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caritas in Euskirchen

1/13 Re g i o n a l b e i l a g e d e s C a r i t a s v e r b a n d e s f ü r d a s k r e i s d e k a n a t e u s k i r c h e n e . V .

i n halt

2 Ehrenamt// Zauberhaftes Dankeschön 3 Gedanken// Zur Fastenzeit 4 Offene Ganztagsschule// Neue OGS in Zülpich-Ülpenich offiziell eingeweiht 5 Wohnungslosenhilfe// Große Solidarität mit Obdachlosen 6 Psychisch Erkrankte// Klaasikkonzert im Caritas-Wohnhaus 7 Sozialpsychiatrisches Zentrum// Kreativtag // Unsere Azubis 8 Suchtprävention und Jugendzentrum// Volleyballnacht

Live Music Now ermöglichte aussergewöhnliches Konzert

Klassik im Caritas-Wohnhaus


Franz Josef Funken Geschäftsführender Vorstand in Euskirchen

Meine sehr verehrten Leserinnen und Leser, ein halbes Jahrhundert wird unser Caritasverband in diesem Jahr alt. Seit nunmehr 50 Jahren ist die Arbeit der verbandlichen Caritas fest im sozialpolitischen Gefüge unseres Kreisdekanates verankert. Aus einem Ein-Mann-Betrieb wuchs in den vergangenen Jahrzehnten ein moderner Wohlfahrtsverband mit über 300 hauptund vielen hundert ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Rund 50 verschiedene soziale Dienste und Einrichtungen stehen heute im „Dienst am Men-



schen“. Mit hohem Einsatz und persönlichem Engagement setzen sich unsere „Caritäter“ für Menschen in oft schwierigen Lebenssituationen ein. Dieser Wandel vom kleinen, familiären Betrieb hin zu einem mittelständischen Unternehmen der freien Wohlfahrtspflege stellte und stellt uns immer wieder vor neuen Herausforderungen. Die soziale Landschaft hat sich in den letzten 50 Jahren auch in unserem Kreisdekanat radikal gewandelt. Der Demografische Wandel, Zuwanderung, prekäre Lebens- und Arbeitsverhältnisse in der

„Dankeschön“ für ehrenamtliches Engagement

Magier verzauberte Gäste

Die Caritas Euskirchen hatte jüngst alle ehrenamtlichen Mitarbeiter zu einem „Dankeschön-Kaffee“ ins Pfarrzentrum St. Martin in der Kreisstadt eingeladen. Viele Ehrenamtliche aus allen Seelsorgebereichen des Kreisdekanats folgten der Einladung, der Saal des Pfarrzentrums war voll besetzt. Die beiden Vorstände der Caritas Euskirchen, Franz Josef Funken und Horst Lennartz, nutzten die Gelegenheit, um den Anwesenden für ihren Einsatz in den unterschiedlichsten Einsatzfeldern des Wohlfahrtsverbandes zu danken. „Vieles ist

nur mit Ihrer Hilfe möglich. Allein die über 40 Seniorenclubs im Kreisdekanat werden von Ihnen vollständig ehrenamtlich geführt. Aber auch in den Diensten und Einrichtungen unseres Verbandes machen Sie gemeinsam mit unseren hauptamtlichen Mitarbeitern Angebote und Hilfen für Menschen in Not oft erst möglich vielen Dank dafür“, so Funken. Bei Kaffee und Kuchen konnten die beiden Vorstände den gut 80 Gästen noch ein besonderes „Dankeschön“ der Caritas bieten. Der Magier und Liedermacher Donatus

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modernen Arbeitswelt des 21. Jahrhunderts, ein Familienbild im Wandel - all dies schlägt sich auch in der sozialen Wirklichkeit unseres Kreisdekanates wieder. Hier ist Caritas gefragt. Gefragt, um Antworten zu geben, Konzepte zu entwickeln, wie Hilfe für die Menschen unserer Region konkret aussehen kann. Goethe hat einmal gesagt: „Das Tun interessiert, das Getane nicht. Das Neue ist immer aufregend. - Aber in Augenblicken wie diesen ist es wichtig, einen Schritt zurückzutreten, das Getane zu betrachten und zu prüfen. Wenn wir damit zufrieden sind, dann können wir sagen: Weiter so!“

Weinert verzauberte die Gäste mit einer Mischung aus Magie und Musik. Auf charmante und humoristische Weise bezog er das Publikum in seine Show ein. Gemeinsam mit Freiwilligen brachte er verblüffende Zauberkunststücke zu Vorführung, unterbrochen durch stimmungsvolle und mitunter nachdenkliche Lieder. Nach etwa einer Stunde und einer Zugabe verabschiedete sich der Magier von seinem begeisterten Publikum. Weinert, der Mitglied im Magischen Zirkel von Deutschland ist, tourt seit sechs Jahren als hauptberuflicher Künstler durch Säle und Festzelte. Vorher war er lange Jahre im Kirchendienst tätig. Der Vater zweier Kinder probiert neue Zaubertricks stets in seiner Familie aus, bevor er sie öffentlich aufführt. „Das größte Publikum, vor dem ich bisher gezaubert habe waren 2.000 Bayern im Festzelt“, so Weinert, der aber auch auf Kindergeburtstagen und Familienfeiern auftritt. HERMANN-JOSEF SCHNEIDER Kontakt und Infos: Hermann-Josef Schneider Caritas und Gemeinde Tel. 02251/7000-25 cug@caritas-eu.de www.caritas-eu.de


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Regionalbeilage des Caritasverbandes für das Kreisdekanat Euskirchen e.V. caritas bei uns

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Gedanken

Zur Fastenzeit Kreisdechant Guido Zimmermann, Vorsitzender des Caritasrates

Ein junger Mönch kam eines Tages zu einem bejahrten, erfahrenen Mönch und sagte zu ihm: „Mein Vater, erkläre mir, warum so viele Menschen kommen, um als Mönch zu leben, und nur wenige ausharren, viele aber wieder aufgeben.“ Der Mönch antwortete: „Schau, das ist so, wie wenn ein Hund einen Hasen erblickt hat. Er jagt ihm nach und bellt laut. Andere Hunde hören den Hund bellen, der dem Hasen nach springt, und auch sie beginnen zu rennen. Es sind so viele, dass sie miteinander laufen und bellen, aber ein einziger Hund hat den Hasen erblickt, ein einziger verfolgt ihn mit den Augen. Und alle, die den Hasen nicht gesehen haben, und bloß rennen, weil einer ihn erspäht hat, werden einer nach dem anderen müde und geben erschöpft auf. Wer hingegen das Ziel persönlich in die Augen gefasst hat, hält bis zum Ende durch und packt den Hasen!

Und der Mönch sagte: „Schau, so ist das auch bei den Mönchen. Nur die, die ihre Augen fest auf die Person Jesu Christi, unseres gekreuzigten Herrn, gerichtet haben, gelangen ans Ziel!“ Und ich würde sagen, dieses gilt nicht nur für das Leben der Mönche, sondern für das Leben der Christen allgemein! Es genügt nicht, etwas über Jesus und seinen Weg gehört oder gelesen zu

haben - Jesus Christus ist keine Sache, Jesus Christus ist doch keine Idee. Sondern er ist der menschgewordene Gott. Man muss diesen Jesus erlebt haben, man muss Jesus gesehen haben, damit man von ihm begeistert ist, damit man sich in seine Nachfolge begibt, damit man Kraft und Ausdauer bei dieser Nachfolge hat! Die persönliche Beziehung ist wichtig, es ist wichtig, dass der Glaube ein Herzensanliegen wird! Glaube ist immer etwas ganz Persönliches: ich muss eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus herstellen und pf legen. Ich muss diesen Jesus in den Blick nehmen, ja ihm in die Augen schauen. Der alte Mönch hatte Recht: „Nur die, die ihre Augen fest auf die Person Jesu Christi, unseres gekreuzigten Herrn, gerichtet haben, gelangen ans Ziel!“ Nur wer auf Jesus schaut, am Kreuz sehen kann, wie sehr er uns liebt und sich von seiner Liebe beschenken lässt, der hat Kraft und Ausdauer seine Berufung als Christ zu leben! In den Tagen der Fastenzeit, sind wir besonders eingeladen, diesen Blick auf den gekreuzigten Herrn zu richten! Nehmen wir diese Einladung an, es ist „lebenswichtig“ für unseren Glauben und für unseren Dienst am Nächsten!


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Caritas bei uns Regionalbeilage des Caritasverbandes für das Kreisdekanat Euskirchen e.V.

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Verkleidet als Kinder aus aller Herren Länder traten die Grundschüler der KGS-Ülpenich bei der offiziellen Einweihungsfeier der Offenen Ganztagsgrundschule auf die Bühne. Sie hatten gemeinsam mit Diakon Peter Gebhardt einen lebendigen Wortgottesdienst gestaltet.

Kinder gestalteten bunte Einweihungsfeier der neuen Offenen Ganztagsschule

Die ganze Welt zu Gast in Ülpenich Die katholische Grundschule in ZülpichÜlpenich hat zum Schuljahresbeginn eine Offene Ganztagsgrundschule (OGS) in Trägerschaft der Caritas Euskirchen eingerichtet. Während einer Feierstunde für Kinder, Geschwister, Eltern und Lehrer mit anschließendem Wortgottesdienst erfolgte kürzlich die offizielle Einweihung. Caritasvorstand Horst Lennartz wünschte den OGS-Kindern Gottes Segen und dass sie sich in der Einrichtung immer wohlfühlen mögen. Ulf Hürtgen, der Beigeordnete der Stadt Zülpich, brachte seine Freude über die neue OGS zum Ausdruck, da sie den Schulstandort Ülpenich stärke. Ähnlich sah dies auch Schulleiterin Ursula Valder-Krüll. Die Pädagogin interpretierte OGS wie folgt: „ O steht für ein offenes Angebot für alle. G steht für den ganzen Tag, für Unterricht und Außerunterrichtliches. Dazu gehören spielen, malen, lesen, singen, lachen, sich bewegen drinnen und draußen, gemeinsam essen und auch die Hausaufgaben. S steht für Schule, in der die Betreuerinnen und Lehrkräfte zum Wohle der Kinder eng zusammen wirken.“ Krüll dankte der Stadt Zülpich für ihre Unterstützung auf dem langen Weg zur OGS. In diesem Zusammenhang dankte die Schulleiterin ebenfalls der Kreissparkasse Euskirchen. Das Geldinstitut hatte 1.000 Euro zur Anschaffung von Spiel- und

Fördermaterial gespendet. Sie überreichte Sparkassenvertreter Karl-Heinz Daniel eine von den Kindern selbst gestaltete Karte mit Unterschriften und einem Bild des angeschafften Spielmaterials. Der anschließende Wortgottesdienst, den Diakon Peter Gebhardt hielt, wurde von den Kindern tatkräftig mitgestaltet. Chorleiter und Organist Lothar Zeller hatte dazu mehrfach mit den Kindern geprobt. Beim Eröffnungslied „Kinder dieser Erde träumt was euch gefällt“ traten die kleinen Akteure in Trachten aller Herren Länder auf die Bühne. Zum Lied „Mein Boot“ verwandelte sich die Schule in ein Schiff und die Kinder wurden zu Seeleuten. Flötenspiel, von den Kindern vorgetragene Fürbitten und die Segnung der OGS-Räumlichkeiten rundeten den Wortgottesdienst ab. Beim anschließenden gemütlichen Beisammensein hatten die Anwesenden die Gelegenheit das Team der OGS näher kennen zu lernen. Dieses besteht neben der Leiterin Heike Melder aus Dorothea Gaul, Tatjana Gazzo, Heidi Langen und Edith Schumacher, die ehrenamtlich tätig ist. Der angebotene Kuchen stammte von den Eltern der OGS-Kinder. Die Kinder hatten unterdessen die Gelegenheit mit allen Spielsachen der OGS nach Herzenslust zu spielen.

Zur OGS, die aktuell 24 Kinder besuchen, kommt noch das Angebot der „Schule von 8 bis 1“ hinzu, welches sich ebenfalls in Trägerschaft der Caritas befindet und gegenwärtig von 14 Kindern genutzt wird. Für die OGS wurde durch die Stadt Zülpich ein neuer, großer Raum hergerichtet. Versorgungsleitungen wurden verlegt, Wände gestrichen, eine Küche eingerichtet und neues Mobiliar angeschafft. Eine Besonderheit im Konzept der OGS ist das Angebot der „Qualifizierten Lernzeit am Nachmittag“. Hier arbeiten Lehrerinnen und Betreuerinnen zusammen, damit die Kinder ihre Hausaufgaben erledigen und darüber hinaus weiter gefördert werden können. CARSTEN DÜPPENGIESSER Kontakt und Infos: Stabsabteilung Schulen, Bildung und Betreuung Reinhard Klinkhammer Wilhelmstr. 52, 53879 Euskirchen Telefon: 0 22 51/70 00-91 Fax: 0 22 51/70 00-65 ogs@caritas-eu.de www.caritas-eu.de


Stellvertretend für alle Spender und Unterstützer können wir hier leider nur eine begrenzte Auswahl an Bildern bringen, die das Engagement und die Solidarität verdeutlichen, welche Menschen in unserem Kreisdekanat im vergangenen Jahr und besonders in der Vorweihnachtszeit unseren wohnungslosen Mitbürgerinnen und Mitbürger in vielen Aktionen entgegen gebracht haben. Wir und die Wohnungslosen danken ausdrücklich ALLEN Unterstützern für ihren Einsatz!

Viele Vereine, Institutionen, Parteien, Unternehmen und Privatpersonen aktiv

Große Solidarität mit Wohnungslosen Auch in der vergangenen Vorweihnachtszeit war das Engagement vieler Vereine, Institutionen, Parteien, Unternehmen und Privatpersonen für die Euskirchener Notschlafstelle und ihre wohnungslosen Nutzer ungebrochen. Den Auftakt bildete ein Benefizkonzert in der Euskirchener Herz-Jesu-Kirche an Allerheiligen. Ein Konzert für Obdachlose, dies war der Geburtstagswunsch von Annette Schuster an ihren Mann. Jürgen Schuster, ein renommierter Musiker und seit 1989 Mitglied des WDR-Rundfunkorchesters, erfüllte seiner Frau diesen Wunsch gern. Schuster spielte gemeinsam mit seinem Musikerkollegen Daniel Ackermann und dem Regionalkantor Manfred Sistig vor rund 250 Besuchern Meisterwerke der Klassik zugunsten der CaritasNotschlafstelle. Auf Eintrittsgelder wurde verzichtet, stattdessen wurde um eine Spende für den Erhalt der Notunterkunft gebeten. Zusätzlich spendeten die Musiker von jeder ihrer, an diesem Abend zum Verkauf angebotenen CDs, drei Euro. So kamen insgesamt 1.800 Euro für Euskirchens Wohnungslose zusammen. Auch der schon traditionelle Verkauf von selbst hergestelltem Kunsthandwerk durch Obdachlose und Mitarbeiter der Caritas auf dem Euskirchener Weihnachtsmarkt war wieder sehr erfolgreich. Vom 28. November bis zum zweiten Dezember stand die Vereinsbude des Stadtmarketingvereins z.eu.s ganz im Zei-

chen der Wohnungslosenhilfe. Lohn der Mühe waren 1.500 Euro, die durch den Verkauf und durch Spenden eingenommen werden konnten. Zu dem guten Ergebnis trugen auch Bürgermeister Dr. Uwe Friedl sowie Ratsvertreter unterschiedlicher politischer Couleur bei. Ebenfalls an der Weihnachtsmarktbude für die Aktion Obdach aktiv war der Landtagsabgeordnete Klaus Voussem. Sie alle halfen beim Verkauf kunsthandwerklicher Gegenstände in und an der z.eu.s-Bude, oder baten mit Spendendosen ausgestattet in der Euskirchener Fußgängerzone um eine Spende für den Erhalt der Notschlafstelle. Harmonica-Sound-Euskirchen spielten bereits zum neunten Mal in der Vorweihnachtszeit zugunsten der Notschlafstelle in der Euskirchener Fußgängerzone. Die Katholischen Frauengemeinschaften Bad Münstereifel, Kirchheim, Palmersheim und der Stadtpfarrei St. Martin in Euskirchen sammelten bei verschiedenen Gelegenheiten für die Notschlafstelle. Kinder der Kita St. Matthias besuchten gemeinsam mit ihren Erzieherinnen die Notschlafstelle, um ihre jährliche Erntedankspende zu überreichen. Die Senioren-Union Euskirchen informierte sich ebenfalls vor Ort über die Arbeit der Notschlafstelle, verbunden mit einer Spende. Bereits im September hatte der Ökumenische Kochkreis aus Bad Münstereifel Gäste zu einem „Sommermenü“ eingeladen und dabei fleißig Spenden gesammelt - 400

Euro kamen so für den Erhalt der Notunterkunft zusammen. Die Firma Pfeifer & Langen spendete bereits zum wiederholten Male den Erlös des Zuckerwatte-Verkaufs auf dem Euskirchener Knollenfest. Bettenpatenschaften für jeweils ein Jahr wurden ebenfalls wieder übernommen - von vielen Paten bereits zum zweiten oder dritten Mal. Daneben gingen zahlreiche Einzelspenden auf dem Spendenkonto der Aktion Obdach ein. Den Abschluss bildete die Weihnachtsfeier für die Obdachlosen kurz vor Heiligabend. Gemeinsam mit dem „Nikolaus“ bescherte der Euskirchener Geschäftsmann Hubert Hamacher jeden Gast persönlich. „Allen Spendern möchten wir an dieser Stelle, auch im Namen unserer wohnungslosen Mitbürger, von Herzen danken“, so Caritasvorstand Franz Josef Funken. Die Caritas muss ein jährliches Finanzierungsdefizit von 40.000 Euro durch Spenden und Eigenmittel decken, um den Erhalt der Notunterkunft dauerhaft sicherzustellen. CARSTEN DÜPPENGIESSER Kontakt und Infos: Wohnungslosenhilfe Kommerner Str. 21, 53879 Euskirchen Tel. 02251/9418-17 wohnungslose@caritas-eu.de Spendenkonto 1007616 KSK Euskirchen


Gebannt und voller Konzentration lauschten die psychisch erkrankten Bewohner der Caritashäuser in Kirchheim und Rupperath sowie die Besucher der CaritasTagesstätte des Sozialpsychiatrischen Zentrums dem jungen Nachwuchsmusiker Krisztián Palágy.

Einzigartige Kombination aus Künstlerförderung und sozialem Engagement

Klassisches Konzert im Caritas-Wohnhaus Auf ein ungewöhnliches Publikum traf der junge Nachwuchsmusiker Krisztián Palágy bei seinem Auftritt im Wohnhaus für psychisch erkrankte Menschen der Caritas Euskirchen in Kirchheim. Rund 30 Bewohner der Caritas-Wohnhäuser Kirchheim und Rupperath sowie Gäste der Tagesstätte des Sozialpsychiatrischen Zentrums des Wohlfahrtsverbandes erwarteten gespannt den Konzertbeginn.

Krisztián Palágy, der 1991 als Sohn einer ungarischen Familie in Serbien geboren wurde, macht seit frühester Kindheit Musik. Mit seinem Hauptinstrument, dem Akkordeon, errang er bei internationalen Wettbewerben zahlreiche Preise. Palágy trat als Solist mit dem Hochschulorchester NRW und dem Symphonieorchester NRW auf. Aktuell studiert er am Standort Wuppertal der Musikhochschule Köln.

Palágy bot eine beeindruckende Leistung an seinem ebenfalls eher außergewöhnlichen Instrument. Mit viel Gefühl und Körpereinsatz spielte er Werke klassischer und moderner E-Musik auf dem Akkordeon.

Nach gut einer Stunde und einer Zugabe beendete Palágy unter begeistertem Applaus der Zuschauer sein Konzert. Vor psychisch erkrankten Menschen zu spielen sei eine neue Erfahrung für ihn, so Palágy. „Ich bin erstaunt über die Konzentration, mit der die Leute zuhören. Es ist ein gutes Gefühl, für Menschen zu spielen, die sonst nicht in Konzerte gehen können.“ Das Palágy diese Möglichkeit hatte, ist dem Verein „Live Music Now Köln e.V.“ zu verdanken. „Live Music Now“ geht auf eine Initiative von Yehudi Menuhin aus dem Jahr 1977 zurück. Allein in Deutschland gibt es heute 18 Vereine in verschiedenen Regionen. Diese haben sich zum Ziel gesetzt, hochbegabte Musikstudenten zu fördern und ihnen gleichzeitig Auftrittsmöglichkeiten vor Menschen zu verschaffen, die

sich in schwierigen Lebenssituationen befinden. „Junge Musiker werden von uns über einen Zeitraum von drei Jahren gefördert. Für ihre Auftritte in sozialen Einrichtungen erhalten sie von uns eine Gage, die wir aus Spendenmitteln finanzieren. Diese Kombination aus Künstlerförderung und sozialem Engagement ist in dieser Form einzigartig“, betont die Vorsitzende von „Live Music Now Köln“, Ludgera Freifrau von Eltz-Rübenach. Von Eltz-Rübenach war es auch, die gemeinsam mit Caritasmitarbeiter Peter Müller-Gewiss das Konzert in Kirchheim organisierte. „Sie haben Musik ins Haus gebracht“, bedankte sich Müller-Gewiss zum Abschied bei Palágy und dem Verein „Live Music Now Köln“. CARSTEN DÜPPENGIESSER Kontakt und Infos: Wohnhäuser für psychisch erkrankte Menschen Wohnhaus Kirchheim Telefon: 0 22 55/13 12 wh-kirchheim@caritas-eu.de www.caritas-eu.de

Der junge Nachwuchsmusiker Krisztián Palágy beherrschte sein ungewöhnliches Instrument, ein professionelles Konzert-Akkordeon, perfekt und gab sich ganz seiner Musik hin. Ein aussergewöhnliches Ereignis für die Konzertbesucher, die aufgrund ihrer Erkrankung eher selten die Gelegenheit haben klassische Konzerte zu besuchen.


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Hatten sichtlich viel Spaß und konnten verborgene kreative Talente entdecken - die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 13. Kreativtages für Angehörige psychisch erkrankter Menschen.

Teilnehmer entdeckten eigene Fähigkeiten

13. Kreativtag für Angehörige Bereits zum 13. Mal bot der Kreativtag des Sozialpsychiatrischen Zentrums Angehörige psychisch erkrankter Menschen die Möglichkeit mit den unterschiedlichsten kreativen Medien experimentieren. Bei Arbeiten mit Naturmaterialien wie etwa Speckstein, Ton, Papier oder Holz, Entspannungsübungen und vielen anderen Aktivitäten konnten die Teilnehmer eige-

ne kreative Fähigkeiten entdecken. Die Räume der Tagesstätte des Sozialpsychiatrischen Zentrums der Caritas Euskirchen sind mittlerweile zum Stammplatz für das Zusammentreffen geworden. Hier stehen den Teilnehmern Ergotherapieräume, eine geräumige Küche und ein freundlich-heller Ruheraum zur Verfügung. Am Kreativtag stand bewusst nicht die Krankheit und der

Patient im Fokus. Es sollte einen Tag lang alleine um die Angehörigen gehen. Darum, einen Tag lang Abstand zu nehmen, an sich selbst zu denken, neue Erfahrungen nur für sich zu machen. Der Kreativtag will den Angehörigen psychisch Kranker helfen, ihre Alltagssorgen für ein paar Stunden zu vergessen und abzuschalten. Das „Tun“ wird dabei bewusst in den Mittelpunkt gestellt. Der Tag bietet unterschiedliche Kreativangebote. Die Teilnehmer haben die Möglichkeit, ihrer Neigung entsprechend das für sie passende auszuwählen. Die Reaktionen der Teilnehmer zeigten, dass dieses Konzept auch in seiner 13. Wiederholung immer noch aktuell ist. „Ich hoffe, dass der Kreativtag uns noch lange erhalten bleibt. Ein solches Angebot gibt es sonst nicht“, erklärte ein Angehöriger am Ende des Tages. Gerd Schäfer Sozialpsychiatrisches Zentrum Kapellenstr. 14, 53879 Euskirchen Telefon: 0 22 51/9419-0 spz-tagesstaette@caritas-eu.de www.caritas-eu.de

Zurzeit sind bei der Caritas Euskirchen vier Auszubildende beschäftigt. Das Redaktionsteam der SoCo Euskirchen begleitet sie auf ihrem Weg durch den Verband und ihre Ausbildung. Für diese Ausgabe interviewten wir Julia Griemsmann und Laura Stoll. Sie sind beide im letzten Ausbildungjahr zur Kauffrau für Bürokommunikation. SoCo Euskirchen Redakteurin Tanja Engel sprach mit ihnen über ihre bisherigen Erfahrungen.

Wie läufts kurz vor dem Abschluss?

Endspurt Engel: Sie sind jetzt beide im letzten Ausbildungsjahr- kurz vor ihrer Abschlussprüfung. Wie gefällt es Ihnen denn beim Endspurt im Caritasverband? Stoll: Ich fühle mich nach wie vor sehr wohl beim Caritasverband und würde am liebsten bleiben. Jabusch: Mir gefällt es immer noch gut beim Caritasverband! Toll finde ich, dass ich eine Aufgabe bekommen habe, bei der mir etwas zugetraut worden ist. Besonders viel Spaß bereitet mir der Umgang mit so vielen unterschiedlichen Menschen. Griemsmann: Mir gefällt es auch immer noch sehr gut beim Caritasverband und mir macht die Arbeit immer noch viel Spaß – genau wie am Anfang! Ich finde die Vielfältigkeit des Caritasverbandes gut, da ich

jeden Tag in einem anderen Fachbereich eingesetzt werde. Engel: Wie bereiten Sie sich auf die Prüfung im Mai dieses Jahres vor? Jabusch/Griemsmann: Wir besuchen beide einen speziellen Vorbereitungskurs zur Prüfung und haben uns ein Prüfungsbuch gekauft. Weiter lernen wir mit unseren Schulungsunterlagen der letzten 3 Jahre. Eine Prüfungsvorbereitung im laufenden Unterricht findet nicht statt. Wir sind beide sehr aufgeregt und müssen schon oft an die bevorstehende Prüfung denken. Engel: In Welchem Fachbereich sind Sie denn zurzeit tätig? Und mit welchen Aufgaben sind Sie dort betraut? Jabusch: Ich bin im Rahmen der Arbeits-

markt- und Integrationsprojekte in enger Zusammenarbeit mit Frau Stoffers mit der Betreuung der sogenannten 1-€-Jobber betraut und vereinbare die Termine für die sogenannten „Stromsparschecker“. Griemsmann: Jeden Tag in einem anderen Fachbereich zu sein macht meine Aufgaben sehr vielfältig und interessant. In den flexiblen Erziehungshilfen kümmere ich mich in enger Zusammenarbeit mit Frau Reckfort um die Abrechnung; dann bin ich regelmäßig in der Zentrale und in der Pflegestation Euskirchen eingesetzt, wo ich viel telefoniere, die Ablage mache und andere Dinge erledige Engel: Vielen Dank! TANJA ENGEL


caritas in Euskirchen 8

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Hatten eine ganze Nacht lang Spaß beim Pritschen und Baggern am Volleyballnetz - die Teilnehmerinnen und Teilnehmef der Volleyballnacht in der Euskirchener Jahn-Halle.

Bis 3 Uhr morgens gebaggert und gepritscht

Volleyballnacht in Euskirchen Mächtig ins Schwitzen kamen die jugendlichen Teilnehmer der diesjährigen Euskirchener Volleyballnacht. 70 Besucher, darunter 55 Aktive erlebten eine alkohol- und rauchfreie Sportveranstaltung, die außer Volleyball noch weitere Attraktionen bereithielt. Ausrichter waren die Kreisstadt Euskirchen, der Caritasverband mit dem Team der Jugendvilla und der Fachstelle für Suchtvorbeugung, sowie die Katholischen Jugendwerke. Unterstützt wurden die Initiatoren durch den Kreissportbund und den Malteser Hilfsdienst.

Die gemischten Mannschaften wurden per Losverfahren ermittelt. Dies ist Teil des Konzeptes, die Entstehung neuer Kontakte unter den Jugendlichen unterschiedlichster Herkunft soll so gefördert werden. Als die acht Mannschaften ausgelost waren, wurde gebaggert und gepritscht, bis um drei Uhr morgens die Siegermannschaft feststand. Alle Turnierteilnehmer erhielten eine Urkunde, die Erstplatzierten wurden mit Medaillen ausgezeichnet. In den Spielpausen hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, entweder bei kostenlosem

Obst und alkoholfreien Getränken zu entspannen, oder verschiedene, vom Kreissportbund präsentierte Funsportarten auszuprobieren. Mini-Tischtennis-Platten, Waveboards und Slacklines standen hierfür zur Verfügung und wurden rege genutzt. Daneben stellten die Initiatoren und ihre Kooperationspartner sich und ihre Arbeit vor. Die lange Volleyballnacht als alkohol- und rauchfreie Alternative an einem Freitagabend wurde auch in diesem Jahr sehr gut angenommen, waren sich die Organisatoren am Ende der Veranstaltung sicher und freuen sich bereits auf die Volleyballnacht 2013.

Spenderin hilft bei Integration Euskirchener Unternehmerin unterstützt Schüler

IMPRESSUM Herausgeber: Caritasverband für das Kreisdekanat Euskirchen e.V. Redaktion: Carsten Düppengießer (verantwortlich) Redaktionsteam: Maria Surges, Sebastian Seifert, Hermann-Josef Schneider, Monika Stoffers, Tanja Engel Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit Caritas-Geschäftsstelle, Wilhelmstraße 52, 53879 Euskirchen, Tel. 02251/7000-42 info@caritas-eu.de - www.caritas-eu.de

Team und Schüler der Offenen Ganztagsgrundschule in Euskirchen-Flamersheim hatten kürzlich Stabsabteilungsleiter Reinhard Klinkhammer (re.) und den Geschäftsführenden Vorstand der Caritas, Franz Josef Funken (li.), zu Gast. Gemeinsam freuten sie sich darüber, dass Kindern aus einer afgahnischen Flüchtlingsfamilie durch die großzügige Spende einer Euskirchener Unternehmerin die Teilnahme an den Mahlzeiten in der Betreuungseinrichtung ermöglicht wurde.

Fotos: Caritas Euskirchen; Seite 3: Rebekka Dierkes, CC-Lizenz (BY 3.0); http://creativecommons.org/ licenses/by-nc/3.0/de/; Quelle: http://bilder.erzbistum-koeln.de Layout: Carsten Düppengießer

Sozialcourage Euskirchen 1/2013  

Die Hauszeitung der Caritas Euskirchen

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