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NEWSLETTER Das Monatsmagazin des Österreichischen Weltraum Forums.

Dezember 2013

● ÖWF Praktikumsstellen ● SPACE Ausstellung ● Deep Space LIVE


INHALT Das Österreichische Weltraum Forum (ÖWF) ist ein Netzwerk für Raumfahrtspezialisten und Weltrauminteressierte. Wir arbeiten mit nationalen und internationalen Forschungseinrichtungen, Industrie und Politik zusammen.

Der Weltraum als Hörerlebnis ÖWF konzipiert Audioversum-Ausstellung

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„Sounds Of Space“ AUDIOVERSUM feiert Premiere in Innsbruck

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Wenn Satelliten auf unsere Erde blicken Interview mit Othmar Coser

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Deep Space LIVE SMOS – die Wasserkreislauf-Mission

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Hubble. Das Universum im Visier Buchtipp des Monats

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SPACE – Die Weltraumausstellung Technisches Museum Wien

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ÖWF-Stellenausschreibungen 2014 Ausbildungs- und Schülerpraktika, FemTech

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ESO News Neues Besucherzentrum in Garching

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International News China feiert erste Mondlandung

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ÖWF konzipiert Audioversum-Ausstellung Für die Weltraum-Ausstellung im Audioversum Innsbruck stellt das Österreichische Weltraum Forum (ÖWF) nicht nur das Konzept, sondern auch seinen Test-Marsanzug Aouda zur Verfügung. Dabei wurde die Ausstellungsvariante der Aouda von oberösterreichischen Betrieben gefertigt. Als Gerhard Grömer aus St. Florian im Februar 2013 das Innsbrucker „Audioversum - eine Wunderwelt des Hörens“ besuchte und dabei die Jacke des ÖWF trug, wurde er vom dortigen Marketingleiter Thomas Lampe gefragt, ob das ÖWF an einer Sonderausstellung mitwirken wolle. Vielleicht könne man Klänge aus dem Weltraum hörbar machen. Auf beiden Seiten war die Begeisterung groß, sofort wurden erste Gespräche geführt. Am 3. Dezember wurde die Sonderausstellung im Audioversum Innsbruck für die Dauer eines Jahres eröffnet. Zu sehen sind Videos von der AstronautInnenausbildung sowie Raketenstarts, bei denen die Geräusche in Vibrationen umgewandelt und auf vier Sessel realitätsnah übertragen werden. Auch zu hören: die Abstiegsgeräusche bei der „Huygens“ Landung auf dem Saturnmond Titan und elektromagnetische Wellen von Polarlichtern.

Manfred Aichinger (Schneiderei Asten), Günther Bachinger (GFK Company, Marchtrenk), Modell des Simulationsraumanzugs Aouda.A, Propst Johannes Holzinger (Stift St. Florian), Roland Otahal (Maschinenbau, St. Florian), Gerhard Grömer, Projektleiter des ÖWF für Aouda.A (v.l.n.r.)

Als „Eye-Catcher“ für die Sonderausstellung musste eine Präsentationsvariante des vom ÖWF entwickelten Mars-Analog-Raumanzuges „Aouda“ angefertigt werden. Die Schneiderei Manfred Aichinger in Asten verarbeitete das mit Kevlar vermengte und aluminiumbeschichtete Anzugmaterial. Von Maschinenbau Otahal in St. Florian wurden mit höchster Präzision die drei Halsringe für die Helmkuppel gefertigt. Spezialisiert auf die Verarbeitung von Glasfaser, baute GFK Company aus Marchtrenk die komplizierte Form des Helmvisors nach. Die Steuerung des Helm-Monitors erfolgt in der Originalversion durch Bewegungssensoren in den Handschuhen und wurde vor zwei Jahren in der HTL LiTec (Linzer Technikum) entwickelt. Wenn in einigen Jahren das ÖWF einen Feldtest mit Aouda in der Arktis durchführen wird, ist die Einbindung dieser oberösterreichischen Fachbetriebe beabsichtigt. Die Ausstellung „Sounds of Space“ im Audioversum ist noch bis Sommer 2014 in Innsbruck zu sehen. 3


Das Weltall mit dem Hörsinn erforschen AUDIOVERSUM feiert Premiere von „Sounds Of Space“ Innsbruck, 12. Dezember 2013. – Wie klingt das Universum? Bei der Eröffnungsfeier der neuen Sonderausstellung im AUDIOVERSUM, die in Kooperation mit dem Österreichischen Weltraum Forum (ÖWF) entstand, hoben die Besucher hörtechnisch in unbekannte Sphären ab: Sie erlebten und erforschten bei „Sounds Of Space“ ein ganzes Universum an Klängen, Geschichten und Highlights aus der Raumfahrt. Als „galaktische“ Einstimmung gab es eine Episode des Science Fiction Theaters „Horchpatrouille OHRION“ zu sehen. Fremde Galaxien, ferne Planeten und Lichtjahre entfernte Sterne: In der neuen Sonderausstellung des Science Centers wartet das grenzenlose Weltall darauf, von den Besuchern mit dem Hörsinn entdeckt zu werden. Zusammen mit dem Österreichischen Weltraum Forum hat das AUDIOVERSUM „Sounds Of Space“ entwickelt: Auf außergewöhnliche Art und Weise können Besucher die Faszination Weltraum erleben. Wie fühlt sich ein Raketenstart in einer Kapsel an? Wie entstehen Polarlichter und warum sind diese mit einem Radio hörbar? Antworten auf Fragen wie diese und viele mehr erhalten die Besucher ab sofort bei den einzelnen Stationen, die unterschiedliche Einblicke in die Weltraumforschung geben. „Es ist uns ein Anliegen, unsere spannende Dauerausstellung, die die Besucher auf eine Expedition in das Abenteuer Hören entführt, stets um ungewöhnliche und neuartige Attraktionen zu bereichern. Mit unserem Auftakt `Sounds Of Space‘ ermöglichen wir den Besuchern erstmalige sensationelle Hörererlebnisse und begeben uns mit ihnen auf die aufregende Suche nach akustischen Spuren aus dem All“, erzählt Dr. Christina Beste, Head of AUDIOVERSUM.

Dr. Eckhard Schulz, Gründer AUDIOVERSUM, Dr. Ingeborg Hochmair, CEO MED-EL und Dr. Christina Beste, Head of AUDIOVERSUM (v.l.n.r.) bei der Eröffnung von „Sounds Of Space“ (ÖWF)

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Das Abenteuer Hören hebt ab in die nächste Dimension Für die Premierengäste gab es bereits einen hörbaren Vorgeschmack auf die unendlichen Weiten des Weltalls. Bevor sie sich in die Sonderausstellung stürzten, wurden sie von der ersten Episode des Science Fiction Theaters „Horchpatrouille OHRION“ auf die Thematik eingestimmt. Danach ging es los: Vor dem offiziellen Start von „Sounds Of Space“ lauschten sie Stürmen auf dem Titan, erlebten hörtechnisch einen Raketenstart mit und bekamen spannende Einblicke in die Astronauten-Ausbildung. In gewohnter AUDIOVERSUMManier gibt es auch diesmal viel zum Mitmachen und Ausprobieren, um die hörbaren Erfahrungen realistisch und eindrucksvoll erlebbar zu machen. „Die hochmodernen Exponate des Österreichischen Weltraum Forums vermitteln die Vorgänge in der Raumfahrt täuschend echt. Gesehen haben wir vom Universum ja schon einiges, die Töne des Weltalls waren aber bisher nur wenigen Astronauten vorbehalten. Im AUDIOVERSUM kann man nun bei ‚Sounds Of Space‘ selbst in galaktische Sphären eintauchen und ihren Klängen lauschen“, so Dr. Eckhard Schulz, Projektleiter von „Sounds of Space“.

Die „Horchpatrouille OHRION“ in der sogenannten Dangerzone von „Sounds Of Space“, in der man einen Raketenstart aus Sicht eines Astronauten hautnah miterleben kann (Foto: Audioversum)

Modernste Technik macht Universum hörbar für alle Dank der innovativen Ausstellungselektronik des Österreichischen Weltraum Forums konnten technisch neue Wege beschritten werden. Mit allen Sinnen versetzen sich Besucher in die Situation eines Raumfahrers hinein, der beim Start in der kleinen Raumkapsel sitzt, während unter ihm hunderte Tonnen Treibstoff kontrolliert verbrennen. Würde der Schall beim Start des Raumschiffes nicht abgelenkt oder gedämpft, würde man sofort sein Gehör verlieren – allein die Schallschwingungen der Triebwerke würden schon reichen, um die Rakete noch am Boden zu zerstören. „Ich freue mich, dass wir das AUDIOVERSUM bei der Konzeption dieser großartigen Sonderausstellung mit unserer Expertise unterstützen konnten. Extra für ‚Sounds of Space‘ haben wir auch einen detailgetreuen Nachbau unseres Raumanzugsimulators ‚Auoda‘ angefertigt, der ab heute hier zu sehen sein wird“, erklärt Dr. Gernot Grömer, Vorstand des Österreichischen Weltraum Forums. „‘Sounds Of Space‘ präsentiert das traditionell bilderlastige Thema Raumfahrt auf völlig neue Weise. Hinter jedem Geräusch, hinter jeder Tonaufnahme dieser Ausstellung steckt eine ebenso beeindruckende wie faszinierende Geschichte.“ 5


Mit den Ohren unbekannte Sphären entdecken Eigens geschulte Audioguides vermitteln die Hintergründe der verschiedenen Stationen von „Sounds of Space“. Der „Soundwalk“ etwa zeigt anschaulich die Stationen der Raumfahrer-Ausbildung. Besucher bekommen originale Tonmitschnitte aus dem Astronautentraining zu hören und faszinierendes Bildmaterial zu sehen: Wie hört sich Unterwassertraining im Raumanzug an? Und wie klingt das Training in einer Raumkapsel wirklich? Bei der Station „Extreme Acoustics“ lauschen Besucher dem Klang von Alltagsgeräuschen in unserer Hochatmosphäre oder mehrere Kilometer unter Wasser. Interaktive Displays machen erlebbar, wie diese Tonbeispiele auf dem Jupiter oder anderen Planeten klingen würden. Ein weiteres Highlight ist das exakt nachgebaute Modell des experimentellen Raumanzug-Simulators „Aouda.X“ des Österreichischen Weltraum Forums: Das Exponat wurde originalgetreu nachgebaut. Jeder Sensor, jedes Kabel ist authentisch.

ÖWF Gruppenbild in der Dangerzone (v.l.n.r.): Sebastian Sams, Katja Zanella-Kux, Thomas Bartenstein, Olivia Haider, Thomas Turetschek, Gernot Grömer, Markus Schmid (Foto: ÖWF)

Sonderausstellung „Sounds Of Space“ im AUDIOVERSUM Start: Mittwoch, 12. Dezember 2013 Ende: Herbst 2014 Ort: AUDIOVERSUM Wilhelm-Greil-Straße 23 6020 Innsbruck Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag: 9.00 bis 18.00 Uhr Donnerstag: 9.00 bis 21.00 Uhr Samstag, Sonntag, Feiertage: 10.00 bis 18.00 Uhr Montag: Ruhetag Details: www.audioversum.at 6


Interview mit Othmar Coser Wenn Satelliten auf unsere Erde blicken von MARTIN HIESLMAIR / AEC Blog am 12. November, 2013 Im Interview spricht Othmar Coser vom Österreichischen Weltraum Forum über den Einsatz von Satelliten bei Naturkatastrophen wie sie zur Zeit in den Philippinen stattfinden, aber auch darüber, wie uns Menschen die Daten aus dem Weltall sonst noch nützlich sein können. Im November war er zu Gast bei Deep Space LIVE im Ars Electronica Center und stellt den MetOp-Satelliten mit spektakulären Bildern vor.

Bildcredit: MetOp, ESA

Es waren die letzten Züge des Satelliten GOCE, weil der Treibstoff ganz lapidar zu Ende gegangen ist. Satelliten werden in der Regel für einen gewissen Zeitraum ausgerichtet: Einerseits liefert er in dieser Zeit genau die Daten, die Wissenschafter für ein Projekt benötige, andererseits ist es aber auch gewährleistet, dass der Satellit in dieser Zeitspanne sich wie vorhergesehen verhält – aufgrund der ganzen widrigen Umstände und Einflüsse , die auf den Satelliten in seiner Umlaufbahn einwirken. In der Regel ist es dann so, dass die Satelliten eigentlich länger als die Missionsdauer in Betrieb sind und natürlich darüber hinaus genutzt werden – es wäre nicht klug, ihn schon vorher abzuschalten. Envisat, der größte Umweltsatellit der Welt mit seinen zehn Instrumenten, war beispielsweise auch für eine Dauer von fünf Jahren vorgesehen. 2002 wurde er gestartet und konnte bis 2012 weiterbetrieben werden, weil er sich so gut bewährt hat. Leider ist hier die Kommunikationseinheit zwischen Bodenstation und Satellit im April 2012 ausgefallen – er fliegt immer noch, aber die Daten kommen nicht mehr zur Erde. Das passiert. Aber der Satellit konnte die doppelte Zeit als plant genutzt werden. Das ist bei dem Satelliten GOCE so, aber auch bei den MetOp-Satelliten so, die ich bei Deep Space LIVE vorstellen werde. Dabei sind drei sequentiell gestartete Satelliten geplant. MetOp-B wird also nicht automatisch seinen Vorgänger MetOp-A ablösen. Man nützt diese Infrastruktur, so lange es geht, weil es natürlich auch um eine Menge Geld geht. 7


Vier Jahre lang haben die Menschen mit dem Satelliten GOCE eine Unmenge an Daten gesammelt, um neue Fakten über die Gravitation der Erde herauszufinden. Wobei helfen uns beispielsweise die Daten über die Gravitation der Erde? Generell stehen die Rohdaten der ESA für jeden, der Interesse hat – für wissenschaftliche Einrichtungen aber auch Privatpersonen – kostenlos zur Verfügung. Das ist im Sinn der europäischen Weltraumbehörde ESA, wie es mir vermittelt wurde, als ich im Jahr 2010 das Institut ESRIN, das Zentrum für Erdbeobachtung der ESA, im italienischen Frascati südlich von Rom besucht habe. Natürlich braucht man dann noch die Tools, um diese riesige Datenmenge weiterverwenden zu können. EUMETSAT übernimmt diese Dienstleistung, die dann schon in Rechnung gestellt wird, aber der Erhalt der Daten ist grundsätzlich kostenlos. Dann ist es wichtig zu wissen, welchen Bereich ich abdecken möchte. So können zum Beispiel Berechnungen der Statik im Bau dadurch sehr vereinfacht werden, wenn man dank Satellitendaten genaue Informationen über die Erdoberfläche selber und die dort herrschende Gravitation besitzt.

Bildcredit: GOCE, ESA

Man versucht auch, in die Tiefe unseres Planeten mit diesen Daten zu blicken, ohne irgendwelche Bohrungen durchführen zu müssen. Wir können ja auch technisch nicht mehrere Tausende Kilometer tief in die Erde bohren. Damit erkennen wir das Ausmaß der Verschiebungen der Kontinentalplatten und in welchem Zeitraum diese stattfinden. So können wir Hochrechnungen erstellen, wenn einmal Geschwindigkeiten bekannt sind. Die Prognosen, die wir derzeit zur Verfügung haben, wirken ja alle wie aus einer Kristallkugel – und genau diese Daten möchte man so verdichten, damit dann Ereignisse wirklich so prognostiziert werden können, dass man schon vorher agieren und nicht erst hintennach reagieren kann wie wir es bisher tun. Wenn wir auf den verheerenden Wirbelsturm „Haiyan“ blicken, der eine Schneise der Verwüstung über die Philippinen gezogen hat, tausende Menschenleben forderte und Hunderttausende auf einen Schlag obdachlos gemacht hat: Was können wir anhand von Erdbeobachtungssatelliten wie dem MetOp, den Sie bei Deep Space LIVE genauer vorgestellt haben, über diese Wetterextreme lernen?

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Langfristig können wir mit den MetOp-Satelliten einiges lernen. Man muss das einmal so sehen: Es gibt nicht so viele verschiedene Parameter, die wir in unserer Atmosphäre messen können. Wenn es um das Wetter geht, sind für uns Temperatur, Windgeschwindigkeit, Windrichtung und dergleichen interessant – und das eben je nach Höhe. Satelliten werden die bodengebundene Meteorologie nicht ersetzen, denn nach wie vor betreiben wir unsere Wetterstationen, starten unseren Wetterballone, und so weiter. Mit den Daten der Satelliten können wir ein globales Modell erstellen, das sich auf aktuelle Satellitendaten stützt, und auf das Meteorologen zusätzlich zugreifen können. Was man misst, sind Spurengase wie Methan oder Ozon. Daraus kann man auf Dauer gesehen Klimamonitoring machen. Man erkennt so beispielsweise anhand der Daten des Satelliten Envisat, rein an der Messung von Stickstoffdioxiden, die bei einer künstlichen Verbrennung entstehen, aus dem Weltraum sämtliche Hauptstädte in Europa. Man sieht die Schifffahrtsrouten anhand des Ausstoßes durch die Kamine der Schiffe. Auf der stärksten befahrenen Autobahn in Deutschland, der A8, sieht man beispielsweise bei München oder Stuttgart beinahe jeden einzelnen Auspuff, der da fährt. Man sieht auch sehr schön die Brandherde aus dem Weltraum – aufgrund der jährlichen Auswertungen kann man sagen, dass es weltweit stündlich irgendwo auf der Erde großflächige Brände gibt. Diese Brände korrelieren wieder mit den CO2-Emissionen – das kann man alles gut verfolgen. Auf diese Daten aufbauend, auf mehrere Jahre hindurch betrachtet, und das macht man mit Envisat seit 2002, kann man globale Modelle erstellen, die dann Tendenzen erklären. Ob man die dann richtig deutet und ob man die verstehen will… das macht dann jeder wie er will und möchte – das ist dann das Problem dabei.

Bildcredit: MetOp, ESA

So helfen die erkenntnisreichsten Werte über unser Erdklima lange nichts, wenn weltweit keine politischen Maßnahmen gegen den Klimawandel getroffen werden und den Staaten das Geld beispielsweise wegen Finanzkrisen fehlt. Braucht es Ihrer Meinung nach die regelmäßig stattfindenden UNO-Klimakonferenzen, so wie sie kürzlich mit der COP19 in Warschau über die Bühne ging? 9


Auch wenn man zumindest nicht momentan etwas merkt, glaube ich schon, dass es nicht umsonst ist. Ich glaube, man sollte sich schon austauschen darüber. Und in gewissen Graden merkt man ja auch eine Verbesserung. Es funktioniert halt bei uns in Österreich nicht – wir jammern ja auf hohem Niveau über alle anderen. Wenn man sich gerade die Einhaltung der Kyoto-Ziele ansieht, sind wir alles andere als ein Musterschüler im Vergleich zu anderen Staaten. Natürlich kann man Österreich von der Fläche und der Einwohnerzahl nicht mit China vergleichen, aber mit Ländern auf gleicher Höhe sind wir Schlusslicht mit der Einhaltung unserer Kyoto-Ziele. Aber es ist wichtig, dass man das Gespräch fortführt, denn man bewegt doch etwas. Gerade für den Deep Space LIVE habe ich mir noch einmal angeschaut, welche Animationen und Visualisierungen es mittlerweile gibt. So ist die „International Charter on Space and Major Disasters“ – das ist ein Zusammenschluss von 15 Satellitenbetreibenden Organisationen, eigentlich dazu da, um im Katastrophenfall innerhalb kürzester Zeit aktuelle Satellitenfotos bereitzustellen – also bildgebendes Material, und da reden wir von höchstens bis zu fünf Stunden nach Eintritt des Schadenereignisses. Gleichzeitig werden auch Auswertungen gemacht, für die Einsatzkräfte vor Ort, damit sie von oben sehen können, wo Infrastruktur noch vorhanden ist und wo nicht. Wenn ich an Satellitenbilder mit einer Auflösung von 50 cm denke, können diese auf jeden Fall bei Überschwemmungen zum Einsatz kommen, um auf Dächern sitzende Menschen zu erkennen und die Rettungskräfte damit zu unterstützen. Gerade in dieser Jahreszeit haben wir vier bis fünf gewaltige Hurrikans. Wir merken es auch ja hier in Österreich. Ich kann mich an solche Stürme und Windgeschwindigkeiten wie heute eigentlich nicht erinnern. Wie oft es in letzter Zeit alleine Dächer durch Sturmböen weggerissen hat und vom Hochwasser brauch ich eh nicht zu reden. Diese hundertjährigen Ereignisse kommen ja jetzt eigenartigerweise jetzt alle vier Jahre. Bei diesen Satellitenmessungen geht es darum, ein Modell aufzubauen, um das Agieren zu ermöglichen. Wir sind ja so technikhörig geworden in den letzten Jahrzehnten, aber wir haben noch nicht begriffen, dass wir mit der Technik nicht die Natur beherrschen können. Man braucht nur schauen, wie viel Geld wir in den 1960er und 1970er Jahren mit den Begradigungen von Flüssen aufgebracht haben – jetzt hat es ein Hochwasser im Jahr 2002 gebraucht, um darauf zu kommen, dass wir wieder sehr viel Geld benötigen, um wieder Mäander und die Retentionsbecken einzuführen. Außerdem müssen wir endlich verstehen, dass wir Österreicher mit unserem globalen Fußabdruck sämtliche Rohstoffe mit Ausnahme der Nahrungsmittel und der Energie alles importieren müssen. Jeder Österreicher hat inzwischen schon einen ökologischen Fußabdruck von 5,5 Fußabdrücken. Aber solche internationalen Foren sind sinnvoll, sie rütteln auf, aber es braucht Zeit. Es ist eben kein Thema, das immer begeistert. Hier ist die Politik sicher gefragt, wie wir mit den Informationen umgehen. Natürlich darf man damit keine Panik erzeugen und es kann nicht sein, dass wir uns damit zurück ins finstere Mittelalter katapultieren. Glauben Sie, dass uns Menschen das Weitdenken fehlt? Da greife ich immer gerne auf die Aussage unseres Polizeipsychologen Thomas Müller zurück – er sagt, und das gilt für jeden Bereich in dem der Mensch sich so bewegt: Der Mensch kann mittelfristig nicht denken und schon gar nicht langfristig. Das ist sein größtes Manko. Egal, was man tut. Er lebt im Jetzt und soweit denkt er auch und handelt er auch. Und deswegen wird sich auch so schnell nichts ändern. Ich glaube, wir werden sicher in 20 Jahren die gleichen Probleme haben, wir werden sie in 30 Jahren haben. 10


Die Tragik ist nur, dass die Natur zeitversetzt reagiert. Das, was wir jetzt erleben, haben wir in den 1970er und 1980er Jahren verbrochen. Wir werden uns daran gewöhnen müssen, dass wir nicht mehr Ski fahren. Solange es die Temperaturen noch ermöglichen, werden wir die Pisten künstlich beschneien, aber mit dem jetzigen Wissen über die Erwärmung der Erde würde ich nicht in ein lokales Skigebiet investieren.

Othmar Coser bei einem seiner Vorträge

Sie arbeiten ehrenamtlich im Österreichischen Weltraum Forum als Projektleiter für Erdbeobachtungsvorträge – Weltraum und Österreich, wie passt das für Sie zusammen? Einige Kollegen im Vorstand und in der Organisation sind bei der European Space Agency beschäftigt oder waren es lange Zeit. Unser Schriftführer war bei der ESO beschäftigt, wo er die European Coordinating Facility für das Hubble-Weltraumteleskop leitete. Unser Stellvertreter Mag. Alexander Soucek war zuerst bei ESRIN in Frascati bei der ESA beschäftigt, wo sämtliche Daten der ESA-Satelliten zusammenlaufen und an die Benutzer verteilt werden. Inzwischen ist er in Paris im Hauptquartier der ESA als Jurist tätig – er hat ein über tausend Seiten dickes Kompendium über Weltraumrecht verfasst. Wir haben einen Raketentechniker, der in den Niederlanden bei einer ESA arbeitet. Begonnen hat alles damit, dass mich ein Kollege gefragt hat, ob ich nicht für Kinder im Stift St. Florian eine Raumfahrtausstellung mitorganisieren möchte. So bin ich dazu gekommen. Hier wurde die Idee geboren, gerade für SchülerInnen zum Thema Erdbeobachtungen und Umweltauswirkungen Vorträge zu kreieren, die auch von der ESA und vom OÖ Landesrat Anschober gesponsert wurden. Über meinen Beruf als Bereichsleiter für Umweltkriminalität beim Landeskriminalamt in Oberösterreich ist dann schließlich die Auswahl auf mich gefallen. Wir haben das Projekt „Eye in the Sky“ entwickelt und bieten als Verein Vorträge für Schüler an, haben mehrere Abendveranstaltungen in Oberösterreich organisiert und unter anderem auch Fortbildungen für Geografielehrer bei der Pädagogischen Akademie der Diözese Linz. So ist es gewachsen.

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Nun bei Deep Space LIVE überlegt man sich, welchen Satelliten man denn gerne näher vorstellen möchte, denn es ist ja nicht jeder Satellit interessant und hat bildgebende Instrumente installiert. Meine Vorträge richten sich an ein breites Publikum – dass ein Meteorologe, der diesen Fachbereich studiert hat, nicht ganz zufrieden sein wird, muss klar sein. Die Besucher können sich auf jeden Fall auf spektakuläre Satellitenbilder freuen und die Erde aus einem anderen Blickwinkel sehen. Sie sind schon beinahe zwanzig Jahre Bereichsleiter für Umweltkriminalität beim Landeskriminalamt in Oberösterreich. Setzen Sie bei Ihren Ermittlungen auch Satellitendaten ein? Nein, eigentlich nicht direkt, aber sie sind sicher vorhanden. Ein Beispiel wäre, wenn es um die Luftverschmutzung gehen würde, die auch strafrechtlich verfolgt werden könnte. Die Tragik ist, dass es darauf ankommt, wer die Auswertung der Daten bezahlt. Was wir aber immer wieder machen, wir schauen mit den bildgebenden Systemen wie es früher ausgesehen hat und wie es jetzt aussieht. Wobei uns da eigentlich das Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen sehr hilft, weil die mit ihren laufenden Überflügen und dem DORIS-System uns zur Seite stehen, wenn wir wissen wollen, wie sich eine Landfläche verändert. Das ist dann interessant, wenn es um Bodenverunreinigungen geht oder im Ackerbau, um zu sehen, wie sich Verunreinigungen in der Pflanzengestaltung auswirken. Deswegen war das Projekt „Eye in the Sky“ auch für mich interessant und durfte damals das ESRIN-Institut in Frascati besuchen, um zu sehen, ob man solche Satellitendaten auch für kriminalpolizeiliche Zwecke verwenden kann – es würde sicher funktionieren.

Ein Satellit braucht für eine Umrundung der Erde in dieser Höhe rund 100 Minuten – innerhalb von 24 Stunden macht er das 14 Mal. Und je nachdem wie breit die Abtastrate ist, kommt dieser erst alle 5-9 Tage über die gleiche Stelle. Das heißt, wenn es um längerfristige Verhaltensmuster gehen würde, um zum Beispiel die Veränderung des Waldbestands, des Bodens oder der Gewässer zu messen, ist das durchaus sinnvoll. Wenn es aber darum geht, kurzfristig zu messen, müsste man schauen, welcher Satellit gerade am Punkt vorbeikommt. Das ist aber auch schwierig, wenn es zum Beispiel ein japanischer Satellit ist. Grundsätzlich halten wir uns aber noch an die herkömmlichen Ermittlungsmethoden. 12


ÖWF-Vortrag

Deep Space LIVE: SMOS – die Wasserkreislauf-Mission

Ort: Datum: Preis: Hinweis:

Ars Electronica Center (AEC) Linz Do 23.1.2014, 20:00-21:00 3 € pro Person oder gültiges Museumsticket Reservierung unter 0732.7272.51 oder center@aec.at empfohlen

Täglich umrunden Satelliten mehrmals unseren Planeten und liefern uns eine gewaltige Menge an Daten, mit denen sich unser Weltbild laufend präzisiert. Othmar Coser, Konsulent für Umweltfragen des Österreichischen Weltraum Forums (ÖWF), stellt diesmal den Erdbeobachtungssatelliten SMOS genauer vor, der es ermöglicht, Bodenfeuchte und den Salzgehalt der Ozeane aus 763 Kilometer Entfernung zu messen. Die Daten werden dringend benötigt, um ein besseres Verständnis über die terrestrische Hydrologie und über Wasserressourcen zu erhalten.

Zur Person

Othmar Coser wurde 1958 in Innsbruck geboren, übte seinen erlernten Beruf als Reproduktionsphotograph bis 1978 aus, bevor er schließlich zur österreichischen Exekutive wechselte. Mittlerweile in Linz ansässig, ist er seit 1994 Bereichsleiter für Umweltkriminalität beim Landeskriminalamt Oberösterreich. Seit Herbst 2008 beteiligt er sich ehrenamtlich beim Österreichischen Weltraum Forum und ist seit März 2010 im Rahmen der „Eye in the Sky“-Initiative des Österreichischen Weltraum Forums und des Landes Oberösterreichs als Koordinator und Projektleiter von Erdbeobachtungsvorträgen tätig.

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Buchtipp des Monats

Sterne, Galaxien und Dunkle Materie: Hubble. Das Universum im Visier bietet spektakuläre Aufnahmen Oli Usher, Lars Lindberg Christensen Hubble. Das Universum im Visier 2013. 170 Seiten, 167 farb. Abb., Hardcover WILEY-VCH, Weinheim ISBN 978-3-527-41208-2 € 29,90 Erschienen im Dezember 2013.

Alle lieben Hubble! Denn die Aufnahmen aus den Tiefen des Universums, die das Weltraumteleskop Hubble regelmäßig liefert, sind spektakulär und faszinierend. Kein Wunder also, dass seit seinem Start 1990 das Hubble Space Telescope zu einem der bekanntesten und populärsten wissenschaftlichen Geräte der Geschichte wurde. Mit dem prachtvollen Band Hubble. Das Universum im Visier von Oli Usher und Lars Lindberg Christensen gibt es diese Faszination nun zum Immer-wieder-Ansehen für zu Hause. Das Buch zeigt rund 80 von Hubble gemachte neue Aufnahmen zu diversen Phänomenen des Kosmos. Kompakte Texte erklären diese ergänzend und verständlich. Als Bonus liegt dem Buch eine DVD mit Bildern und Filmmaterial bei. Hubble als kosmische Zeitmaschine Hubble wird als so etwas wie eine kosmische Zeitmaschine verwendet. Da sich Licht mit einer bestimmten Geschwindigkeit bewegt, können wir zeitlich weiter zurückblicken, je weiter wir in die Ferne schauen. Hubble lieferte Aufnahmen von Galaxien, die so weit weg waren, dass Astronomen dadurch einen ersten Einblick in die Anfänge des Universums bekommen konnten. 2011 und 2012 entdeckte das Teleskop zwei Galaxien, die so weit entfernt sind, dass sie weniger als 500 Millionen Jahre nach dem Big Bang entstanden sein müssen. Wertvolle Bilder für Wissenschaftler, ungebrochene Faszination Die Aufnahmen des Teleskopes haben einen wissenschaftlich unschätzbaren Wert und steigern gleichermaßen die Faszination des Publikums. Dieses Buch zeigt, was Hubble alles sehen kann und wo es einen einzigartigen Platz in der Forschung einnimmt. Zum Beispiel spielt das Hubble eine große Rolle in den Planetenwissenschaften. Hier hat es u. a. das erste Bild eines Exoplaneten geliefert. In den letzten Jahren haben Wissenschaftler mit Hilfe von Hubble fundamentale Erkenntnisse in der Erforschung von Dunkler Energie und Dunkler Materie erhalten. Der Nobelpreis 2011 in Physik ist an Wissenschaftler gegangen, die ihre Erkenntnisse u. a. auch dank des Hubble-Teleskops gewinnen konnten.

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Sonderausstellung im Technischen Museum

SPACE – DIE WELTRAUMAUSSTELLUNG Laufzeit: Oktober 2013 – Juni 2014 Ins Weltall fahren, es erkunden, es vielleicht sogar eines Tages besiedeln: Der Traum vom Weltraum war vor Jahrhunderten so aktuell wie heute: Wie kommen wir ins Weltall? Wie leben AstronautInnen im Weltraum? Welche Rolle spielen Visionen und Technikutopien in der Raumfahrt? Und was suchen wir eigentlich im All?

Sokol KV2 Raumanzug (Technisches Museum Wien, Peter Sedlaczek)

Auf mehr als 600 m² widmet sich SPACE dem Thema Weltraum in all seinen Facetten – von den träumerischen Überlegungen der Barockzeit über die ambivalente Entwicklung der Raumfahrt im 20. Jahrhundert bis hin zu den visionären Ideen der Gegenwart. Historische Objekte der eigenen Sammlung werden aktueller Forschung gegenübergestellt. Unter den Ausstellungsstücken ist auch der ÖWF-Simulationsraumanzug Aouda. Ausgehend von den technischen und wissenschaftlichen Errungenschaften des 18. und 19. Jahrhunderts beginnt SPACE seine Reise in die unendlichen Weiten des Alls und zeigt, dass visionäre Ideen und utopische Vorstellungen stets Motoren der Raumfahrtentwicklung waren. Die militärische und schließlich auch zivile Nutzung der Rakete steht ebenso im Fokus wie die mediale Inszenierung und Ökonomisierung der Raumfahrt. Die neun interaktiven Stationen der Ausstellung laden ein, sich den Errungenschaften der Raumfahrt hautnah zu widmen: Testen Sie Ihre Astronautenfähigkeiten im Space Curl oder in der Docking Station, erkunden Sie den Mars mit einem Mars-Rover oder erschaffen Sie sich virtuell Ihren eigenen Alien. Link: http://www.technischesmuseum.at/ausstellung/space

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ÖWF Stellenausschreibungen 2014 Mitarbeiten im Österreichischen Weltraum Forum? Ausschreibung Praktikumsplätze im ÖWF Spacesuit Lab, Innsbruck Das Österreichische Weltraum Forum (www.oewf.org) schreibt ab sofort Praktikumsstellen für 2014 im Spacesuit Lab Innsbruck aus. Diese Praktika sind für Schüler und Studenten mit Interesse an Raumfahrt und Weltraumwissenschaften. Die Aufgaben umfassen die Assistenz im Aouda.X Raumanzugsprojekt, etwa die Datenanalyse, die Vorbereitung von Tests und Hilfestellung bei der Entwicklung von Subsystemen von Aouda.X, sowie die Vorbereitung von zukünftigen Feldtests. Zusätzlich zu diesen forschungsorientierten Aufgaben werden ÖWF Praktikanten auch in Bildungsprojekten eingesetzt, arbeiten in der Öffentlichkeitsarbeit und assistieren bei administrativen Aufgaben. Wenn Sie Interesse an einer der unten angeführten Stellen haben, senden Sie uns  Ihren Lebenslauf, inklusive Foto, Ihren Kontaktdetails und  Informationen zu Fähigkeiten/Ausbildungen  ein einseitiges Motivationsschreiben  sonstige Unterlagen, die uns helfen Ihre Fähigkeiten einzuschätzen: Etwa, bei welchen Weltraum-bezogenen Projekten Sie tätig waren, in welchen Teams Sie sich engagiert haben, Weblinks die uns Ihre Weltraum-Passion verdeutlichen, etc. Schicken Sie Ihre Unterlagen bis spätestens 30. Jänner 2014, 12:00 MEZ an bewerbung@oewf.org. Potentielle Kandidaten werden zu einer Video-Telekonferenz und Ende Februar zu einem Gespräch eingeladen.

Praktikant Sebastian Wagner bei der Arbeit am Simulationsraumanzug Aouda (ÖWF 2012)

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Freiwillige Praktika / Ausbildungspraktika (1-4 Stellen)

ÖWF-Praktikanten bei der Arbeit im ÖWF Suitlab in Innsbruck (ÖWF)

Zeitraum: Zwischen April und September 2014 für ein Minimum von 2 Wochen, maximal 4 Monate. Anforderungen: Mindestens 2 Semester Studium in einem technischen, naturwissenschaftlichen, medizinischen, Medien- oder Pädagogikbezogenen Fach. Ausgezeichnete Englischkenntnisse sind Voraussetzung. Diese Stellen sind auch für Studenten im Rahmen von Pflichtpraktika gedacht, wie sie in manchen Studien vorgeschrieben sind.

Bezahlte Praktika / FemTech (2-3 Stellen) Zeitraum: Juni-Dezember 2014, € 1.400 Brutto/Monat (Dauer 3-6 Monate) Anforderungen: Student/in an einer österreichischen Universität/Hochschule (mindestens 2 Semester in einem technischen oder wissenschaftlichen Gebiet), ausgezeichnete Englischkenntnisse. Diese Praktika sind vorbehaltlich einer Förderentscheidung der Forschungsförderungsgesellschaft, welche mit diesem Programm eine bessere Gender-Balance in technischen und wissenschaftlichen Gebieten fördert. Eine Entscheidung wird für Ende Mai 2014 erwartet. FemTech Praktika können auch mit akademischen Bachelor- und MasterArbeiten kombiniert werden.

Bezahlte Schülerpraktika / Berufsbild. Schulen, Mittelschulen (3-5 Stellen) Zeitraum: Juli-September 2014, € 710 Brutto/Monat (Dauer: 4 Wochen) Voraussetzungen: Österreichische Staatsbürgerschaft und Schüler/Schülerin an einer österreichischen Schule, mindestens 16 Jahre alt, gute Englischkenntnisse. 17


ESO News Neues Planetarium und astronomisches Besucherzentrum in Garching - Klaus Tschira Stiftung schenkt der Europäischen Südsternwarte ein spektakuläres Gebäude Das Zentrum soll der Öffentlichkeit die Bedeutung der Astronomie und ihre Auswirkung auf unseren Alltag vermitteln. Die Astronomie gehört zu den ältesten Wissenschaften und ist durch den Einsatz modernster Technologien besonders spannend. Die Klaus Tschira Stiftung wurde 1995 von dem Physiker Klaus Tschira ins Leben gerufen. Sie fördert Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik sowie die Wertschätzung diese Fächer in der Öffentlichkeit. Die neue Einrichtung wird dem Besucher einen Einblick in die Welt der Astronomie vermitteln. Alle Inhalte werden sowohl in Deutsch auch als in Englisch den Besuchern bereitgestellt. Das einzigartige Design des neuen Gebäudes wird einem Doppelsternsystem ähneln, in dem Masse von einem Stern zum anderen übertragen wird, was schließlich zu einer Supernova-Explosion führt. Dies spiegelt sich auch im Namen des Besucherzentrums wieder: ESO Supernova. Das Design des eindrucksvollen Gebäudes ist von Klaus Tschira mit Unterstützung des Darmstädter Architekturbüros Bernhardt+Partner konzipiert worden.

Illustration des atemberaubenden Planetariums und Ausstellungszentrums, das am ESO-Hauptsitz in der Nähe von München gebaut werden soll. (Bildnachweis: Architekten Bernhardt + Partner (www.bp-da.de)

Das neue Zentrum wird die „Schwester“ des Hauses der Astronomie werden, einem Zentrum für astronomische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit in Heidelberg. Ein Besuch der ESO Supernova wird vor allem durch das moderne Planetarium und der riesigen Ausstellungsfläche von über 2000 Quadratmetern ein einzigartiges Erlebnis für die ganze Familie. Zusätzliche Räume sollen als Veranstaltungsort für Workshops oder Konferenzen dienen. Außerdem ist eine öffentlich zugängliche Sternwarte geplant, die von freiwilligen ESO-Astronomen und Ingenieuren betrieben werden soll. Die Bauarbeiten sollen 2014 beginnen. Vollständiger Artikel: http://www.eso.org/public/austria/news/eso1349/ 18


INTERNATIONAL NEWS ESA-Satellit GOCE in Erdatmosphäre verglüht

Foto: ESA

Frascati - Der Satellit GOCE ("Gravity Field and steadystate Ocean Circulation Explorer") ist nach über vierjähriger Mission beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre zum Großteil verglüht. Der 1,1 Tonnen schwere Satellit ist während eines Überflugs, der ihn über Sibirien, den Pazifischen Ozean, den Indischen Ozeans und die Antarktis geführt hatte, ohne Komplikationen in die Atmosphäre eingetreten. (dare, derStandard.at, 11.11.2013)

Mars-Mission "MAVEN" gestartet

Foto: AP/NASA, Bill Ingalls

Washington - Die am 18. November gestartete NASASonde repräsentiert neues Kapitel der Mars-Forschung: Während frühere Missionen sich vor allem auf den Marsboden konzentrierten, wird sich das aktuelle Projekt den Geheimnissen der Marsatmosphäre widmen. Laut Plan wird "MAVEN" (Mars Atmosphere and Volatile Evolution) im September 2014 den Mars erreichen. Die eigentliche Erkundung beginnt etwa zwei Monate später. (red, derStandard.at, 19.11.2013)

Indische Marssonde verlässt Erdumlaufbahn

Illustration: ISRO

Neu-Delhi - Die erste Marssonde Indiens hat kürzlich die Erdumlaufbahn verlassen und den 680 Millionen Kilometer langen Weg zum Roten Planeten angetreten. Die am 5. November gestartete 1.350 Kilogramm schwere Sonde soll in zehn Monaten den Mars erreichen und ihn dann ab dem 24. September umkreisen. Aufgabe von "Mangalyaan" (Hindi für "Mars-Fahrzeug") ist es, die Atmosphäre und die Oberfläche des Planeten zu studieren. (APA/red, derStandard.at, 1.12.2013)

Private Trägerrakete bringt Satelliten ins All

Foto: AP Photo/John Raoux

Washington - Nach zweimaligem Aufschub hat eine Rakete des privaten US-Unternehmens Space X erstmals einen Kommunikationssatelliten ins All befördert. Die zweistufige Falcon-9-Rakete startete mit dem Luxemburger SES-8-Satelliten in Cape Canaveral im USBundesstaat Florida und brachte den 2,9 Tonnen schweren und umgerechnet knapp 74 Millionen Euro teuren Satelliten in eine Umlaufbahn. (APA/red, derStandard.at, 4. 12. 2013) 19


China landet erstmals am Mond Peking - Als dritter Nation der Erde ist China eine Mondlandung geglückt. Das unbemannte chinesische Raumschiff "Chang'e 3" setzte am 14. Dezember um 14:11 Uhr MEZ in der "Bucht der Regenbogen" auf. Wenige Minuten später klappte die Sonde auch reibungslos seine Solarsegel aus und wurde mit Strom versorgt. Während des Anfluges schickte die Sonde 59 Bilder von der Oberfläche zur Erde. Die Landung klappte, ohne viel Mondstaub aufzuwirbeln.

foto: ap/xinhua

Bisher haben nur die USA und die frühere Sowjetunion eine Mondlandung unternommen. Nach der erfolgreichen Landung rollte in der Nacht zum Sonntag das Mondfahrzeug "Jadehase" (Yutu) problemlos über eine Rampe auf die Oberfläche des Erdtrabanten – es soll drei Monate lang im Einsatz sein. Der Mondflug wird von der europäischen Raumfahrtagentur ESA unterstützt. (APA/red, derStandard.at, 14.12.2013)

Kometen-Sonde "Rosetta" wird aufgeweckt

illustration: ap photo/esa, c.carreau

Wien/Graz/Darmstadt - Fast zehn Jahre nach dem Start beginnt nun für ein spektakuläres Weltraumforschungsprojekt bald die entscheidende Phase: Erstmals wird im November mit "Rosetta" eine Raumsonde auf einem Kometen landen. Im Jänner wird die ESA-Sonde dazu aus ihrem jahrelangen Tiefschlaf geweckt. Der Wecker für "Rosetta" ist für 20. Jänner, 11.00 Uhr, gestellt, dann soll sie für die finalen Vorbereitungen aktiviert werden. (APA/red, derStandard.at, 31.12. 2014)

Rosetta Wake-Up Event am IWF Graz Montag, 20. Januar 2014, 17-19.30 Uhr ÖAW-Institut für Weltraumforschung, Schmiedlstraße 6, 8042 Graz

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