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Akademie Verlag

Ulrich Horst

Juan de Torquemada und Thomas de Vio Cajetan Zwei Protagonisten der päpstlichen Gewaltenfülle Quellen und Forschungen zur Geschichte des Dominikanerordens. Neue Folge | Band 19 geplant für Juni 2012 ca. 200 Seiten, gebunden ISBN 978-3-05-005902-0 € 69,80

Herbst 2012

Das Hauptwerk Juan de Torquemadas (1388 – 1468), die Summa de Ecclesia, hatte einen erheblichen Anteil am Wiedererstarken des Papsttums nach den Wirren des Schismas. Ihre zentrale These, im Papst und nicht in der Kirche oder im Konzil ruhe die kirchliche Vollgewalt, wird von ihm allerdings in vielfacher Hinsicht modifiziert, um außerordentlichen Situationen und Krisen des höchsten Amtes gerecht werden zu können. Auf solchen Überlegungen, die aus der klassischen Tradition des Kirchenrechts kommen, liegt das besondere Augenmerk der Studie. Thomas de Vio Cajetan (1469– 1534) schrieb 1511 einen Traktat über den Vergleich zwischen päpstlicher und konziliarer Autorität gegen den schismatischen Konzilsversuch von Pisa. Cajetan entwickelte eine rigoros konzipierte Theorie der päpstlichen Gewaltenfülle mit entsprechenden Konsequenzen für die Lehrautorität. Ulrich Horst war 1985 – 1999 Professor an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Direktor des GrabmannInstitutes.

Ingrid Renate Würth

Geißler in Thüringen Die Entstehung einer spätmittelalterlichen Häresie

geplant für Oktober 2012 ca. 460 Seiten gebunden ISBN 978-3-05-005790-3 ca. € 79,80

Diese Arbeit zeigt die Traditionsstränge der Geißlerbewe­gung um die Mitte des 14. Jahrhunderts bis zum Ende des 15. Jahrhunderts auf. Eine genaue Untersuchung der Geiß­lerzüge 1348 / 49 bildet die Grundlage für eine Betrachtung der spezifisch thüringischen Entwicklungen. Obwohl die Geißlerzüge 1348 / 49 im mitteldeutschen Raum keinen außergewöhnlichen Verlauf genommen hatten, bildete sich dort in den 1360er Jahren um den Geißlerführer Konrad Schmid eine häretische Gruppierung, die sich bis in das späte 15. Jh. halten konnte. Die Angehörigen der Sekte sahen sich ausdrücklich in einer Traditionslinie zu ihren „Vorgängern“ von 1348 / 49, lehnten die Kirche und ihre Sakramente ab und hielten allein die Geißelbuße für heilbringend. Im Zentrum ihrer Lehre stand mit der Selbstgeißelung zum einen ein Element radikaler mittelalterlicher Bußfrömmigkeit. Zum andern sind in ihrer Kritik an der Kirche aber durchaus schon vorreformatorische Züge zu erkennen. Aufgrund der Verfolgung durch die Inquisition blieben jedoch nicht nur die Glaubenssätze der Sekte erhalten; die überlieferten Dokumente ermöglichen es darüber hinaus, die Struktur der häretischen Gruppe herauszuarbeiten sowie die Organisation des kirchlichen Vorgehens gegen die Geißler nachzuzeichnen. Ingrid Renate Würth ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Historischen Institut der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Das Buch richtet sich an Mediävisten, Kirchenhistoriker, Rechtshistoriker, Theologen und Germanisten.

www.akademie-verlag.de

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Geschichte

Das Buch richtet sich an Kirchenhistoriker, Ordenshistoriker, Mittelalterhistoriker und Theologen.

Akademie-Verlag Herbst 2012  

Akademie-Verlag Herbst 2012

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