeiten vorhanden sind, sind die AthletInnen oft auf Kooperationen und die Unterstützung von Sponsoren finanziell angewiesen. Die Frage wie AthletInnen Sponsoren gewinnen können und wie sie ihre Öffentlichkeitsarbeit so gestalten können, dass Sponsoren einen Nutzen daraus ziehen, ist daher für viele AthletInnen essentiell. Es ist also immer eine Gratwanderung zwischen der eigenen Privatsphäre und den Erwartungen der Follower und Sponsoren. Die AthletInnen gehen damit sehr unterschiedlich um, das ist eine Typsache.

Lisa, inwiefern unterscheidet sich der ErnährungsInstagram-Account des Olympiazentrums @sporternaehrungtirol von anderen Ernährungsseiten ? Soziale Medien werden nicht mehr nur zur sozialen Interaktion und zum zwischenmenschlichen Austausch genutzt, sondern insbesondere auch als Informationsplattform. Bei der Fülle an Informationen im Netz ist es aber zum Teil schwierig relevante und wissenschaftliche fundierte Beiträge zu finden. Wir versuchen daher wissenschaftlich Erkenntnisse verständlich und anschaulich aufzubereiten und verweisen hierbei auch auf die wissenschaftlichen Quellen. Zudem ist ein Großteil der Informationen bzw. Empfehlungen im Netz nicht auf SportlerInnen ausgelegt und weisen somit nur bedingt für diese Personengruppe Gültigkeit auf. Unsere Beiträge richten sich gezielt an SporterInnen und greifen für sie interessante Themen auf. Adele, welchem Account sollte man deiner Meinung nach auf alle Fälle folgen? All denjenigen, die an den sportlichen Erfolgen der österreichischen olympischen AthletInnen interessiert sind, würde ich die Instagram Seite des Österreichischen Olympischen Komitee (@olympic_team_austria) empfehlen. Ansonsten gibt es mehrere gute Beispiele, spontan fällt mir zum Beispiel der Instagramaccount von

Welche Medienplattformen kommen im Sport bzw. speziell am Olympiazentrum Tirol derzeit zum Einsatz? Wie auch in den meisten anderen Bereichen haben sich im Sport die sozialen Plattformen Facebook und Instagram 26


SOCIAL MEDIA

Janine Flock ein. Sie hat immer interessantes Material (zum Teil natürlich auch durch ihren Sponsoringpool bedingt) und informiert ausführlich über ihre Fortschritte und sportlichen Erfolge. Ansonsten gefällt mir persönlich der

Account von Shauna Coxsey, da sie viele kurze Ausschnitte aus ihrem Training zeigt und dabei immer Spaß am Sport vermittelt.

Instagram Accounts OZ & Adele bei der Produktion

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INSTAGRAM

@olympiazentrumtirol

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#wesupportvisions

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#wesupportvisions


SPORTERNÄHRUNG

SPORTERNÄHRUNG TIROL ... Unterschiedliche AthletInnen aus verschiedenen Sportarten benötigen andere Ernährungsempfehlungen. Von daher gibt es eigentlich nie eine Pauschalantwort, stattdessen müssen bei jeder Beratung andere sportartspezifische und individuelle Aspekte berücksichtigt werden. Zum Beispiel kommt es darauf an, in welcher Trainingsphase sich die AthletInnen zur Zeit befinden oder ob der Athlet/die Athletin ein bestimmtes akutes Anliegen wie eine Nährstoffunterversorgung hat oder ob nur grundsätzlich die Abstimmung der Ernährungsweise an die sportartspezifischen Bedürfnisse verbessert werden soll. Insgesamt würde ich das aber eigentlich nicht als Schwierigkeit sehen, vielmehr als eine Herausforderung.

... UND WEIT DARÜBER HINAUS. DIE INFORMATIONSPLATTFORM ZUM THEMA ERNÄHRUNG DES OLYMPIAZENTUM TIROL. Lisa Totschnig ist seit über einem Jahr die Ansprechpartnerin für AthletInnen des Olympiazentrum Tirols bei Fragen zum Thema Ernährung und betreut zudem den InstagramAccount @sporternaehrungtirol. An dieser Stelle hat sie uns ein paar Fragen über ihre Arbeit und die Ernährung im Spitzensport beantwortet.

Was schätzt du an der Arbeit am OZ? Die Abwechslung und die Zusammenarbeit im Team. Alle SpezialistInnen stecken hier in einem Haus, Lisa, im Sinne unseres Leitspruches, welche Visionen hast dadurch bekommt man sehr viel unterschiedlichen du für den Bereich Sporternährung am Olympiazentrum? und bereichernden Input. Zudem schätzte ich natürlich Meine Vision ergibt sich grundsätzlich aus den Visionen den direkten Austausch mit den AthletInnen, der den der AthletInnen – ich will ihnen auf dem Weg zu ihren eigentlichen Reiz meiner Arbeit darstellt. Ich freue mich sportlichen Visionen mit einer optimierten Ernährung immer über die gemeinsame Arbeit mit den AthletInnen, helfen. Meines Erachtens ist die Ernährung einer der da nur durch die Zusammenarbeit individuell passende notwendigen Feinschliffe für Bestleistungen und Erfolge. Ernährungskonzepte ausgearbeitet werden können und ihre Rückmeldungen sehr bereichernd sind.

WORDRAP

Was ist dein Geheimrezept in der Ernährungsberatung? Zum einen müssen Ratschläge und Hinweise zur Ernährungsweise zwingend umsetzbar sein. Ich kann noch so viele in der Theorie richtige Überlegungen haben, wenn der Athlet/die Athletin es nicht praktisch umsetzen kann, haben die gut gemeinten Ratschläge ihr Ziel leider weit verfehlt. Zum anderen müssen die Ernährungsratschläge immer individuell an die AthletInnen angepasst sein. Nicht selten erfordert es viel Feingefühl und „zwischen-denZeilen-lesen“ um herauszufiltern was der/die AthletIn wirklich braucht.

Hast du einen allgemeinen Ernährungstipp? Sich so abwechslungsreich wie möglich zu ernähren, das ist meines Erachtens nach das A und O. Jeder kann zum Beispiel darauf achten, dass bei annähernd jeder Mahlzeit alle Farben des Regenbogens auf dem Teller vertreten sind. Eine abwechslungsreiche und vollwertige Ernährung stellt die Basis für eine optimale Ernährung dar – auch in der Sporternährung.

Gibt es eine Sportart wo die Ernährung am wichtigsten ist? Nein – die Ernährung ist in jeder Sportart wichtig! Eine gute Ernährungsweise hat positive Auswirkungen auf die Verletzungsprophylaxe sowie auf Regenerationsmaßnahmen und kann mitunter ausschlaggebend für die Leistung im Wettkampf sein. Davon kann jede/r AthletIn aus jeder Sportart profitieren.

Infos, Rezepte und mehr .... @sporternaehrungtirol

Welche Schwierigkeiten gibt es in der Ernährungsberatung im Leistungssport? 30


SPORTERNÄHRUNG

ERNÄHRUNG IM FOKUS

M O H N – U N G E W O L LT G E D O P T ?

INSTA POST #06

Mohn (Papaver) ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Mohngewächse (Papaveraceae) mit weltweit zwischen 50 und 120 Arten.

Instagram: sporternaehrungtirol

Mohnsamen gehören zu den calciumreichsten Lebensmitteln und sind wertvolle Lieferanten von BVitaminen. Trotzdem steht der Mohn immer wieder im Schattenlicht - worauf ist dies zurückzuführen? Häufig wird Mohn in Verbindung mit Doping gebracht, da Mohnsamen Spuren von Morphin, eine Substanz, die auf der Verbotsliste zu finden ist, enthalten können (näheres hierzu weiter unten). In der Regel ist der Morphin-Gehalt sehr gering und gesundheitlich unbedenklich, unterliegt jedoch Schwankungen aufgrund der verarbeiteten Sorten, der Herkunft, des Erntezeitpunktes und der angewendeten Sorgfalt und Verfahren bei der Herstellung. Der Schlafmohn, der als Nahrungsmittel verwendet wird, enthält an sich kein Morphin bzw. keine Opiate (Substanzen mit morphinartiger Charakteristik). Woher kommen dann die verbotenen Inhaltsstoffe? Hierfür verantwortlich ist das Opium - auch Mohnsaft genannt. Opium wird in der Kapsel, im Stängel und in den Blättern gebildet. Die zum Verzehr geeigneten Mohnsamen enthalten an sich kein Opium, jedoch ist eine Kontamination bei der Ernte möglich und erklärt die Herkunft der verbotenen Substanz. Ungewollt gedopt? Der Verzehr von Lebensmitteln mit Mohn, wie Mohnkuchen, Mohnbrötchen, Mohnnudeln, Germknödel uvm., kann zu einem positiven Dopingtest führen, abhängig von der Art, Herkunft und Menge der zugeführten Mohnsamen. Es ist allerdings nicht möglich eine Empfehlung auszusprechen, wie viel Mohn gegessen werden kann, um unter der von der WADA festgelegten Testschwelle zu bleiben. Eine Untersuchung des BfR hat gezeigt, dass die Morphin-Gehalte von Speisemohn stark variieren, teilweise wurden beträchtliche Mengen nachgewiesen. Genauso kann keine Vorhersage getroffen werden, wie lange Morphin und dessen Metaboliten aus Mohn im Organism nachgewiesen werden können. Untersuchungen zeigten, dass Morphin auch nach 48 Stunden nach der Einnahme von Mohn im Urin nachgewiesen werden konnte. Die Überschreitung des Morphin-Grenzwerts durch den Verzehr von Lebensmitteln mit Mohn kann nicht ausgeschlossen werden.

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ERNÄHRUNG IM FOKUS

A U TO P H A G I E

INSTA POST #07

Es kommt nicht nur darauf an - was man isst, sondern auch auf den Rhythmus und die zeitlichen Abstände. Instagram: sporternaehrungtirol

In jedem Menschen findet sie statt - die Autophagie, ein innerer Reinigungsprozess. Bekannt wurde sie durch den Japaner Yoshinori Ohsumi, der 2016 den Medizin-Nobelpreis für sie bekommen hat, seitdem liest man sie überall. Das Wort Autophagie setzt sich aus den griechischen Wörtern auto (selbst) und phagie (essen) zusammen und bedeutet somit wörtlich "Selbstfressen". Was gefährlich klingt, ist lebensnotwendig. Sascha Martens, vom Zentrum für Molekular Biologie der Universität Wien, vergleicht die Autophagie mit unserem täglichen Leben: Wir produzieren Müll, welcher im Müllsack entsorgt, zur Verbrennungsanlage geliefert und verbrannt wird. In unserem Körper findet dieser Prozess äußerst effizient statt. Abfallstoffe werden aus dem Organismus transportiert, wie bei einer Müllabfuhr mit Recyclinganlage. Die noch verwertbare Bestandteile werden wiederverwendet. Die menschliche Zelle erkennt also den schädlichen Abfall, zerlegt diese in seine Bestandteile und verwertet diese entweder wieder, verbrennt sie zur Energie oder sorgt für deren Zerstörung. Unsere Zellen sind jedoch wie eine Fabrik. Um die Reinigung in der Fabrik durchführen zu können, müssen die Maschinen still stehen. Eine ständige Nahrungszufuhr verhindert dies, da die zugeführten Nährstoffe verarbeitet werden müssen. Um den Selbstreinigungsprozess zu ermöglichen sind Pausen zwischen den Mahlzeiten erforderlich. Erst wenn keine neue Nahrung zugeführt wird, können die Maschinen still stehen und sich um die eigene Reparatur kümmern. Um die Autophagie zu aktivieren gelten 14-18 Stunden (zeitliche Pause zwischen den Mahlzeiten) als Richtwert, doch hier bedarf es noch weitere Forschung. Nicht nur (Intervall-)Fasten* wirkt sich förderlich auf die Autophagie aus, auch körperliche Aktivität (Sport) unterstützt den Prozess. Studien weisen außerdem darauf hin, dass auch gewisse Nahrungsmittel wie Weizenkeime, Champignons, Käse, Salat, Birnen, Pfeffer, Pilze und Soja, aufgrund des enthaltenen Spermidin-Gehalts die Autophagie ankurbeln können. * Fasten ist keine Diät. Fasten bedeutet auch nicht hungern. Wer eine Diät macht, zielt meist auf eine möglichst schnelle Gewichtsabnahme. Beim Fasten hingegen steht die Entgiftung - die Reinigung im Fokus. Doch auch beim Fasten ist eine Gewichtsabnahme meist ein (kurzfristiger) Nebeneffekt, aufgrund der Wasserausscheidung, welche meist durch die verringerte Salzzufuhr ausgelöst wird.

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Wissenschaftliche Postings @sporternaehrungtirol

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SPORTERNÄHRUNG

ERNÄHRUNG IM FOKUS

3 + 2 + 1

INSTA POST #08

Die Grundlage der Ernährung oder in diesem Sinne ein Countdown zum Erlangen eines Basiswissens über die Ernährung.

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Welche Nährstoffe finden wir in unserer Nahrung? Bei den Nährstoffen wird zwischen Makro- und Mikronährstoffen unterschieden. Kohlenhydrate, Eiweiße (Proteine) und Fette (Lipide) versorgen uns mit Energie - die sog. Makronährstoffe. Vitamine und Mineralstoffe erfüllen lebensnotwendige Funktionen in unserem Organismus, liefern jedoch keine Energie - die sog. Mikronährstoffe. Und nicht zu vergessen gilt Wasser - unser Lebenselixier. Bei Kohlenhydraten wird unterschieden ob es sich um Einfach- (Mono-), Zweifach- (Di-), Mehrfach- (Oligo-) oder Vielfachzucker (Polysaccharide) handelt. Proteine sind kettenartig miteinander verknüpfte Aminosäuren. Genau genommen versteht man unter einem Protein eine Kette ab etwa 50 Aminosäuren (je nach Definition). Kürzere Ketten werden als Peptide bezeichnet. Das mit der Nahrung zugeführte Fett besteht zu 99% aus Triglyceriden (ÖGE, 2018). Triglyceride sind Verbindungen aus einem Glycerin (einem Alkohol) mit drei Fettsäuren. Es wird unterschieden ob es sich um gesättigte oder ungesättigte Fettsäuren handelt. Bei den gesättigten Fettsäuren findet eine weitere Unterteilung in kurz-, mittel- (MCT) und langkettige Fettsäuren statt. Bei den ungesättigten Fettsäuren in einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren - welche nochmals in Omega-3-, Omega-6-, und Omega-9Fettsäuren unterteilt werden können. Vitamine sind auf die exogene Zufuhr angewiesen, da sie von unserem Körper nicht selbst hergestellt werden können. Eine Ausnahme stellt Vitamin D dar, hier ist eine endogene Synthese durch ausreichende Sonneneinstrahlung möglich. Es wird zwischen fettlöslichen und wasserlöslichen Vitaminen unterschieden. Die fettlöslichen Vitamine, wie der Name schon sagt, sind auf die Anwesenheit von Fetten angewiesen um resorbiert werden zu können. Die wasserlöslichen Vitamine erfordern dies nicht. Mineralstoffe werden abhängig von der Konzentration in unserem Körper und unserem täglichen Bedarf in Mikro- und Makroelemente eingeteilt. Aus diesen genannten Nährstoffen ist also unsere tägliche Nahrung aufgebaut.

S P O R T E R N Ä H R U N G | CAMPUS SPORT TIROL INNSBRUCK OLYMPIAZENTRUM

ERNÄHRUNG IM FOKUS INSTA POST #11

V I TA M I N D & C O V I D - 1 9

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Die Bedeutung von Vitamin D für SportlerInnen haben wir euch bereits in einem Post zu Beginn des Jahres aufgezeigt. Aufgrund der aktuellen Situation wollen wir euch erneut darauf hinweisen, dass Vitamin D eine besondere Aufmerksamkeit verdient hat. Bevor du diesen Beitrag jedoch liest, würden wir dir empfehlen den Post #02 über die Basics von Vitamin D nochmals in Erinnerung zu rufen und den Post dazu nochmals zu lesen. Eine aktuelle Studie zeigte, dass das Risiko an SARS CoV-2 zu erkranken durch einen guten Vitamin D-Status verringert werden kann. Bei einem Vitamin D-Mangel liegt die Infektionsrate mit SARS-CoV2 um 54% höher im Vergleich zu Personen mit optimalem Vitamin D-Status. Je niedriger der Vitamin D-Status, umso höher die Infektionsrate mit SARS-CoV-2 (Kaufman et al. (2020). SARS-CoV-2 positivity rates associated with circulating 25-hydroxyvitamin D levels.). Daher könnte Vitamin D zur Verringerung des Risikos einer SARS-CoV-2 Infektion und der COVID-19-Krankheit beitragen. Generell gilt jedoch, dass die bisherigen Studienergebnisse eine zum Teil starke Korrelation zwischen Vitamin D Status und Erkrankungsrisiko/verlauf zeigen, eine Kausalität ist damit aber nicht bewiesen. Auch wenn es noch weiterer Forschung bedarf, weisen diese Ergebnisse auf die Bedeutsamkeit von Vitamin D hin. Die Empfehlungen für eine Supplementierung sind weltweit unterschiedlich. In Österreich sowie in Deutschland und in der Schweiz werden 20µg pro Tag bzw. 800 IE empfohlen, um eine optimale Vitamin D-Versorgung zu erreichen (Hinweis: 1 IE = 0,025µg). Um diesen Tagesbedarf zu decken kann eine Supplementierung erforderlich sein, vor allem bei nicht ausreichender Sonnenexposition in den Wintermonaten. Informationen über deinen derzeitigen Vitamin D-Status, verrät dir die Bestimmung von 25(OH)D im Serum. Ein Laborbefund schafft dir Klarheit. Beachten solltest du auf alle Fälle, dass eine Dosierung von 100µg/d bzw. 4.000 IE/d keinesfalls überschritten werden soll.

S P O R T E R N Ä H R U N G | CAMPUS SPORT TIROL INNSBRUCK OLYMPIAZENTRUM | Lisa Totschnig, BSc

Wissenschaftliche Postings @sporternaehrungtirol

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SPORTERNÄHRUNG

Lisa Totschnig bei der Beratung

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WEAR2WIN

WEAR2WIN BERICHT 2020. OLYMPIAZENTRUM TIROL - EIN INNOVATIVES PROJEKT ZUR UNTERSTÜTZUNG UNSERER SPITZENSPORTLER/INNEN Ein nach aktuellen sportwissenschaftlichen Erkenntnissen durchgeführtes Training muss im Hochleistungssport, und somit auch im Olympiazentrum, zwingend die Einbeziehung neuester technologischer Hilfsmittel beinhalten. Das Olympiazentrum konnte, durch Unterstützung des ÖOC, in den letzten Jahren vermehrt Produkte aus dem breit gefassten Bereich der Wearable Technologies sowie Mechatronic Driven Devices in das tägliche Training mit den akkreditierten AthletInnen implementieren. Das Projekt mit dem Namen „WEAR to WIN“ basiert auf fortlaufenden Recherchen der neuesten Entwicklungen von Wearables und beurteilt deren Einsatzmöglichkeiten im Spitzen- und Nachwuchssport. Bei der Entwicklung von mechatronisch angetriebenen Trainingssystemen, wie dem IM Lifter, dem Evolution und dem Active-Motion war das Olympiazentrum maßgeblich beteiligt. Somit konnten im Rahmen dieses Projektes fundierte Anleitungen für den täglichen Gebrauch von Wearables sowie mechatroni-

schen Geräten im Training mit unseren Athlet/innen aus Winter- wie auch Sommersportarten erarbeitet werden. Der Einsatz dieser Geräte führt zu einer stetigen Qualitätssteigerung des Trainings, zu einer optimierten Trainingssteuerung bzw. Verletzungsprävention und schlussendlich zu einer Verbesserung der Leistungsfähigkeit in der jeweiligen Sportart. Nachfolgend werden einige ausgewählte Wearables und mechatronische Trainingsgeräte beschrieben, um einen besseren Einblick in diese im Olympiazentrum verwendeten Tools zu bekommen. Der Einsatz von mobiler Nahinfrarotspektroskopie (NIRS) im Olympiazentrum. Bei der Nahinfrarotspektroskopie handelt es sich um eine nichtinvasive Technologie, die es ermöglicht, die Sauerstoffkinetik in der Muskulatur aufzuzeichnen. Die Technologie 34


WEAR2WIN

basiert auf der Tatsache, dass Licht in infrarotem Farbspektrum von sauerstoffgesättigtem Gewebe und Blut in anderer Weise absorbiert wird, als von entsättigtem. In der Sportwissenschaft wird die Technologie angewandt, um die Sauerstoffkinetik in muskulärem Gewebe zu analysieren und in weiterer Folge trainingspraktische Rückschlüsse zu ziehen. Mit den neuen kabellosen Lösungen der Fa. Idiag (Moxy-Sensoren) ist es nun möglich, diese Messungen für Athlet/innen des Olympiazentrums zu nutzen. Als Beispiel wird hier die Nutzung der Moxy-Sensoren zur Überwachung des Blutflusses in der beanspruchten Muskulatur in unterschiedlichen Sitzpositionen auf einem Zeitfahrrad mit einem am Olympiazentrum akkreditierten Radsportler dargestellt. Während der Testung wurden am rechten Bein an zwei Muskeln (m. vastus lateralis & m. gastrocnemius) die muskuläre Sauerstoffsättigung im Muskel laufend erfasst. Diese Werte wurden mittels zweier Moxy-Sensoren an eine Garmin Uhr übermittelt und aufgezeichnet. Nachfolgend konnten die Files direkt auf das Softwaretool TrainingPeaks geladen und ausgewertet werden. Durch diese Messungen konnten kleine Änderungen am Setup des Zeitfahrrades vorgenommen werden, welche einen besseren Performance-Output ermöglichten.

Rosina Schneeberger Kniebeuge mit Druckmesssohlen auf Active Motion

Ferse. Über visuelle oder vibrierende Feedbackmuster kann der Trainierende auf unerwünschte Belastungsmuster aufmerksam gemacht werden. Die Druckmesssohlen stellen somit ein hilfreiches Tool zur Kontrolle von Belastungen der unteren Extremität dar. Im Trainingsbetrieb stellen die Druckmesssohlen eine hilfreiche Möglichkeit zur Überprüfung und stetigen Kontrolle der Belastung während bestimmter Bewegungsausführungen (z.B. Kniebeugen) dar. Asymmetrien der Extremitäten führen zu differenzierten Belastungsmustern, welche im Leistungssport fatale Auswirkungen mit sich bringen können. Das Foto zeigt eine Skirennfahrerin bei einer Feedback-Krafttrainingseinheit am Active-Motion Gerät bei uns im Olympiazentrum mit den eingelegten Druckmesssohlen. Das Active-Motion ist ein luftdruckbetriebenes Trainingsgerät, welches stochastische Kippbewegungen der Standplatten durchführt und somit ein einzigartiges Gleichgewichts- und stabilisationszentriertes Krafttraining ermöglicht.

Patrick Gamper mit Moxy Sensoren am Unterschenkel bei der Diagnose

Geschwindigkeitsbasiertes Krafttraining mit dem GymAware im Olympiazentrum. Das Konzept von geschwindigkeitsbasiertem Krafttraining (velocity based strength training) findet im Olympiazentrum Der Einsatz von Druckmesssohlen zur verbesserten Rück- seit einiger Zeit eine vielfältige Anwendung. Dabei wird die führung von verletzten Athlet/innen im Olympiazentrum. Bewegungsgeschwindigkeit der Übung erfasst, um einerseits die optimale Last für jeden Satz in Echtzeit zu steuern, Im Spitzensport ist speziell nach Verletzungen der Einsatz von Wearables in Form von Feedback von Belastungen und andererseits dem/der Athleten/in / Trainer/in nach jeder Wiederholung ein Feedback über die erbrachte Leistung zu Körperpositionen unverzichtbar. Die sowohl für wissengeben. Gegenwärtig ist für die Trainingspraxis aus unserer schaftliche, aber auch angewandte Fragestellungen geeigneten Druckmesssohlen der Firma Novel, wurden vom Sicht das GymAware Gerät das beste Feedbackmessgerät Campus Sport Tirol Innsbruck Olympiazentrum gemeinsam auf dem Markt. Das in Australien hergestellte Gerät verwendet einen „linear positional transducer“ (LPT) zum mit Univ.-Prof. Dr. Christian Fink (Gelenkpunkt) im Sinne Messen der Geschwindigkeit. Der LPT misst die zeitliche der verbesserten Rückführung von verletzten AthletInnen Veränderung der Distanz (Position), um daraus die Gein mehreren Größen angekauft. Hochsensible Drucksenschwindigkeit und Leistung zu berechnen. Zusätzlich wird soren ermöglichen eine präzise Rückmeldung über den der Winkel der Hebebewegung erfasst, um nicht lineare Belastungsgrad im Bereich des Vorfußes und der 35


WEAR2WIN

Kletterathlet bei Klimmzügen mit GymAware

Bewegungen mit zu berücksichtigen. Die Verbindung zwischen dem GymAware Powertool und der Software (in unserem Fall auf einem iOS Tablet) erfolgt mittels Bluetooth. Das Feedbacktraining mit dem GymAware und die dabei visualisierten Geschwindigkeits- und Leistungsparameter, helfen uns die Qualität des Trainings unserer AthletInnen, gerade in kraft- und schnellkraftbetonten Sportarten, zu optimieren. TrainerInnen und AthletInnen erhalten eine unmittelbare Rückmeldung über die Bewegung und können somit die Belastung anpassen. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass dieses Trainingssystem zuverlässige und wissenschaftlich valide Daten für die Analyse und Trainingsbewertung im täglichen Einsatz im Olympiazentrum bietet. Das Foto zeigt einen Athleten des Kletterverbandes bei Klimmzügen, wobei bei jeder Wiederholung die maximale Leistung mittels GymAware berechnet wird.

stellt sicherlich die genaue Dosierbarkeit des Luftdruckes in den Manschetten mittels digitaler Anzeige dar. Dadurch ist im Olympiazentrum gewährleistet, dass der Reiz, der durch die Applikation ausgeübt wird, individuell kontrollierbar ist. Somit stellt Kaatsu ein adäquates BFR-Tool dar, welches es uns ermöglicht, die Trainingsbelastung wiederholgenau zu steuern und zu dosieren. BFR kann im Sinne einer Variation im Krafttraining für ein Hypertrophietraining aber auch für anaerobe, kürzere Belastungen verwendet werden. Damit können verstärkte Trainingsreize auf den anaeroben Stoffwechsel in der betreffenden Muskulatur ausgeübt werden. Einen großen Einsatzbereich stellt auch das Rehabilitationstraining verletzter AthletInnen dar, da durch die Reduzierung des Blutflusses bereits unter geringeren Lasten ein Hypertrophiereiz gesetzt, bzw. die Muskelatrophie (Abbau) gemindert werden kann. Es können also unter geringer mechanischer Belastung auf verletzte Strukturen, hohe Reize auf die Muskulatur ausgeübt werden.

Bernadette Graf mit Kaatsu Manschetten beim Rehatraining nach Schulterverletzung

Der Einsatz des Blood Flow Restriction Training im Olympiazentrum. Blood Flow Restriction (BFR) basiert auf der Einschränkung des Blutflusses der zu trainierenden Muskulatur von Armen oder Beinen. Im Olympiazentrum verwenden wir das japanische Kaatsu System. Dieses wurde in den 90er Jahren vom japanischen Arzt Dr. Sato entwickelt. Die Kaatsu Luftdruckmanschetten sind elastisch und relativ schmal, wodurch nur der venöse Blutfluss reduziert wird und der arterielle Fluss kaum beeinträchtigt wird. Durch diese Maßnahme wird weniger Sauerstoff in die Muskulatur transportiert. Der Muskel ist demnach gezwungen, den nötigen Energiebedarf, der durch das Training entsteht, mit weniger Sauerstoff (anaerob) abzudecken. Des Weiteren können die Schläuche, über die der Luftdruck aufgebaut wird, während dem Training von den Manschetten abgeklemmt werden, womit der Trainierende frei beweglich ist. Der wesentliche Unterschied zu anderen BFR Methoden

Der Einsatz des Nordbord-Test- und Trainingsgerätes im Olympiazentrum. Der Kraft der Muskulatur der Oberschenkelhinterseite (Hamstrings) wird aus verletzungsprophylaktischer Sicht in der wissenschaftlichen Literatur ein hoher Stellenwert zugesprochen. Das australische Gerät mit dem Namen Nordbord der Firma Vald Performance ist ein portables Test- und Trainingsgerät zur Überprüfung der maximalen isometrischen und exzentrischen Hamstringkraft. Dabei nimmt der Athlet bzw. die Athletin in kniender Position auf dem Testgerät Platz. Die Sprunggelenke werden durch zwei Bügel fixiert. Diese sind mit Kraftmesssensoren verbunden, welche die Kraft, die auf die Bügel übertragen wird, getrennt voneinander messen. Während der Messung erhält man via Tablet ein live Feedback. Die erhobenen Daten werden unmittelbar nach der Messung in eine Cloud-ba36


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sierte Datenbank geladen und stehen der Trainerin oder dem Trainer nur wenige Sekunden nach Beendigung der Messung für weitere trainingssteuernde Maßnahmen zur Verfügung. Im Zuge der exzentrischen Messung lässt sich der Athlet oder die Athletin, wie bei der Nordic Hamstring Übung, kontrolliert nach vorne fallen. Die Aufgabe besteht darin, durch aufbauen muskulärer Spannung an der Oberschenkelhinterseite das Fallen nach vorne so gut wie möglich zu kontrollieren. Das Nordbord Testgerät ermöglicht uns sowohl im Nachwuchsleistungssport, als auch im Elitebereich Kraftmessungen der Oberschenkelhinterseite durchzuführen. Das gibt uns die Möglichkeit, vorhandene Schwächen oder Links-Rechts-Defizite frühzeitig zu erkennen und in der Trainingsplanung zu berücksichtigen.

somit den Trainingsreiz noch effektiver zu gestalten. Mit dem Evolution 2.0 steht unseren AthletInnen neuerdings ein weltweit einzigartiges mechatronisches Trainings- und Testgerät, welches in Kooperation mit dem Olympiazentrum entwickelt wurde, zur Verfügung. Dieses neuartige Trainingsgerät ist als rechts/links-beinunabhängiges System konstruiert, und besteht aus je zwei synchronisierten Servomotoren für die horizontale und vertikale Ebene, die mit Spindeln verbunden sind. Der Evolution 2.0 über wird über ein Handterminal mit 6,5“-VGA-TFT-Display bedient. Zwei dreidimensionale Kraftmessplatten sind unter den Fußplatten integriert, um die Beinstreck- bzw. die Beinzugkräfte zu messen. Die Software erlaubt neben einer rein horizontalen und vertikalen Bewegungsrichtung auch Kreisbewegungen oder Stöße. Speziell die im schnellen Dehnungs-Verkürzungszyklus ablaufenden Stöße sind für gewisse Sportarten von großem Interesse. Die konzentrische oder exzentrische Stoßgeschwindigkeit kann dabei mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten erfolgen, zudem die Anzahl an Stößen in eine Bewegungsrichtung. Athletenspezifische Aspekte des bilateralen Kraftdefizits sowie Asymmetrien der unteren Extremitäten lassen sich mit dem Evolution 2.0 hervorragend analysieren. Das Auftreten eines bilateralen Defizits ist besonders für die Trainingssteuerung in bilateralen bzw. unilateralen Sportarten von Interesse. Asymmetrien können zu einem höheren Verletzungsrisiko führen und sind demnach möglichst zu vermeiden; neue Trainingsreize mit dem Evolution 2.0 eröffnen hier ein neues Feld an Trainingsmöglichkeiten. Nicht zu vergessen ist der Einsatz des Evolution 2.0 auch im Bereich der Rehabilitation nach Knieverletzungen, im Speziellen nach Kreuzbandverletzungen. Dabei sind speziell die kreis- oder ellipsenförmigen Bewegungen relevant, da hier Training in einer sehr verträglichen Art und Weise kombiniert werden kann.

Nordbordtestung Schigymnasium Stams

Der Einsatz des Evolution 2.0 - ein mechatronisch betriebenes Krafttrainingsgerät - im Olympiazentrum. Es ist oft schwierig, extreme sportartspezifische Belastungen und/oder Stöße beim Krafttraining zu simulieren und

Ein Projekt mit dem

Janine Flock am Evolution

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NEWS 2020

4 STAATSMEISTERTITEL FÜR PETUTSCHNIGG IM SPEEDSKATING Anna Petutschnigg dominierte in Abwesenheit von Weltmeisterin Vanessa Herzog die heurigen österreichischen Staatsmeisterschaften der Elite und die ÖMS der Nachwuchsklassen in den 2 Sprint und 2 Langdistanzbewerben ganz klar und holte sich 4 x Gold.

6 PODESTPLÄTZE FÜR ÖRV BEIM HEIM-WELTCUP Die Doppelsitzer Steu und Koller gewannen auch den Sprint, David Gleirscher fuhr im Sprint der Herren auf Rang 2, Jonas Müller aus Rang 3. Im Sprint der Damen zeigten Hannah Prock und Madeleine Egle mit den Rängen fünf und sechs auf. Im Team-Staffel-Bewerb ging Silber an Österreich.

ANNA SCHNEEBERGER WURDE STAATMEISTERIN IM KYORUGI Schneeberger wurde zum ersten Mal Staatsmeisterin im Kyorugi (Kampf). In ihrer Paradedisziplin, dem Poomsae (Formenlauf) wurde sie Vize-Staatsmeisterin. Ihre hervorragende Leistung wurde mit einer Nominierung für die anstehende online WM belohnt.

BENDA ALS NR. 1 BEI DEN KUNSTTURN-STAATSMEISTERSCHAFTEN Alexander Benda erturnte sich 5x Gold und 1x Silber. Ricardo Rudy holte 2x Gold, 2x Silber und 2x Bronze, Elisa Hämmerle 2x Gold und 2x Silber, Vinzenz Höck 2x Gold und 1x Silber, Manuel Arnold 1x Silber und 1x Bronze und Bianca Frysak 1x Bronze.

BILDSETEIN/HUSSL SCHRAMMEN AN WM-MEDAILLE VORBEI Benjamin und David beendeten die 49er-Weltmeisterschaft vor Geelong/Australien auf Rang vier und schrammten um nur einen Punkt an Bronze vorbei. Das Medal Race hatte mit einer umstrittenen Jury-Entscheidung begonnen, welche zu einer Strafdrehung für Bildstein/Hussl führte.

BORGNAES STAATSMEISTER IM RIESENTORLAUF UND SUPER-G Christian Borgnaes wurde neuer österreichischer Meister im Riesentorlauf und Super-G. Der 24-jährige Tiroler setzte sich im Riesentorlauf auf der Reiteralm vor dem Vorarlberger Johannes Strolz (+0,03 Sek.) und dem Kärntner Philip Hoffmann (+0,07 Sek.) durch. 38


NEWS 2020

BILDSTEIN/HUSSL HOLTEN SILBER BEI HEIM-EUROPAMEISTERSCHAFT Die 49er-Segler Benjamin Bildstein und David Hussl sorgten bei der Heim-Europameisterschaft am Attersee für einen krönenden Abschluss. Das Duo hatte bis zum letzten Rennen die Chance auf den Gesamtsieg und holte sich schließlich die Silbermedaille.

BRONZE FÜR GASTL BEIM WELTCUP IN DÄNEMARK Auftakt nach Maß für den Österreichischen Ringsportverband beim Gr. -Röm. Weltcup in Nykoping/Dänemark. Daniel Gastl holte den dritten Platz in der Gewichtsklasse bis 97 kg.

DOPPELSIEG DER SCHWEINBERGERS BEI DER AUSTRIAN TIME TRIAL SERIES Kathrin und Christina Schweinberger (Doltcini – Van Eyck) waren die großen Siegerinnen des Re-Starts im österreichischen Radsport; sie gewannen den Postalm Sprint der Austrian Time Trial Series. Am Ende konnte sich Kathrin hauchdünn gegen ihre Schwester Christina durchsetzen.

BILDSTEIN/HUSSL MELDEN SICH MIT REGATTASIEG ZURÜCK Nach einem halben Jahr Wettkampfpause meldeten sich die 49er Benjamin Bildstein und David Hussl mit einem Regattasieg bei der Sailing Week vor Aarhus/Dänemark eindrucksvoll zurück. Die Kieler Woche galt als Generalprobe vor der Heim-EM am Attersee.

DORNAUER ZWEITER BEI SUPER-G JUNIOREN WELTMEISTERSCHAFT Armin Dornauer schaffte mit Startnummer 25 noch den Sprung auf das Podest und holte Silber bei der Super-G Junioren Weltmeisterschaft. Der Titel ging an den österreichischen Teamkollegen Stefan Rieser.

UNTERWURZACHER VERABSCHIEDET SICH AUS DEM LEISTUNGSSPORT Kathrin Unterwurzacher, 2-fache EM-Medaillen-Gewinnerin und Grand-Slam-Siegerin sowie Olympia-Siebente in Rio 2016 hängte nach 12 Jahren im ÖJV-Nationalteam den Judogi an den Haken und gab ihre Karriere-Ende als Sportsoldatin und Leistungssportlerin bekannt. 39


NEWS 2020

BILDSTEIN/HUSSL NEUE NUMMER 1 DER WELTRANGLISTE Benjamin Bildstein und David Hussl durften sich über ein Karriere-Highlight freuen. Die beiden Segler scheinen in der neuen Weltrangliste der 49er-Klasse als Nummer eins auf. Bildstein/Hussl sind auch für die auf 2021 verschobenen Olympischen Spiele qualifiziert.

ELMER DOMINIERT SPEED-BEWERBE DER DAMEN Alexandra Elmer gewann mit neuer österreichischer Bestzeit den ersten Speed-Bewerb der Damen und zeigte sich auch im zweiten Bewerb erneut als Schnellste. Jessica Pilz und Eva-Maria Hammelmüller belegten sowohl im ersten als auch im zweiten Bewerb die Ränge 5 und 6.

ZWEITES WELTCUP-RENNEN – ZWEITER SIEG FÜR FLOCK Janine Flocks Bilanz nach den ersten beiden Skeleton Weltcup-Rennen der Saison kann sich sehen lassen: 4 Laufbestzeiten, 3-mal Streckenrekord, zwei Siege. Nach den Erfolgen in Sigulda geht es für die nächsten Weltcup-Rennen nach Innsbruck-Igls.

ERFOLGREICHER ZWEITER RENNTAG FÜR ÖRV-ASSE IN WINTERBERG Am zweiten Renntag in Winterberg konnten die österreichischen Rodler punkten. Nico Gleirscher wurde bei den Herren Zweiter, Jonas Müller Vierter. Die Doppelsitzer Steu/Koller erkämpften sich ebenfalls Platz 2. Die Damen rodelten auf die Ränge 5 (Prock), 8 (Egle) und 9 (Schulte).

EROLGE FÜR HAMMELMÜLLER UND SCHUBERT IM BOULDER Eva-Maria Hammelmüller belegte hinter Johanna Färber Platz 2 im Boulder bei der Austria Climbing Summer Series 2020. Viertplatzierte wurde Jessica Pilz. Jakob Schubert holte sich den Sieg. Nicolai Uznik verpasste nach einer kritischen Jury-Entscheidung knapp das Finale.

ERSTEN STOCKERLPLATZ IM WELTCUP FÜR NINA ORTLIEB Nina Ortlieb verpasste in der zweiten Abfahrt von CransMontana ihren ersten Weltcup-Sieg nur hauchdünn. Sie landete mit nur fünf Hundertstelsekunden Rückstand auf Platz drei. Stephanie Venier rundete als Sechste das Ergebnis ab.

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NEWS 2020

ERSTER WELTCUP-SIEG FÜR ORTLIEB Nina Ortlieb untermauerte eindrucksvoll ihre Topform in La Thuile und gewann nach einem Hundertstelkrimi den Super-G 0,01 Sekunden vor der italienischen Lokalmatadorin Federica Brignone. Damit feierte Ortlieb ihren ersten Weltcup-Triumph.

EUROPACUP-HEIMSIEG FÜR SCHÖFFMANN Sabine Schöffmann feierte beim zweiten Europacup-PGS auf der Simonhöhe einen umjubelten Heimsieg. Schöffmann konnte sich in einem top besetzten Rennen am Ende vor der Russin Nadyrshina und der Schweizerin Keiser durchsetzen.

FLOCK SETZTE PODESTSERIE IM SKELETON-WELTCUP WEITER FORT Janine Flock belegte beim Heimrennen in Innsbruck-Igls Platz zwei mit nur zwei Hundertstel Rückstand zur deutschen Siegerin Jaqueline Lölling. Damit sicherte sich Flock den fünften Podestplatz im Skeleton-Weltcup in Folge.

U-23-BRONZE FÜR EGLE BEI DER RODEL-WM Madeleine Egle verpasste bei der Rodel-WM in Sotschi knapp eine Top-Ten Platzierung bei den Damen und sicherte sich die Bronzemedaille in der U-23-Wertung. Lisa Schulte beendete das WM-Rennen auf Rang 16, in der U23-Wertung belegte sie Platz sieben.

GOLDENDER ABSCHLUSS BEI DER KUNSTBAHNRODEL-EM Nach Silber für die Doppelsitzer Thomas Steu und Lorenz Koller, U-23 Gold für Madeleine Egle und U-23 Silber für Jonas Müller, durfte das österreichische Kunstbahn-Team über Gold in der Team-Staffel und damit den ersten Weltcup-Saisonsieg in der Staffelwertung jubeln.

FLOCK VERTEIDIGTE MIT PLATZ 3 DIE WELTCUPFÜHRUNG Janine Flock fuhr beim ersten Rennen des Heim-Weltcup Innsbruck-Igls in 54,19 Sekunden auf Rang 3 ex-aequo mit der Deutschen Weltmeisterin Tina Hermann und durfte damit das gelbe Trikot der Weltcupführenden behalten.

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NEWS 2020

FLOCK MIT PLATZ 3 BEIM EUROPA-AUFTAKT Dritter Start, drittes Podest, so Janine Flocks Bilanz nach den ersten Skeleton Rennen der Saison. Mit dem dritten Platz beim Europa-Weltcup in Winterberg sicherte sie sich gute Punkte für den Gesamtweltcup.

HÄMMERLE UND HÖCK ÖFT-SPORTLER DES JAHRES Elisa Hämmerle und Vinzenz Höck wurden zu den ÖFTSportlern des Jahres gewählt. Ermittelt wurden die Ausgezeichneten bei einer Wahl des Österreichischen Fachverbandes für Turnen (ÖFT), der Ergebnisse aus einer Experten-, VIP- und Medienjury sowie einem Fan-Onlinevoting einfließen ließ.

HEIM-WELTCUP SIEG BRACHTE FLOCK DEN DRITTEN SAISONSIEG Im zweiten Heim-Weltcuprennen in Innsbruck-Igls holte Flock den Sieg mit Streckenrekord und zweimal Laufbestzeit. Damit baute sie mit 875 Punkten die Gesamtweltcupführung vor Bos (830) und Hermann (760) aus.

ÖRV-ASSE MIT ZWEI SIEGEN IN ALTENBERG Österreichs Kunstbahn-Asse holten im Eiskanal von Altenberg gleich zwei Mal Gold. Thomas Steu und Lorenz Koller feierten ihren vierten Weltcupsieg und Olympiasieger David Gleirscher fuhr mit einem Vorsprung von 23 Hundertstelsekunden seinen ersten Weltcupsieg ein.

HÖCK MIT HISTORISCHEM WELTCUP-SIEG Vinzenz Höck feierte als erster österreichischer Turner einen Weltcup-Sieg! Der Grazer gewann beim ungarischen Traditionsmeeting in Szombathely gegen die Konkurrenz an den Ringen. Im Finale setzte er sich im Duell gegen den Ukrainer Igor Radiwilow durch.

INTERNATIONALE ÖSTERREICHISCHE GOLF AMATEUR MEISTERSCHAFTEN Das international stark besetzte Turnier der Herren blieb spannend bis zum Schluss. Maximilian Steinlechner konnte am Finaltag noch mit sieben unter Par zwei Plätze gut machen und landete gemeinsam mit Christoph Bleier auf Rang 3. 42


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JAKOB DUSEK SCHRAMMT KNAPP AM STOCKERL VORBEI Jakob Dusek holte im spanischen Sierra Nevada als starker Vierter sein nächstes Topresultat im Boardercross Weltcup. Er konnte den bis dahin in der Boardercross-Weltcupgesamtwertung führenden Italiener eliminieren und sich für das große Finale qualifizieren.

KATHRIN SCHWEINBERGER SICHERTE SICH OMNIUM-TITEL DER BAHN-ÖM Kathrin Schweinberger gewann den Vierkampf der österreichischen Bahnmeisterschaft bestehend aus Scratch, Temporennen, Ausscheidungsrennen und Punktefahren. Sie konnte sich mit der tatkräftigen Unterstützung ihrer Schwester im Infield im finalen Sprint durchsetzen.

MEDAILLENREGEN BEI DEN STAATSMEISTERSCHAFTEN Titel der österreichischen Kletter-Staatsmeisterschaft gingen heuer an Alexandra Elmer, Nicolai Uznik, Jessica Pilz, Eva-Maria Hammelmüller und Jakob Schubert. Lukas Knapp wurde Vierter im Lead, Jan-Luca Posch erkämpfte sich Platz 5 im olympischen Kombinationsbewerb.

MEISTERTITEL AUF DER STRASSE FÜR KATHRIN SCHWEINBERGER Kathrin Schweinberger sprintete mit der Hilfe ihrer Schwester Christina zum ersten Mal in ihrer Karriere zum österreichischen Meistertitel auf der Straße. Sie setzte sich im Sprint nach 93 Kilometern durch. Christina verpasste das Podium knapp und wurde vierte.

MEISTERTITEL IN DER TIROLER TENNIS LIGA Anna-Lena Ebster holte mit dem TC Schwaz den Meistertitel in der Tiroler Liga. Sie erspielten sich mit sechs Siegen in ebenso vielen Partien verdient Platz 1.

NOCKER GEWANN EC-ABFAHRT VOR LAHNSTEINER Der Tiroler Clemens Nocker fuhr zum ersten Mal in seiner Karriere im Europacup auf das Podest und konnte sich gleich über einen Sieg freuen. Zweiter wurde ebenfalls ein österreichischer EC-Abfahrer Maximilian Lahnsteiner (+0,37 Sek.). 43


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ÖRV-ASSE MIT PODIUMSPLÄTZEN IN OBERHOF Österreichs Doppelsitzer holten mit Thomas Steu und Lorenz Koller sowie Yannick Müller und Armin Frauscher Platz zwei und drei in Oberhof. Jonas Müller attackierte im letzten Rennen und fuhr auf Platz 3 in der Herren-Konkurrenz.

ÖSTERREICHS TURNER AUF PLATZ 6 IM EM-TEAMFINALE Österreichs Turner (V. Höck, S. Kranzlmüller, A. Benda, R. Rudy und M. Arnold) erreichten im Finale der Europameisterschaft den sechsten Platz: Im Gegensatz zur fehlerfreien Qualifikation, die man auf Rang 4 beendet hatte, misslang im Finale leider der Auftakt.

PATRICK GAMPER SAUST AM SALZBURGRING ZUM SIEG Beim zweiten Rennen der Austrian Time Trial Series auf dem Salzburgring konnte sich Patrick Gamper, WorldTourProfi bei Bora-hansgrohe, am Ende gegen das Starterfeld durchsetzen und sich den Sieg einfahren.

PILZ UND SCHUBERT MIT FAVORITENSIGEN IM LEAD Favoritensiege beim ersten Lead-Bewerb der Austria Climbing Summer Series 2020. Jessica Pilz und Jakob Schubert setzten sich beim ersten von zwei Entscheidungen durch. Eva-Maria Hammelmüller wurde Sechste, Katharina Posch 13te, Jan-Luca Posch 14ter.

PODESTPLATZ FÜR STEPHANIE VENIER IM WELTCUP In Crans Montana fuhr Stephanie Venier den lang ersehnte Podestplatz der Speeddamen ein und durfte sich riesig über Rang drei freuen. Nina Ortlieb erkämpfte sich den sechsten Rang und fuhr damit eine weitere gute Top-Ten Platzierung ein.

WILDAUER WURDE ÖSTERREICHSICHER BERGMEISTER Markus Wildauer gewann das Bergzeitfahren am Hochkar, dem dritten Lauf der Austrian Time Trial Series, und wurde damit österreichischer Bergmeister. In einem wahren Sekundenkrimi hinauf zur Talstation der Hochkar-Bergbahnen setzte sich Wildauer vor dem deutschen Jonas Rapp durch. 44


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ZWEITER PLATZ FÜR WOLF AUF DER LADIES EUROPEAN TOUR Christine Wolf spielte am letzten Tag der Czech Ladies Open trotz regnerischen Verhältnissen eine überragende bogeyfreie Schlussrunde. Mit fünf Birdies und einer 67er Runde verbessert sich die Tirolerin vom geteilten 4. Platz auf den sensationellen 2. Platz.

ÖRV-DOPPELSIEG BEIM HEIM-WELTCUP Sensationelles Comeback für die Doppelsitzer Thomas Steu und Lorenz Koller, die sich beim Heim-Weltcup Platz 1 sicherten. Den Jubel perfekt machten Yannick Müller und Armin Frauscher, die mit ihrem besten Weltcupergebnis für einen heimischen Doppelsieg sorgten.

HEIM-WELTCUP SIEG BRACHTE FLOCK DEN DRITTEN SAISONSIEG Im zweiten Heim-Weltcuprennen in Innsbruck-Igls holte Flock den Sieg mit Streckenrekord und zweimal Laufbestzeit. Damit baute sie mit 875 Punkten die Gesamtweltcupführung vor Bos (830) und Hermann (760) aus.

RUELAND WURDE ÖSTERREICHSICHER SLALOMMEISTER Der Tiroler Simon Rueland hat sich in Schladming/Lärchkogel zum Österreichischen Slalommeister 2020 gekürt. Zweiter wurde der Vorarlberger Thomas Dorner vor dem Salzburger Christoph Meissl.

TOP SIEBEN BEIM WELTCUP-SLALOM FÜR GSTREIN Fabio Gstrein schaffte es mit einem nahezu fehlerlosen zweiten Lauf beim Slalom in Adelboden erstmals in die Top Sieben eines Weltcup-Slaloms und fuhr so sein bislang bestes Karriereergebnis ein.

DUSEK ZWEITER BEI SBX-WELTCUP IN BIG WHITE Jakob Dusek konnte beim Snowboardcross-Bewerb in Big White, Kanada sein bisher bestes Weltcup-Resultat einfahren. Der 23-jährige Niederösterreicher, der erstmals im Finale stand, musste sich nur dem Italiener Lorenzo Sommariva geschlagen geben.

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PLATZ 3 FÜR SCHUBERT BEIM ERSTEN KLETTERWELTCUP DER SAISON Erster Kletter-Weltcup der Saison, erster Podestplatz für den KVÖ: Jakob Schubert belegte beim Vorstieg-Bewerb in Briancon (FRA) Platz drei. Bei den Damen verpasste Jessica Pilz nur hauchdünn das Podium, sie belegte Platz 4.

STARKE LEISTUNG DER ÖRV-RODEL DAMEN IN OBERHOF Egle raste trotz Bahnrekord minimal an ihrem ersten Weltcup-Podest vorbei und belegte Rang 4. Schulte wurde Siebte, Hannah Prock büßte im Finale vier Plätze ein und beendete das Rennen auf Rang zwölf. Im abschließenden Staffel-Bewerb sicherte sich das Team Silber.

FLOCK SETZTE PODESTSERIE IM SKELETON-WELTCUP WEITER FORT Janine Flock belegte beim Heimrennen in Innsbruck-Igls Platz zwei mit nur zwei Hundertstel Rückstand zur deutschen Siegerin Jaqueline Lölling. Damit sicherte sich Flock den fünften Podestplatz im Skeleton-Weltcup in Folge.

PLATZ 2 UND OLYMPIATICKET FÜR GRAF Judo-Kämpferin Bernadette Graf verpasste den Turniersieg beim Grand Prix in Tel Aviv (ISR) zwar knapp, sicherte sich aber mit Platz zwei 490 Olympia-Qualifikationspunkte und damit das Ticket für die Olympischen Sommerspiele in Tokio.

PILZ UND SCHUBERT AUF DEM STOCKERL IM 2TEN BOULDER-BEWERB Jessica Pilz boulderte mit Kampfgeist im 2ten Boulder Bewerb der Austrian Climbing Summer Series aufs Stockerl und belegte Platz 3 vor Eva-Maria Hammelmüller. Der Sieg ging an Johanna Färber. Jakob Schubert erreichte dank Flash am letzten Boulder den dritten Platz bei den Herren.

WM-BRONZE FÜR JANINE FLOCK Janine Flock konnte sich bei der Skeleton-WM in Altenberg Platz 3 erfahren und sicherte sich damit die zweite WMEinzel-Medaille ihrer Karriere. Sie verbesserte sich dank Bestzeit im vorletzten Lauf noch vom vierten Platz auf einen Podestrang.

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NEWS 2020

ÖRV-ASSE MIT ZWEI SIEGEN IM NATIONENCUP Wolfgang Kindl fixierte in Altenberg im Nationencup der Herren Bestzeit und verwies Teamkollege Reinhard Egger auf Rang zwei. Im Nationencup der Doppelsitzer siegten Yannick Müller und Armin Frauscher.

PATRICK GAMPER WURDE VIZESTAATSMEISTER IM ZEITFAHREN Einen wahren Krimi lieferten sich Österreichs Topzeitfahrer Matthias Brändle und Patrick Gamper bei den österreichischen Staatsmeisterschaften im Zeitfahren. Bis zur letzten Zwischenzeit lag Gamper noch vorn, musste sich aber auf den letzten Metern geschlagen geben.

WM-SILBER FÜR DAVID GLEIRSCHER IM RODEL SPRINT Olympiasieger David Gleirscher sicherte sich zum Auftakt der 49. FIL-Weltmeisterschaft im Sprint der Herren die Silber-Medaille und damit seine erste WM-Medaille in seiner Karriere. Jonas Müller, der Titelverteidiger, schrammte als Fünfter nur knapp am Podest vorbei.

STEINLECHNER ERSPIELTE SICH DEN TIROLER MEISTERTITEL Maximilian Steinlechner legte bei den Internationalen Tiroler Meisterschaften in Pertisau einen beeindruckenden Auftritt hin und erspielte sich gekonnt den Tiroler Meistertitel. Bereits am Auftakttag hatte er einen viel beachteten Platzrekord (63) fixieren können.

SPEED-BEWERBE DER HERREN BEI DER AUSTRIANCLIMBING SUMMER SERIES Lukas Knapp gewann den ersten Speed-Bewerb der Herren, im Zweiten konnte er sich im kleinen Finale durchsetzen und erreichte Platz 3 hinter Plangger und Bogeschdorfer. Jan-Luca Posch und Jakob Schubert belegten die Ränge 6 und 7 im ersten und 10 und 6 im zweiten.

SILBER UND BRONZE FÜR DIE ÖRV-HERREN BEI DER RODEL-WM Jonas Müller und Wolfgang Kindl gewannen bei der Weltmeisterschaft in Sotschi im Einsitzer-Rennen der Herren Silber und Bronze. In der abschließenden Team-Staffel belegte das ÖRV-Quartett Platz fünf.

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PUBLIKATIONEN

WISSENSCHAFTLICHE PUBLIKATIONEN. PUBLIKATIONEN IN ZEITSCHRIFTEN UND BUCHBEITRÄGE 2020 DeCouto BC, Cowan RL, Fawver B, Müller E, Steidl-Müller L, Pötzelsberger B, Raschner C, Lohse KR, Williams AM. (2020). Nationality and sociocultural factors influence athlete development and sport outcomes: Perspectives from United States and Austrian youth alpine ski racing. Journal of Sports Sciences, doi: 10.1080/02640414.2020.1861739. Steidl-Müller L, Hildebrandt C, Ebenbichler C, Luchner R, Patterson C, Müller E, Gonaus C, Raschner C. (2020). Changes in Anthropometric and Fitness Characteristics Over a Decade of Young Elite Alpine Ski Racers. International Journal of Sports Physiology and Performance, doi: 10.1123/ijspp.2019-0889. Steidl-Müller L, Hildebrandt C, Niedermeier M, Müller E, Romann M, Javet M, Bruhin B, Raschner C. (2020). Biological Maturity Status, Anthropometric Percentiles, and Core Flextion to Extension Strength Ratio as Possible Traumatic and Overuse Injury Risk Factors in Youth Alpine Ski Racers: A Four-Year Prospective Study. Applied Sciences, 10, 7623. Niedermeier M, Weiss EM, Steidl-Müller L, Burtscher M, Kopp M. (2020). Acute Effects of a Short Bout of Physical Activity on Cognitive Function in Sport Students. International Journal of Environmental Research and Public Health, 17, 3678. Hildebrandt C, Oberhoffer R, Raschner C, Müller E, Fink C, Steidl-Müller L. (2020). Training load characteristics and injury and illness risk identification in elite youth ski racing: a prospective study. Journal of Sport and Health Science, 10(21), 7623. Steidl-Müller L, Hildebrandt C, Müller E, Raschner C. (2020). Relationship of Changes in Physical Fitness and Anthropometric Characteristics over One Season, Biological Maturity Status and Injury Risk in Elite Youth Ski Racers: A Prospective Study. International Journal of Environmental Research and Public Health, 17, 364. Patterson C, Raschner C. (2020). Supramaximal Eccentric Training for Alpine Ski Racing-Strength Training with the Lifter. Applied Sciences, 10, 8831. Hollaus B, Stabinger S, Mehrle A, Raschner C. (2020). Using Wearable Sensors and a Convolutional Neural Network for Catch Detection in American Football. Sensors 20(23), 6722. Barth M, Güllich A, Raschner C, Emrich E. (2020). The path to international medals: A supervised machine learning approach to explore the impact of coach-led sport- specific and non-specific practice. PLoS One, 15(9), e0239378. Csapo R, Pointner H, Hoser C, Gföller P, Raschner C, Fink C. (2020). Physical Fitness after Anterior Cruciate Ligament Reconstruction: Influence of Graft, Age, and Sex. Sports, 8(3), 30. Schachinger S, Fahringer M, Raschner C, Steidl-Müller L. Verletzungen und das Unfallgeschehen beeinflussende Faktoren im Paragleitsport [Injuries and influencing factors on accidents in paragliding]. Sportverletz Sportschaden. 2020 Dec;34(4):197-203. German. doi: 10.1055/a-1148-2759. Hollaus, B.; Raschner, C.; Mehrle, A. Improvement of the passing quality of an American football training machine. J. Sport. Eng. Technol. 2020, online first. doi: 10.1177/1754337120975225

ABSTRACTS VON KONGRESSUND VORTRAGSTÄTIGKEIT 2020 Steidl-Müller L. (2020). Epidemiology and aetiology of injuries in competitive alpine skiers – what is known on the topic. In: Dela F, Müller E, Tsolakidis E. 25th Annual Congress of the European College of Sport Science, Book of Abstracts, 57. Steidl-Müller L, Hildebrandt C, Müller E, Raschner C. (2020). Training load characteristics in the context of injury and illness risk identification in elite youth ski racing: a prospective study. Congress on youth and winter sports, Lausanne, Switzerland (7.-8.1.2020). 49


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