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BIER MUSS FRAUEN AUCH SPASS MACHEN!

Die vier Brauerinnen benannten sich um: „Holla die Bierfee“ heißt ihr Trunk jetzt und die Namensrechte sind gut geschützt. Auch das klingt nach Marketing-Gag, ist es aber nicht: Ihre Freunde nennen sie so, seit sie ihr erstes gemeinsames Bier gebraut haben. Denn Männer der deutschen Braubranche, wie zum Beispiel auch der Verband der bayerischen Privatbrauereien, hat „lange gebraucht, bis er auf uns aufmerksam wurde“, sagt Yvi Wernlein. Und immer noch würden sie von älteren, männlichen Kollegen gefragt, ob sie jetzt „nicht langsam endlich erwachsen werden wollten und damit aufhören wollen“. Der Erfolg der Bierprodukte ist manchem suspekt und überrascht die Braumeisterinnen auch selbst. Moni Meinel sagt: „Ich fand unsere Idee gar nicht so bahnbrechend und frage mich, was daran besonders sein soll.“ Nun, immerhin sind nicht nur die Kunden und Medien begeistert, denn Isabella Straub wurde von der Schweizer Bierakademie in St. Gallen sogar bereits gebeten, Bierseminare nur für Frauen zu halten, und so als Vorbild zu dienen.

SEXISMUS

BEI DER GANZEN SACHE GEHT ES UM SPASS SOWIE INNOVATION

SPREAD IT!

Ein Vertrieb über die Region hinaus ist bisher noch nicht geplant. „Unser Produkt ist halt zu erklärungsbedürftig“, sagt Gisi Meinel. „Man darf es nicht zu kalt trinken, nur aus dünn wandigen Gläsern und bitte kein Radler daraus machen!“ Und für ein echtes Marketing fehle bisher halt schlicht das Geld. „Wir wollen aber auch gar kein Massenbier machen und wir können nicht die ganze Republik bespaßen.“ Gisi Meinel sagt ganz bewusst nicht „beliefern“, denn bei der ganzen Sache geht es um Spaß: „Wir sind mehr selbstverwirklichungsmäßig drauf.“

FRAUENBIER – EINE REVOLUTION

Oh! Magazin #01 The Beer Issue  

A university project about ethic in graphicdesign with focus on beer advertising.

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