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Installationen von Oliver Matz zum 200-j채hrigen Jubil채um der T U Dresden, Fachrichtung Forstwissenschaften in T harandt


Von Maxim Gorki stammt der Satz: „Die Wissenschaft ist der Verstand der Welt, die Kunst ihre Seele“. An der Fortschule Tharandt rangiert die Wissenschaft an Platz eins. Mit seiner Kunst haucht Oliver Matz dem neuen Judeich-Bau jetzt eine Seele ein. Über einen Zeitraum von sechs Monaten lässt er im großen Foyer des Gebäudes seinen eigenen Wald erstehen, der dem Raum eine ganz neue, inspirierende Atmosphäre verleiht. Bei aller Vielschichtigkeit in ihrer Bedeutung bleibt die Kunst von Oliver Matz dabei immer ganz nah beim Betrachter. Er schafft es, mit seinen beiden Arbeiten „Baum und Windbruch“ (Stamm II-IV) und „MONOton“ jeweils komplexe Themen in ein einfaches Gewand zu fassen. In der Installation „Baum und Windbruch“ führt er den Werkstoff Holz in seine ursprüngliche Daseinsform zurück. Aus Teilen von abgenutzen Stühlen und aussortierten Holzresten entstehen neue, abstrakte Bäume, die die Strukturen des Gebäudes überwuchern.

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Der natürliche Kreislauf von Entstehen, Wachstum und Vergehen wird dadurch fortgesetzt und erhält eine neue Dimension. Denn Oliver Matz’ Bäume tragen unter ihrer nur scheinbar heilen Oberfläche die ganze Geschichte des Holzes in sich. Statt natürlich gewachsener Jahresringe sind es hier die Formen und Farben der ineinander geschobenen, genagelten und gesteckten Holzfragmente, die diese Geschichte erzählen und den Betrachter zu immer neuen Assoziationen einladen.

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verwebt er auch die zelteilen neu erschafft, so Ein n nte bu s au e um Bä ge Oliver Matz seine eit zunächst durch eine Ebenso spielerisch, wie rlich setzt sich diese Arb ße Äu r. de an tein mi ” on hunr Arbeit “MONOt se Arbeit birgt Überrasc Bedeutungsebenen seine ume ab. Doch auch die Bä r de it the eig rzw Ve n der fliligranen wisse optische Klarheit vo Blick erschließen. er er erst auf den zweiten cht tra Be m das Material, aus dem de h sic die gen, en. Der Ton ist vielmehr nn kö n ge rin tsp en Ton Lauf r wird niemals ein i wird das Wortspiel im Denn diesem Lautspreche keit dieses Wortes. Dabe tig eu eld pp Do r de t mi im tz’ Skulptur spielt , wird der Lautsprecher besteht, denn Oliver Ma f die Wand aufgebracht au Ton m che fris t mi n: mehr zum Paradoxo stummer Ton. der Präsentation immer se bilden, es entsteht ein Ris h sic n rde we ran mb ihrer tönernen Me Lauf der Zeit trocknen, in

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Diese überraschende Kombination von Material und Sujet ist typisch für die Arbeiten von Oliver Matz auf den nächsten Seiten. Unter dem Titel „Steinschlag“ hat er beispielsweise ein Schlagzeug aus Bruchsteinen geschaffen, deren Naturbelassenheit im Kontrast zum expliziten Gesamtaufbau der Arbeit steht. Ein ebensolcher Bruch zwischen Form und Werkstoff findet sich in den Arbeiten “Streugutbehälter” und “Flamingos”. Im massiven “Streugutbehälter”, nach bester Steinmetzkunst aus Sandstein gehauen, ist es die Hochwertigkeit des Materials die im Kontrast zu der Alltäglichkeit des abgebildeten Gegenstands steht. Bei den “Flamingos” ist es genau anders herum: aus alltäglichen metallenen Wäscheständern werden hier höchst filigrane, anmutige Figuren, die beinahe lebendig erscheinen. Hier tritt die Seele hervor, mit der die Kunst den Alltag wiederzubeleben vermag. ...


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F체r oli:

Ulme, Eibe, Fichte, Tanne, Ahorn, Eiche, Buche, Esche, AAtmen, wwasser, Fr체hling Volle B채che, Erle, Pappel, weide, der wald, die Kunst, Beide wwouter Mijland

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„… wenn ich Sandstein zu Streugut erkläre, oder einen Baum aus zerschlagenen Möbeln wachsen lasse, versuche ich mich einer entsprechende bildnerische Form zu nähern, die eine Symbiose mit der ursprünglichen Zweckbestimmtheit der Materialien und Dinge bildet … „… durch Kombination und Überhöhung verschiedener formaler und materieller Aspekte möchte ich Interferenzen zu erzeugen, die ein oberflächliches Bild beschreiben, das sich schließlich im Streit mit seinem traditionellen Kontext zu einer Art Hyperrealismus formuliert …“

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AUssT ELLUNGEN

2004 • Ausstellungsbeteiligung Industriemuseum Chemnitz, Skulptur, • Ausstellungsbeteiligung zum Ruth Leibnitz Preis für Neue sächsische Galerie Chemnitz 2005 • ekiep spax - mit C. Henkel und K. Hügel, DOPP EL DE, Dresden 2006 • Ausstellungsbeteiligung „IMNU“- DOPP EL DE, Dresden • Blue Chip One - Oktogon HfBK Dresden • Monitore- Tripoli Libanon 2007 • 4:1 - Esculturas - Galería Autonomía, Mexico Stadt • Un vaso de agua por favor - Aktion, Zócalo Mexiko Stadt • Dresdens Junge Dinger - Absolventen und Studenten Kl. Bosslet, Kunsthaus Viernheim • Prospektive - Einzelausstellung, Galerie DOPP EL DE, Dresden • Error - mit Wouter Mijland, Ostrale, Dresden • Volume - Einzelausstellung, MANDY - Dresdner Produzentengalerie, Leipzig 2008 • GO - Gruppenausstellung, MANDY - Dresdner Produzentengalerie, Leipzig • MANDY - Gruppenausstellung, PLAN D, Düsseldorf • Update - mit Robert Gommlig, Galerie DOPP EL DE, Dresden 2009 • 6,19sprinter[lang] - Gruppenausstellung - COPYRIGHTprojektraum - Berlin • Hid - Gruppenausstellung - Holzindustrie - Dresden • 6komma19kubik - Gruppenausstellung - Galerie K4, Tanzschule - München • Musterkollektion - Gruppenausstellung- Tapetenwerk Bonn • transNAT URALE - Bärwalder See, Bautzen • In die Tasche gesteckt - DOPP EL DE, Dresden 2010 • Der Himmel ist blau - Sächsischer Landtag, Dresden g • Neue Wasserspeiern für die St. Marienkirche, Freybur • Sächsische Kleinplastiken Biennale 2010 – Oelsnitz / Erzgebirge 200-Jahrfeier 2011 • Into T he Woods – ein Reanimationsversuch- Ausstellung zur der Fakultät für Forstwissenschaften T harandt, Judeichbau

sT IP ENDIEN/ PREISE

2006/07 SRE - Stipendium, Mexiko Stadt Ankauf S„ tamm I“ durch Kunststiftung des Freistaates Sachsen 2010

VIT A

1973 in Karl-Marx-stadt (Chemnitz) geboren 2000-06 studium der Bildhauerei an der HfBK dresden 2006-08 Meisterschüler bei Eberhard Bosslet lebt und arbeitet in dresden als freischaffender Künstler


Werktexte zu den Arbeiten

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

01. sTAMM I 2008, Kunstfonds, Staatliche Kunstsammlung Dresden, (96/2010) Holz und Rinde - 50 x 48 x 132cm

BANK 2005 – Metall, Beton, Asphalt, Grassode – 12. BANK, 120 x 135 x 95cm Fragment eines Autobahnmittelstreifens

02. INT o T HE woods, sTAMM II-IV und MoNoT oN II, 2011, Judeichbau T harandt Installation eines Baumes, der entlang einer Betonsäule über drei Etagen die Architektur des Gebäudes durchdringt, und zwei am Boden liegende windbruchartige Baumstämme.

13. BRILIANCE, 2007 – Keramik engobiert und glasiert – 12 x 21 x 34cm Erste vom AdAC getestete chinesische Limosine

03. sTAMM IV, Ansicht 3.Etage 04. sTAMM II-IV, 2011 - Holz und Rinde, ca. 10 x 7 x 7m - über drei Etagen im Judeichbau T harandt 05. MoNoT oN II, 2011 - Ton, mixed media - 130 x 130 x 25cm Lautsprechermembran an ovaler sichbetonwand im Judeichbau, T harandt 06. MoNoT oN I, 2010 - Ton, Holz, mixed media - 135 x 100 x 20cm, Lautsprechermembran im sächsichen Landtag 07. INVENT ARIo No. I, 2007 - Metal, Plastik, Holz 165 x 110 x 80cm 08. wALdT (detail), 2007- Holz, Beton Im Holz gefangener Rasengitterstein

14. FLAMINGos, TransNaturale 2009 – Wäscheständer, Metall, Beton – je ca. 130 x 25 x 70cm Motiv und Material formulieren eine Grenze zwischen Gebrauchskunst und Kitsch. 15. MONOmente, 2004 – Sandstein bemalt – 165 x 45 x 55cm Naturstein als Resonanzkörper hat in der traditionellen Bildhauerei einen eher monumentalen Charakter. 16. sCHLAGsT EIN, 2003 – Sandstein, Metal, Montageschaum, Glas, Moos – 125 x 250 x 255cm Moos überwachsenen steine und das verrostete Metall stehen der Zerbrechlichkeit der Glasstöcke und Leichtigkeit des PU- Handtuchs gegenüber. 17. EFFEKT, 2007 - Keramik engobiert und glasiert – 5 x 26 x 17cm Modelliertes und benutztes Gitarren-Effekgerät

09. dRUM, 2007 - Holz, mixed media – 115 x 180 x 95cm Mit Holzresten durchstoßenens drumset Amt für Kultur und Denkmalschutz der Landeshauptstadt Dresden

10. sT REUGUT BEHÄLT ER, 2005 – Sandstein, Lack 63 x 50 x 45cm Sedimentationsprozess und Gesteinskreislauf 11. PALET T E, 2005 – Holz – 17 x 70 x 120cm reich profilierte Edelpalette aus Kirschholz

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Impressum: © Oliver Matz, April 2011 Fotos: Oliver Matz, Robert Gommlich, Juliane Mostertz (FOT OGRAFisch), Anke Mittelhäuser Text: Marie Trotha, Felicitas Mallinckrodt Grafik & Satz: mcomm - Anke Mittelhäuser Kontakt Oliver Matz: Telefon: 0174 9997914, oliver.matz@web.de, www.oliver-matz.de

Tausend Dank auch an Anke, Motte, Robinek, Kutte, Linda, Marie, Feli und Wouter...


www.oliver-matz.de

Katalog "into the woods"  

Installationen von Oliver Matz "into the woods" vom 17.04.2011 bis 30.10.2011 in Tharandt