Page 28

Geschichte, Philosophie, Kunstwissenschaft, Literaturwissenschaft, Sprachwissenschaft, Zeitschriften

Jan-Hendrik Wulf

Spinoza in der jüdischen ­Aufklärung

geplant für August 2012 ca. 600 Seiten gebunden ISBN 978-3-05-005220-5 ca. € 128,–

Kaum ein anderer Denker hat die jüdische Moderne in einem so hohen Maße beeinflusst wie der Philosoph Baruch Spinoza. Als eine intellektuelle Grenzfigur, die nach ihrer Verbannung aus der jüdischen Gemeinde Amsterdams im Jahre 1656 in die christlich-abendländische Gelehrtenwelt eintrat, inspirierte er jene Aufklärer der Haskala, die ein gutes Jahrhundert später nach einem eigenen jüdischen Weg in die europäische Moderne suchten. Diese Denker trafen dabei auf eine nichtjüdische Gelehrtenwelt, in der sich mit dem Namen des niederländischen Philosophen ebenso idealisierende intellektuelle Erwartungen wie irrationale Ängste gegenüber dem in Spinoza identifizierten intellektuellen Idealtypus des Jüdischen verbanden. Somit ist die insbesondere mit Moses Mendelssohn beginnende Geschichte der jüdischen Rezeption Spinozas seit dem Zeitalter der europäischen Aufklärung stets ein Indikator dafür, welchen Stand das wechselhafte Verhältnis zwischen jüdischer und nichtjüdischer Welt gerade erreicht hatte. Im Nachvollzug der Verlaufsformen der ­jüdischen ­SpinozaRezeption vom 17. bis ins 20. Jahrhundert zeigt die vorliegen­ de Studie, wie sich jüdisches Selbstbild und Fremdzuschreibung immer wieder wechselseitig bedingt haben.

Philosophie

Das Buch richtet sich an Philosophiehistoriker und Judaisten.

Johann Christoph Gottsched (1700–1766) Philosophie, Poetik und Wissenschaft Herausgegeben von Eric Achermann Werkprofile Band 4 geplant für Oktober 2012 ca. 440 Seiten, 1 Abb., gebunden ISBN 978-3-05-006034-7 ca. € 99,80

Johann Christoph Gottsched gehört unbestritten zu den zentralen Figuren der deutschen Frühaufklärung. Wie wohl kein anderer vor und nach ihm hat er die Entwicklung der deutschsprachigen Sprach-, Rede-, Dicht- und Bühnenkunst geprägt, geleitet von der festen Absicht, diesen Künsten wo möglich eine wissenschaftliche Begründung, eine überschaubare kritische Historie sowie eine klare und elegante Darstellung zu verleihen. Über diese Bemühungen hinaus hat sich insbesondere die neuere Forschung weiteren Facetten seines riesigen Werkes zugewendet. So erscheint Gottsched als Vorbild zahlreicher Zeitschriftenprojekte, als wichtiger Popularisator der Leibnizschen und Wolffschen Philosophie, als zentraler Reformer der zeitgenössischen Homiletik, als Drehscheibe bei der Vermittlung europäischer Dichtung und Gelehrsamkeit. Die Beiträge des vorliegenden Bandes tragen der gesamten Breite der Gottsched-Forschung Rechnung, prüfen alte Erkenntnisse und stellen neue Einschätzungen zur Diskussion. Darüber wird die Aufmerksamkeit auch auf weniger bekannte Aspekte des Gottschedschen Œuvres gelenkt, so etwa auf Beiträge zu den Naturwissenschaften und der Staatslehre, auf die akademische Lehrtätigkeit und auf das zunehmende Interesse an anthropologischen und ästhetischen Fragen. Das Buch richtet sich an Philosophiehistoriker, Germanisten, Wissenschaftshistoriker und Theaterwissenschaftler.

26

Akademie-Verlag Herbst 2012  
Akademie-Verlag Herbst 2012  

Akademie-Verlag Herbst 2012

Advertisement