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Was Kühe mit Pfannkuchen zu tun haben

Ida erzählt… vom Bauernhof

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Hallo, ich bin Ida. Heute wollen Mama und ich Pfannkuchen backen. Dafür brauchen wir Milch, Eier, Mehl, Salz und Backpulver. Doch als ich die Milch aus dem Kühlschrank hole, fällt sie mir plötzlich aus der Hand.

Herausgeber Erzählt von Marlene Wiesmann und gezeichnet von Anja Karns

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„Oh nein, jetzt können wir keine Pfannkuchen machen“, stelle ich traurig fest. „Doch natürlich“, tröstet mich Mama, „fahr schnell zum Bauernhof von Onkel Karl und hol neue Milch.“

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„Das ist eine gute Idee!“, rufe ich, schnappe mir die Milchkanne und radle los.

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Onkel Karl ist unser Nachbar. Er hat ganz viele schwarz-weiße Kühe. Ich finde ihn vor dem Stall, der mit frischem Stroh eingestreut ist.

„Hallo Onkel Karl, ist die Kuh krank?“, frage ich besorgt. „Hallo Ida“, lächelt er, „nein, Erika bekommt ein Kalb, so nennt man das Kind einer Kuh. Deshalb ist sie auch getrennt von den anderen Kühen in diesem Abkalbestall. Wenn du magst, kannst du bei der Geburt zuschauen.“ Ich war noch nie bei der Geburt eines Kälbchens dabei und bin deshalb ganz aufgeregt.

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„Seit acht Wochen steht Erika trocken; das bedeutet, sie wird nicht mehr gemolken, um sich zu erholen und auf die Geburt vorzubereiten“, erklärt er weiter. „Eine Kuh gibt Milch, sobald sie zum ersten Mal Mama geworden ist. Damit Sie immer wieder Milch gibt, muss Sie jedes Jahr ein Kälbchen bekommen. Übrigens, den Vater der Kälber nennt man Bullen.“ Der Oberbegriff für alle männlichen und weiblichen Tiere ist Rind

„Eine Kuh bekommt - wie der Mensch - meistens ein Kind, manchmal aber auch Zwillinge. Bei Kühen nennt man die Schwangerschaft Trächtigkeit, sie dauert ungefähr so lange wie beim Menschen, also neun Monate“, erläutert Onkel Karl. 6

Kuh weibliches Rind, welches mindestens ein Kalb geboren hat

Bulle männliches geschlechtsreifes Rind

Kalb männliches Rind (Bullenkalb) oder weibliches Rind (Mutterkalb) bis zum Alter von sechs Monaten

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Erika hat sich in der Zwischenzeit wieder hingelegt. Auf einmal geht alles ganz schnell und das Kälbchen „flutscht“ der Länge nach mit den Vorderbeinen voran ins Stroh. „Boah, das Kalb ist aber groß!“, wundere ich mich. „Ja, es wiegt schon fast 40 kg“, sagt Onkel Karl.

Erika steht schnell auf, um ihr Neugeborenes abzulecken. „Warum leckt Erika das Kalb ab?“, frage ich. „Dadurch wird das Kälbchen trocken und seine Durchblutung angeregt“, antwortet Onkel Karl. 8

Er schaut nach, ob beim Kälbchen alles in Ordnung ist. „Es ist ein gesundes Mutterkalb. Wenn du möchtest, darfst du dem Kälbchen einen Namen mit dem Anfangsbuchstaben „E“ wie dem von der Mama geben.“

Ich überlege kurz und erwidere: „Das Kälbchen soll Edda heißen.“ „Das ist ein schöner Name“, findet Onkel Karl, „in etwa einer halben Stunde kann Edda aufstehen und Milch trinken. Das ist wichtig, weil in der Milch am Anfang ganz viele Vitamine, Mineralstoffe und Abwehrstoffe sind. Diese Milch nennt man Biestmilch (=Kolostrum).“ 9


„Falls Du Lust hast, zeige ich dir jetzt den restlichen Kuhstall“, schlägt Onkel Karl vor. „Ja gerne“, freue ich mich und möchte wissen, ob Erika die ganze Zeit bei Edda bleibt. „Nein, Erika bringe ich morgen zu den Kühen in den Boxenlaufstall und Edda zu den anderen Kälbern“, entgegnet Onkel Karl.

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„Aber was bekommt Edda dann zu fressen?“ frage ich besorgt. Onkel Karl beruhigt mich: „Die ersten fünf Lebenstage bekommt Edda Muttermilch, danach noch ca. acht Wochen Milchaustauscher (= Milch, die aus Milchpulver hergestellt wird). Neben der Milch bekommt Edda auch anderes Futter wie Silomais und Heu. So gewöhnt sie sich langsam an feste Nahrung. Wenn Edda größer ist, kann sie mit anderen Rindern im Stall und auf der Weide leben, grasen und wiederkäuen.“

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Onkel Karl zeigt auf den Boxenlaufstall und beschreibt: „Hier bewegen sich die Kühe frei, haben Liegeboxen mit Gummimatten, können jederzeit am Futtertisch fressen und gelangen zur Melkzeit direkt zum Melkstand. Milchkammer Tränken Futtertisch

Melkstand Maschinenraum Büro

Liegeboxen mit Gummimatten

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Computerfütterung

Dort werden die Kühe zweimal täglich mit einer Melkmaschine gemolken, das heißt, die Maschine übernimmt das Saugen. Durchschnittlich gibt eine Kuh 30 Liter Milch pro Tag.“

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„Wenn eine Kuh so viel Milch geben kann, hat sie doch bestimmt ganz schön viel Durst und Hunger, oder?“, wende ich ein. „Das stimmt, deshalb stehen im Boxenlaufstall auch mehrere Tränkebecken. Eine Kuh trinkt 80 bis 120 Liter Wasser pro Tag. Das ist eine halbe Badewanne voll“, veranschaulicht Onkel Karl.

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„Und pro Tag kann sie über 50 kg fressen, so viel wiegen 1.000 normale Brötchen. Davon könntest Du fast zwei Jahre lang frühstücken. Kühe fressen natürlich keine Brötchen. Sie haben vier Mägen und können so Futter, wie zum Beispiel Gras nutzen, das für andere Tiere nicht verdaulich ist.“

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„Und wozu tragen die Kühe gelbe Ohrringe?“, frage ich. „Die Ohrringe sind Ohrmarken mit Nummern. Jede Nummer gibt es nur einmal, sie begleitet das Tier sein Leben lang.

Edda bekommt jetzt einen „Rinderpass“. Den kannst Du mit Deinem „Kinderpass“ vergleichen. Anstelle eines Fotos steht die Nummer der Ohrmarke darin. Der Rinderpass muss immer mit, wenn ein Rind den Betrieb verlässt“, erklärt Onkel Karl.

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Milchvieh

Fleischrind

Schwarzbunt

Charolais

Rotbunt

Anschließend gehen wir in die Milchkammer. Dort zeigt mir Onkel Karl den riesigen Milchtank und erklärt: „Hier wird die Milch der Kühe gesammelt und auf 4°C gekühlt. Alle zwei Tage kommt ein Tankwagen, holt die Milch ab und bringt sie zur Molkerei. Aus der Milch kann dann eine Menge leckerer Sachen hergestellt werden wie Joghurt, Quark, Käse, Sahne und Butter.

lila Kuh

„Onkel Karl, warum sind deine Kühe schwarz-weiß, die von Bauer Josef braunweiß und die Kühe in der Werbung manchmal lila-weiß?“ „Unsere Rasse nennt man „Schwarzbunt“ und die bei Bauer Josef „Rotbunt“. Es gibt aber noch viele andere Rinderrassen, manche geben viel Milch, andere haben viel Fleisch. Aber die lila Kuh gibt es nicht, sie ist eine Erfindung einer Schokoladenfirma“, erklärt Onkel Karl. 18

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Aber Kühe geben nicht nur Milch. Wenn ein Rind geschlachtet wird, erhält man viele verschiedene Fleischteile wie Roastbeef, Filet und Rinderhüfte.

Roastbeef

Hohe Rippe

Kugel Schulter

Dünnung Brust

Vorderbein

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Hüfte

Filet

Hals

Zum Schluss gehen wir zum Abkalbestall zurück. Edda saugt schon am Euter und wackelt dabei vergnügt mit dem Schwanz. „In etwa zwei Jahren kann Edda selbst Kälber bekommen“, sagt Onkel Karl.

Oberschale Unterschale Hinterbein

Außerdem wird das Fell als Leder zum Beispiel für Schuhe und die Gülle als Dünger für das Feld benutzt. Früher wurden Rinder auch als Last- und Zugtiere verwendet, um zum Beispiel das Feld zu pflügen.

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Zuhause backen Mama und ich endlich die Pfannkuchen. Beim Essen berichte ich meiner ganzen Familie, was ich alles bei Onkel Karl erlebt habe. Plötzlich klingelt das Handy von Onkel Karl. „Hallo Maria“, meldet sich Onkel Karl, „ja, Ida ist hier. Es ist alles in Ordnung.“ Oh, da ist ja meine Mama am Telefon. Mir fällt ein, dass ich nur schnell Milch holen wollte. Sie hat sich bestimmt schon Sorgen gemacht.

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Als Onkel Karl aufgelegt hat, laufen wir rasch in die Milchkammer zurück. Dort füllt er schnell Milch in meine Kanne. Ich schwing mich auf mein Rad und rufe ihm zu: „Tschüß und Danke für die tolle Stallführung!“

Übrigens, der Pfannkuchen schmeckt toll. Das Rezept für Mamas Pfannkuchenteig findet ihr am Ende dieses Buches.

Guten Appetit & bis bald, Eure Ida!

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Hier könnt Ihr eure Antworten eintragen

Jetzt habt ihr ganz schön viel über Kühe gelernt. Mal gucken, ob ihr auch gut aufgepasst habt: 1 Worin backt man einen Pfannkuchen?

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2 Wo wohnt Onkel Karl?

2 3

3 Wie heißt der Stall, in dem die Kühe die Kälber bekommen?

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4 Wie lautet der Oberbegriff für Kälber, Kühe und Bullen? 6 Wie bezeichnet man die Schwangerschaft bei Kühen? 7 Wie nennt man die erste Milch bei Kühen nach der Geburt des Kalbes? 8 Worin transportiert Ida die Milch? 9 Was kann man leckeres aus Milch machen? 10 Wie viele Mägen haben Rinder? 11 Wie nennt man den Vater der Kälber? 24

5 6 Lösungswort: Pfannkuchen

5 Gibt es lila Kühe?

7 8 9 10 11 Lösungswort

Umlaute wie Ä = werden als AE eingetragen

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Backen mit Ida Rezept für Mehlpfannkuchen Zutaten für 4 Personen 500 g Mehl 750 ml Milch 1 Prise Salz 4 Eier 2 gestrichene Teelöffel Backpulver Fett für die Pfanne Zubereitung Das Mehl und das Backpulver mit der Flüssigkeit, in die das Salz und die Eier verquirlt werden, nach und nach glattrühren. Dann genügend Fett in der Pfanne heiß werden lassen, einen Schöpflöffel Teig gleichmäßig verteilen und erst auf der einen, danach unter Zugabe von etwas Fett auf der anderen Seite hellbraun backen. Die Pfannkuchen auf eine Platte geben. Von dem Teig lassen sich etwa 8 – 10 Stück, je nach Pfannengröße, backen.

Herausgeber Rheinische Erzeugergemeinschaft für Qualitätsferkel w.V. (REG w.V.)

Rheinische ViehVermarktungs GmbH (RVV GmbH)

Schwarze Straße 30 47665 Sonsbeck Tel.: 02838/7761-0 Fax: 02838/7761-20 www.reg-online.de www.rvv-online.de Text Marlene Wiesmann

Gefüllte Mehlpfannkuchen Die Pfannkuchen mit Spinatgemüse bestreichen und die Seiten zur Mitte überschlagen.

Gestaltung und Realisierung www.medienzentrum-straelen.de

Obstpfannkuchen Apfelscheiben, entkernte Kirschen, Blaubeeren, Rosinen oder Pflaumen mitbacken.

1. Auflage - Februar 2011

Herzhafte Pfannkuchen Schinkenstreifen oder Schnittlauchröllchen mitbacken. 26

Impressum

Illustrationen Anja Karns

Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urhebergesetzes ist ohne Zustimmung des Herausgebers unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

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Ida erzählt…vom Bauernhof - Was Kühe mit Pfannkuchenzu tun haben  

Hallo, ich bin Ida. Heute wollen Mama und ich Pfannkuchen backen. Dafür brauchen wir Milch, Eier, Mehl, Salz und Backpulver. Doch als ich di...

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