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CArITAS In EuSKIrCHEn

4/12 r E G I O n A L b E I L A G E D E S C A r I TA S V E r b A n D E S F Ü r D A S K r E I S D E K A n AT E u S K I r C H E n E .V.

I nH ALT

2 Ehrenamt// Leben im Alter - Leben in Fülle 3 Gedanken// Wer sich auf den Weg nach Bethlehem macht 4-5 Wohnungslosenhilfe// Neue Notschlafstelle 6 Suchthilfe// ZirkusMobil-drogenfrei 7 Hospizdienst// 10 Jahre Tag der Rose// Auszubildende// Interview 8 Neue Demenzhelfer// Dienste mit neuer Adresse// Messe im Grünen

ZirkusMobil-drogenfrei seit sechs Jahren auf Erfolgskurs

Vorhang auf im „Zirkus Veybachello“


Franz Josef Funken Geschäftsführender Vorstand in Euskirchen

Meine sehr verehrten Leserinnen und Leser, die dunkle Jahreszeit beginnt. Es wird jetzt wieder spät hell und sehr früh dunkel. Auch ist es draußen kalt und bisweilen ungemütlich. Wie schön und angenehm ist es dann in unseren hell erleuchteten und gut beheizten Wohnungen. Die Last der steigenden Energiekosten veranlasst gerade jetzt viele Menschen, sich mit dem Thema Energiesparen auseinander zu setzen. Sie ersetzen Altgeräte nach und nach durch energieeffiziente Neugeräte. Glühbirnen sind häufig bereits „ausgestorben“ und durch moderne Energie-



sparlampen oder gar LEDs ersetzt. Elektrogeräte werden abgeschaltet und nicht bloß auf „Stand-by“. Abschaltbare Steckerleisten erfreuen sich steigender Beliebtheit. All dies kann dazu beitragen, die steigenden Energiekosten erträglicher zu gestalten. Bei Menschen im sozialen Abseits werden diese steigenden Energiekosten, gerade jetzt zum Winteranfang, allerdings zusehends zum existenziellen Problem. Deshalb haben wir bei der Caritas bereits vor einigen Jahren das Projekt „Stromsparcheck“ entwickelt. Die Idee dahinter ist, dass Langzeitarbeitslose zu sogenannten Stromsparhelfern ausgebildet werden und anschließend selbst in sozial schwache Haushalte gehen, um dort Möglichkeiten zum Energiesparen aufzuzeigen. Außerdem erhält jeder beratene Haushalt kostenlos ein Energiesparstartpaket,

Seminar für Ehrenamtliche

Leben im Alter - Leben in Fülle

Dass die Zahl älterer Menschen in unserer Gesellschaft zunimmt, ist mittlerweile hinlänglich bekannt. Wie aber mit dieser Situation umgegangen werden soll und welche Herausforderungen auf Kirche und Caritas zukommen - dazu gibt es sicher so viele Antworten, wie es Menschen gibt, die sich dieser Frage stellen. Hermann-Josef Schneider, beim Caritasverband zuständig für die Offene Altenarbeit, hatte gemeinsam mit Birgit Altmeyer vom Referat Altenpastoral im Generalvika-

riat Köln Ehrenamtliche aus den Seniorenclubs zu einem Seminar nach Maria Rast eingeladen. Im Mittelpunkt des Treffens stand der in einer Düsseldorfer Pfarrgemeinde gedrehte Film „Leben in Fülle - Kirche im demografischen Wandel“. Nach einer Einstimmung mit der Frage, wann man eigentlich alt ist und wie alte Menschen sich selbst wahrnehmen, zeigt der Film die Angebote von Seelsorge und Caritas in diesem Stadtteil: Seniorentreffs, Wohnheime, Seniorengottesdienste,

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welches zum Beispiel Energiesparlampen und abschaltbare Steckerleisten enthält. Immerhin rund 1.200 Haushalte im Kreis Euskirchen konnten wir so in den letzten Jahren beraten und jeder Bedarfsgemeinschaft ein durchschnittliches Sparpotential von 173 Euro pro Jahr aufzeigen. Für Menschen im Hartz IV Bezug ist dies sehr viel Geld. 40 langzeitarbeitslose Kreisbürger konnten von uns bisher zu Stromsparhelfern ausgebildet werden. Rund ein Viertel dieser Menschen befindet sich heute, nicht zuletzt durch die Fähigkeiten, welche ihnen als Stromsparhelfer vermittelt wurden, wieder in einer geregelten Erwerbstätigkeit Als positiver Nebeneffekt schlägt die Reduzierung des CO² Ausstoßes um 300 Kilogramm pro beratenen Haushalt jährlich zu Buche.

ambulante Dienste zur Versorgung der Menschen in der Pfarrei… In der anschließenden Diskussion der Seminarteilnehmer zeigte sich, dass es viele Parallelen zu der Situation in den Gemeinden des Kreisdekanats Euskirchen gibt, aber viele Dienste in einer städtischen Umgebung für Betroffene wesentlich leichter zu erreichen sind. Die veränderten seelsorglichen Strukturen erschweren die Arbeit vor Ort zusätzlich. Aber bei allen Teilnehmern des Seminars überwog der Optimismus, dass vor allem die vorhandene Struktur der Seniorenclubs in den Gemeinden einen großen Teil der Bedarfe der Menschen vor Ort abdeckt. Neben den Begegnungsmöglichkeiten, die dort vorhanden sind, sind die Clubs auch die Orte, wo Informationen zur Pflege, Essen auf Rädern und andere Hilfsmöglichkeiten ausgetauscht und weitergegeben werden. HERMANN-JOSEF SCHNEIDER Kontakt und Infos: Hermann-Josef Schneider Caritas und Gemeinde Tel. 02251/7000-25 cug@caritas-eu.de

www.leben-in-fuelle.de


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Regionalbeilage des Caritasverbandes für das Kreisdekanat Euskirchen e.V. caritas bei uns

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Gedanken

Wer sich auf den Weg nach Bethlehem macht Kreisdechant Guido Zimmermann, Vorsitzender des Caritasrates

Während ich diese Zeilen schreiben darf, bin ich mit meinen Gedanken schon auf einer Reise in das Heilige Land, die ich mit Gläubigen aus dem Pfarrverband Zülpich unternehmen darf. Neben dem See Genezareth, dem Ort, der Schwerpunkt des Wirkens Jesus war und der Stadt Jerusalem, fahren wir natürlich auch in die Stadt Bethlehem. Gerade im Hinblick auf die kommenden Advents- und Weihnachtstage ist Bethlehem eine ganz besondere Stadt für unseren Glauben. An Weihnachten holen wir uns ja gleichsam, durch die Krippen, die wir aufstellen, Bethlehem in unsere Kirchen und Häuser. Und jedes Mal, wenn wir uns die Krippen anschauen, machen wir uns auf nach Bethlehem. In einem modernen Text heißt es: „Wer sich auf den Weg nach Bethlehem macht! Wer sich auf den Weg nach Bethlehem macht, wird erfahren, dass es viele kleine Schritte sind, die einen dem Ziel näher bringen. Wer sich auf den Weg nach Bethlehem macht, wird entdecken, dass zum Geheimnis der Wüste Durststrecken und Oasen gehören. Wer sich auf den Weg nach Bethlehem macht, wird erkennen, dass wir die Sterne nur am nächtlichen Himmel sehen können. Wer sich auf den Weg nach Bethlehem macht, wird verspüren, welche stille Kraft in unserer Sehnsucht liegt, die von Gott stammt. Wer sich auf den Weg nach Bethlehem macht, wird merken, dass Gott auch heute bei uns Menschen Herberge sucht und Heimat.

Wer sich auf den Weg nach Bethlehem macht, wird erleben, dass dieser Ort ganz in der Nähe und der Weg dorthin oft so unwahrscheinlich weit ist. Wer sich auf den Weg nach Bethlehem macht, wird an der Krippe die Armseligkeit des Menschen und zugleich die Menschwerdung Gottes finden.“ (P. Benedikt Grimm OFM) In meinen ersten Begegnungen als Kreisdechant im Caritasverband Euskirchen durfte ich schon viele Menschen kennenlernen, die sich auf diesen Weg aufgemacht haben, die an der Stelle, wo sie wirken – sei es im Einsatz für Jugend, Familie, Senioren, in der Eingliederungshilfe und der Sorge um die Obdachlosen, in der Suchthilfe und Rehabilitation, in den Gesundheitsdiensten …. – Zeugen der menschgewordenen Liebe Gottes geworden sind! Die weihnachtliche Menschen geworden sind! Für diesen Einsatz möchte ich herzlich danken und ich bin froh, dass wir einen so tatkräftigen Caritasverband in unserem Kreisdekanat haben! Auch wenn wir uns nicht selber aufmachen können in das „richtige“ Bethlehem, in diese palästinensische Stadt, erinnern uns die Krippen in unseren Häusern und Kirchen an den Ort, wo Gott Mensch wurde, mehr noch, wo er sogar Kind wurde, vor

unseren Augen sichtbar und berührbar! Dieses Geschehen möchte uns, unseren Verband und unsere Gemeinde prägen! Denn es gilt: „Und wird Christus in Bethlehem tausendmal geboren und nicht in dir, in uns, in unserem Verband und unseren Gemeinden, dann wäre er umsonst geboren!“ (nach Angelus Silesius). „Transeamus usque Bethlehem!“ – „Kommt, lasst uns nach Bethlehem gehen!“, legen wir alle romantischen Phantasien bei Seite und nehmen wir den Ort so wie er ist. Wir werden die Risse und Brüche wahrnehmen, aber wir werden froh sein, den Ort verehren zu dürfen, an dem Christus geboren worden ist. Wir werden froh sein, den verehren zu dürfen, der das Heil der Welt ist: Jesus Christus, der Sohn Gottes, unser Herr. Ich wünsche Ihnen gesegnete Adventstage, ein frohes und gnadenreiches Weihnachtsfest und ein glückseliges 2013!

Krypta der Geburtskirche in Bethlehem: Der Stern markiert den Geburtsort Jesu.


Caritasmitarbeiterin Lydia Honecker ist froh darüber, dass die Notschlafstelle in der Kommerner Straße eine neue Bleibe gefunden hat und wohnungslose Menschen so auch in diesem Winter einen sicheren und warmen Schlafplatz in der Kreisstadt haben.

Caritas Euskirchen hält ein ganzes Hilfesystem für Wohnungslose vor

neue (alte) notschlafstelle für Euskirchen Beratungsstelle Der Winter steht vor der Tür und essen. Daneben bieten die Mitnach §§ 67 ff. SGB XII gerade rechtzeitig vor Beginn der arbeiter der Caritas in der angeFinanzierung: Kreis/Land NRW kalten Jahreszeit konnte die Carischlossenen Fachberatungstas Euskirchen mit der Notschlafstelle Hilfe bei Fragen, welche Tagesstätte stelle für wohnungslose Mitbürdie alltäglichen Existenzsorgen MO.S.ES Notschlafstelle Mobile Sozialarbeit Euskirchen Stadt Finanzierung: Stadt/Spenden/CV für Wohnungslose gerinnen und Mitbürger an ihren wohnungsloser Menschen Finanzierung: Stadt/ Caritas Finanzierung: CV/Spenden/Stadt neuen Standort in der Kombetreffen. merner Straße umziehen. Von besonderer Bedeutung ist Menschen, deren Obdachlosigdas Angebot einer Postanschrift Betreutes Wohnen §§ 67 ff. SGB XII keit meist nur das letzte Puzzelin der Beratungsstelle für MenTagestrukturierende Finanzierung: Land NRW/Caritas Maßnahmen steinchen einer ganzen Reihe von schen, die auf der Straße leben Finanzierung: CV/Produktverkauf/Spenden schicksalhaften Ereignissen wie - eben ohne festen Wohnsitz Überschuldung, Arbeitslosigkeit, und damit auch ohne eigenen Freier Wohnungsmarkt Trennung und Verlust ist, haben Briefkasten. 197 Postanschriften so auch in diesem Winter die stellten die Mitarbeiter der Das umfassende Hilfesystem der Caritas-Wohnungslosenhilfe. Gewissheit, einen sicheren und Wohnungslosenhilfe im verwarmen Schlafplatz zu finden. für wohnungslose Menschen der Caritas gangenen Jahr zur Verfügung. Darüber Der Umzug war notwendig geworden, weil Euskirchen untergebracht. Die Notschlafhinaus hat die Caritas im Auftrag der Kreisdie alte Notschlafstelle in der ehemaligen stelle ist nämlich nur ein, wenn auch sehr Feuerwache der Kreisstadt Euskirchen dem wichtiger, Teil eines ganzen Hilfesystems, Bagger weichen muss. Der Boden, auf dem welches der Wohlfahrtsverband für Mensie steht, gehört mit zu dem Gelände, auf schen aufgebaut hat, die entweder bereits welchem der dringend erforderliche Neuohne Wohnung oder von Wohbau der Euskirchener Feuerwache erfolgen nungslosigkeit bedroht wird. Politik, Verwaltung und Caritas sind. In der Tagesstätte suchten gemeinsam nach einer Lösung und können die Menschen kamen überein, die Notunterkunft an den sich aufhalten, gemeinneuen Standort zu verlegen. sam Zeit verbringen, Im neuen Domizil auf der Kommerner Straihre Wäsche waschen, ße ist die Notunterkunft nun in unmittelKörperhygiene betreiDas neue MO.S.ES Fahrzeug ist barer Nähe zu den anderen Hilfsangeboten ben oder etwas Warmes nun endlich einsatzbereit.


Viel Unterstützung und Zuspruch findet die Aktion Obdach der Caritas Euskirchen mittlerweile im Kreisgebiet. Ob nun die Katholischen Frauengemeinschaften Deutschlands, die Firma Pfeifer & Langen, Künstler wie etwa Harmonica Sound Euskirchen, Kitas, Vereine wie zum Beispiel Fair Zülpich und Rotaract, Privatpersonen wie der Geschäftsführer Hubert Hamacher, oder Politiker wie der Bundestagsabgeordnete Detlef Seif, sie alle und noch viel mehr setzen sich für die wohnungslosen Mitbürgerinnen und Mitbürger in Euskirchen ein. Auf dem Euskirchener Weihnachtsmarkt ist die Caritas traditionell mit einem Stand vertreten, an welchem die Wohnungslosen selbst gebasteltes Holzspielzeug für „ihre“ Notschlafstelle verkaufen. Hierbei werden sie seit Jahren durch Mitglieder aller im Stadtrat vertretenen Fraktionen und den Landtagsabgeordneten Klaus Voussem unterstützt.

stadt die Auszahlung des sogenannten Tagessatzes übernommen. Ein Wohnungsloser ohne geregeltes Einkommen - also quasi jeder - hat Anspruch auf Hartz IV Leistungen, welche in diesem Fall eben täglich - als Tagessatz in Höhe von rund 12 Euro - ausgezahlt werden. 112 Menschen nutzten 2011 dieses Angebot. Weiterer Baustein des Hilfesystems ist das Streetworkprojekt MO.S.ES, für welches die Caritas kürzlich auch durch die Unterstützung des Lions-Club Euskirchen-Veybach, ein neues Fahrzeug anschaffen konnte. Ende 2011 kam das Betreute Wohnen für Wohnungslose hinzu, derzeit 6 Plätze, die bereits alle belegt sind. Kostenträger ist der Landschaftsverband Rheinland. Das Angebot soll Menschen mit Wohnungslosigkeitserfahrung einen Wiedereinstieg in selbstbestimmtes Wohnen ermöglichen.

Ferner bietet die Caritas in ihrer Werkstatt in der Kommerner Straße sogenannte tagesstrukturierende Maßnahmen an. Für einige Stunden täglich können wohnungslose Mitbürgerinnen und Mitbürger hier unter Anleitung Holzarbeiten ausführen. Sie lernen so, wieder Verantwortung zu übernehmen und in einen geregelten Tagesablauf zurück zu finden. Die dabei entstehenden Spielsachen und Vogelhäuschen werden von den Wohnungslosen gemeinsam mit Caritasmitarbeitern auf Festen, wie etwa dem Knollenfest oder dem Weihnachtsmarkt verkauft. Der Erlös trägt dazu bei, die Notschlafstelle zu erhalten. (Auch auf dem diesjährigen Weihnachtsmarkt ist die Wohnungslosenhilfe vom 28. November bis zum 2. Dezember mit einem Stand vertreten.) Denn auch wenn die Notunterkunft nun in neue Räume zieht, so ist doch ihr dauer-

Sehr geehrte Spender zu Gunsten der Notschlafstelle,mit ganz großem Dank wende ich mich an Sie und möchte ich Ihnen auf diesem Weg ein herzliches „Vergelt’s Gott“ sagen. Der Abschied in Euskirchen ist mir nicht leicht gefallen, die große Teilnahme beim Gottesdienst vor einem Monat hat mich gestärkt und auch froh gestimmt. Ich bin froh über insgesamt 5.306,87 Euro zu Gunsten der Notschlafstelle unseres Caritasverbandes, wird doch dadurch deutlich, dass wir dem Anliegen des II. Vatikanischen Konzils gerecht werden, das heute genau vor 50 Jahren begonnen hat. Die Kirche sollte sich vor allem den Armen zuwenden. Darum gehören die so genannten Nichtsesshaften auch nicht an den Rand der Stadt, sondern mitten hinein. Denn nur so kann es gelingen, ihnen in Würde zu begegnen und zu helfen, wieder einen guten Platz in der Gemeinschaft aller zu finden. Inzwischen bin ich hier in Bonn eingezogen. Wenn auch noch nicht alles an seinem Platz steht, so kann ich mich dennoch gut hier einleben. So grüße ich aus dem nicht allzu fernen Bonn, Ihr

hafter Betrieb nicht ohne Spendengelder möglich. Jedes Jahr muss die Caritas Euskirchen eine Unterfinanzierung von 40.000 Euro durch Eigenmittel und Spenden auffangen. „Um die Notunterkunft am neuen Standort herrichten zu können, haben wir Stiftungsmittel beantragt. Für ihren täglichen Betrieb sind wir nach wie vor auf Spenden angewiesen, “ so Caritaschef Franz Josef Funken. „In den letzten Jahren haben wir dies aber immer geschafft, auch dank der großartigen Unterstützung durch viele Privatpersonen, Unternehmen, Vereine und der Verwaltung und Politik des gesamten Kreises Euskirchen.“ Besonders die Möglichkeit, eine Bettenpatenschaft in der Notschlafstelle zu übernehmen, wird oft und gern von Spendern genutzt. „Viele haben bereits die zweite Patenschaft in Folge übernommen. Unternehmen gehen auch mehrere Patenschaften gleichzeitig ein - dies ist großartig und hilft uns sehr. Vielen Dank dafür!“ so Funken abschließend. CARSTEN DÜPPENGIESSER Der ehemalige Kreisdechant, leitender Pfarrer von Euskirchen und Vorsitzender des Caritasrates, Monsignore Bernhard Auel, widmete die Kollekte seines Abschiedsgottesdienstes der Wohnungslosenhilfe der Caritas Euskirchen und bat um eine Spende statt perönlicher Geschenke

Kontakt und Infos: Wohnungslosenhilfe und bettenpatenschaften Kommerner Str. 21, 53879 Euskirchen Tel. 02251/9418-17/-23 wohnungslose@caritas-eu.de Spendenkonto 1007616 KSK Euskirchen


Freuen sich gemeinsam über den Erfolg des Projektes: (v.l.) Thomas Stihl (Caritas), Schüler der Schule am Veybach, Astrid Müsch (stellvertretende Schulleiterin), Udo Becker (Vorstand Kreissparkasse Euskirchen), Uwe Schmitz (Vorsitzender Bürgerstiftung), Bernhard Ziemer (Leiter Kreisgesundheitsamt), Franz Josef Funken (Caritas), Jörg Zerche (Kreis Euskirchen), Willi Goebbel (Stadt Mechernich), Guido Lorbach (Kreis Euskirchen).

Volles Haus und begeisterte Zuschauer bei der Gala im „Zirkus Veybachello“

23. Projektwoche mit „Zirkus Veybachello“ - Wechsel in der Finanzierung

ZirkusMobil ist seit 6 Jahren Erfolgsmodell 23 Projektwochen an neun Förder- und zwei Hauptschulen, rund 330 Kinder und Jugendliche als Teilnehmer, drei Lehrerfortbildungen mit rund 40 Pädagogen, Anfragen von Kindergärten, Schulen und Vereinen – das ist die durchaus beeindruckende Erfolgsbilanz des vor sechs Jahren ins Leben gerufenen Suchtpräventionsprojektes „ZirkusMobil-drogenfrei“. Das gemeinsame Projekt der Caritas und des Kreises Euskirchen zur Lebenskompetenzerweiterung für Kinder und Jugendliche, wie es offiziell heißt, wurde durch die finanzielle Unterstützung der Bürgerstiftung der Kreissparkasse Euskirchen ermöglicht. 2006 stellte die Bürgerstiftung dem „ZirkusMobil-drogenfrei“ 35.000 Euro als Anschubfinanzierung zur Verfügung. Mit diesen Mitteln konnten umfangreiche Materialien zur Durchführung von Zirkuswochen und Aufführungen angeschafft und die Honorarkosten für die professionellen Zirkuspädagogen bestritten werden, welche jede Projektwoche begleiten. Die Kosten der an den Aktionswochen beteiligten Fachkräfte der Caritas und des Kreises werden von den jeweiligen Institutionen getragen. Vom Kreisbauhof in Schleiden erhielt das Projekt einen alten Bauwagen, der zum Zirkusmobil umgebaut wurde. Anlässlich des Abschlusses der 23. Projektwoche an der Mechernicher Förderschule

„Schule am Veybach“ in Satzvey erklärte nun Kreissparkassenvorstand Udo Becker: „Wir werden das Projekt weiter finanziell unterstützen.“ Die Kreissparkasse fördert das Projekt einmalig mit 6.100 Euro, um eine Weiterführung in 2012 und 2013 zu ermöglichen. Gemeinsam mit Becker standen die stellvertretende Schulleiterin Astrid Müsch, der Vorsitzende der Bürgerstiftung, Uwe Schmitz, Caritasvorstand Franz Josef Funken und als Vertreter des Landrates Kreisgesundheitsamtsleiter Dr. Bernhard Ziemer auf der Bühne der Schulaula am Veybach, um die letzten sechs Jahre „ZirkusMobil-drogenfrei“ Revue passieren zu lassen. „Wir brauchen in unserer Gesellschaft starke Kinder und daher ist es wichtig, sie an der richtigen Stelle zu fördern“, so Ziemer. Caritaschef Funken erläuterte, wie dieses „Starkmachen“ durch das Projektteam an den Schulen jeweils vor sich geht. Das dies wunderbar funktioniert, konnten

die anwesenden Gäste gemeinsam mit Eltern und Schülern der „Schule am Veybach“ bei der anschließenden Gala des Zirkus „Veybachello“ selbst erleben. Die Zirkuspädagogin Ulli Türk und Caritasmitarbeiter Thomas Stihl hatten zusammen mit den Schülern in zwei Projektwochen ein tolles Programm mit Clowns, Akrobaten, Feuerspuckern und Fakiren auf die Beine gestellt. Nach etwa 45 Minuten senkte sich unter großem Applaus der Vorhang für die jungen Artisten. Das Projekt „ZirkusMobil-drogenfrei“ setzt an den vorhandenen positiven Möglichkeiten und Eigenschaften der Kinder an und will diese fördern und verstärken. „Der Beifall ist für die Schüler die Belohnung am Ende der Projektwoche“, so Stihl. „Beim ZirkusMobil-drogenfrei können sie eigene Kräfte erproben, auch wenn sie dabei vielleicht an Grenzen stoßen, sie brauchen einander und genießen am Ende den Applaus für ihre Mühen. Sie erfahren sich selbst und entwickeln ein großes Stück Selbstvertrauen.“ Große Freude hatten die Schüler der Schule am Veybach in MechernichSatzvey bei der Vorführung des Gelernten während der großen Abschlussgala in ihrer Schulaula.

CARSTEN DÜPPENGIESSER


Caritasmitarbeiterin Christel Eppelt (1.v.l.) freute sich gemeinsam mit ihren Kolleginnen Monika Stoffers und Silvia Krüger über die Spende des Linos-Club Euskirchen-Veybach, überreicht durch Theo Spiluttini und Dr. Ahad Bazzazi.

caritas bei uns

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Lions Club unterstützt Hospizhilfe nachhaltig

10. Tag der Rose in Euskirchen

Lions-Club überreichte bereits zum 10. Mal Spende für Demenz- und Hospizarbeit - Im Frühjahr Hunderte Blumen in der Innenstadt verteilt. Der amtierende Präsident des Lions-Club Euskirchen-Veybach, Theo Spiluttini und sein Clubkollege Dr. Ahad Bazzazi, der Vorsitzende des Fördervereins der Lions, waren jetzt im Caritas-Servicezentrum Demenz und Hospiz „Café Insel“ in der Frauenbergerstraße in Euskirchen zu Gast, um einen Spendenscheck über 1.000 Euro zugunsten der Demenz- und Hospizhilfe des Wohlfahrtsverbandes zu überreichen. Die Summe war auf dem Euskirchener Stadtfest im Frühjahr zusammen gekom-

men. Der Lions-Club Euskirchen-Veybach führte dort bereits zum 10. Mal den „Tag der Rose“ durch. Dabei werden traditionell Hunderte Rosen an Passanten verteilt, begleitet von der Bitte um eine Spende für die Demenz- und Hospizhilfe der Caritas Euskirchen. „Dieses Jahr können wir ein Jubiläum feiern, seit einem Jahrzehnt unterstützen Sie unsere Arbeit mit dieser tollen Aktion“, freute sich Caritaschef Franz Josef Funken bei der Spendenübergabe. „Wir haben den Tag der Rose damals ins Leben gerufen, um ganz bewusst diese wichtige Arbeit hier bei uns in der Region zu unterstützen“, so Spiluttini. Mittlerweile wüssten viele Passanten schon Bescheid. „Es ist erstaunlich, wie es gelungen ist, durch die kleine Geste der geschenkten Rose, verbunden mit der Bitte um eine Spende, die Hospizarbeit in den Köpfen der Menschen positiv zu verankern“, betont Spiluttini.

Die Caritasmitarbeiterinnen Christel Eppelt, Silvia Krüger und Monika Stoffers, die zusammen mit ehrenamtlichen Caritashelferinnen den „Tag der Rose“ begleiten, freuten sich über das freiwillige Engagement und betonten die Wichtigkeit einer solchen Aktion. „Nicht allein die Geldspende, über die wir uns natürlich sehr freuen und die wir gut gebrauchen können, finde ich erwähnenswert. Es ergaben sich interessante Gespräche mit den Passanten. Die Menschen haben mittlerweile die Scheu vor dem Thema Hospizarbeit verloren“, so das gemeinsame Fazit der Caritasmitarbeiterinnen. CARSTEN DÜPPENGIESSER Caritas Hospizdienst Frauenbergerstr. 2-4, 53879 Euskirchen Telefon: 0 22 51/12 65 10

Zurzeit sind bei der Caritas Euskirchen vier Auszubildende beschäftigt. Das Redaktionsteam der SoCo Euskirchen begleitet sie auf ihrem Weg durch den Verband und ihre Ausbildung. Für diese Ausgabe interviewten wir Marion Haas und Yvonne Stoll. Sie sind im zweiten Lehrjahr ihrer Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation. SoCo Euskirchen Redakteurin Tanja Engel sprach mit ihnen über ihre bisherigen Erfahrungen.

Nachgefragt: Wie läufts im zweiten Jahr?

Azubis mittendrin Engel: Sie sind jetzt beide im zweiten Ausbildungsjahr- sozusagen Halbzeit Ihrer Ausbildungszeit! Wie gefällt es Ihnen denn nach einen Jahr beim Caritasverband? Stoll: Ich fühle mich nach wie vor sehr wohl beim Caritasverband und würde am Liebsten bleiben. Haas: Ich fühle mich ebenfalls immer noch wohl beim Caritasverband und fand alle Bereiche, in denen ich bislang eingesetzt worden bin, interessant und gut. Mit den „Zahlen“ komme ich jetzt auch gut zurecht und träume nicht mehr davon. Engel: Halbzeit in der Ausbildungszeit heißt auch Zwischenprüfung- Wie ist diese denn gelaufen? Haas: Ich habe mich gut auf die Zwischenprüfung vorbereitet, kann aber nicht ein-

schätzen, wie die Prüfung tatsächlich für mich gelaufen ist. Es wurden leider viele fremde Themen abgefragt, teilweise auch Unterrichtsstoff des dritten Ausbildungsjahres. Es hat jedoch bei allen etwas „gehakt“. Engel: Wie wirkt das „Gehörte“ auf Sie? Macht Ihnen das ein wenig Unbehagen vor Ihrer noch im Januar anstehenden Zwischenprüfung? Stoll: Nein, ich hoffe, meine Zwischenprüfung im Januar nächsten Jahres mit gutem Erfolg zu absolvieren, um dann auch bereits im Mai nächsten Jahres die Abschlussprüfung vorziehen zu können. Engel: In Welchem Fachbereich sind Sie denn zurzeit tätig? Und mit welchen Aufgaben sind Sie dort betraut?

Haas: Zurzeit bin ich in der Verwaltung und dort in der Buchhaltung sowie in den Projekten Stromsparscheck und Cabit tätig. Dort führe ich die Erstgespräche mit den Teilnehmern, stelle ihnen die Maßnahme vor und helfe bei der Betreuung. Stoll: Ich bin der Stabsabteilung Schulen und Bildung zugeteilt und arbeite dort bei der Verwaltung, Organisation und Planung der OGS Stützpunkte mit. Es gefällt mir sehr gut, ich bin viel mit Menschen in Kontakt. Seit der Begleitung der Visitationen der OGS Stützpunkte weiß ich auch, wie man Protokolle schreibt. Engel: Vielen Dank! TANJA ENGEL


caritas in Euskirchen 8

Caritas bei uns Regionalbeilage des Caritasverbandes für das Kreisdekanat Euskirchen e.V.

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Freuten sich gemeinsam mit den neuen Demenzhelferinnen und Helfern über die geschaffte Qualifikation: Dietmar Seichter (1.v.l.) und Silvia Krüger (5.v.l.) von der Caritas Euskirchen

Die Caritas-Dienste der Entschuldungshilfe, das Caritas-Betreuungswesen und der Caritas-Migrationsdienst sind umgezogen: Entschuldungshilfe Kapellenstr. 11, 53879 Euskirchen Telefon: 0 22 51/6 50 45-11 Persönliche Beratung nur nach telefonischer Terminabsprache Telefonische Beratung und Terminabsprache: Mo bis Fr von 11:30 - 12:30 Uhr

Neue Demenzhelferinnen und Helfer qualifiziert

Ehrenamtliche bauen Brücken Während einer kleinen Feierstunde in der Begegnungsstätte „Café Insel“ des CaritasServicezentrums Demenz und Hospiz erhielten kürzlich 9 Teilnehmer des Qualifizierungskurses „Gemeinsam Brücken bauen“ von der Koordinatorin der Demenzhilfe, Silvia Krüger, im Beisein des zuständigen Fachbereichsleiters Klaus Schruff, ihre Zertifikate und können nun künftig als ehrenamtliche Demenzhelfer tätig werden. Der Kursus umfasste insgesamt 33 Unterrichtsstunden. In 10 Abendseminaren wurden die Teilnehmer befähigt, Menschen, die an

Demenz erkrankt sind, zu betreuen und mit ihnen Zeit zu gestalten. Im Rahmen ihrer Schulung ist den Teilnehmern mit Unterstützung von kompetenten Fachleuten eine Menge an Wissen und „Handwerkszeug“ vermittelt worden. Die Caritas Euskirchen wird in Kürze erneut einen Qualifizierungskurs zum Demenzhelfer anbieten. Demenz-Koordinatorin Sylvia Krüger gibt interessierten Kreisbürgerinnen und Bürgern unter der Rufnummer 02251/126712 nähere Infos zum geplanten Kurs.

Insolvenzberatung Kapellenstr. 11, 53879 Euskirchen Telefon: 0 22 51/6 50 45-19 Persönliche Beratung nur nach telefonischer Terminabsprache Telefonische Beratung und Terminabsprache: Mo bis Fr (ausser Do.) von 11:30 12:30 Uhr Betreuungswesen Kapellenstr. 11, 53879 Euskirchen Telefon: 0 22 51/6 50 45-21,-23,-24,-26 Fax: 0 22 51/6 50 45-22 Migrationsdienst Kapellenstr. 11, 53879 Euskirchen migration@caritas-eu.de Telefon: 0 22 51/6 50 45-21

Psychisch Kranke organisierten Messe im Grünen Besucher der SPZ-Tagesstätte feierten mit Psychiatrie-Seelsorger

IMPRESSUM Herausgeber: Caritasverband für das Kreisdekanat Euskirchen e.V. Redaktion: Carsten Düppengießer (verantwortlich) Redaktionsteam: Maria Surges, Sebastian Seifert, Hermann-Josef Schneider, Monika Stoffers, Tanja Engel Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit Caritas-Geschäftsstelle, Wilhelmstraße 52, 53879 Euskirchen, Tel. 02251/7000-42 info@caritas-eu.de www.caritas-eu.de

Auch 2012 organisierten die Besucher der SPZ-Tagesstätte gemeinsam mit Psychiatrie-Seelsorger Pfarrer Willi Wisskirchen einen Freiluftgottesdienst. Die Gäste der Tagesstätte stellten auch die Liedhefte und Fürbitten zum ausgewählten Thema „Glauben“ zusammen. Ein „Dankeschön“ für die unkomplizierte Genehmigung geht an die Verwaltung der Kreisstadt Euskirchen und eines an Petrus für das gute Wetter.

Fotos: Caritas Euskirchen; Seite 3: G. Zimmermann Layout: Carsten Düppengießer


SozialCourage Euskirchen Ausgabe 4 2012