Page 36

Geschichte, Philosophie, Kunstwissenschaft, Literaturwissenschaft, Sprachwissenschaft, Zeitschriften

Daniela Bohde

Kunstgeschichte als physio­ gnomische Wissenschaft Eine Denkfigur in der deutschsprachigen kunst­ historischen Literatur zwischen 1920 und 1950 Schriften zur modernen Kunsthistoriographie Band 3 geplant für Oktober 2012 ca. 320 Seiten, 32 Abb., gebunden ISBN 978-3-05-005558-9 ca. € 69,80

Physiognomik gilt als obsolete esoterische Disziplin, die für die Kunstgeschichte nur im Rahmen der Porträtforschung ein Gegenstand ist. Sie war jedoch ein maßgebliches Vorbild für die kunsthistorische Forschung – gerade auch im 20. Jahrhundert. Namhafte Kunsthistoriker bezogen sich auf die Methode der Physiognomik, um aus der äußeren Form Rückschlüsse auf das verborgene Innere des Kunstwerks zu ziehen. So wurde der Charakter des Werks, des Künstlers oder auch von Volk, Nation und Rasse bestimmt. Diese physiognomische Fähigkeit der Kunstgeschichte, das Sichtbare als Ausdruck von etwas Unsichtbaren zu deuten, machte sie im frühen 20. Jahrhundert zu einer Leitwissenschaft für viele andere Disziplinen wie die Psychologie und Rassenforschung. Physiognomik erweist sich als eine Bildwissenschaft, die nicht nur für die Entwicklung der kunsthistorischen Methodik von größter Bedeutung war, sondern auch für manche aktuelle Aufwertung des Bildes Pate steht.

Kunstwissenschaft

Daniela Bohde vertritt derzeit den Lehrstuhl für Frühe Neuzeit am Kunsthistorischen Seminar der Universität Basel.

Et in imagine ego Facetten von Bildakt und Verkörperung Herausgegeben von Ulrike Feist und Markus Rath

bereits erschienen 2012 XIV, 510 Seiten, 138 Abb. gebunden ISBN 978-3-05-005945-7 € 128,–

Bilder besitzen die Fähigkeit, menschliche Handlungen aktiv zu beeinflussen. Dies scheint im Widerspruch zu ihrem Status als Artefakt zu stehen. Das Buch greift diese Doppelnatur auf, um das symbiotische Verhältnis zwischen Mensch und Bild aufzudecken. Die sowohl kunstwissenschaftlich als auch philosophisch getragene Bildakt-Theorie beruht auf der Überzeugung, dass bildliche Wirkmechanismen insbesondere durch die im Bild angelegten Verkörperungsprinzipien zur Entfaltung gelangen. Nur unter Berücksichtigung eines emergenten Rezeptionsprozesses zwischen zwei verkörperten Entitäten – Bild und Betrachter – ist die Bedeutung des Bildakts vollständig erfassbar. In fünfundzwanzig Beiträgen werden die vielfältigen Facetten der reziproken Durchdringung von Bildakt und Verkörperung durch Mitarbeiter und Fellows der gleichnamigen DFG Kolleg-Forschergruppe vorgestellt. Festgabe für Horst Bredekamp Ulrike Feist und Markus Rath sind wissenschaftliche Mitarbeiter der Kolleg-Forschergruppe „Bildakt und Verkörperung“ an der Humboldt-Universität zu Berlin.

34

Akademie-Verlag Herbst 2012  
Akademie-Verlag Herbst 2012  

Akademie-Verlag Herbst 2012

Advertisement