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REDLICHKEIT

RUNDER TISCH STATT PROTEST

Außerhalb des Sebangau-Projekts muss sich der WWF in Indonesien viel Kritik anhören. Überall roden große Konzerne den Regenwald für Palmölplantagen, oft vertreiben sie die Einheimischen mit Gewalt und dezimieren die Orang-Utan Bestände. Während die lokale Umweltorganisation Walhi, Greenpeace oder Robin Wood zum Widerstand aufrufen und hier schon mal die Konzernzentralen blockieren, hat der WWF den „Runden Tisch für nachhaltiges Palmöl ins Leben gerufen, an dem auch die Regenwaldkiller sitzen. „Die einzige Chance, Schlimmeres zu verhüten“, sagt Heinrich. „Der WWF arbeitet mit den Firmen, die den Wald zerstören“, sagt Arie Rompas von Walhi. „Er hilft ihnen, ihre Produkte grünzuwaschen.“ Genau das Gegenteil wirft wiederum die Palmöllobby dem WWF vor: Die Organisation „World Growth“ warnt, der WWF fordere in seiner Strategie zur „Grünen Wirtschaft“ den Vorrang für Umweltschutz vor Arbeitsplätzen und Wachstum durch den Missbrauch von nachhaltigen Standards wie dem „Runden Tisch“. Auch in der deutschen Umweltszene gibt es Stimmen, die den WWF bei so manchen Themen eher an der Seite der Industrie als der Umweltverbände sehen. Für Peter Gerhardt von Robin Wood etwa ist „der Runde Tisch mit dem Konzern Wilmar, der wegen der Verletzung von Menschenrechten im Blut watet, eine Grenzüberschreitung.“

WIR SAUFEN FÜR DEN REGENWALD!

Oh! Magazin #01 The Beer Issue  

A university project about ethic in graphicdesign with focus on beer advertising.

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