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Mai 2017 27

Die Straßenzeitung für Südtirol | Il giornale di strada per l’Alto Adige

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Adama Keita

Adamas Atelier S. 21

La non accoglienza

p. 9

Solidarität, die fruchtet

S. 13


Integration durch Arbeit Rund 900 Asylbewerber leben derzeit in Südtirol und warten auf ihre Aufenthaltsgenehmigung. Um sich in unserer Gesellschaft wohl zu fühlen, brauchen sie Ausbildung und Arbeit. Dadurch wird ihnen ein normales Leben in unserem Land ermöglicht. Gar einige Unternehmer engagieren sich aktiv, Flüchtlingen neue Perspektiven, auch im Job, zu bieten. Bäckermeister Erwin Näckler aus Welschnofen und der Direktor des Tourismusvereins Sterzing, Josef Turin, sind sich in einem Punkt einig: Arbeit ist die beste Voraussetzung für die soziale Integration. Der hds – Handels- und Dienstleistungsverband Südtirol präsentiert zwei Beispiele.

Traumberuf Bäcker

Viel Engagement und Einsatz für Flüchtlinge gezeigt hat Bäckermeister Erwin Näckler aus Welschnofen. Er war auf der Suche nach einem Bäckerlehrling, als ihn das Flüchtlingsheim Noah in Prissian auf den 23-jährigen Sikou Kante aus Mali aufmerksam gemacht hat. Der arbeitswillige junge Mann freute sich umso mehr, als er von Näckler zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wurde. „Täglich hört man von den unglaublichen Schicksalen der Flüchtlinge. Einem von ihnen wollte ich einen Arbeitsplatz bieten und somit die Chance auf ein besseres Leben geben. Bereits seit Mitte Jänner hat Sikou in meiner Bäckerei einen Lehrvertrag. Er ist fleißig, engagiert, lernt schnell und führt seine Arbeit gewissenhaft und selbständig aus. Auch die Bäckerkollegen haben ihn von Anfang an freundlich aufgenommen und geben ihm immer wieder wertvolle Tipps,“ erzählt Näckler. Auch anderen Asylbewerbern will er in Zukunft die Möglichkeit geben, den Beruf des Bäckers zu erlernen.

Foto: Dolomiten Archiv/Dlife

Bäckermeister Erwin Näckler mit Lehrling Sikou

Kleine Arbeit, große Wirkung

Am Sterzinger Weihnachtsmarkt hat den Kaufleuten letztes Jahr erstmals ein Flüchtling geholfen. Die Arbeit vermittelt haben Erwin Fassnauer vom Jugenddienst Wipptal und Josef Turin, Direktor vom Tourismusverein Sterzing. „Die Weihnachtszeit ist manchmal sehr hektisch und immer wieder fallen kleinere Arbeiten an. Deshalb war es die ideale Gelegenheit, den 18-jährigen Flüchtling Ibrahim Bah zu beschäftigen“, sagt Josef Turin. Ibrahim, der bereits seit einiger Zeit im Haus Leo in Wiesen untergebracht ist, wurde über das Wipptaler Projekt Jawa vermittelt. „Ibrahim war sehr motiviert, fleißig und immer pünktlich. Besonders stolz war er auf die Windjacke mit dem Logo des Sterzinger Weihnachtsmarktes, die er von uns bekommen hat. Sie hat ihm das Gefühl gegeben, einer von uns zu sein. Ibrahim hat Roberto Dalla Santa, zuständig für Ordnung und Sauberkeit am Weihnachtsmarkt, geholfen sauber zu machen sowie den Müll zu sortieren und kontrollieren,“ erzählt Josef Turin. Seiner Meinung nach kann Integration nur durch Beschäftigung funktionieren. „Voraussetzung dafür ist natürlich, dass die Flüchtlinge auch arbeiten wollen und die Bereitschaft dazu zeigen. Ibrahim hat dies in allen Aspekten erwiesen“, so Turin abschließend.

Erwin Fassnauer, Ibrahim Bah, Roberto Dalla Santa und Josef Turin (v.l.).


Intro

Il 27 e il 28 maggio, dopo un anno di pausa, ritorna la festa ZugLuft! Un luogo di musica e di incontri, nonché un’occasione per stare all’aria aperta! La festa, organizzata dalla Casa della Solidarietà, si svolgerà nel cortile della casa Jakob-Steiner in via Vintler 34, a Millan, Bressanone.

Textilrecycling gab es zu allen Zeiten. Am Internationalen Tag der Museen, dem 21. Mai, findet im Südtiroler Archäologiemuseum um 15 Uhr eine Kleidertauschparty gemeinsam mit der oew und youngCaritas statt. Die Kleidung kann ab 10 Uhr im Museum abgegeben werden. Danach gibt es Kurzführungen durch die Sonderausstellung Heavy Metal, ab 11 Uhr Experimentierworkshops zur Wollverarbeitung. Näheres auf www.iceman.it

Z

gtesten ium. r angesa e d r s Bakter e re in E a . b n k e n b a e d er L n und äußerst t ist voll ensame -103, ein z n U ebramis a T fl t P is , s en n stoff. olzspän ckhaufe Biotreib des Dre es auf H n r t e e ll ih n o e h v d t o r e e Bew utun g iese in w en eiteres Z andelt d w t über d r h e c v Ohne w s d u n ä t u issen wir s n e m t Gusto in sres it 2011 w kteriu e a s B t s s htig mit r e E ic d Zeitung . r g it r e e * e h w n in in h heide ohl nie e . ungsort Die Besc er hat w en Ursp h r iß o Gründe. e V . h ochert t d n nischen umgest 103 gib ie r e g U y dampfe h T h s s e e ra b pt, dass rlich sein eines Ze utter überhau hat natü säpfeln s n o e R li a n e Großm lt nun k e ä d in F n e r e o m ft v u n o eu den d t der We sste sch e Absch onnen den Mis tter, wu generell u ir B w re e h n s ic e n lionen T t le ll il U g o M s t h 0 n e ic 10 hr d Rind hreib k ist n jedes Ja nsch un nz absc e ft a a Kuhdrec M g h r c n e s e t b g ir le onnen ellen. A Düngerw hat produziert, lionen T il ie d M festzust d 2 7 n d re sp n ss ht: Wäh oder da Nitrat u nen Pho auch nic n muss Tonnen nen Ton e o t n li e it il n b o M li m 7 il ru nd 3 groß da tte 166 M Nitrat u ss man raum fe a it d e Z e !) n n ’s h e r O : im selb chön wä ach so. t voraus hin. Einf Zeitgeis ommt. (S t k a e m h ist, b e p d m s lt t h o h Ph sich s Ku beza u in a n H e r ie zeugt. e id d s e , b n n alium er mme n in die K o a n n m e e einer vo g t n n is b k in Betrie 4.400 To r bei einem änemar e Anlage Nur in D anderem r in e e . Abe t n, wie n 12 u 0 mm rde 2 srechne h Viel an la c u u a h a w c n t t s s t r r h e o lb s ic D se bwas n Sie oment n nnen Sie ll und A sen, wen ersten M nane kö s a ü Bioabfa B im m t ro z – t p en t sich je ligramm sscheid Das hör 440 Mil ieder au n w o h v c lt u a a eh n – und Kaliumg Sie esse n e hr eines n llen. a n a t nur me atz zu men wo ib viele B m o le k b e it g e ens chk e Men , im Geg tschaftli ld ir auf dies e W G r d e n s u hts die ird Geld Angesic s Mist w u A : n e ell festzust . kt nicht in t s Mist, EIFER R T S N DER A

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Ganges Rechte und Peters Karte Flüsse mit Rechten Dem in Indien als heilig angesehenen Fluss Ganges und seinem Hauptzufluss Yamuna wurden die gleichen juristischen Rechte zugesprochen wie Personen. Dasselbe geschah auch in Neuseeland: Der Fluss Whanganui wird von den Maori als Vorfahre verehrt. Ihm wurden nun dieselben Rechte zugesprochen wie einem Menschen. Diese Regelungen haben zur Folge, dass eine Verschmutzung oder Schädigung dieser Gewässer vor Gericht der Verletzung einer Person gleichkommt.

Africa aiuta Italia Bambini della Repubblica Centrafricana hanno raccolto 7000 Euro per i bambini di Norcia, cittadina colpita nel 2016 da forti terremoti. La donazione sarà usata per la ricostruzione di una scuola.

100 PROZENT ERNEUERBAR

Es ist alles eine Frage der Sichtweise Bei den Landkarten sind wir die Mercator-Karte gewohnt: Europa befindet sich oben in der Mitte, rundherum der Rest der Welt. Der Äquator liegt oft zu weit im Süden: So werden die „Länder da unten“ ganz klein. Auf der Mercator-Karte stimmen zwar die Winkel, auf der ungewohnten Peters-Karte dagegen die Flächen. Deshalb entscheidet sich zebra. für die Peters-Karte und stellt sie noch dazu auf den Kopf. Denn: Im Kopfstand ändert sich unsere Sichtweise auf die Welt.

Die Region um die australische Hauptstadt Canberra hat sich zum Ziel gemacht, bis zum Jahr 2020 den Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu gewinnen. Dies soll auch durch Windkraft- und Solaranlagen in Gemeinschaftsbesitz erreicht werden. Diese Anlagen ermöglichen allen Menschen gleichsam den Zugang zu erneuerbaren Stromquellen, eine finanzielle Rendite und einen relativ stabilen Stromtarif.

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GoodNews Kein Abbau von Mineralien In einem Beschluss verbietet El Salvador mit großer Mehrheit den Abbau von Mineralien landesweit. Seit Jahren kämpfen Organisationen für dieses Verbot, das schwere Umweltschäden vermeiden und die Gesundheit der Menschen schützen soll.

Frankreich verbietet Ausbeutung Als erstes Land der Welt verpflichtet Frankreich Firmen per Gesetz dazu, die Menschenrechte und die Umwelt entlang der gesamten Lieferkette zu beachten. Davon betroffen sind französische Unternehmen mit mehr als 5.000 Mitarbeiter*innen und Gesellschaften ausländischer Konzerne mit mehr als 10.000 Beschäftigten.

Diritti per minori non accompagnati Il parlamento italiano ha approvato una legge che da ai minorenni stranieri che arrivano in Italia senza una famiglia gli stessi diritti di protezione che sono riconosciuti ai minori italiani e a quelli provenienti da paesi dell’Unione europea. I minori non accompagnati non potranno essere respinti, hanno il diritto all’assistenza sanitaria e all’istruzione.

Mappe Peters nelle scuole Nelle scuole pubbliche di Boston sono state introdotte le cartine geografiche con la proiezione di Gall-Peters, la quale mostra la superficie di ogni elemento in modo proporzionale alla sua vera estensione nello spazio.

Eta si disarma

FuSSball und Begegnung Am 6. April, dem „Internationalen Tag des Sports für Entwicklung und Frieden“, fand in Bozen ein eindrückliches Fußballturnier statt: Die Teams, die sich aus Flüchtlingen, Spielerinnen des AFC Unterland Damen und Spielern des FC Südtirols zusammensetzten, zeigten vollen Einsatz.

L’organizzazione separatista basca ETA ha completato l’8 aprile il suo disarmo in Spagna e in Francia consegnando alla polizia francese più di 100 armi e quasi tre tonnellate di esplosivo.

Mortalità infantile diminuisce La mortalità dei bambini e degli adolescenti nel mondo è diminuita tra il 1990 e il 2015 da 14 a sette milioni all’anno. Questo grazie alle lotte contro le infezioni, le malnutrizioni e i problemi neonatali.

Zu 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energiequellen ist ein tolles Ziel! Nils Bertol 2017 27 5


Dentro e fuori Nur echt mit Ausweis: 12 von 60 Verkäufer*innen

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Ingredienti

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Intro Good News Dentro e fuori Augeklaub Punto di domanda Reportage Intervista Zahlen, bitte! Auf der Straße Io vendo Ein Stück Heimat Porträt Eine Welt Na und? Biblio Experiment Speakers’ Corner A tavola Schwarzweiß

Attenzione!

Ohne zebra.Ausweis geht nix! Comprate il nostro giornale di strada solo da venditrici e venditori muniti di apposito tesserino e numero di registrazione! Abdalah Farfana

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zebra. wird von motivierten Ver­käufer*innen auf der Straße verkauft. Trotzdem kann es zu Missverständnissen oder Problemen kommen: Eine unglückliche Wortwahl, ein ungünstiger Moment und schon läuft nicht alles perfekt. Haben Sie bitte Geduld, Respekt und Verständnis. Vorremmo inoltre precisare che le venditrici e i venditori non possono chiedere l’elemosina o vendere sprovvisti di tessera. La tessera deve essere ben visibile. Per non incriminare il singolo e garantire buone condizioni a tutti non esitate a contattarci se notate delle irregolarità. Kontakt - contatto: Tel. 334 121 6413

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Augeklaub Herkömmliche Blumenerde besteht bis zu 98 Prozent aus Torf.

Humus Hominis Wenn bunt blühende Beete inmitten von Kreisverkehren in kräftigen Knallfarben und prächtigen Pastelltönen zu Sehenswürdigkeiten werden und die Busfahrt zum Müßiggang mutiert, merkt man den Mai. Gesundes Gemüse im eigenen Garten stimmt das Gemüt besonders sonnig. Doch was legen wir diesen wunderbaren Wesen der Wiese zu Füßen, damit sie gedeihen und geschmacklich entzücken? Ob Amateur*in oder Profi: Um gute Gartenerde kommt keiner drum herum. Seit Blumen- und Gartenerde maschinell aus Kalk, Torf, Kunstdünger und Hilfsmitteln gemischt wird, hält sie nur einen Sommer lang. Dabei sollte uns die Erde doch überleben? Um den Torf für Kraut und Rüben zu gewinnen, müssen jahrtausendealte Moore metertief zerstochen werden und verwandeln sich in Moor-Leichen. Der Kohlenstoff, der beim Abbau oxidiert, verursacht pro Hektar mehr Treibhausgase als ein Flugzeug, das dreimal um die Welt fliegt. Ein Hektar intaktes Moor speichert hingegen zehn bis zwanzigmal so viel Kohlendioxid wie eine

gleich große Fläche Regenwald. InsbesonKüchenabfällen lässt sich ganz kostenlos dere der enthaltene Torf macht die Erde im ein kostbarer Komposthaufen komponiePlastiksack jedoch zu einem kostenniedriren. Sogar die ausgediente Unterhose aus reiner Baumwolle kann mitmischen, oder gen Kaufobjekt. Einige Mischungen bestedie Wolle vom Stubentiger. Der Regenhen zu 98 Prozent aus dem luftig lockeren Substrat. Durch seine Nährstoffarmut ist es wurm setzt dann allem die Krone auf: Mit aber nicht so günstig für den Garten wie dem Kot des häufigsten Bodenbewohners für den Gärtner. Es muss also kann es kein Kunstdünfleißig nachgedüngt werden. ger aufnehmen. Eine Aus Küchenabfällen Moderner Dünger ist aber lässt sich ein kostbarer Wurmfarm mit über teilweise so aggressiv, dass tausend Tierchen ist Komposthaufen er gewöhnlichen Gummireifen keine Zukunftsmusik, komponieren. Löcher in die Leiber frisst. Und da sondern bereits eine neue, es bekanntlich keine gute Idee ist, beliebte Art der Tierhaltung, auf der eigenen Lebensgrundlage herum zu und so ein Wurmkompost passt auf jeden trampeln, keimen derzeit alternative Modelurbanen Balkongarten. In einem Gramm gele auf: Statt den Kopf in die Erde zu stecken, sunder Erde leben durchschnittlich eine Milspritzen bodenständige Gärtner*innen lieliarde Mikroorganismen, die wahre Wunder vollbringen: Jeder noch so kleine Garten mit ber mit Brennnessel- und Beinwelljauche guter Erde bindet Treibhausgase und rettet oder brauen ihren grünen Lieblingen einen so ein kleines Stück Welt. Dem AgrarwissenKompost-Tee. Statt Chemie kommen unter anderem effektive Mikroorganismen zum schaftler Heinrich Wohlmeyer zufolge kann Einsatz. In spezialisierten Unternehmen die Welt nie Schlachtfeld sein, wenn sie ein kann sogar der Biomüll einer ganzen Stadt Garten wird. Vielleicht schaffen wir uns also im Eilverfahren zu torffreier Erde verwaneinen neuen Garten Eden an? Und jede*r gibt seinen Senf und seine Samen dazu… delt werden. Und aus eigenen Körper- und

Ist auch ohne Frühjahrsmüdigkeit gerne am Boden. Nadia Sorg 2017 27 7


Punto di domanda

Perché vai in pellegrinaggio? Questa volta a Pietralba: Christine Santa e Josefine Ortner di Monte San Pietro fanno spesso delle passeggiate meditative verso il santuario: In questo ambiente affascinante hanno chiesto alle persone di raccontare per zebra. il senso del loro pellegrinaggio.

Anita und Manfred Wir sind hier aus Dankbarkeit.

Famiglia Zulian Tutti gli anni quando finiamo la stagione veniamo a Pietralba a rinfrescare la nostra spiritualità.

Elisa e Auro Una nostra amica viene già da anni a Pietralba e ora noi ne siamo entusiasti. Ringraziamo Dio per questo posto meraviglioso.

Giorgia e Deanna Abitiamo in un maso qui vicino e ci hanno consigliato questo pellegrinaggio.

Petra und Michl Wir wollen dem Herrgott danken, dass alles gut ging in Krankheit und Not. Erst wenn etwas fehlt, merkt man, dass man Gott braucht und ihm danken kann für seine Hilfe.

Giovanna Sono qui perché questo luogo di pellegrinaggio è un posto molto spirituale. Vengo spesso qui a messa, perché è molto commovente.

Josef Für mich ist das Sport am Sonntag. Ich kann meine Gedanken schweifen lassen und entspannen.

Giorgio e Carmen Venire qui è un’occasione per festeggiare il mio onomastico e godere di queste belle giornate in un posto meraviglioso.

Sind beeindruckt, wie viele Menschen auch heute noch Weißenstein als Kraftquelle nutzen. Josefine Ortner . Christine Santa 8 2017 27


Reportage

Il Parco della Stazione di Bolzano è diventato un punto d’incontro, nonché un rifugio a cielo aperto.

La non accoglienza Il punto d’incontro è il parco di fronte alla stazione: qui “approdano”, si ritrovano le persone in movimento. Bolzano, città di confine, rappresenta da oramai più di un anno uno anello di congiunzione tra Nord e Sud, come già è stata in passato e come la sua posizione le permetterà di continuare ad essere in futuro.

Nel parco si trovano, verso mezzogiorno, una cinquantina di persone e un centinaio la sera, quando si spostano in piazza Verdi. In questo microcosmo ci si imbatte in storie diverse e uniche, ma anche simili tra loro, visto che la burocrazia italiana è per tutti la

stessa. Chi sono però questi uomini e donne? Molti di loro sono richiedenti asilo che hanno fatto domanda a Bolzano. Per legge, avrebbero diritto ad essere accolti in un centro, ma in realtà dormono in strada. Provengono dal Nord Europa dove la loro domanda di asilo non è stata accolta, mentre alcuni arrivano direttamente dalla rotta balcanica. Un’altra parte del gruppo è composta da “diniegati”, neologismo che indica chi ha ricevuto un esito negativo alla propria domanda di asilo. Malgrado un “diniego” in mano e un ricorso in atto in Tribunale,

moltissimi hanno dovuto abbandonare le strutture in cui erano accolti e ora sono in cerca di un luogo dove stare. Per legge avrebbero il diritto di rimanere nel centro, ma sempre più spesso accade che i regolamenti interni divengano più aspri e che quindi si possa venire espulsi dalla struttura per un nonnulla. Infine tra loro c’è anche chi ha il permesso di soggiorno, ma è privo di passaporto o titolo di viaggio, perché le Questure non li hanno rilasciati. Molti hanno tentato di attraversare il confine al Brennero, ma senza successo, mentre altri sono stati rimandati in Italia (il loro Paese di ingresso in Europa) dopo aver tentato la fortuna in Nord Europa. È per questo che

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Abdu, assieme ad un compagno, racconta la sua storia.

si trovano bloccati da settimane o mesi a Bolzano, che funge da imbuto per tutte le loro storie. Il numero delle persone che si trovano in

queste condizioni e che pertanto sono costrette a vivere per le strade della città, aumenta di giorno in giorno. È una situazione non nuova, infatti si ripete ormai dal 2015.

La storia di Abdu Abdu ha 19 anni, ma il suo sguardo è decisamente più maturo. Quando aveva tre anni, suo padre è morto. Abdu e suo fratello hanno dovuto lavorare come costruttori, fin da bambini, poiché era l’unico modo di portare soldi a casa. Ci mostra, orgoglioso, una foto di quando lavorava: “Questo è mio fratello e questo sono io”, dice Abdu. Non aveva più di dodici anni. A soli 13 anni ha dovuto lasciare il Gambia, suo Paese di origine, abbandonando lì sua madre e suo fratello. A quell’età, Abdu ha dovuto affrontare un viaggio che lo ha portato fino in Libia, dove si è fermato per quattro anni. “In Libia lavoravo come muratore, così riuscivo a mandare i soldi a casa”, racconta Abdu. Pur consapevoli di quanto fosse banale la domanda, gli abbiamo chiesto “Perché te ne sei andato dalla Libia?”. È bastato uno sguardo come risposta.

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Reportage

A 17 anni è salito su un gommone per fugOra il suo documento di soggiorno deve esgire dalle barbarie libiche, pagando circa sere rinnovato. “Devo andare alla Questura 6.400 euro, una cifra enorme guadagnata di Lecce per il rinnovo, ma non ho i soldi in condizioni di quasi schiavitù, per cercaper arrivarci”, afferma Abdu. Sono in molti, infatti, a doversi rivolgere alle Questure di re di raggiungere l’Italia. Abdu e i suoi 119 diverse città italiane per rinnovare il loro “compagni” di viaggio sono stati fortunati. documento, ma non avendo le possibilità Dall’inizio del 2017 ad oggi, infatti, si stima economiche per affrontare le spese del viagche siano già più di 905 le persone scomparse nelle acque del mar Meditergio, si trovano bloccati sul raneo. Il barcone sul quale viag“Fa molto freddo territorio altoatesino. Un permesso di soggiorno giava Abdu è arrivato sulle coste per dormire in non ancora rinnovato è siciliane il 25 dicembre 2015. strada.” fonte di grossi problemi: Dalla Sicilia, Abdu viene trasferito in è indispensabile, infatti, per un centro di accoglienza in Puglia, a Lecl’accesso a quasi tutti i servizi di base. ce, dove ha dovuto aspettare nove mesi per “Fa molto freddo per dormire in strada”, dice la convocazione in Commissione TerritoriaAbdu. Quando era piccolo ha subito un’ole, organo che stabilisce chi tra i richiedenti asilo ha diritto a ricevere una tra le tre forperazione allo stomaco “ora mi fa male, some di Protezione: asilo politico, protezione prattutto la notte quando fa freddo. Dovrei sussidiaria o protezione umanitaria. prendere delle medicine, ma non ho soldi A dicembre 2016, esattamente un anno dopo per comprarle”. Inoltre Abdu non potrà rinl’arrivo di Abdu in Italia, è arrivata la risposta novare il libretto sanitario sino a che non alla sua domanda di asilo: NO. La commisavrà rinnovato il permesso di soggiorno. L’unica possibilità per lui sarebbe andare al sione ha stabilito che Abdu non ha diritto a Pronto Soccorso, dove dovrebbe pagare il tinessun tipo di Protezione, e lui ha fatto ricorso all’esito della Commissione. Ora sta aspetcket, che però non si può permettere. Per di più senza il rinnovo del permesso di tando la convocazione in Tribunale, dove posoggiorno, non si può accedere ai servizi trà raccontare nuovamente la sua storia. docce per senza dimora e per questo il marLo scorso gennaio Abdu ha dovuto lasciare il suo centro di accoglienza, nonostante tedì e il giovedì Abdu si reca al campo da avesse diritto a rimanervi, perchè ha ricevuto pressioni da parte degli operatori affinché A Bolzano sempre più abbandonasse la struttura. Questa pratica persone sono costrette a dormire in strada. probabilmente è da ricondurre al fatto che vi sono molti nuovi richiedenti asilo in attesa di un posto in accoglienza e pertanto si provano a liberare posti per loro nei centri. È chiaro quindi che vi è un ingolfamento totale del sistema, che produce violazione dei diritti e, in ultima istanza, disagio sociale. Abdu è arrivato a Bolzano a febbraio, con la speranza di poter trovare un lavoro, in attesa che la procedura di ricorso volgesse al termine. In questi mesi in Alto Adige ha dormito all’Emergenza Freddo “Ex Alimarket” solo per due settimane e, adesso che questo servizio è chiuso, dorme per strada, all’addiaccio. Di notte, sotto il ponte, le Forze dell’Ordine passano due, tre volte a verificare la situazione e a controllare i documenti e spesso invitano i ragazzi a spostarsi in altri luoghi.

calcio sul Talvera dove, in situazioni eccezionali, persone che non hanno altra occasione per lavarsi possono almeno fare una doccia. Infine, sempre a causa del mancato rinnovo del permesso, Il ragazzo non può nemmeno frequentare una scuola e questo rende naturalmente più difficile una possibile integrazione sociale. Il ragazzo ci racconta inoltre che a Lecce non aveva amici né alcuna possibilità di lavoro. A Bolzano la situazione non è migliorata: non conosce nessuno, se non persone in situazioni simili alla sua o i volontari che incontra quotidianamente al parco. Affronta le giornate grazie alla colazione e alla cena che riceve dai Cappuccini. Ora ha anche la possibilità di pranzare alla mensa di piazza Verdi, dopo essere stato per mesi al parco con i volontari. Descrive le sue giornate come monotone, sempre uguali a se stesse: Abdu trascorre molto tempo in biblioteca, perché lì si sente sicuro, protetto, e può avere accesso ad internet per comunicare con la madre e il fratello in Gambia e anche per cercare lavoro. Un sistema fallimentare La vicenda di Abdu è un esempio del fallimento nell’attuale gestione della problematica dell’integrazione per richiedenti asilo.

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Reportage

dovrebbe cambiare nel futuro affinché posL’obiettivo, infatti, dovrebbe essere quello di promuovere l’autosufficienza e permetsa avere una reale chance di integrazione e autonomia? tere così alle persone di Il peggiore scenario posdivenire autonome. Ciò Sempre più persone che si può osservare sibile consisterebbe in si riverseranno in strada, nelle strade di Boluna decisione negativa, impossibilitate ad questa volta definitiva, zano è, però, l’esatto andarsene. che lo vedrebbe costretto contrario. a tornare in Gambia. Lo Stato Ora Abdu ha tre possibili sceavrebbe il compito e la responsabilità di nari di fronte a sé e il primo fra tutti è che la organizzare il rimpatrio. Allo stato attuale, risposta del Tribunale al suo ricorso risulti invece, al migrante viene consegnato un fonegativa. In questo caso Abdu avrebbe diritto a fare ancora appello al TAR. Questo gli glio di espulsione col quale viene invitato permetterebbe di avere un’altra chance. a lasciare l’Italia in modo autonomo. OvIl secondo scenario vedrebbe una risposta viamente, Abdu non avrebbe né i soldi né positiva del Tribunale e quindi Abdu avrebi documenti necessari, quali un passaporto gambiano, per tornare autonomamente in be diritto a qualche tipo di protezione. In tal patria. Si ritroverebbe quindi clandestino caso il ragazzo farebbe un passo avanti nella sul territorio ed impossibilitato a fare qualsua vita e potrebbe trovare lavoro e alloggio. Tuttavia, se non è stato così sino ad ora, cosa siasi mossa. Uno scacco matto.

Futuri possibili Lo scenario che si apre è tutt’altro che roseo. In Italia lo scopo dell’accoglienza nei centri non è mai stato quello dell’integrazione. L’Italia era vista, dai richiedenti asilo e da chi gestiva l’accoglienza, come un Paese di transito, dove fermarsi se si era bloccati, ottenere eventualmente i documenti e ripartire per altre destinazioni. La maggior parte delle richieste di asilo otteneva inizialmente una risposta positiva. Dal 2016 la situazione è cambiata. La maggior parte delle richieste si conclude ora con un esito negativo, nonostante le persone si trovino oramai da un anno e mezzo o due sul territorio e abbiano, in alcuni casi, trovato lavoro. Sempre più persone si riverseranno in strada, impossibilitate ad andarsene legalmente dall’Italia, spesso senza il permesso di lavorare o senza avere nemmeno accesso ad una banale doccia.

Non si tratta più di emergenza, ma di una realtà che deve essere trattata con rispetto e professionalità. TERESA LAPRESA . FEDERICA DALLA PRIA

Bozen  Alte Mendelstrasse 93

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Intervista

Am Bachguter Hof wird vor allem Gemüse angebaut.

Solidarität, die fruchtet Familie Leimer betreibt den Bachguterhof oberhalb von Dorf Tirol. Sie bearbeitet ihn nach den Biolandprinzipien sowie nach dem Konzept der Solidarischen Landwirtschaft. Der Bachguterhof war dabei der erste und ist bis heute einer der ganz wenigen Höfe in Südtirol, der sich diesem alternativen Landwirtschaftsmodell verschrieben hat. Der Hof bietet eine Vielzahl an biologisch produzierten Produkten an und pflegt dabei eine ganz besondere Beziehung zu seinen Konsument*innen.

Was kann man sich unter dem Konzept der „Solidarischen Landwirtschaft“ eigentlich vorstellen? Franz Leimer: Das Konzept der Solidarischen Landwirtschaft ist ein sehr weites, aber gesamtheitliches Konzept. Es umfasst Hof, Landwirt*in, die Produkte und die Konsument*innen. Bei der Solidarischen Landwirtschaft können viele verschiedene Ansätze verfolgt werden, es gibt viele Modelle. Im Grunde genommen geht

es um eine nachhaltige Produktion, die sich auf ökologische, ökonomische und soziale Aspekte bezieht. In unserem Fall wird die landwirtschaftliche Produktion von den Verbraucher*innen unterstützt und mitbestimmt. Das heißt, die Konsument*innen bestellen und bezahlen die gewünschten Produkte im Voraus und garantieren uns dadurch, die landwirtschaftlichen Produkte, die wir herstellen, danach auch abzunehmen. Die Abnehmer*innen finanzieren mit ihren Beiträgen den Anbau und bilden das Einkommen des Bauern. Im Gegenzug erhalten sie wöchentlich frisch geerntete Produkte. Die Landwirt*innen erhalten durch so ein System Planungssicherheit, und die Konsument*innen haben die Sicherheit, regionale und saisonale Waren angeboten zu bekommen.

Seit wann arbeiten Sie nach diesem Konzept? Am Bachguterhof arbeiten wir seit 1998 biologisch. Angefangen haben wir mit den Äpfeln und den Trauben. Seit 2015 arbeiten wir nach den Prinzipien der Solidarischen Landwirtschaft und bieten eine Fülle von verschiedenen Produkten an. Was hat Sie zu diesem Umstieg bewegt? Gemüse bauen wir schon länger an, früher aber war die Imkerei unsere Haupteinnahmequelle. In Südtirol kann man heute allerdings nicht ökonomisch rentabel als Imker arbeiten, da wegen der intensiven Landwirtschaft, und dem damit einhergehenden Einsatz von Pestiziden, zu viele Bienen sterben. Zudem war es früher oft schwieriger, Abnehmer*innen für die angebauten Produkte zu finden. Deshalb sind wir auf die Idee des Umstieges gekommen. Wir können uns nun wieder vermehrt auf die landwirtschaftliche Produktion konzentrieren. Zugleich können wir eine Vielfalt an Produkten auf dem Hof herstellen und müssen uns nicht zu sehr spezialisieren.

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SolaWIE?

Solidarische Landwirtschaft

In der Solidarischen Landwirtschaft (Solawi), auch als Community Supported Agriculture bekannt, schließen sich Landwirt*innen und Privatpersonen zusammen, um einen verantPartnerschaft zwischen Produzent*in wortungsvollen und nachhaltigen Umgang und Konsument*in mit natürlichen Ressourcen zu fördern. Die Verbraucher*innen übernehmen mit ihren im Voraus bezahlten Beiträgen die Kosten, die bei der Bewirtschaftung des Betriebes anfallen. Im Gegenzug erhalten sie die am Hof produzierten Produkte. Von diesem Zusammenschluss profitieren beide Seiten: Geteiltes Risiko und Erfolg Bauernhof wird Die Verbraucher*innen bekommen vielfältige, bei guter oder schlecher meistens mit Gemüse Ernte bewirtschaftet frische, lokale und saisonale Lebensmittel und die Landwirt*innen müssen nicht mehr allein das Risiko für ihren Betrieb tragen, erlangen mehr Planungssicherheit und Gestaltungsraum in ihrer Arbeit. Das Wirtschaftsmodell der Solidarischen Landwirtschaft kann Vielfalt und Nachhaltigkeit in der Natur schützen, die Teilnehmer*innen erhalten Anteilsschein und werden an Gemeinschaft stärken und bietet Menschen der Ernte beteiligt und Umwelt eine zukunftsfähige Alternative.

Woher kam die Idee zur Solidarischen Landwirtschaft? In Südtirol gab es leider keine Beispielbetriebe, an denen wir uns hätten orientieren können. Nur wenige Betriebe trauen sich, etwas wirklich Neues zu wagen. Die Idee und die Informationen haben wir uns daher im Internet besorgt. Die pflanzenbauliche Beratung bekamen wir von Bioland selbst, weil wir ja ökologisch arbeiten. Zudem haben wir bemerkt, dass sich bezüglich alternativer Landwirtschaftsmodelle in der Bevölkerung etwas tut. Das Bewusstsein und das Interesse an solchen Systemen wächst. Die Menschen sind informiert und legen einen immer größeren Wert darauf, zu wissen, woher ihre Lebensmittel kommen und wie sie hergestellt werden.

So lecker schmeckt Nachhaltigkeit... Wir setzen auf Ganzheitliches Kochen und Klimaschutz. Besuchen Sie uns im Restaurant Moosbauer und probieren auch Sie schmackhafte regional-saisonale Küche und bodenständige Gerichte in angenehmem Ambiente. Dazu servieren wir Weine und Biere bester Qualität.

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Intervista

Warum ist so ein System auch in Südtirol zukunftsfähig? Wenn nach dem Konzept der Solidarischen Landwirtschaft gearbeitet wird, kann das zum Erhalt der kleinstrukturierten Landwirtschaft in unserem Land beitragen. Mit unserer Produktion können wir als kleine Bauern ohnehin nicht auf dem Weltmarkt mithalten. Es sei denn, die einzelnen Betriebe werden vergrößert, schließen sich zusammen. Das würde allerdings auch bedeuten, dass dafür viele kleine Betriebe verschwinden müssten. Man ist mit so einem System, wie dem der Solidarischen Landwirtschaft, also unabhängig von WeltmarktPreisen und kann gleichzeitig den Menschen, die die Produkte konsumieren, etwas inzwischen selten gewordenes bieten: einen direkten Bezug zum Produzenten. Das ist auch für Südtirol sehr interessant.

Wie funktioniert das System des Bezahlens im Voraus genau? Es gibt eigentlich keine genauen Vorgaben. Einige unserer Konsument*innen überweisen einen Monat im Voraus, andere zwei Monate. Es gibt auch welche, die für ein ganzes Jahr schon das Geld vorstrecken. Wir bieten ja auch das ganze Jahr über Produkte an. Es hängt ganz von den Bedürfnissen der Konsument*innen selbst ab.

Nach welchen Richtlinien arbeiten Sie auf dem Bachguterhof? Wir produzieren nach den Richtlinien der biologischen Produktion „Die und den Biolandvorgaben, Abnehmer*innen eine einheitliche Zertifiziebestimmen mit, was am rung für Solidarische LandHof angebaut wird.“ wirtschaft gibt es derzeit noch nicht. Helfen Ihre Konsument*innen am Hof mit? Einzelne Konsument*innen helfen auch manchmal bei uns am Hof mit, das ist aber gesetzlich ein etwas schwieriges Thema. Aber alle unsere Abnehmer*innen bringen sich aktiv ein, indem sie mitbestimmen, was am Hof angebaut wird, welche Produkte vielleicht in Zukunft interessant sein könnten. Zudem gibt es immer einmal im Jahr ein Treffen mit allen Beteiligten. Dort kommt es dann zu einem intensiven Informationsaustausch, und es bietet sich Raum für Ideen. Außerdem haben die Konsument*innen beim Abholen ihrer Produkte eigentlich immer die Möglichkeit, in direkten Kontakt mit uns vom Hof, also mit dem Produzenten ihrer Lebensmittel, zu treten. Das ist uns ein großes Anliegen.

Wie gelangen die Produkte an den Kunden? Die Konsument*innen holen sich im Schnitt einmal wöchentlich ihre Produkte selbst bei uns am Hof ab. Es gibt auch Abholgemeinschaften, die das Abholen dann gesammelt erledigen. Wie vertreiben Sie sonst Ihre Produkte? Das Hotel „Schwarzer Adler“ unterstützt uns und verwendet unsere Produkte. Zudem betreiben wir einen Ab-Hof-Verkauf und beliefern auch regelmäßig ein bis zwei Geschäfte. Vieles ist aber noch im Aufbau. Was macht man als Konsument*in, wenn man Ihr am Hof geführtes Konzept unterstützen möchte?

Franz Leimer

Man kann sich bei uns am Hof melden oder sich auf unserer Internetseite informieren. Was erwarten Sie sich von der Südtiroler Landwirtschaft? Wie sollte sie sich weiterentwickeln? Ich glaube, die Südtiroler Landwirtschaft muss sich massiv in eine ökologischere Richtung entwickeln. Momentan versucht man noch, Probleme dadurch zu lösen, chemische Pflanzenschutzmittel durch andere oder neuere zu ersetzen. Im ökologischen Anbau steckt noch sehr viel Potential, vor allem in Bezug auf resistente Sorten und Anbausysteme, was in Zukunft vermehrt auszuschöpfen ist. Zudem sollte man das große Potential, das der Tourismus für die Landwirtschaft in unserem Land hat, mehr zur Kenntnis nehmen.

Unsere Landwirtschaft innovativ und ökologisch in die Zukunft führen, ginge das? KATHARINA ALVERA 2017 27 15


Wie oft haben Sie in Ihrem Privatleben von jemandem gehört, dass Sie zu „rund“ seien?

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0

Mit Maß und Viel Melanie Fischnaller ist Miss Curvy Trentino 2016 und steht regelmäßig als Model vor der Kamera und auf dem Laufsteg. Für die Agenturen fällt sie in die Kategorie „Übergröße“. Das erscheint beim Anblick der 21-jährigen Brixnerin mehr als absurd. Aus diesem Grund sieht sie sich auch als Vorbild für viele Frauen: Sie möchte zum Nachdenken über Schönheitsideale und Perfektionswahn anregen. Perfektion sei etwas sehr abstraktes und werde von der Modebranche und den Medien auf ein vermeintliches Ideal reduziert. Am wichtigsten sei es, den eigenen Selbstwert und seine Einzigartigkeit zu erkennen: „Deshalb studiere ich Psychologie und möchte Menschen helfen, das zu entdecken, was in ihnen steckt“, sagt sie. Darin liege auch das Geheimnis ihrer glücklichen Beziehung: einander lieben, wie man ist – mit allen Ecken und Kurven.

Wie viele Kilos müssten Sie abspecken, um dem Ideal in der Modebranche zu entsprechen?

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10

Melanie Fischnaller

16 2017 27


Zahlen, bitte!

Sie bekommen bei Ihrer Arbeit oft die Botschaft, nicht einem bestimmten Ideal zu entsprechen. Für wie schädlich halten Sie diese Idealvorstellung für unsere Gesellschaft (0-10)?

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Auf einer Skala von 0 bis 10: Wie wohl fühlen Sie sich vor der Kamera?

8

10 30 40 14 15 4 30 60 9 70 100-75-95

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Bis zu welchem Lebensjahr möchten Sie gerne weiter modeln?

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Bei wie viel Prozent der Models, denen Sie begegnet sind, vermuteten Sie gesundheitliche Probleme aufgrund ihres Berufes?

Wie viele Stunden dauerte Ihr längstes Shooting?

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Wie viele Zentimeter hoch waren die höchsten Absätze, die Sie je getragen haben?

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Wie viele Fan-Emails erhalten Sie monatlich?

Wie viele Länder haben Sie seit Jahresbeginn schon beruflich bereist?

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Auf einer Skala von 0 bis 10: Welche Rolle spielt eine gesunde Ernährung in Ihrem Leben?

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Wie oft hatten Sie in Ihrem Job schon das Gefühl, mehr Objekt als Individuum zu sein?

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Wie viele Sekunden dauert ein Kleiderwechsel hinter dem Laufsteg?

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Wie lauten Ihre Modelmaße?

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Freut sich maßlos über so wertvolle Vorbilder. MATTHÄUS KIRCHER 2017 27 17


Auf der Straße

Non c’è vergogna Daniel Petru Ursu: Sono venuto in Italia per la prima volta nel 2001 e ho lavorato a Milano per qualche anno, ma dopo un po’ non c’era più lavoro per me e mi sono dovuto spostare. Molti amici vivevano da tempo in Alto Adige e me ne avevano sempre parlato bene, così ho deciso di venire qui sperando di trovare un’occupazione migliore. Ionel Cirpaci: Io invece mi sono trasferito in Spagna, a Madrid, dove ho vissuto fino al 2010. Per un po’ ho fatto il muratore, poi la crisi in Spagna si è fatta sentire e sono venuto a Bolzano perché sapevo che le cose andavano abbastanza bene. In verità però il lavoro è difficile da trovare anche qui. Ci sono piccoli lavoretti, spesso in nero, ma non sono sicuri e non permettono una vita questo accada a loro. Da sei anni dormiadignitosa. Poi, visto che non siamo italiani, mo sotto un ponte, dove abbiamo tende ci pagano anche meno. e materassi. Una volta, dormendo in macD: Veniamo entrambi da Reșița, in Romachina d’inverno, mi sono anche preso la polmonite. Per fortuna molte associazioni nia. Ionel è cugino di mia moglie, siamo ci aiutano, dandoci da mangiare e permetstati amici fin da piccoli e alla fine ci siamo trovati qui, a condividere la stessa vita. La tendoci di fare la doccia. Ora vendiamo nostra città era famosissima entrambi il giornale zebra. e per la produzione di motori abbiamo la possibilità di gua“Piuttosto che navali e anche per il ferro, dagnare qualcosa, la gente ora però è difficile trovare ormai ci conosce e ci rispetrubare, meglio un lavoro, la situazione è ta. In passato però abbiamo chiedere soldi davvero complicata. dovuto chiedere l’elemosina per strada.” I: La mia famiglia vive ancoe non c’è vergogna. Non avevamo un lavoro, non avevamo ra in Romania e quel poco che niente e piuttosto che rubare, meglio chieguadagno lo mando a loro, ma se trovassi un buon lavoro in Alto Adige li farei trasfedere soldi per strada. I: Quando chiedevamo l’elemosina era perrire tutti qui. D: Anche la mia famiglia è ancora in Roché ne avevamo veramente bisogno, non perché qualcuno ce lo aveva ordinato. Non mania, ma per ora è meglio che restino lì. abbiamo mai consegnato i soldi raccolti a I miei figli devono andare a scuola e avere qualcun altro. Questo problema però esiste, le possibilità che io non ho avuto. C’è molta c’è molta gente che si approfitta della debodiscriminazione per via del titolo scolastico, io non ho avuto la fortuna di andare a scuola lezza delle persone e le costringe a chiedere e ora sono qui su una strada. Non voglio che soldi per strada, anche qui in Alto Adige.

Daniel Petru Ursu e Ionel Cirpaci a Bolzano

D: Noi siamo Rom e qui abbiamo scoperto che ci chiamano “zingari”. Io prima non avevo mai sentito questa parola e non mi offendo se qualcuno mi chiama così. Mi fa male però quando qualcuno dà per scontato che siccome sono zingaro rubo, perché non è vero. I: Non abbiamo case di lusso e non veniamo qui per fare i criminali. Il problema è che si generalizza sempre, come se tutti i Rom fossero ladri e tutti quelli che chiedono l’elemosina fossero delinquenti. Se un Rom fa qualcosa di sbagliato, siamo sempre tutti colpevoli. Io però in Alto Adige mi trovo bene e non voglio tornare in Romania, vorrei portare qui la mia famiglia. D: La Romania è bellissima e mi piacerebbe tornarci, senza soldi però è difficile. Io spero che i miei figli possano studiare e avere un futuro migliore, perché se io fossi stato bene nel mio Paese ci sarei restato. Per fortuna qui però ci sono tante persone gentili, come il direttore dell’ospedale di Bressanone che mi lascia sempre vendere i giornali lì davanti.

Generalizzare non serve a niente, le persone bisogna conoscerle. DANIEL PETRU URSU . IONEL CIRPACI 18 2017 27


Io vendo

Peter Okoroikpa

bis zu

Totalausverkauf Svendita totale ab/dal 11.05.2017

Alter: 36 Geburtsland: Nigeria Verkaufsstrategie: Ich habe in Nigeria Verkaufserfahrung gesammelt, weil ich dort schon als Verkäufer gearbeitet habe. Diese Erfahrungen nützen mir auch hier viel – so verschieden ist Nigeria gar nicht von Südtirol. Wohnort: Bis vor einigen Wochen habe ich im Hotel Alpi gewohnt, aber dann bin ich nach Innichen versetzt worden. Hobbies: Im Moment dreht sich bei mir alles um zebra., meine Sprachkurse und um Fußball. Ich bin auch ein guter Tennisspieler. Meinung über Südtirol: Ich mag den geordneten und organisierten Lebensstil. Für mich bedeutet zebra.: Es ist für mich eine Möglichkeit, mir selbst zu helfen. Ich will nicht darauf warten, dass sich jemand anderes um mich kümmert, ich kann mein Leben selbst in die Hand nehmen. Ich will auch nicht betteln: Das habe ich in Nigeria nicht getan, und werde auch hier nicht damit anfangen.

Fußball ist für Peter Okoroikpa nicht nur ein Hobby, sondern eine Berufung. Im Moment hat er aber nur sehr wenig Zeit für seine Leidenschaft, die tägliches und intensives Training erfordern würde. Untertags steht er meist mit einer zebra. in der Hand auf seinem Verkaufsplatz, der sich vor Kurzem von Bozen nach Innichen verschoben hat. Nachmittags drückt er im Sprachkurs die Bank. Aber wenn er am Abend in seinem Bett liegt, sieht er sich beim Fußballspielen – vielleicht in England, vielleicht auch hier in Italien, egal. Peter ist ein gläubiger Mensch, er will dahin gehen, wo ihn der Herr hinschickt. Am liebsten würde er für sein Geburtsland Fußball spielen.

wegen Umbau - per rinnovo negozio Bozen - Bolzano

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Würde gerne mal mit Peter die Tennisschläger schwingen. ELIAS HOFMANN

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Ein Stück Heimat

Ein rockiger Schotte: der Kilt „Diesen Morgen werde ich meinen Kilt zu einem speziellen Anlass tragen“, twitterte der schottische Schauspieler Ewan McGregor 2013 bevor er zum Officer of the British Empire ernannt wurde. Dabei ging es McGregor natürlich nicht wirklich um ein modisches Statement, sondern darum, die eigene Tradition und Identität und auch den Stolz, ein Schotte zu sein, zu zeigen. Denn nichts ist bekanntlich schottischer als ein Kilt. Eigentlich stammt das Wort Kilt aber nicht aus Schottland, sondern wird vom altnordischen „kjalta“ – gefaltet – abgeleitet. Im 9. Jahrhundert bezeichnete man damit Gewänder, die Wikinger und Plünderer aus dem hohen Norden um ihre Körper drapiert hatten. Die ersten gälischen „Feileadh Mhor“, auch Great Kilt genannt, folgten erst im 16. Jahrhundert und wurden trotz ihrer blutigen Vergangenheit für die schottischen

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Highlander rasch zum Symbol von Patriotismus, Kultur, Freiheitskampf und vor allem Rebellion gegen England. Deshalb verbot König George II von England 1746 das etwa 1,5 Meter breite und Einst verrieten Muster und Farben 6,5 Meter lange des Kilts, woher Stück Stoff, gesein Träger kam. nannt „Breacan“, das mit losen Falten um die Hüfte drapiert, mit einem LeClan der „Urquhart“ der erste, der seinen dergürtel befestigt und dessen Überschuss Tartan Anfang des 19. Jahrhunderts formell über die Schulter geworfen wurde. Trotz zum Claneigentum erklärte. Aber keine Sordes „Dress Act“ trugen die stolzen Schotten ge! Heute kann trotzdem jeder, ob Schotte aber weiterhin ihre Kilts. Erst 1782 kam es oder nicht, jeden beliebigen Tartan tragen. durch König George IV zu einer WiederannäDesigner wie Howie Nicholsby von 21st Century Kilt gehen sogar noch herung an die schottische Kultur und einen Schritt weiter und lassen den inzwischen üblichen und heute Trotz des dabei die Geschichte gänzlich noch bekannten „Walking Kilt“, „Dress Act“ ruhen: Sie streben eine Allden daraufhin der König selbst trugen die bei einem Besuch in Schotttagstauglichkeit und Restolzen Schotten Modernisierung des Kilts land trug. Um das Gewand weiterhin Kilts. an, indem sie mit Leder, leichter zu machen, wurde im Jeansstoff oder CamouflageLaufe der Zeit der überschüssiMustern experimentieren, Taschen für Hange Stoff entfernt. Hinzu kamen Accessoires wie ein „Sporran“, ein Täschchen für Geld, dy und Schlüssel anbringen und mit Kilt-Träder „Sgian Dubh“, ein kleines Messer vergern wie Kanye West, Vin Diesel und Lenny Kravitz den Promifaktor ausspielen. steckt in den Socken, eine Brosche und die Trotz allem sieht man Kilts in Schottland passenden robusten „Ghillie Brogues“, die heute meist nur noch bei dudelsackspietypischen Lederschuhe ohne Lasche. Im Laufe des 18. Jahrhunderts wurde der lenden Straßenkünstlern, Touristenführern Breacan durch die mehrfarbig karierten oder als respektiertes „Muss“ bei HochTartans ersetzt. Einst von den Engländern zeiten, Paraden und Staatsbesuchen. Vieleingesetzt, um die verschiedenen Highlandleicht liegt das aber auch daran, dass ein Regimente zu kennzeichnen, standen die „True Scotsman“ trotz rauem HighlandwetMuster und Farben später für eine bestimmter unter dem luftigen Schottenrock nichts trägt?! te Region Schottlands. Letztendlich war der Ob der Kilt auch heute noch ein Symbol für den schottischen Wunsch nach Unabhängigkeit ist? PATRICK TASCHLER

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Porträt

Adamas Atelier Vom Parkplatz vor dem großen Gebäude mit Geschäften und einer Bar führt der Weg um die Ecke, eine Tafel weist die Richtung. Den kleinen Vorgarten entlang zieht sich eine Mauer hin zum Eingang: Bunt leuchten bemalte, viereckige Steine von der Böschung. Adama Keita biegt gemeinsam mit seinem Freund Moussa um die Ecke des Hauses in Niederdorf, streckt seine Hand aus und bittet in sein Atelier.

Erst vor ein paar Wochen ist der Künstler von einem Besuch in seinem Heimatland Mali zurückgekehrt. Die Situation dort ist schwierig. „Jetzt ist schon 30 Kilometer vor

Bamako Schluss. Weiter kann man nicht mehr fahren“, sagt Adama. Noch vor wenigen Jahren konnte er sich problemlos im Land bewegen. Derzeit formieren sich ständig neue bewaffnete Gruppen, die Angst und Schrecken verbreiten. „Es wird immer schlimmer“, sagt er. Sein Blick schweift nachdenklich durchs Zimmer, bis er an seinem Freund Moussa hängen bleibt. Moussa kommt aus der Elfenbeinküste und lebt seit wenigen

Der Künstler Adama Keita wurde in Mali geboren und lebt seit sechs Jahren in Innichen.

Wochen gemeinsam mit 39 anderen Flüchtlingen in Innichen. Heute schaut er Adama bei der Arbeit über die Schulter. „Hier in der Gegend ist nicht viel los, die Menschen sind sehr beschäftigt“, sagt Adama. Es gebe nicht viele Möglichkeiten einander kennenzulernen. Bei seinem ersten Besuch im Pustertal fiel ihm vor allem eines auf: Er begegnete nur wenigen Menschen auf der Straße. Alles erschien ihm verlassen und klein in dieser mächtigen Landschaft. Die Kraft des Wassers, die reine Luft und die imposanten Berge faszinieren ihn bis heute. Er ist gerne in der Natur unterwegs, am liebsten allein, „oder mit jemandem, der wenig spricht“, meint er und lacht verschmitzt.

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Die Liebe verschlug den Künstler nach Südtirol: 2005 lernte er in seiner Geburtsstadt Bamako die Innichnerin Michaela kennen. Anfangs lebten die beiden abwechselnd in Mali und in Südtirol. Seit der Geburt ihrer Tochter im Jahr 2011 und auch wegen der mittlerweile unsicheren politischen Situation in Mali wohnen und arbeiten sie nun das ganze Jahr über in Innichen. In Bamako konnte sich Adama intensiver seinem Handwerk widmen und nahm regelmäßig an Kultur-Austauschprogrammen und Workshops teil. Er lernte Künstler aus aller Welt kennen und stellte seine Bogolan-Kunst in Marseille, Le Havre und Paris aus. Die traditionelle Web- und Färbetechnik Bogolan hat Adama als Kind von seinem Onkel erlernt. Durch wiederholtes Auftragen von Schlamm und Pflanzensäften werden dabei kunstvolle Muster auf gewebte Baumwollstoffe übertragen. Der Herstellungsprozess ist zeitaufwändig und komplex und macht die Stoffe zu einem international anerkannten und begehrten Produkt. „Die Symbole

auf den Stoffen haben alle eine bestimmte Bedeutung“, sagt Adama und zeigt auf ein großßes Tuch, das an einem Schrank in seinem Atelier hängt. In Mali glauben die Menschen an die Harmonie der sieben Elemente Wasser, Feuer, Erde, Himmel, Luft, Pflanzen und Tiere. „Wir alle sollen möglichst in Harmonie miteinander leben“, erklärt der Kunstschaffende. Auch in Südtirol wollte er seiner Leidenschaft nachgehen. Denn sicher ist für den 38-Jährigen vor allem eines: „Du bist, was du bist. Wenn du einmal weißt, was du machen willst, kannst du nichts anderes mehr tun.“ Also versuchte er es mit Bogolan: Er verkaufte seine Arbeiten als Kleider- oder Dekorstoffe und veranstaltete Workshops. Die klimatischen Bedingungen im Pustertal sind für Bogolan nicht optimal: „Ich benötige

Die Färb- und Webtechnik Bogolan hat Adama als Kind gelernt.

dazu ganz bestimmte Pflanzen und Erden, viel warmen Wind und Sonne, damit die Tücher schnell trocknen“, sagt er. Vom letzten

Wer über den Tellerrand blickt, hat mehr vom Leben. Obdachlosigkeit ist ein Thema, das mich persönlich besonders berührt. Vor Jahren hat mir ein offensichtlich obdachloser Mann einmal aus einer sehr brenzligen Situation geholfen – und nicht nur durch dieses Erlebnis weiß ich, wie ungerecht die Vorurteile sind, denen diese ohnehin benachteiligten Menschen tagtäglich ausgesetzt sind. Wann immer es mir möglich ist, unterstütze ich jene, die kein Dach über dem Kopf haben, mit etwas Essen oder ein bisschen Kleingeld. Freundlichkeit hilft allen so viel mehr als vorschnell gefasste Meinungen.

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Porträt

Besuch in Mali hat er zwar wieder viele Materialien mitgebracht, aber mittlerweile konzentriert er sich mehr auf die abstrakte Kunst, auf Acrylmalerei und Skulpturen: Verschiedenste Alteisen-Teile türmen sich in einer Ecke des Ateliers, ein Schweißgerät steht bereit. Südtiroler Holz hat es ihm angetan: Er will seine Eigenschaften besser kennenlernen und widmet sich seit kurzem auch der Bildhauerei. Wann immer er kann, zieht er sich in seine Künstlerwerkstatt zurück. Vormittags verkauft er Gemüse in einem Lebensmittelgeschäft. Der Rest der „Digitales Gefängnis“ Freizeit gehört seiner Frau und der heißt das Bild rechts neben sechsjährigen Tochter Naba, die Moussa und Adama. nach seiner Großmutter benannt ist. Lieber als über sich spricht Adama aber über die Motive seiner Werke: „Bei mer waren die Kunst und die Kultur eines und Interesse: „Viele Menschen hier hatmeiner Kunst steht immer die Menschheit der höchsten Güter der Menschen dort. Den ten nie die Möglichkeit, weit zu reisen und im Mittelpunkt.“ Was macht das MenschSchmerz und die Sorge um die Heimat kann andere Länder kennenzulernen.“ Deshalb man aus einigen seiner Bilder herausleseien einige verunsichert und sein aus? Was bewegen, was zerstören, hätten Angst. Die meisten aber was erschaffen wir? Fragen wie diese besen. Er deutet auf ein Bild an der Wand „Ich seien sehr offen und wollen hinter ihm. Es heißt „Wüstenstaub“. schäftigen den Künstler ganz besonders. möchte in Kontakt treten. Dazu Ein anderes zeigt die schwangere Als 2012 der Konflikt in Mali eskalierte, war zum Arbeiten braucht es offene Räume Mutter Erde, aus deren Bauch Aber schockiert: „Ich hätte nie gedacht, dass und Ausstellen und Orte der Begegnung, derlei Auseinandersetzungen in Mali mögfälle quellen. in mein Atelier weiß Adama. Gemeinsam Dann setzt sich Adama auf das lich sein würden“, sagt er leise. Mali ist mit seinen Kolleg*innen vom Sofa im hintersten Winkel des nicht reich an Bodenschätzen, schon imeinladen!“ Künstlerverein MIR möchte er Ateliers und ein paar kleinere Projekte mit schenkt Tee den Bewohner*innen der Flüchtlingsunterein. Neben ihm schält Moussa kunft realisieren. Erdnüsse. Als vor Aktuell sind einige Werke von Adama in eikurzem die Flüchtnem Hotel in Sexten ausgestellt. Ein Gast aus Deutschland hat erst vor wenigen Talinge ins Haus in Innichen eingezogen ein großes Acrylgemälde gekauft. „Ich habe noch viel vor, und ich möchte auch gen sind, haben andere Künstler zum Arbeiten und Aussteldie Anrainer*innen sie mit Kuchen len in mein Atelier einladen!“, sagt er entund einem kleinen schlossen und breitet seine Arme aus. Platz Umtrunk begrüßt. gibt es genug, für die richtige Beleuchtung Adama erinnert hat er bereits gesorgt. Dann tritt er zur Tür sich an seine erste hinaus in den kleinen Garten, setzt sich für Zeit im Dorf. Daein letztes Foto auf einen der bunten MauFast täglich ist der mals stieß er vor ersteine und rückt ein Schild etwas näher Künstler in seinem Atelier in Niederdorf anzutreffen. allem auf Neugier ins Bild: „Offen-Aperto“, steht drauf.

Nur noch auf der Suche nach dem passenden Stück Wand. Lisa Frei 2017 27 23


Eine Welt

Oh, wie schön ist Banana Ein Brummen lässt meinen Blick in die Ferne gleiten: Von weitem ist ein Flugzeug zu sehen, es fliegt tief und versprüht einen weißen Nebel. Zu meinem Glück ist es weit entfernt. Es besprüht die darunter liegenden Bananenfelder mit einem Pestizid – gegen Insekten, Unkräuter, Pilze, Milben oder Fadenwürmer. Weniger Glück haben die Arbeiter*innen, die gerade auf diesem Feld arbeiten. Oft müssen sie auch trotz des giftigen Sprühregens weiBelastung in den feucht-heißen Gebieten und der massive Einsatz von chemischen termachen – ohne Schutzanzüge und ohne Mitteln führt oft zu irreparablen GesundPause, die bei einem solchen Pestizideinfall notwendig wären. heitsschäden. Auch Schnittverletzungen Ich befinde mich in der Nähe von Machala, sind nicht selten. Sich dagegen zu wehren, einer Stadt im Süden Ecuadors und stehe scheint zwecklos. Gewerkschaften sind inmitten von Bananenplantagen. Machanicht erlaubt. Zutritt zu diesen Bananenplantagen habe la gilt als die Welthauptstadt der Banane, ich keinen bekommen. Auch mit den vom nahegelegenen Hafen werden die noch Bananenarbeiter*innen, die für den hergrünen Früchte vor allem nach Europa und Nordamerika verschifft. Nach dem Apfel ist kömmlichen Handel arbeiten, kann ich die Banane auch in Südnicht sprechen. Dafür aber mit den Arbeiter*innen tirol das meistverNach dem Apfel ist die der Genossenschaft zehrte Obst. Banane auch in Südtirol das „El Guabo“, die für Etwa 500.000 Menmeistverzehrte Obst. den Fairen Handel proschen in Ecuador arbeiten im Bananensektor. duziert. An zwei Tagen beDie Arbeit auf den Plantagen ist knochensuche ich die Plantagen, besichtige Projekte und tausche mich mit den bananeros aus. hart und muss im Akkord getätigt werden. Die Arbeiter*innen bekommen oftmals „El Guabo“ wurde 1996 gegründet und ist nur Drei-Monats-Verträge, damit sich die Fair-Trade-zertifiziert. Hier gelten andere Arbeitgeber*innen die Kosten für die SozialArbeitsbedingungen: „Wir bekommen eiversicherung sparen und gewerkschaftliche nen fairen Preis für unsere Bananen und Organisationen verhindern können. Somit die sichere Abnahme hilft uns, die Zukunft verfügen die bananeros meist über keinerlei besser planen zu können“, sagt José, einer der beteiligten Bananenbauern. Die noch Absicherungen. Dabei sind die gesundheitgrünen Bananenbüschel werden mit einer lichen Risiken enorm: Die hohe körperliche

Die Bananenernte ist reine Handarbeit.

scharfen Machete von der Staude geschnitten und vorsichtig in Kisten verstaut. „Diese Arbeit ist sehr heikel. Bereits ein leichter Schnitt an einer Banane kann eine ganze Kiste vorschnell zum Reifen und zum Faulen bringen.“ Der Anbau hier ist umweltschonend, die meisten Plantagen werden nach biologischen Kriterien bestellt. Anschließend besuche ich einen Kindergarten , der mit den finanziellen Mitteln aus der Fair-Trade-Prämie errichtet wurde. Einen Dollar pro Kiste Bananen bringt die Prämie ein. Gemeinsam wird entschieden, wie diese Gelder verwendet werden: für Gesundheitsstationen und Medikamente, für Umwelt- oder Bildungsprojekte. Im Kindergarten werden die Kinder der Bananenarbeiter*innen betreut und ihre größeren Geschwister, die ansonsten oft auf ihre kleinen Brüder und Schwestern aufpassen müssen, können sorglos in die Schule gehen. Für José ist der Faire Handel der richtige Weg. Er fühlt sich gut beraten, hat großes Vertrauen in die Genossenschaft und weiß, dass dies für ihn und seine Kinder eine bessere Zukunft bedeutet.

Kann nicht verstehen, dass bei uns Bananen oft billiger sind als Äpfel. MONIKA THALER 24 2017 27


Na und? Wir alle haben Bilder im Kopf, die für Gelerntes und Erfahrenes stehen und im Alltag Orientierungshilfen sind. Diese Bilder können uns aber auch daran hindern, die Wirklichkeit unvoreingenommen so wahrzunehmen, wie sie ist: vielfältig. Nur durch das Hinterfragen unserer Bilder im Kopf können Verständnis und Offenheit entstehen.

Auf baren Sohlen Vor drei Jahren hat es mich noch mehr Mut gekostet, mich in der Öffentlichkeit zu zeigen. 2016 ließ ich die Schuhe auch bei der Besteigung der Zugspitze zuhause. Verrückt!, mag mancher denken. Warum geht und klettert einer barfuß, streckenweise über spitze Steine, Schnee und Firn, um nach siebeneinhalb Stunden den Gipfel auf 2962 Höhenmetern zu erreichen? Die Antwort ist simpel: 2011 fand ich durch eine Sportverletzung am Fuß zum Barfußlaufen, und nach und nach wurde ich zum ganzjährigen Barfußläufer. Wenn ich in Anzug und Krawatte – barfuß – auf dem Weg zur Arbeit bin, werde ich oft darauf angesprochen. Innerhalb kürzester Zeit entwickelt sich meist ein interessantes Gespräch. Durch mein Barfußtraining haben sich meine Füße positiv verändert. Lederhaut und Fettschicht der Fußsohle sind dicker geworden, der Fuß muskulöser und flexibler, die Thermoregulation funktioniert besser, sodass sich meine Füße auch bei Minustemperaturen wohlfühlen. Mir geht es barfuß so richtig gut und meine Fußverletzung ist komplett verheilt. Damals stieß ich bei meiner Recherche auf den Barfuß-Professor, Daniel E. Liebermann von der Harvard Universität. Er konnte nachweisen, dass Barfußlaufen gesund für Füße, Knie und Hüftgelenke ist. Und tatsächlich: Schon nach anfänglichen Versuchen ließen die Schmerzen nach, und es stellte sich ein neues Körper- und Lebensgefühl ein. Also warum nicht immer barfuß laufen? Es dauerte, bis ich den Mut hatte, mich

ganztägig barfuß zu zeigen. Was würden die anderen von mir denken? Was, wenn ich mich verletzte? Doch positive Erfahrungen im Alltag bestärkten mich: Am Bahnhof gab es oft motivierende Gesten, im Winter kurbelten Leute sogar das Autofenster runter und bestärkAnfang Juni referiert Christian Schwarze ten mich mit einem “Daumen beim Workshop „Barfuß durchs Leben“ hoch”. Arbeitskollegen fanden auf dem Hochganghaus in Partschins. es cool und gingen gerne mit mir ins Restaurant. Als ich bei minus 17 Grad unterwegs war, wollten mir Die Frage, warum ich keine Schuhe trage, Touristen Schuhe kaufen. Sie waren aber irristellt man mir oft. In Schuhen fangen meine Füße an zu überhitzen, und das ist sehr untiert von meinem sonst gepflegten Äußeren und ich erklärte ihnen, dass ich nicht notangenehm. Aufgrund der veränderten Physis hat sich eine natürliche Sohle gebildet, mit gedrungen, sondern freiwillig, barfuß gehe. der ich wandern, klettern und laufen kann. Eine Frau in der Bahn war einmal so verwunAuch Schulkinder sprechen mich öfters an, dert, dass sie einfach nach meinen Füßen da sie von Natur aus neugriff: „Die sind tatsächlich warm!“ rief sie lachend, und es entwigierig sind und wissbe„Als ich bei minus gierig zuhören. Ein Kind ckelte sich ein nettes Gespräch 17 Grad unterwegs hat einmal spontan mit ihr, in dem auch Vorurteile war, wollten mir ebenfalls seine Schuabgebaut werden konnten. BarTouristen Schuhe fußlaufen ist wie Gehirnjogging: he ausgezogen. Mit dem kaufen.“ Die Füße haben bis zu 200.000 Projekt „Barfuß für einen Sinneszellen. Ich merke, wie guten Zweck“ engagiere ich wichtig die Verbindung zwischen den Sinmich für eine selbstbestimmtere Schulbilneszellen meiner Füße und dem Gehirn ist. dung und die Möglichkeit, barfuß am UnterAnfangs war ich gerade beim Bergwandern richt teilzunehmen. Mit Vorurteilen gegenmanchmal mental erschöpft, bevor meine über Hygieneproblemen räume ich gerne bei Füße eine Pause benötigten. Ich konnte spüVorträgen und Workshops auf und möchte meine Mitmenschen dazu motivieren, sich ren, wie die Verbindung zwischen Fuß und barfuß in die Öffentlichkeit zu trauen. Gehirn wieder hergestellt war.

Barfußlaufen machte mir gute Laune. CHRISTIAN SCHWARZE 2017 27 25


Biblio

Una nuotata memorabile ed un pizzico di consapevolezza Billig Billiger Banane Sachbuch von Sarah Zierul Oekom, 2015 Discounter diktieren die Preise. Für die Produzent*innen wird es immer schwieriger, verantwortungsvoll gesunde Lebensmittel herzustellen. Das Buch bietet Orientierung im Dschungel der Einkaufsangebote und Möglichkeiten, die Negativspirale zu stoppen.

Die Wegwerfkuh Sachbuch von Tanja Busse Blessing, 2015 Wie unsere Landwirtschaft Tiere verheizt, Bauern ruiniert, Ressourcen verschwendet, und was wir dagegen tun können.

Welcome Spielfilm von Philippe Lioret Frankreich, 2010 Simon ist Schwimmlehrer in einem Hallenbad in Calais. Bilal ist aus dem kurdischen Irak geflohen und will in Großbritannien seine Freundin Mina wiedertreffen. Dafür will er den Ärmelkanal durchschwimmen. Eine Geschichte von Freundschaft und Hoffnung.

Unsere coole verrückte Erde Kinderbuch von Michael Dubois und Katri Hilden National Geographic, Lonely Planet, 2013 Was ist das gefährlichste Essen der Welt? Wer hält den Rekord im Hotdog-Essen? Das Buch verrät die heißesten, nassesten, tiefsten, höchsten, kältesten, trockensten und wildesten Dinge dieser Erde.

Piccolo paese Romanzo di Gaël Faye Bompiani, 2017 Tragedia e umorismo si intrecciano nella storia di Gabriel, detto Gaby, che vive in un quartiere di espatriati in Burundi, dove scopre di essere tante cose: meticcio, tutsi, francese ...

La felicità al potere - José “Pepe” Mujica Biografia a cura di Cristina Guarnieri e Massimo Sgroi Castelvecchi, 2016 Da guerrigliero Tupamaro a Presidente della Repubblica dell’Uruguay, José “Pepe” Mujica è oggi la prova che si può pensare al bene comune senza cedere al potere e alla ricchezza.

In der oew-Fachbibliothek Eine Welt im Jakob-Steiner-Haus am Vintlerweg 34 in Milland/Brixen dreht sich alles um das Leben außerhalb Europas, um alternative Wirtschafts- und Lebensformen, um das Schicksal von Menschen in und aus den Ländern des globalen Südens. Schwerpunkt: Kinder- und Jugendbücher. Telefon: 0472 833950. Öffnungszeiten: Mo. 8.30-17 Uhr, Di.+Do.+Fr. 8.30-12.30 Uhr, Mi. 8.30-12.30 Uhr + 15-18 Uhr.

La Biblioteca Culture del Mondo (BCM) onlus è una biblioteca specialistica per le culture e la narrativa del mondo, i diritti umani, la cooperazione allo sviluppo e le molte aree tematiche collegate, come i rapporti economici nel mondo, la sostenibilità, la cultura di pace, l’intercultura e le religioni. La biblioteca si trova in via Macello 50, a Bolzano, ma trovate tutto il nostro materiale anche sul sito www.bibmondo.it.

Sonja Cimadom

Sabrina Bussani

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Experiment Ein originelles Lichtkonzept für Wärme und Wohlbefinden im Haus der Solidarität in Brixen haben Student*innen des Masterstudienganges in Ökosozialem Design der Freien Universität Bozen erarbeitet. Unter Begleitung der Lehrenden Günther Innerebner und Kuno Prey wurden aus ungewöhnlichen Materialien ganz besondere Lichtquellen geschaffen.

Ausgeleuchtet: Was Wolle und Nudeln gemeinsam haben

Die neuen Lichtsituationen können beim Zugluftfest Ende Mai direkt im HdS bestaunt werden.

Licht hat für den Menschen drei wichtige Funktionen: Lichtwellen ermöglichen das Sehen. Durch die Abwechslung von Hell und Dunkel weckt Licht biologische Impulse im Körper und erzeugt so den Tagesrhythmus. Eine dritte, oft unterschätzte, Funktion ist die emotionale Wirkung von Licht: Durch verschiedene Sequenzen von Licht wird unser Wohlbefinden gefördert. Die Gestaltung von Licht sollte deshalb bei der Wohnraumgestaltung eine wichtige Rolle spielen. Genau diesen Vorsatz haben sich Student*innen des Masters in Ökosozialem Design von der Universität Bozen zu Herzen genommen und ein ganz besonderes Lichtkonzept für das Haus der Solidarität in Brixen erarbeitet. Es galt, für zwei grundverschiedene Räumlichkeiten eine passende Beleuchtung zu designen: zum einen für den gemeinsamen Essbereich des HdS und zum anderen für die Schlafzimmer der Bewohner*innen. In beiden Raumsituationen mangelte es an einer angemessenen und stimmungsvollen Beleuchtung: Lediglich nackte Glühbirnen und kalte Neonröhren waren zweckmäßig an der Decke angebracht worden. Wie kann man mit einfachen Mitteln und ohne Budget ein stimmungsvolles Lichtkonzept gestalten? Diese Frage haben sich die Student*innen gemeinsam mit Gästen und Mitarbeiter*innen der Einrichtung gestellt. Die Studierenden haben schnell herausgefunden, dass es bei diesem Projekt nicht nur um Licht geht: Eine Lampe kann mehr sein, als eine einfache Lichtquelle. Warmes Licht gibt den Menschen auch emotionale Energie und schafft eine gute Atmosphäre. Wärme lautete also auch das Motto bei der Wahl des Materials für die Schlafzimmerlampen. Wolle, zu einem Schlauch gestrickt, sollte das Licht der Glühbirne und

die Räume der Gäste verschönern. Nachdem die Student*innen erste Skizzen und schließlich auch einen Prototyp für die Lampen hergestellt hatten, war klar, dass für die Anfertigung der 15 Leuchten Hilfe von erfahrenen Stricker*innen aus dem ganzen Land benötigt wurde. Über einen Aufruf in den sozialen Netzwerken wurden genügend motivierte Stricker*innen gefunden, die unter einer exakten Strickanleitung die Lampenschirme auf die Nadel brachten. Jede Lampe wurde von jemand anderem gestaltet und ist auf ihre Weise ein Unikat. Hinter jedem Stück steht eine Person, die mit Sorgfalt und Handarbeit einem Raum im Haus der Solidarität warmes Licht und so etwas mehr Leben eingehaucht hat. Für den Essbereich konnten sechs ausgediente Nudelsiebe, einige aus Edelstahl, andere aus emailliertem Metall, gefunden werden. Diese wurden zu Lampenschirmen umgebaut, die nun als Hängeleuchten von der Decke baumeln. Zur Realisierung waren nur wenige gekonnte Handgriffe erforderlich. Die Nudelsieb-Lampen werfen von nun an ein angenehmes direktes Licht auf den Essbereich, und die so erzielte Lichtatmosphäre kann sich wirklich sehen lassen.

Überrascht von der schnellen Entwicklung der Idee. LENA RIEGER 2017 27 27


Holy Shit, heilige Scheiße! Nachhaltigkeit ist eines der Themen, das es in den letzten Jahren aus der Nische in die breite Öffentlichkeit geschafft hat. Das Bewusstsein für alternative Ansätze hält in allen Bereichen unseres Alltags Einzug. Wirklich in allen? Ein Teil unseres täglichen Lebens entzieht sich nämlich noch immer hartnäckig der offenen Diskussion und ist, versteckt hinter Gewohnheit und Scham, zu einem der letzten echten Tabuthemen geworden. Wer spricht schon gerne darüber, was zwischen leckerem Essen und dem Betätigen der Klospülung passiert – oder wohin der Spülvorgang führt? Und so tun wir dem, was unser Verdauungsapparat in mühevoller Arbeit geleistet hat, Unrecht und lassen es unbeachtet in den Weiten des Abwassersystems verschwinden. Wirklich schade, wenn man bedenkt, dass genau dieses Endprodukt vor Superkräften nur so strotzt und weitaus mehr auf dem Kasten hätte, als nur zu stinken. Ja, richtig gelesen: Wir können stolz sein auf unsere Fäkalien, denn sie sind ein unterschätzter Rohstoff: Richtig behandelt, kann man sie zur Energiegewinnung verwenden, für Bodenerhaltungs-

und Verbesserungsmaßnahmen oder zur Herstellung von Medikamenten. Unsere Fäkalien beinhalten eine Vielzahl von wertvollen Nährstoffen (etwa Phosphor, die Grundlage von Düngemitteln). Trotzdem sind sie untrennbar mit negativen Stichworten wie „Sanitärkrise“, „Wasserverschmutzung“ und „Wasserverschwendung“ verbunden. Tabuthemen dringen nur schwer in die Öffentlichkeit und Alltagsgewohnheiten lassen sich nicht so einfach ändern. Aber es gibt Gegeninitiativen, und so bemühen sich weltweit Organisationen und Wissenschaft um einen aufgeklärteren Umgang mit dem Thema und um unkomplizierte Ansätze für eine alternative Nutzung. Ein gutes Beispiel hierfür sind sogenannte Komposttoiletten, die im Eventbereich konventionelle mobile Sanitärlösungen ersetzen können. In den Trockentoiletten, die auf Wasser verzichten, werden Urin und Kot voneinander getrennt. Dadurch wird zum einen die Bildung von Gestank verhindert, zum anderen kann der Kot vollständig kompostiert und später als nährstoffreicher Humus in der

Landwirtschaft eingesetzt werden. Da auch die chemische Reinigung entfällt, fördern sie Nachhaltigkeit auf mehreren Ebenen. In Südtirol gibt es noch keinen Anbieter für diese Toiletten. Derzeit entsteht aber an der Freien Universität Bozen eine Masterarbeit zu diesem Thema. Sie beschäftigt sich mit der Frage, wie man Bewusstsein für dieses heikle aber spannende Thema schaffen kann: Holy Shit – heilige Scheiße! Wer hätte gedacht, was alles in ihr steckt?

Johanna Perret

Daumen hoch und tschüss Margit wehrte sich. Schnaubte verächtlich über jede Einladung. Und dann war es verlockend einfach: Eine E-Mail-Adresse und ein Passwort. Voilà, Margit war bei Facebook! Nur mal gucken, was so läuft – lautete Margits Vorsatz. Naja und die paar Fragen zu ihrer Person beantworten. Und überhaupt so ganz anonym wollte sie auch nicht bleiben. Also hat Margit die tollsten Szenen aus ihrem fotografisch festgehaltenen Leben hochgeladen. Ließ ihre Freund*innen wissen, welche Musik ihr gefällt, welche coolen Veranstaltungen sie besuchen wird, wo sie arbeitet, und beschämenderweise nutzte sie sogar die Zeile „Was machst du gerade?“. Das geht ja alles so easy. Damals dachte Margit auch, ihr Verstand wache eh über ihre Privatsphären-Verhältnisse und womögliche Vorlieben-Algorithmen. Aber Hochmut tut selten gut. Als Facebook die Posts einiger Zeitungen und

Organisationen nicht mehr anzeigte und Margit diese immer wieder umständlich suchen musste, erahnte sie die schreckliche Waffe des digitalen Imperiums: das Aus-den-Augenaus-dem-Sinn-Prinzip. Dahingegen wurde Margit recht ungeniert mit alternativen Fakten eingeseift. Und mit auf sie zugeschnittener Werbung. Und mit Hinweisen auf einen alten weißen VW Golf, der im Ultental verdächtig oft gesehen wurde. Und, ärgerlicherweise, positionierten sich auch immer öfter die „süßen“ Katzenfotos auf den besten News-Plätzen. Erneut verächtlich schnaubend, mischte sich Margit immer seltener unter die anderen 1,8 Milliarden Nutzer*innen und nutzte die Zeit für Anderes, Reales, Wichtigeres. Nur manchmal, wenn ihr arg langweilig war, schaute Margit doch noch rein in das soziale Netzwerk. Das endete meist mit mieser Laune, denn im Gegensatz zu Margit schien sich

der Rest der ihr ersichtlichen Umwelt laut Fotos und Sprüchen just prächtig zu amüsieren. Letztens wurden Margit immer weniger Neuigkeiten angezeigt, mit darauffolgender Aufforderung, wieder aktiver zu werden. Ausnahmsweise sprachen die Betreiber des sozialen Netzwerks offen Klartext mit ihr. Ein Like für eine Weltfrieden-Aktion, frau ist schließlich eine kritische Mitbürgerin. So tiefgründig ist Aktivismus heute. Facebook war zufrieden damit und gab wieder Futter. Vorteile hin oder her: Am 31. Mai jährt sich zum siebten Mal der weltweite Quit-Facebook-Tag und dann ist Margit raus – zumindest aus diesem Datenmoloch. Dazu muss sie nur noch das Enigma zum Abschalten ihres Account lösen, voilà!

irmi unt

28 2017 27


Speakers’ Corner

Palestra di democrazia Qualche tempo fa mi sono trovata a girovagare per Bologna senza una vera meta. Avevo un bus da aspettare e quattro ore da riempire. Era un sabato pomeriggio qualunque, senza sole, ma con le strade piene di gente e musica. Da bolzanina sono rimasta veramente colpita da tutta quella vita, ma ciò che più mi ha impressionato è stato assistere ad un dibattito pubblico in Piazza Maggiore. Proprio così, un dibattito in piazza. Sin da piccola sono stata affascinata dalle discussioni e da quelle situazioni che di solito anticipano una rivoluzione, quando le persone si confrontano animatamente e propongono soluzioni e strategie. Ovviamente non pensavo avrei mai assistito ad una cosa del genere nella vita reale, mi sembrava qualcosa di anacronistico, assolutamente fuori dal nostro tempo. Eppure in quella piazza c’era un piccolo gruppo di persone in cerchio che discuteva su come risolvere la catastrofe in atto nella politica italiana e, chi voleva parlare, doveva alzare la mano e poi salire su uno sgabello affinché tutti potessero sentire. La cosa che più mi ha colpita è stata che, malgrado le opinioni fossero così diverse fra loro e a volte persino assurde, il rispetto reciproco era la regola: quando una persona parlava il gruppo taceva e si aspettava il proprio turno per rispondere. Per la prima volta sono stata testimone di un dibattito tra comuni cittadini a cielo aperto, non più in televisione, ma in una pubblica piazza: questo è il sapore che dovrebbe avere la democrazia. Molti potrebbero pensare che discutere senza avere la possibilità concreta di cambiare le cose non serva a niente. A parer mio però, il solo fatto che qualcuno abbia la voglia di mettersi su uno Karin Colombi . Sketch Crawl Bolzano sgabello, in mezzo a una piazza, per dire la sua opinione, è già un atto rivoluzionario. Viviamo in un Paese stanco, ma non ancora addormentato. La democrazia, così come ogni diritto nach rechts und dann nach links, geradeaus und e dovere, va praticata ogni giorBozner Fahrräder haben die Stadt erobert. Das sogar rückwärts – die Stadt gehört ihnen! muss ich natürlich mitverfolgen! Keine Autos, no perché rischiamo di darla per Die Fußgänger*innen sind hingegen etwas verganz viele Familys, Farben und Freude. Bis jetzt scontata e di non sentirne più il alles gut. Ich fahre, fahre weiter, lass mich in diese bisogno. E’ anche vero che internet unsichert und verblüfft. Vielleicht überwältigt. magische Welt hineinziehen. Bald bemerke ich ci permette di esprimere il nostro Sie zeigen eine gewisse Orientierungslosigkeit! aber, dass diese Idylle täuscht: Ich merke wie die parere su qualsiasi cosa ed in qualIdentitätsprobleme? Schon wieder diese IdenBozner Gesellschaftsstruktur sich von Minute zu siasi momento, togliendoci però titätsprobleme! Minute verändert. Es entstehen neue Dynamiken. il coraggio di farlo faccia a faccia. Sie könnten sowohl Autofahrer als auch RadDie Autos, einst eine Mehrheit, sind von heute Quel pomeriggio a Bologna mi ha fahrer sein, sind aber nichts von beidem. Sind auf morgen zur Minderheit geworden. Die einfatto riassaporare la bellezza del eine dritte undefinierte Gruppe. Sie fühlen sich confronto, dello scambio e della in dieser Dazwischen-Zone momentan unwohl. zelnen Autos, die erscheinen, stören jetzt und voglia di provare a cambiare le cose Es ist unbequem, aber vielleicht auf die Dauer sind auf einmal unbeliebt. Ihr Geräusch und ihr e mi sono ripromessa che, se mai doch nicht so schlimm. Man bekommt von BeiGestank ist unerwünscht. Die Fahrräder hingegen ripasserò di lì, non esiterò a salire haben nun die Kontrolle über die Stadt. Sie komdem etwas und muss sich nicht unbedingt nur su quello sgabello. mit einer Seite identifizieren. mandieren friedlich und lächelnd herum. Heute ist schließlich ihr Tag. Sie stolzieren und geben Preis von ihrer Macht. Jetzt, wo sie die Mehrheit sind, brauchen sie keine Regeln mehr, fahren ASIA RUBBO Azra Fetahovic

Bolzano in bici

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A tavola!

Brusselse Wafels Zutaten für 4-6 Personen: 1-2 Eier 200 ml Milch 200 ml lauwarmes Wasser 10 g Hefe 230 g Mehl 75 g geschmolzene Butter 1 TL Backpulver Schlagsahne Frische Früchte Staubzucker Schokolade

Kevin Brits und Sarah Ruggenthaler

An die Waffel! Zugegeben, es klingt ein wenig klischeehaft, aber wenn ich an Belgien und an Essen denke, erscheinen vor meinem inneren Auge zwei Dinge: Pommes und Schokolade. Gut, dass ich an diesem Abend Kevin Brits treffe. Er hat sich bereit erklärt, mir Einblicke in die belgische Kulinarik zu verschaffen. Erste Lektion: Pommes und Schokolade stehen tatsächlich im Zentrum. Zweite Lektion: Belgien hat darüber hinaus noch einiges zu bieten, denn das kleine Land im Norden is(s)t süß. Welchen Stellenwert die Kartoffelfritten einnehmen, zeigt sich nicht zuletzt daran, dass die Pommes-Zubereitung einem Ritual gleichkommt. Kevin erklärt, dass Pommes fast immer und zu fast allem gegessen werden können. Ob als Beilage oder Hauptgericht - Pommes gehen immer! Dabei sind Belgier*innen durchaus sehr erfinderisch: Pommes entspringen nämlich einer Not der

Stunde. Ursprünglich frittierten die Menschen Fische, als aber die Gewässer zufroren und das Fischen unmöglich wurde, kamen sie auf die Idee, Kartoffeln zu frittieren. Kartoffeln waren reichlich vorhanden und sind dazu auch noch nahrhaft. Belgische Schokolade ist die süße Versuchung schlechthin, niemand in Belgien kann ihr widerstehen. In der Spezialität dieses Kochabends spielt sie aber nur eine dekorative Nebenrolle: Es gibt Waffeln! „Meine Großmutter hat mir an meinem Geburtstag immer Waffeln gebacken“, erzählt Kevin. Brüsseler Waffeln sind fluffig und viereckig und eine typisch belgische Mehlspeise. Sie kommen bei Feierlichkeiten in unterschiedlichsten Varianten zum Einsatz, denn: Wer in Belgien Ausschau nach Konditoreien hält, der sucht vergebens - Kuchen werden dort kaum gebacken. Kevin hat allerdings nicht die Liebe zur Tortenbackkunst nach Tirol verschlagen, sondern die Liebe zu seiner

Hefe, Milch und Wasser gut verrühren. Eier trennen und das Eigelb dazugeben. Mehl und Backpulver vermischen und unterheben. Geschmolzene Butter etwas abkühlen lassen und ebenfalls unterrühren. Eiweiß steif schlagen und unterheben. Den Teig mit einem Geschirrtuch zudecken und 20 Minuten ruhen lassen. Dann jeweils eine Kelle voll Teig im heißen Waffeleisen etwa ein bis zwei Minuten lang backen. Schokolade im Wasserbad schmelzen. Die Waffeln mit Schlagsahne, Staubzucker, frischen Früchten der Saison und flüssiger Schokolade servieren. Smakelijk!

Freundin. Er ist in Antwerpen nahe am Meer aufgewachsen und schätzt an Tirol vor allem die Berge, die es in seiner flachen Heimat nicht gibt. Seine Muttersprache ist Flämisch – neben Französisch und Deutsch eine der drei Landessprachen. „Verstehst du das?“, fragt Kevin und hält mir das Waffel-Rezept auf Flämisch unter die Nase. Ich versuche vergeblich, die Zubereitungsschritte zu entziffern, und überlasse es dann doch lieber ihm, das Rezept zu übersetzen. Inzwischen reichen seine Deutschkenntnisse weit darüber hinaus: Seine Schlagfertigkeit beweist er nämlich mühelos in beiden Sprachen. Als ich ihn frage, warum er gerne kocht, antwortet er mir mit einem Augenzwinkern und sagt: „Weil ich es nachher essen kann!“

Tauscht Bügel- gegen Waffeleisen. Sarah Watschinger 30 2017 27


Schwarzweiß Robert Asam

Böse Worte … an Ali und all die anderen Weißt du, Ali, es wird uns alles ein bisschen viel. So viele Menschen, die eine Bootsfahrt übers Mittelmeer buchen und dann aus dem Meer gefischt werden müssen. Wenn es für eine Kreuzfahrt auf dem Luxusdampfer nicht reicht, dann bleib halt zuhause. Ja, ja, Ali, ich weiß schon: Zuhause ist Krieg und Terror. Schau, Ali, wenn die Russen Bomben werfen, dann müssen die Amerikaner auch Bomben werfen. Was? Die Saudis? Im Jemen? Wir können unsere Bomben nicht alle selbst werfen. Da sind wir froh, wenn das befreundete Nationen übernehmen. Außerdem hängen da Arbeitsplätze dran. Nein, nicht bei euch. Bei uns! Ganz ehrlich, Ali, erzähl mir nicht, dass bei euch überall Gotteskrieger herumlaufen. Gut, gut, im Sudan ist Bürgerkrieg und in Somalia… Was? Seit zwei Jahren kaum ein Tropfen Regen? Hättest du lieber dauernd diese Überschwemmungen, so wie hier bei uns? Also komm mir nicht mit der Klimakatastrophe. Die müssen

Die Gutmenschin „Die italienische Fluglinie Alitalia steht vor dem Aus.“

wir gemeinsam aushalten. Ihr hättet halt Beregnungsanlagen bauen müssen, anstatt den Medizinmann anzuflehen. Ali, das war ein Witz. Im Ernst, man muss vorbeugen. Wir produzieren ja auch Kunstschnee. Woraus? Aus Wasser natürlich. Ich wiederhole, Ali, es macht keinen Sinn, dass ihr alle zu uns kommt. Ihr müsst fleißig sein und Demokratie lernen. Ohne Demokratie geht es nicht, Ali. Wir haben euch ja geholfen, im Irak und in Libyen zum Beispiel. Den Rest müsst ihr selber machen. Aber bitte, diesmal ordentlich. Nicht wie damals in den sechziger und siebziger Jahren, als wir euch in die Unabhängigkeit entlassen haben und ihr dann… also nur Chaos, Ali.

Impressum Herausgeberin | editore oew-Organisation für Eine solidarische Welt, Organizzazione per Un Mondo solidale, St.Nr. | c.f. 90009830218 Hubert Pörnbacher (Vorsitzender | presidente) Redaktion | redazione Verantwortung und Koordination | responsabilità e coordinazione Lisa Frei (lisa.frei@oew.org, Tel. 0472 208206)

Hofer; 8: Wikimedia, Josefine Ornter, Christina Santa 9-11: Teresa Lapresa, Federica Dalla Pria; 13-15: Franz Leimer; 16-17: Georg Hofer; 19: Georg Hofer 20: pixabay.com/ Scott Uilleann; 21- 23: Georg Hofer; 24: Südwind Österreich/ Mirjam Hägele; 27: Uni Bozen/ Ecosocial Design; 30: Sarah Watschinger Verantwortlicher Direktor | direttore responsabile: Wolfgang Penn

Satz und Gestaltung | impaginazione e grafica Alias Idee und Form, Irmi Unterfrauner

Registrierung | registrazione: Landesgericht Bozen | Tribunale di Bolzano N6/94 R.ST.6.8.94

Layout-Relaunch www.brandnamic.com

Werbung I pubblicità Matthäus Kircher (matthaeus.kircher@oew.org, Tel. 0472 208204)

Mitwirkende dieser Ausgabe | per questa edizione hanno collaborato Adrian Luncke, Annelies Senoner, Armin Barducci, Asia Rubbo, Azra Fetahovic, Barbara Plagg, Christian Schwarze, Christine Santa, Daniel Petru Ursu, Elias Hofmann, Federica Dalla Pria, Georg Hofer, Ionel Cirpaci, Irmi Unterfrauner, Johanna Perret, Josefine Ortner, Karin Colombi, Katharina Alvera, Lena Rieger, Lisa Frei, Marta Larcher, Matthäus Kircher, Monika Thaler, Nadia Sorg, Nils Bertol, Patrick Taschler, Philipp Frener, Robert Asam, Sabrina Bussani, Sarah Watschinger, Sonja Cimadom, Teresa Lapresa, Verena Gschnell

Druck | stampa: Athesiadruck GmbH | srl, Bozen | Bolzano

Foto 1: Georg Hofer; 3: HdS, Südtiroler Archäologiemuseum/L. Guadagnini, 4-5: wikipedia.org/wiki/Datei:View_of_Ghats_across_the_Ganges,_Varanasi.jpg ; pixabay.com/de/kugelnschie%C3%9Fen-projektil-brennen-89083; pixabay.com/de/ kinder-kindergarten-l%C3%A4cheln-lachen-205219; pixabay.com/de/ parlamentsgeb%C3%A4ude-canberra-168300/; wikipedia.org/wiki/ Datei:Twincreeksblast.jpg; pixabay.com/de/arbeit-chinesisch-industrie-1000618/; pixabay.com/de/shinkiari-pakistan-lager-zelte-81770/; wikipedia.org/wiki/File:Gall%E2%80%93Peters_projection_SW.jpg; pixabay.com/de/wasser-spielen-kinder-jugend-863053; 6-7: Georg

Kontakt | contatto:

oew zebra. Vintlerweg 34 Via Vintler – 39042 Brixen | Bressanone Tel. 0472 833950 | zebra@oew.org | facebook.com/oew.org www.oew.org Mit freundlicher Unterstützung der Entwicklungszusammenarbeit des Landes Südtirol | Con il gentile sostegno della Cooperazione allo sviluppo della Provincia Autonoma di Bolzano:

„Madoia, sem wert epper nicht mitn Maiausflug.“

Wieso Großkonzerne und Korruption? Davon haben wir mehr als genug, das ist keine Ausrede. Demokratie geht nicht von heute auf morgen. Wir haben ein paar hundert Jahre gebraucht, bis wir… So viel Zeit habt ihr nicht? Das ist kein Argument, Ali. Kommt Zeit, kommt Rat – sagen wir hier, wenn uns nichts mehr einfällt. Und ich weiß beim besten Willen nicht, was ich dir sonst sagen soll. Das Leben ist kein Wunschkonzert, könnte ich noch sagen. Dieser Spruch passt auch für jede Gelegenheit. Was, du weißt auch eine deutsche Redensart? Du bist mit dem Latein am Ende. Ich auch. Ist doch tröstlich, dass wir wenigstens etwas gemeinsam haben.

Abbonamento Seit Jänner 2016 erscheint zebra. monatlich, jeweils am 10. – außer mit Doppelnummern im Juli/August und Dezember/Jänner. Ich möchte die Straßenzeitung erhalten und unterstütze sie jährlich als: Freund*in (30 Euro) oder Förderer*in (40 Euro) Desidero ricevere il giornale di strada e lo sostengo annualmente in qualità di: Amico*a (30 Euro) o promotore*trice (40 Euro) Überweisen Sie den Betrag an: Effettuate il bonifico sul seguente conto: Raiffeisenkasse Eisacktal | Valle Isarco IBAN: IT 68 S 08307 58221 000300004707 Südtiroler Sparkasse Brixen | Bressanone IBAN: IT 93 H060 4558 2200 0000 5004 219 Überweisungsgrund|causale: zebra.abo Bitte senden Sie Ihre Anschrift an info@oew.org oder rufen Sie uns an: Telefon 0472 833 950. La invitiamo ad inviare i Suoi dati a info@oew.org o a chiamarci al numero 0472 833 950. Online: www.oew.org

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Südtiroler Naturstein Pietre naturali dall’Alto Adige

Bild / Immagine: Grödner Porphyr Layon / Porfido Gardena Layon

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