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ÖWF Newsletter

ÖWF-Redaktion & Impressum Leitung: D. Scheer, Stellvertretung: O. Haider – Technik: O. Haider, H. Fuchs, M. Knoflach Anmerkung der Redaktion: Die Artikel geben die persönliche Meinung der Autoren wieder. Input & Leserbriefe an: redaktion@oewf.org Newsletter An-/Abmeldung: http://www.oewf.org/cms/newsletter.phtml ÖWF-Website: http://www.oewf.org

Monatliche Information des Österreichischen Weltraum Forums.

INHALT

Der Flug zum Mars beginnt in einer Wüste in Spanien Vom 15. - 25. April 2011 führt das Österreichische Weltraum Forum bei Rio Tinto in Südspanien eine Feldsimulation für eine zukünftige Mars-Expedition durch. Österreichische Wissenschaftler werden in Zusammenarbeit mit internationalen Forscherteams wissenschaftliche Tests durchführen. Das wichtigste Experiment ist der Test des vom Österreichischen Weltraum Forum entwickelten Prototyps eines MarsSimulations-Raumanzuges.

Februar 2011


INHALT

ÖWF-Expedition “Rio Tinto” Vorbereitungen im Mission Control Center

3

ÖWF PolAres Update Winter 2011

5

ÖWF Polarstern-Preis 2011 Weltraumbegeisterte gesucht!

6

Spotlight: Öffentliche Konsultation Braucht die EU ein Weltraumprogramm?

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ÖWF-Buchtipps „Space 2011“ & „My dream of Stars“

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ÖWF-Vorträge Portrait Projektleiter „Eye in the Sky“-Vorträge

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John Huchra’s Universe Interactive WorldWide Telescope Tour

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International Space University ISU in Graz & ESA Zeichenwettbewerb

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ESA-Mission “MagISStra” Pflanzenwachstums-Experiment auf der ISS

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Space Medicine Workshop ESA ruft Studenten nach Köln

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Sommerschule Alpbach 2011 „Star formation in the universe“

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International News Raumfahrt & Astronomie

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Mars macht mobil Die ersten MCC-Vorbereitungen für Rio Tinto 2011 Das Wochenende vom 22. - 23. Jänner stand ganz im Zeichen der Vorbereitungen des Suitlab für die Rio Tinto Expedition. Es wurde an allen Ecken und Enden gewerkelt, vor allem an den Räumen, die wir während des Feldtests für MCC, OPS, Media benötigen.

Julia Neuner bei der Gestaltung des MCC-Schriftzuges im Remote Science Support (RSS)-Kontrollraum (ÖWF)

Die Räume, die uns dankenswerter Weise das Rote Kreuz Innsbruck zur Verfügung stellt, wurden neu gestrichen und mit dem ÖWF-Logo, entsprechenden Beschriftungen und einem Farbstreifen in 1 m Höhe versehen. So erhielt jeder Raum seine eigene Farbcodierung: Blau für RSS (Remote Science Support), Rot für FCT (Flight Control Team) und Lavendel für MediaCom. Schließlich machen wir unsere Arbeit nicht nur so gut wie nötig, sondern "Mit Stil"! :-) Das unbestrittene Highlight des Wochenendes war die Inbetriebnahme unseres neuen 3D-Druckers 'MakerBot', den Sebastian Sams, Paul Santek und Christian Agerer mit Unterstützung des ganzen Teams am Samstag zusammen bauten. Das bereitete uns viel Spaß – nicht nur, weil wir nun Gegenstände in 3D fertigen können (maximale Größe 10 x 10 x 15 cm), sondern weil dieser Drucker auch Musik spielen kann... Der Drucker wurde an beiden Tagen dieses Integrationswochenendes kalibriert, um damit Probedrucke zu erstellen. Es war für uns alle sehr faszinierend, wie jeder auf unserer Facebook Fanseite sehen kann, wo es Fotos zum Drucker und zu den Arbeiten am MCC gibt. Ein ungewohnter Anblick: Dr. Eva Hauth einmal ausnahmsweise weder vor dem Computer sitzend, noch vor einem Publikum zum Thema Erdbeobachtung vortragend.


Mars macht mobil Parallel dazu arbeiteten Stefan Hauth und Kollegen an der Weiterentwicklung der Bordelektronik von Aouda.X, um die Sensor-Netzwerke mit dem Zentralrechner zu verbinden. So können nun die Anzugdaten auch über ein Android-Smart-Phone abgefragt werden! Der Samstag endete mit einem ÖWF JourFix im Suitlab. Innsbrucker ÖWFMitarbeiter genossen gemeinsam mit den angereisten ÖWF PolAres-Freiwilligen aus allen Teilen Österreichs einen gemütlichen Abend mit unterhaltsamen Futurama Folgen.

Einer der ersten Testdrucke (Bild links) mit dem neuen 3d-Drucker des ÖWF, Makerbot-Thingomatic (Bild rechts)

Am Sonntag gingen die Malerarbeiten im MCC weiter, während Olivia Haider und Gernot Grömer Dreharbeiten für ein Rio-Tinto Promotion-Video koordinierten. Der Makerbot 3-Drucker lief am Nachmittag heiß und wurde fine-getuned. So konnten erste Ersatzteile für den Drucker selber produziert werden, aber auch die ersten eigenen CAD Entwürfe wurden gedruckt. Es besteht übrigens immer noch die Möglichkeit mitzusponsern - ab einer Spende von 50 EUR bekommen Sie von uns eine kleine 3-D Überraschung. Bericht: Stefan Pruner – Fotos: ÖWF/PolAres Dear PolAres Volunteer, Our Rio Tinto field test in April is approaching fast and we're excited about the coming weeks and challenges. To promote the field test, the Rio Tinto media team produced an inspirational teaser trailer, which was released for the public on Monday, 7th of February 2011. We are happy and excited to share with you in advance this wonderful film: http://blog.oewf.org Enjoy! Olivia Haider & Alexander Soucek PolAres Executive Office / Rio Tinto Media Team


Ă–WF PolAres: Update Winter 2011 Balloon / Operations Mission design process for Passepartout ISU launch on 13th of August has started. The concept is to divide the capsule in a TAC (telemetry and command) and a EXP (experimental) module. The latter will be build by ISU-students. TAC includes all the systems needed for launch, flight, landing, recovery and will be a carrier system for various payloads. It is called "Passepartout Sherpa". Rover Suspension and driving structure are getting finalized at the moment in view of the Rio Tinto Expedition. The wheels have been manufactured and mated to the chassis. In a first discussion with the University of Trient(o), a proposal to include a laser and camera system for the localization of Phileas and a possible astronaut gesture recognition was covered. Talks are to continue soon. Suit [1] Mounting of new glove-joints and further activities w.r.t. the Soil Sampling Device. [2] Felix Kaineder (FH Technikum Wien) has started his internship which he will perform until April 2011, focusing on the upgrade of the exoskeleton of Aouda.X. The new exoskeleton is in the first production stage after the finishing of the design and finite element calculations. [3] We welcome three new team members: Julia Neuner, Martin Seebacher and Thomas Bartenstein (physics students at the University of Innsbruck). [4] With immediate effect, Stefan Hauth is leading the effort of coordinating the OBDH development of the spacesuit simulator. Klaus Bickert will assist him in this effort. Executive Office [1] A scouting field mission was conducted end of January (Felipe Gomez/CAB Madrid, Olivia Haider & Gernot Groemer) at the Rio Tinto site. [2] During the first week of February, the FCT workshop was held, where the Flight Plan, staff roster and preliminary experiment sequences were defined. [3] From 12 to 13 February, the PolAres management workshop was held in St. Florian. The final "Go" for the Rio Tinto expedition simulation was given, with a few modifications to the experiment lists. The current Mission Requirement Document is undergoing a major rewriting. [4] A detailed mission manifest is currently in production which will serve as the basis for all activities in Southern Spain. Dates and Events 15.-25. April 2011: Rio Tinto Expedition + MCC Innsbruck


ÖWF Polarstern-Preis 2011 Jetzt bewerben! Der Polarstern-Preis wird nun zum dritten Mal vom Weltraum Forum für Menschen ausgeschrieben, die für den Weltraum begeistern. Er wird für außergewöhnliche Leistungen im Dienste der österreichischen Weltraumaktivitäten verliehen und ist für Menschen, die sich durch persönliches Engagement, hervorragende Projekte oder zukunftsweisende Ideen auszeichnen.

2009 erging der Polarstern-Preis an Michael Köberl, passionierter Sammler von Objekten aus dem Raumfahrtbereich, der seine Objekte einem breitem Publikum zugänglich macht. 2010 erhielt Maria Pflug-Hofmayr die ÖWF Trophäe für ihren jahrelangen Enthusiasmus mit dem sie durch Publikationen und Veranstaltungen für Weltraum und Astronomie begeisterte. "Auch 2011 suchen wir wieder nach Menschen die sich ohne Auftrag, ohne Aussicht auf Belohnung und jenseits von Pflicht für Astronomie und Raumfahrt engagieren", sagt Olivia Haider, ÖWF Innsbruck und Initiatorin des Polarstern-Preises. Neben zahlreichen Initiativen im Weltraumsektor innerhalb nationaler Weltraumorganisationen gibt es auch engagierte Menschen, die ihr Umfeld für das Thema Weltraum und Astronomie begeistern. Genau diesen Menschen soll mit dem PolarsternPreis Annerkennung gezollt werden. Die Nominierung der Kandidaten kann durch Eigennominierung, Fremdnominierung oder durch direkte Auswahl einer geeigneten Person durch die Jury erfolgen. Der Preis besteht aus einer Trophäe, einem Betrag von 800,00 € und der Veröffentlichung des Preisträgers bzw. der Preisträgerin. Der Polarstern ist ein Symbol für richtungweisende Ideen – genauso, wie die Preisträger für Ideenführerschaft, Initiative und Eigenmotivation stehen. Der Preis kann nur an physische Personen verliehen werden, die Vergabe ist nicht an Nationalität, Beruf, Geschlecht oder Sprachzugehörigkeit gebunden. Die Ausschreibungsfrist endet jedes Jahr am 15. März (Datum des Poststempels, Einlangen beim ÖWF). Die Bekanntgabe des Gewinners und die Verleihung des Preises erfolgt am 12. April dieses Jahres im Rahmen einer ÖWF-Veranstaltung. Falls Sie sich oder jemanden aus Ihrem Umfeld für den Polarstern-Preis vorschlagen möchten, füllen Sie bitte die Online-Bewerbung aus, in dem Sie uns über preiswürdige Projekte, Initiativen oder herausragende Personen auf dem österreichischen Weltraumsektor berichten. Polarstern-Preis 2011 Online-Bewerbung: http://www.oewf.org/cms/polarstern-preis-2011.phtml


SPOTLIGHT: EU-Weltraumprogramm Öffentliche Konsultation für mögliches EU Weltraumprogramm Stellungnahme: Rudolf Albrecht Unter obigem Titel erhielten wir vor einigen Tagen eine E-mail von der Kommission der Europäischen Union. Wir erhielten sie, weil das ÖWF auf der Adressliste der FFG ist. Aber eigentlich ist die Nachricht an alle Bürger der EU gerichtet. Warum geht es? Kurz gesagt, es geht darum, dass die EU ausloten will, ob die EU Kommission, also die “Europäische Regierung” ein eigenes Weltraumprogramm aufgleisen soll. Ein Weltraumprogramm, das die Satelliten basierende Infrastruktur sicherstellt, die Europa für seine Wirtschaft, seine Wissenschaft und seine Sicherheitsanforderungen braucht. Ein Weltraumprogramm, das sich auch um nicht glamouröse Sachen kümmert, wie zum Beispiel um den Weltraumschrott.

Bild: ESA

Aber das macht doch eh die ESA, werden manche sagen. Und wenn es die ESA noch nicht macht, dann soll sie es eben von nun an machen.

So einfach ist die Sache aber leider nicht. Erstens hat die EU einige Mitgliedsländer, die nicht in der ESA sind. Und zweitens hat die ESA einige Mitgliedsländer, die nicht in der EU sind. Und drittens, und vor allem, ist die ESA auf Grund ihrer sehr restriktiv formulierten Gründungsdokumente an eine äußerst kurze Leine gelegt. Im Gegensatz zur NASA darf die ESA zum Beispiel kein eigenes Wissenschaftsprogramm durchziehen. Wissenschaft darf in der ESA nur betrieben werden, wenn es für die operationelle Unterstützung von Missionen erforderlich ist. Was darüber hinaus geht, ist Sache der Mitgliedsländer, und die wachen eifersüchtig darüber, dass ihnen da nicht dreingepfuscht wird. Noch grimmiger wird es, wenn ein Programm auch nur in die Nähe von militärischen oder sonst wie sicherheitsrelevanten Aspekten rückt. Da darf die ESA gar nichts machen. Gut so, sagen die Gutmenschen unter uns. Aber ganz so gut ist es leider nicht. Seit 1974 gibt es zum Beispiel das GPS System, jeder von uns hat es mittlerweile im Auto oder im iPhone oder in der Armbanduhr. GPS ist aus unserem Leben gar nicht mehr wegzudenken. Und wir hängen dabei total vom amerikanischen Militär ab! Europa hat sich den Luxus geleistet, dieses Faktum bis zum Jahr 2000 völlig zu ignorieren. Dann wurde mit großem Ach und Weh beschlossen, ein eigenes System zu bauen, Galileo genannt.

Bild: ESA

Und die ESA sollte es bauen. Aber die ESA durfte nicht, da ein Satellitennavigationssystem, wie zivil es auch immer dargestellt wird, natürlich auch militärische Aspekte hat. Daher wurde eine komplizierte Struktur geschaffen, die der ESA erlaubte, die Hardware zu bauen, ohne sozusagen offiziell zu wissen, dass sie natürlich auch militärisch nutzbar ist. Und bereits 2014, also “nur” 40 Jahre nach GPS, soll das System nutzbar sein. Zu 60 Prozent. Keine Sternstunde der europäischen Raumfahrt.


SPOTLIGHT: EU-Weltraumprogramm Es ist also offenkundig, dass hier was im Argen liegt. Noch offensichtlicher wird es bei total unpopulären Dingen, wie zum Beispiel beim Weltraumschrott. Die wichtigen Umlaufbahnen sind mittlerweile hochgradig zugemüllt. Irgendwer muss sich darum kümmern, dass erstens möglichst kein neuer Schrott dazukommt, zweitens der alte möglichst entsorgt wird und drittens muss jemand auf die USA, China und Russland einwirken, das beliebte Spiel “schaut mal, ich kann einen Satelliten abschießen” möglichst bleiben zu lassen. Und zwar glaubwürdig. Und das kann die ESA nicht. Das kann, wenn überhaupt, nur Europa gemeinsam.

Image: Corbis

Nur: das gemeinsame Europa, die Europäische Union, hat kein Weltraumprogramm. Und die Mitgliedsländer, insbesondere die großen, sind überhaupt nicht geneigt, der EU ein Weltraumprogramm zuzugestehen. Im Gegenteil, da gibt es nationale Programme, die sogar der ESA direkt oder indirekt Konkurrenz machen. Oder die ESA entwickelt was, die Ariane zum Beispiel, und dann wird sie von Arianespace übernommen, zu 51 % französisch. Dass England und Frankreich (und, Wikileaks sagt es, neuerdings auch Deutschland) ihre eigenen Spionagesatelliten bauen ist eh klar. Spionieren sich vermutlich sogar gegenseitig aus damit.

Daher brauchen wir ein echtes europäisches Weltraumprogramm. Das kann die EU Kommission aber nicht so ganz einfach eines Nachmittags beschließen, sondern sie braucht dazu eine möglichst breite Zustimmung. Zustimmung, die sie von den Mitgliedsländern zur Zeit nicht bekommen könnte. Daher die “Konsultation”: http://ec.europa.eu/enterprise/policies/space/esp/public-consultation/index_en.htm Bitte nicht aus dem Handgelenk beantworten, es geht hier um grundlegende Dinge. Alles gut durchlesen, auch das Begleitmaterial. Obwohl wir die Anfrage als ÖWF bekommen haben, kann sie von allen BürgerInnen der EU beantwortet werden. Natürlich wird es auch eine “offizielle” ÖWF Antwort geben. Ein Wort zur ISS, sie ist auch Teil des Fragebogens. Die ISS ist glamourös, wir alle leiden darunter, dass wir nicht so ganz einfach 20 Millionen Dollar hinblättern können um mal für eine Woche raufzufliegen. Ins Weltraumhotel. Denn das ist sie. Ansonsten ist sie eine Geldvernichtungsmaschine allererster Ordnung. Wissenschaftlich bringt sie wenig bis nichts. Gebaut wurde sie unter großen Geburtswehen als Rettungsmaßnahme für die ehemals sowjetische Raumfahrtindustrie; um nämlich die ansonsten arbeitslosen russischen Ingenieure davon abzuhalten, für den Iran oder für Nordkorea zu arbeiten. Es liegt nicht im Interesse Europas, eine Raumstation zu finanzieren, zu der hinzukommen die europäischen Astronauten auf die Hilfe und die Erlaubnis anderer Staaten angewiesen sind. Genauso wie sich Europa ein eigenes Satellitennavigationssystem bauen muss, muss Europa auch einen unabhängigen Zugang zum Weltraum haben. Für Fragen und Diskussionen stehe ich zur Verfügung: rudolf.albrecht@oewf.org


Buchtipps – Raumfahrt Space 2011: Das aktuelle Raumfahrtjahr mit Chronik 2010 Eugen Reichl (Autor), Stefan Schiessl (Autor, Illustrator), Thomas Krieger (Herausgeber) Am 1. Feber 2010 verkündete US-Präsident Obama die Einstellung des ConstellationProgramms. Gleichzeitig mit dem Absturz des Institutionellen setzte der Höhenflug der Privaten Raumfahrt ein. In den USA sind SpaceX und Orbital Sciences dabei, neue Trägerraketen und Versorgungsfahrzeuge für die ISS zu entwickeln. Andere Firmen arbeiten daran, geflügelte Touristenraumschiffe für den Weltraum zu bauen. In Europa führen die Copenhagen Suborbitals und ARCA bereits erste Testflüge durch. Im Themen-Fokus des Buches werden daher auch Fragen angesprochen wie: „Was ist private Raumfahrt?“ und „Wann ist ein Raumflug ein Raumflug?“ Broschiert: 312 Seiten Verlag: Verlag des Vereins zur Förderung der Raumfahrt; Auflage: 1., Auflage (November 2010) Sprache: Deutsch, Preis: EUR 14,90 ISBN-10: 3000320245, ISBN-13: 978-3000320248 Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren Größe und/oder Gewicht: 21 x 14,8 x 1,8 cm

Neben vielen anderen Start-ups ist auch Virgin Galactic ein Artikel gewidmet – nie zuvor ist ein Raketenflugzeug für den Passagiereinsatz getestet worden. Weil aber der Weltraumtourismus ins Orbit - und vielleicht schon bald darüber hinaus - in den nächsten Jahren exponentiell zunehmen könnte, darf in „Space 2011“ natürlich eine Grundsatzdiskussion darüber nicht fehlen, wem denn nun eigentlich der Mond gehört. Der Erdtrabant könnte immerhin zum neuen Urlaubsziel für zahlungskräftige Touristen werden. Der „Astra Star-Travel Urlaubstipp“ mit dem Titel „Trekking-Touren auf dem Mond“ wird als Nachtisch dringend empfohlen, ist er doch mit einer ordentlichen Portion Humor geschrieben worden! Wem nach mehr Literatur aus der Science Fiction Ecke ist, der findet im Buch auch die Geschichten der letzten Wettbewerbsgewinner. Gewohnt ausführlich ist die Raumfahrt-Jahreschronik gehalten, der sich noch ein Anhang mit Raumfahrtstatistik und Begriffserläuterungen anschließt. Wieder einmal ein äußerst gelungenes Werk aus der mittlerweile schon achtteiligen Serie, die in keinem Bücherschrank fehlen darf – besonders nicht, wenn Sie Weltraum-Fan sind! Über den Autor: Eugen Reichl arbeitet bei der EADS Space Transportation GmbH, ist Vorstandsrat des Vereins zur Förderung der Raumfahrt e.V., schreibt für die deutsche Raumfahrt-Publikation „Raumfahrt Concret“, das amerikanische Magazin „ad astra“ sowie für das Online-Medium „Der Orion“.


Buchtipps – Raumfahrt

“My Dream of Stars – From Daughter of Iran to Space Pioneer” Anousheh Ansari with Homer Hickmann Anousheh Ansari flog als erste iranische Frau und als erste weibliche Weltraumtouristin 2006 zur Internationalen Raumstation ISS. In ihrer Biographie erzählt die bemerkenswerte Frau von ihrer Kindheit im Iran, ihrer Flucht in die USA während der iranischen Revolution und den Aufbau ihrer ersten Firma. Immer ein Teil ihrer Reise war der Traum zu den Sternen zu fliegen, der im Laufe ihrer Geschichte in den Hintergrund tritt, aber in den entscheidenden Momenten stark präsent ist. Gebundene Ausgabe: 256 Seiten Verlag: Palgrave; Auflage: 1 (2. März 2010) Sprache: Englisch ISBN-10: 0230619932 ISBN-13: 978-0230619937 Größe: 23,6 x 15,7 x 2,8 cm Preis: 19,90 Euro

Bevor Sie überhaupt über die Möglichkeit nachdenkt, als Weltraumtouristin in den Weltraum zu fliegen, unterstützt Sie gemeinsam mit ihrem Mann über die Ansari Stiftung den X-Prize, der 2004 unter Anwesenheit von Ansari in der Mojave Wüste von Spaceship One gewonnen wird. Unglaublich inspirierend sind die Kapitel über das Kosmonauten Training in Star City, das sehr hart ist. Durch ihren eisernen Willen ihren Traum zu erfüllen, meistert Sie das Training und freundet sich auch mit den Sojus-Kosmonauten an. Nur einen Monat vor dem Sojus Launch bekommt Ansari überraschenderweise den fixen Platz in der Sojus TMA-9. Von da an ist ihr Ziel greifbar. Ansari erzählt die Geschichte so authentisch und wunderbar, dass man das Buch gar nicht mehr zur Seite legen möchte. Ihre Stärke hat enorme Vorbildwirkung, am liebsten möchte man es ihr nachtun. Für mich ist Sie durch dieses Buch ein Vorbild, eine Heldin geworden. Olivia Haider

Weitere Tipps aus dem ÖWF-Shop: http://astore.amazon.de/oewforg-21


ÖWF Vorträge EYE IN THE SKY Das Österreichische Weltraum Forum veranstaltet mit Unterstützung der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) und dem Büro des oberösterreichischen Umweltlandesrates Rudi Anschober wieder Multimedia-Präsentationen zum Thema Erdbeobachtung mittels Satelliten. Nächste Termine: Fr, 18. Februar 2011: „Eye in the Sky“ – Linz, OÖ Veranstaltungsort: BRG Solarcity Linz, Heliosallee 140-142, 4030 Linz, 8:00 Uhr Geschlossene Veranstaltung für das BRG Solarcity. Di, 15. März 2011: Eye in the Sky – Linz, OÖ Veranstaltungsort: Sektionslokal Schiffswerft in der Posthofstraße 50, 4020 Linz, 19:30 Uhr Öffentliche Veranstaltung für interessierte Personen bei freiem Eintritt! Do, 14. April 2011: „Eye in the Sky“ – Sollenau, NÖ Veranstaltungsort: Gemeindezentrum Sollenau, Hauptplatz 1, 2601 Sollenau, 19:00 Uhr Öffentliche Veranstaltung für interessierte Personen bei freiem Eintritt! Fr, 15. April 2011: „Eye in the Sky“ – Felixdorf/Sollenau, NÖ Veranstaltungsort: Schule, Beginn um 8:00 Uhr Geschlossene Veranstaltung für HS Felixdorf und Sollenau.

Erleben Sie einen faszinierenden Einblick in das Thema Erdbeobachtung und Umweltschutz mit atemberaubendem Bildmaterial! Kontakt: Falls Sie Interesse haben, diesen Multimediavortrag für Ihre Schule/Verein/sonstige Institution zu buchen, ersuchen wir um eine Terminvereinbarung mit unserem Referenten Othmar Coser (Tel: 0664 /81 688 73, othmar.coser@oewf.org). Die Vorträge finden ab sofort bis zum Ende des Schuljahres 2010/2011 statt, der Unkostenbeitrag beträgt 75,- Euro pro Vortrag.

PORTRAIT Projektleiter: Othmar Coser Aufgaben: Projektleiter Erdbeobachtungsvorträge ("Eye in the Sky") Biografisches: Geboren 1958 in Innsbruck, bis 1978 als Reproduktionsphotograph tätig. Seit 1978 bei der österreichischen Exekutive in verschiedenen Funktionen tätig. Zuletzt seit 1994 Bereichsleiter für Umweltkriminalität beim Landeskriminalamt für Oberösterreich. Kenner des österreichischen Umweltstraf- und Umweltverwaltungsrechts. Fortbildungstätigkeiten für Exekutivbeamte. Seit März 2010 im Rahmen der „Eye in the Sky“ Initiative des Österreichischen Weltraum Forums und des Landes Oberösterreichs Koordination & Projektleitung von Erdbeobachtungsvorträge.


SPOTLIGHT: John Huchra’s Universe Tour John Huchra’s Universe With Worldwide Telescope When astronomer John P. Huchra passed away in October 2010, his friends and colleagues at the Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics (CfA) sought a way to honor his research and teaching legacies. One way has been the creation of a new interactive WorldWide Telescope (WWT) tour, “John Huchra‟s Universe,” which was unveiled at the 217th AAS meeting in Seattle, Washington, on January 11, 2011, and is now available online. WWT is a free and very powerful interactive astronomy program from Microsoft Research. John Huchra was an enthusiastic observer who loved telescopes and helped pioneer the mapping of the universe through the CfA Redshift Surveys, the Two Micron All Sky Survey (2MASS), and many other efforts. The new WWT tour chronicles John‟s career and many scientific accomplishments, focusing on his quest to map the universe in three dimensions. It is narrated by fellow Harvard professor Robert P. Kirshner, who met John when they were both graduate students at Caltech. The tour‟s running time is 12.5 minutes, or longer if you explore its interactive features. “The goal in creating „John‟s‟ tour was to let anyone who wants to learn more about John and his career do so in an engaging, educational, and interactive way,” says Harvard professor Alyssa Goodman, leader of the WWT Ambassadors educational project. “While preparing for his freshman seminar last September, John asked me to show him how to use WWT to explain redshift surveys. It seemed the least we could do was to finish what he started.” The tour employs the latest capabilities of WWT. To see all the features of “John Huchra‟s Universe” and other WWT tours, including 3D views, download the free Windows client: http://www.worldwidetelescope.org There‟s no Mac client right now, but a Web-based “2D” version of WWT is available at the preceding URL for Intel Macs running OS X and Microsoft Silverlight 3.0. * A non-interactive video of “John Huchra‟s Universe” is available on YouTube: http://tinyurl.com/huchra * More information about John Huchra: http://www.cfa.harvard.edu/news/2010/pr201019.html * More about WWT tours: http://www.worldwidetelescope.org/ExperienceIt/ExperienceIt.aspx?Page=Tours * More about downloading WWT and using it to see “John Huchra‟s Universe”: https://wwtambassadors.org/wwt/?q=huchra * More about the WWT Ambassadors program: https://wwtambassadors.org


ISU Graz & ESA Zeichenwettbewerb

Internationale Weltraumuniversität ISU 2011 in Graz Die Internationale Weltraumuniversität ISU sucht Interessierte für ihr Space Studies Programme, das 2011 vom 11. Juli bis 9. September an der Technischen Universität Graz stattfinden wird. Für Bewerbungen aus Österreich werden von Austrospace, dem Land Steiermark, der FFG, der Stadt Graz sowie der Europäischen Weltraumorganisation ESA mehrere Stipendien zur Verfügung gestellt. Die Internationale Weltraumuniversität ISU erwartet Bewerbungen aus Österreich bis spätestens 28. Februar. Details siehe http://www.ffg.at/ISU_Graz

ESA lädt Kinder zum Zeichenwettbewerb ein Die Europäische Weltraumorganisation ESA lädt Kinder wieder zum monatlichen Zeichenwettbewerb ein. Das Thema im Februar lautet: "Raumstationen". Als Kunstwerke sind Zeichnungen, Gemälde, Modelle oder Mobiles willkommen. Einsendeschluss für das Thema "Raumstationen" ist 28. Februar 2011. Nähere Informationen finden Sie unter http://www.ffg.at/news/esa-laedt-kinderzum-zeichenwettbewerb-ein Bild: NASA


ESA-Mission MagISStra Im Focus der Jungforscher: Pflanzenwachstum im Weltraum Während der ESA-Mission MagISStra wird ein Pflanzenwachstums-Experiment an Bord der ISS durchgeführt, an dem sich Schüler durch ein Vergleichsexperiment auf der Erde aktiv beteiligen können. Gemeinsam mit dem ESA-Astronauten Paolo Nespoli (Twitter Link zum Verfolgen der Postings: www.twitter.com/astro_paolo) sollen sie die Auswirkungen der Schwerelosigkeit auf den Lebenszyklus einer Pflanze erforschen. Hierzu werden interessierte Schulklassen aus den ESAMitgliedsländern gesucht, die sich an dem spannenden Weltraumprojekt beteiligen möchten. Pflanzen wachsen gleichzeitig auf Erde und ISS Dazu werden sie mit eigenen Minigewächshäusern ausgestattet, um ein identisches Experiment an ihren Schulen durchführen zu können. Über eine spezielle Webseite können sie die Arbeit an Bord der ISS unmittelbar verfolgen und die Ergebnisse im Weltraum mit ihrem eigenen Experiment vergleichen. So lernen die angehenden Jungforscher nicht nur den Lebenszyklus von Pflanzen kennen, sondern auch deren Nutzung im Weltraum.

Fotos: NASA

Die MagISStra-Webseite wird dazu kontinuierlich mit Bildern der Wachstumszyklen und Videoaufzeichnungen von wichtigen Schritten des Keimens der Pflanzen durch die Besatzung der ISS „gefüttert“. Die Prozesse im Erdorbit sollen so über zehn Wochen verfolgt werden. Schüler-Netzwerke bis in den Weltraum Begonnen werden die gemeinsamen Aktivitäten im Februar 2011 mit einem Live-Event, bei dem vier verschiedene Orte Europas mit ihren Teilnehmern (750 Kinder im Alter von12 bis 14 Jahren) untereinander und mit der ISS verbunden werden. Die Orte werden das Europäische Astronautenzentrum in Köln (Deutschland), das ESRIN in Frascati (Italien), die Cité de l‟Espace in Toulouse (Frankreich) und das Wissenschafts- und TechnologieMuseum in Lissabon (Portugal) sein. Schulen können sich bewerben Die Schulen, die an diesem Experiment teilnehmen möchten, können über die Webseite http://esa-hme-edcation.org ein Minigewächshaus für das Experiment auf der Erde bestellen. Die Anzahl der zur Verfügung stehenden Exemplare ist allerdings beschränkt. Die zugehörigen Arbeitsanweisungen können unter www.esa.int/esaHS/education.html von Januar 2011 an in 13 Sprachen heruntergeladen werden. Weitere nützliche Informationen zu dem Projekt sind unter http://www.dlr.de/next/desktopdefault.aspx/tabid7030/11666_read-27540/ zu finden. Details zum Artikel: http://www.esa.int/esaCP/SEMGNVCR5GG_Germany_0.html Film mit dem italienischen Astronauten Paolo Nespoli: http://multimedia.esa.int/Videos/2010/10/MagISStra


ESA Space Medicine Workshop European Astronaut Centre, 4 - 8 July 2011, Cologne, Germany ESA's Directorate of Human Space Flight Crew Medical Support Office offers students of physiology, medicine, sports science, biomedical engineering and other life science related fields of study the opportunity to take part in 'Space Medicine 2011', a workshop for students. Successful candidates will be addressed directly by the ESA Director of Human Spaceflight, NASA's Director of Space Life Science, will receive lectures from space physiology and space medicine experts and learn from the team that directly supports the health of European astronauts. The participation in practicals and demonstrations will also be part of the workshop programme. For more information visit the ESA workshop web page http://www.esa.int/esaHS/SEMUCJY1LJG_education_0.html Simon N Evetts Medical Projects& Technology Unit Lead Crew Medical Support Office European Astronaut Centre


Sommerschule Alpbach 2011 Weltraum-Sommerschule Alpbach 2011 untersucht Sternentstehung FFG vergibt zehn Stipendien an ausgewählte österreichische Studierende. Bewerbung für hochkarätige Sommerschule bis 31. März möglich. 60 junge Wissenschaftler/innen aus ganz Europa kommen jedes Jahr in das Tiroler Bergdorf Alpbach, das für 10 Tage zur Planungsschmiede für zukünftige Satellitenmissionen wird. Im Jahr 2011 befasst sich die Sommerschule Alpbach mit dem Thema "Wie entstehen Sterne?". Junge Wissenschaftler/innen, Ingenieure, Studenten/innen und Doktoranden haben während der Sommerschule die Möglichkeit, sich mit einem speziellen Thema der Weltraumforschung vertraut zu machen. In einer einzigartigen Kombination aus Vortragsveranstaltungen und praktischen Workshops, bei der innovative Weltraummissionen und -anwendungen erarbeitet werden sollen, können die Teilnehmer/innen ihr Wissen wesentlich vertiefen. Sie hören nicht nur Vorträge, sondern können in den Workshops eigene Ideen entwickeln. 2011 wird die Sommerschule Alpbach vom 19.-28. Juli stattfinden und sich mit dem Thema "Star Formation across the Universe" befassen. Dabei werden sich die TeilnehmerInnen mit einer der zentralen Fragen in der Astrophysik auseinandersetzen: "Wie entstehen Sterne?" und neue und innovative Satellitenmissionen zur Beobachtung von Sternentstehung definieren.

Foto: Österreich Werbung/Mallaun

Veranstalter der Sommerschule Alpbach sind die FFG in Zusammenarbeit mit der Europäischen Weltraumorganisation ESA und ihren Mitgliedsstaaten. Ein traditioneller Partner ist das International Space Science Institute, ISSI.

Unterstützt wird die Sommerschule von Austrospace, der Vereinigung der österreichischen Weltraumindustrie. Bewerbungen sind ab sofort bis 31. März 2011 unter http://www.summerschoolalpbach.at möglich. Für 10 ausgewählte österreichische Studentinnen und Studenten wird die FFG Stipendien zur Teilnahme zur Verfügung stellen. Eine österreichische Jury, bestehend aus Mitgliedern des Programmkomitees, wird aus den eingegangenen Bewerbungen die besten 10 Kandidatinnen und Kandidaten aus Österreich zur Teilnahme auswählen. Die BewerberInnen werden im Laufe des April 2011 über Zu- oder Absage verständigt.


International News – Raumfahrt Rennen um private Mondlandung geht in die heiße Phase Unternehmen Astrobotic Technology bucht Start mit "Falcon 9"-Rakete im Dezember 2013 Das Unternehmen Astrobotic Technology hat bekannt gegeben, dass es für seinen "Red Rover" einen Flug mit einer "Falcon 9"-Rakete des Raumfahrtunternehmens SpaceX gebucht hat. Damit ist Astrobotic der erste Teilnehmer am Rennen um den Google Lunar X Prize, der einen derartigen Launch-Vertrag mit SpaceX geschlossen hat. Das Team hofft daher, sich den Millionen-Preistopf für das erste privat finanzierte Roboter-Fahrzeug auf dem Mond sichern zu können. Bonuspreis für Wasser-Entdeckung

Das Unternehmen Astrobotic Technology hat für seinen "Red Rover" bei SpaceX eine Passage zum Mond gebucht. - Foto: Astrobotic Technology

Jedenfalls ist Astrobotic das erste der derzeit 21 für den Lunar X Prize genannten Teams, das tatsächlich einen Raketenstart beim bevorzugten Launch-Partner SpaceX gebucht hat. Somit ist das Unternehmen zumindest im Moment in der Pole-Position im Preisrennen, das vom InternetUnternehmen Google gesponsert wird. Dabei geht es immerhin um bis zu 20 Millionen Dollar für den ersten privaten Mond-Rover, der zumindest 500 Meter zurücklegt und HD-Videos zur Erde sendet. Zudem sind vier Millionen Dollar an Zusatzpreisen für bestimmte Aufgaben ausgeschrieben. Dazu zählen beispielsweise das Finden von Wasser oder eine Präzisionslandung in der Nähe wichtiger Mond-Sehenswürdigkeiten. Bei Astrobotic war davon die Rede, an den Ort der ersten Mondlandung im Rahmen von Apollo 11 zurückzukehren. (Der Standard/red/pte)

US-europäische Kooperation beim Bau einer Riesen-Rakete EADS und US-Firma Alliant entwickeln gemeinsam 90-Meter-Rakete für wissenschaftliche US-Astronauten-Missionen

Die über 90 Meter hohe "Liberty" hier auf einer Computerdarstellung, soll US-Astronauten und Ladung für wissenschaftliche Zwecke ins All befördern. Foto: Alliant Techsystems Inc

Der europäische Flugzeugkonzern EADS und der US-Raketenbauer Alliant Techsystems wollen offenbar gemeinsam eine gewaltige Rakete entwickeln. Die Zusammenarbeit solle in Kürze bekanntgegeben werden, berichtete das Wall Street Journal. Geplant sei der Bau einer kostengünstigen über 90 Meter hohen Rakete mit Namen "Liberty", die US-Astronauten sowie Ladung für wissenschaftliche Zwecke ins All befördern soll.

Fast doppelt so groß wie Ariane 5 Die Luft- und Raumfahrtbehörde NASA müsse aber noch überzeugt werden, das US-europäische Projekt aus seinem 200-Millionen-Dollar (148 Millionen Euro) schweren Topf zur Förderung der bemannten, kommerziellen Raumfahrt zu unterstützen, berichtete das Blatt. Die geplante Rakete wäre fast doppelt so hoch wie die 52 Meter hohe Ariane 5. Erste Testflüge sollen bereits 2013 erfolgen, der erste reguläre Start einer "Liberty"-Rakete könnte 2015 vom Kennedy Space Center in Florida stattfinden. EADS und Alliant waren zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar. (red/APA/Reuters)


International News – Raumfahrt Netze gegen Weltraumschrott Tokio/Köln - Fischernetze könnten eines Tages das Problem der Schrottteile lösen, die im Weltall herumfliegen und ständig Satelliten und Raummissionen bedrohen. Das glaubt zumindest die japanische Raumfahrtagentur. Gemeinsam mit der FischernetzFirma Nitto Seimo will sie ein gigantisches Netz in das Weltall bringen, das wie eine Müllabfuhr die als "Space Debris" bezeichneten Abfallteile abfischt. Bild: ESA/Keystone

Das Netz aus speziellen Ein-Millimeter-Metallfäden soll mehrere Kilometer groß sein und mit einem Satelliten in die Erdumlaufbahn geschossen werden. Von dort losgelöst, umrundet es die Erde und sammelt dabei auf seinem Weg Müll ein. Da es dabei elektrisch geladen wird, nähert es sich aufgrund magnetischer Felder allmählich der Erde. Dann, so der Plan, verglüht es beim Eintritt in die Atmosphäre mitsamt seinem Inhalt. "Vorerst gilt es die Umsetzung abzuwarten. Es gibt bisher unzählige Ideen des Einfischens der Space Debris, die wieder in der Schublade verschwanden", so Andreas Schütz, Sprecher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt DLR. Eine wesentliche Hürde sei die hohe Geschwindigkeit der Schrottteile von bis zu 28.000 Stundenkilometer, weshalb auch Auffangnetze erdumkreisende Bewegungen machen müssten. Die immensen Kosten des Aufräumens werden aus Sicht des DLR-Sprechers die Staaten übernehmen müssen, die den Weltraummüll verursacht haben. "Seit Mitte der 90er-Jahre werden ausgediente Teile aus dem Erdorbit entweder zurückgeführt oder in solche Bahnen gebracht, dass sie keine Gefahr mehr darstellen. Die meisten im Weltall befindlichen Teile stammen aus der Zeit davor", so Schütz. Dennoch fehlt es bisher noch weitgehend an verbindlichen Gesetzen für den Weltraumschrott, was sowohl seine Entsorgung als auch die Haftung bei Kollisionen betrifft. (Der Standard/pte)

Juri Gagarin soll zur geschützten Marke werden 50 Jahre nach dem ersten bemannten Weltraumflug durch Juri Gagarin und 43 Jahre nach dem Tod des sowjetischen Kosmonauten will seine Tochter Galina Gagarina den weltberühmten Namen ihres Vaters als Handelsmarke sichern. Gagarina habe einen entsprechenden Antrag beim Patentamt in Moskau gestellt, berichtete die Zeitung "Komsomolskaja Prawda". Vor dem 50. Jahrestag von Gagarins Flug am 12. April 1961 reagierte die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos mit Gelassenheit. Am Namen von Gagarin (1934-1968) würden viele verdienen, sagte Chef Anatoli Perminow: "Warum dann nicht auch seine Familie?" Russische Patentrechtler schätzen den Wert der Marke auf 25 Millionen Euro. (APA/red) Bild: Wikipedia

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International News – Astronomie STEREO-Sonden liefern erstmals Gesamtansicht der Sonne Erstmals in der Geschichte kann die Sonne von der Rückseite und damit von allen Seiten zugleich beobachtet werden. Möglich wird dies durch die beiden STEREO-Sonnensatelliten der US-Raumfahrtbehörde NASA, die jetzt ihre endgültigen Positionen im Sonnenorbit eingenommen haben: Die 2006 gestarteten Zwillingssonden stehen einander nun genau gegenüber. Das 360-Grad-Panorama der kompletten Sonnenoberfläche und -atmosphäre soll unter anderem die Vorhersage des Weltraumwetters verbessern, das vor allem Einfluss auf Flugverkehr, Stromnetze, Kommunikation und Satellitennavigation hat. Mit Hilfe der beiden Sonden sind Forscher nun in der Lage Sonnenflecken zu sichten, die sich auf der erdabgewandten Seite des Sterns bilden.

Bild: NASA

Einer der STEREO-Zwillinge fliegt der Erde auf ihrer Bahn um die Sonne voraus, der andere hinterher. Ergänzt werden die Beobachtungen vom Sonnensatelliten "SDO" (Solar Dynamics Observatory), so dass alle drei Sonden gemeinsam auch künftig ein ständiges Rundum-Panorama der kompletten Sonne liefern werden. "Die Sonne ist ein wahrlich komplexes Objekt, das viele Aspekte unseres Lebens beeinflusst", sagte Richard Harrison, einer der führenden Forscher der STEREO- und "SDO"-Programme. Von der Sonne erreicht die Erde ein beständiger Strom elektrisch geladener Teilchen, der sogenannte Sonnenwind. Sonnenstürme, also heftige "Böen" in diesem Sonnenwind, können etwa Satelliten und Funkverkehr stören, die Strahlungsbelastung für Flugpersonal erhöhen, Kurzschlüsse in Überlandleitungen auslösen und Polarlichter noch weit im Süden aufflammen lassen. Häufigkeit und Intensität der Sonnenstürme schwanken mit dem Aktivitätszyklus der Sonne. Gegenwärtig nimmt die Sonnenaktivität zu und das Weltraumwetter wird rauer. (red/APA/dpa)

ÖWF Newsletter Februar 2011  

Der Flug zum Mars beginnt in einer Wüste in Spanien. Vom 15. - 25. April 2011 führt das Österreichische Weltraum Forum bei Rio Tinto in Süds...

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