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NEWSLETTER Das Monatsmagazin des Österreichischen Weltraum Forums.

Jänner 2013

 ÖWF Mission “MARS2013”: Countdown läuft  Aouda.X in Dachstein Eishöhle als “Most Surprising Photo of 2012”  ÖWF Polarsternpreis 2013 Nebenmond über Alaska (Bildcredit und Bildrechte: Sebastian Saarloos). APOD-Website: http://www.starobserver.org/archivepix-german.html


INHALT

Das Österreichische Weltraum Forum (ÖWF) ist ein Netzwerk für Raumfahrtspezialisten und Weltrauminteressierte. Es arbeitet mit nationalen und internationalen Forschungseinrichtungen, Industrie und Politik zusammen.

MARS2013 Mission Countdown Alle Infos auf unserer Website

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SPOTLIGHT: Analogforschung Bakterien in der Antarktis entdeckt

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ÖWF Interview Weltraumarchitekten im „Dotstudio“

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ÖWF News TIME’s Most Surprising Photos of 2012

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World Space Week Report 2012 GLONASS Satellite Model & “Earth as Art”

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ÖWF Polarsternpreis 2013 Auszeichnung wird zum fünften Mal verliehen

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Ausschreibungen und Wettbewerbe ISU & UKSEDS Conference, Call for Payloads

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ESO News ALMA zeigt Entstehung von Gasplaneten

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International News Raumfahrtpionier Jesco von Puttkamer

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MARS2013: Alle Infos auf unserer Website! http://www.oewf.org/cms/mars2013-marokko-simulation.phtml

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SPOTLIGHT: Analogforschung Bakterien seit 2800 Jahren unter Antarktis-Eis isoliert Jahrtausende lang waren sie von der Außenwelt abgeschnitten, jetzt haben Forscher eine uralte Gemeinschaft von Mikroorganismen entdeckt - unter dem Eis eines Sees in der Antarktis. Ihr extremer Lebensraum gleicht denen auf anderen Himmelskörpern. Washington/Hamburg - Leben hat es nicht leicht in der Antarktis. Monatelang fehlt das Sonnenlicht, es wehen eisige Stürme, vielerorts bleiben die Temperaturen ganzjährig unter Null. Unter einer meterdicken Eisschicht sind Wissenschaftler nun auf Mikroben gestoßen, die den widrigen Bedingungen trotzen - und zwar schon seit mehr als 2800 Jahren, wie das Alter des darüber liegenden Eises verrät. Das Wasser, in dem die Mikroben leben, ist äußerst salzig, und die Temperaturen dort liegen ganzjährig niedriger als minus zwölf Grad Celsius. Trotzdem scheint die Gemeinschaft quicklebendig: Sie gewinnt die fürs Überleben notwendige Energie vermutlich aus Wasserstoff, der sich bei chemischen Reaktionen der Salzsole mit dem umliegenden Gestein bildet, wie die Forscher um Alison Murray vom Desert Research Institute in Reno im Fachblatt "Proceedings of the National Academy of Sciences" spekulieren. Der Lake Vida im Osten der Antarktis ist von einer rund 20 Meter dicken Eisschicht bedeckt und befindet sich auf mehreren hundert Meter starkem Permafrostboden. Ursprünglich hatten Wissenschaftler angenommen, dass er vollständig gefroren ist. Messungen zeigten dann jedoch, dass es unter der Eisschicht flüssiges Wasser gibt, das allerdings extrem salzhaltig und mit etwa minus 13 Grad Celsius auch sehr kalt ist. Forschercamp am Lake Vida: Unter 20 Metern Eis leben Bakterien. DRI/ Alison Murray

Trotz dieser widrigen Bedingungen machte der See bereits vor knapp zehn Jahren als potentieller Lebensraum für ungewöhnliche Mikroben von sich reden: Damals hatten Wissenschaftler am unteren Ende von Eisbohrkernen organische Ablagerungen entdeckt, die eingefrorene Mikroorganismen enthielten. Sie spekulierten, dass es in der darunterliegenden Sole möglicherweise sogar noch lebende Pendants dieser Mikroben geben könnte. Diese Annahme können Murray und ihr Team nun bestätigen.

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Sie führten in den Jahren 2005 und 2010 weitere Bohrungen durch. Beide Male habe sich das Bohrloch kurz darauf mit einer gelblichen Sole gefüllt, die bei Kontakt mit der Luft eine braun-rote Verfärbung annahm, berichten die Forscher. Eine genauere Analyse unter dem Mikroskop zeigte: Das salzige Wasser enthielt kugelund stäbchen-förmige Mikroorganismen in verschiedenen Größen, die nicht selten in zusammenhängenden Paaren auftraten - ein Hinweis auf eine kürzlich erfolgte Teilung. Zudem fanden die Wissenschaftler Anzeichen für einen aktiven Stoffwechsel und eine, wenn auch langsame, Eiweißproduktion in den Zellen.

Bohrung ins Eis: Das flüssige Wasser ist extrem salzhaltig und mit minus 13 Grad sehr kalt. DRI/ Emanuele Kuhn

Insgesamt gab es mindestens 32 verschiedene Bakterienvarianten aus acht unterschiedlichen Stämmen. Einige glichen bereits bekannten Spezies, andere dagegen zeigten kaum Ähnlichkeiten zu beschriebenen Arten. In allen Stämmen seien auch zuvor schon Vertreter bekannt gewesen, die mit extremen Bedingungen zurechtkommen, sagen die Forscher. Daher liege es nahe, dass auch die jetzt entdeckten Mikroben kreative Stoffwechselwege entwickelt haben, um auch aus kargen Ressourcen Energie zu gewinnen.

Wie genau diese Stoffwechselwege aussehen, können sie zwar noch nicht sagen. Allerdings ist die Umgebung, in der die Extrembakterien leben, wohl ziemlich einzigartig: Das Wasser enthält neben den großen Salzmengen sehr viel gelöstes Lachgas sowie andere Stickstoffverbindungen wie Ammoniak, Nitrit und Nitrat. Auch molekularer Wasserstoff ist in hohen Konzentrationen vorhanden. Ebenfalls stark vertreten sind gelöste Metalle, vor allem Eisen, und sowohl anorganische als auch organische Kohlenstoffverbindungen. Es sei denkbar, dass die Energie für die Mikroben vor allem durch ständige Reaktionen der Sole mit dem stark eisenhaltigen Gestein des Bodens zur Verfügung gestellt wird, mutmaßen die Forscher. So könnte eine Oxidation der Eisensalze, gekoppelt mit einer Reduktion von Nitrit und Nitrat, molekularen Wasserstoff erzeugen, der dann einigen dieser Organismen als Energiequelle für den Nährstoffaufbau dient. Diese Mikroben könnten dann die Nährstoffe für Bakterien zur Verfügung stellen, die andere Stoffwechselwege verwenden, spekulieren die Wissenschaftler. Sie halten die extreme Kommune unter anderem deswegen für so interessant, weil sie in einem Lebensraum gedeiht, wie er auch auf anderen Himmelskörpern zu finden ist - dem Jupitermond Europa beispielsweise oder dem Saturnmond Enceladus. hda/dapd Quelle: http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/antarktis-bakterien-leben-isoliertunterm-eis-eines-sees-a-869471.html 5


ÖWF Interview Eines der Experimente, die für die MARS2013 Mission in Marokko eingereicht wurden, ist das „Deployable Shelter“ (TU Wien). Dabei geht es um den Test des Prototyps einer mobilen und multifunktionalen Notunterkunft für Marsmissionen. Marlen Raab sprach mit „dotstudio“, drei Architekturstudenten, die an dem Projekt mitarbeiten. Wofür steht „Dotstudio“? „Dotstudio“ ist ein Synonym für Daniel, Ottokar und Thomas – welches wir vor einiger Zeit ins Leben gerufen haben. Wir sind drei Architekturstudenten an der TU Wien und nutzen dieses Synonym um unsere Ideen und Gedanken gemeinsam entwickeln und präsentieren zu können. Darüber hinaus haben wir damit begonnen eine Plattform in Form eines Blogs zu erstellen, welche sich mit Architektur und all ihren Facetten, seien sie auch noch so unbekannt, beschäftigen soll. Auf diesem Blog werden wir unsere eigenen Projekte und Erlebnisse veröffentlichen. In Zukunft wird es sogenannte dotfriends geben, die sich mit verschiedenen Teilbereichen der Architektur beschäftigen und regelmäßig bloggen werden. Einer davon ist Vittorio Rossetti, ein Astronautic Engineering Student aus Rom. Mit ihm haben wir im letzten Semester an dem Projekt Destination Moon gearbeitet. Auf http://dotstudio.bplaced.net/ kann man einen ersten Einblick in unsere Arbeit gewinnen – inklusive einer genauen Projektbeschreibung.

Was fasziniert euch an dem Projekt „Destination Moon“? Mit dieser von Sandra Häuplik-Meusburger angebotenen Projektarbeit wurde letztes Jahr ein Kindheitstraum war. Wir waren alle große Star Trek Fans, kannten sämtliche Ableger davon und Science Fiction an sich… einfach sensationell! Gerätschaften, Raumschiffe, Gebäude, Warp-Geschwindigkeit, Kommunikatoren, Androiden… alles Dinge, die wir zum damaligen Zeitpunkt für utopisch hielten und die heute bereits teilweise verwirklicht werden können. Das spornt uns an, mit teilweise recht unkonventionellen Ideen, Möglichkeiten für eine Entwicklung im Bereich Weltraumarchitektur zu arbeiten. Dabei geht es uns weniger um perfekte Umsetzung von technischen Gegebenheiten, sondern darum, mit frischen Ideen ein greifbares Konzept für die Weiterentwicklung zu erarbeiten - wir sind schließlich keine "Weltraumtechniker" und Physiker. 6


Womit beschäftigt sich euer Blog? In erster Linie beschäftigt er sich natürlich mit Architektur und all ihren Facetten. Da gehört die Weltraumarchitektur natürlich dazu! Noch ist das ganze kein Thema für die breite Masse. Visionäre Zeichnungen, wie sie von populistischen "Space-Architekten" in den 60er und 70er Jahren gefertigt wurden, sind heute leider Mangelware - vermutlich auch deswegen, weil man immer mehr die Rahmenbedingungen verstehen lernt und sich dadurch selbst ein bisschen in seinen Ideen und Visionen zurechtstutzt. In Zukunft, so sind wir überzeugt, werden die Menschen gen Himmel sehen und sich fragen, wer sich eigentlich so tolle Sachen wie Weltraumhotels oder Mondstation und Mars-Habitate ausgedacht hat. Wir werden dann mit unserem Blog hoffentlich einen kleinen Einblick in diese Entwicklungen geben können. Nichts desto trotz dürfen wir unseren Fokus nicht ganz verlieren - wir sind Architekten. Welche Themen im Laufe der Zeit zu unserem Blog hinzugefügt werden, ist heute noch nicht absehbar, wir befinden uns schließlich erst in der Aufbauphase!

Für wen ist der Blog gedacht? Den Blog gibt es seit November 2012. Es wird ein Blog für Architektur und neuen Bereichen darin, wie z. B. der Weltraumarchitektur. Dazu werden wir laufend unsere eigenen Ideen und Entwicklungen online stellen und in Zusammenarbeit mit dotfriends Informationen rund um das Thema Raumfahrt zusammentragen. Dies war auch einer der Gründe, wieso wir Kontakt zu Herrn Dr. Grömer aufgenommen haben. Wir versuchen, hier international Kontakte zu knüpfen und verschiedene Personen dafür zu gewinnen, auf unserem Medium tätig zu werden. Aus diesem Grund werden in Zukunft Texte nur mehr in Englisch veröffentlichen. Weiters möchten wir auch Studienkollegen die Möglichkeit geben Ihre Projekte bei uns zu präsentieren. Vielleicht wird daraus ja eine internationale Plattform für Weltraumarchitektur und all ihrer korrelierenden Fachbereiche für jedermann! 7


Was glaubt ihr, wohin die Reise in Zukunft geht? Unserer Meinung nach steht die Menschheit erst am Anfang einer Reise die noch über Äonen in den Geschichtsbüchern verzeichnet sein wird - wenn die Menschheit ihren Ursprung auf der Erde nur mehr aus Erzählungen und Überlieferungen kennt. Wenn man sich Star Trek ansieht, kann man sagen: Abgesehen vom Reisen mit WarpGeschwindigkeit und künstlicher Schwerkraft haben wir viele technische Systeme bereits längst übertroffen. Sollte endlich mal genug Geld in die Forschung investiert werden, dann sind wir davon überzeugt, dass mit neuen Technologien – vor allem im Bereich des Transports von der Erde in den Orbit und für Reisen in unserem Sonnensystem – die Besiedelung des Mondes ihren Lauf nehmen wird.

Wir sind davon überzeugt, dass mit der Erschließung des Mondes als Rohstofflieferant eine teilweise Besiedelung einhergehen wird. Vermutlich wird der Mond über kurz oder lang – so wie in einigen Berichten der NASA und ESA bereits erwähnt – als Sprungbrett zum Mars dienen. Der Transport direkt von der Erde zum Mars wäre trotz neuer technischer Möglichkeiten vermutlich nicht effizient genug. Daher würde es sich durchaus anbieten, am Mond eine langfristige Besiedlung und die Herstellung sämtlicher relevanter Bauteile für eine geplante Marsmission voranzutreiben. Wir sind sicher, dass die Besiedlung des Mars, der erste ganz große Schritt der Menschheit im Hinblick auf die Kolonisierung unseres Sonnensystems, eine absolut fantastische Idee ist - und fantastisch kann hier in all seinen Bedeutungen gelesen werden! Natürlich würde es einem Traum gleichen, mitzuerleben, wie ein Mensch die ersten Schritte auf dem roten Planeten macht - aber wer weiß, was die Zukunft bringen wird? Alle Illustrationen: Dotstudio 8


ÖWF News Das TIME Magazin hat die 100 ungewöhnlichsten Fotos des Jahres 2012 ausgewählt – darunter ein Bild eines unserer Analog-Astronauten im Aouda.X-Raumanzug in der Dachstein Rieseneishöhle: http://lightbox.time.com/2012/12/19/time-picks-the-mostsurprising-photos-of-2012/#78

Video über Gastbesuch Die Initiative fti…remixed war im Oktober 2012 mit einer Schulklasse aus Innsbruck im Labor des Österreichischen Weltraum Forums zu Gast. Über diesen Matchbesuch ist ein tolles Video entstanden, das vor wenigen Tagen online gegangen ist: http://www.youtube.com/oewf

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World Space Week Report 2012 – AUSTRIA VIENNA, 4 October (UN Information Service) - A new satellite landed at the United Nations in Vienna today: the Russian Federation has donated a Global Navigation Satellite System (GLONASS) satellite model for display at the permanent Space Exhibit at the Vienna International Centre (VIC). Anatoly Shilov, Deputy Head of the Russian Federal Space Agency Roscosmos, unveiled the model together with the DirectorGeneral of the United Nations Office at Vienna (UNOV) Yury Fedotov. "Effective satellite navigation benefits users worldwide. While many of us are familiar with satellite navigation systems for cars, this is just one of the many applications of this technology. Satellite navigation-related technology supports many civil, scientific and commercial functions. It is widely used in the areas of telecommunications, transportation, meteorology and disaster forecasting," Mr. Fedotov said. Yury Fedotov (right) presents the navigation satellite model (UN Information Service Vienna)

During World Space Week 2012, UNOOSA was displaying a series of images taken by a fleet of Earthobserving satellites that form part of the so-called Landsat programme, which celebrates its 40th anniversary this year. This event was celebrated as an "Earth as Art" exhibition at the Vienna International Centre, Vienna. Landsat monitors changes caused by natural processes and human practices, for example marine algal blooms and desertification, and is managed jointly by the National Aeronautics and Space Administration (NASA) and the US Geological Survey. (Credit: NASA's Goddard Space Flight Center/USGS)

The scary face in this image is made of patches of shallow Lake Eyre in the desert country of northern South Australia.

Link: http://www.nasa.gov/mission_pages/landsat/news/40th-earthasart.html The 10th of October, the last day of the World Space Week, was influenced by our neighbour planet Mars. At the University of Technology in Vienna a public seminar was held on the exploration of Mars by Gernot Grömer, head of the Austrian Space Forum. Mars is one if the major goals for future human planetary missions. This seminar explored the challenges of conducting science on another planet and how analog field simulations can help to optimize the science return: in particular, the high-fidelity spacesuit simulator Aouda.X was discussed. More than 100 participants listened to this very enthusiastic lecture and debated afterwards the different possibilities of analog science. (Photo: ÖWF) 10


ÖWF Polarsternpreis 2013 Auszeichnung wird bereits zum fünften Mal verliehen Das Österreichische Weltraum Forum sucht erneut Menschen, die für den Weltraum begeistern. Der Polarsternpreis des Österreichischen Weltraum Forums (ÖWF) wird an Personen verliehen, die sich durch persönliches Engagement, zukunftsweisende Projekte und außergewöhnliche Leistungen im Dienste der österreichischen Weltraumaktivitäten auszeichnen.

Erstmals ausgerufen wurde der Polarsternpreis 2009 von ÖWF Vorstandsmitglied Olivia Haider. Vergeben wurde er damals an Michael Köberl, passionierter Sammler von Objekten aus dem Raumfahrtbereich, der seine Exponate einem breiten Publikum zugänglich macht. Im darauffolgenden Jahr erhielt Maria Pflug-Hofmayr, Weltraumredakteurin, Parabelfliegerin und Übersetzerin von „Astronomy picture of the day“, die ÖWF Trophäe. 2011 ging der Preis an Barbara Imhof, die als Weltraumarchitektin und Designerin auch immer wieder die Jüngsten für den Weltraum interessiert. Im letzten Jahr wurde Dr. Dietmar Hager, Unfallchirurg und begeisterter Astrofotograf, prämiert. Er begeistert nicht nur immer wieder durch seine Vorträge, sondern engagiert sich auch gegen die Lichtverschmutzung. "Es gibt viele Menschen, die sich ohne Auftrag oder Belohnung für Astronomie und Raumfahrt engagieren, und wir möchten diese Menschen einladen, sich für den Polarsternpreis 2013 zu bewerben. Erzählen Sie uns Ihre Geschichte, teilen Sie Ihren Enthusiasmus und zeigen Sie uns, wie Sie die Faszination Weltraum leben!", lädt Dr. Gernot Grömer, ÖWF Obmann, alle Interessierten zum Mitmachen ein. Die Nennung von Kandidaten kann durch Eigennominierung, Fremdnominierung oder durch direkte Auswahl einer geeigneten Person durch die Jury erfolgen. Der Preis besteht aus einer Trophäe, einem Betrag von € 800,00 und der Veröffentlichung des Preisträgers bzw. der Preisträgerin. Der Polarstern ist ein Symbol für richtungweisende Ideen – genauso wie die Preisträger für Ideenführerschaft, Initiative und Eigenmotivation stehen. Der Preis kann nur an physische Personen verliehen werden, die Vergabe ist nicht an Nationalität, Beruf, Geschlecht oder Sprachzugehörigkeit gebunden. Die Ausschreibungsfrist endet am 15. März 2013 (Datum des Einlangens beim ÖWF). Die Bekanntgabe des Gewinners bzw. der Gewinnerin und die Verleihung des Preises erfolgen am 12. April 2013 im Rahmen der „Yuris Night 2013“ im Planetarium Wien. Falls Sie sich für den Polarstern-Preis bewerben oder jemand anderen dafür nennen möchten, füllen Sie bitte die Online-Bewerbung aus, in der Sie uns von Projekten und Initiativen herausragender Personen auf dem österreichischen Weltraumsektor berichten können: http://blog.oewf.org/2013/01/oewf-polarsternpreis-2013/ 11


Ausschreibungen und Wettbewerbe Drop your Thesis 2013 Experimentierwochen in der Schwerelosigkeit für Studierende Die Europäische Weltraumorganisation ESA sucht StudentInnen, die im Rahmen ihrer Diplom- oder Doktorarbeiten ein Experiment entwickeln und dieses unter annähernd schwerelosen Bedingungen im Fallturm der Universität Bremen durchführen.

ZARM Drop Tower

Das Zentrum für angewandte Raumfahrttechnik und Mikrogravitation (ZARM) bietet die Möglichkeit für eingehende Forschung unter annähernder Schwerelosigkeit. Sie ein Prüfstand für Weltraumprojekte, bevor sie realen Einsatzbedingungen unterzogen werden. Das von der Jury ausgewählte Team wird zur Durchführung des Experiments für drei Wochen im Herbst 2013 nach Bremen eingeladen.

Die Europäische Weltraumorganisation ESA stellt für das Gewinnerteam finanzielle Unterstützung für Experimententwicklungs-, Reise- und Aufenthaltskosten zur Verfügung. Einreichschluss für Experimentvorschläge: 11. Februar 2013 Nähere Informationen unter: http://www.ffg.at/news/drop-your-thesis-2013

UKSEDS National Student Space Conference The next UKSEDS National Student Space Conference will be held on the weekend of 23rd-24th February 2013 at the University of Bristol, School of Physics. The conference brings together students, academics, and professionals from across the country to share knowledge of space, discuss the challenges facing the sector, and to create new links between groups. It will feature talks by leading space science and industry figures, and opportunities to take part in discussions and networking events. Mr Alan Bond, Chief Engineer of Reaction Engines Ltd., will present on the latest developments of the SABRE engine, which the European Space Agency considers a potential ‘major breakthrough in propulsion worldwide’, and the SKYLON space plane for which it is intended. The conference will also play host to a prototype Martian rover called Bridget, which is used to test systems such as autonomous navigation that will be incorporated into the ESA ExoMars expedition due to launch in 2018. There will further be a wide range of speakers from the UK Space Agency, the Royal Astronomical Society, the International Space University and many other prominent space organisations. 2013 is also the 25th anniversary of UKSEDS' founding, and to celebrate we will be holding a special social event on the 23rd aboard Under the Stars, a floating bar in Bristol harbor. If you are interested in speaking, exhibiting, or sponsoring contact conference@ukseds.org. More details at www.ukseds.org/conference2013. 12


ESA Zeichenwettbewerb für Kinder Die Europäische Weltraumorganisation ESA lädt Kinder bis 14 Jahre auch im Neuen Jahr zum Zeichenwettbewerb ein. Thema im Jänner: Astronauten. Einsendeschluss: 15. Februar 2013. Zeichnungen, Gemälde, Modelle oder Mobiles ist willkommen. Details: http://www.ffg.at/news/esa-laedt-kinder-zumzeichenwettbewerb-ein-4 Illustration: www.123rf.com

17th ISU Annual International Symposium ISU’s next symposium, SPACE TECHNOLOGY AND TELE-REACH, will take place at the ISU Central Campus, Strasbourg, from 5th – 7th March 2013. It will address ‘Tele-reach’ where we use this term to refer to technologies and applications which allow remote presence, participation, interaction or control. The emphasis here will be placed on exploring the role that space can play in broadening and sustaining the 'reach' of Information and Communication Technology (ICT) systems to benefit humankind in areas such as education, healthcare and environmental management. Looking beyond the socio-economic benefits here on Earth we will widen the scope to include fields such as tele-presence and tele-operation of remote equipment both on Earth and in space. Details: http://www.isunet.edu/symposium

Zukunftsreise ESA/ESTEC ESTEC, das European Space Research and Technology Centre in den Niederlanden ist „das technische Herz der europäischen Raumfahrtaktivitäten“. ESA/ESTEC sucht stets neue und zuverlässige externe Partnerfirmen, um seine Projekte voranzutreiben und auch kommerziell nutzbringend umzusetzen. jdtvnieuwsbullet.blogspot.com

Österreichisches Außenwirtschafts Center Den Haag organisiert deshalb vom 18. bis 19. März 2013 eine Marktsondierungsreise mit den Schwerpunkten Zulieferung, Techtransfer + Integrated Application Promotion. Ziel ist es, die bei und über ESTEC laufenden Projekte und die dabei tätigen niederländische und internationalen Entscheidungsträger kennenzulernen, um die bestehenden Marktchancen auch nutzen zu können. Infos zum Programmablauf und die Anmeldeunterlagen finden Sie unter: http://portal.wko.at?710001&606 13


The Stratos II Sounding Rocket Call for payloads Delft Aerospace Rocket Engineering (DARE), the student society for experimental rocketry of Delft University of Technology, is currently developing the Stratos II rocket. The primary goal of Stratos II is to bring multiple scientific experiments to an altitude of 50 km. These experiments are to be designed to conduct research during the flight of the rocket and contribute to the funding of the Stratos project. With the launch of Stratos II, companies and educational instances across Europe are given the opportunity to carry out scientific and technological experiments. These payloads for the rocket will be housed in the payload module of the capsule of the Stratos II rocket. The electronic flight computer onboard of the rocket will provide the payload with a power supply and telemetry capabilities. Stratos II, which will reach an altitude of 50 km, is entirely designed and constructed by students and is intended to educate students and promote science and technology. Stratos II is powered by a single stage hybrid rocket which will have its full-scale test in March at the TNO research facility in the Netherlands. Currently Stratos II is planned to launch in late 2013. The project is fully supported by Delft University of Technology and is sponsored by Dutch Space, the leading Dutch space company. The Stratos team is looking for parties interested in the payload opportunities aboard the Stratos II rocket. For further information and contact, you can reach us at: http://www.dare.tudelft.nl/ and info@projectstratos.nl

Lehrgang: Akademisch geprüfter „Social Media Manager“ Das Technikum Wien bietet einen "Social Media Management" Lehrgang an. Dabei lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in zwei Semestern alle notwendigen Aspekte zur Konzeptionierung, Umsetzung und Weiterentwicklung von Social MediaInitiativen im Detail kennen. Der Fokus liegt auf der Umsetzung in der täglichen Praxis, daher sind die Trainer Profis auf dem jeweiligen Fachgebiet. Das Miteinbeziehen von Best- und Worst-Practices zeigt, wie andere agieren und wie man Erfolge erreichen und Misserfolge verhindern kann. Der Bogen der Themen reicht von der Erstellung unternehmensweiter Richtlinien bis hin zur Entwicklung von kreativen Inhalten, von der Einbettung der Social Media in die Gesamtstrategie bis hin zu den rechtlichen Aspekten. Und am Ende des Tages müssen alle Maßnahmen auch bewertbar sein, daher steht auch Social Media Erfolgsmessung auf dem Lehrplan. Weitere Informationen: http://www.lllacademy.at/akadem__lehrgaenge/akademisch_gepruefter_social_media_ manager/

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ESO NEWS ALMA zeigt Gasströme bei der Planetenentstehung Faszinierende Anzeichen für das Wachstum von Gasplaneten Astronomen haben mit dem Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) erstmals direkt beobachten können, wie ausgedehnte Gasströme eine Lücke in der Materiescheibe um einen jungen Stern überwinden. Der Theorie nach sollten derartige Gasströme während der Wachstumsphase von Gasplaneten entstehen. Dies ist ein Schlüsselstadium bei der Geburt der Gasriesen. Die Beobachtungen wurden am 2. Januar 2013 in der Fachzeitschrift Nature publiziert. Ein internationales Astronomenteam untersuchte den jungen Stern HD 142527, der über 450 Lichtjahre von der Erde entfernt und von einer Scheibe aus kosmischem Gas und Staub umgeben ist – den Überbleibseln der Wolke, aus der er entstanden ist. Die Staubscheibe ist durch eine Lücke in einen inneren und einen äußeren Teil gegliedert. Die Lücke wurde vermutlich von in der Entstehung befindlichen Gasplaneten erzeugt, die während ihrer Umlaufbewegung um den Stern ihre Umgebung freiräumen.

Künstlerische Darstellung der Scheibe und der Gasströme um HD 142527 (ESO)

„Wir gehen davon aus, dass sich im Inneren der Scheibe Gasriesen verbergen, die jeweils einen dieser Ströme verursachen. Diese Planeten wachsen, indem sie sich das Gas aus dem äußeren Teil der Scheibe einverleiben“, erklärt Sebastián Pérez, ein Mitglied des Teams, ebenfalls von der Universidad de Chile. Wo aber sind die Planeten selbst? Simon Casassus, der Leiter der Studie, erklärt, dass er nicht überrascht ist, dass das Wissenschaftlerteam sie nicht direkt beobachten konnte. „Wir haben mit den modernsten Infrarotinstrumenten an anderen Teleskopen nach den Planeten gesucht. Wir vermuten jedoch, dass sie sehr tief in den nahezu undurchsichtigen Gasströmen verborgen sind. Die Chancen, sie direkt beobachten zu können, sind daher vermutlich sehr klein.” ALMA befindet sich noch im Aufbau und hat seine volle Leistungsfähigkeit noch nicht erreicht. Wenn der Teleskopverbund fertiggestellt ist, wird sein Auflösungsvermögen noch größer sein. Vollständiger Artikel: http://www.eso.org/public/austria/news/eso1301/ 15


INTERNATIONAL NEWS Raumfahrtpionier Jesco von Puttkamer ist tot Der dienstälteste Mitarbeiter der NASA ist von Bord gegangen: Jesco von Puttkamer war maßgeblich an der Planung der "ISS" und von Raumfahrtprogrammen beteiligt. Nun starb er nach einer Grippe. Jesco von Puttkamer, ehemaliger Manager der USRaumfahrtbehörde NASA, galt zusammen mit Wernher von Braun als Mitbegründer der bemannten Raumfahrt. Der deutsch-amerikanische Luftfahrtingenieur und Publizist starb am 27. Dezember im Alter von 79 Jahren, wie der Onlinedienst NASA Watch mitteilte. Von Puttkamer habe in letzter Zeit an einer Grippe gelitten.

Foto: ddp

Der Wissenschaftler und Autor wurde am 22. September 1933 in Leipzig geboren. Er entstammt dem Adelsgeschlecht der Puttkamer und verbrachte die Zeit des Zweiten Weltkrieges überwiegend in der Schweiz. Einer Einladung von Wernher von Braun folgend, war Jesco von Puttkamer nach einem Maschinenbaustudium an der Technischen Hochschule Aachen 1962 in die USA ausgewandert. Dort arbeitete er im Team von Wernher von Braun in Huntsville (Alabama) am Apollo-Mond-Programm mit. Später war er als Ingenieur und Planer an "Skylab", dem Spaceshuttle und anderen Projekten beteiligt. Ab 1974 leitete von Puttkamer im NASA-Hauptquartier in Washington D. C. eine Arbeitsgruppe für strategische Planung. Dort wirkte er als dienstältester Mitarbeiter der NASA bis zum Schluss unter anderem maßgeblich an der Planung der "Internationalen Raumstation" ("ISS") und langfristigen US-Raumfahrtprogrammen mit. Jesco von Puttkamer machte sich auch als Fachbuchautor und Publizist einen Namen. Aus seiner Feder stammen eine ganze Reihe von Werken unter anderem zum Mond und zum Mars. Von 1978 bis 1980 arbeitete er als technischer Berater für "Star Trek: Der Film". Im Jahr 2009 hatte Jesco von Puttkamer in der "Welt" anlässlich des Jubiläums der Mondlandung geschrieben. (dapd/cl/ulk) Link: http://www.welt.de/wissenschaft/weltraum/article112273249/RaumfahrtpionierJesco-von-Puttkamer-ist-tot.html

Weitere aktuelle Weltraum-News: http://news.oewf.org/ ÖWF-Redaktion & Impressum Leitung: D. Scheer / Stellvertretung: O. Haider / Team: H. Fuchs, A. Bergmann, M. Raab Die Artikel geben die persönliche Meinung der Autoren wieder. Input & Leserbriefe an: redaktion@oewf.org Newsletter An-/Abmeldung: http://www.oewf.org/cms/newsletter.phtml ÖWF-Website: http://www.oewf.org www.facebook.com/spaceforum

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ÖWF Newsletter Januar 2013