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NEWSLETTER Das Monatsmagazin des Österreichischen Weltraum Forums.

Dezember 2012  MARS2013 Dress Rehearsal  Analog-Astronauten Training abgeschlossen  ÖWF gewinnt Lancom Wettbewerb

Analog-Astronauten Daniel Schildhammer und Christoph Gautsch beim Dress-Rehearsal in Innsbruck


INHALT Das Österreichische Weltraum Forum (ÖWF) ist ein Netzwerk für Raumfahrtspezialisten und Weltrauminteressierte. Es arbeitet mit nationalen und internationalen Forschungseinrichtungen, Industrie und Politik zusammen.

Abschluss Examen bestanden! 4th Analog Astronaut Training Weekend

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MARS2013: Dress Rehearsal Probelauf für die Feldsimulation in Marokko

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ÖWF Pressespiegel MARS2013: Aktuelle Medien-Berichte

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ÖWF Weltraum-Tag in OÖ School goes Space

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ÖWF News & Events Lancom Wettbewerb gewonnen!

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Infos & Tipps ENC 2013 & Hell Game

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ESA News, Jobs & Wettbewerbe Young Graduate Trainee Program

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European Southern Observatory KMOS-Instrument am VLT installiert

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International News Österreichische Nano-Satelliten starten 2013

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4th Analog Astronaut Training Weekend “Abschluss Examen bestanden!“ Am 24. und 25. November fand das letzte Analog-Astronauten Training vor dem „Dress Rehearsal“ statt, der finalen Probe für den „Mars2013“ AnalogFeldtest in Marokko. Abschluss des Training war ein Examen, das für die Aufnahme ins Analog-Astronauten Team positiv bestanden werden musste. Samstag, 24. November, neun Uhr früh, im Raumanzuglabor an der Universität Innsbruck. Erster Programmpunkt an diesem Wochenende ist ein kompletter Probelauf für Luca Foresta mit Aouda.X. Er ist mittlerweile sehr geübt im „Donning“ und „Doffing“ (dem An- und Ausziehen des Raumanzugs) und es treten keine größeren Probleme auf. Luca ist bereit für das Treva-Experiment (Terrain Restriction Extra Vehicular Activity). In diesem Experiment geht es im Wesentlichen darum, die durchschnittliche Fortbewegungsgeschwindigkeit des Anzugträgers, in verschiedenen Terrains zu bestimmen. Die erhaltenen Daten sind äußerst wertvoll für die Planung und Einteilung zukünftiger EVAs (Extra Vehicular Activity - Außenbordeinsätze). Total verschwitzt steigt Luca aus dem Anzug. Trotz der Beschwerden und dem 45 kg schweren Raumanzug hat er noch ein breites Grinsen im Gesicht.

Kontaminations-Vektor-Experiment

Am Nachmittag führt uns Christoph Ragonig, FD (Flight Director) in die Arbeitsweise des MSCs (Mission Support Center - Bodenstation) ein. Ein standardisierter Arbeitsablauf gewährleistet dort hohe Qualität und trotzdem schnelle Entscheidungsfindung. Beides ist essentiell für die Überwachung und Steuerung einer Mars-Expedition. Mit Dr. Gernot Grömer gehen wir noch einmal alle 14 Experimente für die kommende „Mars2013“ Mission durch. Über OnlineVideokonferenzen erklärten uns die jeweils beteiligten Wissenschaftler die wichtigsten Eckpunkte zu ihrem Experiment. Alle Fotos: ÖWF – Foto links: Teil der Prüfung ist das Beschreiben einer geologischen Probe

„Ein sehr spannendes und aufregendes Programm mit unterschiedlichsten Schwerpunkten, das uns mit Sicherheit an unsere Grenzen bringen wird“, meint Christoph Gautsch, Anzugtester und Pilot in Ausbildung, zu dem Programm für Marokko – um sich dann wieder seinem Handschuh-Feinmotorik-Training zu widmen. Ein Mann, der mich immer sehr inspiriert, ist Dr. Alain Souchier aus Frankreich. Seine Ideenvielfalt und Faszination für den Bereich Robotik in der Raumfahrt haben ihn dazu inspiriert, einen eigenen Rover zu entwickeln. Das finde ich sehr beeindruckend und ich bin schon auf seine neuen Upgrades für Marokko gespannt. 3


Auch am Sonntagmorgen steht wieder das Geschicklichkeitstraining unserer Hände mit den Anzughandschuhen auf dem Programm. Man hat dabei drei Schichten an. Hinzu kommt das eingebaute Exo-Skelett, das einen Überdruck im Anzug simuliert und somit jede Handbewegung erschwert. So wird aus einer einfachen Aufgabe, wie sich die Schuhe zu binden, eine schweißtreibende Herausforderung, die nur mit viel Geduld und Geschick gelöst werden kann. Ulrich Luger, selbst Anzugtester und Biologiestudent, erklärt uns dann das Kontaminations-Vektor-Experiment. Dabei geht es darum, die Übertragung von biologischem Material bei Probenentnahmen zu verhindern. Kontamination ist ein sehr ernstzunehmendes Themengebiet in der modernen Raumfahrt. Niemand will zuerst Leben auf einem anderen Planeten nachweisen um dann festzustellen, dass er es selber mitgebracht hat. Auch will man es vermeiden, unseren Heimatplaneten mit fremden Materialien zu verunreinigen. Im Laufe des Tages wird die Stimmung angespannter. Jeder weiß, dass nun ein theoretisches Examen über den ganzen Stoff der letzten TrainingsWochenenden stattfinden soll. Glückliche AnalogAstronauten Klasse 2012 (v.li.na.re.): Chr. Gautsch, D. Bergmeister, D. Föger, L. Foresta, D. Schildhammer, U. Luger

Dr. Gernot Grömer teilt die 14-seitigen (!!!) Fragebögen aus und wünscht uns noch viel Glück für die bevorstehende Prüfung. Er hat leicht lachen, er kennt ja die Antworten. Die Fragen aus den Bereichen Geologie, Stressmanagement, OBDH-System (Systemfunktionsweise des Aouda.X Raumanzugssimulators), historische Entwicklung von Raumanzügen, Grundlagen der Marsforschung, Marsbiologie und Grundlagen der Raumfahrt bereiten uns stellenweise Kopfzerbrechen. Aber wir wissen, dass jede Antwort essentiell sein kann für die Aufgaben, die uns bevorstehen. Nach einer Stunde des Grübelns und des Schwitzens sind wir fertig mit dem Test und können bei einem Kaffee auf die Ergebnisverkündung warten. Dann geht die Tür auf und Dr. Gernot Grömer verkündet uns die freudige Nachricht: „Ihr habt alle bestanden. Ihr dürft Euch ab jetzt offiziell Analog-Astronauten des Österreichischen Weltraum Forums nennen.“ Ich glaube man konnte hören, wie uns in diesem Moment die halbe Nordkette von unseren Herzen rumpelte. Teil eines so engagierten und motivierten Teams sein zu dürfen erfüllt uns mit Stolz. Daher durfte ein Gruppenfoto zum Abschluss nicht fehlen. Bericht: Daniel Föger, BSc.

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MARS2013: Dress Rehearsal Probelauf für die Feldsimulation in Marokko Die Generalprobe für die MARS2013-Mission des ÖWF fand von Freitag, dem 07. bis Montag, dem 10. Dezember 2012 im Mission Support Center in Innsbruck statt. Tag 1: Das Rot-Kreuz-Gebäude am Sillufer ist uns vertraut, die vielen neuen Gesichter beim Check-in nicht. Ob die ahnen, was sie erwartet? „When we settle on Mars we will be from more than one nation”, sprach einst Carl Sagan. Könnte stimmen, denn allein für diesen viertägigen Probelauf unserer Mars-Feldsimulation sind etwa 70 Leute aus 20 Ländern und allen Kontinenten in Innsbruck angereist. Alexander Soucek, Flight Director, spricht einige Worte zum Sinn und Zweck dieser Generalprobe. Dabei wird klar: Es gibt viel zu tun und Kooperationsbereitschaft, breites Interesse an den Aufgabengebieten der Kollegen sowie Pünktlichkeit sind unbedingte Teilnahme-Voraussetzungen. Das PolAres-Programm und die „MARS2013“ Teams werden vorgestellt – man hört und staunt: Geologen, Physiker, Rechtsgelehrte, Piloten, Vulkanologen, Astronomen, Techniker, ehemalige Soldaten und Kriminalbeamte, Psychologen, Architekten, Mediziner, Medienfachleute, ESAund NASAProjektmitarbeiter – eine ziemlich bunte Mischung hat sich da versammelt.

Alain Souchier stellt sein Experiment für MARS2013 vor. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

Den ganzen Vormittag arbeiten wir uns gemeinsam durch den Missionsplan für Februar, am Nachmittag setzen sich erstmals die Teams zusammen. Die wenigsten Leute kennen sich schon persönlich, Englisch in unterschiedlichsten Akzenten hallt durch die Gänge. Auf einen Mars Crash-Kurs für alle („a planet drier than a Linzer cake“) folgen die detaillierten Beschreibungen der 14 Experimente, die in Marokko geplant sind – und eine ausführliche Logistik-Einheit. ÖWF-Vorstand Gernot Grömer beschäftigt sich seit Monaten damit und hat bereits einige Anekdoten darüber auf Lager, was es bedeutet, einen Schiffscontainer mit hochspezialisiertem technischen Equipment in ein Nicht-EU-Land zu verbringen – Exportbestimmungen, Zollgesetze und Versicherungen sind ein Abenteuer für sich. Zum Glück müssen wir uns nicht darum kümmern, wie man eine Satellitenschüssel über das Atlas-Gebirge transportiert. Die Karawane aus Mensch und Material von Marrakesch Richtung Wüste wird sicher auch noch eine spannende Geschichte. 5


Das Abendessen (landestypisches Buffet und Kürbissuppe inklusive einer Spritze Kernöl als kleine Aufmerksamkeit vom Rot-Kreuz-Küchenchef) findet im Vortragssaal statt, wir wollen ja keine Zeit verlieren. Eigentlich fallen wir schon von den Sesseln, aber die „Standard Operating Procedures“ müssen sich auch noch ausgehen: Was bedeutet „Code Red“, warum sind Zeitverzögerungen in der Kommunikation nicht nur gewünscht sondern fix eingeplant? Auch die „Pool Parties“ sind hier anders als erwartet, nämlich abendliche Abschlussbesprechungen, d.h. wir schwimmen in internationalen Gewässern mit multikultureller Gesellschaft. Feierlicher Abschluss vor dem Knock-Out ist die Überreichung der Abschluss-Zertifikate an unsere sechs Analog-Astronauten. Congratulations!

Demokratische Verhandlungen zur Festlegung interner Abläufe. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

Tag 2 und 3: Jeder Arbeitstag hat 14 Stunden, die Beamer laufen heiß, die Gespräche werden konkreter. Kaffee aus dunkelroten Bechern (sogar die zeigen sich farblich solidarisch mit unseren ÖWF-Polos) und Sandwiches sind unser täglich Brot. Und Marokko natürlich: Wir bekommen eine Einführung in Land und Leute, werden über medizinische Sicherheitsmaßnahmen, kulturelle Gepflogenheiten und empfohlene Impfungen informiert – mit gefühlten zehn Folien pro Minute. Draußen tobt der Schneesturm und verwandelt Innsbruck in ein Winterwunderland. Drinnen reisen wir für den ersten Probelauf der Mission zu anderen Welten: Der erste Stock ist als „Erde“ definiert, das Erdgeschoss als „Mars“ – betreten für Unbefugte verboten. Anschließend gibt es einiges zu klären. Die Diskussionen um ideale Kommunikationswege, Bandbreiten für den Datentransfer und die optimale Konstruktion des „Flightplans“ (der alle Aktivitäten für Marokko enthält) sind tendenziell heißer als der Automaten-Tee. Eine Entscheidung muss her, nach dem Modell einer UN-Sitzung: Zuerst wird verhandelt, dann abgestimmt. Und siehe da, schon ein paar Stunden intensiven Faktenknetens später gedeiht nicht nur der Schmäh sondern auch der Konsens wie ein extragroßes Weihnachtskeks. Vielleicht nicht an allen Ecken perfekt, aber selbstgemacht und allen schmeckt‘s. Zwischendurch gibt’s auch richtigen Lebkuchen, wegen der Kalorien braucht sich aber keiner zu sorgen. Wir joggen tagein, tagaus von einem Gebäude zum anderen, vom Erdgeschoss ins Dachgeschoss und wieder zurück. Spätabends suchen wir dann im Hotellift mit schlaftrunkener Gewissheit, jedoch vergeblich, den Druckknopf für den sechsten Stock – hier gibt‘s nämlich nur fünf. 6


Tag 4: Heute werden die Aktivitäten im Mission Support Center bzw. „im Feld“ ein zweites Mal geübt - zur Ablaufoptimierung. Die Simulation soll so real wie möglich sein oder wie es unser Expeditionsleiter sagt: “We are not on Mars physically, but we are not on earth mentally either.” Als Grundbedingungen für Februar werden festgelegt: Eine große Portion Teamgeist, das nötige Maß an Disziplin, viel Toleranz gegenüber den Tücken der Technik, gesunder Humor und geringes Schlafbedürfnis. Merke: „Black Days“ heben die Moral der Crew, jederzeit das „Traffic Light“ beachten, die „Yellow Box“ ist kein Postkastl und ziehe NIEMALS an den blauen Kabeln! Spätestens gegen Mittag, als das Mission Support Center (MSC) zum Abschied noch mit einem Glas Sekt eingeweiht wird, ist klar, dass wir uns alle mit etwas ziemlich Ansteckendem infiziert haben. Die ersten Symptome wirkten noch harmlos – eine Freistellung hier, ein unplanmäßiger Urlaubsantrag da. Und dann ging alles so schnell. Was treibt Leute aus allen Ecken der Welt dazu, sich auf rutschigen Autobahnen bei Whiteout-Gefahr durch Schneestürme und halb Europa zu kämpfen oder sechs Stunden in einem Flugzeug auszuharren, um die kurze Strecke von Brüssel nach Innsbruck zurückzulegen und dann womöglich noch in einem Schlafsack am Boden des MSC zu übernachten?

Gruppenfoto der Teilnehmer am Dress Rehearsal (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

Schwer zu sagen, wann es voll ausgebrochen ist – bei der Weltumrundung des Magellan am Samstag oder auf der Payer-Weyprecht-Expedition am Sonntag. Die einen merken, dass es ihnen schwer fällt, nach vier Tagen Englisch die muttersprachlichen Entsprechungen in den hintersten Winkeln ihres Gedächtnisses wieder zu aktivieren. Andere spüren sentimentale Gefühlsregungen, die sonst eher bei Familienfeiern angebracht wären. Und alle eint das Empfinden einer unbedingte Verpflichtung, sich im Februar sowohl dem Tiroler Winter und auch dem Kommando eines Flight Directors und damit nahezu militärisch-rigorosen Tagesplänen zu unterwerfen. Die Diagnose ist eindeutig: Wir haben uns alle das ÖWF-Missions-Virus eingefangen. Langjährige Mitgliedschaft garantiert übrigens keine Immunität – eher im Gegenteil. Es ist also wieder einmal soweit – aus einem losen Haufen Fremder mit Interesse an Weltraum und Analogforschung ist ein professionelles Team geworden. Unser Expeditions-Schiff ist aus bestem Holz, gewachsen in vielen Ländern, der Stapellauf ist gelungen und unsere Kapitäne werden uns mit Kompetenz, Weisheit und Humor durch das Abenteuer „MARS2013“ navigieren und ihr Bestes geben, um alle nicht kartographierten Klippen sicher zu umschiffen. Wir sind unterwegs! Erlebnisbericht: Daniela Scheer

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Pressespiegel MARS2013 – Dezember

Der Standard: http://derstandard.at/1353208832625/Einmonatige-Mars-Mission-in-der-Wueste-Marokkos APA: http://www.zukunftwissen.apa.at/cms/zukunft-wissen/fti-undwissenschaft/topnews_einzel.html;jsessionid=545A2A3EC3E19F502CA3699DBB99E101.cms1?id=CMS1355 235079348

Tiroler Tageszeitung: http://www.tt.com/Freizeit/5841989-2/%C3%B6sterreichisches-weltraum-forumplant-mars-simulation-in-marokko.csp Kleine Zeitung: http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/chronik/3188301/oe-weltraum-forum-plantmars-simulation-marokko.story

Die Presse: http://diepresse.com/home/science/1322803/Tiroler-ueben-in-Marokko-fuerMarsreise?_vl_backlink=/home/science/index.do Kronen Zeitung: http://www.krone.at/Wissen/OeWF_plant_eine_30taegige_Simulation_in_Marokkos_Wueste-MARS_2013-Story-343969

NBC Today: http://video.today.msnbc.msn.com/today/50115889#50115889 Ă–WF Teaser Video: http://www.youtube.com/oewf

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ÖWF Weltraum-Tag in OÖ Ein Tag im Weltraum – School goes Space Am 23.11.2012 veranstaltete die VS St.Pantaleon/OÖ auf Initiative von Frau Regina Huber und Ihrem Team vom Elternverein einen Weltraumtag unter dem Motto „Schule macht Weltraum“, zu dem der ÖWF zur Mitgestaltung eingeladen war. Unser ÖWF Team (Gernot Grömer, Christa Grömer, Gerhard Grömer, Chris Shaw, Linda Goetzloff) wurde von 111 aufgeregten und bestens vorbereiteten Kindern, sowie den engagierten Lehrkräften und der Direktorin, Fr. OSR Helga Furthner, herzlich empfangen. Die 4. Klassen präsentierten die in Gruppen selbst erarbeiteten Plakate zum Thema Weltraum, Planeten und Raumfahrt und hörten anschließend ganz gespannt den Bildvortrag von Gernot Grömer. Bis 11:30 Uhr war dann Zeit, um klassenweise die einzelnen „Weltraum-Stationen“ zu erkunden. So durften die Schüler zwei Kinderraumanzüge anziehen und sich fotografieren lassen. Links: Fr. Regina Huber mit Schülern in ÖWF Kinderraumanzügen, Gernot Grömer mit ÖWF Rover. Bild unten: Modellraketen-Start

Andere konnten mit dem Rover auf der Marsplane kleine Stückchen „Marsgestein“ in Form von Mars-Schokolade einsammeln, mit einer Armbrust und Glasmurmeln Krater in eine Schale mit Gips schießen oder an einer anderen Station Tektite, Moldavite, Mondgestein und Meteoriten bestaunen. Anhand von Schautafeln und Erklärungen gewannen die Schüler einen Eindruck von den Planetengrößen und –abständen. Abgerundet wurde das Erlebte mit Geruchs- und Hörproben sowie Videos zu Weltraumthemen. Den Vormittag schlossen wir mit dem Start einer Feststoffrakete ab, die über 100 m hoch flog! Alle Fotos: Roland Huber

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Um die Eltern an diesem Ereignis teilhaben zu lassen, wurden diese gemeinsam mit den Kindern ab 17 Uhr wieder in den Turnsaal geladen. Der große Andrang übertraf die Erwartungen der Veranstalter, rund 300 Besucher lauschten aufmerksam dem zweiten Bildvortrag von Gernot Grömer. Im Anschluss daran durften die Kinder mit ihren Eltern erneut die Stationen Raumanzug, Rover und die Geruchsproben erleben.

Wir danken der Volksschule St. Pantaleon, allen voran Frau Regina Huber nochmals für die Einladung, die perfekte Organisation, die Einladung zum Mittagessen und Nachmittagskaffee und hoffen, die Neugier der Kinder geweckt zu haben.

Abschließend ein Satz aus einer e-Mail von Regina Huber am Tag nach der Veranstaltung: „Kinder, die noch nie oder ganz selten zu Hause von der Schule erzählen, wussten zu Mittag nicht womit sie anfangen sollten zu erzählen so begeistert waren sie von euch und dem Projekt (das wurde mir von einigen Eltern erzählt).“ Bericht: Linda Goetzloff

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ÖWF News & Events And the victory goes to… Unter dem Motto "Extraordinary - Wie außergewöhnlich ist Ihr Netzwerk?" rief LANCOM, der Spezialist für Standortvernetzung und Wireless LAN, im Sommer seine Kunden auf, ungewöhnliche Installationen im Bereich WLAN oder VPN vorzustellen. Die LANCOM Jury wählte drei Finalisten aus, über die auf der LANCOM Webseite oder auf Facebook abgestimmt werden konnte. Und unser Netzwerk scheint tatsächlich ein außergewöhnliches zu sein, denn – das Österreichische Weltraum Forum hat gewonnen! Als Preis, der im Rahmen der Jubiläumskampagne 10² für den Wettbewerb ausgeschrieben wurde, winkt nun ein professionelles Video. Wir danken allen, die mitgemacht und uns tatkräftig unterstützt haben und halten Sie am Laufenden! Link: http://www.lancom-systems.com/lancom-extraordinary-wettbewerb/

Aktionstag „Junge Uni Innsbruck“: Rover & Raketen Mehr als 2.200 Kinder und Jugendliche besuchten am 30. November den jährlich stattfindenden "Aktionstag" der Universität Innsbruck. Natürlich mit dabei: Das ÖWF mit einer Marsstation, dem Dignity Rover und der Station "Astronomie für alle Sinne". Jede Stunde gab es einen Modelraketenstart, wo dann zum Teil mehrere hundert Kinder den Startplatz belagerten und ebenso begeistert wie lautstark den Countdown mitzählten. Bei einer Brennschlussgeschwindigkeit von 400 km/h gehen diese Flugkörper ab wie die sprichwörtliche Rakete. Foto: Junge Uni Innsbruck 11


INFOS & TIPPS Last Call for the ENC 2013 – The European Navigation Conference The 17th European Navigation Conference 2013 held under the auspices of the European Group of Institutes of Navigation (EUGIN) will be hosted by the Austrian Institute of Navigation (AIN) and will take place from 23-25 April 2013 in Vienna, Austria. The conference will focus on the present status as well as on future developments in navigation technologies and systems. Due to a lot of requests, the local organizing committee of ENC 2013 decided to extend the call for papers. Final submission deadline for abstracts: January 16th, 2013. Link: http://www.enc2013.org

Hell Game – Ein Facebook-Projekt zum historischen Venustransit von 1769

Unter zahlreichen europäischen Einreichungen wählte eine Jury aus Weltraumfachleuten des Europlanet-Konsortiums, darunter Mitglieder des ÖWF, ein außergewöhnliches Schulprojekt zur Förderung: Parallel zu dem Filmprojekt „Back to the Future” entwickelten Schüler eine Facebook-App zur Vardö-Expedition anlässlich des Venustransits im Jahr 1769. Der Zweck dieser Expedition war die Beobachtung des Venusdurchgangs in diesem Jahr. Das Ziel des Hell Game ist, dass die Spieler – während sie nach richtigen Antworten auf die Fragen suchen – die Welt von Maxmilian Hell und János Sajnovics und auch die Venus-Durchgänge näher kennen lernen. Dabei können ihnen sowohl der Film als auch die Facebook-Seite helfen. Schüler und Lehrer des Széchenyi-Gymnasiums im ungarischen Sopron haben diese Facebook-App für Ungarn, die Slowakei und Österreich entwickelt. Schließlich war der Expeditionsleiter von 1769, Maximilian Hell, in Selmecbánya/Schemnitz (SK) geboren, in Wien arbeitete er als Astronom am Hof von Maria Theresia und forschte dann später in Ungarn. Die Venus-Transiter des Széchenyi-Gymnasiums wünschen allen Teilnehmern ein spannendes Quiz! Link zum Spiel: https://apps.facebook.com/hellsexp/ 12


ESA News, Jobs & Wettbewerbe Neuer Internet-Auftritt der ESA: www.esa.int

ESA Young Graduate Trainee Program Die Europäische Weltraumorganisation ESA schreibt rund 80 Jobs im Rahmen des Young Graduate Trainee (YGT) Programms aus. Das YGT Programm ermöglicht den Start in eine internationale wissenschaftlich/technische Karriere. Die ESA Trainees sammeln erste Berufserfahrung in Forschung, Planung und Entwicklung in interdisziplinären und internationalen Teams. Gesucht werden IngenieurInnen, WissenschafterInnen, BiologInnen, aber auch MedizinerInnen und AbsolventInnen der Wirtschafts- und Rechtswissenschaften. Für die Dauer von 12 bis maximal 24 Monaten erhalten erfolgreiche BewerberInnen eine Anstellung in einer der ESA Niederlassungen in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien oder den Niederlanden. Details: http://www.ffg.at/news/young-graduate-trainee-programme

ESA Zeichenwettbewerb für Kinder Die Europäische Weltraumorganisation ESA lädt Kinder bis 14 Jahre zum Zeichenwettbewerb ein. Thema im Dezember: „Kometen“. Einsendeschluss: 31. Dezember 2012 Die besten Einsendungen werden ausgewählt und in die Online Weltraumgalerie der ESA gestellt. Dort sind bereits 15 GewinnerInnen aus Österreich zu bewundern, siehe http://www.esa.int/esaKIDSde/art.html

www.astronomie.de

Details: http://www.ffg.at/news/esa-laedt-kinder-zumzeichenwettbewerb-ein-4 13


European Southern Observatory (ESO) 24-armiger Riese erforscht die Jugendjahre der Galaxien KMOS-Instrument erfolgreich am Very Large Telescope der ESO installiert Am Very Large Telescope der ESO am Paranal-Observatorium in Chile haben erfolgreiche Tests von KMOS stattgefunden, einem leistungsfähigen neuen Infrarot-Instrument, das die räumlich aufgelöste Beobachtung von bis zu 24 Himmelsobjekten gleichzeitig ermöglicht. Die resultierenden Informationen über die Struktur der beobachteten Objekte werden entscheidend zu unserem Verständnis des Wachstums und der Entwicklung von Galaxien im frühen Universum beitragen. Der K-band Multi-Object Spectrograph (KMOS) am ersten Hauptteleskop des Very Large Telescope (VLT) am Paranal-Observatorium der ESO in Chile hat erfolgreich seine ersten Beobachtungen absolviert. Während der vergangenen vier Monate seit August 2012 wurde das 2,5 Tonnen schwere Instrument von Europa nach Chile transportiert, zusammengebaut, getestet und am Teleskop installiert. Die nun durchgeführten Testmessungen stellen den Höhepunkt jahrelanger Planungen und Konstruktionstätigkeiten durch Teams in Großbritannien, Deutschland und bei der ESO dar. Nach X-Shooter ist KMOS das zweite Instrument der zweiten Generation am VLT der ESO.

KMOS on the Very Large Telescope at the time of first light (ESO/G. Lombardi)

„KMOS wird die Instrumentierung des VLT um faszinierende neue Fähigkeiten ergänzen. Der erfolgreiche Test zeigt, wie groß das Engagement des gesamten Teams aus Ingenieuren und Wissenschaftlern war. Wir freuen uns bereits auf die wissenschaftlichen Entdeckungen mit KMOS, die sicherlich folgen werden, sobald die Testphase abgeschlossen ist und das Instrument seinen regulären Betrieb aufnimmt," erklärt Ray Sharples (University of Durham, Großbritannien), einer der leitenden Wissenschaftler im KMOS-Projekt. Für die erfolgreiche Untersuchung der frühen Lebensabschnitte von Galaxien benötigen die Wissenschaftler Dreierlei: Beobachtungen im Infrarotlicht, Beobachtungen möglichst vieler Objekte und räumlich aufgelöste Informationen über die Eigenschaften jedes einzelnen Objekts. Während es bisher meist nur möglich war, entweder viele Objekte gleichzeitig oder ein einzelnes räumlich aufgelöst zu beobachten, liefert KMOS nun alles auf einen Schlag. Dauerte früher die detaillierte Untersuchung einer großen Stichprobe von Objekten manchmal Jahre, so erhalten die Astronomen mit KMOS nun durch die gleichzeitige Untersuchung vieler Objekte die Daten bereits nach einigen Monaten. Link: http://www.eso.org/public/austria/news/eso1251/ 14


INTERNATIONAL NEWS Österreichische Nano-Satelliten starten erst 2013 ins All

Quelle: investinaustria.at

Graz/Wien - Der Starttermin der ersten beiden österreichischen Kleinsatelliten "TUGSAT 1" und "UniBRITE" ist neuerlich verschoben worden. Statt wie angekündigt am 12. Dezember dieses Jahres wird die indische Trägerrakete, deren Hauptlast ein indischer Fernerkundungs-Satellit ist, erst Ende Jänner oder Anfang Februar 2013 starten. Dies teilte der österreichische Projektverantwortliche Otto Koudelka von der Technischen Universität (TU) Graz mit. "TUGSAT 1 ist startklar", betonte Koudelka. Trotzdem wird der kleine Satellit gemeinsam mit dem baugleichen Kleinsatelliten "UniBRITE" erst im nächsten Jahr den Weg ins All antreten.

Die abermalige Terminverschiebung - ursprünglich war der Start der Mission mit den Austro-Satelliten an Bord bereits für Herbst 2011 geplant - führt der österreichische Projektverantwortliche auf eine Verzögerung im Zusammenhang mit der Hauptnutzlast der Trägerrakete, dem indisch-französischen Fernerkundungssatelliten SARAL, zurück. "Das von der indischen Weltraumbehörde genannte aktuelle Startfenster ist Ende Jänner/Anfang Februar 2013", so Koudelka. Die Rakete soll vom südindischen Satish Dhawan Space Centre ins All befördert werden. Die beiden österreichischen Satelliten sind Teil der internationalen Mission BRITE ("BRIght-star Target Explorer"). Diese will mit insgesamt sechs kleinen Satelliten im Orbit Daten über Helligkeitsschwankungen von sehr hellen und massenreichen Sternen sammeln. Beteiligt sind je zwei Satelliten aus Österreich, Polen und Kanada. Forscher erhoffen sich von der Mission Verbesserungen der Theorien über den Ursprung und Aufbau von Sternen und wollen damit einen weiteren Schritt zur Lösung des Rätsels um die Entstehung des Universums tun. (APA/red, derStandard.at, 7. 12. 2012) Link: http://derstandard.at/1353208512155/Oesterreichische-Nano-Satelliten-startenerst-2013-ins-All

Weitere aktuelle Weltraum-News: http://news.oewf.org/ ÖWF-Redaktion & Impressum Leitung: D. Scheer / Stellvertretung: O. Haider / Team: H. Fuchs, A. Bergmann, M. Raab Die Artikel geben die persönliche Meinung der Autoren wieder. Input & Leserbriefe an: redaktion@oewf.org Newsletter An-/Abmeldung: http://www.oewf.org/cms/newsletter.phtml ÖWF-Website: http://www.oewf.org www.facebook.com/spaceforum

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